| rosenkind | ich arbeite seit etwa einem Jahr an einem Roman und war vor einiger Zeit an einem Punkt angekommen, der mich in einiges Grübeln stürzte. Und zwar ging es um folgendes: meine Absicht hinter dem Werk ist es zum einen eine spannende Geschichte zu schreiben, zum anderen aber auch philosophische Fragen hinein zu bringen, um dem ganzen mehr Tiefsinn zu verleihen, denn eine Geschichte, die einfach nur spannend war, genügte mir nicht. Nun, bis zu diesem Punkt war alles okay. Mein Roman ist kein realistisches Werk und darauf lege ich es auch nicht an. Ich liebe es Geschichten zu schreiben, die zwar in der realen Welt stattfinden, aber in denen alles mögliche surreale passiert. So weit so gut, hier und da paranormale Ereignisse, ein paar Dinge, die es in der Wirklichkeit nicht gibt und gut ist. Doch wie ich immer sage: die besten Ideen entstehen beim Schreiben und so führte das zunächst noch freie Spiel das Grundgerüst der Geschichte mit Leben zu füllen vor eine schwerwiegende Entscheidung: darf ich ein hohes Maß an Transzendenz in meinem Roman zulassen oder sollte ich darauf besser verzichten? Meine Entscheidung habe ich getroffen,für den ersten Weg. Und diese Entscheidung liegt nun auch schon viele Seiten zurück,weswegen ich darüber auch nicht diskutieren will. Was mir diskussionswürdig erscheint ist aber etwas, was mir auffiel, was mich überhaupt zu diesem Punkt,wählen zu müssen brachte. Und zwar scheint es mir, als seien transzentente Berzüge extrem out! Wo immer ich mich umschaue, in sämtlichen Mytserieserien oder überhaupt, so beschränkt sich die Transzendenz auf Geister oder ähnliches. man liebt Paranormale Geschehnisse, aber bitte ohne Transzendenz. Alles, was ohnehin in eine religiöse Richtung geht (und damit meine ich nicht nur christlich, sondern generell) ist sowieso außerhalb des Fantasygenres mit seinen Göttern verpönt. Es kommt mir manchmal so vor, als dürfe ein ernst zu nehmender Roman oder gar nur Unterhaltungsliteratur oder anderweitige Medien keine oder nur sehr leichte Transzendente Bezüge enthalten. Alles andere ist unwissenschaftlich uns somit nicht gern gesehen, nicht ernst zu nehmen. Nun, es ist sicher nichts schlimmes daran, Romane oder Serien ohne höhere Wesen zu erschaffen, ohne Religion oder überhaupt Transzendenz. Aber warum hat einWerk, dass dieses nicht tut gleich so ein unseriöses Image? Widerspricht Transzendenz Intelligenz und ist Ratioanlität alles? Selbst Goethes Faust, was ja nun zur großen Weltliteratur gehört, lässt an Transzendenz nicht vermissen. Ich hoffe sehr, dass dieser Eindruck, den ich habe, nur ein Fehlgriff meiner selektiven Wahrnehmung ist, denn sonst frage ich mich wirklich: was ist so schlimm an Transzendenz? ich hoffe, hier werden einige was dazu sagen! |
| Gabriel Bell | Hmm...schwieriges Thema, da wir im Prinzip ja nichts über deine inhaltlichen Absichten wissen. Was ich in erster Linie als das Problem der Transzendenz ansehe - sie ist so weltumreißend. Wenn du dir für eine Fantasywelt Götter ausdenkst ist das nicht weiter problematisch. Wenn du in der realen Welt Geister positionierst ist das auch nicht allzu problematisch - sie sind ein unerklärliches Phänomen, aber lassen noch keine Rückschlüsse über ein Paradies zu. Allerdings gab es bei X-Faktor ja öfters auch so eine Art "göttliche Eingriffe"...da sehe ich auch nicht zwingend das Problem. Problematisch wird es für mich, wenn man Gott, Paradies o.ä. in irgendeiner Weise darstellen willst - denn jeder hat eine andere Vorstellung davon, sodass du dich unweigerlich im Kitsch verlieren wirst. Ich denke nicht, dass Transzendenz an sich ein Problem in der Literatur darstellt - wenn du ein gutes Buch schreibst kann ein bisschen Rätseln über Gott oder ähnliches nicht schaden, es muss abstrakt sein - speziell im Fernsehen, wo wir vorhin mal X-Factor hatten - fallen mir gerade Beispiele ein. Auf der einen Seite hätten wir "Hinter dem Horizont" - ein Film, den Robin Williams trotz seiner Genialität nicht retten konnte, weil er mir bei weitem zu kitschig, klischeebehangen und amerikanisch war - speziell in der Vorstellung des Paradieses. Auf der anderen Seite "Constantine" - ich bin sicher, da werden jetzt vielleicht einige vehement widersprechen, aber ich finde diesen Film sehr gelungen. Hat ein ausgeprägtes, mystisches Element und seine ganz eigene Art, mit der Thematik Hölle etc. umzugehen. Hoffe, konnte helfen... |
| rosenkind | [QUOTE]Problematisch wird es für mich, wenn man Gott, Paradies o.ä. in irgendeiner Weise darstellen willst - denn jeder hat eine andere Vorstellung davon, sodass du dich unweigerlich im Kitsch verlieren wirst.[/QUOTE] für das "darstellen" bezüglich des Paradieses bräuchte ich jetzt eine nähere Definition. wie gesagt, mein Werk spielt eigentlich in der realen Welt (wenn auch nicht in der realen Welt unseres Jahrhunderts), dieses darstellen klingt für mich nach einer Handlung, die im drüben stattfindet. kann mich auch irren, ist spät, bin müde. Es kommen aber durchaus Passagen vor, in denen das eine vom anderen nicht mehr zu trennen ist. Ich weiß nicht, ob dir das Marmorbild von Eichendorff etwas sagt. ich habe erst heute eine Passage beendet, die ähnlich anmutet. Es geht mir grade um Grenzverwischung, weswegen ich aber bei solchen Szenen offen lasse ob es Illusion oder wahr ist, bzw die eine war eindeutig als Traum gekennzeichnet. Ich denke schon, dass mein Werk recht kitschig ist, wenn vielleicht auch nicht kitschig in diesem Sinne, wie du ihn vielleicht meinst, aber kitschig ist es auf alle Fälle irgendwo. Ob es klischeehaft ist? uff, kann ich im Moment eigentlich gar nichts so richtig beantworten. ich denke mal schon, dass ich stereotypen verwende. Aber wenn wir jetzt grade beim Thema Geister sind, die spielen in dem Werk eine besondere Rolle. Nur wenn ich mir dann so Formate ansehe wie ghost wisperer... wird mir schlecht, völlig kitschig überzeichnet. ich habe meine Geister individuell gestaltet. ich will nicht zu viel verraten, nur so viel, dass meine Geister dem klassischen Erscheinungsbild nicht entsprechen. Es gibt immer wieder Dinge, die ich mich bei zumBeispiel Geschichten, in denen Geister vorkommen, frage, beispielsweise: warum sind Geister immer weiß? warum sieht man Geister nur in der Nacht? warum dies, warum jenes. im Bezug auf meinen Geist oder auch andere Phänomene habe oder werde ich verusuchen, für all diese Fragen eine logische, wenn auch nicht wissenschaftliche Erklärung abzugeben an irgendeiner Stelle im Roman. ich schrieb versuche, darauf weise ich nochmal hin. Es ist mein erster Werk, dass ich wirklich ernsthaft angehe und ich habe mir durch meine Zielsetzung einiges vorgenommen, was schwierig zu erreichen ist, weswegen ich wohl manchmal auch scheiter. Ich weiß, dass ich kein Massenwerk schreibe, dass meine Sachen vielleicht einen guten Stil haben aber viel zu langatmig sind. Aber ich habe mir, zumindest für dieses Werk vorgenommen, einfach erstmal für mich zu schreiben. nicht im Sinne "ohne künstlerischen Anspruch", aber im Sinne von "ich will keine Masse befriedigen". Die ersten Funken der Idee gären schon seit meinem 14. Lebensjahr in meinem Kopf. Damals war das ganze aber noch lange nicht das wie heute, nur die Profession der Hauptfigur und eine weitere Sachen bleiben von damals bis heute gleich. Inzwischen ist es quasi eine Geburt all meiner Gedanken, Einstellungen, Lebensweisen oder wie auch immer, die sich angesammelt haben. Aber nur so viel zu meinem Werk, ich wollte mich wie gesagt nicht darauf beschränken (und hierehrlich gesagt auch nicht zu viel verraten, denn es sind Menschen in diesem Fourm, die später als potentielle Testleser herhalten müssen bzw. es bereits tun und ich will nicht vorher alles verraten *g*). was an der Darstellung Gottes ins klischeehafte abdriften soll, müsstest du mir nochmal genauer erklären. |
| LaChatte | Transzendenz ist völlig OK. Lies mal von Goethe: Faust Henry Miller: Sexus, Nexus, Plexus JK Rowling: Harry Potter Umberto Eco: das Foucaultsche Pendel ... und vieles mehr ich mag Transzendentes in Büchern, und am liebsten so, dass sie ganz beiläufig in der Geschichte eingebaut ist. Und ich mag spannende Bücher. am besten schreibst du wohl einfach ein Buch, das du selbst gerne lesen würdest. Das Manuskript von Harry Potter wurde schliesslich auch nicht vom erst besten Verlag angenommen...;) |
| rosenkind | [QUOTE]am besten schreibst du wohl einfach ein Buch, das du selbst gerne lesen würdest.[/QUOTE] das tu ich ja sowieso :) was mir eben nur zugesetzt hatte war eine Szene in meiner Klasse. Es war in einer produktiven Phase, in der ich mal wieder die Pausen mit Schreiben verbrachte,als eine Klassenkameradin (die wusste, dass ich an einem Roman schreibe, weil ich schon mal gefragt wurde, was ich da als schreibe und es erzählte) die eine ziemlich große Leseratte ist mich nach dem Inhalt fragte. Gut, ich erzählte es kurzzusammengefasst. Da war ihre Reaktion:"kennst du das Buch XYZ?" ich kannte es natürlich nicht. Sie darauf: "bei dem ist das fast genauso, aber es stellt sich dann am Ende herraus, dass derjenige Shizophren ist". Und da fiel mir eigentlich auf, dass sämtliche Geschichten, die so gestrickt sind, also Vermischung von realer Welt und Paranormalen sehr häufig auf sowas hinauslaufen wie Shizophrenie o.ä., was ja an sich auch nichtverkehrt ist, aber ich finde es traurig, dass die andere Möglichkeit, dass es eben keine psychische Krankheit ist, sondern Wirklichkeit, nicht vorkommt. Zumindest in meiner selektiven Wahrnehmung nicht. Aber ich kann mich ja auch täuschen. |
| Nuit de la Rose | Transzendenz ist für viele Menschen nicht oder nicht sehr greifbar. Es ist etwas Unbekanntes, mit dem sich nur teilweise auseinander gesetzt wird. Vor allem auch deswegen, weil die Gesellschaft prägt und in der Gesellschaft wird [I]"anormales"[/I] nicht gern gesehen, erst recht, wenn es nicht [I]"wissenschaftlich"[/I] belegbar ist. Es ängstigt einfach, weil man nichts genaueres darüber weiß und er Mensch ist in seinem Wesen eines, welches viel mehr nach Sicherheit sucht, selbst wenn Veränderung sehr Gutes bedeuten könnte, fällt es sehr schwer, es anzunehmen. Bisher wagen es eher wenige, die Sicherheit zu verlassen, relativ gesehen. Vermutlich gehört auch noch das Selbstverständnis von Sicherheit dazu. Erst wenn [I]"wissenschaftliche"[/I] Belege existieren, traut man sich. Doch kenne ich leider auch viele Beispiele, bei denen wissenschaftliche Belege bereits vorhanden sind, doch diese wollen nicht gesehen werden. Lieber werden Wörter im Mund herumgedreht, es einfach abgestritten oder man sucht so lange, bis man etwas gefunden hat, um diesem keine Chance zu geben. Veränderungen würden nämlich stattfinden, welche wohl teilweise in der Gesellschaft unerwünscht wären, da dies vielleicht bewusstseinsverändernd wäre, die Gesellschaft nicht mehr so gut lenkbar... Allgemein wird eher Abstand genommen, wodurch viele Unklarheiten entstehen und auch jenen, die sich nicht lenken lassen wollen, wird es erschwert, sich mit dem Thema Transzendenz auseinander zu setzen. Ich würde sagen, lass dich davon nicht abschrecken. Mir ergeht es auch oft so im Ethikunterricht. Manchmal traue ich mich, meine Meinung zu sagen. Mir werden vernichtende Blicke zu geworfen oder Unverständnis. Dann frage auch ich mich, ob ich nicht außerirdisch bin. Ich stoße auf so viel Abwehr, Unverständnis...doch glaube ich, dass nicht alles verkehrt ist, was ich denke. Ein paar Menschen sind immer um einen herum, die dir durch ihre Denkweisen zeigen, dass du vielleicht doch nicht außerirdisch (oder psychisch krank) bist. Vertrauen in sich selbst ist gut und wer weiß, wen du damit im Endeffekt alles erreichen wirst. Diese, die jetzt schon eine ähnliche Meinung vertreten, wie du sie einnimmst (davon wird es sicherlich einige geben, z.B. interessiert mich deine Ausführung zu deinem Buch jetzt schon, obwohl ich nicht viel darüber weiß / fast gar nichts eigentlich :D ), werden sich auf jeden Fall freuen, dein Werk lesen zu können. Viel Spaß für's Weiterschreiben ;) |
| rosenkind | [QUOTE]davon wird es sicherlich einige geben, z.B. interessiert mich deine Ausführung zu deinem Buch jetzt schon, obwohl ich nicht viel darüber weiß / fast gar nichts eigentlich[/QUOTE] naja, nachdem ich jetztohnehin schon so viel drüber geredet habe, stelleich mal den selbstverfassten Klappentext online. ich denke,das istauch für das Verständnis besser: [i]Dezember 1803. Der junge Dramatiker Albert kehrt von dem fernen Studienort zurück in die Stadt seiner Kindheit und Jugend, um der Beerdigung seines ehemaligen Lehrers Friedrich beizuwohnen, der dem 22-Jährigen nicht nur ein Freund war, sondern auch als erster die schriftstellerische Begabung seines Schützlings erkannte. Die Erinnerung an die Vergangenheit und die Hoffnung eine aktuelle Schreibblockade zu überwinden, bewegen Albert dazu, länger in der Stadt zu bleiben. Kaum ist der alte Mann begraben, beginnt sich die Realität um Albert auf seltsame Art und Weise zu verändern. Seine Schriften scheinen mehr und mehr zu seiner eigenen Realität zu werden, ebenso findet er die Niederschrift der Wirklichkeit in seinen Unterlagen, ohne sie jemals aufgeschrieben zu haben. Die Vorkommnisse werden begleitet von einem seltsamen Zeichen, das immer wieder auftaucht, ähnlich einem Siegel, das ein Geheimnis verschließt. In diesen Wirrungen begegnet Albert schließlich Friedrichs Geist, der ihm von nun an wie schon zu Lebzeiten, als Mentor mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Suche nach der Lösung der rätselhaften Dinge, die geschehen wird zu einer Suche nach der Vergangenheit, dem Leben und nach dem eigenen Selbst…[/i] aber du hast Recht, Transzendenz wird gefürchtet. Bisher dachte ich allerdings, dass die Luteratur ein "freies Feld" wäre, da es ja nicht darum geht, die Wirklichkeit abzubilden, sondern jedes Werk ja fiktiv ist, auch wenn es als Spiegel der Gesellschaft fungiert oder dergleichen, sind einzig Biografien oder biografische bzw. historische Elemente real. |
| Gabriel Bell | Klingt bisher aber noch ziemlich gut...weiß zugegeben jetzt net, obs mich in der Bücherei so...anspringen würde, aber auf jeden Fall umsetzungsfähig. Was mir jetzt schwierigkeiten macht...hm...ist schwer zu sagen, ich versuchs mal an Beispielen festzumachen. Ich hab Lektüremäßig noch net soo viel gelesen, was in die Richtung geht...filmisch bin ich da halt bewanderter... Nimm jetzt mal erwähnten "Hinter dem Horizont". Erfüllt in jeder Weise die Klischees ala die Familie kommt im Himmel wieder zusammen, man sieht sich wieder, ist dort auf immer vereint (was halt auch ziemlich amerikanisch ist mit seiner Familienbesessenheit). Das Problem ist...jeder, der den Film schaut hat wahrscheinlich ein bis zwei Familienmitglieder, die er nicht leiden kann *g* nee im Ernst, ich befürchte einfach, dass du mit solch einem Bild zwar die Vorstellungen einiger Leute erfüllst, die dein Buch dann vielleicht auch toll finden, dass man aber die meisten eher zum Kopfschütteln bringt, weil es halt so unerträglich kitschig ist. Ne ähnliche Story gibts bei Star Trek im Film "Treffen der Generationen". Es geht um ein Energieband, den "Nexus". Wenn man es schafft, in dieses Band zu gelangen, dann ist es, als wäre man im "innern des Glücks" (so beschreibt es ein Charakter, der da mal drin war). Der Film ist toll (für nen Trekkie sowieso) - bis zu dem Punkt, an dem die Drehbuchautoren meinten, sie müssten dieses perfekte Glück unbedingt darstellen...der Captain geriet dann in dieses Energieband und hatte auf einmal eine Familie...die Szenerie war ein typisch amerikanisches Weihnachtsfest...wieder mal total kitschbehangen...die Töchter bekamen Puppen geschenkt...usw. Deswegen würd ich halt drauf achten, dass du abstrakt bist - "Constantine" ist eher abstrakt. Oder nimm mal die Matrix Trilogie (die ich quasi abgöttisch liebe ^^ - bitte jetzt keine Debatte vom Zaun brechen *g*) - sie ist von vorne bis hinten auch eine Auferstehungsgeschichte, eine Geschichte über den verlorenen Sohn, eine Vereinigung mit dem Schöpfer steht am Ende. Dennoch ist sie abstrakt genug...sogar sicherlich auch kitschig manchmal, aber es ist schöner Kitsch ^^ - ist natürlich alles auch Wahrnehmungssache. Aber du machst dir ja schonmal viel Gedanken, ich bin sicher du wirst n tolles Buch schreiben :) |
| rosenkind | @ Gabriel Bell wenn ich mir diese Familiengeschichte und dieses Startrekdings so durchlese (ich meine mich erinnern, sowas mal gesehen zu haben, mein Bruder war mal großer Fan ^^), dann fällt mir aber etwas ganz anderes auf: es scheint ja so, als wären in diesen Darstellungen nur positive Elemente vorhanden, also die Glückseligkeit in Perfektion. Dasselbe auch bei ghost wisperer am Ende. heile Welt. Liegt das kitschige vielleicht nicht in der Darstellung der Transzendenz, denn viel mehr in dieser Friede Freude Eierkuchen Darstellung? So kommt es mir jedenfalls vor. natürlich denke ich mal auch, dass die Darstellung einiges ausmacht, aber auf der anderen Seite, solange man nur vom diesen Banddes Glücks hört z.B. istdie perfekte Glückseligkeit noch nicht erreicht, denn man ist ja noch nicht dort, redet nur davon. Beides könnte eine Rolle spielen |
| Nuit de la Rose | Nun, dein Buch einmal lesen zu können, davon wäre ich sehr angetan! Lass es mich doch bitte wissen, wenn es so weit ist! :) [QUOTE][I]rosenkind[/I] Bisher dachte ich allerdings, dass die Luteratur ein "freies Feld" wäre[/QUOTE] Das ist es, denke ich, insoweit, dass Autoren / Schriftsteller etc. frei ihr Thema wählen können, zumindest heut zu Tage...Auch wenn es nun die Meinungsfreiheit gibt, wird sie durch den Käufer eingeschränkt oder angenommen, der wiederum geprägt von der Gesellschaft sein Leben lebt. (Gleich welche Möglichkeit, wie dies aussieht) Es kann dir also nicht verboten werden, etwas zu schreiben oder nicht. Aber es kann Kritik geübt werden (da Meinungsfreiheit existiert), welche durchaus aber auch zu gezielten Zwecken genutzt werden kann... Lass dich dadurch nicht einschränken, ich finde es gut, wozu deine Seele (du) gewillt bist und solche Seelen brauch die Welt, meiner Meinung nach. Sie kann sehr frustrierend sein, wenn man sie betrachtet und dennoch können wir unser Leben in die Hand nehmen und etwas daraus machen, was andere beeinflussen wird, inwiefern auch immer. Von dem her lass dir den Spaß am Schreiben nicht nehmen. So traurig, wie es auch manchmal ist. Es gibt immer irgendwo noch etwas anderes... |
| Gabriel Bell | @rosenkind Ich denke du sprichst da schon einen wichtigen Grund an... selbiger führt ja im Prinzip auch dazu, dass Utopien zwar kurzzeitig sehr nett, aber dauerhaft etwas fad sind. Das Problem ist aber denke ich auch, dass diese Darstellungen für sich ERHEBEN, das positive, schöne, Friede-Freude-Eierkuchen-mäßige darzustellen, was aber vielleicht beim schauen nicht jeder als sein persönliches Paradies definieren würde. Und es stimmt - solange man nur vom Band des Glücks sprach gab es keine Probleme. Ich denke aber auch, dass man nicht soviele Schwierigkeiten gehabt hätte, wenn aufgrund eines anderen Story verlaufs sagen wir mal irgendein Charakter am Ende dort gelandet wäre - das Problem macht auch die Darstellung aus. Du kannst dir vorstellen, dass jeder Charakter sein persönliches Glück dort findet - auch ohne es aufgedrängt bekommen zu müssen. Genauso z.B. bei Constantine...sehr gut gemacht. Du siehst ihn kurzzeitig zum Himmel hinaufsteigen, siehst da ist wohl etwas über den Wolken aber den Rest spart sich der Film. Oder auch Matrix - Neo's Seele wird zum Ende mit dem Maschinen Gott vereint, aber dir wird keine Vorstellung dieses Glückes aufgedrängt. Vielleicht ist es in geschriebener Form auch etwas anders - man kann denke ich in geschriebener Form z.B. deutlich besser rüberbringen, warum das Glück für einen bestimmten Charakter so und nicht anders aussehen muss.... |
| rosenkind | ichhabe ja nicht bestritten, dass sie Darstellung auch vieles ausmacht, ich denke nur, dass beides ähnlich wichtig ist. Literatur istallerdings auch schon was anderes. Beim Film ist es zumindest bei dem was man [b]sieht[/b] unmöglich, eine Fantasie zu erregen, weil man nämlich ein konkretes Bild vor Augen gesetzt bekommt. natürlich hätte ien Beschreibung ala und er trafseine Frau in einem blütenstrahlenden weißen Kleid, an einer Hand seine blond glockte Tochter mit strahlendem Kinderauge, an der anderen sein sein Sohn mit einemherrlichen Kinderlächeln und alle 4 lebten glück und zufrieden in einem großen Haus mit weißen Gartenzaun, Hundund ewiger Harmonie hinfort bis an ihr Lebensende... auch in einem Buch sehr flach. Das schöneam geschrieben Wort ist allerdings, dass nichts unmöglich ist. man kann Beschreiben und Fanatsien viel besser erregen als wenn man ein konkretes Bild vorgesetzt bekommte. Grade wenn es beispielsweise um paradoxe Erscheinungsbilder geht. Und ein Mann trat in die U-bahn, er wirkte alt, sehr alt, obwohl die Züge seines Gesichtes ein jugendliches Alter verrieten. Sanft war seine Gestalt, doch durchzogen von einer unterschwelligen Härte, als hätte das Leben ihn in seinen jungen Jahren bereits deutlich gezeichnet. Bei der Beschreibung entstehen in jedem Kopf andere, indivduelle Vorstellungen von der Person, jeder kann sich sein eigenesBild machen, die sogar diese Widersprüche vereint. Bei einem Schauspieler kann weder ein individuelles Bild entstehen noch ist es leicht, diese beschriebenen Widersprüche umzusetzen. Das ist eben die Freiheit der Fantasie, die man mit der Realität(und ein Schauspieler istja immerhin ein realer Mensch) nicht aufwiegen kann. Und das ist nur ein Beispeil von vielen, die ganzen Stilmittel, die man einsetzen kann, grade z.B. in Kurzgeschichten, wowenig Handlung passiert, dafür viel zwischen den Zeilen. ImFilm umgesetzt flacht da sehrvieles ab. Das heißt nun nicht, dass Filme generell flach wären, die haben wieder ihre eigenen Stilmittel, die sie einsetzen könen. Jenseits der Stille finde ich ist z.B. ein genialer Film (auch wenn das jetzt mit Transzendenz absolutnichts zutunhat). Aber es sind eben 2 unterschiedliche Arten von Kunst. und ich denke auch mal, es gibt viele geniale Filme,dieabgeflscht werden, wenn man ein Buch dazu schreibt. Beim Schreiben ist beispielsweise schwierig, wenn Dinge gleichzeitig stattfinden sollen, weil man nur nacheinander schreiben kann. Da istder Film wieder im Vorteil, das ist etwas, was man dort gut darstellen kann |
| Xenomorph | Ein Roman ist ein fiktionales Werk, und als Autor steht es dir frei, alles mit einzubringen und zu verarbeiten, was dir persönlich wichtig ist, was die Aussage deines Werkes am besten zur Wirkung bringt...Literatur muss sich nicht nach (natur - ) wissenschaftlichen Kriterien richten...ich zumindest finde Romane und Erzählungen, in denen eine strenge Trennung von "real" und "nicht real" betrieben wird daher auch sehr langweilig und anödend...die Literatur kennt so etwas wie einen "absoluten Realitätsbegriff" auch gar nicht... zu den schon genannten Beispielen von besonders gelungenen Romanen möchte ich die folgenden noch ergänzend hinzufügen: Thomas Mann - "Der Zauberberg" (für mich [B]der[/B] Roman schlechthin...) J. W. Goethe - "Wilhelm Meister" (Faust ist zwar auch toll, zählt aber strenggenommen nicht, weil kein Roman) Hermann Hesse - "Der Steppenwolf" (und auch alles weitere von ihm) Frank Herbert - "Dune" (insbesondere den ersten Roman) |
| rosenkind | Aber Hesse, Goethe, Mann, Eichendorff oder wer auch immer sind ja auch keine Schriftsteller unserer Zeit. Ihr Werk ein halbes Jahrhundert oder mehr auf dem Buckel. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i] [B]Aber Hesse, Goethe, Mann, Eichendorff oder wer auch immer sind ja auch keine Schriftsteller unserer Zeit. Ihr Werk ein halbes Jahrhundert oder mehr auf dem Buckel. [/B][/QUOTE] Ja, aber die Kriterien für das schreiben von Romanen haben sich seitdem nicht wesentlich geändert...sie lassen sich heute noch genausogut als "Prototypen" für gelungene Werke anführen wie zu "ihrer" Zeit...es ist auch nicht unbeding notwendig, mit dem was man schreibt, unbedingt den gerade vorherrschenden "Zeitgeschmack" zu treffen, der sich heute ohnehin sehr rasch ändert...um jeden Preis "modern" sein zu wollen...es sei denn, du schreibst ein Buch nicht in erster Linie deshalb, weil du gerne schreibst, also für dich, sondern aus kommerziellen Erwägungen heraus, wie es in der Gegenwartsliteratur leider oft der Fall ist...auch auf dem Buchsektor herrscht ja heute zumeist, wie auch überall sonst, der "Sachzwang" in Gestalt des schnöden Mammons... |
| rosenkind | Es ging mir in der Diskussion ja ursprünglich auch nicht um das, was ich schreibe. Denn da habe ich die Entscheidung ja längst getroffen. Sondern eben um jenen Zeitgeschmack, in dem meiner Wahrnehmung nach Transzendenz außerhalb des Fantasygenres verpönt ist. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i] [B]Es ging mir in der Diskussion ja ursprünglich auch nicht um das, was ich schreibe. Denn da habe ich die Entscheidung ja längst getroffen. Sondern eben um jenen Zeitgeschmack, in dem meiner Wahrnehmung nach Transzendenz außerhalb des Fantasygenres verpönt ist. [/B][/QUOTE] ...und deshalb sollte dir dieser "Zeitgeschmack" auch herzlich egal sein...wichtig ist, dass du dir selber treu bleibst, bei dem was du schreibst, dich nicht verbiegst und nicht irgendwelche faulen Kompromisse und Zugeständnisse an den "Zeitgeist" und den Massengeschmack machst...verwirkliche einfach dein bereits erstelltes Konzept, so wie du es im Sinn hast und wie es dir am meisten zusagt...dieser Zeitgeschmack ist eben der der "breiten Masse"...wenn sie als primäres "Zielpublikum" deines Romans ausscheidet, brauchst du dir wirklich keine Beschränkungen in Sachen inhaltlicher Tiefe, Entfaltung der Charaktere und Stilmitteln aufzuerlegen...denke immer daran: Als Autor bist du Gott. In deinen Büchern kannst du die Welt ganz nach deinen Vorstellungen neu erschaffen...in der sogenannten Realität ist das leider nicht möglich...oder doch nur den allerwenigsten... |