| LordByron | Also, da viele es nicht wissen, und ich es seeeehr interessant finde: Der wohl bekannteste originale "Schwarzromantiker" ist Edgar Ellan Poe wie ich zu vermuten wage. Aber auch Lord Byron ist ein "original". Die Werke beider lohnen sich zu lesen, sie zeigen die original thematik der schwarzromantik. :) Um Beiträge würde ich mich freuen. |
| Trauerwesen | Poe habe ich mal gelesen, wobei das immer auf das Werk ankommt; The Fall of the House of Usher sagte mir atmosphärisch sehr zu, die Kurzgeschichten hingegen hatten was, sind aber aus heutiger Sicht doch ein bisschen weniger angsteinflößend. Von Byron habe ich bisher nur manche Gedichte gelesen, kann mich aber so akut nicht mehr dran erinnern. Zu den Schwarzromantikern würde ich aber auch vieles der Gothic Fiction zuzählen; Stokers Dracula zumindest definitiv. Mit der klassischen Romantik kann ich trotz meiner Naturverbundenheit dennoch gar nichts anfangen, allein dieser Stil nervte mich ziemlich ("Heiteitei, ich hüpfe durch die Welt und hole mir einen auf das Vogelgezwitscher runter"). |
| LordByron | wahrscheinlich xD Aber ich liebe Byron einfach... und Poe auch ^^ sehr geniale Schwarzromantiker die seiner Zeit leider stark unterschätzt wurden. |
| Trauerwesen | [QUOTE]Bram Stoker gehört meiner Meinung nach genauswenig in diese Zusammenstellung wie etwa Sheridan LeFanu - ob sie über Vampire geschrieben haben oder nicht, die melancholisch-mystische Grundathmosphäre fehlt bei ihnen.[/QUOTE] Die ist mE mehr gegeben als bei Shelleys Frankenstein. Romantik kann ich dort, abgesehen vielleicht von der philosophischeren Fragestellung, ob man Gott spielen sollte oder nicht, ebenfalls die inneren Konflikte der Protagonisten, nicht entdecken. Gerade was Atmosphäre angeht, mag es dort zwar irgendwie dunkel und unheimlich sein, aber ich würde nicht jede Gothic Novel mit Schwarzromantik gleichsetzen wollen. Was an de Sade schwarzromantisch sein soll, ist mir nun aber auch schleierhaft. Das ist ja eher ein Porno. |
| Seneca | Theodor Storm - der Schimmelreiter (1888) Wird sehr gerne übersehen! |
| Kaija | also sade ist für mich alles andere als romantisch. justine ist eine absolut grauenhafte geschichte und nach einiger zeit uninteressant, weil ihr ständig weiß gott was passiert, so dass es schon absolut unrealistisch ist. die braucht doch nur ein schritt außer haus gehen, schon wird sie vergewaltigt. aber trotzdem ein gutes buch, das man gelesen haben sollte, weils schockierend ist. das hat er gut gemacht, denn sonst hätte es keiner gelesen. porno und nach dazu verbunden mit absoluter böswillgkeit, hat für mich in einer schwazromantik nichts zu suchen. die klassische romantik ist mir auch etwas zu kitschig aber ich finde die natur so schön und ich kanns verstehen, dass ein heine im harz wandern war. ausgeglichenheit, harmonie und die tatsache mit dem einfachsten (also natur) was aber besonders ist, glücklich sein zu können, finde ich sehr schöne aspekte an der romantik. ebenfalls gefällt mir der bezug zum mittelalter. mary shelly gehört für mich zur schwarzromantik dazu und ihr mann war ebenso schwarz romantisch veranlagt wie ihr freund byron. ich hab noch ein sehr tolles gedicht von sophie mereau: Die letzte Nacht Sie sinkt, die Nacht! sie sinkt auf Mohn und Flieder, im Grabgewand, von Leichenduft umschwebt; ein kalter Schauder bebt mir durch die Glieder, indes der freie Geist sich zu entfesseln strebt. Verhallt auf ewig sind der Hoffnung Lieder, verrauscht der Freude goldnes Saitenspiel! Kein Gott facht die verloschne Flamme wieder im öden Busen an - ich bin am Ziel! Ich hör' im Sturme, der die hohe Eiche mit allmachtsvollem Arm zur Erde beugt, im Schilfgeflüster, das am öden Teiche sich traurig hin und her im Winde neigt, Wie aus gebleichten Schädeln, hohl und düster, der Abgeschiednen Stimme: folge mir! und Schattenbilder wehn mit Grabgeflüster zu mir heran, und hauchen: folge mir! Ich folg' euch gern! Ach, an Unmöglichkeiten verlosch des Lebens einst so schönes Licht! - Wer zürnt dem Kranken, dem's im Kampf mit seinen Leiden zuletzt an Mut und inn'rer Kraft gebricht? Vernimm, du Wesen, das ich ewig liebe: dies Herz erträgt den bittern Kampf nicht mehr! Vergebens rang es mit Vernunft und Liebe; ihr Widerspruch wird seiner Kraft zu schwer! Was soll, Geliebte! ohne dich das Leben, dies bange Traumgebild, was soll es mir? wo eines lacht, wenn tausend andre beben; was kann ich lieben, wünschen - außer dir? Ich eil' hinaus ins schaudervolle Öde, Verändrung ist für mich Verbesserung. Und schimmert jenseits keine Morgenröte: im Schoß des Grabes blüht Beruhigung! Ich lechze auf nach hellern Lebensblicken! Gewißheit blüht aus der Verwesung Staub! Dort will ich mir die Ätherblume pflücken - zu lange war ich hier des Wahnes Raub! Schon seh' ich Tau aus jener Wolke sinken; schon fühl' ich mich vom Morgenhauch umbebt. Wenn dieses Sternes letzte Strahlen blinken, dann hat dein treuer Jüngling ausgelebt. |