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  Forum: Buchsalon
    Thema: Lateinische Literatur
AllektoSalve!
Ich hoffe, dieses Thema existiert noch nicht; sollte dies aber trotzdem der Fall sein, dann bitte ich euch dennoch, ein wenig eure Meinung über die klassischen lateinischen Autoren kundzutun.

Dies ist mir persönlich deshalb wichtig, weil ich gerade mein Lateinstudium beginne und mich seit Jahren mit Hingabe den Werken der großen römischen Dichter, Politiker, (Staats-) Philosophen, Historiographen etc. widme.

Ich würde mich dabei vor allem darüber freuen, wenn der Eine oder Andere unter euch wäre, der diesen Autoren nicht mit derselben Haltung begegnet, die man unter Schülern, und ja!, auch unter Latein-Lklern antrifft. Meiner Meinung nach begeht der deutsche Lateinunterricht (und vielfach vor allem die Lehrer) ein großes Verbrechen an dieser wundervollen Literatur, indem er daraus trockenen, öden Lernstoff macht und die Schönheit und Aktualität dieser Texte, und auch manchmal ihre ironischen und frivolen Anspielungen viel zu wenig würdigt. Ich persönlich hatte zwar wahnsinniges Glück mit meinem Lateinlehrer, einem wahren Genie, und das nicht nur in Latein, der seinen Unterricht stets überaus interessant zu gestalten wusste, doch kenne ich Schüler/innen anderer Kurse/Klassen, denen es mit anderen Paukern ganz anders ergeht.... :confused:
Also: Was haltet ihr von Horaz, Ovid, Properz, Seneca, Cicero, Sallust, Livius und meinen besonderen Lieblingen Vergil und Tacitus?
Und was von eurem Lateinunterricht?

Allekto
Seneca..ich empfehle besonders Senecas: de brevitate vitae...*g*
Boudiceaalso ich als großer caesar fan, könnte ja mehr über seinen gallischen Krieg lesen, als wir das in der Schule machen, aber man soll ja nicht einseitig werden....
sonst finde ich manche Catull- Gedichte sehr schön
BlackDragonOvids Metamorphosen fand ich ganz interessant, es lohnt sich ebenfalls, sich mit den Reden Catos mal etwas näher auseinanderzusetzen...
SternenstaubIch finde Seneca toll - und werde mich noch lange an seine Schriften erinnern, die von Ruhe und Kraft zeugen und die mir mein wundervolles Latinum an der Universität beschert haben. Und es heißt doch nicht immer [COLOR=darkred]'Spem metus sequitur ...'[/COLOR]
ThesionSalvete!

Ich bin ebenfalls ein großer Seneca Fan. Wir machen im Latein Kurs grad die Epistulae Morales und sind dabei fast mehr am philosophieren, als am übersetzen.

Alles bezieht seine Existenzberechtigung durch einen individuellen Vorzug... es gibt so viele Menschen, die bei ihrem eigentlichen Gut, der Ratio (Verstand/Vernuft), versagt haben...

Bei den Ovid'schen Methamorphosen hat mir auch der Wandel und Verfall der Zeitalter sehr gefallen...

Valete!
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Boudicea [/i]
[B]also ich als großer caesar fan, könnte ja mehr über seinen gallischen Krieg lesen, als wir das in der Schule machen, aber man soll ja nicht einseitig werden....
sonst finde ich manche Catull- Gedichte sehr schön [/B][/QUOTE]
Entschuldige bitte, aber aus rein literaricher Sicht ist "de bello gallico" wirklich schwach, liest sich eher wie nüchterne Reise und Kriegsberichterstattung (was es ja auch ist, wie der Titel schon sagt)
GiftzahnIch bin echter Fan von Ovid...der kleine Spielratz! Ich hab mir jetzt "amores" und "ars amatoria" zugelegt. Echt schön zu lesen. Aber die Metamorphosen sind auch toll. Liegt vielleicht auch am Unterricht, der in mir dieses Interesse geweckt hat. Danke an meine Lehrer.
GothicIch mag Catull! Am meisten aus dem Grund, dass man seine Geschichten gut übersetzen kann, aber es sind auch Themen, von welchen man heute noch redet!
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Gothic [/i]
[B]Ich mag Catull! Am meisten aus dem Grund, dass man seine Geschichten gut übersetzen kann, aber es sind auch Themen, von welchen man heute noch redet! [/B][/QUOTE]Speziell die Staatstheorie bzw. Herschaftskritik zeigt ja das sich seit 2000 Jahren wenig getan hat, außer vielleicht das keiner mehr versucht die Stoa zu leben.
d’Aubusson[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Speziell die Staatstheorie bzw. Herschaftskritik zeigt ja das sich seit 2000 Jahren wenig getan hat, außer vielleicht das keiner mehr versucht die Stoa zu leben. [/B][/QUOTE]

Und das ist wirklich sehr schade. Marc Aurels Selbstbetrachtungen finde ich in diesem Zusammenhang auch sehr schön, vor allem, wenn man sich immer wieder beim Lesen vor Augen führt, dass da ein Gottkaiser zu sich selbst spricht. War zeitweise richig gerührt (Bei wem tritt er im Drama nochmal als einzig wahrer Weiser auf?)

Niedlich finde ich bei Seneca in der Vita beata glaube ich (kann aber auch Tranquilitate anime sein...), wie er versucht Epikur zu verteidigen, indem er seine zeitgenössischen Hedonisten angreift. Schön.

Freundliche Grüße,

Pierre

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