| ConfusedPuppet | Hallo ihr Lieben. Im Moment verspüre ich einen riesigen Hunger auf Utopien, auf Literatur die sich mit fernen Gesellschaftsbildern beschäftigt - und das auf einer fundierten, kritischen und authentischen Basis. "Schöne neue Welt", "Farenheit 451", "Futurum II" und "Solaris" habe ich schon verschlungen und bin absolut begeistert. Jetzt suche ich nach etwas ähnlichem. Nicht absolut abgehoben und weltfremd, denn ohne Bezug zur Realität verschwimmt dieses Genre für mich zu einem gewöhnlichen SiFi-Brei den ich eher langweilig als wirklich fesselnd finde. Kennt Jemand von euch Bücher, Utopien die vielleicht mit den oben genannten konform gehen? Irgendwo den selben Anspruch haben und auch ein Stück Literatur beinhalten? Würd mich freuen :) lg |
| ConfusedPuppet | Ganz vergessen - 1984 und die farm der tiere hab ich natürlich auch schon gelesen :D Was ich suche ist eben das - Gesellschafts/Politkritik die sich in einem fernen oder doch nicht so fernen Zukunftsausblick manifestiert. Werde mich direkt mal über deine vorgeschlagenen Bücher schlaulesen. Danke schonmal :) |
| Tsafried | Möglicherweise könnte Dir [URL=http://www.amazon.de/Die-Stadt-Blinden-Jose-Saramago/dp/3499224674/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1219478582&sr=8-1]Die Stadt der Blinden[/URL] gefallen, auch wenn das keine Utopie und auch nicht "Zukunft" ist. Aber schon eine Art "Zwangsgesellschaftsbildung"... lies Dir die Beschreibung mal durch. Ist ein sehr interessantes Buch, finde ich, wenn auch wegen der Menge absichtlicher orthografischer "Fehler" anfangs etwas schwer zu lesen. |
| Seneca | "Hard to be a God" von den Boris und Arkadij Strugazki. Der Roman befasst sich mit dem inneren Konflikt eines Beobachters der mit einer Tarnidentität als Adliger auf einen fremden Planeten beordert wird er sich auf einer Mittelalterlichen Entwicklungstufe befindet. Ausgehend von diesem inneren Konfikt beginnt er zunehmend sich einzumischen bis er kurz bevor man ihn "zurückholt" zum "Messias" aufsteigt. |
| Prosperina | Vielleicht nicht ganz in dem Bereich, aber dennoch interessant: Robert Heinlein - Sternenkrieger. Hier wird eine militarisierte Gesellschaft dargestellt, bei der man nur Vollbürger mit Wahlrecht werden kann, wenn man sich dem Militärdienst stellt. Vor einigen Jahren wurde das mal als "Starship Troopers" verfilmt. Wenn man so will, geht es hier auch weniger um eine Utopie, sondern vielmehr um eine Dystopie, was in meinen Augen aber auch spannender ist als eine reine Utopie. H.G. Wells - Die Zeitmaschine. Auch interessant, was mit einer Gesellschaft, die sich zweiteilt, passieren kann. Thomas Morus - Utopia. Das war klar, oder? ;) Sehr empfehlenswert ist auch Philip K. Dick, besonders auch die Kurzgeschichten. Nicht alles, was er geschrieben hat, läßt sich als Utopie bezeichnen, aber einiges ist dabei, das nicht gerade angenehme Gesellschaftsbilder entwirft. |
| ConfusedPuppet | Vielen, vielen Dank für die Antworten. Jetzt hab ich ja einiges zu tun :D |
| Xenomorph | Jewgenij Samjatin - "Wir" William Golding - "Herr der Fliegen" Edward Bellamy - "Rückblick aus dem Jahr 2000" (Looking Backwards) William Olaf Stapledon - "Last and First Man" Ders. - "Star Maker" Isaak Asimov - "Foundation" - Zyklus Frank Herbert - "Der Wüstenplanet" (Dune) John Brunner - "Schafe blicken auf" Walter M. Miller jr. - "Lobgesang auf Leibowitz" Kurt Vonnegut - "Player Piano" Anthony Burgess - "Uhrwerk Orange" (Siehe auch Stanley Kubricks Verfilmung) Margaret Atwood - "The Handmaid's Tale" ...das wären so die, die mir jetzt spontan dazu einfallen - neben den ausgesprochenen Klassikern, wie Orwells "Animal Farm" und "1984", oder "Brave New World" von Huxley, die du wahrscheinlich bereits kennst... |
| evilgenivel | @Xenomorph: Mindestens "Herr der Fliegen" & "Der Wüstenplanet" würde ich nicht als Utopien/Dystopien benennen. Gerade der Wüstenplanet ist doch eher klassische SciFi. |
| Ardath Bey | Über Xenomorph's Liste sei gesagt, klasse Auswahl aber doch sehr klare SF. Jewgenij Samjatin - Wir ist allerdings PFLICHT für dieses Thema! Von meiner Seite würde ich Jack London - Die eiserne Ferse / In den Slums Carel Capek - R.U.R (deutsch W.U.R wenn ich mich nicht irre) (Rossum Universal Robots - dieses Satire Theaterstück etablierte den Begrif des Roboters = tschechisch unge. bezahlter Arbeiter) Robert Kraft - Die neue Erde (Dieser Roman ist nicht unbedingt eine Utopi aber Kraft leistet hier ein gigantisches Werk zum Thema Gesellschafts Konstrukte und Entstehung von Mythologie. Wer sich für Phantastik interessiert und Robert Karft nicht kennt sollte JETZT zum Buchladen gehen und seine unverzeihliche Wissenlücke stopfen. ;) ) vorschlagen. |
| Neurasthenio | Ernst Jüngers "Eumelswil" habe ich oben noch nicht gesehen - geht durchaus auch in die Richtung, allerdings eher aus individualistischer Perepektive. Zum Thema Infogesellschaft auch sehr zu empfehlen: Michael Weisser "Digit" - dürfte aber wohl nur noch antiquarisch zu bekommen sein. |
| Xenomorph | die Grenze zwischen Utopie im traditionellen Sinn, Antiutopie/Dystopie und SF ist in Einzelfällen aber schwer zu ziehen, weil gerade bei neueren Werken aus den genannten Gattungen die Übergänge sehr fliessend verlaufen - noch drei weitere wirkliche Klassiker hätte ich noch anzubieten: - Ignatius Donnelly - Caesar's Column - A Story Of The Twentieth Century - William Hope Hodgson - The Night Land - Edward Bulwer-Lytton - The Coming Race: Ein früher SF-Roman in der Tradition von Jules Verne und H.G. Wells - handelt von einer unterirdisch lebenden, dem Menschen weit überlegener Spezies, den Vril-ya, die sich eine bislang unbekannte Naturkraft, "Vril", als Energiequelle erschlossen hat, die die Vril-ya zu nahezu allmächtigen Gottwesen hat mutieren lassen...möglicherweise hat dieser Roman ein wenig sogar George Lucas beeinflusst, ähnelt jenes Konzept des "Vril" doch der "Macht" der Jedi-Ritter und ihrer dunklen Rivalen, der Sith, aus den "Star Wars"-Filmen... |
| Heph | Stanislaw Lem ist zu empfehlen vor allem "Der futurologische Kongress." Aldous Huxleys "Schöne neue Welt" ist auch nicht verkehrt der aber schon genant wurde. |
| da.sublime | Mir fällt zu dem Thema vor allem ein Buch ein: "News From Nowhere" von William Morris. Es hat mir persönlich sehr gut gefallen, deshalb hab ich es auch als Prüfungsthema gewählt. "Utopia" von Thomas Morus ist mir zu schulmeisterhaft und distanziert. "A Modern Utopia" von H.G. Wells oder "Brave New World" von Aldous Huxley sind ja auch Klassiker des Genres, wenn auch schon etwas älter. |
| drkFermentation | Das etwas andere: Ich würde dir bolo'bolo empfehlen, es ist zwar kein Roman im stil von schöne neue Welt oder Farenheit 451, aber allemal lesenswert: bolo`bolo ist ein Zukunftsbild in dem sich die Menschheit neu organisiert. Die Menschen leben in grösseren Wohngemeinschaften (bolos) an ca. 500 personen und leben dort ohne Staatsaparat. Die Textform ist eine art Sachbuch (jedoch leicht verständlich), eine Anleitung zum Aufbau dieser Bolos. Grüsse |
| windprinzessin | Vor ein paar Jahren haben wir im Unterricht Dystopien behandelt (u.A. "The Handmaid's Tale", "Stepford Wives") und darunter auch eine Kurzgeschichte von einer Autorin gelesen, die mir bis dato völlig unbekannt war: Shirley Jackson: Die Lotterie (dazu gibt es übrigens auch eine Verfilmung, die ca. 20 Minuten, glaub ich, lang ist.) Eine utopische Kurzgeschichte "für zwischendurch" sozusagen... ;) |
| LadyGwendoline | Versuch es doch einmal damit: Harry Mulisch "Die Prozedur" Mulisch greift die Thematik der Erschaffung eines Golems auf. Einem Wissenschaftler gelingt es, wie G'tt zu sein und toter Materie Leben einzuhauchen, doch sein eigenes Kind kann er nicht retten. Es hat jedoch schon metaphysische Züge, Interesse am Sefer Jezira und jüdischer Mystik vorausgesetzt. :) |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von ConfusedPuppet [/i] [B]Ganz vergessen - 1984 und die farm der tiere hab ich natürlich auch schon gelesen :D Was ich suche ist eben das - Gesellschafts/Politkritik die sich in einem fernen oder doch nicht so fernen Zukunftsausblick manifestiert. Werde mich direkt mal über deine vorgeschlagenen Bücher schlaulesen. Danke schonmal :) [/B][/QUOTE] Vor Jahren hätte ich abgewinkt, wenn mir jemand mit den Desperaten Hausweibern gekommen wäre, aber die intensivere Beschäftigung damit macht mir klar, dass man in den USA sehr viel am Zensor vorbei produzieren muss... Und die D.H. sind subversiv. Hometown, USA oder vielleicht Neustadt, Deutschland ist ein Hort des Verbrechens und der Absurdität. Dennoch gibt es ein Mittel um der Hoffnungslosigkeit zu entfliehen: Freundschaft. Irrationale, unbegründete Freundschaft. Sorry, Buch ist es eigentlich keines. |
| TheRaven | Als eine Utopie: Le Guin - the Dispossesed Einfach wunderschön - ab zum Mond ^^ |
| weisskreutz | Ein sehr guter dystopischer Roman ist "Vaterland" von Robert Harris. Er ist in einem alternativen 1964 angesiedelt und handelt von einem SS-Kriminalkommissar, der eine Mordserie an alten Nazibonzen untersucht, und dabei über politisch brisantes Material stolpert. |
| autumnnight | [QUOTE][i]Original geschrieben von weisskreutz [/i] Ein sehr guter dystopischer Roman ist "Vaterland" von Robert Harris. [/QUOTE] dem schliesse ich mich an.. total spannend - obwohl eigentlich ja ein bisschen was von einem krimi mit dabei ist.. |