| Lazerta | Hallo Naturliebhaber, als Stadtmensch möchte so bald wie möglich einen Garten pachten. Keinen virtuellen Garten a la "Farmville", sondern einen richtigen! =) Ich will viel Zeit und Anstrengung dem Anbau von Küchenkräutern, Obst, Gemüse und Rosen widmen, bin jedoch auf diesem Gebiet völlig unerfahren. Kennt sich hier jemand auf diesem Gebiet aus? |
| JohnSteed | Aus Gutartigkeit habe ich mal eine hochdotierte Ferienarbeit sausen lassen und den verwilderten Garten auf Vordermann gebracht. Am Ende gabs nach vier Wochen hundert DM.Super! Seit der Zeit arbeite ich an Plänen, alle privaten Gärten einebnen zu lassen. |
| M. Marinus | Dober dan und moin moin, aus meiner kurzen Erfahrung vom Hof kann ich Dir sagen: wichtig ist vor allem das Klima. Du hast in Hamburg weder viel Regen noch Schnee noch sibirische Minusgrade, also solltest Du problemlos Kräuter und Rosen ziehen können. Wenn Du Platz für Bäume hast, empfehle ich Apfelbäume, die sind relativ robust. Überhaupt ist Heimisches am besten, mit Exoten und ihren Empfindlichkeiten würde ich mich am Anfang zurückhalten. Lass uns bei Gelegenheit mal wieder schnaken, wie die Prüfungen liefen, ich bin am 16. August mit meinen und dem 1. Semester endlich durch. |
| Lazerta | @JohnSteed Erfahrungen sind unbezahlbar und Gartenarbeit macht doch auch unbezahlt, bzw. schlecht bezahlt viel Freude! =) Ich kann mir ganz gut vorstellen, dass man nach getaner Arbeit Stolz empfindet. Aber sicherlich hängt dies auch davon ab, ob man das Stückchen Erde, welches man stundenlang beackert hat, sein Eigen nennen darf. @M. Marinus Dober dan dir auch, was auch immer du damit sagen willst :D Mit viel Fantasie erahne ich aber ein freundliches Dzien dobry. Ich will dir keine Vorwürfe machen da ich selbst meinen chinesischen Nachbarn wohl ständig mit einem vermeintlichen "Hallo, wie gehts!" auf chinesisch beschimpfe. Glückwunsch übrigens zum Bestehen deines ersten Semesters. Die Hölle erwartet dich also noch ;) Ich hab übrigens noch einige Prüfungen vor mir. Ich schreibe diese jedoch erst in 1-2 Monaten. |
| JohnSteed | @Lazerta Ist schon in Ordnung, es gibt solche und solche Gartenbesitzer. Was ich halt gar nicht mag, sind Gartennazis. Jeder Garten braucht kreatives Chaos und die Vergewaltigung von Gärten mag ich nicht. |
| Odessa | Daran hab ich Schuld, kolega, hab ich doch Daniel erzählt daß guten Tag auf polnisch vermutlich sowas wie das (serbische? kroatische?) dober dan heißt. Er als Halbpole hat doch noch weniger Ahnung davon als ich mit meiner wenigstens Opa Popolski-Vorbelastung ;-) Garten und Pflanzen: unser Eigenversuch mit Gemüseanbau im Beet scheiterte kläglich. Du weißt, 330 Regen/Schneetage im Jahr, und speziell in diesem "Sommer" hatten wir bisher genau zwei Tage, an denen es überhaupt mal über 20 Grad warm war und gleichzeitig regenfrei, an erwähnten zwei Tagen. Alles ist also verfault und bei 0 Grad im Juli (nachts) erfroren. In Hamburg habt Ihr ja normales Wetter, sprich durchgehend ganze 1-3 Wochen ohne Regen wie ich weiß (Hannover ist eine ähnliche Wüstenzone laut Daniel), und schon ab Februar Temperaturen über Null. Du solltest also keine Probleme haben mit Kräutern, auch südländischen wie Basilikum, Oregano und Thymian-Arten, die viel Sonne und Wärme brauchen. Rosen - auch kein Thema, aber schau auf robuste und pilz/mehltauresistente Sorten, Rosen kriegen generell gerne Pilze, sobald es etwas feuchter ist (Küsten-Nähe bei Euch). Bunte Staudenmixe sind auch schön, a la Bauerngärten: viele Blumen in Blau darunter, z. B. "falscher" Enzian (eine Sorte Zucht-Enzian aus dem Gewächshaus, aber wunderschön anzusehen). Pflegeleicht sind Begonien und Petunien, toll in fast schwarzem Rot oder Aubergine, oder in kräftigem Lila im Mix mit reinem Weiß oder pfirsich-farbigen Blumen. Zierkohl zwischen Primeln, Kapuzinerkresse (leuchtend orange) und Stockrosen ist ebenfalls ein Hingucker und pflegeleicht bei Euren sonnig-trockenen Frühlings- bis Herbstmonaten, und auch Schlingpflanzen wie Clematis oder "Schwarzäugige Susanne" kannst Du leicht ziehen, erstere brauchen nur viel Schatten an der Wurzel und müssen da auch möglichst immer feucht, also täglich gut gegossen, sein (Clematis = Waldreben, also idealerweise auch untergepflanzt bei Bäumen, in deren Schatten ihre Wurzeln gut kühl und schattig gehalten werden). Obst: Himbeersträucher, Johannisbeere, Stachelbeere, Apfelbäume, auch als Säulenapfelbaum für "in den Kübel" - recht günstig in der Anschaffung (zwischen 4,90 und 23,90), tragen aber oft erst nach einigen Jahren und Bestäubung mit anderen Sorten (Apfelbäume) Früchte. Wir haben uns auch einen Weinstock gegönnt vor Jahren, der jetzt erst endlich mal soweit ist, daß er ansatzweise kleine "Trauben" zeigt... allerdings werden die aufgrund unseres Wetters hier und der fehlenden Wärme und Trockenheit ebenfalls nach ein bis zwei Wochen verfaulen. Du könntest es auch da besser haben, vor allem wenn Du den Wein (blaue oder weiße Trauben, preislich kein Unterschied) an die sonnigste und windgeschützte Seite des Gartens pflanzt und in der Jahreszeit, die bei Euch da oben dreist "Winter" heißt (lächerliche 5 Grad Minus und 20 cm Schnee, wenn überhaupt, an zwei Wochen mal im Dezember *g*), eine Schicht aus Stroh oder einen Jutesack um den Stamm in Wurzelnähe wickelst, als Winterschutz. Das würde ich generell auch bei allen Rosen empfehlen:-) John: 100 Mark - hach ja, die gute alte harte Währung ;-). |
| M. Marinus | Wieso so spät, die Prüfungen? Ist da schon wieder das Wintersemester bei Euch aus :D ? Darf ich hier off topic Gartenthema schnaken mit Dir? Ich riskiers mal. Ich habe die 2. Prüfung heute hinter mich gebracht, morgen früh kommt gleich die nächste. Ich habe also nur den heutigen Abend, um die 400 Seiten Stoff hierfür zu lernen. Das ist so unverschämt mit den Terminen, weil wir die schwierigsten 3 Prüfungen innerhalb dieser 5 Tage haben und nach dem WE am Montag die 4. Die leichteste mit am wenigsten zum Lernen folgt zuletzt und erst am 16. August. Es soll aber speziell im teuren Oberbayern jede Menge Studenten geben, die an jedem WE oder nachts nach der täglichen Uni arbeiten müssen, um u. a. ihre 560 Euro Studiengebühren und benötigten Bücher zahlen zu können. Die konnten allesamt aber wie ich auch ja erst nach der letzten Vorlesung am 29. Juli anfangen, für die unmittelbar anschließenden Prüfungen zu lernen. Danke auch für so viel durchdachtes und humanes Timing :q. |
| Lazerta | @JohnSteed Das finde ich auch. Ich kann den Gärten nichts abgewinnen, welche bis ins letzte Detail dem Idealbild einer Baumarkt-Werbebroschüre nachempfunden worden sind. Die Natur ist chaotisch und trotzdem kann man sich in ihr wohlfühlen. Wieso also nicht auch im Garten ein bisschen kreatives Chaos, indem man Wildwuchs ein wenig hier und dort wachsen lässt. Dein Begriff "Gartennazi" gefällt mir gut :) @Odessa Google spuckt mir bei dober dan "bosnisch" aus. Also um Polen und Bosnier unter einen Hut zu stecken muss man schon ziemlich mutig sein :D Und Opa Popolski stellt für dich noch immer das Klischee eines Polen dar? Und ich dachte, dass ich diese Rolle längst eingenommen hätte :( Dank dir übrigens für die vielen Gartentipps. Ich bin wirklich erstaunt wie gut du dich auskennst, obwohl bei euch so gut wie nichts wächst. Du bist somit - ob du nun willst oder nicht - meine erste Ansprechpartnerin wenn ich etwas über Pflanzen wissen will ;P Wenn ich endlich meinen Garten habe, lasse ich dir dann per Expressversand saftig rote Säulenäpfel, Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Kräuter, Kohl, Kapuzinerkresse und eine Rose zukommen :) Noch aber habe ich keinen eigenen Garten (nur den meiner Eltern, welchen ich allerdings nicht frei nach belieben mit Obst und Gemüsesorten besäen darf. Aber ich arbeite dran. @M. Marinus Ich habe die Prüfungen zum ersten Termin ein wenig zu locker genommen. Den Stoff eines Semesters für jeweils ein Fach innerhalb ein bis zwei Wochen nachzuholen ist nur schwer möglich. Du verstehst sicher was ich meine, wo du mir schließlich erzählst, dass du 400 Seiten Stoff innerhalb eines Abends zu lernen hast :D Und hats geklappt? Bei mir hat es jedenfalls nicht geklappt und nun habe ich den Salat und darf viele Prüfungen zum zweiten Termin nachschreiben :mad: Studiengebühren ist hier in Hamburg kaum ein Thema. Mir gefällt das Modell der Stundung, so dass ich diese erst nach dem Studium zurückzuzahlen brauche. Wenig ist es trotzdem nicht, vor allem in der Summe. |
| Odessa | Opa Popolski - den toppst Du sicher nicht, mein Waschbärli ;-)). Denn Du hast sicher weder "der Rock and Roll" erfunden noch warst Du därr ärrste Mänsch auf därr Mond :D. Wegen Garten - ich hab keinen Schimmer, im Ernst.. ich kann ja grad mal eine Rose von einer Clematis und eine Tulpe von einem Gänseblümchen unterscheiden, und das mein ich wirklich ernst. Die wenigen Pflanzen, die ich kenne und weiß, wie ich sie "halten" muß, sind die, die ich schilderte, und selbst da gelingt mir vieles nicht hier am Hof - ich dünge z. B. überhaupt nicht, weil ich mir immer denke: hey, in der Natur selbst gibt es das doch auch nicht, daß Mamma Natur jeden 5. Tag irgendeinen Dünger über all ihre Wälder, Wiesen und Blumenfelder streut. Ich wechsle nicht die Erde aus nach zwei Jahren, und ich schneide, wenn überhaupt, Rosen und Bäume dann zurück, wenn MIR danach ist, also wenn ich denke, daß ein Schnitt nötig wäre *g*. Also informier Dich besser bei einem wirklich Fachmann, der was von Garten und Pflanzen versteht, bevor Du Dir für 150 Euro irgendwelche altenglischen History-Duftrosen kaufst, die dann wegen meiner "Tips" nach zwei Wochen (ab)sterben ;-). Prüfungen: Marinus hatte heute die vorletzte, war die leichteste sagte er soeben beim Heimkommen. Am 16. dann die letzte, und dann endlich Sommerferien = im vierten Monat Dauerregen und Kälte eine Arche Noah bauen, für alle Fälle *zyn*. - Läut mal wieder durch wenn Du in Nähe eines Festnetzanschlusses bist, am besten in dieser Woche VOR 19 Uhr, da ist Marinus (noch) daheim, danach ist er bis 22.30 im Hotel am Arbeiten. Gruß vom Tegernseer Regental von mir, "jetzt auch bald mit Schwimmhäuten" ;-) |
| Odessa | PS: wegen des Stoffs... ich krieg das ja mit bei Marinus. Der hat nicht eine Vorlesung versäumt im Semester, war täglich von 7.30 bis 18 Uhr in jeeeder nur verfügbaren und für seine Richtung vorgeschriebenen Vorlesungen, er machte jede Übung mit und die Hausarbeiten sowieso, meist schon in den Pausen, weil er ja schlecht für eine Stunde Pause heimfahren konnte (bei zwei Stunden Hin- und Rückfahrt). Und trotzdem mußte er binnen nur 24 Stunden bis zur ersten Prüfung (nach Vorlesungs/Semesterende) diese 600 Seiten "zusätzlich" lernen, weil das der erst am vorletzten Tag mitgeteilte Stoff für diese Prüfung war. Ich finde das eine Frechheit ohnegleichen... wie kann ich Leute, die ohnehin über 60 Stunden in der Woche für die Uni malochen, nebenbei noch 20+ Stunden die Woche arbeiten und ab und zu wenigstens fünf Stunden schlafen müssen, so dermaßen schikanieren? Man hätte diese erste Prüfung auch statt am 1.8. halt am 4. oder 5. 8. halten können, und die folgenden mit zwei Tagen Abstand... dann wäre man auch beim 16.8. als letzten Tag vor den Sommersemesterferien angekommen, aber mit wenigstens humanen und realistischen Zeiten fürs Lernen dazwischen :rolleyes: :q. |