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  Forum: Auswege
    Thema: Eine erste Frage ...
Any BodyHallo allerseits,

in einem aktuellen Fall fehlt mir eine geeignete Anschrift, Kontaktadresse für nicht Selbstmordgefährdete, sondern für diejenigen, die ggf. mit einer schweren Krankheit und deren Folgen umzugehen haben..

Ist die Seelsorge immer der rechte Ansprechpartner auch im Umgang mit der Konfrontation schwerer chronischer Krankheiten?

Als Beispiel: wenn jemand eine Interferonkur anzutreten hat, treten hierdurch entsprechende Folgeerscheinungen auf, die zu behandeln sind, damit es nicht zum Letzten kommt. ...

Jemand der beispielsweise durch einen Unfall zum Rollstuhlfahrer wird, hat entsprechende Hilfe durch Selbstorganisationen der Rollstuhlfahrer nach einer eingehenden Reha... doch was ist, wenn man durch erblastig bedingte Krankheiten plötzlich in andere Lebensumstände gedanklich hereinmanövriert wird, sich hierauf einzustellen hat?... An wen sollten sich betroffene Personen wenden zuzätzlich zu der Betreuung durch den behandelnden Arzt? Bin an einer Stelle, wo ich als Freund keine Hilfestellung anbieten kann, da mich dieses Krankheitsbild zu sehr erschüttert...

Hat jemand möglicherweise einen ersten Tipp? Ist dieser Art Beitrag hier richtig?

Vielen Dank im Vorwege für etwaige Hilfestellungen...

Viele Grüße
Any B.
decay73Also: erster Ansprechpartner ist immer der Arzt. Der kann was machen und/oder jemanden zum Psychologen überweisen.
Und Selbsthilfegruppen machen v.a. bei chronischen Sachen evtl. auch noch Sinn. Da kann man sich dann ersteinmal mit Gleichgesinnten austauschen.
Ich mag die zwar nicht so, aber das muß jeder selbst entscheiden.
Im Internet gibt es zudem zu allem auch entsprechende Foren. Teilweise inkl. ärztlicher Betreuung.

In dem Fall, der mir recht gut bekannt ist, und wonach sich deine Beschreibung auch anhört, sollte man sich dann auch über eine alternative Medikation unterhalten.


[i]decay[/i]
Any BodyHallo decay,

vielen Dank für die Hilfestellung. Was für eine alternative Medikation wäre das? Momentan ist mir bekannt, dass Morphium als schmerzlinderndes Mittel eingesetzt wird, doch ob das etwas von Dauer ist, wage ich zu bezweifeln..

Grüße
Any B.
decay73Hmm, ohne jetzt gleich Medikamente besprechen zu wollen, aber wenns um Morphium geht war meine Vermutung wohl doch nicht so ganz richtig und ich kann zu Alternativen nicht viel sagen.
Aber im Allgemeinen hat man ja doch meist welche...aber das weiß der Doc am besten...
Any BodyVielen Dank decay für die Hilfestellungsversuche... vielleicht ist es für dieses Forum dann doch nicht so recht geeignet... doch es war zumindest irgendwie ein Lichtblick, diese Frage stellen zu können...

Vielleicht wäre es auch ratsam, bei der Seelsorge einmal anzurufen, vielleicht kennen die eine entsprechende Kontaktanschrift...

Möchte auch die Krankheit hier nicht öffentlich kundtun, da es nicht um mich, sondern einen Freund geht...

Grüße zur Nacht
Any B.
the nephilim[QUOTE][i]Original geschrieben von Any Body [/i]
[B]Hallo decay,

vielen Dank für die Hilfestellung. Was für eine alternative Medikation wäre das? Momentan ist mir bekannt, dass Morphium als schmerzlinderndes Mittel eingesetzt wird, doch ob das etwas von Dauer ist, wage ich zu bezweifeln..

Grüße
Any B. [/B][/QUOTE]

Zufällig gabe ich am Wochenende eine Bericht im Radio gehört, über den Begründer der Schmerztherapie. Sein Name ist mir entfallen.
Aer er beschrieb einen Fall, in dem ein ärztlich verschriebenes Cannabis-Produkt
ganz legal und erfolgreich zur Schmerzlinderung eingesetzt wurde.
FREI VON NEBENWIRKUNGEN !!!
Bei Interesse: GOOGLE !

the nephilim
Haevionnephilim: Ich selbst bin kein Mediziner, in dieser Hinsicht also nicht fachkundig, könnte mir jedoch vorstellen, dass eine Schmerzlinderung über den Einsatz von Cannabis nur bei bestimmten Krankheitsbildern, bzw. generell nur bedingt möglich ist. Morphium ist das stärkste Opiumalkaloid. Außerdem wirkt Cannabis auch als "Kicker" für Opiate, soweit mir bekannt - es können also unter Zugabe weiter Medikamente, so auch bei Morphin, starke Nebenwirkungen auftreten; wenn ich eine Alternative zur Schmerzlinderung suchte, dann wäre das sicherlich nicht Cannabis.

Das nur von meiner Seite, ich hoffe, der Beitrag steht hier nicht falsch.
gin'iroWie auch immer, ob ein Produkt auf Cannabis-Basis angezeigt ist, kann letztendlich nur der behandelnde Arzt entscheiden.

Opiate/Morphium fallen auch (so, wie Cannabisprodukte) unter das BTM und werden z.B. in der Krebstherapie auf BTM-Rezept verordnet, insbesondere in der terminalen Phase.

Deshalb @Any Body, am besten mit einem fachkundigen Mediziner reden und bei Bedarf zwei Meinungen einholen.
AlienSexFiend[SIZE=1]...ich finde ihn sehr wohl falsch...was bringt es denn bitte wenn hier Menschen noch mit irgendwelchen [i][b]Mutmaßungen[/b][/i] verunsichert werden...?!?[/SIZE]

...ich hab übrigens eine Bekannte, die sowohl Morphine als auch Medikamente auf Cannabis-Basis nimmt...ha! ...und jetzt...?


...letztendlich bleibt Any bzw. dem Bekannten eh nichts anderes übrig als mal den Arzt danach zu fragen, ob solche Medikamente in speziell [i][b]diesem[/b][/i] Fall angebracht sind oder nicht...



[SIZE=1]...und ihr Mods könntet gleich mal eine weitere Regel aufstellen, dass man sich so Sachen wie [i]"hätte, wäre, könnte"[/i] (sprich: Mutmaßungen, die eh keinen weiterbringen) sich hier gleich schenken kann...[/SIZE]
the nephilim@ all

Das Einholen von (mindestens) zwei Meinungen kann ich nur unterstreichen.
Oft haben die Ärzte ihre Fachgebiete. Sie verweisen aber gerne bei Nachfragen, auf bekannte Spezialisten.
Ich möchte betonen, daß der erste Weg der Diagnose stets zu eine Mediziner führt.
Zu alternativen Heilungsmethoden/Therapieformen kann sich dann jeder selbst entscheiden.

the nephilim

danke für euer Engagement...
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von AlienSexFiend [/i]
...letztendlich bleibt Any bzw. dem Bekannten eh nichts anderes übrig als mal den Arzt danach zu fragen, ob solche Medikamente in speziell [i][b]diesem[/b][/i] Fall angebracht sind oder nicht... [/QUOTE]Das ist richtig. Die Entscheidung treffen kann letztendlich nur ein behandelnder Arzt, der mit dem konkreten Fall vertraut ist.

[QUOTE]... und ihr Mods könntet gleich mal eine weitere Regel aufstellen, dass man sich so Sachen wie [i]"hätte, wäre, könnte"[/i] (sprich: Mutmaßungen, die eh keinen weiterbringen) sich hier gleich schenken kann...[/QUOTE]Woher weißt du, dass sie keinen weiterbringen? Immerhin haben sie hier zu dem Gedanken geführt, den Arzt nach anderen, alternativ möglichen Medikamenten zu fragen.
AlienSexFiend...ich meine eher so Sachen wie "ich hab zwar keine Ahnung aber ich stelle einfach mal diese und jene Mutmaßung über Medikamt XY in den Raum"...


...wo bitte ist der Sinn, wenn jetzt z. B. fünf verschiedene Leute fünf verschiedene [i]Mutmaßungen[/i] über Medikamente abgeben wie es denn vielleicht wirken könnte und wie nicht...?

...sowas ist und bleibt allein die Aufgabe der Ärzte...
myhnamutmaßungen bringen keinen was, das verunsichert nur...

ein morphin in einer gescheiten schmerztherapie angewendet ist nur halb so schlimm wie's klingt...
aber um fundierte antworten zu bekommen fragt man besse den arzt/apotheker/krankenschwester/altenpfleger seines vertrauens!

was seelsorge angeht weiß ich leider nicht wirklich bescheid (auch wenn ichs mir wünschen würde...), aber einfach mal auf einen arzt zugehn und fragen kann ja nicht schaden!

viel erfolg
µ
LaChattesich in solchen Fälle psychologisch oder seelsorgerlich betreuuen zu lassen, halte ich grundsätzlich neben der medizinischen Betreuung für eine gute Idee. Wenn ein Mensch lernt, mit seiner Krankheit umzugehen, kann das die Lebensqualität bedeutend steigern.

mit Adressen kann ich leider nicht helfen, da doch eine psychologische Behandlung unter anderem auch sehr stark darauf aufbaut, dass zwischen Klient und Therapeut auch die Chemie stimmt. Da muss man am Wohnort suchen, sich umhören und ausprobieren, wer passt.
Any BodyHallo ihr Lieben,

habe eure Vorschläge gestern mit meinem "Bekannten" besprochen und vorsichtige Versuche unternommen, ihm und mir zu erklären, warum ich damit so schwer mit seiner Krankheit umgehen kann.... er sagte, er habe bereits vier Ärzte konsultiert und alle haben ihm Ähnliches prognostiziert.... habe ihm euren Rat weitergegeben, wenn es zum Äußersten kommt, es zusätzlich mit einer Therapie zu versuchen... ... ich glaube, er hat starke Schmerzen und nach dem Gespräch könnte ich mir vorstellen, dass er anfängt, diese mir gegenüber nicht mehr zu zeigen, was ich für einen Fehler halte, denn in sich zu oft und zu lange Hineingrübeln belastet die Psyche...

.... doch vielleicht mache ich mir auch zu viele Gedanken und irre mich mit meinen Annahmen...

Danke Euch allen für die Hilfestellungsversuche und die Möglichkeit gemeinsam nach Auswegen im Umgang mit dieser Krankheit zu suchen...

Grüße zur Nacht
Any B.
hagzissa13[QUOTE][i]Original geschrieben von Any Body [/i]
[B]Hallo decay,

vielen Dank für die Hilfestellung. Was für eine alternative Medikation wäre das? Momentan ist mir bekannt, dass Morphium als schmerzlinderndes Mittel eingesetzt wird, doch ob das etwas von Dauer ist, wage ich zu bezweifeln..

Grüße
Any B. [/B][/QUOTE]


In Deutschland etablieren sich (endlich) nach und nach Schmerzspezialisten, meist Anästhesisten mit der Zusatzqualifikation "Schmerztherapie".

Welche Medikamente in welcher Applikationsweise verabreicht werden und welche schmerztherapeutischen Verfahren angewendet werden, wird individuell entschieden und auf den Patienten maßgeschneidert.

Morphium als Dauermedikation für Schmerzpatienten ist durchaus sinnvoll und wird erfolgreich angewendet, entweder durch lang wirksame Präparate (sog. "Retardpräparate"), Hautpflaster, die alle zwei bis drei Tage gewechselt werden, oder implantierten Schmerzpumpen, die kontinuierlich das Schmerzmittel in den Körper abgeben. Bei weiteren Fragen zur Schmerztherapie stehe ich gerne zur Verfügung.


Hagzissa
Any BodySchmerztherapie mag eine Behandlungsmethode sein, um die auftretenden Schmerzen zu lindern, doch auf lange Sicht denke ich, wird Morphium nicht helfen können, wenn die Krankheit voranschreitet und ihren Obulus einfordern wird. Die Ärzte haben es prognostiziert... er wird mit den Folgen der Krankheit irgendwann konfrontiert werden und hat sich über kurz oder lang mit den Folgen abzufinden... Was kann man als Nicht-Betroffene/-r tun? Entweder man steht das gemeinsam durch und ist da, wenn es soweit ist, oder man dreht sich um... oder?

Es ist doch vergleichsweise ähnlich mit alten Menschen, sie werden krank und werden irgendwann ins Heim gesteckt um dort zu sterben, weil die Familienmitglieder nicht in der Lage sind, sich, wie einst, um die Ältesten zu kümmern. ...

Vielen Dank für die Aufklärung und das Hilfsangebot, hagzissa13, mein Bekannter sagt, er sei in Schmerztherapie. ...

Ich denke, dass mehr als die gedankliche Unterstützung/ Anteilnahme und die Ratschläge Eurerseits zu diesem Thema nicht möglich sind ...

Grüße
Any B.
MontroseMan solte die Gabe von Schmerzmitteln wie Morphinen bei Erkrankungen nicht als Makel sehen. Es ist eine ganz andere Situation als bei einem Junkie, der gesund ist. Sogar bei (scheinbar) "geringfügigen" Schmerzerkrankungen geht der Trend zur liberalen Gabe von starken Schmerzmitteln, weil sich sonst ein "Schmerzgedächtnis" etabliert. Das bedeutet: wenn Schmerz nicht bekämpft wird, dann prägt sich das Gehirn den Schmerz ein und empfindet Schmerz, auch wenn überhaupt keine Ursache mehr dafür gegeben ist.

Schmerzmittel dienen dazu, unnötiges Leid zu vermeiden und den Betroffenen überhaupt in die Lage zu verstezen, sich mit seiner Situation auseinanderzusetzen. Wenn jemand schmerzfrei ist, dann kann er das besser, als wenn er furchtbare Schmerzen hat.

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