| MirrorOfPain | Hallo ihr, ich weiß nicht, wie ich dieses Gefühl beschreiben soll, aber ich fühle mich im Moment wirklich von allem überlastet. Vor 3 Wochen habe ich meine Ausbildung zur Arzthelferin angefangen. Die Arbeit macht riesen Spaß , doch wenn ich abends heimkomme und vor Müdigkeit kaum noch stehen kann, denk ich mir schon, ob es wirklich das ist, was ich will. Ich arbeite, wie schon gesagt, sehr gerne in dieser Praxis, komme auch mit allen Kolleginnen super klar, alle sind nett, auch die Chefs (ich habe 3) nehmen sich Zeit um mir alles zu erklären..aber trotzdem würde ich gerne mehr leisten, ich denke manchmal ich wäre allen etwas zu viel.. es gibt Sachen die ich nach dem 3ten mal Erklären einfach noch nicht verstanden habe, obwohl es total simpel ist. Dann ärgere ich mich, weil ich so lange brauche.. Letzte Woche war ich so fertig, weil ich von mir selbst zu viel fordere, dass ich einfach umgekippt bin. ... Es läuft doch alles super, ich hab ne Ausbildungsstelle, was wirklich nicht viele von sich behaupten können bei dieser Arbeitsmarktsituation... Mit meinem Freund läuft auch alles perfekt, zu Hause gibts keine Probleme. Aber ich fühl mich nicht glücklich. Ich bin das nicht gewöhnt, von 7 Uhr morgens bis halb 7 Uhr abends nicht zu Hause zu sein.. Mir fehlt einfach was. Einfach abends rumzusitzen und sich zu denken "morgen mach ich einfach mal gar nix.".. Obwohl mir die Arbeit wirklich spaß macht, fällt es mir schwer morgens aufzustehen und mich drauf zu freun... Manchmal lieg ich nachts bzw morgens im Bett und muss einfach flennen, weil es mir so schwer fällt, mich an alles zu gewöhnen. Aber nach 3 Wochen sollte ich mich doch schon ins Arbeiten eingelebt haben? Ist das überhaupt normal, dass ich so depressiv bin, trotz meiner guten Lebenssituation? Und jetzt ist wieder Sonntag und ich denke mir, dass das Wochenende zu kurz war. Das, was ich unter der Woche nicht erledigen konnte, konnt ich am WE auch nicht wirklich erledigen, weil mir die Zeit nicht reicht. Jetzt hock ich hier, kurz vorm heulen, morgen gehts wieder los. 5 Tage nur zum pennen zu Hause sein, weil ich nach dem Arbeiten gleich schlafen gehe, und den Tag über arbeiten . Ich weiß einfach nicht, wie ich mich trösten soll. Die Lehre breche ich unter keinen Umständen ab... Ist das wirklich normal, nach 3 Wochen so zu denken? Was würdet ihr tun? :( Ich hab ein richtig schlechtes Gewissen...ich sag sowas, anstatt froh zu sein ne Arbeit zu haben :( Danke im voraus mirror |
| fraeulein grau | puh, du armes! klar ist es hart, plötzlich zwölf stunden auf den beinen zu sein jeden tag, vor allem, wenn man das nicht gewöhnt ist.. da ist es verständlich, dass du nicht ganz auf der höhe bist. ist doch'ne ziemliche umstellung, und das strengt an. zumal man am anfang auch noch furchtbar nervös ist, und "drei wochen " ist noch ziemlich sehr am anfang.. ich denke, du machst dir zu viele sorgen- du bist in der ausbildung, du bist zum lernen da und musst nicht alles auf anhieb perfekt beherrschen, kann keiner erwarten. frag' nötigenfalls eben zehnmal und versuch, dich zu entspannen.. du bist nicht der erste neuling für deine kollegen, die kennen das schon. und scheinen auch ganz nett zu sein.. wichtig finde ich bei mir selbst, dass ich darauf achte, anständig und ausreichend zu essen, das vergess' ich in stressphasen leicht, ist aber unbedingt notwendig, sonst ernähr' ich mich irgendwann nur noch von kaffee- ganz böse, sowas, da klappt man zusammen. und'n sport als ausgleich, mindestens einmal die woche ordentlich schwimmen, radfahren, joggen, sporteln bis man schwitzt eben. klingt doof, ist aber so- körper muss fit sein, auch wenn die zeit knapp ist. dann geht das bei mir ganz gut.. aber gewöhn' dich erstmal ein. hugh, ich habe gesprochen. |
| Cold Rain | Also ich kann mich fraeulein grau nur anschließen. Ich denke, drei Wochen sind nicht zu lang, um sich an so eine Umstellung zu gewöhnen. Als ich gute zwei Wochen lang Praktikum hatte, auch oft 12 Stunden Arbeit, war ich auch rappelfertig. Gib dir mehr Zeit für die Veränderung. Und mach doch abends noch irgendwas entspannendes, ein warmes Bad und ein Tee ist immer gut. Dann kannst du besser abschalten und bist nicht nur zum schlafen zuhause. Alles Gute wünsch ich dir :) |
| fraeulein grau | und nicht so viel fernsehen! das ist 'ne böse falle:man glaubt es entspannt, aber man hängt nur 'rum und das macht nix besser. kommt sowieso nix neues und man vergeudet 'ne menge zeit damit, in der man richtig schlafen, schön essen, spazierengehen oder sonstwas* machen könnte. wenn der zeitplan eng ist, schafft man fernseher am besten ganz ab. klappt bei mir prima ohne, und wenn ich's mal brauche, geh' ich zu irgendwelchen freunden und schau mit denen zusammen fern. ist sowieso lustiger. *(oh, ja: ich empfehle sonstwas! du hast doch'n freund?regelmässig sonstwas schafft zusätzlichen körperlichen und seelischen ausgleich. soll er dich halt'n bisschen verwöhnen, auch allgemein, wenn du's grade stressig hast.) |
| fraeulein grau | falls er nicht von selbst drauf kommt, sag's ihm. klingt falsch, ich will hier nicht unbedingt zu orgien aufrufen (doch, ich will! aber eher allgemein und nicht nach langen arbeitstagen), ich meine, wenn du mal ins kino willst, kannst du ihn karten holen schicken, lass' dir die füsse massieren, teechen kochen, was dir halt spass macht. üblicherweise machen die jungs das mit, wenn man sie auch manchmal drauf hinweisen muss. sag' ihm, tante grau hätte das gesagt. |
| MirrorOfPain | Danke erstmal für die Antworten! Mein Freund gibt auch sein Bestes, aber ihm geht es nicht anders als mir , er muss eben auch arbeiten. Am Wochenende ist er immer bei mir, dann machen wirs uns schon gemütlich mit Tee/Kaffee ect.. Ich habe im Moment kaum Lust für irgendwas (dazu gehört auch "sonstwas"... Mir fehlt die Lust..). Auch Sport is mir zu viel. Mich dazu zu zwingen wird schwer, aber vielleicht hilfts wirklich, wenn ich mal Joggen geh oder so und den Frust "weglaufe". Und ja, was das Essen betrifft - deswegen bin ich auch umgekippt. Hatte 1 Woche kaum was zu mir genommen und auch zwischenzeitlich das Trinken "vergessen". Meine Mutter hatte sich Sorgen gemacht und mir gleich diese"Globulie" gekauft. Das sind diese Zuckerkügelchen. Keine Ahnung, was da drin ist, jedenfalls sind die homöopathisch und sollen gegen den seelischen Stress etwas helfen. Ich glaube/hoffe jedenfalls mal, dass sie helfen und es fing auch an zu wirken, doch ich glaub sonntags haben netmal plazebo-medikamente Lust zu wirken. Naja noch wenige Stunden und ich muss wieder arbeiten... Irgendwie bin ich auch etwas frustriert, weil alle anderen noch Ferien haben, nur ich geh ackern löl. Naja dafür müssen die noch 3 Jahre zur Schule und kommen teilweise genauso spät heim wie ich... Nochmal danke, für die Antworten und Ratschläge. Mir hats schon geholfen, mal alles aufzuschreiben! Werd jetzt schlafen gehn. gute nacht mirror |
| Aurra Sing | ich fands auch hart, morgens raus, abends wieder da, essen, für die ausbildung lernen ect. und ins bett. das fünf tage lang, immer dieser eintagstrott. oft war es so das ich geheult habe, war total fertig, habe immer gesagt ich kann das nicht mehr schaff das nicht, dieses wochenende setzte ich allem ein ende. dann wurde ich immer kranker, starke rückenschmerzen, magenschmerzen, migräne, wie oft war ich in der zeit beim arzt, er arzt war so gut und hat mich krank geschrieben, es gab auch situationen, da bin ich in die richtung meiner arbeit gefahren, ich war meistens mit fahrrad unterwegs und abgebogen kurz vorher, zum tante ema laden gefahren, nen brötchen gekauft und gewartet bis meine mutter arbeiten war, dann bin ich nach hause, habe im betrieb angerufen und mich krank gemeldet. die woche sah meistens so aus zwei tage krank drei tage da. fünf monate war ich da, dann habe ich gesagt ich will nicht mehr, es war nicht nur die wirklich körperliche anstrengung, der unterricht war die hölle, die meisten meiner arbeitskollegen hatten eine bessere schulausbildung, wir waren 11 azubis. der unterricht fand in dem betrieb im konferenzraum statt. versuchwesen, rechnungswesen, chemie, biologie, ich packte es nicht, ich hab meistens abgeschrieben, gespickt. zum schluß waren die aus meinem lehrjahr etwas traurig wollten mich übereden zu bleiben, aber ich glaube dann hätte ich mich wirklich erhängt oder wäre gesprungen. auch die mitarbeiter fanden es schade das ich gehe, da sie immer meine arbeit lobten, im labor hatte ich mich immer gut mit der labor-chefin unterhalten, mit ihr über das mobbing unter den azubis gesprochen, ich fands toll da, im trocknen, warmen, während die anderen auf dem acker nach pflanzen durften. nur waren die schönen tage zu wenige das sie die scheiß stunden, an der sackreinigungsmaschine und auf dem lehmigen feld vergessen lassen, es wären nur zwei jahre gewesen und ein halbes jahr in gießen anner uni und in münster die prüfung, dann wäre ich landwirtschaftliche technische assistentin gewesen und dann?! auf dem kennlern party, veranstaltet von dem 2 lehrjahr, brachte eine dame die ebenfalls in dem gleichen lehrjahr wie ich war in erfahrung das es scheiße für die fertgigen aussieht und genauso war es, keine zukunft, keine anstellunganschließend gefunden, die fertigen azubis halfen aus, weil sie keine arbeit hatten. im februar habe ich auf gehört, sonst hätte ich mit helfen müssen bei der horror pflanzaktion im frühjahr, tausende rapspflazen nachpflanzen per hand. und die kündigungsfrist von vier wochen... ich wollte weg.. ich habe es nicht bereut, die schlechte laune und die deppris sind deutlich besser, jetzt putze ich und verdiene besser als zuvor. ich habe dran gedacht nun eine ausbildung als gebäuderenigerin zu machen, dafür braucht man den hauptschulabschluß und den kann überbieten. kopf hoch, du bist stärker als ich, du willst lernen und verstehen, ich war zu schnell bockig. du schaffst die ausbildung und die umstellung, sicher! lg aurra |
| Frostwyrm | Eventuell ist das nicht nur auf Überarbveitung, sondern auch auf Mangelerscheinungen (Eisenmangel) zurückzuführen. Der macht mich nämlich immer ziemlich fertig, meine Mutter ist auch immer sehr KO, sobald der Eisenwert im Keller ist. |
| WerwolfHN | geht mir genauso,nur das ich selbständig bin und nie genug arbeiten könnte,ich hab von der ganzen scheiße so dermassen die schnautze voll das ichs am liebsten einfach hinschmeißen würde,nur dann fehlt halt das geld,mir fiel auf das ich eher eine seelische ermüdung habe die dann aber auch aufs körperliche zurückschlägt |
| MirrorOfPain | Hallo! Ich wollte mich nur nochmal melden. Mittlerweile gehts mir schon besser. Kann auch wieder mehr essen. :) Das mit dem Sport als Ausgleich hat mir sehr geholfen, auch wenn ich mich manchmal dazu zwingen musste. Aber da wir in der Praxis auch gleich einen Krankengymnasten haben, konnte ich in der Mittagspause die Geräte benutzen (Stepper, Trimmrad ect.) . @Frostwyrm Ich habe mich auch bei der Heilpraktikerin erkundigt und sie meinte auch , dass die Depressionen eventuell auch mit dem Eisenmangel zu tun haben können.. @Aurra Sing: Was war das für ein Beruf, den du gelernt hast? Klingt interessant. Hast du schon eine neue Stelle gefunden? Viel Glück übrigens Nochmals danke für alle Antworten! lg mirror |