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  Forum: Auswege
    Thema: Was tun gegen Gefühlarmut?
BeowulfNabend,

heute ist, zumindest im Rahmen meines kleinen Lebens, eine Katastrophe geschehen. Viel euphemistischer kann ich es wohl nicht nennen.
Nun, eine Schilderung der Ereignisse würde vielleicht sogar das eine oder andere Herz erweichen, aber das ist nicht meine Absicht.
Mir geht es um Folgendes: Ohne jede Selbstschmeichelung behaupte ich von mir, einen sehr reduzierten Schatz von Gefühlen zu haben. Im Allgemeinen ist das für mich ein Segen, oder doch zumindest etwas womit ich gut Leben kann. Aber selten, empfinde ich es doch als Verlust. Nun besagte Katastrophe löste in mir Gefühle aus. Dass muss sie unweigerlich. Ich muss sogar gestehen, dass es unmoralisch von mir wäre, wenn ich dabei nichts empfinden würde. Trotz meiner Gewissheit dass mich dieser Schlag schwer traf, fühle ich dennoch nichts. Abgesehen von einer gewissen Unruhe, den Impuls ständig etwas zu tun, sich ständig mit etwas Auseinander zusetzten, sonst aber nichts. Ich bilde mir ein schwach in mir so etwas wie Hass zu fühlen, oder Trauer, oder Verzweiflung, ich weiß nicht. Ich weiß auch nicht ob das echt ist, oder nur eine herbeigesehnte Selbstäuschung.
Meine Unzulänglichkeit mich mit den negativen Gefühlen auseinanderzusetzten beschäftigt mich. Ich glaube nicht dass es psychisch Gesund sein kann. Und habe in gewissen Formen sagen wir extremen Verhaltens darin auch Bestägigung gefunden.
Ich habe schon vieles Versucht, Alkohol, Malen, Mathematik, Meditation, Nachdenken, Schreiben, Sport, Streiten, Yoga, und was weiß ich für einen Unsinn. Aber ist als würde ich einen ausgedörrten Schwamm versuchen auszuringen.
Nach dieser Einführung: Hat jemand irgendwo da draußen, irgendeine Idee?
Surrealwann hast du das letzte mal einfach versucht zu lieben?!
BeowulfEine nicht einfach zu beantwortende Frage. Aber ich kann sagen, dass ich von der Liebe nicht sehr viel halte. Ich glaube nicht dass für jeden Menschen die Liebe wirklich etwas so glückseeliges ist, wie es gerne verkauft wird.
Und ich finde es unmoralisch zu lieben um damit mein Wohlbefinden zu steigern. Außerdem will ich keine Verantwortung mehr für andere Menschen übernehmen.
mcbeardas kenne ich.. dann kam ein engel und gab mir gefühle...

ich wurde dazu gezwungen. von mir aus hätte rein gar nichts
geholfen... nur durch diese beziehung will ich auch wieder liebe mit
einem menschen leben. mich vervollständigen, weil es nichts schöneres gibt.
einen rat...
werd ich dir wohl nicht geben können.
doch eine sache gibts.
versuche menschen um dich herum wirklich zu verstehen.
versuche dich in andere leben einzufühlen.. das wäre eventuell ein schritt dahin.
Surrealmusst du nicht

...vielleicht ist das jetzt sehr subjektiv...aber ich glaube an die liebe als ein gefühl, dass zwar von hass ueber zorn und ohnmacht bis hin zum hoechsten gluecksgefuehl alles in sich traegt
dass uns aber glücklich
unser leben ein stückchen besser macht
...und liebe heisst nicht, einen menschen zu finden, erst recht nicht ihn zu besitzen

ich zum beispiel "liebe" ein alte eiche, die in der nähe des hauses meiner eltern steht
als kind fühlte ich mich wohl und spielte dort
heute gibt mir ihr aussehen, ihre tiefe verwurzlung im erdreich viel kraft

natürlich hilft dass nciht über alles hinweg
trotzdem..liebe tut gut, oder nicht?!
warum dir nicht?!
BeowulfNagut, auch wenn es naiv klingt, ich wills mal versuchen. Solange ich es alleine bewerkstelligen kann, spricht nichts dagegen.
Danke für die Mühe.
Peaceful Sheephmmmm, Beowulf, jetzt sind wir ja in anderen threads schon gehörig gegeneinander gekracht, aber das hier is doch was anderes...

ich weiß ja nicht, was deine katastrophe war, aber ich kenne es von mir: es war zu bitter, als dass ich damit klar kam. also wusste ich zwar, dass ich was negatives fühlen müsste, da war aber nix. das nennt man wohl ausgebrannt. ich hab's mühsam gelernt, auch diese gefühle wahrzunehmen, denn sie sind schon da - nur eben unterdrückt. bei mir war der schlüssel nicht liebe, sondern vertrauen und loslassen. erst als ich keine angst mehr vor mir und meinen negativen emotionen hatte, konnte ich diese auch mal zulassen. ich habe gelernt, bewusst die totale kontrolle über mich aufzugeben und das chaos ein stück weit zu akzeptieren.

ich hab das nicht alleine geschafft und glaube, dass es sehr schwer ist, alleine da raus zu kommen.
Gr. Gaulichter@Beowulf
vielleicht kannst du versuchen, den begriff "lieben" weiter zu fassen und nicht nur auf zwischenmenschliche liebe zu reduzieren. es gibt auch die liebe zu dingen, situationen etc., die man heutzutage aber nicht mehr als "liebe" bezeichnet (weil das nicht schicklich ist). es gibt situationen, die dich emotional berühren... und darüber darfst du dann nachdenken.

gg.grüße
Odessa---
Und ich finde es unmoralisch zu lieben um damit mein Wohlbefinden zu steigern. Außerdem will ich keine Verantwortung mehr für andere Menschen übernehmen.
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Ich halte diesen ersten Satz für wahnsinnig emotional. Es klingt nach jemand, der extrem sensibel ist (war?). Du findest es unmoralisch, Gefühle zuzulassen, weil Du selbst dadurch glücklich sein könntest, Dich wohl fühlen würdest, auf "Kosten eines Anderen", habe ich das richtig verstanden..? Das erinnert mich an die "Denke" eines sehr engen Freundes, der auch der Meinung ist, es "stünde" ihm nicht zu, zu lieben, da er sich dadurch "bereichere", mit/durch einen anderen Menschen. Soviel Selbstlosigkeit und Verantwortungsgefühl hat kein Mensch, der ein gefühlloser oder "kalter" Automat ist. Für gewöhnlich sind Menschen, die von sich behaupten, sie wären nicht emotional oder "arm an Gefühlen" genau das Gegenteil: es sind die sensibelsten, empfindlichsten und feinsten Charaktere überhaupt - hat man erst mal ihre Eismauer, ihre Verteidigung, ihren Schutzwall, durchbrochen. Wo Frauen überwiegend weinerlich und extrem extrovertiert werden, werden manche Männer dann sehr kühl, zynisch und unnahbar - verschiedene Verhaltensweisen, das Problem ist das Gleiche...

Du klingst in vielem, was Du schreibst hier (ich verfolge sehr interessiert Deine Beiträge, gestehe ich), sehr sarkastisch, fast schon zynisch... und doch immer sehr sachlich und durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Ich halte Dich - soviel man nach wenigen Sätzen Gelesenem eines Fremden "vermuten" kann - auch für sehr intelligent. Schwierig, hintergründig, sarkastisch, aber eben auf hohem Niveau. Der Verstand, der dem Gefühl somit immer im Weg steht.

So ein Mensch hat es sicher schwer, sich auf die "Niederungen" der eigenen - unkontrollierbaren - Emotionalität einzulassen. Zuzugeben, daß etwas "weh tat", ausgelöst durch einen Anderen, was ja bedeuten würde daß dieser Mensch "Macht" über einen hat. Kontrollverlust.

Ich weiss Dir keinen Rat, ich würde Dir gerne einen geben...aber ja, dazu müßte ich tatsächlich etwas mehr wissen über das Ereignis gestern.

Der zweite Satz - nicht "mehr" Verantwortung übernehmen. Auch sehr interessant. Du hast es also mal getan, Verantwortung übernommen. Warst da für jemand, hast geliebt (?). Und das vermutlich nicht wenig...

Ich wünsche Dir alles Gute, und würde mich freuen, wenn Du "das Ganze" noch näher schildern würdest.

Gruss,
o.
MagnusCaudar(BwSo ... Nach dem ich diesem ganzen Schwachsinn ( Nur meine Persönliche Meinung ) gelesen habe bringe ich mal einen neuen Standpunkt mit ein ...

Es ist unnötig sich an solche kleinen Hoffnungen und Wunschträume zu klammern ... Wenn es dir an solchen Gefühlen fehlt dann ist das "gut" so ... Es kann nur von Vorteil sein zu wissen welche Gefühle wirklich die eigenen sind ...

Anstatt sich an solche moralischen Ideale zu klammern sollte man seine eigenen Werte anhand dessen bestimmen was man über sich weiß ...

Ach ja ... Übrigens ... Dieser Impuls zur Handlung , das nennt man schlicht und einfach Leidenschaft ,...
WerwolfHNhmmm es gibt also doch noch leute wie mich....
soleilHm, ich denke, wenn einem etwas zu unerträglich erscheint und man keinen Ausweg aus einer Situation sieht, kann es passieren, dass man seine Gefühle unterbewusst "abstellt" um nicht mehr leiden zu müssen.
Myschkin...ich glaube nicht, daß man sich dazu bringen kann, etwas zu fühlen, das klingt auch schon so künstlich... aber Du hast sicher
eine Menge Schichten über Deine Gefühle gepackt, vielleicht
auch um Dich zu schützen, so im Laufe der Zeit, das kenne ich von
mir selbst.
Es wird vielleicht eine Situation kommen, dann bricht das auf. Und
Du wirst ziemlich überrascht sein.
DarkwingsTach
Eines vorweg ich habe nur den ersten Beitrag gelesen und bin froh das es soetwas noch einmal giibt. Mir ist nun letztens auch so eine Katastrophe passiert. Eine sehr gute FReundin von mir ist gestorben, das Problem ist .. Ich empfinde keine Trauer oder Wut oder Entäuschung, nicht einmal Verzweiflung. Ich komme mir mies vor weil es doch eigenrtlich genau anders sein müsste. Auch hatte letztens mein Freund gedroht mit mir Schluss zu machen seltsamerweise war mir das auch total Egal. Ich meine ich habe schon beide Fälle realisiert nur ich kann einfach keine Gefühle egal für welches Problem aufbringen. Einerseits denke ich es ist ein Segen doch andererseits macht es mir Angst so abgestumpft zu sein. Ich glaube wenn mein Vater sterben würde wäre ich binnen einer Woche drüber hinweg. Ich verstehe das nicht was soll ich machen???
Cyan Kali[QUOTE][i]Original geschrieben von Beowulf [/i]
[B]Nach dieser Einführung: Hat jemand irgendwo da draußen, irgendeine Idee? [/B][/QUOTE]

hallo!

-> [URL=http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/schizoid.html]nur ein schuss ins blau[/URL]

solltest du dich darin wieder finden, so möchte ich noch hinzufügen, dass eine therapie nur sinn macht, so du permanent und dauerhaft einen leidensdruck verspürst. dieser ist die motivation, die du brauchen würdest, um eine behandlung durch zu stehen. sind es nur phasen, so möchte ich sagen, dass moral in dieser hinsicht eine nicht geeignete messlatte ist. was du nicht fühlst, fühlst du nicht - punkt! anderes wäre geheuchelt und das wäre dann tatsächlich moralisch bedenklich. ;o)

grüße
CyanKali

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