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  Forum: Auswege
    Thema: Arbeitslos
Schwarze KatzeIch bin Arbeitslos geworden...drehe durch..kämpfe zwar wie ein Tier..bewerde mich..werde ab Morgen eine Seminar besuchen, für Existenzgründer..

Ich habe immer gearbeitet, kann nicht vorstellen, ohne Job, fast alle meine Freunde haben Arbeit - werde ich zur Ausenseiterin.

Stehe ich demnächst mit Pulle Bier ab Bushaltestelle??

Noch habe ich kein Geldproblem, ich habe gearbeitet und bekomme Arbeitslosengeld I, also kein HARTZ, aber Arbeitslosigkeit hagt an mir, schon jetzt, obwohl ich erst seit 01.09.2005 arbeitslos bin.

Ich habe Angst, in alte Verhalten reinzufallen: nicht essen, ritzen, sich kaputtmachen. Ich darf es nicht, weil ich weiterkämpfen muss, aber mein Selbstwert ist so angekratz, dass ich mich am liebsten selbst ausradierte.

Ich suche hier Leute, die Arbeitslos sind, und trotzdem weiterkämpfen und ihre Würde nicht verlieren.

LG
Traurige Schwarze Katze
DuvessaHallo schwarze Katze,
gut dass du dich hier meldest und von deinem "Problem" erzählst !
[QUOTE]Ich habe immer gearbeitet, kann nicht vorstellen, ohne Job[/QUOTE]
Das ist bewundernswert !Jemand der die Arbeit als nicht wegzudenkenden Teil seines Lebens ansieht !
Hast du eine Ausbildung ?Was hast du bisher beruflich gemacht ?

[QUOTE]Stehe ich demnächst mit Pulle Bier ab Bushaltestelle??[/QUOTE]
Nein ganz sicher nicht !Wer so gerne arbeiten würde wie du und sich bemüht dem passiert das schon nicht so schnell !
[QUOTE]Ich habe Angst, in alte Verhalten reinzufallen: nicht essen, ritzen, sich kaputtmachen. Ich darf es nicht, weil ich weiterkämpfen muss, aber mein Selbstwert ist so angekratz, dass ich mich am liebsten selbst ausradierte.[/QUOTE]
Ich gebe zu es ist gar nicht so einfach sein Selbstwertgefühl aufrecht zu halten wenn man arbeitssuchend ist, Absagen bekommt ect.
Ersteinmal ist es doch so, es gibt für eine große Zahl an Arbeitssuchenden zu wenige Arbeitsplätze.
Das heißt viele, viele Menschen bekommen tagtäglich Absagen. Das ist e ganz logische Sache.
Außerdem hast du, wenn du arbeitslos geworden bist und jahrelang gearbeitet auch einen Anspruch auf Hilfe !Weil du ja auch jahrelang etwas einbezahlt hast!
Das Arbeitslosengeld ist nicht für "hilflose Opfer" oder gar für "die zu blöd sind um ne Stelle zu kriegen". Es ist für Menschen die einfach Pech hatten und sich um neue Arbeit bemühen. Du solltest es annehmen und dich auf keinen Fall dafür schämen!

Ich bin nun auch seid 01.08.2005 arbeitslos.
Ich gebe zu ich bin es sogar freiwillig. Nach meiner 3-jährigen Ausbildung wollte ich erstmal ne Pause machen.
Eigentlich wollte ich am 01.09. wieder anfangen zu arbeiten. Ich habe mich auch recht fleißig beworben an verschiedensten Stellen. Bisher kamen nur Absagen zurück.
Ich bin aber optimistisch bald wieder etwas zu finden !

Wenn du flexibel bist und eventuell sogar ein Umzug in Betracht ziehst dann könntest du dich auch in der weiteren Umgebung bewerben ?!
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück bei der Arbeitssuche!
Weiterkämpfen ist auf jeden Fall die richtige Strategie ;)
D.
Gazelle@SchwarzKatz

Existenzgründerseminar klingt interessant, was hast Du denn anschließend im Sinn?
Selbstständig faszinieren mich immer!

Viel Erfolg schon mal !

Gazelle
nebulosahallo schwarze katze,
seit januar bin ich auf hartz4, das geld wird knapp und ich immer stinkiger, da ich immerhin 25! jahre in diese sg sozialversicherung einbezahlt habe und mich jetzt als betrogener dastehen sehe!
keinen job habe ich auch nicht in sicht. das letzte angebot der arge od. a.g.e.n.t.u.r. bekam ich exakt vor 19 monaten.
selbstständig machen halte ich für chancenlos ohne mittel.
dennoch...
wird nicht aufgegeben!
ich feile da auch an neuen konzepten.
gruss, nebu
Schwarze KatzeIn ussland war ich Bibliothekarin,

in Deutschland arbeitete ich zuerst als Hilfsarbeiterin (weil mein Deutsch so schlecht war)
danach habe ich Umschulung zur Kauffrau für Bürokommunkikation gemacht und arbeitet seitdem (auch mit Unterbrechung) in diesem Beruf.

Ich war heute schon beim Seminar, die helfen mir auch.

Ich habe nur tierische Angst, ohne Job wieder abzusturzen.

Vergangenen Mal, als ich ohne Job war, habe ich mich auf 44 Kilo gehungert und landete ins Krankenhaus
ange gardien[QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i]
wichtig ist auch, daß Du in Deinem Privatleben Erfüllung findest. [/QUOTE]

Dem kann ich mich nur schließen. Für mich liest es sich ein wenig so, als ob Du neben deinem Job bisher nicht viel hast woran Du dich halten kannst um nicht "abzustürzen".

Bist Du irgendwo in einem Verein? Oder hast Du schon einmal daran gedacht dich ehernamtlich zu engagieren? Gerade in Großstädten wie Hamburg gibt es da viele Möglichkeiten.
Wenn Du körperlich fit und belastbar bist - die Feuerwehr Hamburg sucht eigentlich immer Nachwuchs für ihre Freiwillige Feuerwehr, ich könnte dir da ne Kontaktadresse schicken ( okay - ist nicht jedermanns/-fraus Sache *g*

Aber wie gesagt - Möglichkeiten sich abzulenken und auch wieder auf positivere Gedanken zu kommen gibt es bestimmt auch für dich.
schlafundtodseit nunmehr 10 jahren werde ich von einem objektvertrag zum nächsten geschubst . Hätte ich tief in mir drin nicht immer an mich selbst geglaubt, so wäre ich längst abgestürzt. muss sich immer das bewusstesein klar halten, dass es niemanden wirklich interessiert, wie es einem anderen geht.
Man kann auch ohne job ( und sich eine vermeintliche gesellschaftliche reputation zu erarbeiten ) ein mensch sein, dem sich andere gern anschliessen und anvertrauen. Und ich denke darin liegt eine tiefere sinngebung, als sich in einem faschistoiden denkmuster von und nur zu verfangen.
Natürlich gibt es tage, wo ich am liebsten vor mir selbst davonlaufen möchte, aber irgendwie regelt sich dann doch alles wieder ein. Ab mitte '06 bin ich dann in der sozialhilfe angelangt und dies wird dann ein weiteres bedeuten, womit ich dann irgendwie auch klar kommen werde müssen.
Eigentlich ist die Erklärung ganz einfach. Es gibt zu viele arbeitssuchende (leben-wollende) und zu wenige die bereit sind ihren job zu teilen.
Diejenigen die über sind, sind überzählig und müssen nunmal vom rest irgendwie mitgezogen werden. Wenn sich die gesellschaft aus diesem denken verabschiedet ( was je länger desto mehr der fall ist ) , dann können wir alles was sich sozial oder humanistisch nennt absolut vergessen.

200 milionen für die frauenkirche, 1 milliarde für's stadtschloss, und eine kugel für die flüchtenden im zaun von melilla ! Das ist die realität.

Haltet die Ohren steif !
SeidenfadenHallo Schwarze Katze!

Kann nachvollziehen, wie Du Dich jetzt fühlst. Hab´ mich auch jahrelang über die Arbeit definiert.

Nutze die sicherlich vorübergehende Arbeitslosigkeit einfach ´mal als Chance, das zu machen und zu erledigen, was sonst auf der Strecke geblieben ist - und zwar ohne schlechtes Gewissen. Denke, Du hast schon soviel geleistet, daß Du ein wenig zur Ruhe kommen darfst. Das ist keine Schande!

Immerhin bist Du offensichtlich niemand, der schlichtweg keinen Bock mehr auf´s Selbstverdienen hat. Davon kenne ich in meinem Bekanntenkreis einige!

Selbständigkeit oder die Überlegung, es zu tun, ist auch eine ziemlich gute Gelegenheit, sein Selbstbewußtsein wieder in Form zu bringen. Denke, mit Deiner Ausbildung und Deinen Fremdsprachenkenntnissen (russisch und auch Englisch o. ä.?) kannst Du auch gut weiterkommen. Wie stehts evtl. mit einer Weiterbildung im Fremdsprachenbereich?

Falls Du mit irgendwelchen Ämtern Probleme bekommen solltest (schon dran gedacht, ggf. Wohngeld zu beantragen?) gibt´s im Netz die Seite von "tacheles-sozialhilfe.de". Im Forum findest Du garantiert immer Hilfe. Von dort habe ich auch den Tip, daß es in HH irgendwo DIE Anlaufstelle für Existenzgründer geben soll. Leider wohne ich nicht in Hamburg und hab´s daher vergessen...

Langweilig wird´s Dir in einer solchen Stadt sicherlich nicht werden. Also Kopf hoch und genieß die Freizeit, auch wenn´s nicht ganz so freiwillig ist. Betrachte es einfach als Chance, für´s kommende aufzutanken. Und falls Du wirklich psychische Probleme haben solltest (was keine Schande ist!), such´ Dir rechtzeitig qualifizierte Hilfe, z. B. in Selbsthilfegruppen.

Halt die Öhrchen steif..... (hoffe, die Redewendung sagt Dir ´was! ;-))

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