| serene_fall | hm dann will ich auch mal, mhm.... ich bin nun bald 21, studiere im 3. semester (philosophie und latein), find das auch sehr interessant teilweise, aber ich komme kaum voran. meine motivation und selbstdisziplin ist gleich 0, 2 semester hinter mir und grad mal einen schein gemacht, noch keine arbeit geschrieben, viel geschwänzt, nicht mal viele testate... ich hab zwar immer wieder versucht, mich zusammenzureissen, doch noch was hinzukriegen, aber länger als 2 wochen steh ich das nicht durch. danach bin ich wieder am gleichen punkt. lange rede kurzer sinn, es ist total für den arsch, dass ich mein studium fortführe. meine begeisterungsfähigkeit und motivation, um was zu arbeiten ist allerdings noch um einiges geringer. ich häng unterdessen in ner mehr oder weniger schlimmen depression drin, daran ist wohl auch mein jahrelanger pessimismus schuld und eigentlich meine einstellung, dass ich nie älter als 20 werden wollte. nun ja, suizid liegt aus verschiedenen gründen nicht drin zur zeit, und ich habe sonst nie konstruktiv über meine zukunft nachgedacht. meine depression behandeln mit therapien oder sogar medikamenten kommt für mich ebenfalls nicht in frage, wegen dem geld, kram mit der krankenkasse, eltern, dann auch eine frage der selbstbestimmung, würde, autonomie... ich hab eigentlich keine träume (ausser vielleicht ne beziehung die mal klappen würde, liegt aber bei meiner verfassung eh nicht drin), keine ziele... zukunft seh ich gar nicht, ich leb einfach in den tag hinein, tag für tag irgendwie, schleich mich so durchs leben, weiche allem aus so gut wie es geht, schotte mich ab, am wochenende paar bier, um alles zu vergessen... ich muss irgendwie versuchen, rauszufinden, was mir freude bereitet, einen job suchen (bin bald pleite), der mir spass mach, zu dem ich mich aufraffen kann... der gedanke an 5 tage arbeiten in der woche, überhaupt der gedanke an arbeit widert mich grundästzlich schon an. mein überleben bedeutet mir nicht derart viel, dass ich dafür bereit wär, mir den arsch bis zum letzten aufzureissen... und auch bewerbungen schreiben, sich so anpreisen und verkaufen etc, mich ekelt der gedanke daran... ich tue eigentlich am liebsten nichts, nur dafür bekommt man leider kein geld... ich sollte meinen eltern auch mal erfolge vorweisen, ich hab sie nur angelogen, was die uni angeht. sie wissen eigentlich nichts von meinem leben. nun hab ich keinen blassen, was ich tun soll... ich habe angst davor, einfach mal drauf loszuprobieren in verschieden jobs (zb praktikum), einfach, dass es mir nicht gefällt und es mir den rest gibt... ausserdem hab ich ja nur abitur, was ja keine fertige ausbildung ist, damit kriegt man eigentlich aufm temporärstellenmarkt keinen traumjob... vor allem bei der wirtschaftlichen lage... ich bin eher ein ängstlicher typ, trau mir kaum etwas zu, herausforderungen und chancen kann ich kaum was positives abgewinnen, ich sehe es eher als möglichkeit, nochmals zu versagen.... aber andererseits hab ich auch keine lust, ein sozialfall zu werden.. ich hab wirklich versucht mein leben umzudrehen, hab mich zusammengerissen für die uni, bin hingegangen trotz allem, hab versucht positiv zu denken, eine positive haltung zum leben zu entwickeln... 2 wochen hab ich das durchgehalten und nun steh ich wieder an meinem inneren abgrund.... wie es dann mit ner arbeit funktionieren sollte, ist mir jetzt schon ein rätsel... naja mein leben besteht nur aus widersprüchen und dilemmas... naja genug gejammert und alles... |
| ubiesttristania | ich wünschte ich könnte dir etwas sagen, das dir weiter hilft, aber das geht nicht, weil es mir ähnlich geht wie dir. endlich schreibt mal jemand nieder, was so viele denken, aber niemand sich traut zuzugeben. auch ich lebe gerade einfach in den tag hinein, und ich bin unglücklich mit meiner derzeitigen situation, aber ich kann gerade nichts dagegen tun.zum ersten mal in meinem leben bekomme ich die arbeitslose. ich bin arbeitslos!ich bin gerade einfach nichts.ausser einfach nur da. und es ist mir so peinlich. ich möchte auch schon fast nicht mehr hinausgehen, weil ich angst habe jemanden zu treffen, der mich fragt was ich jetzt eigentlch so mache. nichts! und fortgehen wird so langsam unmöglich. ich wäre gerne unter leuten,aber es ist mir einfach so peinlich,es ist so traurig mit mir, weil bei mir immer alles drunter und drüber geht, weil nie was zu ende gebracht wird, weil ich,wenn ich auf mein leben zurückblicke, einfach nichts habe, worauf ich wirklich stolz sein kann. und dann immer diese fragen was machst du den ganzen tag? und phrasen wie ...du hast ja eh genug zeit... aber ich schaffe trotzdem nicht was aus meinem leben zu machen, weil mich alles immer so schnell überfordert, weil ich überhaupt nicht belastbar bin, weil für mich so vieles unmöhlich ist,denn ich kann einfach nicht so viel leisten wie alle anderen,weil es bei mir einfach nicht sein soll. i don`t know what to do with my life,too |
| serene_fall | ja, diese fragen danach, was man denn so macht etc und wie es einem geht, kann ich nicht mehr ausstehen.. und wenn dann andere erzählen, wie gut es läuft etc... dann bleib ich auch lieber zu hause, anstatt jemanden zu sehen... obwohl ich sonst noch ein geselliger mensch bin... aber immer maskerade spielen ist anstrengend und bringt auch nix..... ja zeit hätt ich mehr als genug, aber was nützt einem das, wenn man nicht mag.... ich frage mich auch grundsätzlich, was das heisst, was aus seinem leben machen... die vorstellung an ein geregeltes leben mit häuschen, frau, kinder, nem köter und zwei autos ist ein albtraum... und so wies jetzt is mhm, immer in den tag hineinleben, es geht einfach nicht... man kann sich nicht einfach abschotten, sich in seine welt verkriechen. man wird andauernd mit dem leben konfrontiert, und damit komme ich nicht klar... naja wenigstens bin ich nicht alleine... lg und danke für deine antwort |
| serene_fall | in den nächsten tagen entscheidet sich wohl, ob ich die uni hinschmeisse... ich hab keine ahnung, wie ich das meiner mutter (die alles zahlt), und meinen wg mitbewohnern beibringen soll... und hab keinen blassen, wie es dann weiter gehen soll... ich werd mich dann ziemlich um was bemühen müssen, gerade das, was mir so leicht fällt zur zeit.... |
| Nnordy | Gibt es denn überhaupt nichts, was Dir Spaß macht, an dem Du Freude hast? Ich habe z.B. immer gemerkt, daß mir die Uni auch was gegeben hat, manchmal, wenn ich aus einem Seminar oder aus einer Vorlesung komme fühle ich mich einfach lebendiger, einfach weil man da auch mal über andere Sachen reflektiert als über die ewig gleichen alltäglichen Dinge, weil einem seine Unifächer zum Tiel auch mal andere Sichtweisen aufzeigen können, andere Blickwinkel aufs Dasein. Versuche doch mal, Dich zu 'belohnen', wenn Du etwas hingekriegt hast, wenn Du es z.B. mal eine Woche ohne schwänzen an die Uni geschafft hast - leiste Dir was, egal ob das ein Abend mit Freunden, ein mp3-Player (bei einer Frau würde ich ja sagen: Guck mal nach was Hübschem bei ebay... ;)) oder sonstwas ist, das hat bei mir immer ganz gut geholfen. Und vor allem: Werde Dir darüber klar, wo Deine Interessen liegen! Jeder Mensch hat Interessen, und jeder Mensch kann auch einige Dinge besser als andere. Versuche doch, einen Nebenjob zu finden, der vielleicht was mit Deinem Studium zu tun hat, oder frag, ob am Fachbereich ein Prof einen Hiwi braucht - das gibt Geld und gleichzeitig bist Du stärker an der Uni eingebunden, 'zwangsweise', sozusagen. Für mich klingt das Ganze relativ stark nach einer Identitäts- bzw. Sinnkrise, die leicht zur Depression werden kann, wenn Du nix gegen machst. Wenn es partout nicht besser wird, solltest Du Dich vielleicht von Deinem Internisten mal an die Neurologie bzw. Psychiatrie überweisen lassen. Der Schritt fällt zwar nicht leicht, ist aber immer noch besser als sich endlos im Kreise zu drehen... Viel Glück! |
| Beowulf | Psychiatrie ist übertrieben, finde ich. Psychotherapie wäre ne Möglichkeit. Warum das im Widerspruch mit Autonomie und Würde stehen sollte ist mir nicht klar. Ansonsten: Abwarten und hoffen dass es Besser wird. |
| Nnordy | Psychiater und Neurologen sind aber, im Gegensatz zu einem Therapeuten, in der Lage, Medikamente zu verschreiben, falls welche nötig sind, was bei serene_fall ja durchaus möglich wäre. Darüber hinaus gibt es auch Psychiater die gleichzeitig Therapeuten sind - sowas wäre vielleicht hier die ideale Lösung... |
| Beowulf | Ich würde auch nur zu Psychiatern raten. Die haben eine bessere Ausbildung. Aber dass soll serene entscheiden. |
| serene_fall | klar hab macht mir die uni auch freude, wenn das thema spannend ist und man kommt raus mit kopfschmerzen vom nachdenken und nem erweiterten horizont... aber wenn es drum geht, sich hinzusetzen, einfach mal zu büffeln, richtig was zu arbeiten eben, dann krieg ich das nicht hin... zumindest nicht langfristig... weil ich ja doch total ziellos in den tag hineinlebe, nur tue worauf ich eben grad lust habe... ja identitätskrise is wohl das passende stichwort.... allerdings schein ich sowas zu haben seit jahren zu haben (massive selbstzweifel, entscheidungsunfähigkeit, kein selbstwertgefühl, unverbesserlicher pessimismus etc)... :rolleyes: hm meine uni is sehr klein, und da ich kaum was erreicht habe bis jetzt, werde ich kaum einen job da bekommen... ich werde morgen evt (wenn ich eben grad lust hab :rolleyes:) mich über selbsthilfegruppen schlau machen.. ist mir um einiges sympathischer, als psychiatrie/psychotherapie... ich traue dem kram einfach nicht... ich hab keinen bock, in ner klinik zu enden, als kranker abgestempelt, mit medis vollgepumpt und ohne rechte... (wie mein vater zeitweise)... da bin ich doch lieber tot... :rolleyes: ... so viel ist mir mein leben nicht wert... das stört mich an dem psychokram, alles tun fürs leben, aber wirklich alles, leben um jeden preis... ich denke, es gibt durchaus ganz rationale gründe für nen suizid (buch von j. amery - hand an sich legen)... ich mag mich nicht für krank erklären lassen, diese welt ist krank, ich vielleicht auch bisschen, aber hab keinen bock auf ne mentalkorrektur... ich will kein neuer mensch werden, ich will meinen inneren abgrund, meine melancholie, meine düstere seite, meine todessehnsüchtige seite nicht verlieren.... es kann durchaus etwas sehr schönes sein... und ich hab angst, dass man die wegkurieren will... und dass ich doch noch in ne klapse überwiesen werde, wenn ich ne thera beginne.... ich möchte mir jeder zeit die freiheit nehmen können, von hier zu gehen, das lässt sich mit den vorstellungen der psychotherapie kaum vereinbaren..... ich glaub kaum, das das einer versteht.... :rolleyes:... ist aber auch nicht so wichtig... mein ziel wär in etwa, dass ich am inneren abgrund leben kann, ohne da andauernd abzustürzen.... nnordy, jo das mit dem belohnen, is ne gute idee... hab ich auch schon versucht, aber wenn ich dann was nicht erreicht hab unds mir scheisse ging, hab ich mir gedacht, hach gönn dir doch was gutes, bringt ja nix zu versauern... und so bringts wenig... ich werd mal sehen, wies weiter geht... bin grad ziemlich gelassen eigentlich... bringt ja auch nix, den kopf nun zu verlieren... danke für eure antworten :) |
| serene_fall | hm hab mir über für und wieder von theras nochmals den kopf zerbrochen... hm es passt mir einfach nicht... suizid is das eine extrem, der psychokram das andere... ich suche einen ausweg dazwischen.. die goldene mitte.... das muss es doch geben *grübel* |
| Darkangel | Den gibt es doch denk weniger nach und mach einfach mehr für dich selbst, keiner sagt das des Leben und Arbeiten immer Spass und die Wahl ob in die Gosse wanderst, dir das Leben nimmst oder von dir aus deine Chancen steigerst ein Anständiges Leben ohne Hilfe deiner Eltern zu führn liegt leztentlich bei dir. Gut du könntes natürlich auch Arbeitslos werden und weiterhin zu Lasten deiner Ellis dein dasein fristen ich hab zwar keine Ahnung wie lang sowas gut geht und brauch auch glaube nicht zu erwähnen was ich von solchen Leuten halte aber wäre auch noch ne Variante. P.s. irgendwie errinert mich dein Post an den Thread mit den Typisch Deutschen Ding (nein ich sag jetzt nicht warum) Ehrlich gegesatz bin ich nicht der Meinung im gegensatz zu den Meisten andern hier das du ein Psycho oder ähnlich brauchst. Was die Fehlt is Selbstbewustsein, der Wille was für dich selbst tun zu wolln und Optimismus. Ob mans glaub oder nicht das alles kannst du dir auch selbst angewöhn wenn du es wirklich fest willst, das ganze fällt zusätzlich noch leichter wenn ein festes Ziel vor Augen hast das du erreichen willst (wichtig ist das du selbst an dich glaubst egal was andre sagen). Wenn du es nicht 100% willst und nur so alla ich kanns ja mal versuchen vieleicht klappts ja betrachtest kannst es gleich vergessen und das Geld fürn Psycho kann man sich dann auch sparn. Wo ein Wille is auch ein Weg, also viel Glück. |
| Nnordy | Also glaub mir: So schlimm ist das mit dem Neurologen und einer Psychotherapie auch nicht. Wenn Du depressiv bist, kommst Du nicht in die Klapse, sondern bekommst maximal Serotoninhemmer, die im übrigen NICHT süchtig/abhängig machen. MIr haben die ein paar Monate lang gut geholfen, bis ich sie leider nicht mehr vertragen habe. Eine Therapie würde ich bei dem, was Du schilderst, als sinnvoll erachten - eine Verhaltenstherapie. Du bemerkst ja schon selbst, daß Du immer in die gleichen unproduktiven Muster zurückfällst, mit denen Du selbst auch nicht mehr umgehen kannst. Eine Therapie kann bei sowas wirklich helfen. Das hat nix mit Klapse oder Medikamenten zu tun, sondern mit jemandem, der Dir dabei hilft, Deine eigenen Strukturen zu durchschauen und Ansatzpunkte zu finden, um Sachen zu ändern, die nicht gut laufen. Sowas mag Überwindung kosten, aber wenn man erstmal jemanden gefunden hat, zu dem man Vertrauen fassen kann, kann das wirklich eine große Hilfe sein. Niemand wird Dir Deine Schwermütigkeit 'wegnehmen', sondern Dir eher dabei helfen, Dinge zu ändern die Du bis dato allein nicht in den Griff bekommst. Es werden Verhaltensweisen therapiert, nicht etwa Weltanschauungen (auch wenn die sich bisweilen mit ändern können, aber den gleichen Effekt hat älter Werden auch). Ansonsten: Such DIr ein Hobby mit festen Terminen. Mache Sport, gehe joggen, such Dir ein Ventil für Deinen Frust und Deine Apathie. Auch das kann helfen. ABer Du mußt endlich aktiv werden - sonst ändert sich gar nix. |
| serene_fall | das mit den ads ist ne ziemliche sache, es ist nicht mal bewiesen, dass serotininmangel die ursache von depris sind... ich hab keine lust versuchskaninchen zu spielen für irgendwelchen pillenkram... und ich hab mit vielen geredet die ads nehmen, und die ganzen nebenwirkungen, ne danke... und hm eben wie mein vater auf ads war, ne so will ich auf keinen fall enden... ich könnte mich genau so gut rund um die uhr betrinken... klar, ich hab auch keine lust drauf, ein sozialfall zu werden...ich fühl mich auch nicht wohl dabei und es wär mir lieber, ich würd mein leben unabhängig leben können... hm kann man als pessimist nicht auch glücklich leben? kann man nicht auch glücklich sein, ohne an das gute zu glauben, ohne ziel, ohne träume? das wär wohl so mein ideal... naja ich hab mich nun mal entschlossen mich dienstags bei ner selbsthilfegruppe rumzusehn... mal sehn... |
| Nnordy | Hey hey, mal langsam... Ich hab Citalon genommen, 40 mg, und das wirkt weder sedierend noch ändert es Deine Natur oder Dein Verhalten - wie gesagt, ich hab damit Erfahrung und es ist absoluter Quatsch, zu denken, das seien Versuche am lebenden Objekt. Naja, aber wenn das Deine Einstellung dazu ist, dann laß es sein, es soll Dir ja was bringen... Eine Therapie ist uach nicht zwangsläufig an Medis gekoppelt, sogar eher im Gegenteil... Lieber serene_fall, was Du schreibst und wie Du Dich fühlst hat nichts mit Pessimismus zu tun (ich bin 30, seit meinem 12. Lebensjahr pessimistisch eingestellt und trotzdem hat mich die Depression erst vor 2 Jahren 'erwischt'). antriebsarmut, Apathie, Gleichgültigkeit und 'alles egal' hat nichts mit Pessimismus zu tun, sondern sind oder können Anzeichen einer Depression sein... Selbsthilfegruppe klingt doch gut! Ich hoffe, daß es Dir was bringt. Alles Gute! |
| serene_fall | ich weiss schon in etwa, wie das mit thera funktioniert... kenne genug leute, die sowas machen... jo ich werd sehn, wies weiter geht... ich möchte euch allen danken für eure meinungen, ratschläge, kritik.. :) werd nochmals gründlich über alles nachdenken, ihr habt mir paar interessante anstösse geliefert... |
| Nachtelfchen | auch noch ein kleiner ratschlag von einer, die vermutlich an der gleichen uni studiert und der es in ihren ersten semestern genau gleich ging.... man ist so auf sich alleine gestellt, man muss selbst entscheiden, wann man was macht, wie man sich was einteilt und die motivation aufbringen, um dinge zu tun... das kann sehr schwierig sein, für mich wars ne katastrophe. ich hab die ersten zwei semester kaum was gemacht, nur meine freizeit genossen... wie ich da rausgekommen bin? zuerst mal mich hingesetzt und mir überlegt, ob ich eigentlich das, was ich studiere, wirklich will. hab mir überlegt, was ich sonst machen könnte. hab mir überlegt, was ich mit den stunden, dem leben, das mir gegeben ist, anfange... und bin zu mehreren schlüssen gekommen: 1. etwas anderes studieren konnte ich mir nicht vorstellen 2. etwas anderes machen als studieren schon gar nicht 3. ich habe mein leben in der hand, ich kann alles selbst bestimmen, kann meine zeit mit dingen ausfüllen, die mich interessieren...das ist luxus pur... das waren so für mich die entscheidenden punkte...und vor allem: du bist nicht alleine, deinen mitstudenten geht es genau gleich wie dir. und das arbeitenschreiben wird nicht einfacher. aber irgendwann fängt es an, spass zu machen... aber vor allem: wichtig ist, vor allem als geisteswissenschaftlerin, dass du hinter dem stehst, was du tust...möchtest du das studieren, was du tust, oder lieber was anderes? |
| serene_fall | hm diese 3 punkte hab ich mir auch schon überlegt... soweit bin ich auch schon gekommen... nein ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, was anderes zu studieren und eben arbeit, davor graust mir noch mehr (jaja bin eben ne dumme zecke *gg*)... ich will mir nochmals in den arsch treten und mich da reinhängen... werd nun auch ner selbsthilfegruppe beitreten... weiter möchte ich nicht gehen mit externer unterstützung.... lg |
| LaChatte | Selbsthilfegruppe ist gut, solange es nicht darum geht, dass alle ihr eigenes Leid wiederkäuen. Da würde ich schon darauf achten, dass es konstruktiv ist, und dass du dich beim Herausgehen lebendiger und besser fühlst als beim Hineingehen. Meine Erfahrung ist, dass es gar nicht so wichtig ist, was du machst, hauptsache, du machst irgend etwas und geht einfach immer weiter, Schritt für Schritt. Wenn halt mal nicht geht, dann gehts eben nicht, aber du rappelst dich wieder auf und gehst trotzdem weiter. Tue immer gerade das Nächste, was ansteht, und sei es so was Banales wie Abwaschen. Eine Lösung habe ich auch nicht, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich immer irgend eine Tür auftut, solange man nur hartnäckig genug danach Ausschau hält - und offen genug ist, auch jene Türen zumindest zu versuchen, die auf den ersten Blick nicht besonders attraktiv erscheinen. |
| serene_fall | hm der selbsthilfegruppenkram ist begleitet... also da ist ne die ersten 8 mal oder so eine fachperson da... danach ist die gruppe auf sich allein gestellt, aber kommt auch noch danach regelmässig wer reinschauen... ich werd sehen, ob es mir zusagt... ich werds einfach mal probieren... wenn es mir zu sehr missfällt kann ich es immer noch hinschmeissen.... danke an alle, die sich geäussert haben... |
| Nachtelfchen | serene_fall: vor allem das schritt für schritt von la chatte ist eigentlich ganz gut... in punkto arbeit schreiben zb, einfach eine nach der anderen, mach dir keine sorgen, was du alles noch vor dir hast, auf ein semester mehr oder weniger kommts nicht an (bei mir sinds jetzt 15...ich werde fast 8 jahre studiert haben, wenn ich nächsten sommer (hoffentlich...) meinen abschluss in der tasche hab... übrigens in den geisteswissenschaften der durchschnitt). lass dich nicht runterkriegen! selbsthilfegruppe hilft vielleicht auch, wenn du mit leuten über deine probleme reden kannst, die ähnliches fühlen und denken... und wenn du an der uni mal nachdenken willst, geh ins deutsche seminar, ganz oben bei der bibliothek hats ne terasse, da kannst auf die ganze stadt blicken und prima träumen,...kann ich nur empfehlen. (ok, jetzt vielleicht etwas kalt ;) ) |
| serene_fall | mal sehn ob ich dieses semester noch ne arbeit mache. immerhin hab ich trotz genug widrigkeiten die woche geschafft (was ich selbst nicht gedacht hätte)... 8 jahre, naja dann spielts echt nicht sone rolle, viel glück fürs liz :) jo mal sehn, wies das mit der selbsthilfegruppe ist, sausen lassen kann ich das auch jederzeit (wie alles), mal sehn, was da so für leute sind... ja allerdings etwas kalt, aber ich hoffe, es schneit doch noch mal bisschen und dann durch die verschneiten parks gehen... (kannenfeldpark kann ich wärmsten empfehlen, war auch im herbst sehr schön dort, und ist der grösste park in basel, nur eben nicht grad bei der uni ;) ) und der turm der elisabethen kirche ist auch nett... |
| LaChatte | nicht zu vergessen der Münsterplatz, auch wenn es kein Park ist, ist es doch ein wunderschönes Stück Basel. :-) |
| Nachtelfchen | oh ja, im kannenfeldpark bin ich auch mal des öfteren, echt gemütlich, und natürlich der münsterplatz, ist auch nicht übel... es gibt einige ecken, so schlecht ist kleinesbaselchen nicht...oder schnapp das velo und fahr raus an den alten rhein, ist auch super... jaja das liz...einmal angemeldet, guillotine gefallen, seufz, jetzt kann ich nimmer zurück, wurde aber auch zeit ;) serene_fall: du schaffst das...auch wenns manchmal grauslig aussieht, es gibt immer licht am ende des tunnels (auch wenn der mal nur wandelbar heisst oder ein nettes gespräch mit lieben leuts). manchmal sind es die kleinen dinge, die einen am laufen halten. |
| serene_fall | beim münster war ich ewigs nicht mehr.... jo kleinbasel kann auch ganz nett sein... birsköpfchen ist auch noch nett... was hast denn als thema fürs liz, wenn man fragen darf? naja mal sehn ob und wie ich das schaffe, aber kann mir echt nicht vorstellen, was anderes zu machen... nen job sollte ich dennoch suchen, weil ich bald pleite bin... hab keinen blassen was... könnte schon bei nem bekannten von meiner mutter, hab da bis jetzt total ein jahr gearbeitet, war oft super ätzend und lohn war ziemlich mies... hm mal schaun... |
| Nachtelfchen | schreib über magisches denken und apokalypse 16./17.jh. arbeit (geschichte). naja, und die themen für die prüfungen stehen noch nicht, ich verschwende im moment keine gedanken daran, bin zusehr mit der arbeit beschäftigt. das schlimmste ist aber der druck, in einer bestimmten zeit fertig zu werden, das hatte ich nie zuvor (ja, ich hab 11 arbeiten geschrieben, zwei davon mit deadline). henu, augen zu und durch, ende nächster woche hab ich mein leben vorerst wieder ;) |
| serene_fall | klingt nach nem interessanten thema... :) geschichte hab ich nur ein semester gemacht und dann geschmissen... war mir zu viel mittelalter, neuzeit und gegenwartsgeschichte interessiert mich mehr, oder eben antike.... jaja arbeiten schreiben, will noch gar nicht dran denken... die uni krieg ich so knapp hin, so mit minimalstem aufwand schleich ich mich grad irgendwie so durch meine paar stündlein....geb mir mühe nicht zu schwänzen, hab ohnehin nur 8 stunden... letztes semester hab ich nur für 2 stunden ein testat bekommen... weniger ist kaum zu schaffen... na dann viel glück bei dem kram... :) |
| serene_fall | so hm.... war mal bei dem selbsthilfe zeug... werd das nicht machen... sind alle so alt dort (weit über 40).... und selber was auf die beine zu stellen in der art, trau ich mir nicht zu... also werd ich vorerst mal gar nix in der richtung machen.... mal kuckn |
| Nachtelfchen | ui, das mit den 40jährigen ist ein bissl doof, nicht grad deine altersgruppe, gibts denn nix für jüngere? |
| serene_fall | ne gibts nicht... ich hätte selbst was auf die beine stellen können... hätte auch hilfe dafür bekommen... aber trau mir sowas nicht zu.... ich weiss ja auch nicht, ob das was für mich wäre... und dann bin ich quasi initiator und merk dann, dass es für mich gar nicht stimmt.... naja hat mir geraten, ne therapie zu machen, aber das will ich wirklich nicht.... so bleibt nun mal alles beim alten... mit viel ironie und galgenhumor werd ich mich wohl mal weiter durchs leben schleichen und versuchen, das bisschen uni gebacken zu bekommen... |
| serene_fall | mh mal wieder reinschreib... naja, das mit der uni haut einfach nicht hin... auch wenn ich mich mal reinhänge, ich kriegs nicht hin, mich über längere zeit zu motivieren... ich studier vielleicht wohl doch das falsche... ich werd wohl mal ein gespräch bei der berufsberatung vereinbaren oder mich sonst mal bisschen schlau machen über fachhochschulen oder so... mir gehts eigentlich nicht schlecht, ich bin einfach oft sehr melancholisch und traurig (ist auch schön), das füllt mich schon aus, aber es lässt einfach keinen raum für etwas anderes...... es lähmt einfach... |
| Nachtelfchen | hallo serene_fall... so, jetzt hab auch ich etwas zeit, mehr als einen satz zu schreiben... du studierst philo und latein, soweit ich mich erinnern kann, oder? nuja, ich kann mir schon vorstellen, dass dir die fächer mühe bereiten, reinzukommen, das war ja bei meinen so, und geschichte war für mich "liebe auf den ersten blick", und auch da hatte ich meine liebe mühe, anzufangen, was zu machen... gerade bei philo, das so unglaublich komplex ist, verliert man ziemlich schnell den überblick. was aber bereitet dir am studieren genau mühe? ist es zu theoretisch? oder langweilen dich die fächer? kommst du nicht damit klar, deinen eigenen stundenplan zusammenzustellen? macht dir das schreiben mühe? und was du dich fragen solltest: denkst du gerne komplexe zusammenhänge? schreibst du gerne? liest du schnell? liest du gerne? denn das sind dinge, die fürs studium unabdingbar sind. und wenn du nicht studieren möchtest, wo lägen andere interessen? lieber praktischer? wenn ja, in welche richtung? und vor allem: was macht dir spass? denn wenns dir spass macht, bist du gut, und das langweiligste in einem fach, das dir spass macht, ist spannender, als etwas langweiliges in einem fach, das dir eigentlich gar nicht zusagt. und noch was: wie ists mit deinen freunden und mitstudenten? redest du mit ihnen über deine schwierigkeiten? oder hast du das gefühl, andere haben diese nicht? jedenfalls kann ich dir schon sagen: ich hab mich auch verloren gefühlt am anfang, das hat sich so etwa nach 4 semestern gegeben, da begann ich den sinn zu sehen und auch die zusammenhänge zu begreifen... und jetzt hab ich nen roman geschrieben... sorry... grüssle vom elfle |
| serene_fall | hm ich bin ja nicht aufn kopf gefallen eigentlich, also theoretisch wär das studium zu schaffen... es fehlt mir einfach an motivation und selbstdisziplin. belegen tu ich eh nur das, worauf ich grad lust hab und zieh dann davon auch kaum etwas durch (letztes semester ein einziges testat, an dem einen tag hatte ich keine lust, ne prüfung zu schreiben, hab ich einfach so mal ein halbes jahr arbeit (+schein)weggeschmissen, total bekloppt eigentlich...) ich schreibe schon gerne, ich bin auch ein schneller leser und lesen tu ich auch gerne.... aber ich hab schlichtweg keinen blassen, was ich will... ich kann mit meinem latinum eigentlich jedes fach studieren, so gut wie jede ausbildung beginnen, theoretisch... aber was nützen mir diese möglichkeiten, wenn ich mich nicht entscheiden kann, wenn ich immer zweifle und dann doch wieder alles sausen lasse.... ich hab keine ahnung, was mir freude macht, ich hab den eindruck, mir verleidet einfach alles sehr schnell, so dass mich früher oder später alles langweilt... selbst wenn ich das studium fertig machen würde/sollte, ich wüssste nicht, was ich danach damit machen kann... ich sollte wohl ein ziel setzen, fleissig darauf hinarbeiten im wissen drum, dass alles anders kommen wird...*grübel* hm freunde, mitstudenten.. da ich eher selten an der uni anzutreffen bin und sowieso nicht so ein offener mensch (und ein freak noch dazu *g*), kenne ich eigentlich niemanden an der uni... und die wenigen freunde, die ich hab, machen alle was anderes... lange rede kurzer sinn: ich verliere mich andauernd in widersprüchen, zwiespälten, zweifeln und inneren abgründen... |
| grafsolituede | @serene_fall hi, habe die beiträge und von deinem krampf gelesen. kommt mir alles super bekannt vor und habe ich auch ähnlich erlebt. denke es ist schon mal gut zu wissen, dass es noch diverse andere leute gibt, denen es genauso oder ganz ähnlich geht. es liegt also nicht ausschliesslich an dir sondern daran wie du mit den dingen auf die du triffst umgehst. von daher ist es klug nach einer lösung zu suchen die dir zusagt, was du ja auch schon begonnen hast. ob nun therapie, selbsthilfegruppe, irgendwelche hilfe auf medikamentöser basis oder auch was ganz anderes, ist nur davon abhängig was dir am meisten zusagt. für mich hat es sich damals als eine super idee herausgestellt eine lerngruppe zu gründen. natürlich habe ich nicht die leute dafür gefunden die mir auch auf privater basis zu einer freundschaft genügt hätten, aber ich habe welche gefunden! auch wenn ich anfangs eher mit einfachen dingen geglänzt habe. ;-) wir haben uns in meiner whng getroffen, es gab immer kaffee, ich habe kuchen gebacken oder mal besorgt und mich um gute lernbedingungen gesorgt. nicht wirklich schwierig oder? aber allein dadurch dass wir uns getroffen haben, hatte ich regelmässige thermine, habe den anderen zugehört und mitdiskutiert, auch wenn ich fast immer grottenschlecht vorbereitet war, habe ich mich somit mit den relevaten themen beschäftigt. ob du es glaubst oder nicht, ich bin durch meine prüfungen gekommen und heute habe ich mich weiterentwickelt und bin beruflich sehr erfolgreich. zwischenzeitlich habe ich auch mal eine therapie bei einer super therapeutin gemacht, die mir aber letztendlich auch nur wieder gezeigt hat, dass es egal ist was ich mache, hauptsache ich mache etwas. was für jeden einzelnen das beste ist, kann nur derjenige selbst entscheiden, aber du musst ein ziehl haben, welches du erreichen willst. hoffe du findest etwas, was dich kickt! |
| serene_fall | also ich hab nun mal sone mini lerngruppe ins leben gerufen, hat sich eher zufällig ergeben, aber jo mal probieren :) danke noch für die rückmeldung... therapie werd ich garantiert keine machen, das hab ich für mich so entschieden. |
| Nachtelfchen | so, auch wieder mal da ;) na, wie siehts? fruchtet das mit der lerngruppe? oder ist in den semesterferien die uni enoooorm weit weg? (was ich durchaus verstehen könnte, das war bei mir einige male auch so...) |
| Xenomorph | Hallo, Ich habe gerade selber ein langes und völlig nutz- und erfolgloses Studium hinter mir...Bei mir waren es mehrere Dinge, die mir den Rest gaben, zum einen eine chronische Krankheit, die ich seit über zehn Jahren mit mir herumschleppe, und dann ist da noch meine tiefsitzende Abneigung gegen die Gesellschaft, von der ich immer nur schikaniert und diskriminiert worden bin...O.k., das hilft euch auch nicht gerade weiter bei euren eigenen Problemen, ich weiß... |
| Nachtelfchen | och, manchmal tut es gut einfach mal alles rauszulassen... |
| serene_fall | huch da hat ja tatsächlich noch jemand reingeschrieben... öhm, ich versuch grad ne arbeit in latein zu schreiben, in 2 wochen sollte ich noch 2000 seiten wälzen zt in meiner lieblingssprache französisch, naja wird schon schief gehen... philo will ich hinschmeissen, ich denke, das bringts einfach nicht... naja also nächstes sem mach ich da noch was, danach werd ich wohl wechseln, mal sehn... dass mein studium nutzlos ist für die gesellschaft ist mir klar, das ist für mich ne motivation, das überhaupt zu machen :D... ob es mir was nützt, manchmal, kommt drauf an... zumindest ist mir das lieber als eine arbeit mit autoritätspersonen und hierarchischen strukturen... habs nicht so mit anpassen und einpassen... naja und sonst mogle ich mich eben weiter durch den tag, mal sehn wie lange das noch (gut) geht.... |
| Nachtelfchen | guten morgen... :) was heisst hier nutzlos für die gesellschaft? du bewahrst das alte kulturelle erbe vor dem untergang! philo bringts nicht...hm... ich hab mich in manchen studienjahren gefragt, warum es keinen crashkurs in philo für germanisten gibt (was ich mich da eins mit kant, hegel, adorno und derrida rumschlagen musste... da liest du 5 seiten und verstehst nach 200 mal lesen immer noch nix...grmbl...). aber ich weiss auch nicht, ob ich ein ganzes studium philo hätte machen wollen... guck dich rum, es gibt noch viel interessantes: alte geschichte würde sich etwa anbieten (nur, da musst du am alten ungern-sternberg vorbei...hust...der zwar fachlich unglaublich kompetent ist, aber todeslangweilig). oder archäologie: buddeln in der hitze oder im regen ;) griechisch? oder eben guck bei uns germanisten rein... latein-arbeit: du schaffst das! 2000 seiten franz sind ein absoluter jammer, ich weiss es aus eigener erfahrung, aber vieles musst du möglicherweise nur querlesen... bleib dran... wenn die arbeit dann fertig, kannst du's abhacken und die nächste ins visier nehmen. go serene_fall!! |
| serene_fall | Ich denke nicht, dass man Kultur retten kann (da geistert mir Kaiser Romulus von Dürrenmatt im Hinterkopf rum)... Mh ich hab einfach gemerkt, dass mir diese ewige Nachdenkerei nichts nützt, dass nur Fragen daraus resultieren, auf die es keine Antworten gibt... Ich grüble auch so zu viel, und dass noch "professionell" zu betreiben, hilft da auch nicht gross... Und dieser ganze Ethik Kram wie Kant etc geht mir so aufn Keks, mich interessieren eigentlich nur die Pessimisten und die Misanthropen und die kann ich mir auch ausserhalb des Studiums antun.... Mh irgendwie hab ich meine Gedanken und Gefühle mittlerweile auch mal geordnet und ich hab keine Lust/Kraft, das andauernd in Frage zu stellen und mich zu rechtfertigen dafür... Ja dass Ungern-Sternenberg langweilig ist, hab ich auch schon gemerkt...Hatte ja mal ein Semester Geschichte... Dass Graecum werd ich im übernächsten Semester machen, da ich das fürs Latein brauche, allerdings hatt ich schon mal 1 Jahr Griechisch in der Schule und habs dann geschmissen. Naja mal schaun, hab ja noch mehr als ein Semester Zeit, um mir das zu überlegen.... Ja hab eigentlich schon vor, die Arbeit zu schaffen, naja mal kucken.... was macht dein liz eigentlich? |
| Xenomorph | Ja, ich weiß wie das ist, wenn man all dieses Zeug innerhalb eines kurzen zeitraums lesen muss...Zum Glück war bei mir nie was französisches dabei (ist bei Germanistik auch eher unüblich)...Irgendwie bin ich froh, dass das jetzt alles vorbei ist, besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ich konnte zuletzt über wirklich gar nichts mehr nachdenken, weil es mir derart verhasst gewesen ist...Das einzige, was ich bei alledem nach all den vergeblichen Mühen nicht bedauere, ist, dass ich auf diese Weise die ganze misanthropische und nihilistische Literatur, insbesondere Kafka, kennenlernen durfte, das hat mir wenigstens noch persönlich irgenwo eine Befriedigung verschafft, auch wenn nun alles für die Katz gewesen ist... |
| serene_fall | Mh ne das Thema meiner Arbeit interessiert mich schon, trotz den ganzen Seiten... Meine Laune streikt halt einfach... und irgendwie bin ich schrecklich launengesteuert mittlerweile, da ich eh nie an ein Morgen denke... Ich will die Arbeit aber hinkriegen und ich denke, dass ich das auch packe, auch wenn das auf 4 Nachtschichten hinausläuft... Ob ich das Studium jemals beende ist für mich zur Zeit nicht besonders relevant.... |
| Xenomorph | Aber wenn du ohnehin nicht weißt, ob du das Studium jemals beenden willst, wozu dann die ganze Mühe? Ich wünsche mir heute, dass ich diesen ganzen Mist schon viel eher hingeschmissen habe...Ich war schon bei der Magisterarbeit angefangen, als mich die Motivation endgültig im Stich gelassen hat...Dieses viele Lesen von Büchern, die mich eigentlich überhaupt nicht mehr interressiert haben...Nein, da hat es bei mir dann ausgesetzt...Wenn es bald auch noch diese Studiengebühren gibt, wäre es sowieso vorbei gewesen, denn meine Eltern sind nicht reich, selbst die ganze Literatur für die Abschlußarbeit wäre schon kostspielig geworden, und alles ausleihen wäre auch schwierig gewesen...Und selbst wenn ich das Geld hätte, würde ich es den Bonzen nicht freiwillig in den Hals stopfen... |
| serene_fall | Studiengebühren gibts in der Schweiz so oder so.... Und bis jetzt hab ich mich ja nicht sonderlich bemüht... Ich schätze am Studium, dass man was für sich (sein Hirn) tun kann... Ich bin froh, dass ich keine Lehre gemacht hab, das hätt ich niemals ausgehalten.. Und vielleicht find ich danach doch noch einen Job wo ich nicht 5 Tage die Woche à 8 Stunden arbeiten muss, und das ist eigentlich keine schlechte Aussicht... Ansonsten bin ich mir eh nicht im Klaren, wie alt ich werden möchte... Wobei es auch bescheuert ist, Vorsätze in diese Richtung zu haben.... |
| Nachtelfchen | serene_fall: ehrlich gesagt find ichs schon wichtig, dass es leut gibt, die gut latein können, das hilft gewisse dinge zu bewahren, die sonst völlig untergehen, und auch wenns nur ein tropfen auf den heissen stein ist... die arbeit wird schon... mach terrormässig vorwärts, dann bist sie los! und zur zukunft: ich glaube manchmal hilfts, wenn man sich zwingt, nicht ständig ans überübermorgen zu denken, sondern einfach auch mal hier und heute lebt... mein liz lizt sich leider nicht von alleine, es ist unsäglich viel (12 themen insgesamt, 3 geschichte neuzeit, 3 geschichte ma, 3 deutsche literatur, 3 mediävistik...). und ich muss mich ganz schön zwingen, jeden tag dranzuhocken, denn gewisse dinge lesen sich nicht besonders leicht...ich kenn die ub mittlerweile wie meine eigene tasche ;) xenomorph: naja, bist du nicht froh, dass du abgeschlossen hast? wenigstens hast du ein papier, ohne wärs noch dümmer... französisch ist hier im schwiitzerländle pflicht, wir werden damit schon 10 jahre in der schule gequält und es wird davon ausgegangen, dass man französische fachliteratur einfach so mir nix dir nix lesen kann. grrrrr. |
| Xenomorph | Das Studium hab ich abgebrochen, ohne Abschluß, nach jetzt fast genau zehn Jahren...Bei euch gibt es die Studiengebühren schon länger? Ein Wunder, dass überhaupt noch jemand studiert... Bei uns in Bielefeld hatten sie bis vor kurzem das Rektorat besetzt, um gegen die Einführung zu demonstrieren, jetzt haben sie sich in die Eingangshalle zurückgezogen, und dort ein Zeltlager aufgeschlagen. Bildung kann man sich auch ohne Studium und Magisterabschluß aneignen, eigentlich geht das sogar viel besser. Man kann lesen was man will und wann man will, das bringt wahrscheinlich am Ende sogar mehr, als dieses Lernen auf Kommando, das bei mir eh nie geklappt hat. Naja, wenistens ist mir Franze erspart geblieben. Bei uns gibt es die Wahl zwischen Französisch und Latein, und ich habe mich für letzteres entschieden. Dass Franze bei euch in der Schweiz Pflichtfach ist, kann ich aber irgendwo nachvollziehen, schließlich ist es dort keine "Fremdsprache" wie hier bei uns, sondern eine der Landessprachen. |
| Nachtelfchen | ja, landessprache meinen hintern: die französischsprachigen schweizer und die deutschsprachigen unterhalten sich auf englisch... studiengebüren gibts seit eh und je...ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals keine gab. deshalb ist in der schweiz wohl auch das elternhaus entscheidend für die zukünftige schulbildung... je akademischer die eltern, desto akademischer die kinder... ui, du hast nach 10 jahren abgebrochen... das verdient respekt, ganz ehrlich, ich hätt mich nimmer getraut (bei mir sinds jetzt 8 jahre), und jetzt bin ich am abschliessen und ganz froh drüber, auch wenn ich immer noch das gefühl habe, nix zu können. nur...was machst du jetzt, wenn ich dich fragen darf? |
| Xenomorph | Tja, das frag ich mich auch...Ich werde jetzt wohl oder übel einen Job annehmen müssen. Wahrscheinlich werde ich zunächst in einer Gärtnerei aushelfen, deren Chef ich persönlich ganz gut kenne. Was dann kommt, weiß ich auch noch nicht, und ich möchte daran auch jetzt noch nicht denken. Insgesamt gesehen sind die Aussichten für mich alles andere als rosig, mit Mitte 30 und ohne Berufsausbildung... Bei uns sind Studiengebühren völlig neu, ich befürchte daher, dass genau die Situation, die es bei euch gibt, auch hier bei uns eintreten wird: Ein elitäres Bildungssystem, das alle sozial Benachteiligten ausschließt. Genau das wollen die Herrschenden wohl auch damit erreichen, mal davon abgesehen, dass sie die Studierenden als künftige Melkkühe des Staates entdeckt haben. Schon deswegen mußte ich das Studium unbedingt abbrechen, aus Prinzip, um mich dem Nützlichkeitsprinzip zu verweigern... Nun, einerseits bin ich zwar erleichtert, dass ich den permanenten Druck, dem ich die letzten zehn Jahre ausgesetzt gewesen bin, endlichlos zu sein, andererseits bin ich aber auch maßloß enttäuscht von mir selbst, dass ich wieder einmal versagt, etwas nicht zu Ende geführt habe... |
| serene_fall | So elitär find ich das nicht... Obwohl ernthaft darüber diskutiert wird, die Uni Zürich (oder wars die ETH Zürich?) in eine Eliteuni umzuwandeln um mehr Geld zu kriegen... Mh ich denke, dadurch, dass man studiert, weicht man dem Nützlichkeitsprinzip am ehesten aus.... |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i] Nun, einerseits bin ich zwar erleichtert, dass ich den permanenten Druck, dem ich die letzten zehn Jahre ausgesetzt gewesen bin, endlichlos zu sein, andererseits bin ich aber auch maßloß enttäuscht von mir selbst, dass ich wieder einmal versagt, etwas nicht zu Ende geführt habe... [/QUOTE]Etwas abzubrechen muss nicht immer falsch sein. Ich hatte nach meinem Studium versucht, "meinen Doktor zu machen", aber dann nach 3 Jahren abgebrochen, weil der permanente Druck zu groß war. Und ich bin heute überhaupt nicht traurig über diese Entscheidung. Bei den Indianern gibt es den Spruch "Wenn du merkst, dass das Pferd, das du reitest, tot ist, solltest du absteigen." Abbrechen heißt nicht unbedingt Versagen, sondern kann auch bedeuten, dass man die Sinnlosogkeit eines Tuns erkannt hat. Der Gründer unserer Firma, die nun schon seit 14 Jahren existiert, hatte nichts weiter als ein abgebrochenes Studium, und hier arbeiten eine Menge Leute, die aus völlig anderen Studienrichtungen gekommen sind. Wenn man eine neue Arbeitsstelle annimmt, muss man sich sowieso in die dortigen Sachlagen und Umgebungen einarbeiten, es ist immer wieder neues Wissen und Können gefragt. Von dem "Wissen", das ich während des Studiums erworben habe, brauche ich heute vielleicht 1 Prozent. Viel wichtiger sind die Arbeitsmethoden, um mir schnell und gezielt die richtigen Informationen zu beschaffen, die ich beim Studium gelernt habe, und das geht heute im Zeitalter des Internets alles viel besser und schneller. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i] Bei den Indianern gibt es den Spruch "Wenn du merkst, dass das Pferd, das du reitest, tot ist, solltest du absteigen." [/QUOTE] Schon richtig, und bei mir kommt noch hinzu, dass das Pferd schon lange tot war, vielleicht von Anfang an, und dass ich es erst bemerkt habe, als es praktisch schon zu spät war. Und es bleibt trotz alledem ein bitterer Nachgeschmack, da ich glaube, dass ich das Pferd selbst getötet habe... |
| serene_fall | Ich hab tatsächlich in ner Woche 3/4 des Solls geschafft, über 1000 Seiten... Damit wär auch meine Phase der Motivation einmal mehr nach 2 Wochen vorbei.... Den Unistart hab ich bestmöglichst verhauen, abgesehen davon, dass ich kaum 10 Wochenstunden schaffen werde, hab ich gestern total verschlafen und 2 Veranstaltungen verpasst. Am Nachmittag hab ich mich dann mit meiner supermiesen Laune doch noch in ne stinklangweilige VL gequält... Sehr erfreulich war auch die totale Übereinstimmung zwischen Innen- und Aussenwelt. Sonne, fröhliche Menschen und ich hätte am liebsten ein Kästchen mit dem roten Knopf gehabt, um diese Welt zu zerstören... Nach 2 Monaten, in denen ich mich grösstenteils in meinem Zimmer verschanzt hab, wieder unter Menschen zu kommen, war auch komisch und ziemlich anstrengend, obwohl ich ja niemanden kenne. Kam mir so fehl am Platz vor. In der letzten Zeit gings eigentlich ganz gut, mit viel Zynismus und Sarkasmus konnte ich mein Gedankenkarussell auch stoppen, hab die Konfrontation/Auseinandersetzung mit mir gemieden, auch eine ernsthafte Konfrontation mit anderen, klappte eigentlich auch ganz gut... Rückzug in die Gleichgültigkeit... Nun damit ist es wohl nun auch wieder vorbei. Einem Freund von mir gehts hundsmiserabel, hab gestern stundenlang mit ihm geredet, ihm Tipps gegeben, Vorschläge gemacht und alles. Selbstverständlich für eine Freundschaft, nur: Das hat eine ziemlich bittere ironische Seite, ich kann anderen gut zuhören, Ratschläge geben, ihnen helfen, und wenn ich nur mal 1% der Ratschläge, die ich gebe, befolgen würde, wär ich ein anderer Mensch... Ich kann anderen helfen und mir selbst nicht und das ist mir wieder schlagartig bewusst geworden, ich steh mir selbst im Weg, ich durchschaue mich eigentlich ziemlich gut, wüsste wo was zu änderen wär und dennoch kann/will ichs nicht. So stehe ich eigentlich zum xten mal am selben Punkt, wo ich eigentlich am liebsten alles hinschmeissen und weg möchte an einen anderen Ort, obwohl ich weiss, dass Mensch vor sich selbst nicht fliehen kann.... [QUOTE]Schon richtig, und bei mir kommt noch hinzu, dass das Pferd schon lange tot war, vielleicht von Anfang an, und dass ich es erst bemerkt habe, als es praktisch schon zu spät war. Und es bleibt trotz alledem ein bitterer Nachgeschmack, da ich glaube, dass ich das Pferd selbst getötet habe...[/QUOTE] Das trifft wohl den Nagel auf den Kopf... Naja musste mal raus... |
| serene_fall | Hab das eben nochmals gelesen... Und nachgedacht... Die letzten 1,5 Jahre habe ich nun so verbracht, mehr oder weniger, es war nicht derart erfreulich, dass ich so weitermachen möchte... Obwohl ich die Zeit etc gehabt hätte, Dinge zu tun, die mir gefallen, hab ich es doch nicht geschafft... Schon wieder alles beinah hinzuschmeissen kanns nicht sein... Ich möchte also versuchen, die Uni und den Rest durchzuziehen... Ich will 10 Semesterwochenstunden schaffen (wenig, aber so viel hab ich noch nie geschafft), unabhängig davon, ob ich das Studium überhaupt je beenden werde Ich will die Proseminararbeit schaffen Ich will jeden Tag aus der Wohnung kommen Ich will den Alkoholkonsum noch weiter reduzieren (ich trinke auch jetzt nur noch am Wochenende und nicht mehr so viel wie früher) Ich will einen Job suchen und finden Ich will ein Gespräch vereinbaren mit der Berufsberatung und eine allfällige Alternative zum Studium finden und vor allem will ich das durchziehen, was ich hier eben aufgezählt hab und mich nicht unterkriegen lassen, das hab ich zu oft getan... Werd mir die Ziele aufschreiben, gross ausdrucken und im Zimmer gut sichtbar aufhängen, als Erinnerung an das Versprechen, das ich mir hiermit gegeben habe... Ich hoffe, dass ich es wirklich schaffe, mein Leben etwas umzudrehen und aus diesen Mustern auszubrechen. |
| Nachtelfchen | serene_fall: nur ganz kurz, weil ich gleich wegmuss: schon alleine, dass du dir die dinge aufschreibst, hilft möglicherweise, ich hab auch immer wieder mal so einen "fahrplan" in meinem zimmer hängen gehabt, wenn eine gefahr von "kontrollverlust" bestand, das bringt einen wieder runter. werd versuchen, mich später nochmal einzufinden und noch detaillierter zu schreiben... |
| serene_fall | Najo, mal melden... Für 10 Wochenstunden hats doch nicht gereicht, immerhin 8... Auch sonst klappts ganz gut mit dem Einhalten der Vorsätze... Es gibt halt immer wieder mal diese Tage, an denen einfach nix geht (in der Regel Montage)... Aber solange es nur einzelne Tage sind, gehts... Bei der Berufsberatung hab ich nächstens mal nen Termin, erhoffe mir nicht zu viel davon... Bin aber immer noch vorsichtig optimistisch... |
| Xenomorph | @serene_fall: Wünsche dir viel Glück bei deiner Jobsuche...Hoffentlich klappt es bei dir besser als bei mir letztens... Im Prinzip weiss ich immerhin, was für mich in Frage kommen würde, und was nicht, so eine Beratung brauche ich daher eigentlich nicht, aber erst mal was passendes zu finden ist halt das Problem, fürchte ich... |
| serene_fall | Najo, ich denke, ich muss nun langsam mal längerfristig planen, so sehr mir das auch zuwider ist... Nun kann ich noch ne Ausbildung/Lehre machen, falls sich dann was findet, irgendwann ist der Zug dafür abgefahren... Ich hab echt null Ahnung, das Studium ist schon ok, aber irgendwie fühl ich mich da einfach fehl am Platz... Und irgendwie graut mir davor, total zu vergeistigen... Und was verdienen, wär nicht schlecht... Irgendwie will ich auch weg von hier... Mit ner abgeschlossenen Ausbildung wär das schon besser... Noch 6 Jahre Uni und dann doch nix haben, ich weiss nicht... Und so bin ich ja auch finanziell von meiner Mutter abhängig und langsam beginnt mich das auch zu stören... Andererseits kann ich mich in nem geregelten Alltag nicht vorstellen, ich mit meiner Mühe, mich einzuordnen, unterzuordnen, zuzuhören, Dinge zu erledigen, die mir aufgetragen werden, meine fehlende Geduld etc... Naja ich werd ja dann sehen, was die meinen.... Ich werd so oder so Teile meiner Persönlichkeit opfern müssen, bzw ich muss einiges ändern, ob ich nun Uni weitermach oder nicht... Ist anstrengend... |
| Xenomorph | Nun, Ausbildung hab ich auch keine, und dieser Zug ist für mich ohnehin endgültig abgefahren... Bei mir kann es sich nur um Jobs handeln, die keine Ausbildung erfordern, um die Dinge, die mir liegen, oder solche, die ich mir selber aneignen kann... Eigentlich hätte ich mit meiner Weltanschauung ohnehin Literat oder Künstler werden müssen, mein Studium hatte ich ursprünglich in der Absicht begonnen, mich auf diese Weise später einmal dem "normalen Berufsleben" ganz zu entziehen, um mich ungestört meinen wahren Interessen, Kunst und Literatur, widmen zu können... Mit dem Gärtnerberuf könnte ich zwar auch leben, immerhin wollte ich das werden, bevor ich mich für das Studium entschieden habe, aber auch auf dem Sektor will anscheinend niemand mehr einen "Ungelernten" wie mich einstellen, und sei es vorerst nur als Hilfskraft für ein paar Stunden in der Woche, wenn sie gleichzeitig "Qualifizierte" mit Ausbildung dafür haben können... Tja, sieht so aus, als hätte ich jetzt endgültig die Arschkarte gezogen, selbst dann, wenn ich es mit dem Studium wider erwarten doch noch hinbekommen sollte... Kann mir jedenfalls nicht vorstellen, mit 35 noch irgendeine Ausbildung anzufangen, und mich wie ein Lakai herumschubsen zu lassen, meinen Stolz hab ich trotz allem irgendwo doch noch... Die einzige wirkliche Alternative bestünde wirklich in der Schriftstellerei, oder aber doch in einer Stelle an der Uni als Lehrkraft, o.ä., aber auch dort würde ich in meiner Situation unter permanentem Erfolgsdruck stehen, und die Uni nimmt auch nur diejenigen, von denen sie sich etwas verspricht, und da gehöre ich ganz sicher nicht dazu... |
| serene_fall | Licht am Horizont... Hm die Beratung hat mir doch noch was gebracht, Bibliothekar, heute schimpft sich das Informations- und Dokumentationsassistent. Es besteht sogar die Chance, dass ich diesen Sommer noch damit anfangen kann, wenn es mir gefällt und wenn die mich wollen, was sich ja dann zeigen wird... Und da ich ja ne Matur hab und auch mal bisschen Geschichte studiert hab und Latein, sicher keine schlechte Referenzen... Hm eigentlich wollte ich ja nie in ein Archiv, aber andererseits passts ja zu mir, da es mir nicht allzu viel Kontakt mit Menschen beschert und ich von Aufregung weitgehend verschont bleibe... Ausserdem hab ich ja dann dennoch Kram in den Händen, der mich doch noch interessiert... Hm... Ich freu mich grad, aber versuch nicht allzu euphorisch zu werden... Aber es ist zumindest mal eine Perspektive... Oder ein Ansatz.. |
| Nachtelfchen | sorry, serene_fall, im moment bin ich immens im abschlussstress, deshalb auch immer die wenigen zeilen meinerseits... bibliothekar... das ist vielleicht gar nicht soo übel, je nach dem. du kannst alle bücher lesen, die rum sind und entscheiden, was gekauft wird für die biblio. oder wie wärs mit buchhandelslehre? manchmal, wenn ich mal wieder im labyrinth bin, denk ich, dass es eigentlich ganz toll ist, mit ganzen vielen büchern um einen rum zu arbeiten, anderseits... den ganzen tag im labyrinth hocken, ich weiss nicht... oder mach die ub unsicher in der handschriftenabteilung, ich lieb das da unten, nur würd ich gern selber in den regalen mit den alten wurmlöchrigen 1meterhohen büchern schmökern...siehstu schon mal ein vorteil! geld verdienen...naja... wenn du fertig studierst, musst du wohl damit leben, bis ende studium kein geld zu verdienen, oder jedenfalls nichts nennenswertes, kann ich dir aus eigener erfahrung sagen. ich hab in den letzten 2 jahren so ca. 500 fr im monat verdient, hehe... andererseits hab ich grad neulich gelesen: nischenfächer sind gesucht! als lateiner bist du dermassen in der minizahl, dass du mit grösserer wahrscheinlichkeit was kriegst nach dem studium. licht am horizont ist gut! xenomorph: ich hab neulich mal irgendwo (zeit? spiegel?) mal mitgekriegt, dass studienabbrecher eigentlich ziemlich gesucht sind. da schon viel studiert, aber ohne abschluss billiger. schon mal in der werbebranche versucht oder im verlag? (naja, wenns dich dann interessiert...) so und jetzt genug von mir, ich muss lernen und zwar muss ich bis heut um 12 mein heutiges lernthema gebodigt haben, gääähn |
| serene_fall | Kein Problem wegen den wenigen Zeilen ;) Ja Buchhandel wurde mir auch nahegelegt, aber das könnt ich mir nur im Labyrinth oder ner ähnlichen Buchhandlung vorstellen... Also Thalia oder so, ui ne... Ich bewerb mich nun mal, mal sehn, ob was dabei rauskommt und sonst ist es auch keine Tragödie noch ein jahr Uni zu machen... Aber ich habs ja eh verbockt mit dem Wechsel und das reicht mir nie und nimmer, das durchzuziehen... Dann muss ich noch Griechisch nachholen, die Prof mag ich nicht, die meisten Leute auch nicht, mh... Mich interessiert der Kram ja schon, aber immer diese Detailreiterei, nimmt mir irgendwie auch die Lust... Mal abwarten... Viel Glück bei deinem Abschluss, Nachtelfchen :) |
| Xenomorph | Vielleicht krieg ich den Dreh mit der Uni jetzt doch noch...Hab heute mit dem Dozenten über eine Klausur in Literaturwissenschaft als zweitem Hauptfach gesprochen, und (natürlich) Hermann Hesses Frühwerk als Thema vorgeschlagen...Er war damit sofort einverstanden... Noch eine zu Klausur schreiben, insbesondere zu diesem Thema, dürfte zu schaffen sein, doch die dumme Magisterarbeit klebt mir dann immer noch an der Backe, und nichts wäre damit gewonnen... An einen Bibliothekarsjob habe ich auch schon mal gedacht, befürchte aber, dort vor Langeweile und Nichtstun einzugehen... Von grösserem Interese wäre es für mich, als Lektor in einem Verlag anzufangen, aber auch da ist nix zu machen, denn in Bielefeld gibt es keine Verlage, und fortgehen kann ich schon allein wegen meiner Krankheit nicht, habe auch weder Auto noch Fühererschein ,und würde daher in dem Kaff festsitzen, selbst wenn ich bereit wäre, wegen einem Job woanders hinzugehen... |
| serene_fall | Tjo also das mit der Stelle hat nicht geklappt, war zu spät... Stört mich eigentlich gar nicht mal so und meine Enttäuschung hält sich komischerweise sehr in Grenzen... Also werd ich weiterstudieren und evt versuchen für nächsten Sommer was zu kriegen... Auf jeden Fall hab ich nun ein Ziel, ich weiss das es machbar ist und ich hab zum ersten Mal überhaupt mal eine etwas konkretere Vorstellung von meiner Zukunft... Das nimmt doch auch irgendwie die Ohnmacht, was auch schlechte Tage erträglicher macht... |
| Nachtelfchen | hallo wiedermal in kürze... serene_fall: tut mir trotzdem leid mit dem job, aber es ist gut, dass es dich motiviert! und wer weiss, vielleicht kommt der spass am studium ja dann so fest, dass du nichts anderes mehr machen willst :) nee, thalia wär echt nichts, da gibts schöneres. das narrenschiff oder eben das labyrinth... xenomorph: ich weiss auch nicht, ob ich gescheite tips für die magisterarbeit geben kann... als ich drin steckte, fand ichs furchtbar, die letzten wochen vor abgabetermin waren horror. aber jetzt, kurz vor den klausuren, muss ich ganz ehrlich sagen: gebt mir nochmal eine arbeit!! ich würd sofort nochmal drei magisterarbeiten schreiben, um diese klausuren nicht machen zu müssen. der beste tip: durchhalten! es dauert nur ein paar monate. und mach ein thema, dass dich interessiert! und treff immer noch menschen, ich hab in den letzten 6 wochen vor abgabe kaum mehr einen menschen gesehen... soviel zum thema zeitmanagement! jaja, und eigentlich sollt ich kleist dekonstuieren. bin schon wieder weg |
| Xenomorph | @serene_fall: Tut mir ebenfalls leid für dich, dass es bei dir mit dem Job nun auch schiefgegangen ist, zumindest vorerst, genau wie bei mir... Etwas positives hat mir mein gescheitertertes Gärtnerei-Experiment aber doch gebracht, nämlich dass ich von Jobs vorerst die Schnauze voll habe, und mich stattdessen lieber wieder mit der Uni befasse... @Nachtelfchen: Mit Klausuren hatte ich nie solche Probleme, es fällt mir wesentlich leichter, mich mal an einem Tag für etwa vier Stunden intensiv auf ein Thema zu konzentrieren, als mich über mehrere Wochen hinweg jeden Tag aufs neue für eine Magisterarbeit zu motivieren...Immerhin habe ich auch dafür bereits ein Thema, und auch eins, das mich interessiert...Dass die richtigen Ideen dennoch bislang ausbleiben, hat bei mir persönliche Gründe, in der Hauptsache liegt es wohl daran, dass ich mit meinem Leben insgesamt so unzufrieden bin... Naja, erst mal abwarten, wie die Klausur ausfällt, davon wird dann alles weitere abhängen, schätze ich... |
| serene_fall | Ne das mit der Uni wird eh nicht mehr hinhauen eben weil ich den Wechsel ins BA/MA verkackt hab... (Meine Papierkram- und Formularaversion mit weniger angenehmen Konsequenzen)... Für den Sommer brauch ich aber so oder so nen Job, bleibt mir also nicht viel anderes übrig, mich bei sonem Temporärstellenbüro zu melden, da ich so gut wie keine sozialen Kontakte haben, über die ich was kriegen könnt... Najo vielleicht hab ich Glück, mal sehn... |
| Nachtelfchen | ? ist der wechsel zu dem zeug nicht jederzeit möglich? ich dachte, das wäre kein problem, sie wären da zuvorkommend und blabla, weil ja jeder die neue richtung unterstützen muss, resp. die profs finden dieses ba/ma züügs ja eh völlig unmöglich, deshalb kannst du vermutlich mit ihnen reden, wenn du einen termin versäumt hast, normalerweise sind die relativ kulant. jedenfalls diejenigen, mit denen ich zu tun hatte waren das. |
| serene_fall | Ne eben nicht, dann müsst ich nochmals von vorn anfangen... Ausserdem geht das ja über das Dekanat und ich hab die Unterlagen auch nicht mehr, die für den Wechsel erforderlich sind, das waren sicher 10 Seiten... Ich hab heut mal die Vorschau fürs nächste Semester angekuckt im Latein, ich glaub das tu ich mir nicht an. Alles bei meiner "Lieblingsprof" und so öde Themen... Und alles zu schmeissen und etwas ganz neues anfangen, ne muss auch nicht sein. Da probier ich lieber nächsten Sommer was im Kunstmuseum oder eben im Archiv zu kriegen... Und ab dem Sommer irgendwie ein Jahr jobben, auch wenn mir davor graut... |
| Nachtelfchen | was echt? komisch... ich mein, mich ging das ja nie was an, ich hab mich ja auch - ich gebs schändlicherweise zu - in meinem letzten semester unglaublich amüsiert, wenn die profs von der neuen bildungskatastrophe (oton mittelaltergeschichtsprof von müller) anfingen und es eine seierei und ein chaos war und keiner wusste, was jetzt genau und überhaupt (hehe, ich hab sogar noch auf meine alten tage 2 kreditpunkte gutgeschrieben bekommen)... aber: an jeder ba/ma veranstaltung, an der ich interessenhalber war, wurde gesagt, dass wechseln üüüberhaupt kein problem sei und die sachen würden einem angerechnet und man würde nichts verlieren, blablasülz. naja, soviel für die theorie demfall. und im alten system weitermachen? gut dann musst du bis 2012 abgeschlossen haben aaaaber: du kriegst gleich den master gutgeschrien... händereib wobei, kunstmuseum ist auch eine alternative, was würdest du da machen wollen? |
| serene_fall | Ja ich hatte dieses Drama schon am Gym, weil ich schon das als Versuchskaninchen für die neue Maturregelung herhalten musste... Diesen BA/MA Kram hab ich gar nicht erst versucht zu kapieren, ich hab noch nicht mal das Liz System so recht begriffen... Als ich mit dem Studium angefangen hab, wusst ich noch nicht mal, dass es ein Vorlesungsverzeichnis gibt. Ja ich bin schrecklich verpeilt... Und den Wechsel ans BA/MA musste man dann im Dekanat einreichen (was ich natürlich am letzten Tag der Frist gemacht hab) mit Kopien ausm Testatbuch und allem drum und dran, dann kriegte man nen Stapel Papier zurück, was wo genau angerechnet wurde und wieviele Punkte es dann schlussendlich gab... Natürlich hab ich es immer aufgeschoben, den Wechsel noch zu bestätigen, also den ganzen Kram wieder einsenden und unterschreiben. Obwohl ich mein ganzes Zimmer dann aufn Kopf gestellt hab, hab ich den Kram dann nicht mehr gefunden.... Und aufs Dekanat zu gehen war mir dann zu peinlich... Und naja eben wenn ich so an die Vorschau aufs nächste Semester denke, ist mir die Lust drauf eigentlich vergangen... Die Themen, die Leute und die Dozenten.... Im Kunstmuseum kann man auch Archivar machen... Das wär dann aber erst im nächsten Sommer... |
| Xenomorph | serene_fall: was genau wolltest du jetzt eigentlich wechseln, deine Fächer oder den Studiengang, und warum, wolltest du oder musstest du?...Bei uns hier sieht es im Moment jedenfalls so aus, dass die alten Magister-Studiengänge komplett durch dieses neumoderne Bachelor/Master - Zeug ersetzt werden sollen, wie es bei euch vermutlich auch der Fall ist, da heutzutage ja alles überall gleich sein soll... wobei allerdings den wenigen noch verbleibenden Relikten aus der alten Zeit, wie beispielsweise mir, gnädigerweise gestattet wird, ihr Magisterstudium auch noch mit einem Magisterabschluss zu beenden...Bei uns ist es zumindest so, dass niemand, der ursprünglich mal mit Magister begonnen hat, zu einem Wechsel in das neue System gezwungen wird, allerdings gibt es auch hier so ein "Ultimatum", bis zu dessen Ablauf der letzte seine Sachen durch haben muß, um noch seinen Abschluss zu kriegen...Weiss jetzt allerdings nicht mehr, wann genau das sein wird... |
| serene_fall | Also Studiengang in erster Linie, Fach auch, weil Philo is nix für mich. Da ich ja ziemlich am Anfang des Studiums bin, lohnt es sich nicht, Liz machen, wenn dann eh alle Veranstaltungen nach dem neuen System gemacht werden... Die Frist ist hier 2012, was ich niemals einhalten könnte. Ich bin nun 2 Jahre dran und steh nirgends. Klar kann man theoretisch in 5 Jahren Liz machen, aber ich schaff das garantiert nicht... Und soweit ich weiss, ist dann ein Wechsel der Fächerkombination gar nicht mehr möglich... Naja das spielt ja nun auch keine Rolle mehr, wenn ichs hinschmeiss. Ich hab zur Zeit echt genug davon, zurück kann ich ja immer noch... |
| Nachtelfchen | serene_fall: oh, jahrgang 84 oder 85... jaja, das komische neue matursystem mit den schwerpunktfächern..also wir hatten noch den guten alten typus..hihi... naja, also bis 2012 würdest du das schon schaffen, sind ja noch 6 jahre, und ich hab die ersten 3 jahre meines studiums wirklich nicht vorwärts gemacht, also echt null, da war nachtleben, ferien und solches zeug einiges wichtiger, und ich habs 7 jahren hingekriegt...(jaja, jetzt muss ichs nur noch erfolgreich beenden, schluck... und wenn ich ständig bei nachwelten abhäng...grrr) aber eben, wenn du noch so lange zeit vor dir hättest, macht liz keinen sinn, genauso, wie für mich ma/ba keinen sinn gemacht hätte (und den master krieg ich ja jetzt frei haus...) archivar klingt aber nicht schlecht, kannst du da auch reinschnuppern oder so? xenomorph: jaja, die ändern alles, damit es überall gleich ist. puustekuchen ist das. in england hat man 4 jahre zum bachelor, ist dann aber erst knapp 22, wir sind hier dann schon eher 24. zudem kann man in gewissen ländern ma und dr sozusagen gleichzeitig machen... naja... und das ist eine hühnerei mit diesen kreditpunkten, und da wird noch lange nicht alles dann an der heimuni angerechnet, wenn man woanders ein semester macht... das ist blanke theorie :( und jetzt fertig text. prüfungsvorbereitung ruft. |
| Xenomorph | Nachtelfchen: Mit 24 das Studium schon beendet haben...? Auweia, da würde ich dann aber ziemlich weit hinter dem Zeitplan zurückhängen...Ich habe nämlich mit 25 erst angefangen zu studieren...Da bin ich mit inzwischen 35 dann wohl doch etwas reichlich spät dran, fürchte ich...Naja, mittlerweile juckt mich das zum Glück nicht mehr...Falls ich den Magister jetzt noch hinbekommen sollte, bin ich zufrieden, ganz gleich was danach kommt...Oder eben auch nicht mehr kommt... |
| Nachtelfchen | xenomorph: naja, bachelor ist ja eigentlich nicht studium beenden, jedenfalls wollen die profs uns weissmachen, dass der "eigentliche" abschluss immer noch der master ist (das glauben die ja selber nicht...). mit bachelor hat man dann ja eigentlich nur 3 jahre studiert. zum master wärens dann noch zwei jahre, also 26. naja, wenn du mit 25 erst angefangen hast, ist das was anderes. ich ging mit einem 3/4 jahr pause quasi direkt weiter ab abitur. zwischen abitur und studium hab ich rumgejobbt und bin gereist, und dann war ich knapp 20 als ich anfing, mittlerweile hab ich 14 semester plus jetzt das prüfungsjahr auf dem buckel, und damit solls jetzt auch schluss sein. nun gut, wenn die anderen klausuren so laufen wie heut...argh...dann werd ich glaub putzfrau... ich hab mir letztendlich immer eingeredet, dass es auf das eine oder andere jahr nicht ankommt, von dem her ;) |
| serene_fall | Hm ich hätt ne Wohnung, die geputzt werden müsste :p. Du wirst das schon hinkriegen, wenn du so lange durchgehalten hast. Ich wünsche dir viel Erfolg für die kommenden Klausuren :). BA/MA oder die Marktwirtschaft hält Einzug an der Uni, egal wie sinnlos die Fächer von einem marktwirtschaftlichen Standpunkt sind. Die Unis reissen sich um Studenten und darum wird ja auch das Lateinobligatorium zumindest für den BA in den Geisteswissenschaften abgeschafft. Eigentlich total absurd, wenn die Geisteswissenschaften einen auf Marktwirtschaft machen, wozu braucht die freie Wirtschaft derart viele Historiker etc? (und wenns dann noch solche wie Mörgeli sind :D) Also mir hat man auch eingetrichtert, der BA sei ein Abschluss, der keinen Wert hat. Naja die Betriebe werden sich da wohl mit der Zeit anpassen. Aber wenn man nen FH Abschluss macht, hat man auch nen Bachelor. Da soll mal jemand draus kommen ;)... Naja für mich hat sich ja das erledigt, ich muss einfach noch was finden für nächstes Jahr. Das kleinere Übel: ich muss der Dozentin sagen, dass ich die Arbeit nicht fertig mache (bringt ja nix), hab irgendwie ein schlechtes Gewissen deswegen (andererseits bin ich zu faul und zu demotiviert); das grössere Übel: Meine Mutter, die glaubt, ich sei ganz fleissig und glücklich mit der Uni. Lügen haben bekanntlich kurze Beine... |
| Nachtelfchen | serene_fall: ts, du solltest mal meine wohnung sehen...da müsst ich um die bücherstapel saugen...grrrr jaja, marktwirtschaft und geisteswissenschaften, nein, passt wirklich nicht. zudem ist das problem der theorie vs. praxis doch nicht mit dem änderen eines abschlussnamens und einem kreditpunktesystem zu lösen... naja. ich hab leider keine patentlösung, wünscht ich hätt eine... es ist schon komisch, aber im laufe meines studiums bin ich zur absoluten lateinverfechterin geworden, abendländische geschichte vor 1800 ohne lateinkenntnisse ist nicht wirklich brauchbar. oh...das mit deiner mutter ist in der tat etwas ärgerlich... vor allem, unterstützt sie dich nicht noch finanziell und so? aber gut, egal was kommt, letztlich musst du es ihr sagen, denk ich, aber vielleicht erst, wenn du ihr eine alternative unterbreiten kannst? so nach dem motto: ja, ich schmeiss mein studium, ABER: nach reiflicher überlegung UND ich hab da auch schon eine stelle oder eine ausbildung ectblabla... so und jetzt muss ich wieder, deutsche literatur ruft... das blöde ist, das genau diese kommende klausur eigentlich die schlimme ist, die letzte hätt ich eigentlich mit bravour meistern sollen, mittelaltergeschichte ist schliesslich eigentlich mein paradefach :/ ürks, hab ich wohl verkorkst, seufz... ja eben...eigentlich... |
| serene_fall | Jap Latein ist schon ne tolle Sache, ich werd mich bemühen, das auch nach dem Studium zu pflegen :)... Also meine Mutter hats geschluckt... Ich denke, solange ich etwas mach und ein Ziel hab, das einigermassen bürgerlich ist, wird sie auch nicht meckern... Aber es wird ihr auch recht sein, wenn ich finanziell schneller unabhängiger bin. Ich werd nochmals zur Berufsberatung gehn, vielleicht krieg ich ja irgendwie nochn Praktikum, dass ich nicht ein ganzes Jahr jobben muss... Wünsch dir weiterhin viel Erfolg bei den Prüfungen :). Wie viele davon hast du denn noch und über welchen Zeitraum? Und hast die letzte echt schlimm verbockt? Also viel Erfolg |
| Nachtelfchen | so und jetzt noch kurz von mir, bevor ich eindeutig einschnappe für die nächsten 10 tage: gut hats deine mutter geschluckt, ist ja schon mal eine erleichterung. aber das mit dem bürgerlichen ziel würd ich persönlich nicht so eng sehen ;) mach das, was dir spass macht! ich wünsch jedenfalls, dass es klappt. praktikum ist immer gut, nur oft schlecht bezahlt, aber wenn deine mutter da noch beisteuert, sollts gehen. wo würdest du hinwollen? prüfungen...nerven mittlerweile unendlich. letzten samstag war letzte schriftliche, keine ahnung, aber wer über dekonstruktion schreibt ist echt selbst schuld... seufz und jetzt hab ich noch diese woche den terror und ab übernächster woche beginnt die prüfungswoche, tja, und dann ists rum. ich weiss nur, dass ich mich am samstag in 2 wochen im delirium befinden werde... komatöses rotweinsaufen. naja, und dann beginnt der erste tag meines restlichen lebens, krass. so und nun weiter im text... |
| Xenomorph | So, ich habe jetzt auch einen festen Termin für meine Klausur in Literaturwissenschaft: den 27. Juli...mit den "bürgerlichen Zielen" würde ich das genauso sehen... ich plane jedenfalls nur noch für die unmittelbar überschaubare, allernächste Zukunft... Wenn ich ein Ziel auf diese Weise erreicht habe, suche ich mir das nächste, schaffe ich es nicht, habe ich nicht allzuviel verloren und komme leichter darüber hinweg, und außerdem bin ich schon viel zu alt dafür, um noch ein "braver Bürger" zu werden - wäre mir eh viel zu langweilig... @Nachtelfchen: Ich wünsche dir ebenfalls noch viel Glück bei deinen Abschluss. |
| serene_fall | Ich hab nun bald nochmals Berufsberatung... Wohin, gute Frage, Museum oder sowas... Einfach etwas, wo ich nicht allzu viel mit beknackten Menschen zu tun habe ;) Ne Mitstudentin versucht mich zwar zu überreden, noch ein Jahr Uni zu machen, aber ich hab echt keine Lust. Ich wünsche euch beiden viel Glück bei den Prüfungen :) |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von serene_fall [/i] [B]Einfach etwas, wo ich nicht allzu viel mit beknackten Menschen zu tun habe ;) [/B][/QUOTE] Du sagst es...leider sind solche Arbeitsplätze auf der Welt heute sehr selten geworden... Wünsche dir dennoch viel Erfolg bei der Suche und dass du etwas findest, was dir wirklich Spaß macht... |
| serene_fall | Arg, ich weiss, ich hab mir vorgenommen nicht mehr so rumzujammern, die Dinge anders zu sehen etc... Aber ich muss mich wo auskotzen, halts grad nicht mehr aus und ich weiss nicht wo sonst... (ich erwarte keine Antwort, ich wills nur loswerden irgendwo) Es geht einfach grad nicht, diese Woche ist absolut fürchterlich und ich weiss noch nicht mal warum... Die Tage sind fürchterlich, ich komm kaum ausm Bett raus. Ich kann mich keine Minute konzentrieren, alles erscheint falsch, die Sonne nervt mich, ich bin nur noch müde, ich mag nix essen, ich kann nicht schlafen, ich komme nicht zur Ruhe, ich mag keine Menschen sehen, ich halte es drinnen nicht aus und draussen nicht... Und überhaupt... Diese Orientierungslosigkeit, die wirklich jeden Bereich meines Lebens durchzieht... Diese Warterei... Seit ich ein ungefähres Ziel habe nennt sich das Vergeuden von Zeit warten, ich habe einfach keine Geduld.. Ich bin wieder mal total überfordert. Ich habe in 11 Stunden eine Prüfung und wirklich nichts gelernt. Zeit hätte ich ja genug gehabt... Ein seltsames Gefühl beschleicht mich, eine vage Traurigkeit, Ekel, gähnende Leere, Gleichgültigkeit, es lähmt alles. Dabei müsste ich so wenig machen, doch es geht einfach mal wieder nicht.... Älter werden, eine komische Sache. Erwachsen bin ich dennoch nicht geworden. Ich isoliere mich so gut es nur geht, ruiniere grad noch die letzte Freundschaft, die ich noch habe. Ich hab das Gefühl, genug vom Leben und der Welt gesehen zu haben. Ich bin innerlich müde, ich wende mich ab, weg vom Leben, von den Menschen, von der "Zukunft", von der Vergangenheit, vom Tod, aber wem wende ich mich zu ausser grenzenlosem Zynismus? Es ist alles so leer... ausgehöhlt... Es ist alles so fremd, ich gehör hier nicht hin. Ich will nicht erwachsen werden, ich muss so vieles und will nichts. Ich will keine Konfrontation, ich mag keine Entscheidungen fällen, ich mag nicht denken. Denken, an all diese Dinge, die sein könnten, aber niemals sein werden, weil ich zu kaputt bin, weil ich mir selbst im Weg stehe, weil meine Hölle mein zu Hause ist, weil meine Hölle das einzige ist, das wirklich mir gehört...Weil ich nie ein normals Leben führen kann und will, weil ich zu langweilig und ängstlich bin, überhaupt zu leben, weil mir die Fähigkeiten fehlen, etwas anderes als ein Durchschnittsversager zu sein. Wie ein dummes kleines Kind werfe ich das Spiel über den Haufen mit den Worten: ich will nicht mehr, es ist doof....gehe mit verschränkten Armen in mein Zimmer, lege mich hin, ziehe die Decke über den Kopf und weine. Das Spiel bleibt dasselbe, die Teilnehmer auch und ich werde nie gewinnen. Ich fühle mich so lächerlich... |
| Xenomorph | Das kommt mir alles irgendwie sehr bekannt vor, wie ich leider zugeben muss...ich bin auch nie richtig "erwachsen" geworden - nur alt, müde und krank... nichts von dem, was ich mir früher einmal, als junger Mensch, vom Leben erhofft und versprochen habe, ist eingetreten... Einen Job finden...? Früher dachte ich, nichts sei leichter als das, inzwischen weiss ich längst, dass mich niemand haben will und niemand braucht, weil es immer jemanden gibt, der "besser" ist als ich und dementsprechend bevorzugt wird... Nein, ein "Durchschnittsversager" bin ich gewiss nicht, denn Versagen ist das einzige, worin ich wirklich überdurchschittlich gut bin, besser als jeder andere auf der Welt, da übertrumpft mich so leicht keiner... Ich sagte es ja bereits früher schon einmal, als ich dir die Sache mit der Gärtnerei erzählte: Für "Fehler" ist nun mal in dieser Gesellschaft kein Platz, doch leider sind solche "Fehler" das einzige, woran es mir nicht mangelt... Und da es genug Menschen ohne "Fehler" gibt, suchen sich die Arbeitgeber halt lieber solche...es ist doch so: Wenn einem das ganze Leben lang überall suggeriert wird, man sei doch eh der letzte Dreck, dann glaubt man es irgendwann auch... Zum Verlieren geboren und zum Scheitern verurteilt zu sein...diese Erfahrung zieht sich wie ein roter Faden durch mein bisheriges Leben, bis zum heutigen Tag...nur früher habe ich noch gedacht, dass das irgendwann mal vorbei ist, dass ein Mensch doch nicht immer nur Pech haben kann... Heute weiss ich, dass es doch so ist... |
| Xenomorph | Selbsthass, die Fortsetzung: Inzwischen verlasse ich das Haus praktisch nur noch, um zur Uni zu gehen, ansonsten habe ich mich praktisch in meinem Zimmer vor der Außenwelt "verschanzt", um mich ungestört den ganzen Tag vor den PC zu hocken und im Internet rumzuhängen...heute habe ich seit längerer Zeit mal wieder einen Abstecher in die Stadt gemacht, um ein wenig Zerstreuung zu suchen...was mir nicht gelungen ist...ich war dort ein Fremdkörper, ein Verstoßener dieser gleichgültigen, idiotischen, leeren Welt der Arbeit und des Konsums... So bin ich denn bereits nach kurzer Zeit angewidert vor dieser äußeren Leere zurück in meine innere geflüchtet... Ich war dort ein Fremder in einer fremden Welt, und jeder, dem ich begenete, schien es zu wissen...diesen Eindruck habe ich jedesmal, wenn ich mich gezwungenermaßen unter einer größeren Anzahl von Menschen bewegen muss, in der Straßenbahn, in der Stadt, usw... Wir tragen das Kainszeichen der Parias, der Ausgetossenen auf unserer Stirn...für uns ist es unsichtbar, doch die "anderen", die, die "dazugehören" und das "Glück" gefunden, (oder besser gesagt: erfunden haben) können es sehen... |
| LaChatte | [QUOTE]Nein, ein "Durchschnittsversager" bin ich gewiss nicht, denn Versagen ist das einzige, worin ich wirklich überdurchschittlich gut bin, besser als jeder andere auf der Welt, da übertrumpft mich so leicht keiner...[/QUOTE] Ich kenne persönlich mindestens zwei, übrigens sehr liebenswerte und begabte Menschen, die es in Bezug auf Selbsthass mit dir absolut aufnehmen können - das macht mich immer wieder traurig, an sie zu denken. [QUOTE]Ich sagte es ja bereits früher schon einmal, als ich dir die Sache mit der Gärtnerei erzählte: Für "Fehler" ist nun mal in dieser Gesellschaft kein Platz, doch leider sind solche "Fehler" das einzige, woran es mir nicht mangelt...[/QUOTE] Aus meinem eigenen Leben: ich habe jede Menge "Fehler" gemacht - Studium abgebrochen, Ausbildung zur Grundschullehrerin nicht bestanden, Beziehung mit einem gewalttätigen Mann, Suchtproblem, eine Beziehung, wo ich nach Strich und Faden betrogen wurde, Schulden, mein letzter Arbeitgeber hat mich fallen gelassen wie eine heisse Kartoffel, eine absurde Angst vor dem Telefonieren... und es gibt mich immer noch, auch in der Gesellschaft, in der ich immer noch meinen Platz suche. Ein Plätzchen hab ich schon gefunden. Und auch dir ist das möglich, da du nicht nur Fehler, sondern bestimmt auch wertvolle Begabungen und Talente hast, die du nutzen kannst. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]... und es gibt mich immer noch, auch in der Gesellschaft, in der ich immer noch meinen Platz suche. Ein Plätzchen hab ich schon gefunden. Und auch dir ist das möglich, da du nicht nur Fehler, sondern bestimmt auch wertvolle Begabungen und Talente hast, die du nutzen kannst. [/B][/QUOTE] Das mag schon sein, doch in der Praxis, auf dem sogenannten "Arbeits- (=Sklaven-) markt" mit seinen sozialdarwinistischen Selektionsmechanismen sieht die Sache etwas anders aus: Dort werden keine Begabungen und Talente gesucht, geschweige denn gefördert, sondern lediglich die "Fehler"registriert, um die "Untauglichen" gleich von vornherein von den den "Tauglichen zu trennen... Denn "Fehler", wie etwa "falsches" Verhalten, "falsche" Kleidung, oder "falsche" Hautfarbe, was auch immer, liegen ja bekanntlich gut sichtbar an der Oberfläche, sie sind daher für jedermann leicht erkennbar und lassen sich nicht oder nur sehr schwer verbergen... Begabungen und Talente bei einem Menschen werden dagegen fast immer erst auf "den zweiten Blick" sichtbar, dazu ist es zunächst notwendig, sich etwas näher mit einer Person zu befassen... Doch das ist in der "Arbeitswelt" überhaupt nicht wünschenswert...dort zählt lediglich das Vordergründige, der "erste Eindruck", und wenn der bereits negativ ausfällt, so wie stets bei mir, hat man bereits verschissen...denn dort ist jeder jederzeit entbehrlich... Wer sich bei diesem am Vordergründigen orientierten Auswahlprinzip am günstigsten "verkauft" (und genau das tut man ja auf dem "Arbeitsmarkt" im wortwörtlichen Sinne), hat gewonnen, wer es nicht kann, wird dabei immer der Verlierer bleiben... Wer nicht mit den Schafen blöken kann, ist der Dumme. Immer... |
| LaChatte | Du hast schon zu einem grossen Teil recht, was deine Beobachtungen des Arbeitsmarktes betrifft - aber nicht vollständig. Auch heute noch gibt es Firmen und Organisationen, in denen der Mensch geachtet und geehrt wird - und es werden immer mehr, schliesslich zahlt es sich auch in klingender Münze aus, wenn die Fähigkeiten der Mitarbeitenden optimal genutzt werden. Wenn man sich in der Welt bewegt, ist es durchaus von Vorteil, ein paar Äusserlichkeiten zu beachten, und sich zum Beispiel angemessen zu kleiden. Was das Verhalten betrifft, das zähle ich nicht mehr zu den Äusserlichkeiten; und die üblichen geforderten Qualitäten wie Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Höflichkeit sind in allen Lebenslagen wichtig. Wer diese Qualitäten nicht oder nur ungenügend besitzt, ist gut beraten, sie zu trainieren und sich darin zu verbessern. [QUOTE]Wer nicht mit den Schafen blöken kann, ist der Dumme. Immer...[/QUOTE] Das habe ich anders erlebt, und ich bin nun wirklich nicht eine Person mit der Begabung "mit den Schafen zu blöken". Mag sein, dass es daran liegt, dass ich einfach kein Schaf bin. Ich habe auch meine eher unangenehmen Erfahrungen mit diesem Charakterzug gemacht - Mobbing in der Schule, Mobbing und Entlassung an meinem letzten Arbeitsplatz, immer wieder mal Auseinandersetzungen mit Chefs - aber ich hatte auch (in ungefähr der Hälfte meiner Stellen) gute Chefs, denen es egal war, dass ich "kein Schaf" bin, und die meine Begabungen geschätzt haben. Die Frage ist, ob du dich traust, zu dem zu stehen, was du bist und was du kannst... und dafür auch einzustehen. |
| Mondsilbertaufe | [QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i] [B]Selbsthass, die Fortsetzung: ... Wir tragen das Kainszeichen der Parias, der Ausgetossenen auf unserer Stirn...[/B][/QUOTE] Warum hasst du denn gerade die Dinge an dir, die nicht konform mit der Gesellschaft sind. Es könnten deine Stärken sein. Klar, gegen den Strom schwimmen kostet Kraft, aber wie willst du das durchhalten, wenn du selbst an dir zweifelst? Da hilft nur eins: Mach dein Herzblut zum Beruf. Du studierst Literatur. Vielleicht ist das Lesen doch eher was für die Freizeit und du willst dein Geld mit was anderem verdienen? Was ohne Menschen? Arbeitest du halt was mit Tieren. Mal was anderes: Im Pschyrembel, dem medizinischen Wörterbuch, gibt es die Steinlaus, Petrophaga lorioti. Dazu steht:"...Da jedoch gerade gefährdete und umstrittene Existenzen wie die der Steinlaus erfahrungsgemäß eine besonders starke Überlebenskraft im Rahmen der natürlichen Auslese beweisen, war die Folgerung, die Steinlaus sei dem Artensterben zum Opfer gefallen [...] von Anfang an von zweifelhafter Schlüssigkeit..." Wenn jemand also soviel Kraft hat, gegen die starren gesellschaftlichen Normen anzukämpfen, ist es doch schade, wenn er seine Energie mit "Selbsthass" verschwendet. Ich denke, du brauchst ein Ziel und Bestätigung, das Richtige zu tun. Aufgeben kannst du nicht. Finde dich damit ab, dass du anders tickst, aber resigniere nicht. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]Was das Verhalten betrifft, das zähle ich nicht mehr zu den Äusserlichkeiten; und die üblichen geforderten Qualitäten wie Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Höflichkeit sind in allen Lebenslagen wichtig.[/B][/QUOTE] Ganz genau, ich lege selber größten Wert auf diese Eigenschaften, und ich muss leider sagen, dass ich sie bei fast alllen "Arbeitgebern" mit denen ich bislang zu tun hatte, schmerzlich vermisst habe... Zumindest die Vertreter dieser Kaste, mit denen ich zu tun hatte, waren, bis auf eine Ausnahme, einen Buchhändler, bei dem ich in der Schulzeit mal ein Praktikum gemacht habe, ausgesprochene Charakterschweine... Er war der einzige, der mich jemals fair und nett behandelt hat, wenn man von den Fließbandjobs, die ich früher gelegentlich gemacht habe, einmal absieht, denn dort hatte ich mit der "Führungsebene" der Firma ja nix weiter zu tun, und mit den anderen Arbeitern hab ich nie irgendwelche Probleme gehabt... Und Fließbandarbeit wird denn wohl nach meinem Studium sowieso das einzige sein, was für mich noch in Frage kommt, denn dort kann ich neben der Arbeit, die kaum geistige Anstrengung erfordert, den ganzen Tag das tun, was ich am liebsten tue, nämlich ungestört meinen eigenen Gedanken nachängen... |
| LaChatte | [QUOTE]Und Fließbandarbeit wird denn wohl nach meinem Studium sowieso das einzige sein, was für mich noch in Frage kommt, denn dort kann ich neben der Arbeit, die kaum geistige Anstrengung erfordert, den ganzen Tag das tun, was ich am liebsten tue, nämlich ungestört meinen eigenen Gedanken nachängen...[/QUOTE] Nun, wenns dir dabei nicht langweilig wird? An Unterricht, zum Beispiel "Deutsch für Fremdsprachige", hast du nie gedacht? Dort hast du zum grössten Teil Ruhe von den Chefs und hast auch die entsprechende Bildung, das zu tun... Und in der Freizeit schreibst du ein Buch, oder was du auch immer schreiben willst. |
| serene_fall | [QUOTE]Und Fließbandarbeit wird denn wohl nach meinem Studium sowieso das einzige sein, was für mich noch in Frage kommt, denn dort kann ich neben der Arbeit, die kaum geistige Anstrengung erfordert, den ganzen Tag das tun, was ich am liebsten tue, nämlich ungestört meinen eigenen Gedanken nachängen...[/QUOTE] Kann ich mir schwer vorstellen, ehrlich gesagt... Gedanken brauchen eine Inspiration und eine solche Arbeit ist garantiert keine. Es ist doch schade, auch (unötiges) Wissen einfach so zu verstümmeln und zu misshandeln, schliesslich hast du einiges an Zeit und Energie rein investiert... Darum graut mir auch vorm Jobben nachm Sommer... |
| Xenomorph | So, die Klausur habe ich jetzt wohl auch verbockt, glaub ich... Obwohl ich mich schon Wochen vorher auf das Thema der Klausur vorbereitet habe, war mein Kopf an dem Tag mal wieder völlig leer... Sicher, ich habe etwas dazu geschrieben, eine ganze Menge sogar, doch es war alles nur oberflächliches, banales und weitgehend unzusammenhängendes Zeug, wie es jeder Zweitklässler, der "Demian" gelesen hat, darüber hätte schreiben können... Es ist genau das eingetreten was ich befürchtet hatte, und das hat mir endgültig gezeigt, dass ich geistigen Herausforderungen nicht mehr gewachsen bin und mir nach der Uni einen Fließbandjob suchen werde, bei dem ich nicht mehr großartig über irgendetwas nachdenken muss... |
| Anaximander | Hi Xenomorph, Dürfte ich fragen, was für eine chronische Krankheit bei dir vorliegt? Ich leide nämlich ebenfalls seit längerem an einer schweren Krankheit, die es mir in diesem Semester fast unmöglich gemacht hat, irgendwelche Leistungen zu erbringen. Aber wenn es gut geht -- werde ich sie noch in diesen Ferien zum Teufel schicken. |
| Xenomorph | Anaximander, Das was ich habe, nennt sich "Morbus Crohn" und ist eine chronische Entzündung des Dünndarms...Ich habe das seit über zehn Jahren und musste deswegen bereits einmal operiert werden (ein Teilstück des Dünndarms wurde dabei entfernt). Ganz heilbar ist diese Krankheit aber dadurch auch nicht, daher schleppe ich sie wohl auch in Zukunft mit mir herum... Was ist es denn bei dir...? |
| Anaximander | Borreliose im Spätstadium. Eine Infektionskrankheit, die zwar nur selten tödlich endet, aber geeignet ist, durch ein kastastrophales Symptomchaos das gesamte Leben zu ruinieren. Ein Großteil der Leute, bei denen die Krankheit so weit fortschritten ist wie bei mir, werden dauerhaft arbeitsunfähig. Und ich habe inzwischen schon zwei Monate tägliche Infusionsbehandlung hinter mir und tonnenweise orale Antibiotika geschluckt. Aber losgeworden bin ich sie damit nicht. Deshalb werde ich, vermutlich ab übernächster Woche, eine ziemlich riskante, experimentelle Behandlung versuchen, bei der aber die Chancen auf Heilung - wenn man's übersteht - gar nicht mal schlecht stehen. ;) |
| decay73 | Hmm, also denn. Vielleicht sollten wir einen " I don't know what to do with my life "-Club aufmachen. Mit [i]meiner[/i] Multiplen Sklerose hab ich im Vergleich zu manch anderem MS-Patienten zwar noch einigermaßen Glück (immerhin ist "sie" jetzt auch schon zwölf Jahre alt und bis jetzt hab ich noch gearbeitet), auch wenn es zwischendrin schon mal alles andere als lustig war, aber die übliche Prognose lautet: früher oder später Rollstuhl, schlecht sehen, alles fallenlassen (Koordinations- und Gefühlsstörungen) und dergleichen. Da bei mir die übliche Basismedikation nicht anschlug und es dann doch mal etwas heftiger wurde, bin ich gerade bei so ner Art Chemo, mit der aber aufgrund ihrer Kardiotoxizität nach der nächsten Infusion Schluß ist. Was dann kommt wird sich zeigen. Mein Glück war: Das Studium hab ich dann noch ohne größere Probleme und Ausfallzeiten über die Bühne bekommen (und anfangs das Arbeiten auch). Da mir nun betriebsbedingt gekündigt wurde und es wohl in unserer Leistungsgesellschaft nicht ganz so einfach sein wird, mit chronischer Krankheit und SB-Ausweis einen Job zu bekommen, stellt sich mir nun durchaus auch die Frage, was ich denn nun noch mit meinem Leben anfangen soll, bzw. was ich machen könnte, wenn es mit nem neuen Job tatsächlich nix wird (und selbst wenn es was wird, was mache ich dann z.B. mit meiner Fatigue?) Wie auch immer, mir scheint, ich muß mir da etwas "belastbares" einfallen lassen, um nicht irgendwann doch in ein großes Loch zu fallen, sollte ich keinen Job finden. Habt ihr euch da schon mal weitergehende Gedanken drum gemacht? Und so ein klein wenig will ich ja von meinem Leben noch haben... :-) |
| Anaximander | Allerhand. Multiple Sklerose ist natürlich wirklich schlimm. Soweit ich weiß kann es von den Symptomen her sehr große Ähnlichkeit mit fortgeschrittener Borreliose haben und häufig wird Borreliose damit verwechselt. Nur wird eben immer wieder betont, dass es bei Borreliose im Gegensatz zu MS immer noch eine relativ gute Behandlungsmöglichkeit und die Chance auf Heilung jederzeit prinzipiell gegeben ist, während es da bei MS, soweit ich weiß, vergleichsweise schlecht aussieht. [quote]Habt ihr euch da schon mal weitergehende Gedanken drum gemacht?[/quote] Nein. Und ich glaube nicht, dass ich überhaupt bereit bin, ein ganzes Leben mit dieser Krankheit zu führen. Denn so wie es jetzt steht, kann ich nichts von dem tun, was ich tun will, was mich interessiert. Daher: Wenn ich durch die nächste Therapie nicht wieder gesund werde, werde ich einfach immer radikalere, härtere Therapien durchziehen, denn bei der Borreliosebehandlung gilt sehr wohl der Grundsatz: Mehr wirkt mehr. Auch wenn es dann irgendwann gefährlich wird. Aber um von dieser Krankheit wegzukommen, würde ich inzwischen durchaus mein Leben aufs Spiel setzen. |
| Xenomorph | Das hört sich wirklich ziemlich schlimm an bei euch... Wie gesagt, bei Morbus Crohn gibt es eine Heilung im medizinischen Sinne bis heute nicht....Die Krankheit verläuft in Schüben und kehrt in kürzeren oder längeren Abständen immer wieder... Es sind aber gar nicht mehr so sehr die körperlichen Schmerzen, die mein Leben ruinieren, sondern die Depressionen, die bei mir in Begleitung mit der Krankheit auftreten, wobei ich nicht genau sagen kann, ob sie die Ursache oder eine Folge davon sind, denn bei Morbus Crohn besteht immerhin der Verdacht, dass es sich um eine psychosomatische Erkrankung handelt... Es ist also ein wenig wie mit der Henne und dem Ei: Schwer zu sagen, was zuerst da war... Ja, das leidige Thema der Jobsuche...es ist ja bekanntlich so, dass man in der sogenannten Leistungsgesellschaft von heute als minderwertig gilt und entsprechend behandelt wird, wenn man dem vom Establishment festgesetzten und eingeforderten Leistungsvermögen nicht entsprechen kann oder will... Große Hoffnungen und Illusionen, was meine "Zukunft" angeht, mache ich mir deshalb erst gar nicht mehr... Falls ich überhaupt noch etwas finde, werde ich mich daher wohl oder übel mit kurzzeitigen Jobs, wie etwa am Fließband, durchschlagen müssen, denn geistig oder körperlich "anspruchsvollen" Tätigkeiten gleich welcher Art fühle ich mich nicht mehr gewachsen...dazu kommt noch, dass ich mit 35 auch nicht mehr der Jüngste bin, und selbst ein gesunder Mensch gilt in diesem Alter auf dem sogenannten Arbeitsmarkt ja bereits als wertlos... |
| Anaximander | Xenomorph, Hast du denn schon mal versucht ober überlegt, etwas gegen die Depression zu unternehmen? Denn Depressionen lassen sich inzwischen sehr leicht und sicher medikamentös behandeln, was ja auch nicht das geringste zu tun hat mit "Autonomieverlust" oder Eingriff ins Selbst. Depressionen sind einfach eine Neurotransmitterstörung im Hirn, die man inzwischen in den meisten Fällen gut beheben kann. Und die Beseitigung einer Depression kann die Lebensqualität und Motivation wieder gewaltig anheben. Ich selbst habe auch Erfahrung mit ernster Depression. Im Winter hätte ich für zwei Monate jeden Tag heulen können, obwohl ich so etwas zuvor von mir nie gekannt habe. Inzwischen weiß ich, dass die Depression eine rein endogene Folge der Borreliose war: Kein seelisches Problem, sondern eine rein physische, durch Stoffwechselprozesse bedingte Angelegenheit. Und wenn so etwas noch mal bei mir auftreten würde, hätte ich keine Skrupel, es mit einem SSRI zu versuchen. |
| decay73 | @Anaximander: Multiple Sklerose ist auch nur relativ schlimm. Es gibt immer schlimmeres und es gibt immer welche mit schlimmeren Verläufen. Bei mir hält es sich halt bisher in Grenzen. Ich kann noch laufen, arbeiten, fahrradfahren, etc. Vielleicht alles nicht mehr ganz so gut wie früher, aber es geht noch. Aber MS und Borreliose haben wirklich ähnliche Symptome. Und da sich MS nur differenzialdiagnostisch feststellen läßt, ist das eine Dauerdiskussion bei manchen Patienten. Nunja, bei mir scheint es relativ eindeutig zu sein. Heilen kann man die MS noch nicht (nur einige Esos behaupten das immer wieder, daß sie es könnten - aber die kommen und komischerweise verschwinden die dann immer recht bald wieder *g*); aber bahndln kann man es. Alleredings ist es da auch noch nicht so toll. Die Basismedikamente, die es seit ein paar Jahren gibt, haben eine Wirksamkeit knapp überSignifikanzgrenze und das, was ich bekomme, wirkt schon deutlich besser, ist allerdings mit einem Risiko (Kardiotoxozität) verbunden. Da muß man schon gut abwägen und die Dosierung niedrig halten, denn tödlich ist die MS ja nun nicht (oder wie ein Doc sagte: "üblicherweise nicht [i]mehr[/i]). @Xenomorph MS und Crohn haben ja auch irgendwie Gemeinsamkeiten. Zumindest geht man bei beiden von der Autoimmunhypothese aus. Psychosomatisch wird zwar gerne gesagt, aber ich glaube das ist es nicht. Es gibt sicher auch bei Crohn kein einheitlichs Persönlichkeitsbild, welche diese Vermutung stützen würde. Bei MS hat man es auch versucht, eine sog. „MS-Persönlichkeit“ zu konstruieren, aber das hat auch nicht wirklich funktioniert. Psychosomatisch wird glaube ich gerne mal gesagt. Man darf ja auch nicht vergessen, daß viele Ärzte eine verdammt großes Problem damit haben, letztlich nichts machen zu können. Da ist die psychosomatsiche Schiene eine recht einfache und das Problem liegt wieder beim Patienten selbst. Ich finde das nicht in Ordnung. Eine Beakannte von mir hats auch. Allerdings ist sie alles andere als depressiv – das hängt wohl auch vom Typ, und wie man es verarbeiten kann, ab. Ich denke aber, es hat hauptsächlich was damit zu tun, daß man krank ist und einfach nicht mehr so kann, wie man möchte. Ich kann mich noch erinnern, als ich prlötzlich nicht mehr Schlagzeug spielen konnte. Das war natürlich Scheiße, und zwar so, daß ich es nie wieder versucht habe, auch, obwohl es vielleicht irgendwann wieder ging. Das wollte ich einfach nicht nochmal haben. Und so kommt es halt mal immer wieder vor, daß das eine oder anderen nicht mehr funktioniert. Bisher geht aber nach einiger Zeit das meiste doch wieder einigermaßen. Noch ist e auch bei mir schubförmig. Aber die chronisch-progrediente Verlaufsform kommt auch noch, denke ich. Nunja. PS.: Mit 35 zum alten Eisen? Mach mir keine Angst! Ist bin 33! ;) Aber du hast Recht. Allzuviel Hoffnung mache ich mir da nicht, und auch Behörden sind da mittlerweise sehr „zurückhaltend“. Die müssen es zwar entsprechend ausschreiben, aber aus eigener leidvoller Erfarung (ich hatte einen Job bei der Behörde quasi sicher, schon eine Wohnung in Köln organisiert und dann haben sie kurzfristig abgesagt, als sie mitbekommen haben (Amtsarzt!), daß ich krank bin) weiß ich, daß das nichts heißt. Also gibt’s nur das Prinzip Hoffnung. Zur Not ziehe ich wieder in die Heimat, lebe dann von Rente und/oder Sozialhilfe und sich mir einen kleinen Job, damit ich nicht eingehe. In diesem Land muß man halt nicht nur funktionieren, sonden auch eine Garantie abgeben können, daß man auch in zehn Jahren noch funktioniert. |
| Xenomorph | Anaximander, Ich war wegen der Depression bereits einmal in medikamentöser Behandlung, allerdings nur ambulant und für kurze Zeit...außerdem habe ich deswegen bereits einige Sitzungen beim Psycho-Onkel hinter mir... Irgendwie haben die Medikamente aber letzten Endes nicht sehr viel gebracht, von der Kurzzeitwirkung einmal abgesehen... Die einzig denkbare Alternative dazu wäre wohl eine Langzeittherapie, und damit verbunden womöglich auch ein stationärer Aufenthalt in der Klapse...und das ist nicht eben so mein Ding... |
| serene_fall | Morbus Crohn? Das hat mein Bruder... Es geht zwar zur Zeit, aber es ist echt schlimm zeitweise, unerträgliche Schmerzen, notfallmässig ins Spital. Mittlerweilen haben sich andere Sachen dazugesellt mit OP's und so :(... Letzte Woche war er im Spital, am Montag wieder für eine Woche... Es tut echt weh, er ist der einzige Mensch, von dem ich ehrlich behaupten kann, dass ich ihn liebe... Er, der Kämpfer, der leben will, hat diese ganze Scheisse am Hals und ich, der geborene Verlierer und Versager, der ohnehin nicht will, habe nur mein seelisches Leid (wenn man das so sagen will)... [QUOTE]Hast du denn schon mal versucht ober überlegt, etwas gegen die Depression zu unternehmen? Denn Depressionen lassen sich inzwischen sehr leicht und sicher medikamentös behandeln, was ja auch nicht das geringste zu tun hat mit "Autonomieverlust" oder Eingriff ins Selbst. Depressionen sind einfach eine Neurotransmitterstörung im Hirn, die man inzwischen in den meisten Fällen gut beheben kann. Und [/QUOTE] E ist nicht einfach son Stoffwechselding, so einfach ist das nicht...Das kann und will ich nicht glauben...Ich habe immer noch Angst vor einer Therapie, vor Medis sowieso, und merke zur Zeit mal wieder, dass es ohne wohl kaum werden wird mit meinem Leben.... |
| myhna | [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_Crohn[/url] für die die es interessiert... @xenomorph [url]http://www.dccv.de[/url] kennst du sicher schon? @serene das schweizer gegenstück ist [url]http://www.smccv.ch/[/url] |
| Xenomorph | Zur Abwechslung mal eine gute Nachricht: Die Klausur ist bestanden...und nicht nur das, es war das beste Ergebnis seit langem (Note 1,3)... Und doch vermag auch das die Niedergeschlagenheit aus mir nicht mehr zu vertreiben... Zuviel ist in meinem Leben bereits schiefgelaufen, als dass eine "Korrektur" noch möglich wäre... Und irgendwie kann ich es nicht wirklich glauben...ich war mir absolut sicher, die Klausur in den Sand gesetzt zu haben... Aber vielleicht haben auch geborene Pechvögel und notorische Versager wie ich an manchen Tagen einfach nur mal Glück... Doch was hat Murphys Gesetz, das bisher mein ganzes Leben beherrscht hat, gerade an diesem Tag ausser Kraft gesetzt...? |
| serene_fall | Na dann gratuliere ich dir erstmal herzlich :)... Auch wenn sich grundsätzlich nichts ändert, so ist es doch mal etwas... Die letzten 10 Jahre waren doch nicht ganz umsonst, das ist doch schon etwas... Hm bei mir läuft's grad nicht besonders. Vermutlich mach ich doch noch ein Jahr Uni, damit meine Mutter nicht meckert. Also noch ein Jahr rumgammeln, einen Job könnt ich mir ja schon suchen, aber ich kenn mich ja. Fleissig weiter Kreise drehen... Dann muss ich mich immer noch wegen der Seminararbeit rausreden, ich hasse solche Situationen. Ist ne Kleinigkeit aber es stresst mich unendlich. Dazu noch Wohnungssuche, nervige Mitbewohner und sowieso... Ich bin froh, wenn ich möglichst viel weg bin oder mich in meinem Zimmer verbunkern kann... Ich bin wieder mal an einem Punkt, wo ich mi überlege, ne Thera zu nehmen, da ich wohl nie was auf die Reihe kriegen werd. In den Ferien lag ich am Strand ud dachte drüber nach, ob ich mich nicht gleich einweisen lassen soll... Ich bin unendlich bescheuert... |
| Xenomorph | ...Wenn man es so sieht, denke ich, dass sie mich in der Klapse auch jederzeit aufnehmen würden, wenn ich es darauf anlegte... Ein kleiner Erfolg ist die Klausur ja immerhin, ein letztendlich zweckloser sicherlich, aber große Erwartungen sollte ein Mensch in meiner Situation wohl ohnehin nicht mehr haben... Als nächstes werde ich mich an der Magisterarbeit versuchen, mit der ich ja bereits mehrfach anfangen wollte, aber immer wieder unterbrechen musste... Wenn ich Uni schaffen sollte, habe ich zumindest eine einzige Sache in meinem Leben zu Ende geführt... Wie geht es deinem Bruder...? Hat sich sein Zustand gebessert...? |
| serene_fall | Nein der Erfolg ist nicht so zwecklos, wie du denkst. 10 Jahre nicht ganz umsonst verbracht zu haben, ist mehr als eine Kleinigkeit. Auch wegen den ganzen Steinen, die dir im Weg lagen (und die du dir selbst in den Weg gelegt hast (ich erinnere mich an das Zitat mit dem Pferd paar Seiten weiter vorne))... Mein Bruder ist zur Zeit im Urlaub... (wenigstens konnte er gehn, auch wenn die Ärzte gemeckert haben. Ich hoffe, es geht im gut) Danach muss er wieder ins Spital... |
| Nachtelfchen | so, auch wieder mal hier... xenomorph: gratuliere dir!! das ist doch nicht zwecklos. das ist ein weiterer stein im brett, eine weitere hürde genommen und das erfolgreich. way to go magisterarbeit! serene_fall: warum meckert deine mutter, sie hat es doch anfangs gut aufgenommen? hast du keinen job gefunden? (ist momentan auch nicht so einfach) warum musst du dich aus der arbeit rausreden? wenn du noch ein jahr uni machst, dann versuch die arbeit fertigzuschreiben, dann weisst du auch, ob dus kannst oder nicht...? du bist nicht bescheuert! denke das nicht. es heisst nicht, dass du dein leben nicht auf die reihe bekommst, nur weil du momentan unsicher bist, wies weitergeht. solche momente darf es geben! |
| myhna | [QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i] [B]Zuviel ist in meinem Leben bereits schiefgelaufen, als dass eine "Korrektur" noch möglich wäre... [/B][/QUOTE] sicher kannst du im nachhinein die vergangenheit nicht ändern, aber die zukunft kannst du mitgestalten. lerne mit der krankheit leben, suche nicht nach schuldigen, die gibt es nicht. auch du nicht. mc verschwindet nicht einfach, "es wäre alles anders wenn" zu denken wird dich nicht weiter bringen..., gute noten sind doch schon mal schöne kleine schritte, oder? @serene fall "schleppend, wie sich stunden drehn..." fällt mir dazu ein ;) |
| serene_fall | @nachtelfechen wie liefen eigentlich deine Prüfungen? Ich hab's halt doch nicht hinbekommen, mich wirklich reinzuhängen. Es ist echt affig... An der Arbeit hab ich seit Ostern nix mehr gemacht, ich müsst mich also wieder neu einlesen und ich mag einfach nicht. Hm dieser "Moment" dauert mittlerweile schon mindestens 2 Jahre und die Tatsache, dass ich's alleine einfach nicht schaffe, ist das Tüpfelchen auf dem "i". @mü im November werd ich die Band zum vierten Mal in dem Jahr live sehn.... |
| Xenomorph | Ich danke euch für die Glückwünsche... @serene_fall: Hm, ich habe bis vor kurzem ja auch noch gedacht, ich hätte mich nicht intensiv genug auf die Klausur vorbereitet, hätte zuwenig oder die falschen Texte zur gelesen...ich habe mich aber anscheinend getäuscht, wie der unerwartete Erfolg zeigt... ...Vielleicht wage ich mich jetzt sogar an die Magisterarbeit heran... Ich würde daher an deiner Stelle zumindest versuchen, es mit der Uni noch hinzubekommen...wenn ein alter Knallkopf wie ich sich so etwas noch zutraut, solltest du es eigentlich erst recht können... Womöglich kommt es gar nicht so sehr darauf an, vorher besonders viel zu lesen, sondern das richtige zur richtigen Zeit...so war es jetzt zuletzt wohl auch bei mir... Und von deiner Mutter solltest du dich da nicht beeinflussen lassen...tu einfach nur das, was du wirklich für das richtige hältst...mein Vater mäkelt auch ständig an mir herum, versucht immer wieder, mich auf "den rechten Weg" zu bringen...hat aber bei mir nie funktioniert... Sieht man ja jetzt... |
| Nachtelfchen | serene_fall: prüfungen liefen insgesamt sehr gut, bin grundsätzlich zufrieden, ausser das zweite nebenfach hab ich etwas verhauen, ärgerlich, weil nur diese eine prüfung (mündlich) und steht halt auf dem diplom. andererseits wissen das die leute auch ganz genau. jetzt heissts job suchen und davor hab ich nun wirklich angst... seit 2 jahren weisst du nicht, was tun... das ist etwa genau die zeit seit ende der schule, oder? glaub mir, das ist normal, denn vorher war dein lebensweg einfach vorgegeben, klar hast du dich mal entschieden, das gymi zu machen, aber auch nicht wirklich, denn du warst vermutlich einfach immer gut genug und es war nie ne diskussion und du wusstest wahrscheinlich mit 16 auch sonst nichts. und jetzt stehst du plötzlich da und musst deinen eigenen lebensweg zusammenzimmern... ist sau schwer, fand ich jedenfalls, bei mir warens 2 jahre bis ich mich wirklich entschied. das mit den arbeiten kenn ich, aber seit ostern ist noch nicht so lange, hast du schon was geschrieben gehabt oder nur gelesen? sonst such dir ein neues thema? weil wenn du noch ein jahr an der uni bleibst, dann lohnt es sich wirklich, zu sehen, obs dir nicht doch spass machen könnte. aber ich weiss, die selbstdisziplin ist schwierig, und wissenschaft kann enorm einsam sein. sag mal, so am rande, wie siehts eigentlich mit dem rest aus, neben dem studium, dem beruflichen. machst du noch anderes? gehst du viel weg? hast du gute freunde oder einen freundeskreis, der dich etwas auffängt? xenomorph: im anbetracht, dass die durchschnittliche lebensdauer irgendwie 80 ist, bist du kein alter knallkopf, mit 35 ist man doch noch in der spätpubertät ;) |
| serene_fall | Freut mich, dass es doch mehrheitlich gut lief. :) Jao in der Tat wusst ich schon mit 16 nicht, was machen. Das Gym war halt so ne logische Folge und die Uni eben auch... Zur Zeit läufts echt gut, ich kann grad wirklich nicht klagen. Eine neue Wohnung ist gefunden, einen Job hab ich auch gefunden (Glückstreffer). Nun bin ich einigermassen ausgelastet... Und irgendwie fühlt es sich gut an, es riecht so bisschen nach Neuanfang. Im Denken läuft nicht mehr alles auf Ende und Tod aus, diesen "Zwang" bin ich zur Zeit los und ich kann ganz gut damit leben, etwas, was ich noch vor nicht allzu langer Zeit für unvorstellbar hielt. Klar wird es nicht für immer so sein und es kommt mit Bewerbungen schreiben doch noch viel Arbeit auf mich zu, aber ich geniesse es grad, dass es mir wirklich gut geht und denke, dass ich es schaffen kann. Ich kann mich nicht erinnern, wann es mir das letzte Mal so gut gegangen ist. Nicht nur so oberflächlich sondern wirklich auch im Grundgefühl. Sonst? Hm ich gehe schon viel weg, oft auch alleine, aber selten hier in der Stadt. (new dark nation, einmal und nie wieder, bei den anderen gruftigen Sachen hier dasselbe). Einen wirklichen Freundeskreis hab ich nicht, klar kennt man eben Leute, mit denen man regelmässig mal was unternimmt. Mein bester Kumpel und seine Freundin sind wie Kletten, das ist einigermassen anstrengend und dann ist alleine weg gehen auch nicht so tragisch. Ich hab meistens auch kein Problem damit, nen Abend alleine und schweigend zu verbringen ;). Wegen der Uni, naja Griechisch nachholen, ich hab echt keine Lust und ich mag die Prof echt nicht. Und ne andere Fächerkombination? Ich hab keinen Schimmer. Der Gedanke an ne ordentliche Bezahlung ist irgendwie doch zu verlockend... |
| Nachtelfchen | serene_fall: das klingt ja alles schon mal super! drück dir die daumen, dass es gut kommt und bergauf geht! |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nachtelfchen [/i] [B]xenomorph: im anbetracht, dass die durchschnittliche lebensdauer irgendwie 80 ist, bist du kein alter knallkopf, mit 35 ist man doch noch in der spätpubertät ;) [/B][/QUOTE] Rein körperlich gesehen mag ich zwar erst 35 sein, aber vom geistigen Zustand her fühle ich mich manchmal bereits wie ein alter Mummelgreis von über 90, denn ich bin geistig träge, müde und ständig unkonzentriert... Unter diesen Umständen grenzt es wirklich schon an ein Wunder, dass ich die Klausur überhaupt bestanden habe, und dazu auch noch mit einer halbwegs passablen Note... Nun, immerhin gibt mir die bevorstehende Magisterarbeit jetzt doch wieder eine gewisse Motivation morgens aufzustehen, ein Ziel, auf das ich zusteuern kann, wie es zuvor auch schon bei der Klausur gewesen ist... |