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  Forum: Auswege
    Thema: Zwar keine Krise, aber ein Dauerzustand
Atrocitasna ihr ;)

Ich erlaube mir mal mit einer Sache an euch heranzutretten.
Zum allgemeinen verständniss muß ich kurz etwas aus einer (wahren) Geschichte von mir zitieren.

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Doch gestorben bin ich schon vorher, getötet von Erwachsenen, die einen kleinen Jungen emotional vernachläßigt haben, ihn seelisch gequält und seine hilferufe ignoriert haben. Menschen, das sind die Dämonen die mich noch heute verfolgen. All das was man mir angetan hat, ist wie ein Zeichen was man trägt. Menschen sind für mich nicht aushaltbar, sie sind wie das schrecklichste was es gibt. Und so besteht diese Welt für mich aus nicht aushaltbaren Wesen. Ein Leben in Angst und Schrecken, inmitten von Dämonen.

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Dieser kleine Junge war ich. Nun stellt euch einmal vor, ihr lebt dort mit dieser Prägung.
Kommt mit keinen Menschen zurecht wegen dieser Prägung. Ihr wart schon in einer mehrjährigen Therapie. Aber eine Prägung ist nicht mehr rückgängig zu machen. Man lernt in einer Therapie damit umzugehen.
Trotzdem auch wenn ein verbesserterter Umgang mit dieser Prägung da ist, sie bleibt ja.
Sich damit abfinden. Klar, man muß das. Anders geht es nicht
Und denoch, man kämpft. man will entlich so wie alle anderen Menschen auch leben können.
Aber es ist wie Schattenboxen, es nützt nichts, man weiß das das es nichts nützt, und man verzweifelt daran.
Oft ist mir so, das ich für eine Weile ganz gut damit leben kann.
Meine 35 qm. Mein Gefängniss, meine Burg, mein Schutz gegen Dämonen, gegen Menschen.
ich kann nicht anders fühlen. Ja ich habe zwei Menschen um mich herum, die mich lieben. Das ist der Grund weswegen ich noch lebe.
Aber dieser mangel an normalität. Normalität in den Sinne, so wie alle anderen auch mit Menschen umgehen zu können, dieser mangel macht mein Leben düster und leer.
Was würdet ihr tun? Könnte man was tun, oder würdet ihr euch in diese art von Leben fügen?
Würdet ihr kämpfen? Obwohl ihr wisst das wenn überhaupt es nur winzig kleine schritte es geben kann.Stellt euch vor ihr hättet in euren Alltag nur immer mit zwei Menschen zu tun. Würde euch das reichen? Würde euch ein Leben reichen, wo ihr nie auf die Straße geht (jedenfalls nicht freiwillig) Sich einfach darin fügen?
Ihr merkt sicher, wie das wollen da ist, aber nicht die Möglichkeit. Und oft die Verzweiflung darüber.
Was würdet ihr tun?
RavenQueenHi!

Deine Geschichte kommt mir irgendwie bekannt vor...
Vor ein paar Jahren ging es mir ähnlich, hat sich aber gebessert.
Weiss nicht, was da passiert ist. (vielleicht lag es daran, dass ich mich viel mit musik und philosophie beschäftigt habe.)

Mich würde interessieren, was denn das für eine Therapie bei dir war.
Ich hab grade versucht, Deine fragen zu beantworten, aber mir fiel nicht wirklich was ein...vielleicht solltest du einfach mal raus, in eine andere umbebung, oder aber auf ein paar partys gehen(feundin von mir:"das beste am saufen ist, dass man freundschaften schliesst"), dann ist da noch ein satz aus der stoischen lehre: Alles ist, wie es ist...

Hoffe, ich konnte dir helfen.
Ansonsten Viel Glück noch auf Deiner Suche.

RQ
BeowulfTja, da ich auch massive Probleme mit menschlichem Umgang habe - allerdings ohne jede Prägung und tragischer Geschichte - fühle ich mich mal angesprochen.

Das ist in erster Linie eine Frage des Willens, und der Selbstdisziplin. Die Frage ist: Will ich Kontakt zu Menschen, und was bin ich dafür bereit zu tun?
Da ich persönlich regelmäßig chronische Zustände habe, in denen jedes an mich gerichtete Wort in mir Aggressionen auslöst, und jeder an mich gerichtete Blick mir Unbehagen bereitet, habe ich mich eben damit abgefunden. Mich zu überwinden um Kontakt zu haben, dass ist es mir einfach nicht wert. Zumal soziale Beziehungen mit fortschreitender Intensität, entweder lästig oder übermäßig komplex und zeitintensiv werden.
Da ziehe ich es vor, mich auf eine minimalistische Strategie zu begeben; Dafür zu sorgen, dass ich sozial funktioniere, um mein Leben halbwegs planen zu können.
Es ist eben ein Konsens: Weder vollkommener Isolation, und vollkommener Integration. Das hat für mich viele Vorteile, und viele Nachteile. Die Nachteile sind wohl evident. Der Hauptnachteil: Als menschliches Wesen, bin ich leider dazu verdammt, ein Bedürfnis nach Zwischenmenschlichkeit zu haben, dass ich wohl nie adäquat werde befriedigen können. Engere Freundschaften, gar Beziehungen (im „normalen Sinne“) sind unmöglich.
Der Hauptvorteil: Ich kann durch den Tag gehen, ohne mit einer Halbautomatik wahllos Passanten zu erschießen.

Fazit: Jeder Mensch kommt mit anderen Vorraussetzungen auf die Welt. Was uns als Schicksal erscheint, ist es selten. Man muss selbst entscheiden, was man möchte, und ob man es genug möchte, um etwas Arbeit dafür zu investieren.
Ein vollkommen „normaler“ Umgang, wird unter Umständen niemals drin sein. Ebenso wenig wie ein Blinder sehen könnte. Aber das heißt eben nur, dass man sich in manchen Beziehungen mehr anstrengen muss.
Atrocitas[QUOTE][i]Original geschrieben von RavenQueen [/i]
[B]Hi!



Mich würde interessieren, was denn das für eine Therapie bei dir war.

vielleicht solltest du einfach mal raus, in eine andere umbebung, oder aber auf ein paar partys gehen(feundin von mir:"das beste am saufen ist, dass man freundschaften schliesst"), dann ist da noch ein satz aus der stoischen lehre: Alles ist, wie es ist...

Hoffe, ich konnte dir helfen.
Ansonsten Viel Glück noch auf Deiner Suche.

RQ [/B][/QUOTE]

Auch hi ;)

mmh, psychotherapie war das. War ganz gut und ok.

naja du das mit den rausgehen, eben halt das sitzt irgendwie nicht drin ..

Danke schön für das gewünschte Glück
Atrocitas[QUOTE][i]Original geschrieben von Beowulf [/i]
[B]

Das ist in erster Linie eine Frage des Willens, und der Selbstdisziplin.


Die Frage ist: Will ich Kontakt zu Menschen, und was bin ich dafür bereit zu tun?

Es ist eben ein Konsens: Weder vollkommener Isolation, und vollkommener Integration. Das hat für mich viele Vorteile, und viele Nachteile. Die Nachteile sind wohl evident. Der Hauptnachteil: Als menschliches Wesen, bin ich leider dazu verdammt, ein Bedürfnis nach Zwischenmenschlichkeit zu haben, dass ich wohl nie adäquat werde befriedigen können. Engere Freundschaften, gar Beziehungen (im „normalen Sinne“) sind unmöglich.
Der Hauptvorteil: Ich kann durch den Tag gehen, ohne mit einer Halbautomatik wahllos Passanten zu erschießen.

Fazit: Jeder Mensch kommt mit anderen Vorraussetzungen auf die Welt. Was uns als Schicksal erscheint, ist es selten. Man muss selbst entscheiden, was man möchte, und ob man es genug möchte, um etwas Arbeit dafür zu investieren.
Ein vollkommen „normaler“ Umgang, wird unter Umständen niemals drin sein. Ebenso wenig wie ein Blinder sehen könnte. Aber das heißt eben nur, dass man sich in manchen Beziehungen mehr anstrengen muss. [/B][/QUOTE]

Naja du, das mit den Wollen und wille ist so eine Sache, ich denk mal das du weißt das es heute diskutiert wird, das ein freier Wille nie vorhanden ist. Und irgendwie stimmt es auch. jetzt nicht so pauschal, aber man kann mit einer Waschmaschine nicht ins net gehen :-P , genau so kann auch ein Mensch mit einer Prägung (die haben wir alle) nicht über seine Prägung hinaus.

Vollkommen Isoliert ist, so denk ich garnicht möglich zu leben, da müßte man schon als Einsiedler irgendwo hin wo man weit weg ist von allen.

ja die Verdammniss als Herden Wesen geboren worden zu sein, und von seinen , so sage ich einfach mal "Instinkt" dazu getrieben werden Andere Wesen zu suchen, .. diese Verdammniss verfluche ich sehr oft. Alle swähre einfacher wenn es anders währe.

Und zum normalen uMgang möchte ich sagen, naja.. normaler Umgang ist halt das was diese Gesellschaft als normaler umgang ansieht.
Was ja meißt auch in einen vernünftigen Miteiander im Einklang steht.

Danke schön für deine Antwort, vielleicht wird sie mir helfen einen neuen Standpunkt zu finden
BeowulfOhne Herdentrieb wäre das Leben allerdings auch ziemlich öde.
BeowulfNachtrag:
Man kann mit einer Waschmachine ins Internet gehen.
Schließlich klappts ja auch mit einem Toaster:
[url]http://www.computerbase.de/news/hardware/netzwerk_internet/2005/august/kuriositaet_netzwerkfaehiger_toaster_netbsd/[/url]

Man braucht eben nur den passenden Willen.
IsaakIch kann zwar nicht ganz verstehen wie du dich fühlen musst da das schlimmste was mich angeht die Angst in Räumen mit vielen Menschen ist aber wie bereits erwähnt wurde, hilft da Alkohol. Jetzt will ich dich aber nicht zum saufen überreden. Also...

...zu meinen Tipps:
Vielleicht solltest Du es wie ich machen und einfach in der Menge baden und dir vorstellen das du Gott bist unter seinen Schafen? So was mache ich wenn ich kein Alk. trinken kann und Angst bekomme. Anfangs bin ich dann immer einfach wieder abgehauen aber das war mir etwas zu blöd da ich ja bereits Eintritt gezahlte hatte (in der Disco). Also frei nach dem Motto: Wenn ich keinen Ausweg sehe, gehe ich einen Schritt nach vorn so habe wenigstens die Option einen Schritt zurück zu machen.

Oder du benutzt den klassichen Trick und nutzt die Faschingszeit um dich zu verkleiden um sich so hinter einer Maske zu verstecken damit man nicht erkannt wird...
so kann man prima Leute kennenlernen.

Und wenn du von Natur begeistert bist dann kann ich dir empfehlen mal nach Dermbach in den Eibenwald zu gehen. Das ist es sehr beeindruckend, wenn man sich dafür interessiert. Die Bäume dort sind über 400 Jahre alt. Einfach magisch diese Urkraft die dort herrscht.

Naja, vielleicht konnte ich dir helfen - würde mich jedenfalls freuen.
MorriHallo Atrocitas,

Dein Kampf ist kein Schattenboxen! Du schreibst ja selbst, dass Du das Gefühl hast, dass Du immer eine Weile ganz gut so leben kannst und dann fängt alles wieder von vorn an.
Und dann kämpfst Du wieder... und läßt nicht nach, auch wenn es Dir mal besser geht, gerade dann nicht.

Es mag sein, dass Du diese Prägung aus Deiner Kindheit nie völlig loswirst, aber sie einfach so "hinzunehmen" und zu vermuten, dass sie Dich immer in dem Umfang bestimmen wird, wie sie es jetzt tut, wäre falsch.
Du nimmst Dir damit Hoffnung und damit die Kraft, die Du zum Kämpfen brauchst.

Du bist nicht mehr das hilflose Kind, vielleicht noch ein wenig hilflos durch Deine Erinnerungen, aber Du bist nicht mehr so abhängig und wehrlos wie damals.
Du hast jetzt die Erfahrung von Jahren, Du hast Einsicht in Deine Probleme, Du hast die Einsicht, das Dir damals Unrecht geschah.
Das hattest Du als Kind nicht und das macht Dich jetzt so viel stärker als früher.

Die Angst mag oft so mächtig sein, dass Du diese Stärke und diesen Vorteil nicht spüren kannst... aber beides ist immer da und bei Dir.

Kämpf weiter. Du kannst es, Du wirst Dir immer mehr von Deinem Leben zurückerobern.
In der Momentaufnahme mögen die Schritte klein sein, aber mit jeder Phase, in der Du "ganz gut damit leben" kannst, gehst Du einen Schritt ins Leben und wenn Du immer versuchst, zu kämpfen, können die Rückschritte in den schlechteren Phasen gar nicht so gravierend sein, dass Du Dich nicht trotzdem langsam vorwärts bewegst.
Du darfst nur nie, nie, nie stehenbleiben und Dir sagen: ich habe diese Prägung, die wird mich immer so stark beherrschen also was solls?
Es hat Dich geprägt, aber es ist nicht Du. Das menschliche Gehirn ist ein Wunderwerk und kann mehr, als man meinen mag. Du musst es ihm nur zutrauen.

Lohnt sich der Kampf?
Meiner war/ist nicht ganz so wie Deiner, aber ich finde, dass er sich lohnt. Ganz unbedingt und auf jeden Fall.

Ich wünsche Dir Kraft, Mut, Hoffnung und so gute Momente, dass Du das Leben außerhalb Deiner Burg mal genießen, Lebensfreude schnuppern und verstehen kannst, warum es sich lohnt.

Alles nur erdenklich Gute wünscht

Morri

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