| Anne4215 | Hallo Stadtneurotiker, Neurastheniker und Nervenkranke, kennt sich hier vielleicht zufällig jemand mit rapiden Stimmungsumschwüngen aus - und zwar in einem Rhythmus von einigen Stunden und vor allem mit Ausschlägen nach unten? Gefühle: Komplexe aller Art, Angst vor dem Nicht-gemocht und -Verlassenwerden, Wut wegen Unverständnisses und Leugnung der Sache durch Umfeld. Danach ein paar Nachschwankungen und wieder vollständiger Sonnenschein. Ich komme mir irgendwie vor, als würde ich mich permanent selbst an der Nase herumführen. Folgendes nützt gar nichts: Spazierengehen, früh ins Bett gehen. Das nützt bedingt: mit Freunden etwas unternehmen, lernen. Das nützt gut: Kreativität, Kuscheln. Auslöser: Bemerkungen, Verletzungen, Gedanken, Erinnerungen, Medien, Stress - sprich "alles". Übrigens sind die Gefühle extrem. Mit einer Diagnose halten sich meine Tassenzähler verblüffend bedeckt. ADs vom SSRI-Typus nutzen bedingt. Folgende Sachen würden mich interessieren: a) Kann das jemand nachfühlen? Kann jemand auch nachfühlen, dass die üblichen Ratschläge nichts nützen? b) Welche Diagnosen werden für sowas vergeben? Hier würde mich zum Beispiel der Intensitätsgrad des Phänomens interessieren, um die Sache etwas einzuschätzen. Wie fühlt sich so etwas für jemanden an, der tatsächlich eine irgendwie geartete Diagnose hat? Oder bin ich ein Hypochonder? Habe ich mir die Krankheit am Ende angelesen? c) Gibt es hilfreiche Selbsthilfegruppen (keine 12-Punkte-Programme)? d) Ist da jemand auch ohne "professionelle" Hilfe wieder rausgekommen? Hoffentlich wird jetzt nicht aus irgendeinem Grund mein Thread geschlossen. Ich antworte vielleicht auch teilweise per PN und würde mich über ein paar Ratschläge oder Verständnisbekundungen sehr freuen. |
| Carzinom | Dass "übliche Ratschläge" nichts nützen kenne ich, da sie meistens von leuten kommen, die keinerlei Ahnung von Psychologie haben, keinerlei ähnliche Erfahrungen gemacht haben und einem nur Tipps aufschwatzen, die gerade ihrer eigenen Philosophie entsprechen. So ist es oder zumindest hat man als Betroffener immer den Eindruck ;) Du hast uns dein Leidensbild geschildert, Stimmungsschwankungen kenne ich, mal habe ich die auch, spontan, dann mal über längere Zeiträume. Und das liegt meistens daran, dass ich gerade mal wieder etwas nicht so hinbekommen habe, wie ich es mir in den Kopf gesetzt habe. Was ich damit sagen/fragen will: Wo könntest du den wirklichen Ursprung sehen? Hast du Dir etwas lange gewünscht, dafür gekämpft, es aber nicht erreichen können? Hat Dir jemand schlimme Dinge angetan? Hat man was von Dir erwartet, was du nicht erfüllen konntest? Wie abwertend und pseudoklug Diagnosen erscheinen können, weiss ich, deswegen frage ich eher, statt gezielt Rat geben zu wollen... |
| Anne4215 | Vielen Dank für Deine Antwort. Hast 'ne PN. |