| Knäckebrot | Hallo, ich war schon lange nicht mehr hier, aber ich hoffe, dass mir wer helfen kann... Ich wäre sehr dankbar über ein paar Ratschläge von Euch oder sonst irgendwas, mir gehts grad nämlich echt dreckig. Es war so, dass ich mit meinem Freund und seinen Eltern dieses Wochenende im Urlaub war, doch auf der Heimfahrt hat der Vater meines Freundes einen Hund überfahren. (Nicht, dass es wirklich seine Schuld gewesen wäre, dass er nicht mehr bremsen konnte, mag ja sein.) Aber ich bin sehr geschockt und erschreckt und enttäuscht von ihrem Verhalten. Jeder normale Mensch hält dann an und schaut nach dem Tier und alles, aber die sind einfach weitergefahren!!! Und haben das Tierchen einfach liegen lassen. Als ob nichts gewesen wäre! Als ob nichts gewesen wäre, sagen die dann "wir gehn jetzt im nächsten Ort essen". Und das erste, was sie gemacht haben, ist nach dem Auto geguckt!! Nicht nach dem Lebewesen, nein, DAS AUTO!!! Ich war so entsetzt, ich war so fasslungslos ob der Gefühlskälte dieser Menschen. Und jetzt mache ich mir solche Vorwürfe, dass ich nichts gesagt habe, ich hätte sagen können, dass sie anhalten sollen...aber ich saß einfach nur da und war fassungslos...ich hätte was sagen müssen und habe es nicht getan! Aber genauso schlimm ist, dass sich mein Freund auch so verhält -was ich ihm eigentlich nicht zugetraut hätte - er findet das auch noch richtig. Und jetzt habe ich einen richtigen Ekel nicht nur vor meinen Schwiegereltern sondern sogar vor meinem Freund. Er widert mich regelrecht an. Ich war gestern so froh dass ich ihn nicht mehr sehen musste. Das ist ein genauso erschreckendes Gefühl... Ich weiß nicht was ich machen soll, wie ich mich verhalten soll...ich lenke mich schon die ganze Zeit ab, habe gestern Abend noch Baldrian genommen, dass ich überhaupt schlafen kann, aber ich muss immer wieder dran denken...der Hund, dass ich nichts gesagt habe und dass ich mit meinem Freund am liebsten gar nichts mehr zu tun haben will... Kann mir irgendwer irgendwie helfen damit umzugehen? |
| Malvina | Erstmal vorweg: Ich kann verstehen das du so empfindest und bei mir wäre es wohl ähnlich. Hast du schon mit deinem Freund darüber gesprochen? Eine Beziehung ist nicht möglich wenn sich jemand vor seinem Partner ekelt. Und einfach den Kontakt abbrechen kann auch nicht die Lösung sein... und beides würde eure Beziehung warscheinlich zerstören. Also rede mit ihm darüber wie du dich fühlst. Manchmal ist es leider nicht möglich zu bremsen oder auszuweichen. In manchen Fällen sogar verboten. Und nur die wenigsten halten an... leider. |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Malvina [/i] [B]Und nur die wenigsten halten an... leider. [/B][/QUOTE]Um Ehrlich zu sein: Ich hätte nur nach dem Hund geschaut um das "Werk" gegebenefalls zu vollenden. Unserer hat sich damals noch einen ganzen Tag gequält. Die Karre wäre mir relativ egal, solange sie noch fährt. Aber so offenbart sich ein Charakter... Erwarte nicht das er sich von selbst ändert. |
| more | Vielleicht hilft es dir mit jemanden zu reden, der euch beide kennt. Vielleicht einer guten Freundin von euch beiden? Ich würde ihn jedenfalls mit seinem Verhalten konfrontieren und ihm sagen, wie du dich fühlst. Vielleicht hat er Verständniss oder Einsicht. Vielleicht kommt dann die Reue. Oder vielleicht gesteht er sich selbst nicht ein, dass für ihn die Situation genauso belastend ist. |
| Ascaron | Ich könnte mir vorstellen, daß es sich bei der Reaktion Deines Freundes um einen Schutzmechanismus handelt. Vielleicht leidet er innerlich genauso bzw. möchte genau das verhindern. Oder möchte Dir gegenüber den starken Mann markieren. Ich denke, daß Du mit ihm nochmal ausführlich darüber reden solltest. Falls er allerdings wirklich so denkt, wie er es Dich bisher glauben läßt, schreibe ich lieber nicht, was ich denke, denn das würde nicht sehr nett ausfallen. |
| Knäckebrot | Danke für die Antworten. @more leider habe ich schon mit ihm geredet, ihm gesagt, wie ich mich fühle, dass mich sein Verhalten sehr verletzt...und von ihm kommt nur Unverständnis und der Vorwurf, dass ich doch froh sein sollte dass uns nichts passiert ist. Er nimmt seine Eltern in Schutz. Ich kann einfach nicht glauben, dass er so herzlos sein kann... |
| Montrose | Du wirfst den anderen vor, was Du selbst getan hast: nämlich nichts. Was soll es da bringen, im Nachhinein noch ein Schauspiel des Moralapostels zu bieten? Vielleicht ist da jetzt doch eine Barriere, die nicht zu überwinden ist, und der Hundevorfall mußte einfach als "Schicksal" geschehen, um das aufzuzeigen. Man könnte es auch so sehen: anscheinend bist Du mit Deinem Freund bzw. seinen Eltern in bestimmten Situationen nicht loyal. Mit Sicherheit war keiner von denen glücklich drüber, was passiert ist. Und die Menschen neigen ja nicht nur bei Tieren, sondern sogar bei Menschen (Fahrerflucht) dazu, sich falsch zu verhalten. Angst. Und das könnte man ja auch verstehen. Mittragen. Im selben Boot sitzen. Du nimmst das aber zum Anlaß, den Vorfall gegen die anderen auszuspielen. Das ist kein WIR mehr, sondern ein ich gegen die anderen. Von daher vermute ich mal, dass auch Dein Freund bald nichts mehr mit Dir zu tun haben will. Ich könnte mir vorstellen, dass der sich denkt: was will ich mit einer Frau, der ein toter Hund wichtiger ist als ich. |
| Apex | Also Monti, man wird anderen Menschen doch wohl noch ihr Fehlverhalten aufzeigen dürfen. Auch wenn sie selbst einen Fehler begangen hat, wird sie doch sagen dürfen was sie stört. Und wenn sie jetzt Ekel empfindet ist das so, dass hat doch mit Loyalität nichts zu tun. Sie muss sich doch nicht die Sünden anderer aufladen, was soll das für einen Sinn haben? Außerdem ist es nicht richtig, dass ihr der tote Hund wichtiger ist als ihr Freund (der ja auch gar nichts für den Unfall konnte). Im Gegenteil, sie hat ja deutlich gemacht, dass sie weniger der Hund an sich stört, sondern einfach nur das Verhalten ihres Freundes. Und darüber muss man doch reden, wenn einen etwas so sehr abstößt. |
| Knäckebrot | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Du wirfst den anderen vor, was Du selbst getan hast: nämlich nichts. [/B][/QUOTE] Das mag richtig sein, aber der Unterschied zwischen mir und ihnen ist, dass ich gerade ein furchtbar schlechtes Gewissen habe. Mir gehts damit verdammt schlecht. Und ja, ich mache mir wirklich schwere Vorwürfe. Natürlich weiß ich dass das jetzt auch nichts mehr bringt, aber allein die Tatsache, dass die sich keine weiteren Gedanken drüber machen und so tun als ob nichts gewesen wäre (Ich erinnere mich an "Wir gehen jetzt essen") zeigt doch, dass sie gar nicht anders [I]wollten[/I]. Und das ist das Entsetzliche daran. |
| Knäckebrot | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B] Man könnte es auch so sehen: anscheinend bist Du mit Deinem Freund bzw. seinen Eltern in bestimmten Situationen nicht loyal. [/B][/QUOTE] Entschudige bitte, aber das hat doch nichts mehr mit Loyalität zu tun! Das Verhalten war schlichtweg falsch und ich unterstütze sowas ganz bestimmt nicht. |
| Montrose | [QUOTE]Entschudige bitte, aber das hat doch nichts mehr mit Loyalität zu tun! Das Verhalten war schlichtweg falsch und ich unterstütze sowas ganz bestimmt nicht.[/QUOTE] Natürlich hat es was mit Loyalität zu tun. Du könntest ihm ja auch vergeben. Apex, es ist korrekt, wenn Knäckebrot ihre Ansichten kundtut. Ich will nur widerspiegeln, was ihre Äußerungen bedeuten. [QUOTE]Außerdem ist es nicht richtig, dass ihr der tote Hund wichtiger ist als ihr Freund. Im Gegenteil, sie hat ja deutlich gemacht, dass sie weniger der Hund an sich stört, sondern einfach nur das Verhalten ihres Freundes.[/QUOTE] Ich kann Dein Argument nicht nachvollziehen. Es sieht meines Erachtens immer noch so aus, als ob der Hund (oder die angeblich bessere Moral, die sie ausdrücken soll) wichtiger als der Freund ist. [QUOTE]sondern einfach nur das Verhalten ihres Freundes. Und darüber muss man doch reden, wenn einen etwas so sehr abstößt.[/QUOTE] Reden ist gut. Knäckebrot kann allerdings nicht einfach so erwarten, dass der Freund das genauso sieht. Es ist denkbar, dass der sagt: ich beurteile die Situation anders. Punkt. Und dann? Zu schreiben, man "ekle" sich vor einem Menschen, finde ich schon ein bißchen sehr starke Worte, muss ich sagen. Ich persönlich empfinde das als Überreaktion. [QUOTE]Auch wenn sie selbst einen Fehler begangen hat, wird sie doch sagen dürfen was sie stört. [/QUOTE] Das sehe ich anders. Ich empfinde es als unfair, jemandem anderen vorzuwerfen, wo man selbst mit drinhängt. |
| fragment | @Knäckebrot Entschuldige, wenn ich mich etwas abseits des aktuellen Geschehens bewege. Wie würdest du denn die Beziehung zu deinem Freund vor dem Vorfall beschreiben? Wie war der Vibe zwischen euch? |
| more | mir ist noch etwas eingefallen. Wenn der Unfall nicht von deinem Wohnort zu weit weg liegt, könntest du ja versuchen die Besitzer des Tieres ausfindig zu machen um dich, auch im Namen des Unfallverursachers, zu entschuldigen. Das hilft dir vielleicht dein Gewissen etwas zu beruhigen. Vielleicht fällt dir dann auch ein großer Stein vom Herzen und du bist wieder etwas befreiter. Vielleicht will dein Freund sogar mitkommen. Das führt ihm dann vielleicht vor Augen, dass der Verlust eines Haustieres für andere Menschen sehr schmerzhaft ist. Denn es geht ja nicht rein um das Tier, sondern auch um die Menschen, die vielleicht einen lieben Lebensgefährten dadurch verloren haben. Vielleicht lebt der Hund aber noch. Ich würde der Sache auf den Grund gehen. Vielleicht hilft es dir ja? |
| Knäckebrot | @more das ist lieb gedacht und würde mir (und vllt. meinem Freund) sicher helfen. Nur leider ist das in Österreich passiert und ich wohne viele Kilometer entfernt in Deutschland. Daran hab ich nämlich auch schon gedacht; meine Mutter wäre am liebsten sofort losgefahren als ich es ihr erzählt hab... @fragment Die Beziehung zu meinem Freund war vor dem Unfall sehr gut; wir hatten immer ein intensives Verhältnis und konnten (können) über alles reden. Er ist eigentlich ein sehr lieber und sorgsamer Mensch. Wir kennen uns fast vier Jahre und ich dachte eigentlich ich kenne ihn und hätte nicht im Traum dran gedacht, dass er so reagieren würde. Umso größer ist natürlich die Enttäuschung jetzt. |
| SoulReaper696 | Dann passt sein Verhalten im Auto ja mal so gar nicht dazu, wie er sonst immer ist. Vielleicht ging es ihm in den ersten Momenten ähnlich wie dir - und später dann hat er tatsächlich den dicken max raushängen lassen wollen?! |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von SoulReaper696 [/i] [B]Dann passt sein Verhalten im Auto ja mal so gar nicht dazu, wie er sonst immer ist. Vielleicht ging es ihm in den ersten Momenten ähnlich wie dir - und später dann hat er tatsächlich den dicken max raushängen lassen wollen?! [/B][/QUOTE] Was sehr typisch für normal geprägte männliche Jugendliche wäre... offene Betroffenheit wird aus Furcht vor offenbahrter Schwäche überspielt...man will ja nicht als Weichei da stehen. Wie es in ihm wirklich aussieht würde er vielleicht erst in einem Jahr erzählen. Allerdings sind das alles nur Theorien! |
| SoulReaper696 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]Allerdings sind das alles nur Theorien! [/B][/QUOTE] Theorien, die sich weder Belegen noch als Unwahr enttarnen lassen.... |
| fragment | @Knäckebrot Ich habe starke Zweifel daran, dass dieser Ekel seine Ursachen allein in dieser Hund Sache hat. Ekel ist eine sehr starke Form von Ablehnung und entsteht nicht urplötzlich (auch nicht in so einer Situation), wenn eine Beziehung zwischen zwei Menschen auf Anziehung basiert. Die Intensität deiner Gefühle ist ein deutliches Zeichen dafür, dass etwas schief liegt. Ich behaupte daher: Irgendwas stimmte bereits vorher nicht. [quote]wir hatten immer ein intensives Verhältnis und konnten (können) über alles reden. Er ist eigentlich ein sehr lieber und sorgsamer Mensch.[/quote] Das ist gut! Aber bekommt man das alles als Frau nicht bei seinen Freundinnen? Wie sehr fühlst du dich sexuell zu deinem Freund hingezogen? Nein, du mußt mir nicht darauf antworten. Antworte dir selber. Wenn alles bestens ist, kannst du mein Posting gern unter Ins Blaue geraten verbuchen. Falls es in der Beziehung nicht läuft kannst du den Faden spaßeshalber mal weiterspinnen. |
| SoulReaper696 | [QUOTE][i]Original geschrieben von fragment [/i] [B]@Knäckebrot Ich habe starke Zweifel daran, dass dieser Ekel seine Ursachen allein in dieser Hund Sache hat. Ekel ist eine sehr starke Form von Ablehnung und entsteht nicht urplötzlich (auch nicht in so einer Situation), wenn eine Beziehung zwischen zwei Menschen auf Anziehung basiert. Die Intensität deiner Gefühle ist ein deutliches Zeichen dafür, dass etwas schief liegt. Ich behaupte daher: Irgendwas stimmte bereits vorher nicht. [/B][/QUOTE] Finde ich zu weit hergeholt... Es ist doch schon ein extremer Schock gewesen! Da ist also ein Mädchen, dass ihren Freund kennt, weiß, wie er ist und sich verhält. Sie mag ihn, und sie mag seine Eltern, alle verstehen sich gut miteinander, kennen sich, so gut, dass sie zusammen übers Wochenende verreisen. Und dann passiert etwas, was dieses Verhältnis komplett aus den Bahnen wirft, weil sich einb Teil der Menschen dieses Bekanntschaftskreises komplett anders verhält. Oder, in einem Satz gesagt, die Threaderstellerin mochte die Charakterzüge ihres Freundes und seiner Eltern, bis sie sich plötzlich (wenn auch vielleicht nur für einen kurzen Moment) um 180° gedreht haben. Dass da vorher schon was im argen lag, glaube ich nicht. grüße SR |
| Knäckebrot | [QUOTE][i]Original geschrieben von SoulReaper696 [/i] [B] Es ist doch schon ein extremer Schock gewesen! Da ist also ein Mädchen, dass ihren Freund kennt, weiß, wie er ist und sich verhält. Sie mag ihn, und sie mag seine Eltern, alle verstehen sich gut miteinander, kennen sich, so gut, dass sie zusammen übers Wochenende verreisen. Und dann passiert etwas, was dieses Verhältnis komplett aus den Bahnen wirft, weil sich ein Teil der Menschen dieses Bekanntschaftskreises komplett anders verhält. Oder, in einem Satz gesagt, die Threaderstellerin mochte die Charakterzüge ihres Freundes und seiner Eltern, bis sie sich plötzlich (wenn auch vielleicht nur für einen kurzen Moment) um 180° gedreht haben. Dass da vorher schon was im argen lag, glaube ich nicht. [/B][/QUOTE] Danke SoulReaper, du hast genau das auf den Punkt gebracht, was ich eigentlich sagen wollte. So ist es. |
| Seneca | ...und was gedenkst Du nun zu tun...? |
| deathrock1334 | also ist5 loyalität das mehr oder weniger kommentarlose hinnehmen und verzeihen des vehlverhaltens einem nahestehender personen? also dann bin ich wohl nicht loyal ... |
| SoulReaper696 | [QUOTE][i]Original geschrieben von deathrock1334 [/i] [B]also ist5 loyalität das mehr oder weniger kommentarlose hinnehmen und verzeihen des vehlverhaltens einem nahestehender personen? also dann bin ich wohl nicht loyal ... [/B][/QUOTE] Nein, das ist ist nicht Loyalität, allerdings kann ich überhaupt keinen Anschluss finden zwischen deinem Post und der vorhergegangenen, ganz abgesehen von gruseligem Satzbau. |
| deathrock1334 | [QUOTE][i]Original geschrieben von SoulReaper696 [/i] [B]Nein, das ist ist nicht Loyalität, allerdings kann ich überhaupt keinen Anschluss finden zwischen deinem Post und der vorhergegangenen, ganz abgesehen von gruseligem Satzbau. [/B][/QUOTE] der satz bezog sich aof montrose's aussage sie sei nicht loyal gegenüber ihrem freund respektive dessen eltern. was den satzbau angeht: der ist nicht gruselig sondern korrekt. was nicht korrekt ist ist die schreibweise der worte 'ist5' wo logischerweise die 5 nicht hingehört und 'vehlverhalten' welches natürlich am anfang mit 'f' geschrieben wird. leider habe ich das posting ohne nochmaliges durchlesen abgeschickt und die editierfunktion gibt es hier leider nicht. aber das ist eh off-topic. |
| fragment | @soulreaper Ich würde dir zustimmen, wenn nicht das Wort 'Ekel' so ausgiebig benutzt werden würde. In solch einer Situation erschreckt man sich vielleicht vor dem anderen...ist wütend oder beschämt. Aber Ekel?! Ekel ist mehr als nur Ablehnung, Ekel ist was Grundlegendes. Wenn ich sage, dass in der Beziehung vorher was nicht stimmte meine ich damit nichtmal, dass sie kaputt war oder schlecht lief. Viele Beziehungen sind auf ihre Art in Ordnung und trotzdem meilenweit von dem entfernt, was man sich eigentlich wünscht. Sexuelle Anziehung ist ein prima Indikator dafür, deswegen auch meine Frage danach. Aber ich bin wohl auf dem Holzweg und deswegen ab jetzt nur noch stiller Mitleser. |
| SoulReaper696 | Ich antwortejetzt zwar sehr für 'knäggebrot', aber was solls. Ekel daher, weil es eine [I]Extremsituation[/I] war, in der ihr nahestehende Menschen sich komplett unmenschlich, [I]unhuman[/I] verhalten haben. Stell dir vor, du sitzt in der Strassenbahn oder im Bus oder sonst was und jemand knipst sich einfach so die Füßnägel. Ich will jetze net sagen, dass das unmenschliches Verhalten ist, aber eine vergleichbare Tat wie das überfahren eines Lebewesens und darauffolgendes Desinteresse sind schwer mit anderen Dingen zu vergleichen. Also, das mit den Fußnägeln ist doch [I]Ekel[/I]ig. Sowas erwartet man nicht, erst recht nicht von vertrauten Menschen. Deswegen fühlt sie sich abgestossen von ihrem Freund und seinen Eltern. Und wenn man etwas abstossend findet, ist man angeekelt. Stimmts? |
| fragment | Du würdest dich also ekeln, wenn das Mädchen mit dem du zusammen bist ihre Fußnägel schneidet? Lassen wir die Diskussion...ich denke ich hab klar gemacht worauf ich hinaus will. Ob Knäckbrot in der Richtung ein Problem sieht, kann sie selbst entscheiden. |
| SoulReaper696 | Eigendlich gefällt es mir nicht, nur so kurze Beiträge zu machen, aber mir scheint, du hast das nicht verstanden - ich meinte, dass es eklig wäre, wenn jemand [U]in der Bahn oder im Bus[/U] seine Zehennägel knipst. Grundsätzlich bin ich aber natürlich eindeutig [I]pro[/I] geschnittene Fußnägel. *g* So. Wie sieht unsere Knäckebrot das denn? |
| Knäckebrot | [QUOTE]Ekel daher, weil es eine Extremsituation war, in der ihr nahestehende Menschen sich komplett unmenschlich, unhuman verhalten haben. [/QUOTE] Das beschreibt es (wieder) sehr gut. [QUOTE]So. Wie sieht unsere Knäckebrot das denn?[/QUOTE] Ach ich weiß es nicht. Eigentlich möchte ich ihn auf keinen Fall verlieren. Daher muss ich das wohl tolerieren, wenn auch niemals akzeptieren. Aber innerlich zerreist es mich , weil ich denke, dass ich ihm so schnell nicht wieder unbefangen umgehen kann. |
| SoulReaper696 | [I]Eigendlich[/I] willst du ihn nicht verlieren? Und uneigendlich? Ich finde, du solltest nochmal versuchen, mit ihm drüber zu reden, ich würde ihm an deiner Stelle sagen, wie es dir (noch immer) damit geht, dass du, wenn ich dich richtig interpretiere, dir zb. keine körperliche Nähe zu ihm vorstellen kannst bzw. das nicht geniessen kannst. Und dass er mal ganz arg in sich gehen sollte, was er ganz ehrlich davon hält, dem Verhalten seiner Eltern und von ihm selbst. Denn: Warum eine Partnerschaft mit jemandem führen, der dir scholchen Ballast auferlegt. Also ich würd ihm das so ungefär sagen, dann gehen - und sagen, dass er sich melden soll, wenn er sich einig ist, wie er sich verhalten soll, auf welcher Seite er ist. |
| Montrose | Den perfekten Menschen gibt es nicht. Zu glauben, ausgerechnet mein Freund, meine Freundin sei über jeden Zweifel und über jede Schwäche erhaben, ist ein bißchen Selbstbetrug. Der übliche Selbstbetrug, und meist klappt das auch ...bis mal eine Extremsituation wie die Geschichte mit dem Hund kommt. Wieviel Partnerinnen zum Beispiel nehmen es hin oder wollen es gar nicht so genau wissen, womit der Freund oder Mann Geld verdient? Wen er gerade bescheißt? Ich will mit meinen postings hier eines erreichen: das Knäckebrot nicht gleich die Flinte ins Korn wirft. Der nächste Typ würde kein bißchen besser sein, hätte aber vielleicht das Glück, dass ihm so eine Prüfung wie die Geschichte mit dem Hund nicht gestellt wird. Selbst wenn er bei dem Hund einen auf den großen Tierfreund machen würde, würde er vielleicht irgendwo anderes etwas noch Falscheres tun. Man kann es natürlich auch positiv sehen (auweia, Montrose versucht witzig zu werden): wenn der tatsächlich so kaltblütig ist, dann ist diese Eigenschaft in einer anderen Situation vielleicht sogar nützlich. Wenn er seine Familie verteidigen muß o.ä.. |
| herbstliebe | [QUOTE][i]Original geschrieben von fragment [/i] [B]Ich würde dir zustimmen, wenn nicht das Wort 'Ekel' so ausgiebig benutzt werden würde. In solch einer Situation erschreckt man sich vielleicht vor dem anderen...ist wütend oder beschämt. Aber Ekel?! Ekel ist mehr als nur Ablehnung, Ekel ist was Grundlegendes. [/B][/QUOTE] Mir ginge es nicht anders als Knäckebrot. Ich sehe das Auto als Waffe, eine Waffe, die einen Körper zerschlägt, der aufplatzt und blutet, die Knochen zerbricht... Und wer weiß, wie sich das überfahren eines Hundes anhört. Die Vier saßen im Auto und im übertragenem Sinne haben alle Blut an den Händen. Wenn da keine Betroffenheit bei den Anderen auftritt, würde mich das auch anekeln. Was hättest du Knäckebrot schon groß tun können? Vielleicht war es auch ganz gut, dass ihr weitergefahren seid. Wer weiß, wie es dir ginge, wenn du das Tier vom nahem gesehen hättest. Hast du es eigentlich gesehen, aus dem Heckfenster oder so? Liebe Gruß herbstliebe |
| Morri | [QUOTE]Was hättest du Knäckebrot schon groß tun können? Vielleicht war es auch ganz gut, dass ihr weitergefahren seid. Wer weiß, wie es dir ginge, wenn du das Tier vom nahem gesehen hättest.[/QUOTE] Vielleicht hätte sie die Gewissheit gehabt, dass der Hund sofort tot war und nicht leiden musste. Vielleicht hätte sie ihn zum Tierarzt bringen können. Vielleicht war der Hund gar nicht so schwer verletzt, das er nicht wieder hätte gesund werden können... bis zum nächsten Auto, das über ihn fährt. Wenn es nicht gerade auf der Autobahn passiert, sollte man anhalten und nachsehen, was mit dem Tier ist. So halte ich es, so hält es mein Freund, so hat es auch mein Ex gehalten. Und es ist nicht der tote Hund wichtiger als der Freund... sondern der Hund, der vielleicht noch lebte und sich gequält hat, wichtiger als die Bequemlichkeit des Freundes. @Knäckebrot. Ich hätte Rabatz gemacht, spätestens nach der ersten Schrecksekunde im nächsten Ort, als die Essen gehen wollten. Aber ich halte auch an, wenn da an zugänglicher Stelle ein schon plattgefahrenes Tier auf der Straße liegt und packe es zumindest ins hohe Gras an den Rand... vor allem wenn es offensichtlich Haustiere sind. Mich würgt schon der Gedanke, dass da am nächsten Tag Kinder mit ihren Eltern langfahren könntne und "ihren" Wuffi oder ihre Minka in drei Quadratmeter plattgefahrenen Gedärmen auf der Fahrbahn liegen sehen. Ach ja, es ging ja um Deinen Freund... und Dich. Montrose hat schon recht, dass es den perfekten Menschen nicht gibt und jeder seine Fehler hat - wobei ich mal in den Topf werfe, dass es Fehler gibt, mit denen man Leben kann und welche, die in einer Beziehung reines Gift sind. Welche das bei Dir sind, musst Du selbst wissen. Ich wüßte es bei einem Menschen, der ohne mit der Wimper zu zucken mein (leider nicht existentes) Haustier plattfahren und elendig verrecken lassen würde, ziemlich genau. |
| Montrose | [QUOTE]Es war so, dass ich mit meinem Freund und seinen Eltern dieses Wochenende im Urlaub war, doch auf der Heimfahrt hat der Vater meines Freundes einen Hund überfahren.[/QUOTE] Wer lesen kann, ist klar im Vorteil ! Der Freund saß nicht am Steuer und der Freund hat auch den Hund nicht überfahren. Insofern hätte sich Knäckebrot an den Vater des Freundes und nicht an ihren Freund wenden müssen. [QUOTE]Wenn es nicht gerade auf der Autobahn passiert, sollte man anhalten und nachsehen, was mit dem Tier ist. So halte ich es, so hält es mein Freund, so hat es auch mein Ex gehalten.[/QUOTE] Hört sich so an, als ob ihr ständig am Hunde überfahren seid. Merkwürdige Hobbies haben die Leute. Ich kenne keinen einzigen Menschen, der jemals einen Hund überfahren hätte. Für die Beziehung mit dem Ex war seine Tierliebe anscheinend dann doch nicht so entscheidend. Immerhin ist es ja der Ex. [QUOTE]Ich wüßte es bei einem Menschen, der ohne mit der Wimper zu zucken mein (leider nicht existentes) Haustier plattfahren und elendig verrecken lassen würde, ziemlich genau.[/QUOTE] Nana, ist das jetzt nicht ein bißchen theatralisch? Warum ist der Hund überhaupt ins Auto gelaufen? Da hätte doch normalerweise ein Hundehalter in der Nähe sein müssen, der den Hund anleint. Richtig wäre es demnach gewesen, anzuhalten und Anzeige gegen den Hundehalter zu erstatten. Da hätte die Familie auch gleich Versicherungskosten wegen Schäden am Auto geltend machen können, sofern der Hundehalter ermittelt würde. Und der Hundehalter hätte eine saftige Strafe bekommen. |
| SoulReaper696 | Schon bisschen sehr weit ab vom Thema, das ganze hier grade, ne? |
| Montrose | Nö, wir sind mitten im Thema. Es ist auffällig, dass alle auf Knäckebrots Freund einhämmern, ihm die übelsten Eigenschaften unterstellen ... .... obwohl der doch gar nichts dafür kann. |
| Montrose | Nach meinen Wertesystem ist es schlimmer, ungerechtfertigt auf einen anderen Menschen einzuhämmern als unabsichtlich einen Hund zu überfahren. In meinen Augen sind bei Euch die moralischen Maßstäbe verschoben. |
| herbstliebe | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B].... obwohl der doch gar nichts dafür kann. [/B][/QUOTE] Er kann also nicht für seine Reaktion? Außerdem ist das wirklich nicht Thema, sondern, wie Knäckebrot sich verhalten soll. |
| herbstliebe | Edit: bzw. wie sie damit umgehen soll. |
| Creobotra | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] .... obwohl der doch gar nichts dafür kann. [/QUOTE] eben, es geht hier doch auch um seine reaktion darauf. |
| Montrose | Wenn sie die bessere Moral haben will, dann muss sie in der Situation selbst besser handeln und nicht anderen Vorwürfe machen. Ihre Reaktion ist genau dieselbe wie die ihres Freundes. Sie hat wie er in der Situation geschwiegen. Die Reaktion des Freundes beruht vermutlich darauf, dass er merkt, dass es nicht um den Hund geht, sondern darum, dass Knäckebrot sich über ihn stellt, einen Krieg mit Sieger (ich bin die bessere) und Verlierer (Freund ist böse) anzettelt. Der Hund ist nur ein Vorwand. |
| SoulReaper696 | Das, was Montrose schreibt, ist mir, ohne Montrose angreifen zu wollen, zu blöd. Ich werde, nachdem ich mit [I]meinem Hund[/I] draussen war, der armen knäckebrot eine persöhnliche Nachricht schreiben. Ich würde öffendlich schreiben, aber nun wird sie hier angegriffen. und da denke ich mir nur: [B]Was ist das denn?[/B] |
| Montrose | Was ist mit Deiner PN gewonnen, wenn Du damit eine Beziehung kaputtmachst? Was Deinen Hund betrifft: ich hoffe, der scheißt nicht auf Kinderspielplätze wie so manch anderer. Das ist nämlich etwas, wovor es mich ekelt. |
| Montrose | Hm, wenn ich es mir genau überlege, ist es vielleiht sogar besser so. Mir tut der Freund leid. Und da frage ich mich, ob er nicht jemand weniger kompliziertes verdient hat. Jemand, der zu ihm hält anstatt ihn ekelhaft zu finden. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Ende ohne Schrecken. |
| Montrose | Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.,,, natürlich |
| Seneca | Führst Du nun Monologe oder hat sich da jemand gelöscht...? |
| SoulReaper696 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Was Deinen Hund betrifft: ich hoffe, der scheißt nicht auf Kinderspielplätze wie so manch anderer. Das ist nämlich etwas, wovor es mich ekelt. [/B][/QUOTE] Was ich mich grade frage: Haben wir hier einen Hundehasser? |
| Seneca | Ich als Hundehalter finde dieses Praxis, das Tier überall hin kacken zu lassen, ebenfalls ziemlich wiederlich... Das hat damit nichts zu tun. Niemand hat gerne Hundekot unter der Sohle. |
| SoulReaper696 | Natürlich, [I]so[/I] war das auch nicht gemeint. |
| Neya | Ich glaube nicht, dass es darum geht, in wie weit ihr Freund "schuld" ist, es geht auch überhaupt nicht um Schuld am Unfall oder nicht Schuld, ob der Hund oder der Freund wichtiger ist... Sondern es geht, wie ich die Threaderstellerin verstanden habe, um die [U]Reaktion[/U] des Freundes (und seiner Eltern). Darum, wie sie mit dem Unfall umgegangen sind. Sie empfindet Ekel vor dem Verhalten der anderen, diesen verletzten Hund einfach liegen zu lassen und ich denke, das Sahnehäubchen war dann, daraufhin Essen zu gehen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man sich davor ekelt, ich denke, mir wäre es nicht anders gegangen. Ich hätte Rabatz gemacht, die sollen sofort anhalten, oder es hinterher bereut, es nicht getan zu haben. Man kann nie sagen, was man in einer solchen Situation tun würde. Nun, ich hatte mit meinem Freund eine ganz ähnliche Situation, wenn es auch nicht um Verletze ging, dann doch um sein Verhalten. Ich habe in diesem Moment ebenfalls Ekel, Abscheu, Mitleid, Unverständnis und alles andere als Liebe empfunden und wusste hinterher nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich kann dir nur raten, ihm zu zeigen, wie wichtig es dir ist, dass ihr euch damit auseinandersetzt und versuchen, das zu klären. Finde die Gründe für sein Verhalten heraus und entscheide dann, wie dein weiteres Verhältnis zu ihm aussehen wird. Ich kann dir sagen, dass euch das sonst zumindest sehr lange nachhängen wird und es dich immer "zerreißen" wird, wie du schreibst. Ich war zu blöd dazu und es hat mich fast die Beziehung gekostet und noch einiges mehr. Ich wünsche dir, dass du das mit dir und deinem Freund klären kannst! |
| Montrose | [QUOTE]Sondern es geht, wie ich die Threaderstellerin verstanden habe, um die Reaktion des Freundes (und seiner Eltern). Darum, wie sie mit dem Unfall umgegangen sind. [/QUOTE] Das ist doch aber überhaupt nicht das Thema. Entscheidend ist, wie in der kritischen Situation gehandelt wird. Der Umgang hinterher ist doch wurscht. Hinterher kann man eh nichts mehr ändern. Da noch ewig rumzujammern, empfinde ich als Heuchelei. Ich empfinde den Umgang der Eltern und des Freundes ehrlich. [QUOTE]Sie empfindet Ekel vor dem Verhalten der anderen, diesen verletzten Hund einfach liegen zu lassen und ich denke, das Sahnehäubchen war dann, daraufhin Essen zu gehen.[/QUOTE] Dieses Verhalten hat sie doch selbst genauso ausgeübt. Dann müßte sie sich vor sich selbst ekeln. Wäre es stattdessen wirklich besser gewesen, einen blutenden Hund auf der Straße zu haben, zum Tierarzt zu fahren (auf eigene Kosten), bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt zu erstatten (Hunde dürfen an solch einer Stelle nicht frei rumlaufen; stell Dir mal vor, der Hund wäre einem Motorradfahrer dazwischen gelaufen). Gemeinsames Abendessen wäre dann erst mal Sense gewesen, der Abend wäre bei dieser Version ebenso versaut worden. Die Eltern und der Freund haben die Situation vielleicht nur deshalb überspielt, weil sie Knäckebrot den Abend nicht verderben wollten. Vielleicht hätten die ganz anders reagiert, wenn Knäckebrot gar nicht dabei gewesen wäre. Mich würde nicht wundern,wenn die Eltern Knäckebrot das Essen sogar bezahlt haben. Ich finde die Vorwürfe gegen die Eltern und gegen den Freund unfair. Denen einfach Kaltblütigkeit zu unterstellen, das ist einfach nicht richtig. Man muss auch mal den größeren Kontext der Situation erfassen. |
| athara | [QUOTE]Nach meinen Wertesystem ist es schlimmer, ungerechtfertigt auf einen anderen Menschen einzuhämmern als unabsichtlich einen Hund zu überfahren.[/QUOTE] Da bin ich ja froh, dass es sich hierbei lediglich um DEIN Wertesystem handelt, Montrose (obwohl das schlimm genug ist). Es ging ja nicht darum, dass unbeabsichtigt ein Hund überfahren wurde, sondern darum, wie mit den Reaktionen darauf umgegangen wurde. Und dass der Threadersteller eine Abneigung dieser Haltung gegenüber entwickelt hat, ist absolut gerechtfertigt. Loyalität hat auch seine Grenzen! Wenn sie keine Grenzen hätte und selbstverständlich wär, dann wäre sie folglich auch nix wert! Eine solche Aktion wie das Weiterfahren auf der Autobahn, nachdem ein Hund überfahren wurde, verrät sehr viel über den Charakter eines Menschen und ist m.E. absolut indiskutabel. Knäcke, - wenn Dein Freund nicht genau wusste, wie er sich dieser Situation stellen sollte und aus "Loyalität" zu seinen Eltern hier schon den Mund vielleicht nicht aufbekommen hat, dann frag ich mich, in welchen Situationen er in Zukunft noch so seine Klappe halten wird. Für mich hätte sich an dieser Stelle alles weitere Fragen erledigt... |
| Montrose | Okay, wir können, das, was Du da vorschlägst, mal konkret durchspielen: Schildere mir, athara, doch mal ganz konkret, wie sich die Beteiligten hätten anders verhalten können: 1. Wie hätte sich Knäckebröt in der Situation verhalten können. Wie ich schon sagte, zwei Tage später den Moralischen zu spielen und anderen Vorwürfe zu machen, das halte ich für ein bißchen zu bequem. Was hätte Knäckebröt selbst sagen, tun, können, als sie da im Auto saß? 2. Was hätte der Freund sagen sollen. Was hätte er sagen oder tun müssen, um es "richtig" zu machen. Auch hier bitte wieder ganz konkret werden. 3. Wie wäre der Abend dann weitergegangen? 4. Athara, mal eine persönliche Frage: wie gehst Du damit um, dass Menschen, die Dir nahe stehen, nicht perfekt sein könnten? Ist das für Dich völlig undenkbar, oder wäre es vorstellbar, dass Dein Vater, Deine Mutter, Deine Geschwister, Dein Freund und Liebhaber .... dass die irgendwo ihre Schwächen haben. Und dann? Ich stelle mir die Frage öfters selbst. Und die Antwort ist: wenn ich den perfekten Menschen suche, muss ich alleine bleiben. Es gibt keine perfekten Menschen. Wenn Knäckebröt ihrem Freund seine Schwächen nicht nachsehen kann, wenn Knäckebröt ganz allgemein Schwächen nicht ertragen kann .... dann sollte sie ehrlicherweise auch keinen Freund haben. |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] Was hätte Knäckebröt selbst sagen, tun, können, als sie da im Auto saß?[/QUOTE] Darauf aufmerksam machen, dass sie die Gleichgültigkeit der Insassen nicht schätzt, und dass man die Pflicht hätte nach dem Tier zu sehen? [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] 2. Was hätte der Freund sagen sollen. Was hätte er sagen oder tun müssen, um es "richtig" zu machen.[/QUOTE] Vermutlich Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein zeigen. [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] 4. Ich stelle mir die Frage öfters selbst. Und die Antwort ist: wenn ich den perfekten Menschen suche, muss ich alleine bleiben. Es gibt keine perfekten Menschen. [/QUOTE] Und was heißt das auf die Diskussion bezogen? Das man jedes Verhalten von Menschen aktzeptieren muss? Im Übrigen solltest du dir vielleicht den Unterschied zwischen Fehler begehen und Fehler einsehen vergegenwärtigen. Darauf wurdest du ja schon wiederholt aufmerksam gemacht. [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] Die Eltern und der Freund haben die Situation vielleicht nur deshalb überspielt, weil sie Knäckebrot den Abend nicht verderben wollten. Vielleicht hätten die ganz anders reagiert, wenn Knäckebrot gar nicht dabei gewesen wäre. [/QUOTE] Halte ich für sehr unwahrscheinlichlich. Angenommen das Überfahren von Tieren gehört nicht gerade zum Alltag der Familie: Sie sitzen also im Auto und es geschieht eine unerwartete Situation. Damit alle nicht auf für sie natürliche Weise reagieren, muss für sie alle klar sein wie sie reagieren sollen. Dazu ist es nötig sich abzusprechen. Da Knäckebrot ständig dabei war, ist das aber anscheinend ausgeschlossen. [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] Mich würde nicht wundern,wenn die Eltern Knäckebrot das Essen sogar bezahlt haben. Ich finde die Vorwürfe gegen die Eltern und gegen den Freund unfair.[/QUOTE] Kannst du bitte den Zusammenhang zwischen "Hund überfahren" und "Essen bezahlen" näher erläutern? Ist das so eine Art moderner Ablasshandel? Ich fahr mal den ein oder anderen Köter tot, und du beschwerst dich nicht, weil ich dir was zu essen zahle? [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] Entscheidend ist, wie in der kritischen Situation gehandelt wird. Der Umgang hinterher ist doch wurscht. Hinterher kann man eh nichts mehr ändern. Da noch ewig rumzujammern, empfinde ich als Heuchelei. [/QUOTE] Entscheidend wofür? Unter moralischen Aspekten ist es sehr entscheidend warum man sich verhält, wie man sich verhält. Ignoriert man den sterbenden Hund, weil man schockiert ist und im Moment nicht weiß wie man sich verhalten soll, oder weil es einem scheißegal ist? Darum geht es hier, was du nicht wirklich zu begreifen scheinst. [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] Ich empfinde den Umgang der Eltern und des Freundes ehrlich.[/QUOTE] Und das macht es irgendwie besser? Btw: Hast du mal ein Hund/Katze/Kind oder sonstwas überfahren, und Fahrerflucht begangen? |
| athara | @Montrose [QUOTE]1. Wie hätte sich Knäckebröt in der Situation verhalten können. Wie ich schon sagte, zwei Tage später den Moralischen zu spielen und anderen Vorwürfe zu machen, das halte ich für ein bißchen zu bequem.[/QUOTE] Sicherlich hätte sie am besten gleich im Auto einlenken sollen und darauf bestehen müssen, dass angehalten wird, um dem Hund ggf. noch zu helfen. Wie sie aber geschrieben hat, war sie ziemlich geschockt darüber, dass das Überfahren des Hundes einfach wortlos übergangen wurde. In gewisser Hinsicht ist ihr Geschockt-sein verständlich. Zumal man es eigentlich als selbstverständlich voraussetzen müsste, dass der Fahrer eines Fahrzeugs bei so etwas anhält, ohne dass man ihn erst darauf aufmerksam machen müsste. Gut. Das hat sie versäumt, aus den Gründen, die sie bereits geschildert hat. Nichtsdestotrotz sind ihre Vorwürfe gerechtfertigt, da ja an dem Verhalten des Freundes und seiner Eltern mehr als deutlich wurde (man übergeht die Situation und geht essen), welche Grundhaltung bzgl. des Überfahren eines Tieres hier eine Rolle spielt. [QUOTE]2. Was hätte der Freund sagen sollen. Was hätte er sagen oder tun müssen, um es "richtig" zu machen.[/QUOTE] Der Freund hätte natürlich seine Eltern sofort dazu auffordern müssen, anzuhalten. Wären seine Eltern dem nicht nachgekommen, hätte er daraus seine Konsequenzen ziehen müssen. Er hätte seine Eltern mindestens auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen müssen. Mit Sicherheit ist ein Streit mit den eigenen Eltern unbequem, aber unvoreingenomme und unbegrenzte Loyalität ist auch hier (vielleicht sogar gerade hier) komplett fehl am Platz. Man muss auch dazu in der Lage sein, dass Verhalten der Eltern zu hinterfragen und seine Konsequenzen zu ziehen. Ich denke, dass sollten wir alle spätestens in der Pubertät gelernt haben. Wenn nicht - dann tut es mir sehr leid. [QUOTE]3. Wie wäre der Abend dann weitergegangen?[/QUOTE] Gar nicht. So einfach ist das. [QUOTE]4. Athara, mal eine persönliche Frage: wie gehst Du damit um, dass Menschen, die Dir nahe stehen, nicht perfekt sein könnten? Ist das für Dich völlig undenkbar, oder wäre es vorstellbar, dass Dein Vater, Deine Mutter, Deine Geschwister, Dein Freund und Liebhaber .... dass die irgendwo ihre Schwächen haben. Und dann? Ich stelle mir die Frage öfters selbst. Und die Antwort ist: wenn ich den perfekten Menschen suche, muss ich alleine bleiben. Es gibt keine perfekten Menschen. [/QUOTE] Zugegeben, die Frage ist wirklich sehr persönlich. Außerdem es geht hier nicht um mich. Deshalb ist die Frage auch off-topic, trotzdem antworte ich Dir kurz: Menschen sind nicht perfekt. Das hab ich in meinem Alter schon begiffen. Aber man muss schon mal etwas genauer hinsehen, an welcher Stelle ein Mensch an seine Hanglungsgrenzen gerät: Handelt er (hierzu gehört auch Unterlassung) aus tiefer Unfähigkeit heraus (das kann man zwar nicht unbedingt vorwerfen, aber zumindest für sich selbst prüfen, ob man damit zurecht kommt oder nicht), oder handelt ein Mensch aus purer Bequemlichkeit und moralischer Verkommenheit. Für letzteres hab ich keinerlei Verständis, sodern nur Verachtung übrig. Und dabei isses mir scheißegal, um wen es sich dabei handelt - von mir aus auch um die eigenen Eltern. [QUOTE]Wenn Knäckebröt ihrem Freund seine Schwächen nicht nachsehen kann, wenn Knäckebröt ganz allgemein Schwächen nicht ertragen kann .... dann sollte sie ehrlicherweise auch keinen Freund haben. [/QUOTE] Du hast es wohl immer noch nicht verstanden: Es geht hier nicht um irgendeine liegengelassene, ausgedrückte Zahncremetube sodern um maßgeblich moralische Verkorkstheit. Anders kann ich das nicht nennen. Abschließend stelle ich mir nur die Frage, wie die Eltern des Freundes wohl reagiert hätten, wenn jemand ein Familienmitglied von ihnen übergefahren und liegengelassen hätte: Genauso? Wahrscheinlich nicht. Und das nenn ich eine bigotte Scheiße (Tschuldigung). |
| Odessa | --- Du wirfst den anderen vor, was Du selbst getan hast: nämlich nichts. --- Diese Aussage von Montrose halte ich für richtig und Du selbst, Knäckebrot, hast völlig gerecht und selbstreflektierend Dein eigenes Verschulden darin erkannt. Später dann fühltest Du Dich schlecht deswegen, das ehrt Dich ungemein. Wobei es Dir nun aber nicht mehr um das Verhalten in der Situation direkt zu gehen scheint, sondern nur noch darum, daß Dein Freund in Gesprächen mit Dir sagt: "Ich bin froh daß uns/Euch nichts passiert ist", was von Dir als kalt und herzlos empfunden wird. Wäre es aber nicht auch ein Zeichen Deiner Fürsorge, Liebe und Verantwortungsgefühls für Deinen geliebten Freund, zu ihm zu sagen: "Wie gut daß Euch nichts passiert ist bei dem Unfall und daß Ihr nicht mit dem Kopf durch die Scheibe geflogen seit" oder Ähnliches? Wie herzlos und kalt muß es Deinem Freund vielleicht vorkommen (ich versuche dabei nur, mich in SEINE Gefühlslage hineinzuversetzen), daß Dir der Hund "in seinen Augen" mehr Sorgen macht als Euer unverletztes Überleben des Unfalls? Auch mir, als Mutter, hoffentlich bald Oma und Ehefrau wäre das Leben meiner Familie immer wichtiger als das eines Tieres, bei all meinen militanten Tierschutzaktionen und meinem Tierfanatismus für den ich hier bekannt bin. Daß das Verhalten der Eltern so nicht richtig war und ich es aufs Schärfste verurteile, darüber brauche ich nicht extra zu schreiben, das taten Andere bereits. Aber niemand von uns hier, die wir weder Eure (sonstige) Beziehung noch Eure Gefühle kennen, kann und sollte darüber urteilen ob Dein Freund "herzlos" ist, nur weil ihm Deine Gesundheit und Unversehrtheit bei dem Unfall das Wichtigste zu sein scheint. Alles hat eben zwei Seiten. Solange Ihr Euch noch liebt und miteinander redet, denke und hoffe ich, daß sich dieses Problem auch lösen läßt. Ich drück Dir dafür von Herzen die Daumen :-) --- Athara schrieb: Knäcke, - wenn Dein Freund nicht genau wusste, wie er sich dieser Situation stellen sollte und aus "Loyalität" zu seinen Eltern hier schon den Mund vielleicht nicht aufbekommen hat, dann frag ich mich, in welchen Situationen er in Zukunft noch so seine Klappe halten wird. Für mich hätte sich an dieser Stelle alles weitere Fragen erledigt... --- Athara, die Frage ist völlig gerechtfertigt und ich stimme Dir dahingehend auch zu, aber genausogut müßte man sie imho dann auch Knäckebrot stellen: in welchen Situationen wird SIE in Zukunft (wieder) aus Angst, aus Unsicherheit oder einer sonstigen emotionalen Befindlichkeit heraus IHRE "Klappe" halten? |
| athara | @Odessa [QUOTE]Athara, die Frage ist völlig gerechtfertigt und ich stimme Dir dahingehend auch zu, aber genausogut müßte man sie imho dann auch Knäckebrot stellen: in welchen Situationen wird SIE in Zukunft (wieder) aus Angst, aus Unsicherheit oder einer sonstigen emotionalen Befindlichkeit heraus IHRE "Klappe" halten?[/QUOTE] Ja. Da hast Du recht. Das ist mir ehrlich gesagt auch spontan durch den Kopf geschossen. Ich hab es (das ist natürlich alles nur reine Spekulation, da ich die Thread-Erstellerin nicht pers. kenne) recht unüberlegt darauf zurückgeführt, dass Knäckebrot zum einen wohl noch recht jung und der gesamten Situation relativ unsicher gegenüber zu sein scheint, zum anderen, weil sie anscheinend doch arg geschockt war, so dass sie zunächst völlig unfähig war, das Geschehene einzuordnen oder gar zu kommentieren. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es Knäcke kein zweites mal passieren wird, dass SIE ihre Klappe hält. Soviel dürfte sie aus dem Passierten wohl gelernt haben. |
| Odessa | Ja, das seh ich auch so - und es ist ihr meiner Meinung nach auch gar kein Vorwurf zu machen, niemand machte das hier dankenswerterweise auch :-). Mir war nur wichtig, die Handlungsweise des Freundes (jetzt, von wegen "Sei froh...") nicht ganz außer Acht zu lassen dahingehend, daß er in der Situation jetzt vielleicht auch nur wahnsinnig verunsichert ist... sich vielleicht sogar auch schämt vor seiner Freundin, die jetzt von ihm eine schlechte Meinung hat. Wie gesagt, ich kann nur versuchen mich in einen jungen Mann hineinzuversetzen, der merkt daß er etwas Falsches gemacht hat und der deswegen Angst hat, seine Freundin zu verlieren. |
| athara | Dass man darüber sehr froh sein kann, wenn einem selbst und den anderen Fahrzeuginsassen bei solch einem Geschehen nichts passiert ist, ist selbstverständlich. Es ändert aber grundlegend nix an der Tatsache, dass man sich konkret zum Geschehen selbst - nämlich das Überfahren eines Hundes - schlichtweg falsch verhalten hat. Sich im Nachhinein mit den Worten, "froh zu sein, dass nicht mehr als das passiert ist", zu erklären, ist billiges aus-der-Affaire-ziehen und legitimiert in keinster Weise das Weiterfahren. Das Erleichtert-sein, dass man selbst unverletzt ist und ein Anhalten, um nach dem Hund zu sehen, sind ja nun nicht gerade zwei gegensätzliche Dinge, die sich einander ausschließen. Wenn es so wäre, dann wäre es ja genauso legitim, bei jedem anderen Verkehrsunfall, bei welchem Menschen beteiligt sind, weiterzufahren. Und dass man das Fahrerflucht nennt und zu recht strafbar ist, braucht an dieser Stelle hier ja nicht diskutiert werden. Ich komme nicht um den Verdacht herum, dass der Freund der Thread-Erstellerin eigentlich wohl genau weiß, dass da was arg falsch gelaufen ist, er scheint sich aber wohl irgendwie zu schade zu sein, dies auch zuzugeben und schiebt deshalb solche Argumente vor, die bei zweiter Betrachtung absolut haltlos sind. Ich denke, ein Zugeständnis und eine Entschuldigung wäre hier das mindeste, um einigermaßen eine Basis für eine weitere Beziehung zu erhalten. Aber das dürfte wohl eine echte Einsicht und ein Mindestmaß an geistiger Reife voraussetzen. |
| Odessa | ---- Sich im Nachhinein mit den Worten, "froh zu sein, dass nicht mehr als das passiert ist", zu erklären, ist billiges aus-der-Affaire-ziehen und legitimiert in keinster Weise das Weiterfahren. ---- Nun, ich würde mir nicht anmaßen, über einen wildfremden Menschen - der sich hier noch nicht mal selbst äußert, äußern kann, zu der ganzen Situation und wie er selbst wirklich empfindet und denkt - den Stab zu brechen. Und es schrieb ja auch niemand, daß dadurch das Weiterfahren legitimiert wurde, im Gegenteil habe ich das auch als falsch bezeichnet. Was aber wiederum, wie wir alle schon feststellten, auch von Knäckebrot selbst in der Situation schweigend in Kauf genommen wurde. Geistige Reife wäre für mich aber zum Beispiel auch, zu akzeptieren daß kein Mensch perfekt ist und daß es sich zwar immer leicht redet von Situationen und "hätte würde täte".... aber es ein ganz anderes Paar Schuhe ist, wenn man (selbst, wieder) in einer Situation steckt wo man binnen Sekunden oder Minuten handeln muß. Ich denke, niemand von uns kann von sich sicher sagen, daß er immer richtig und weise handeln würde, ich zumindest würde mir das nicht zutrauen, zu behaupten von mir. Darum habe ich immer zumindest ein Grundverständnis für die Fehler Anderer :-) |
| athara | Ich fände es selbstversändlich auch besser, wenn Knäckes Freund hierzu Stellung beziehen könnte; allein schon deshalb, weil es mich schlichtweg auch persönlich interessieren würde, was er zu den Geschehnissen und seinen Äußerungen dazu denkt und sagt. Leider müssen wir ohne auskommen. Ich hab ja auch nicht grundsätzlich vor, ihn als Person zu verurteilen - aber nichts desto trotz hatte Knäcke in ihrem Eingangsposting um Meinungen gebeten. Und nichts anderes habe ich hier getan: Ich habe hier lediglich MEINE Sichtweise auf und MEINE Empfindung zu dem Unfall mit dem Hund und dem Umgang damit dargestellt. Nichts weiter. Ich erhebe ja keinen Anspruch auf ICH den Umgang mit der Situation absolut falsch finde und ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach auch ähnlich wie Knäcke sehr geekelt hätte. Und nochmal: Einen Fehler zu begehen ist das eine (das tun wir alle). Zu den Fehlern Position beziehen und sich dafür aufrecht zu entschuldigen, ist das andere. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man das Überfahren eines Hundes (was jedem passieren kann) als Nichtigkeit abtun kann (hat mal jemand darüber nachgedacht, wie sich wohl der Hundebesitzer fühlt?). Dafür hab ich keinerlei Verständis und widert mich ehlich gesagt an. Und wie heißt es so schön: Im Umgang mit Tieren offenbart sich die wahre Haltung gegenüber Menschen. |
| athara | Sorry. Beim Abschicken meines Postigs oben ist (warum auch immer) ein Teil des Textes verloren gegangen. Es soll so oder so ähnlich heißen: Ich fände es selbstversändlich auch besser, wenn Knäckes Freund hierzu Stellung beziehen könnte; allein schon deshalb, weil es mich schlichtweg auch persönlich interessieren würde, was er zu den Geschehnissen und seinen Äußerungen dazu denkt und sagt. Leider müssen wir ohne auskommen. Ich hab ja auch nicht grundsätzlich vor, ihn als Person zu verurteilen - aber nichts desto trotz hatte Knäcke in ihrem Eingangsposting um Meinungen gebeten. Und nichts anderes habe ich hier getan: Ich habe hier lediglich MEINE Sichtweise auf und MEINE Empfindung zu dem Unfall mit dem Hund und dem Umgang damit dargestellt. Nichts weiter. Ich erhebe ja keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit meiner Ansicht. Ich hab hier lediglich zum Ausdruck bringen wollen, dass ICH den Umgang mit der Situation absolut falsch finde und ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach auch ähnlich wie Knäcke sehr geekelt hätte. Und nochmal: Einen Fehler zu begehen ist das eine (das tun wir alle). Zu den Fehlern Position beziehen und sich dafür aufrecht zu entschuldigen, ist das andere. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man das Überfahren eines Hundes (was jedem passieren kann) als Nichtigkeit abtun kann (hat mal jemand darüber nachgedacht, wie sich wohl der Hundebesitzer fühlt?). Dafür hab ich keinerlei Verständis und widert mich ehlich gesagt an. Und wie heißt es so schön: Im Umgang mit Tieren offenbart sich die wahre Haltung gegenüber Menschen. |
| Odessa | Athara, ich stimme Dir doch zu, was den Hund betrifft. Wie ich schrieb: ich bin militante Tierschützerin und für mich ist es schon ein Horror, mir auch nur vorzustellen daß ich, in einem Auto sitzend, jemals ein Tier überfahren würde. Was den Hundehalter betrifft, da habe ich eine zustimmende aber auch "ergänzende" Meinung: der Hundehalter hat sich hier eines Verschuldens strafbar gemacht (nehme ich es jetzt "kalt und nüchtern" juristisch), indem er seinen Hund einfach laufen ließ bzw. die Aufsichtspflicht hierüber verletzte. Der Hund hat dadurch das Leben Anderer gefährdet, denn es hätte durch diesen Unfall dazu kommen können, daß die Insassen irgendeines Autos verletzt oder gar getötet werden (Schleudern auf der Fahrbahn, Gegen den Baum Fahren dadurch etc.) . Wie würde sich der Hundehalter DANN fühlen? Er hat definitiv seine Aufsichtspflicht verletzt, das hat auch jemand schon, glaube ich mich zu erinnern, angesprochen hier. Daß es unendlich traurig ist und daß der Halter ja sicher nicht ABSICHTLICH seinen Hund auf die Straße laufen ließ, davon gehen wir sicher übereinstimmend aus. Rein rechtlich gesehen ändert es aber nichts daran, daß das Verschulden beim Hundehalter liegt und nicht bei den Straßenverkehrsteilnehmern, die NICHT verantwortlich dafür sind daß plötzlich ein Tier auf der Straße auftaucht. |
| athara | Klar. Was die juristische Seite betrifft, war es (zumindest aus der Entfernung betrachtet) auch eindeutige Verletzung der Aufsichtspflicht seitens des Hundehalters. Ich weiß leider nicht genau, wie sich das bei Haustieren darstellt (da müsste ich mal recherchieren), allerdings ist es bei Wildtieren so, wenn einem z.B. ein Reh oder ein Wildschwein vors Auto läuft, dass der Fahrer verpflichtet ist anzuhalten. Ein Weiterfahren ist hier klar geregelt Fahrerflucht. Insofern wäre es nicht (allein) eine Frage moralischen Handelns anzuhalten, sondern im juristischen Sinne ein Vergehen, das strafbar ist. Auch darüber sollte sich die Familie von Knäckes Freund mal Gedanken machen (sofern sie es nicht getan hat). Möglicherweise reagiere ich hier bei diesem Thema etwas zu emotional (ich hoffe, das sei mir verziehen). Ich komme allerdings nicht umher mir vorstellen, was ich in einer solchen Situation tun bzw. wie ich mich als der Hundehalter fühlen würde, wenn ich darüber nachdächte, ob dem Hund ggf. noch hätte geholfen werden können, wenn der Fahrer angehalten wäre. Und allein dieser Gedanke schon macht mich traurig und wütend zugleich. |
| Odessa | Ich verstehe Dich, wie gesagt, völlig, Athara.. und emotional zu reagieren ist etwas, was gerade mir sowas von vertraut ist ;-). Ich kann nur wiederholen daß ich mir wünsche, daß Knäckebrot sich mit ihrem Freund wieder irgendwie einigt und daß auch er vielleicht Zugeständnisse machen kann, sich vielleicht doch noch etwas emotionaler auch zu dem armen Hund und dessen Schicksal äußert. Wenn sich dann Knäckes verständliche - ebenfalls ja nur hochemotionale - Enttäuschung und ihr Ekel dann legen könnten, wäre das für beide Seiten wohl die schönste Lösung :-). |
| athara | Ja. Das wäre wohl insgesamt die schönste Lösung. Schade, dass Knäckebrot sich seit einiger Zeit nicht mehr geäußert hat. Vielleicht hat sich ja bereits alles wieder eingerenkt. Es wäre ihr sehr zu wünschen. :o) |
| Montrose | [QUOTE]ich mich als der Hundehalter fühlen würde, wenn ich darüber nachdächte, ob dem Hund ggf. noch hätte geholfen werden können, wenn der Fahrer angehalten wäre. [/QUOTE] Wenn der Hundehalter so fühlen würde, wäre er ein totaler Egoist. Die richtigen Gedanken wären ja wohl "Warum habe ich nicht besser auf den Hund aufgepaßt." "Was hätte da alles passieren können. Ein Motorradfahrer könnte jetzt querschnittsgelähmt sein." Verstehst Du, athara, das widerspircht meinen Gerechtigkeitsempfinden, eine Sache so hinzudrehen, dass ein bestimmter schuld haben muss, alle anderen Dinge, die nicht dazu passen, ausgeblendet werden. So läuft das nicht. Für den Tod des Hundes ist der Hundehalter mitverantwortlich. [QUOTE]Ein Weiterfahren ist hier klar geregelt Fahrerflucht. Insofern wäre es nicht (allein) eine Frage moralischen Handelns anzuhalten, sondern im juristischen Sinne ein Vergehen, das strafbar ist. [/QUOTE] Meines Erachtens wäre es vielleicht wirklich die bessere Lösung gewesen anzuhalten, um den Verursacher dieses ganzen Durcheinanders, nämlich den Hundehalter, dingfest zu machen. |
| athara | Man möge es mir nachsehen, dass ich Vorangegangenes nicht mehr näher kommentieren werde und mich auch im Weiteren nicht mehr äußern möchte. Könnte sonst sein, dass mir der .... platzt und ich ausfallend werde; ich werds euch ersparen. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] Der Hund hat dadurch das Leben Anderer gefährdet, denn es hätte durch diesen Unfall dazu kommen können, daß die Insassen irgendeines Autos verletzt oder gar getötet werden (Schleudern auf der Fahrbahn, Gegen den Baum Fahren dadurch etc.) .[/QUOTE]Der Hund gefährdet das Leben Anderer nicht durch seine bloße Anwesenheit, sondern nur, wenn er beißt oder in anderer Weise aggressiv ist. Der Fahrer des Autos ist verpflichtet, auf unübersichtliche Verkehrsverhältnisse angemessen zu reagieren, z.B. indem er langsamer fährt. Den Part des Hundes könnte auch ein abgebrochener Ast oder plötzlich auftretendes Wasser oder Eis auf der Straße einnehmen. Wird dann gegen Gott geklagt? [QUOTE]Daß es unendlich traurig ist ... ändert es aber nichts daran, daß das Verschulden beim Hundehalter liegt und nicht bei den Straßenverkehrsteilnehmern, die NICHT verantwortlich dafür sind daß plötzlich ein Tier auf der Straße auftaucht. [/QUOTE]Doch, sie sind verantwortlich. Was wäre denn, wenn statt des Tieres plötzlich ein Kind auf der Straße auftaucht? Meine Fahrschule ist zwar schon 16 Jahre her, aber als Faustregel wurde uns damals beigebracht, dass man als Autofahrer nur so schnell fahren soll, dass man sein Auto innerhalb der Hälfte des überschaubaren Weges gefahrlos zum Stehen bringen kann. |
| herbstliebe | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i] [B]Doch, sie sind verantwortlich. Was wäre denn, wenn statt des Tieres plötzlich ein Kind auf der Straße auftaucht? [/B][/QUOTE] Verletzung der Aufsichtspflicht. Kein Autofahrer schleicht im Berufsverkehr an parkenden Autos vorbei, weil jeden Moment ein Kind hervor springen könnte. Wenn ein Kind auf der Autobahn spaziert, bedeutet das Ärger für die Eltern. Der Halter von Pferden oder Rindern wird z. B. haftbar gemacht, wenn die Tiere ausbüxen und Schaden anrichten. D. h. nicht, wenn sie beißen, sondern wenn sie z. B. mit ihrer Anwesenheit auf der Autobahn ein Unfall verursachen. |
| Odessa | ---- Der Hund gefährdet das Leben Anderer nicht durch seine bloße Anwesenheit, sondern nur, wenn er beißt oder in anderer Weise aggressiv ist. ------- Wie Herbsti schon schrieb: Es gibt eine Pflicht jeden Tierhalters, auf sein Tier aufzupassen, als Hundehalter muß ich sogar eine entsprechende Haftpflicht haben soweit ich weiß. Jeder Tierhalter hat dafür zu sorgen, daß sein Tier keinen Schaden anrichtet. Der Halter wird bei sowas immer haftbar gemacht wenn was passiert, ich weiß das von unseren Bauern hier, deren Kühe oft genug auf die Straße ausbüchsen und wo dann, kommt es zu einem Schaden, der Bauer bzw. dessen Versicherung dafür haftet. Andere Verkehrsteilnehmer sind zwar verpflichtet, ihr Fahrverhalten so auszurichten dass sie immer "reagieren" können auf Notsituationen, aber das heißt nicht, daß sie als Fahrer VERANTWORTLICH dafür sind, wenn Tiere oder Kinder auf die Fahrbahn laufen. Die Verantwortung dafür, daß sowas NICHT passiert, tragen immer die Tierhalter bzw. bei Kindern die Erziehungsberechtigten. "Eltern haften für ihre Kinder" ist Dir sicher auf jeder Baustelle schon mal vors Auge gekommen;-) Abgebrochene Äste = kommt drauf an. Es ist tatsächlich u. U. die Gemeinde (zu der das Wald-/Straßenstück gehört) verantwortlich dafür. Wenn der verunfallte Autofahrer nachweisen kann, daß die Äste z. B. "zu weit" in die Straße hineinragten, den Verkehr behinderten dadurch und/oder die Äste deswegen abgebrochen und aufs Autodach geknallt waren weil man sie streifen mußte beim Passieren der Straße, ist die Gemeinde haftbar für am Wagen entstandene Schäden - weil sie dafür sorgen muß, daß auf ihren Straßen alle vermeidbaren Gefahrenquellen beseitigt werden. Deswegen werden auch Äste usw. regelmäßig durch städt. Arbeiter zurückgeschnitten bzw. den Verkehr behindernde Bäume entfernt. Wasser oder Eis - höhere Naturgewalt. Da ist, soweit ich aus meiner Arbeit im Straßenbauamt noch im Kopf habe (ohne Gewähr natürlich), dann niemand haftbar. Allerdings wenn im Winter nicht gestreut wird, ist es wieder ein Fall für die Haftungspflicht der Kommune. --------- die NICHT verantwortlich dafür sind daß plötzlich ein Tier auf der Straße auftaucht. -- Doch, sie sind verantwortlich. Was wäre denn, wenn statt des Tieres plötzlich ein Kind auf der Straße auftaucht? --------- Ich schrieb ja nicht daß Autofahrer nicht damit rechnen müssen, ich schrieb: "Sie sind nicht [b]verantwortlich[/b] dafür, daß ein Tier auf die Straße läuft". Da verwechselst Du imho "verantwortlich sein" mit "Mit etwas rechnen müssen". Die Autofahrer müssen rechnen mit solchen Situationen, völlig richtig - aber sie sind nicht verantwortlich ( "schuldig zu machen") dafür, DASS solche Situationen eintreten sprich sind nicht verantwortlich ("schuldig daran") dafür, wenn irgendein Tier auf der Straße auftaucht. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von herbstliebe [/i] Kein Autofahrer schleicht im Berufsverkehr an parkenden Autos vorbei, weil jeden Moment ein Kind hervor springen könnte.[/QUOTE]Nun, dann bin ich wohl eine ganz seltene Ausnahme. Aber wäre ich das nicht, dann hätte ich schon etliche Kinder und alte Leute auf dem Gewissen. [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] Es gibt eine Pflicht jeden Tierhalters, auf sein Tier aufzupassen, als Hundehalter muß ich sogar eine entsprechende Haftpflicht haben soweit ich weiß. Jeder Tierhalter hat dafür zu sorgen, daß sein Tier keinen Schaden anrichtet.[/QUOTE]Das heißt aber nichts anderes, als dass [b]er damit rechnen muss,[/b] dass sein Tier einen Schaden anrichten könnte, und dieser Verantwortung durch die Haftpflicht-Übernahme Rechnung trägt. [QUOTE]Da verwechselst Du imho "verantwortlich sein" mit "Mit etwas rechnen müssen".[/QUOTE]Nein, ich setze das bewusst gleich, während "verantwortlich sein" und "schuldig sein" zwei verschiedene Dinge sind. Ich bin dann nicht verantwortlich, wenn ich mit etwas nicht rechnen kann, zum Beispiel wenn sich ein erwachsener Mensch irrsinnig verhält. [QUOTE]Die Autofahrer müssen rechnen mit solchen Situationen, völlig richtig - aber sie sind nicht verantwortlich ( "schuldig zu machen") dafür, DASS solche Situationen eintreten sprich sind nicht verantwortlich ("schuldig daran") dafür, wenn irgendein Tier auf der Straße auftaucht.[/QUOTE]Meinem Bruder ist vor einigen Jahren ein Kind ins Auto gelaufen, und obwohl er sich keinerlei Verfehlung vorzuwerfen hatte (weder zu schnell, noch zu unaufmerksam), erhielt er eine Teilschuld einfach deswegen, weil er durch das Benutzen eines Autos eine erhöhte Gefahr für das öffentliche Leben darstellt. Du nimmst also schon allein durch die Benutzung eines Autos eine gewisse Verantwortung (und damit Teilschuld) auf dich. Aber mal ganz abgesehen von der Gesetzeslage: Ich finde es wie Knäckebrot ziemlich schäbig, nach einem solchen Vorfall so zu tun als wäre [b]nichts[/b] passiert. Immerhin hat man dabei ein Lebewesen verletzt oder gar getötet. |