| Tosh666 | Ein wenig zu meiner Person: Die "Gabe" sich für andere zu freuen ist bei mir nicht sonderlich ausgeprägt, ist sie auch noch nie gewesen. Denn sein wir mal ehrlich, im Endeffekt steh ich mir selbst am nächsten. Mir ist noch nie etwas einfach so zugeflogen, ich musste mir alles immer hart erkämpfen. Ich hatte nie übermässig viel Glück in allem was ich angefangen hab, ich musste immer beißen. Nichts desto trotz war ich immer für diverse Leute da, habe mir den Ar..... für andere aufgerissen und im Endeffekt habe ich vom "Glück" nur einen Tritt in den eben bereits erwähnten bekommen. Wenn jemanden mal ein wenig Glück zusteht dann endlich mal mir, weil ich es einfach mal verdient hab. Sicherlich kennen dieses Gefühl einige von euch aber mein Problem ist inzwischen das ich einfach nur noch Hass entwickle wenn ich von Freunden höre wie gut es doch das Glück mit ihnen meint, und wieder, und wieder, und wieder...... Niemand fragt mich mal wie es mir geht! Niemand weiß das mir mein männliches Gegenstück gerade entgleitet und ich machtlos mit zusehen muss! Niemand weiß das ich mal ein wenig Glück brauche um mein Leben wieder in die Bahnen zu bekommen! Ich entwickle wirklich Hass und meide inzwischen alle glücklichen "Freunde" und distanziere mich von ihnen weil ich es einfach nicht mehr ertrage. Bin ich einfach nur ein widerlicher, frustrierter Egoist???? |
| Seneca | Die Frage kann ich Dir aus der Ferne und Aufgrund der dünnen Informationslage nicht beantworten. |
| Tosh666 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]Aufgrund der dünnen Informationslage [/B][/QUOTE] Was willst du noch wissen? |
| Brixa | Hi Tosh! Ich glaube, ich kann das irgendwie nachvollziehen, was du da beschreibst. Zumindest geht es mir auch so, dass ich immer das Glück der anderen miterlebe, ich kann mich im Gegensatz zu dir zwar noch für sie freuen, aber die Phasen, in denen ich denke oder mich frage, wann [i]ich[/i] mal Glück habe, kommen immer häufiger... Du schreibst, dass keiner dich mal fragt, wie es dir geht. Bist du dann auch so jemand, der immer zu hören kriegt, wie toll er zuhören kann, aber bräuchtest du selbst mal ein offenes Ohr, ist keiner da und alle sind sooo beschäftigt? Und irgendwann findet man die Tatsache, dass man eine gute Freundin und eine tolle Zuhörerin ist, nicht mehr schmeichelhaft, sondern einfach nur noch nervtötend? Dass dir dein... Freund? gerade "entgleitet"- das heißt, du bist in einer Beziehung und sie geht zuende? Das tut mir Leid. Und dass du immer "beißen" musstest und dir nichts geschenkt wurde, das klingt, als hättest du schon einige harte Zeiten hinter dir. Ich finde deine Gedanken nur bedingt egoistisch - es ist normal, glaube ich, dass man sich nach vielen Schicksalsschlägen auch mal wünscht, glücklich zu werden und einen gewissen Hass entwickelt, wenn immer nur die anderen was vom großen "Kuchen" abkriegen... Und wie reagieren deine Freunde, wenn du mal versuchst, mit ihnen zu reden, ihnen zu sagen, dass du auch gerne mal über das reden möchtest, was [i]dich[/i] beschäftigt? Sorry, hoffe, ich habe nicht zu klugscheißerisch geschrieben... |
| Tosh666 | Genauso ist es, die ach so tolle Zuhörerin. Begleitet von dem Spruch "wenn ich dich nicht hätte". Ja, meine Beziehung neigt sich wohl dem Ende und ich kann nicht mal darum kämpfen, aber das ist eine andere Geschichte... Inzwischen mag ich noch nicht mal mehr mit jemanden darüber reden denn von meinen Freunden versteht es einfach keiner. Ich denk sie hören nicht mal richtig zu. Ich bin des Redens langsam leid, ich möchte jemanden der mich auch ohne große Worte versteht. |
| Brixa | Ja, das ist traurig und ich würde dir da gerne helfen, aber ich weiß leider nicht wie, da es mir ähnlich geht und ich noch keinen Weg gefunden habe, was zu verbessern. Man sagte mir schon mal, "solche 'Freunde', die einem nicht zuhören, sind keine guten, such dir andere", aber auch das ist nicht leicht. Und irgendwann ist man so abgestumpft, dass man nicht mal mehr Bock hat, zu reden, auch das ist mir nicht unbekannt... Allerdings hab ich gerade über dieses Board hier ein paar neue nette Leute kennengelernt, was hoffen lässt, dass vielleicht doch mal alles besser wird, und vielleicht triffst du hier ja auch jemanden, der/die so ist, wie du dir das wünschst und dich auch ohne Worte versteht. |
| Seneca | Hallo Tosh Ich wollte damit ausdrücken dass ich es schäbig fände ein Urteil zu fällen ohne dich auch nur 5 Minuten erlebt zu haben. Irgendwie glaube ich auch nicht das du eine bestätigende Antwort für deine suggestive Fragen erhalten möchtest. |
| Tosh666 | Das hoffe ich auch, deshalb hab ich mich hier angemeldet. Momentan frag ich mich wirklich was ich für "Freunde" hab... Ich denk ein wenig Abstand zu ihnen würde gut tun. Einfach nur mal ich sein und mich nicht verstellen.... @Seneca Da hast du wohl recht aber dennoch würde ich gern wissen ob es normal ist Hass zu entwickeln. Es ist nicht nur ein, ich sag mal, Unwohlsein sondern es ist inzwischen richtiger Hass. |
| Seneca | Ja ich halte das durchaus für normal. Mit ist es vor nicht sehr langer zeit auch so ergangen als ehemals gerne gesehen Leute anfingen eine Lebenswandel zu zeigen der in meiner Moralvorstellungn ganz weit unten steht und auf offene Kritik auch noch beleidigt reagierten Das passt dann wohl nicht mehr und man muss die Schere ansetzen. Ganz gefühlsneutral geht das dann auch nicht. |
| Tosh666 | Manchmal fühle ich mich einfach nur allein... |
| Seneca | Ich denke man sollte erstmal lernen damit umzugehen, alleine zu sein, bevor man sich in neue Bekannschaften stürzt...es festigt doch ungemein. Ich meine damit, alleine unter Leuten, nicht alleine auf der Welt. Du willst doch nicht einfach nur ein Anhängsel eines anderen sein, oder? |
| more | Nun, ich denke, dass was du fühlst ist eher Neid. Und sich bewußt zu sein, dass man neidisch ist, kann einem schon sehr viel weiter helfen. Hass ist ein unproduktives Gefühl und hilft nicht weiter. Mit Neid kann man dahingegen schon mehr anfangen. Vielleicht solltest du deinen Freunden gegenüber mal wirklich artikulieren was mit dir los ist. Sätze wie: "mir gehts grad nicht so gut", lösen bei vielen nicht viel aus. Sagst du deinen Freunden jedoch auf den Kopf zu, was dich so quält, wie: "mir gehts so schlecht, ich hab das Gefühl dich juckt das kein bisschen. Dir gehts gut, du bist vom Glück geküsst und desswegen bekomme ich einen richtigen Zorn, weil du meine Probleme nicht siehst." machen einen betroffen und zeigen, wo dich der Schuh wirklich drückt. Ich hatte auch das Problem, dass ich umgeben von Glückspilzen war. Ich musste eine Ausbildung abbrechen, weil ich in die Mühlen von internen Auseinandersetzungen gekommen bin, während meine Kollegen auf Händen getragen wurden und jetzt ihre Ausbildung mit 1 absolviert haben, aufgrund auch einer großen Menge meiner Hilfe. Keiner hat dafür "Danke" gesagt, oder gefragt wie es mir wirklich damit geht. Ich hab dann irgendwann gesagt, dass ich so von Neid zerfressen bin, dass ich finde, dass ich genauso qualifiziert gewesen bin und dass ich sie am liebsten nicht mehr sehen möchte, weil ich ihnen nur die Augen auskratzen könnte für die Ungerechtigkeit, die mir widerfahren ist. Siehe da, man hat sich wirklich Zeit für mich genommen. Ich konnte mich mal richtig ausheulen und zusammen mit diesen Leuten habe ich neue Perspektiven für mich aufbauen können. Ein harsches Wort ist oft kein Grund eine Freundschaft zu zerbrechen, sondern bewirkt oft, dass man sich nachher noch besser versteht. Dazu ist es aber wichtig, Klartext zu reden und seine Bedürfnisse klar darzustellen. Das ist nicht egoistisch, sondern fördert das Zusammenleben - man muss ich nur trauen. |
| fragment | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tosh666 [/i] [B]Ich hatte nie übermässig viel Glück in allem was ich angefangen hab[/b][/QUOTE] Hast du diese begonnenen Dinge denn beendet? Das Wort 'Glück' solltest du aus deinem Wortschatz übrigens steichen und mit Erfüllung ersetzen. Sobald du eine Ahnung davon bekommst was das eigentlich genau ist, dass dich erfüllt, wirst du schlagartig begreifen, dass du bis dato in jeder Phase deines Lebens nur darauf hingearbeitet hast genau dieses Wissen zu bekommen. Dann siehst du auch, dass all Hoffen und Streben nach Glück eigentlich etwas anderes war...eine Suche nach dir selbst nämlich. An diesem Punkt kann das 'Glücklich Werden' beginnen. Zum 'Glücklich Sein' fehlt dann nur noch Entschlossenheit. Spätestens da trennt sich die Spreu vom Weizen, dann tut es nämlich richtig weh. Vergiss die Anderen, die du gerade so sehr beneidest. Die meißten von Ihnen sind selbst voller Neid und so willst du doch nicht wirklich sein?! Ich zitiere aus den Simpsons: [i]Es muß erst schlechter werden, bevor es besser wird[/i] Dein gegenwärtiger Zustand klingt nach einem guten Zeitpunkt für eine Neuorientierung. Wie und wo auch immer die stattfinden wird... |
| Tosh666 | [QUOTE]Du willst doch nicht einfach nur ein Anhängsel eines anderen sein, oder?[/QUOTE] Nein das nun wirklich nicht, bin ich auch Gott sei Dank nicht. Ich bin ein eigenständiges Individum und auch stolz darauf. Natürlich habe ich es meinen Freunden bereits um die Ohren geknallt aber es ändert nichts. Da nehm ich kein Blatt vor den Mund. Ich denk es ist einfach eine zu große Kluft zwischen uns. Während ich mir über mein Leben und die Zukunft Gedanken und Sorgen mache besteht für meine Freunde das Leben aus feiern und Spaß haben. Ich bin ja bei weitem auch kein "Kostverächter" aber ich bin nun mal Realist. |
| DarkHeart | Ich glaube, es liegt einfach daran das Du Hass auf anderes Glueck hast, weil sich von deinen "Freunden" sonst keiner um Dich richtig scherrt, einfach interessenlos sind, was den anderen Menschen betrifft und wesentlich egoistischer, als Du es nur sein kannst. Høre ihnen einfach nicht mehr zu. Solche Freunde hatte ich nicht lange. |
| Tosh666 | @fragment Du hast völlig recht mit allem was du sagst. Es ist wirklich Zeit für einen Neuanfang.... |
| fragment | Ich wünsch dir von Herzen alles Gute dabei! |
| athara | Hallo Tosh! Anhand dessen, was Du geschrieben hast, halte ich Dich nicht für eine Egoistin. Und an der Tatsache, dass Du zuweilen neidisch bist, z.B. auf den Erfolg oder das Glück der Menschen in Deinem Freundes- oder Bekanntenkreis, kann ich erstmal nix schlimmes finden. Ich halte es da ganz mit dem Beitrag von more und denke, dass Neid ein sehr guter Motor sein kann, seine Ziele, die man sich gesetzt hat, auch tatsächlich zu erreichen. Ein Neidgefühl entsteht ja immer erst da, wenn man ausgehend von anderen zu sich selbst einen gewissen Unterschied (im sozialen Status, wie auch immer der aussehen mag) ausmachen kann. Auch darüber kann einem erst bewusst werden, was für einen selbst erstrebenswert ist und was man im Leben erreichen möchte. Neid wird meiner Meinung nach aber problematisch (für einen selbst) wenn der Neid ein übermächtiges Gefühl wird, so dass man sogar droht, davon förmlich aufgefressen zu werden. Aber dieses Gefühl fällt ja nicht vom Himmel, sondern entsteht meist in Extremsituationen (oder welchen, die als solche wahrgenommen werden), wie Du sie derzeit erlebst. Du schreibst, das Glück hätte Dich im Stich gelassen und sei nur noch auf Seiten Deiner Freunde und Bekannten. Auch wenn es Dich vermutlich grad nicht wirklich tröstet, aber sowas haben wohl die allermeisten schon einmal in ihrem Leben erfahren (oder werden es evtl. noch). Jeder hat im Leben mal echt beschissene Zeiten, die noch dazu ganz danach aussehen, als würden sie kein Ende nehmen wollen. Ich hatte auch schon zahlreiche heftige Schicksalsschläge zu verarbeiten. Ich hatte das Gefühl, vom Regen in die Traufe zu kommen und machtlos dabei zusehen zu müssen, dass mein Leben den Bach runter geht. An diesem Gefühl wär ich fast zerbrochen, weil ich mir so schrecklich hilflos vorkam - ich hatte keinerlei Möglichkeiten mich selbst aus der Scheiße zu ziehen, weil ich auf die Umstände einen keinen Einfluss hatte. Ich hab mich andauernd gefragt, warum ausgerecht ich so ein Pech haben muss. Wenn ich mich im Freundeskreis umgeschaut hatte, war immer alles FriedeFreudeEierkuchen, alle waren zufrieden, bei allen gings voran, bei allen schien es zu funktionieren. Auch wenn ich auf meine Situation selbst zwar keinen direkten Einfluss hatte, so hab ich aber erkannt, dass ich es höchstens schlimmer machen könne, wenn ich mich hängen lasse, wenn ich nur noch alles bedauerlich finde und mich selbst bemitleide. Neidisch auf andere zu sein hat mich an dieser Stelle nicht mehr weitergebracht, weil ich mich durch meine Haltung selbst gelähmt hab. Ich kann hier natürlich nur für mich selbst sprechen, aber seltsamerweise schien der Knoten irgendwann dann geplatzt zu sein, als ich dachte, es könne jetzt eh nicht mehr schlimmer kommen. Ich hatte nix mehr zu verlieren. Das hat mir endlich den nötigen Antrieb gegeben. Als ich dann merkte, dass es ein Stück vorwärts ging, hat mir das auch wieder Mut gemacht, mir vertrauen in meine Fähigkeiten zurückgegeben und auf einmal gings mir psychisch auch wieder sehr viel besser. Ich hab viele Nörgler/Besserwisser/Schmarotzer aus meinem Freudeskreis entlassen und hab auch sonst mit einigen, die sich wie Parasiten in meinem Leben eingerichtet haben, Tabula rasa gemacht. Damit meine ich jetzt nicht, dass Du alle Freunde/Bekannte, auch die nicht, die anscheinend grad ne Strähne am Rouletttisch haben, einfach in den Arsch treten sollst. Aber vielleicht lohnt es sich, wenn Du mal genauer hinsiehst und Dir überlegst, wer für Dich da ist, wenn es Dir schlecht geht; und wer sich die die Ohren zuhält, wenn Du Sorgen hast, die Du gerne loswerden möchtest. Wenn ich mir so durchlese, was Du über Deine Freunde schreibst und wie sie offensichtlich zu Dir stehen, dann wundern mich die Gefühle, die Du momentan hast, nämlich gar nicht. Ich finde es nicht egoistisch, wenn man auch mal an sich denkt (und an sowas wie Altruismus glaub ich sowieso schon mal gar nicht). Wer sich selbst nicht in einem gesunden Maße nahe steht, der kommt einfach auch nicht weiter im Leben. Auch wenn das vielleicht eine bittere Erkenntnis ist. Ich wünsch Dir auf jeden fall alles Glück der Welt, dass es bei einem etwaigen Neuanfang besser für Dich klappt. Aber ich bin da ganz optimistisch. |
| Tosh666 | Ihr glaubt gar nicht wie viel mir eure Worte bedeuten, vielen lieben Dank dafür. Ich hoffe ich kann mich allein wieder aufraffen und einen Neuanfang starten. |