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  Forum: Auswege
    Thema: nach der trennung
blackcorvushallo,
ich trau mich mal hier zu schreiben.
es geht um folgendes, bei dem ich einfach nicht weiterkomme, irgendwie auf der stelle trete und das gefühl habe, dass es mit jedem tag schlimmer wird.

die trennung geschah anfang des jahres. meine ex zog allerdings erst im juni hier aus. obwohl ich da auch sehr traurig war, war ich doch auch froh, dass endlich der ganze streß und der streit ein ende hatten.

und jetzt? bin ich nur traurig, vermisse sie, und wünsche mir einen neuanfang in unserer beziehung. (sie hat mich verlassen.) ich fühle mich einsam. das sind meine gefühle. nüchtern betrachtet will ich diese beziehung nicht mehr. aus verschiedenen gründen.

ich weiß nicht, was ich machen soll, wie ich da wieder rauskomme. arbeit und freunde habe ich. das ist gut, und bringt auch abwechslung in mein leben. doch wenn ich allein zu hause bin, überkommen mich einsamkeit, die erinnerung an, die auch schöne zeiten mit ihr. tränen.
wenn ich auf arbeit gehe, ich arbeite als erzieher in einer einrichtung mit geistig behinderten menschen, (macht mir sehr viel spaß.), ist es anders. dort bin ich locker, es ist schön mit den leuten zusammenzusein. naja, manchmal ist es auch nervig. ;) dennoch, dort bin ich wie ausgewechselt.
so ganz kann ich diese anderen gefühle allerdings nicht zu hause lassen. das wirkt sich zum glück nicht negativ auf die arbeit aus.

gut, die trennung ist ja noch nicht so lange her. das braucht wohl noch mehr zeit. bei mir wohl etwas länger.

wie geht ihr damit um, oder seid damit umgegangen und aus diesem tal rausgekommen?

naja, soweit erstmal.

einen schönen tag und danke fürs lesen. freue mich von euch zu lesen und vielleicht auch hilfreiche tipps, oder so zu bekommen.

corvus
moreNun, ich denke das muss zuerst jeder mit sich ausmachen. Ich denke die Art und Weise wie du damit umgehst und die Objektivität mit der du deine Situation schilderst zeigt ja, dass du damit recht gut umgehen kannst. Trauer ist wichtig und gut.

Du fragst ja nach Erfahrungen. Ich kann dir nur meine Umgehensweise schildern, jedoch heißt das nicht, dass diese Methode eine wirklich gute ist.

Ich habe mich damals in eine tiefe Trauer zurückgezogen. Viele Tränen, viel Selbstmitleid, viel Wut und Schwäche. Ich habe mir die Zeit zugestanden wirklich intensiv über den Verlußt zu trauern. Ich hatte dabei das Gefühl mich richtig reinzuwaschen. Ich habe über ein Jahr gebraucht um wieder jemanden an mich heran zu lassen. Aber ich glaube die Zeit habe ich auch gebraucht. Durch die Beziehung verändert man sich. Man braucht Zeit um wieder zu sich selbst zu finden. Alles abzustreifen und neu anzufangen. Mir hat das gut getan. Wobei natürlich der Prozess dahin sehr schmerzhaft war. Aber ich glaube für mich gehört das einfach dazu.
Jodeich möchte es auch wie more halten und ein bisschen meine erfahrungen schildern...
die trennung war vor zweieinhalb monaten - ganz am anfang habe ich mir eine liste gemacht, was ich mir in der folgenden zeit gutes tun möchte und was ich besser vermeide, mit dem gedanken, dass ich die trauer durchleben muss und auch möchte um abzuschließen, aber auch dem wissen, dass es nicht ewig dauert.
auch jetzt tagträume ich bisweilen, aber in realität wöllte ich die beziehung nicht zurück.
von den offensichtlichen erinnerungen (geschenken etc) loszukommen ist relativ einfach, mit den erinnerungen im kopf sieht es anders aus.
mein weg war, mir vorzustellen, dass ich die bilder in einen fluss lege, wo sie langsam ausbleichen und davonschwimmen. es hat mir geholfen.
EvillightErinnere Dich an die glücklichen Zeiten, an das, was Du hattest und was Du (Ihr) bedeutet hast. Das wird Dir gegen etwaige Selbstvorwürfe helfen, egal ob und wie gerechtfertigt diese sind. Mach Dir aber auch auf jeden Fall klar, dass es vorbei ist un das dies ebend manchmal der Lauf der Dinge ist. Du machst Dich kaputt, wenn Du zuviel Kraft und Hoffnung in einen Neuanfang steckst.

Ich habe die letzte Trennung nie wirklich überwunden und diese ist jetzt 2,75 Jahre her. Die schlimmste Zeit waren die ersten 12 Monate, wo ich einfach nicht damit klar kam und Kontakt suchte. Ich blieb ohne Antwort nach dem warum, da ein klärendes Gespräch nie stattgefunden hatte und wurde fast zum Stalker... es war zuletzt nur noch krank.

Bin ich aus dem Tal heraus ? Nunja. Ich will es nie wieder erleben und suche derzeit daher auch keine Beziehung, ohne mich da grds zu sperren. Ich kann mich beschäftigen und komme gut durch den Tag. '... und wanderte ich auch durchs finstre Tal, so war ich ohne Furcht' - Triffst wohl am besten! Keine Sorge, es wird die Zeit für Dich kommen, da vernarben die Wunden !
blackcorvushallo, danke für eure beiträge. :-)

an die guten zeiten mit ihr erinnere ich mich. doch geschieht es mehr unbewußt, so, als ob ein film in mir abläuft. dann schmerzt die trennung um so mehr, denn es war ja auch schön mit ihr.
selbstvorwürfe sind mir aber auch bekannt, besonders dann, wenn ich wieder was neues erkenne, von den dingen, die ich falsch gemacht habe. manchmal geschieht das in verschiedenen alltagssitutionen, in denen mir plötzlich dinge klar werden, beim film schauen, oder beim hören bestimmter lieder, die wir zusammen hörten (die kann ich dann gar nicht mehr hören und mache sie aus. werden die im laden gespielt muss ich da schnell wieder raus, es geht nicht). mal so, mal so.
dann tut es weh, dass ich es nicht mehr anders, besser machen kann. zumindest nicht bei ihr.
worüber ich mich während der trennung sehr erschrocken habe, war meine eigene hilflosigkeit. reden war ja leider nicht mehr möglich. stattdessen gab es fast jeden tag streit. das brachte ein stück selbsterkenntnis.

nun gehören auch diese erlebnisse zu meinem leben. wieder ein stück trauer.

ich möchte es auch so halten, tu ich ja auch schon. auch die unangenehmen gefühle zulassen. die gehören auch zum leben. ein ddr liedermacher schrieb in einem seiner lieder: "ich brauch auch die trauer zum glücklichsein." also nutze ich diese zeit, um mein leben, meine beziehung zu ihr zu reflektieren. doch irgendwann sollte der prozess abgeschlossen sein.

hm, das hört sich jetzt alles so an, als ob ich diese zeit gut bewältige. schön wärs ja. so stark bin ich nun auch nicht. am liebsten möchte ich alles weit von mir werfen, und mich in irgendner höhle verkriechen. besonders dann, wenn ich nach der arbeit oder von freunden nach hause komme und wieder allein bin.

@evillight
solche gedanken kommen mir auch manchmal. hin zu ihr, vor ihrer wohnung, oder auf der arbeit auf sie warten, nur um sie zu sehen, und vielleicht bietet sich die gelegenheit zu reden. den geredet haben wir auch nicht. einen friedlichen abschied gabs auch nicht. wir gingen im streit auseinander. an dem tag, als sie ihre sachen holte. ihr neuer wartete draußen. eigentlich musste ich mich sehr zusammenreißen.

@joda
eine beziehung zu ihr möchte ich auch nicht mehr. zumindest nicht unter den derzeitigen umständen. aber selbst dann glaube ich nicht, dass es gut gehen würde. ständig mit der angst zu leben, ob da nochjemand ist, und der erinnerung an schlechte zeiten. die würden, glaub ich in solch eine fall dominieren. wenn kein vertrauen da ist, ist es das beste es zu lassen.

@more
mir geht es nicht darum irgendwas zu kopieren, denn ich denke auch, dass jeder seinen eigenen weg finden muss krisen zu bewältigen. jeder macht da ganz unterschiedliche erfahrungen.
naja, wird wohl noch ne weile dauern, bis ich drüber hinweg bin. nur geht sie mir nicht aus dem kopf. sie ist mir eben nicht egal. aber ob das jetzt liebe ist, oder einfach nur der schmerz, darüber bin ich mir momentan nicht im klaren.

so, das wars erstmal.

liebe grüße
corvus

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