| verzweifelt | samstag abend: ich sitze da, langweile mich zu tode, krieg nichts auf die reihe. es ist eigentlich unfassbar: ich hab eine intakte beziehung und trotzdem bin ich so einsam wie eh und je. ich hier ganz alleine die stille bekämpfend mit lauter musik und im raum nebendran mein freund mit seiner clique. mein freund hat einen rieisigen intakten freundeskreis, doch ich habe außer ihm nur wenige labile soziale kontakte. es ist ja nicht so, dass ich gerade umgezogen bin und mich neu orientieren müsste. es war schon immer so bei mir. schon als kind war ich einsam, hab die meiste zeit alleine verbracht. ich weiß echt nicht, was mit mir los ist: ich bin völlig unfähig soziale kontakte aufzubauen. und wenn ich es schaffe mal etwas kontakt aufzubauen, gibt sich das in kurzer zeit wieder. |
| SinRaziel | Ich finde es erstaunlich, dass deine sogenannte intakte Beziehung sich fröhlich nebenan verlustieren geht und dich alleine und mit beginnender (oder fortgeschrittener) Depression da sitzen lässt. Unverständlich. Was ist mit seinen Freunden? Vielleicht da jemand dabei, mit dem auch du dich vorsichtig anfreunden kannst? |
| verzweifelt | mein freund ist jemand, dem sein freundeskreis sehr wichtig ist. seine exfreundin hat ihn sehr eingeengt, jeglichen freiraum sprich zeit mit seinen freunden musste er sich hart erkämpfen, daran ist seine letzte beziehung auch gescheitert. es ist weniger die angst ihn zu verlieren, die mich daran hindert so zu werden wie seine ex sondern mehr mein starker wunsch danach ihn glücklich zu sehen. mit seinen freunden kann ich leider nicht viel anfangen. ich habe große angst davor auf größere menschengruppen zuzugehen und gestern waren ja 8 leute von ihm da... das überfordert mich total, jeder annäherungsversuch endet damit, dass er total fehlschlägt und ich eine unglaubliche ablehnung ausstrahle. und diese ablehnung hab ich schon von anfang an ausgestrahlt. hab also schon meinen ruf ruiniert. und hab jetzt aber auch kein bock auf leute, die meinen freund immer hinterrücks fragen ob ich ein problem mit denen hab. was soll ich machen- zu jedem hingehen ihn umarmen und sagen wie sehr ich sie alle mag? (was ja auch nicht wirklich zutrifft). |
| Adore | Ich möchte mich nicht als große Ratgeberin aufspielen, aber vielleicht wäre es einfacher, wenn er mal nur einen oder zwei von seinen Freunden einlädt und ihr gemeinsam Zeit verbringt. Ich für meinen Teil kann auch mit großen Freundeskreisen und Menschengruppen nicht viel anfangen. Je mehr Leute um mich herum, desto mehr ziehe ich mich zurück und werde still. Mittlerweile habe ich aber begriffen dass ich in Gesprächen zu zweit oder im kleinen Kreise manchmal echt aufblühen kann. Alle die mich gut kennen, versuchen deshalb auch soweit es geht auf das Rücksicht zu nehmen. Probiert es doch mal aus, vielleicht klappt es ja. :) Außerdem können Menschen immer noch nach einem Gespräch ihren ersten Eindruck über jemanden völlig revidieren, wenn sie eines Besseren belehrt werden. Du musst ja jetzt nicht mit allen auf "tolle Kumpels" machen, aber vielleicht sind ja einige dabei, bei denen du das Gefühl hast, dass du dich gerne mit ihnen unterhältst. |
| verzweifelt | leider habe ich diese enttäuschung schon hinter mir. ich hab auch schon was nur mit meinem freund und ein zwei leuten von ihm gemacht, aber entwickelt hat sich daraus nichts. mit einer seiner freundinnen hab ich mich gut verstanden, die sich auch mit mir, aber es hat sich nichts ergeben. sie hat zwar auch immer zu meinem freund gesagt, dass sie sich mit mir gut versteht, aber alle weiteren mal, wo ich sie gesehen habe, hat sie mich total ignoriert. und ansonsten, liegen die interessen da auch sehr weit auseinander- gemeinsamkeiten sind da schwer zu finden. und ein weiteres problem ist, dass es nahezu unmöglich ist, da was mit ein zwei leuten zu machen. anfangs heißt es meistens, dass 2 oder 3 leute kommen und dann sind es 8,9, 10 oder mehr. |
| rainraven | das gehört aber nicht wirklich in die "Nebelpfade", sondern eher in dieses Auswege- oder ein anderes Hilfe-Forum ?? |
| Ewig | @verzweifelt Dann sehn wir uns dochmal ! Ich kenn das Problem. Wenn ich Dich sehe kann ich dir bestimmt sagen was Du falsch machst. Ich z.B. strahle Wiedersprüchlichkeit aus, was anderen nich gefällt. Ich arbeite daran, es bessert sich. Meine Kontakte halten auch nie lange, aber wie gesagt zunemend bessert es sich. Trotzdem habe ich einen tollen Freundeskreis. Der ist mir aber zu klein, ich brauch ständig neue Leute. Einsamkeit habe ich dauernd... Ich brauche ständig Leute um mich... Wenn Du mal irgendwo zugegen bist... finden wirs raus |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von rainraven [/i] das gehört aber nicht wirklich in die "Nebelpfade", sondern eher in dieses Auswege- oder ein anderes Hilfe-Forum ?? [/QUOTE]Ja, darum habe ich's mal hier rein verschoben. |
| verzweifelt | @ewig: ich strahle distanz und ablehnung aus ohne es zu wollen. ich bringe meine gefühle und meine ängste damit nach außen. das ist mir bewusst doch das bewusstsein ändert mein verhalten nicht. |
| FRD | Komm mal von deiner Opferrolle weg. Die Ablehnung, die du ausstrahlst ist genau das, was du spürst. Steh doch dazu. Du magst seine Freunde nicht; das hast du doch auch so formuliert. Okay. Insgeheim wartest du darauf, dass dein Freund seine Freunde für dich aufgibt und nur noch ganz alleine für DICH da ist. Irgendwo weißt du, dass es ganz und gar nicht richtig ist sowas zu denken. Aber das ändert nichts daran, dass du es fühlst. Du warst dein Leben lang einsam, hast viel Schmerz in dir und wartest darauf, dass dir jemand diesen Schmerz nimmt. Aber nein. Sein Freunde haben ein Problem mit dir, weil du ein Problem mit ihnen hast. Wie können sie nur? Dieses eine Mädel mag dich zwar, aber sie hat nichts getan um den Kontakt zu halten. Wieso macht sie sowas? Und dann stahlst du auch noch diese Ablehnung aus. Alles fürn Arsch, oder? Know what? Keiner wird dir diesen Schmerz nehmen. Niemand außer du selbst. Wo bist du denn mal aktiv? Was für Interessen hast du, denen du nachgehen kannst? Sprachkurse, Fitnesskurse, Kochbücher, malen, spanische Literatur der im Bronzezeitalter...was auch immer. Versuch doch mal dich selber glücklich zu machen, statt das von anderen zu erwarten. Deine Angst vor Menschen kann man auch angehen. Nein du bist nicht verrückt oder krank, du hast nur etwas zu bewältigen, dass dir allein zu viel ist. Hol dir die Hilfe die du brauchst. Ich kenne Leute, die haben das gleiche Problem und rennen seit Monaten durch die Stadt und sprechen fremde Menschen an, um das loszuwerden. Andere machen Therapien oder Workshops, Improtheater whatever. Tu was. |
| verzweifelt | diese ausstrahlung habe ich nicht nur gegenüber den freunden meines freundes sondern auch gegenüber menschen die ich mag oder die mir sympathisch sind. wollte ich, dass mein freund seine freunde für mich verlässt, wäre ich mit ihm keine beziehung eingegangen, denn ich wusste, dass ihm seine freunde wichtig sind. außerdem wäre ich dann mit meinem ex zusammen geblieben, der mit mir eine nahezu symbiotische beziehung geführt hat- ich habe die beziehung aber beendet, weil mir das zu eng geworden ist. ich will mit einem eigenständigen menschen zusammen sein- nicht jemanden besitzen- der auch ein eigenes leben führt und nicht mit jemanden, dessen leben ich bin. das gleiche wünsche ich mir eben auch für mich selbst. ich habe versuche gestartet aktiv zu werden, auch wenn es mir schwer gefallen ist, weil meine ängste so groß sind, jedoch scheitere ich immer wieder daran, dass ich unbewusst und für mich (so erscheint es mir zumindest) unkontrollierbar, eine barriere ausstrahle, die es mir unmöglich macht auf andere zuzugehen und und andere davon abhält auf mich zuzugehen. mir fehlt einfach die richtige strategie, um diese ausstrahlung in griff zu kriegen. |
| FRD | Das hört sich doch schon ganz anders an :-) Strategien entwickelst du durch ausprobieren, also bleib dran. Diese innere Blockade; da mußt du anpacken. Setz dich mit ihr auseinander, mach sie greifbar und benennbar und arbeite dran. Kleine Schritte. 1 Woche lang jeden Tag einen Menschen anlächeln. Wenns immernoch schwer fällt, machs 4 Wochen. Dann an der Bushaltestelle einen Small-Talk beginnen und vielleicht -wenn es gerade geht- dazu lächeln. Jeder Mensch hat Unmengen Power in sich. Da ist dieser tolle, liebevolle und kreative Kern in uns, der eigentlich nichts weiter will als ausgelebt zu werden. Aber das wurde uns erfolgreich abgewöhnt. Anfangs muß man uns noch zu verstehen geben, dass wir nicht gut genug sind, wie wir sind. Irgendwann sind wir soweit freiwillig aufzugeben, damit wenigstens ein bißchen Glück für uns übrig bleibt. Das ist der Kompromiss, den wir eingehen, um uns zugehörig zu fühlen. Die Symptome sind eigentlich immer die Gleichen. Fehlende Selbstannahme, Fehlendes Vertrauen, Fehlende Selbstliebe. Die Ursachen allerdings sind verschieden. Meistens warens die Eltern, manchmal auch schlimmeres...wo man hoffen muß, dass es zu reparieren geht. Viele Grüße |
| verzweifelt | @frd: danke. an meiner vergangenheit arbeite ich, was aber noch einige zeit in anspruch nehmen wird. der vorschlag wie ich meine gegenwart gestalten kann, gefällt mir. er gibt mir auch die möglichkeit menschen mit einer positiven offenheit wahrzunehmen. bis ich es schaffen werde mit einer fremnden person mal ein gespräch anzufangen wird noch zeit verstreichen, aber ich merke im moment einfach selbst, dass ich mich in einem langwierigen prozess befinde. es ist nichts, was sich innerhalb von 2 tagen selbst erledigt, ich muss daran arbeiten- tag für tag, mit geduld, ausdauer und mehr optmismus als zuvor. |