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  Forum: Auswege
    Thema: Was ist mit mir los? Ich muss es mir einfach von der Seele schreiben...
PotestasUmbraAllein der Gedanke daran, dass ich hier nun auspacke und, soweit wie möglich, alles erzähle, was ich all die Jahre hinter verschlossenen Türen hielt - es macht mich kaputt! Allein der Gedanke macht mich kaputt. Momentan versuche ich noch abzuwägen, ob ich dafür überhaupt das richtige Forenthema gewählt hab. Eigentlich hab ich keine Fragen - oder doch? Wer weiß das schon, wenn nicht ich? Also bitte, verzeiht, wenn ich mich im falschen Bereich befinde. Ich bin momentan einfach...wirr.

Es geht um ein Gefühlschaos, welches ich mehr oder minder seit zwei Jahren erlebe, und welches mich jeden Tag näher an meine Substanzen bringt. Zeitweise habe ich überlegt, nen Psychodoc aufzusuchen. Das Problem an der Sache: ich habe Angst, dass dieses Gefühl bei betreffender Person bekannt wird. So paranoid bin ich, dass ich es 2 Jahre lang keinem erzählt hab - erst neulich einem guten Freund und der Freundin weil ich einfach nicht mehr kann. Aber ich weiß nicht, was ich hören will. Gute Freunde geben einem meist doch andere Ratschläge als Fremde. Ich möchte von Fremden hören, was sie davon halten, ich möchte es aus den Augen anderer sehen und aus den Ohren anderer hören. Es gibt hier kein richtig oder falsch, lediglich ein "Warum". Am besten fang ich mal so langsam mit der eigentlichen Geschichte an. Ich versuche sie, einfach aus der Angst heraus, erkannt zu werden (sehr paranoid, ich weiß), recht oberflächlich zu erzählen.

Ich bin leider schon seit Kindestagen schwer krank. Wie, weshalb und warum ist ja uninteressant, ich tippe auf Tschernobyl. Aber wer weiß das schon. Jedenfalls verbringe ich den Großteil meines Lebens in irgendwelchen Krankenhäusern. Mein Ex-Lebensgefährte hat mich auf diesen Wegen zwar begleitet - aber irgendwie nie wirklich mental. Er war genervt, verständlicherweise, wer will schon ne Alte, die immer krank iss? Er fühlte sich dazu verpflichtet, mich hinzufahren, und auch täglich zu besuchen. Ein Gefühl der Geborgenheit, so nach dem Motto "ich bin für dich da, denk an dich" ist leider bei keinem Krankenhausaufenthalt übergesprungen. Eher so ein Gefühl wie "oh nein, schon wieder". Ach, nein, ich verübel ihm das jetzt einfach mal nicht. Aber es war eben damals, vor gut 2 Jahren, jemand anderes da, der mir dieses Gefühl gab: ein Arzt. Jeden Tag freute ich mich auf die Visite wie ein kleines Kind. Die pure Anwesenheit gab mir ein unbeschreibliches Gefühl - ein Gefühl der Geborgenheit. Fast 4 Wochen war ich in jenem Krankenhaus. Nach dieser Zeit kam ich heim, ich ließ den entgifteten Körper zurück, das Gefühl blieb. Er erschien fast täglich in meinen Träumen, meinen Gedanken. Ein weiteres Jahr verging in diesem Schema. Bis ich auf der Arbeit zusammenbrach und sich ein weiterer KK-Aufenthalt anbahnte, in einem ganz anderem KK, sogar sehr weit weg von dem, in dem ich damals lag. Da wollte ich eben aus dem Grund nicht mehr hin, immerhin könnte er ja noch dort sein? Nunja, was jetzt kommt, ist wohl mehr wie aus einem schlechten Liebesfilm. Ich richtete mich auf der Station ein, kaufte mir in deren Cafeteria nen Kaffee zum runterkommen, als mein Herz plötzlich mehrere Schläge aussetzte: eben JENER Arzt saß da mit seinen Kollegen und aß zu Mittag. Ich musste mich an meiner Begleitung festkrallen, so hats mir den Boden unter den Füßen weggehoben. Ich dachte mir nur, dass kann doch nicht sein. Was ist nur mit mir los? Ich befahl mir selbst, mit diesem Unsinn aufzuhören. Vllt auch nur Einbildung? Auf der Station habe ich sofort gefragt, ob entsprechender Arzt (Name hab ich natürlich nie vergessen), hier praktiziert. "Ja, das ist unser Stationsarzt". Okay Oo. Er arbeitet eben hier, was soll ich tun. Bist ja sicher morgen oder übermorgen wieder daheim. Gut, mehrere Wochen später gings dann wirklich heim - was in der Zwischenzeit auf der Station passierte, möchte ich nicht bis ins Detail erzählen - einfach weil´s so ungewöhnlich ist, dass wieder die Angst hochkommt, ich könnte erkannt werden. Aber eins kann ich sagen: Geborgenheit pur! Das Gefühl, mit dem ich damals das KK verlassen hatte, wurde ums 1000-fache verstärkt. Ich musste irgendwann einsehen, dass es nicht einfach so verschwinden wird. Da ist mehr. Ich habe meinem Ex gebeichtet, was mit mir los ist. Obwohl wir eine Horrorbeziehung hatten, habe ich ihn sehr geliebt, wollte ihn nicht verlieren, deshalb habe ich das verharmlost. Ich dachte, ich kann doch meine Beziehung nicht aufgeben wegen solch einem Gefühl! Und so hab ich es ihm auch erklärt. Aber ob ich mir das selbst was vorgemacht hab? Immerhin denke ich seit 2 Jahren täglich, sogar N8ts, nur an diesen Arzt! Mittlerweile bin ich mit meinem Ex nicht mehr zusammen, wenigstens muss ich dann kein schlechtes gewissen mehr haben. Aber natürlich hat diese Geschichte ihr Ende noch nicht erreicht!
Vor kurzem war ich wieder in dem KK, in dem ich ihn das letzte Mal sah, aber auf ner anderen Station. Irgendwann war mir öde, dacht ich komm, schnappst dir deine Mitbewohnerin und gehst mal en bissl schesen. Und wer läuft mir übern Weg? :(
Genau. Die haben so wenig Freizeit in dem Laden, aber gerade wenn ICH runtergeh, is der auch da. (Privat ist er mir sogar mal in nem Geschäft begegnet). Ja, irgendwie viele Zufälle. Aber Frage ist doch: was hab ich getan? ich hab das getan, was ich am besten kann: ich bin geflüchtet. Jede andere hätte nach 2 Jahren täglichen Gedanken wenigstens mal Hallo gesagt - immerhin hätte er sich ja vllt an mich erinnert. Aber ich? Ich hab das Weite gesucht. Er guckte en paarmal so komisch rüber. Ich hab dann einfach weggeschaut. Danach war ich den ganzen Tag lang fertig mit den Nerven. Ich muss auch dazu sagen, nachdem ich ihn das zweite mal im KK gesehn hatte, hab ich recherchiert. Ich wollte, dass er "echter" für mich ist. So ziemlich alles weiß ich, Name, Wohnort, ich weiß sogar, wie sein Haus aussieht :rolleyes: Als mein Ex mal geschlafen hatte, hab ich Google auf den Kopf gestellt, bis ich alles wusste. Und dann gings ans "Spurenvernichten". Verlauf löschen, Google Earth deinstallieren. Dinge, die ich normal nicht mache, weil ich offen und ehrlich bin. Aber wie soll ich anderen gegenüber (in dem Fall meinem Ex) offen und ehrlich sein, wenn ich es nichtmal mir gegenüber bin? Allein die Tatsache, dass er mich so beschäftigt, lässt doch darauf schließen, dass ich das nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Gut, kommen wir zum Ausklang meiner Geschichte. Wenn ich solch eine Story meinen Freunden erzähle (dass ich das Jahre nicht gemacht hab aus Angst, hab ich ja schon gesagt), dann kommen so Sprüche wie: "Ruf den an, sprich den an, fahr vorbei, blabla". Das Problem besteht darin, dass ich den nie in irgendeiner Form "anmachen" könnte. Das ist schon komisch genug, denn ich bin zwar schüchtern, sage einen Mann aber IMMER, wenn ich mich für ihn interessiere. Und das posaune ich auch gerne offen und ehrlich in die Öffentlichkeit. Und dass mein kleines Herz aussetzt, wenn ich diesem Arzt begegne, das kann ich einfach nicht leugnen. Aber ich könnte nie, nie nie nie einen weiteren Schritt gehen. Selbst wenn er heute vor meiner Tür steht und mir nen Heiratsantrag macht - ich würde die Tür unkommentiert wieder zuknallen. Niemals könnte ich mit ihm ne Beziehung, Affaire oder sonstwas eingehn.

Was stimmt nicht mit mir? Wieso kann ich bei ihm ein mehr als offensichtliches Gefühl nicht so rauslassen wie bei allen anderen? Warum habe ich panische Angst, dass er rausbekommt, dass ich überhaupt nur so DENKE? Als ich es zum ersten Mal jemandem erzählt hab (eben meiner Freundin), konnte ich 3 Tage nicht schlafen aus Angst, sie würde Sonntags mit ihm und Kai Pflaume vor der Tür stehn. Das ging sogar so weit, dass ich ihr gedroht habe, sie umzubringen, wenn sie nur annähernd auf dumme Gedanken kommt.

Was erhoff ich mir von dem Beitrag? Eigentlich nichts. Ich musste es einfach mal erzählen, nachdem ich gemerkt habe, dass viele hier über ihre Gefühle reden und auch gut auf andere Gefühle eingehen können. Denn auf meinen wird leider die meiste Zeit rumgetrampelt. Es ist so unverständlich für meine beiden Freunde, warum ich den Typ nicht anrufe. Vielleicht gibts hier jemand, der mich versteht? Und wenn mir einer sagt, dass ich mal zum Psychodoc muss - nur zu! Das würde mich nicht wundern. Irgendwas läuft da schief.

Was ich aber ausschließen kann: Es gibt ja viele, die eine gewisse Vorliebe für Vorbildspersonen (Lehrer, Dozent, Arzt) haben. Da gehöre ich nicht drunter. Ich bin in so vielen Krankenhäusern gewesen, werde noch in so vielen sein, habe so viel Beachtung und Geborgenheit von mehr als 200 verschiedenen Ärzten bekommen; aber dieses Gefühl habe ich nur bei ihm.

Wie ich schon erwähnt hab, ist die Story sehr oberflächlich erzählt. Leider kann ich mich zu dem "Zwischendrin" nicht durchringen. Mit diesen fehlenden Passagen ist diese Geschichte echt Filmreif.

So, nun ists aber genug. Hoffe auch viele Beiträge :p
solipsismusKurz gesagt, du hast zwei Möglichkeiten: ansprechen oder ihn vergessen. Dass das Ganze schon zwei Jahre läuft und dich so lähmt, ist nicht gut.
Wenn du dich völlig außer Stande siehst, eines von beiden zu machen, dann rate ich wirklich zum Therapeuten.
PotestasUmbraJa, eben weil ich außer Stande bin, eines von beidem zu tun, muss ich da mal mit jemandem drüber reden. Normal ist es einfach: man wählt eine der beide Möglichkeiten. Aber in diesem Fall...vllt kennt ja jemand ein Vergessensritual? :(
KinchGeh zu einem kassenärztlichen Ppsyschologen und lass den mal mit dir reden, vllt kann er herausfinden, was bei dir nicht normal lief, dass du diese Fantasien hast. Es gibt einen Haufen Therapien, die auch er vollziehen kann. Nur nicht den Mut verlieren!!!
hagzissa13auch wenn ich solche Schwärmereien nur aus meiner Jugend kenne: Ganz ehrlich, ich finde jetzt nihct, daß das etwas ist, mit dem man jetzt unbedingt zum Psychologen laufen muß - es sei denn, derjenige leidet massiv darunter, aber so erschien mir der Text nicht unbedingt....
Heute wird immer gleich alles in eine krankhafte Ecke gezerrt, selbst das Verliebtsein.... schade eigentlich.
solipsismusIch würde gerade den obigen Beitrag, also dass sie es hier "öffentlich" gemacht hat, obwohl sie Angst hat, dass es entdeckt wird, als Zeichen dafür sehen, dass sie leidet.
Bis jetzt ist es meines Erachtens nicht krankhaft, aber Potestas muss selbst wissen, ob es ihr Leben derart negativ beeinflusst, dass sie Abhilfe schaffen will.
PotestasUmbraDoch, ich leide schon sehr darunter. Seit 2 Jahren denke ich an keinen anderen, hab ihn mir sogar vorgestellt, wenn mein Ex neben mir lag - also ihn an seiner Stelle! Er ist ein Teil meines Lebens, Tag und Nacht, ohne, dass ich was dagegen unternehmen kann. Ich nehme an, dass ich mich in ihn verliebt habe. Aber warum kann ich nicht so reagieren, wie bei jedem anderen? Das ist das, was mir zu schaffen macht.
Kinch[QUOTE][i]Original geschrieben von hagzissa13 [/i]
[B]gezerrt, selbst das Verliebtsein.... schade eigentlich. [/B][/QUOTE]

PotestasUmbra will das so. Seiner Meinung nach gehört alles therapiert, was andere Menschen nicht mögen.


[QUOTE][i]Original geschrieben von ProstataUmbra [/i]
[B]Ich nehme an, dass ich mich in ihn verliebt habe. Aber warum kann ich nicht so reagieren, wie bei jedem anderen? [/B][/QUOTE]

Weil das vermutlich keine LIebe ist, sondern eine Fixiertheit, die vermutlich auch auf jeden anderen entfallen könnte.
PotestasUmbraIch will was, bitte? Das wüsste ich aber. Deshalb frage ich ja hier, weil ich nicht weiß, ob so ein Verhalten "mal vorkommen" kann, oder ob es einfach absolut absurd ist. Dass ich nicht fixiert bin habe ich aber auch schon zur genüge erläutert. Es hätte noch 200 andere Ärzte geben können, die sich genauso gekümmert haben wie er.
RepliqueHi Du,

ich denke, als erstes solltest Du Dir ganz genau darüber klar werden, was Du für den Arzt empfindest. Es ist sehr wichtig, eine Grundlage zu haben, auf der man dann handeln kann.

Ich meine, hat es eine Art "Omencharakter" für Dich, ihn an so vielen Stellen wiedergesehen zu haben? Hast Du vielleicht das Gefühl, es soll so sein, dass er in Deinem Leben eine Rolle spielt?

Oder projizierst Du all Deine Sehnsüchte, die sich vielleicht im Laufe der "Horrorbeziehung" aufgebaut haben auf ihn? Es gibt Situationen, da tut die Seele so etwas, möglichst mit einem Unerreichbaren.

Oder liebst Du ihn tatsächlich?

Werd Dir darüber klar. Dann kannst Du auch entscheiden, ob Du ihn aktiv kontaktieren möchtest oder lieber nicht.

Liebe, vor allem mitleidende Grüße. Replique
PotestasUmbraHallo Replique,

vielen Dank für dein Statement :)

Ja, darüber mach ich mir in genau dieser Zeit schon Gedanken.

Einen "Omencharakter" hat es zwar für mich (ich bin der Meinung, dass solche Zufälle immer nen Grund haben), aber mein Gefühl beeinträchtigt es nicht, da ich das ja schon fühlte als ich nichtmal wusste, dass ich ihn je wiedersehn werde.
Mit der Beziehung bring ich es auch in keinen Zusammenhang, da mir jetzt erst, 6 Monate nach der Trennung, überhaupt bewusst ist, dass sie scheiße war.

Aber wie ich oben erläutert hab: ich ging mit diesem Gefühl, welches ich jetzt einfach mal als Verliebtsein betitel, aus dem ersten Krankenhaus raus und habe es bis heute behalten. Nicht ohne Grund hab ich alle Infos über ihn recherchiert. Es gab seit Anfang 2008 keinen Tag, an dem er nicht da war. Wenn ich ihn gesehn hab, bin ich fast in Ohnmcht gefallen, habe sogar Fieber bekommen. So ein gefühl hat man ja nicht einfach mal 2 Jahre, ohne dass da was dahinter ist.

Es geh auch nicht drum, ihn anzusprechen oder nicht. Ich könnt das nicht, nie was mit ihm anfangen, in keinster Weise. Ich versteh einfach nicht, was mit mir los ist: warum kann ich nicht so verliebt sein wie immer? Warum brauche ich 2 Jahre, um darüber zu reden? Warum habe ich Angst, er könnte es wissen/ahnen? Warum kann ich nicht auf ihn zugehn?
solipsismusVielleicht hilft es auch, dir darüber klar zu werden, ob du wirklich einen Ratschlag willst. Niemand hier ist Psychologe, deswegen ist es schwer zu sagen, wie "normal" das ist. Wenn du vorhast, alle Alternativen auszuschlagen, dann ... viel Erfolg bei der Nabelschau.
PotestasUmbraMir würde es schon helfen wenn ich lese, was andere darüber denken. Eventuell hat ja jemand ähnliche Erfahrungen und kann mir sagen, wie man mit sowas umgehen kann. Es muss ja nix krankhaftes sein, aber ich brauch nen Schritt in die richtige Richtung. Und da die eben nicht ansprechen oder vergessen ist, muss ich nach Alternativen ausschau halten - wobei mir hier alles recht ist.
RepliqueAber warum kannst Du es ihm nicht sagen? Warum könntest Du nichts mit ihm "anfangen"? Ich meine, hast Du Angst vor ... ja, wovor hast Du bloß Angst???
PotestasUmbra@ Replique,

na, wenn ich das wüsste - das ist ja meine Sorge :(

Allein bei dem Gedanken, ich könnte mit ihm ne Beziehung haben, schäm ich mich in Grund und Boden. Ich stells mir zwar jede 2. Sekunde vor - aber direkt danach habe ich dieses unausstehliche Schamgefühl und diesen Horror, vor allem, dass er je irgendwas darüber wissen könnte!

Und das ist bei mir nicht normal. Vor kurzem hatte ich leichtes Interesse an nem Typ, der hatte sogar ne Freundin und ich hab ihm das gesagt! Also dass er mich interessiert und ich ihn ganz gern mag und geil finde. Ich kann normal offen und ehrlich auf jeden "Schwarm" zugehn. Ich könnte jedem, der mir gefällt, die Zunge in den Hals stecken.

Aber bei dem eben nicht!
solipsismusWas löst deine Scham denn aus? Hast du nur den Eindruck, dass dein Schwärmen für ihn ungerechtfertigt ist oder liegt es irgendwie an seiner Person? Ist er verheiratet oder gibt es irgendwas Anderes, dass dich zweifeln lässt?
RepliqueWofür schämst Du Dich?

Willst Du denn in seiner Nähe sein?

Was wäre, wenn ER morgen zu Dir käme (mal vorausgesetzt, er ist schneller und lässt sich die Türe nicht vor der Nase zuschlagen) und würde Dir sagen, all das empfinde er auch?
PotestasUmbraOb er verheiratet ist oder vergeben weiß ich nicht, aber so wie er sich mit ggü verhalten hat, kann ich mir das kaum vorstellen. War schon teilweise etwas tiefgründiger.

Och man, wie kann ich dieses Schamgefühl nur erklären? Es ist so, als würde man sich zB vorstellen, mit seinem Vater Sex zu haben. Ich hege unglaubliche Gefühle, könnte den ganzen Tag in seinem Arm liegen...stell mir das auch vor...aber dann kommt dieses "No-Go" Gefühl. Warum? Keine Ahnung :(

edit: wenn er das tun würde, würde ich sofort auf der Stelle tot umfallen oder mich einsperren und nie mehr rauskommen!
solipsismusHast du irgendwas oder irgendwen, an das/den er dich erinnert? Was du dir vielleicht schon gedacht hast, als du ihn das erste Mal gesehen hast.
Ist es möglich, dass du das Gefühl hattest, es sei etwas "Verbotenes", weil du, als du ihn die ersten Male gesehen hast, noch mit deinem Ex zusammen warst?
PotestasUmbraNein, das ist es leider auch nicht :(
Als ich ihn das erste Mal sah, dacht ich nur das übliche: ja, der is hübsch und nett. Und nicht so alt. Weiß leider nicht genau, wie alt, ich schätze aber mal so 33-34.
Ja, aber als ich den dann jeden Tag sah...da kam dieses Gefühl auf. Und als wir uns dann im nächsten KK des Schicksals Willen wieder begegnet sind, da war es rum! ich hab teilweise aus lauter verzweiflung geheult. ich hatte meinen Freund, den ich nicht verlassen wollte, aber ich konnte IHN nicht ausm Kopf bekommen. Und als ich dann das zweite KK verlassen hatte - dort war das Verhältnis etwas enger zwischen uns als beim ersten Mal - da wusste ich, dass ich da nimmer rauskomm. Ich hatte schon dran gedacht damals, meinem Leben ein Ende zu setzen, weil ich mich so mies gefühlt hab. Ich hatte eine Beziehung, die schon mehrere Jahre ging, wir wollten heiraten - und dann dieser andere Mann! Wem will man sowas schon antun? Ich dachte, wenn ich ihn nicht vergessen kann, dann MUSS ich sterben, um meinem Freund nix mehr vorspielen zu müssen :(
solipsismusDu hast also (mehr oder weniger) ernsthaft darüber nachgedacht, dich umzubringen, wegen eines Mannes, an den du dich nicht recht herantraust, aber trotzdem denkst du nicht, es wäre das Beste, zu einem Arzt zu gehen? (Ich halte das nicht per se für krankhaft, aber dort hast du die besten Voraussetzungen, um auf den Grund des Problemes vorzudringen.)

Ich weiß nicht, wie viele Menschen es gibt, die in einer ähnlichen Situation waren und dir deswegen persönliche Ratschläge geben könnten, aber ich halte ihre Zahl für seeehr niedrig.

Sicher kannst du hier im Dunkeln stochern und auch einfach darauf warten, dass jemand hier einen Geistesblitz hat, aber die Chancen...
poisonich denke, zu schämen braucht sich wegen solcher gefühle niemand
sie ergreifen ungewollt und ungefragt von einem besitz, fesseln, lassen sich nicht abstellen und kaum beherrschen
allerhöchstens kann man sie unterdrücken, ihnen keinen ausdruck verleihen und irgendwie sehen, ob und wie man damit fertig wird
für meinen teil könnte ich nie auf jemanden zugehen, gerade nicht, wenn er derartige gefühle in mir auslöst
vielleicht ist es einfach das ernsthafte, tiefe deiner gefühle, dass dich bremst
angst vor der möglichkeit, er könnte sagen "ich dich nicht" ?
zumindest wüsstest du dann, woran du bist und das könnte ein abstand nehmen erleichtern (wie schmerzhaft auch immer)
unnormal oder gar krankhaft finde ich das alles in keiner hinsicht
(wenn ich mich daran erinnere, wie ich meinem engel begegnete .... aber da hätten auch alle therapien der welt nicht geholfen)
PotestasUmbraIch hatte diese Gedanken nicht wegen IHM, sondern weil ich in einem tiefen, schwarzen Loch war. Ich hatte ne Beziehung, die ich zu der Zeit auch weiterführen wollte, aber hab mir tagtäglich, jede Sekunde, diesen anderen Mann an die Seite gewünscht. Meinen Freund habe ich damit auf eine Art und Weise betrogen. Es gab aber für mich keinen Ausweg, denn ich wollte meine Beziehung nicht beenden, konnte aber die gefühle für den anderen nicht zunichte machen. Als ich meinem Ex dann auch nur die halbe Wahrheit erzählte, fühlte ich mich immer noch mies weil er dachte, so hab ichs ihm nämlich verkauft, dass das nur ne Sache von 3 Wochen war. Dabei ging es schon seit Jahren! Für mich, einer Frau, die immer ehrlich ist und niemanden verarscht, ist das ne heftige Situation. Jetzt bin ich zwar nicht mehr liiert, aber viel weiter bin ich auch nicht. Weil ich diese Gefühle nicht austreiben kann. Zumindest weiß ich nicht, wie.

@ poison,

ich habe mehr angst davor dass er sagen würd "ich dich auch" :(
poisonversteh ich dass ??
ein massiv schlechtes gewissen zu verspüren, wenn man seinen partner und sei es auch "nur" in gedanken betrügt, kann ich klar nachvollziehen
wobei ich dann auch davon ausgehe, dass in der verbindung etwas nicht stimmt, sonst würden gefühle für andere überhaupt nicht erst aufkommen
aber die chance sein glück zu finden - es mag spleenig erscheinen, aber seit einiger zeit glaube selbst ich in dieser hinsicht an vorbestimmtheit und schicksal - warum sie nicht nutzen
was hat man zu verlieren, ausser vielleicht einer illusion, wenn sich letztendlich alles als falsch herausstellt
und gewinnen kann man so unendlich viel
PotestasUmbraJa, in einer funktionierenden Beziehung darf und soll sowas nicht vorkommen. Eventuell habe ich mit dem Arzt ein Gegenüber gefunden, welches mehr auf meiner Wellenlänge ist, was dazu geführt hat, dass ich das Gefühl durchsetzen konnte. Was aber nur Spekulationen sind!

Ach wenn ich könnte...ich hätte ihn wohl gefragt, ob ich mich dazusetzen darf an dem Tag, an dem wir uns im KK gesehn haben letztens. Zumindest hätte ich es so bei allen anderen gemacht. Aber nein, ich kann nur flüchten..und das verwirrt mich :(
poisonvielleicht ist er ja nicht wie alle anderen
vielleicht kannst du deshalb von dir aus keinen kontakt herstellen
spekulation ...
vielleicht gehst du nächstesmal - und wenn es so sein soll, wird es so sein - einfach auf "sich bietende möglichkeiten" ein
muss ja nicht gleich die voll-offensive sein (ich weiss ja nicht, was sich überhaupt schon zwischen euch "abgespielt" hat)
aber was spricht gegen eine tasse kaffee und unverfängliches herantasten
fluchtreflex überwinden kann wunder bewirken, so schwer es in dem moment auch fällt
PotestasUmbraDie sich bietende Möglichkeiten gab es schon, sogar Körperkontakt :(
Ah ne, ich darf net dran denken...dann bekomm ich wieder Parras!
poisondann lass ich das thema wohl besser - will dir ja keine träume für die nacht einschenken
ansonsten hätte ich ohnehin nur noch die voll brutale schiene anzubieten
PotestasUmbraIch weiß auch nicht, warum das so schlimm für mich ist...sry...ich bin ja für die Hilfe dankbar, und dann sowas :(

Erklär ma deine brutale Schiene. Vllt kann ich mich damit ja identifizieren.
Tapio Bearking[COLOR=green]Nach "Auswege" verschoben.
Persönliche Geschichten sind dort besser aufgehoben[/COLOR]
PotestasUmbraDanke Tapio!

Den Bereich hier kannt ich gar nicht :)
Replique??? Du hast doch selbst schon in diesem Bereich gepostet... Schau mal im Thread unter Deinem....

Weißt Du, mir ist Dein Problem nochmal ein wenig durch den Kopf geschwirrt. Und ich finde es eigentlich nicht so verwunderlich, was Dir mit dem Arzt passiert ist. Ich kann mir schon denken, daß poison irgendwie nicht so falsch liegt mit der Theorie, es wäre etwas Besonderes. Eben richtige Liebe oder so etwas und Du scheust davor zurück. Ich finde es eher merkwürdig, einem Typen mit Freundin zu sagen, dass man ihn GEIL findet.

Möglicherweise hast Du bis jetzt einfach die falschen Prioritäten gesetzt.
PotestasUmbraIch klick normal immer auf die Themen seit dem letzten Besuch, damit ich nix verpasse *gg deshalb bin ich mit den einzelnen Breichen noch nicht so vertraut.

Denkst du echt, das könnte es sein??

Also um mal Missverständnissen vorzubeugen, ich bin sein sehr romantischer Mensch und bin nicht hingegangen und hab dem Typ gesagt: "Ey alter, du bist ja mal geil". Wir hatten ziemlich lang Kontakt und ich hab ihm einfach nur gesagt, dass ich ihn sehr niedlich finde und sehr mag. Aber halt nicht so in der Aufreißerschiene. Jedenfalls konnte ich es da, und vorher auch.

Nur bei dem Einen halt nicht :(

Bin momentan 9 Tage Postoperativ und es gibt leichte Komplikationen, es kann also schlimmstenfalls passieren, dass ich nächste Woche wieder dort antanzen muss. Horrorvorstellung! Ich WILL ihn zwar sehn, KANN es aber nicht.
poisonentschuldige, gestern riefen dann doch die decken und kissen nach mir ...
ohne dich verletzen zu wollen, aber eine überlegung werde ich einfach nicht los
sollte dieser mann so viel für dich empfinden, wie du für ihn - warum bewegt er sich dann nicht auf dich zu
auch wenn du ihn eventuell abgelehnt, weggeschickt, vor den kopf gestossen haben solltest - ich weiss ja nicht, was zwischen euch ablief - davon dürfte er sich bei wirklichem interesse und leidenschaft nicht schrecken lassen
ich bin bei zwischenmenschlichen beziehungen ohnehin mehr altmodisch, möchte es wert sein "erobert" zu werden (mal von meiner unfähigkeit auf andere zuzugehen abgesehen)
aber diese einstellung reifte bei mir erst mit zunehmendem alter .... ich finde frauen, die klar sagen, was sie wollen und sich nehmen was sie wollen völlig in ordnung, es ist halt nur nicht mein weg
werde dir darüber klar, was du willst - guter rat - hört sich aber, denke ich, einfacher an, als es ist
wie will man emotionen auf rationaler ebene klar bekommen
wäre es dir möglich deine gefühle zu akzeptieren, sie zuzulassen ?
den rest einfach dem lauf der zeit anvertrauen - und zwei jahre sind nicht viel in meinen augen - und warten, was passiert
vielleicht wachst du eines morgens auf und es ist verschwunden ....
du begegnest einem anderen, der ein feuerwerk in dir entzündet und alles andere verbrennt ....
oder ... vielleicht überwindest du dich bei eurer nächsten begegnung und gehst - ganz ungezwungen natürlich - mit ihm um und schaust, was geschieht
PotestasUmbraHm, also ich hab nie behauptet, dass er das selbe für mich empfindet. Wenn das so rübergekommen ist, sry. Nein, das denke ich nicht. Ich denke aber auch nicht, dass er verheiratet ist. Es gibt Dinge, an denen kann man sowas festmachen - was aber noch lange keine Garantie ist. Natürlich ist es möglich, dass er ne Frau und ne Fußballmannschaft voll Kinder hat.
Außerdem hätte ich es sehr dreißt gefunden, wenn er den Weg zu mir gesucht hätte, obwohl er wusste, dass ich liiert bin. Also meinem Freund gegenüber, der jeden Tag bei mir im KH war. Das hätte Mord und Totschlag gegeben.
Desweiteren denke ich nicht, dass eine wie ICH für sojemand interessant sein könnte. Da liegen leider Welten dazwischen. Er, mitte Dreißig, Arzt, mit beiden Beinen um Leben - und dann die 23 Jährige Schülerin, chronisch Krank, Hartzi...da kommt Freude auf!
poisonstimmt, den offensiven kontakt mit dir suchen - in hinblick auf deinen damaligen freund - das wäre ein ding der unmöglichkeit gewesen
ich hatte nur deine jetzige, freie situation vor augen ...
was er für dich empfindet, oder empfinden könnte hast du nie geäussert - ich hab mich da mal reinen theorien hingegeben
ist schon eine recht verzwickte kiste
in bezug auf "wer sich für wen interessiert" oder "wer was für wen empfindet" passieren allerdings die grössten "merkwürdigkeiten", da ist nichts unmöglich oder auszuschliessen
in diesem punkt weiss ich genau, wovon ich rede - das glaub mir gern -
PotestasUmbraDass wir nicht mehr zusammen sind kann er nicht wissen. Es seidenn er hätte irgendwie recherchiert, was auch kein Prob gewesen wäre. Bin ja bei genug Communities, und immerhin hat er über meine Krankenakte meine Adresse, Name, sogar Telenummer. Zwar nur von meinen Eltern, weil ich mit meinem Ex zusammengezogen bin - aber es ist nicht, als wäre ich spurlos verschwunden. Wer weiß, was in ihm vorgeht. Wohlmöglich kennt er mich auch nicht mehr. Wobei, als ich damals das 2. mal im KK gewesen bin wusste, dass er mich irgendwoher kennt, aber nicht mehr woher.
Coma BlackIch würde sagen das du dich vielleicht nicht als würdige Partnerin für ihn empfindest...deswegen würdest du alles blocken wenn er annäherung versuchen würde. :)
SchattenmelodieOder du bringst mit ihm deine Krankheit in Verbindung. Ich weiss ja nicht, aber ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass du die Krankheit als negativ empfindest. Immer wenn du ihn siehst, siehst du -unterbewust- deine Krankheit.

Oder er ist sowas wie dein großer Bruder - oder eine ähnliche Person- ,das würde auch dein Gefühl erklären, dass du etwas "Verbotenes" tun würdest. Wobei ich eher auf ersteres tippen würde...Nimm dir Zeit.
PotestasUmbraAlso das mit der Krankheit und dem "Bruder" kann ich zu 100 % verneinen. Sowas fühle ich nicht im geringsten. Dass er Arzt ist fällt mir immer erst wieder ein, wenn ich ihn in Gedanken neben mich stelle.

Was Coma Black sagte, haben ja viele schon angesprochen. Das käme schon eher in Betracht!

Heut N8 schon wieder von ihm geträumt :(
poisonwer bestimmt, was würdig ist oder nicht ?
im grunde ist es doch so, dass andere einen oft anders wahr nehmen, als man sich selbst sieht
jemand, dem sein spiegelbild wenig attraktivität reflektiert, wird in den augen eines anderen als schön empfunden
jemand, der sich für langweilig hält, ist für einen anderen vielleicht unglaublich spannend
die liste lässt sich endlos fortsetzen, aber ich denke, du verstehst, worauf ich hinauswill
ich bin sicher du hast keinen grund, dich zu verstecken, dich selbst in deiner person in frage zu stellen, dich für wertlos zu erachten
und ein sozialer status (allein schon diese formulierung ist grausig) macht keinen menschen aus
sondern sein herz, seine seele, seine emotionalität ....
PotestasUmbraAlso ich denke nicht, dass ich unattraktiv bin, im Gegenteil. Aber das ist ja auch nicht alles im Leben (obwohl, für mich zumindest ein Großteil).

Nur er ist halt Arzt, steht mit beiden Beinen im Leben, beruflich zumindest und privat sicher auch. Ich hab nichtmal ne abgeschlossene Ausbildung.

Dann ist er total...hmm..wie nennt man sowas? Overdressed? Also eigentlich mag ich solche Anzugtypen...sehr sogar...aber neben mir? Bei mir ist nur schwarz. Von Kopf bis Fuß. Ein anderer Arzt, der mich schon länger behandelt, hat richtig Angst vor mir. Wenn ich nen nen Raum komme von solchen "normalos", dann hab ich manchmal das Gefühl, dass ich dort die Luft verpeste.

Ein Bild, das nicht passt. Und auch wenns vielleicht nicht so sein muss, ich denke zumindest, dass er das genauso sehn würd.
Ronin76Du hast wie viele Menschen ein niedriges Selbstwertgefühl. Andere Menschen merken das meistens sofort und werden dich entweder meiden oder ausnutzen. Denn wer sich selbst so wenig Wert zugesteht, weiß auch Andere nicht zu schätzen. Und wer möchte schon zurückgewiesen werden ?
PotestasUmbraBisher ist gott sei dank beides noch nicht passiert.

Ich erwähne auch nochmal, dass diese Situation zum ersten Mal besteht. Normalweise gehe ich auf Männer zu, egal welche Hindernisse (Freundin, etc).
SuzeeDiese Geschichte kommt mir so unheimlich bekannt vor.. *grübelgrübel*
PotestasUmbraHast du das selbst schon erlebt? Kannst du mir Tipps geben?
SuzeeNein, ich habe es nicht selbst erlebt.

Aber eine Person aus meinem (weiteren) Bekanntenkreis erkenne ich in dieser Geschichte wieder.

Nun, belassen wir es dabei. Ich möchte auch wirklich nicht wissen ob du das bist oder nicht.

Ich wünsche dir alles Gute!

Liebe Grüße von Suzee
PotestasUmbraGlaub ich nicht, ich habs ja nur zwei Personen erzählt! Aber schön, dass andere die gleichen Probleme haben *gg
HrefnadisHmm. Ich weiss nicht, ob meine Probleme ähnlicher Natur waren oder sind. Ich bin seit vielen Jahren "verliebt", wenn man das so nennen will. Allerdings über einen längeren Zeitraum bei weitem nicht so platonisch, wie das in diesem Fall beschrieben wurde, sondern wir hatten zumindest sowas wie eine Affäre, auch wenn selbst dieses Wort nicht passt. Es passte nichts und alles. Die Umstände waren krude, extrem krude, auch wie filmreif. Daraus hat sich etwas enorm Intensives entwickelt, das aber von Anfang an keinerlei Chance auf eine gemeinsame Zukunft ließ. Sicher auch, weil wir beide gemauert haben ohne Ende. Etwas so Intensives machte uns beiden Angst. Wir sahen uns manchmal monatelang nicht - was beim Wohnen im selben Dorf oftmals ein Kunststück war - nur um dann irgendwann nachts beim anderen auf der Matte zu stehen, weil wir es ohne einander nicht aushielten. Ich hatte andere Männer nebenher, durchaus Menschen, die ich auch liebte, doch er blieb mein Fixstern. In gewisser Weise bis heute. Ich musste eine Menge Raum und Zeit zwischen uns bringen, um den nötigen Abstand zu bekommen, ein von ihm unabhängiges Leben führen zu können. Und selbst jetzt noch besitzen wir die Adressen des jeweils anderen, die Telefonnummern und melden uns alle paar Monate einmal - wir haben uns seit 7 Jahren nicht gesehen, sehnen uns danach und doch würde keiner es wirklich wagen, wir haben beide Familie und die Rückfallgefahr wäre wohl zu groß.

Ich behaupte immer gerne, er wäre die Liebe meines Lebens und inzwischen glaube ich fast, dass dieser Gefühlswust, den ich für ihn empfinde, wirklich für immer bleiben wird. Aber ich habe akzeptiert. Es IST eben so und nicht anders. Es beeinträchtigt mein Leben inzwischen kaum noch. Ich habe meine Existenz mit anderen liebenswerten Menschen gefüllt. Mein Mann weiss um diese kleine Obsession und sieht es gelassen. Ich denke, er vermutet - wie ich selbst auch - dass sie Teil meiner selbstzerstörerischen Ader ist. Leiden um des Leidens willen oder eben Lieben um des Leidens willen. Irgendwann habe ich erkannt, wie ungesund das ist. Und seitdem bin ich in der Lage liebend zu leben ohne Leid. Bis auf diverse emotionale Rückfälle in die Vergangenheit natürlich. *schmunzel* Ich musste lernen, dass ich trotz aller Trennungsrituale, Verarbeitungsmechanismen und sonstigem Psychokram nicht in der Lage bin, "es" ganz abzuschalten. Aber man kann damit trotzdem ganz glücklich werden. Akzeptanz ist vielleicht der erste Schritt. Akzeptanz, dass es IHN gibt, die Gefühle für ihn und das dennoch nie etwas draus werden wird, wie auch immer man das jetzt definieren will. (Allerdings dauert das seine Zeit.)
HrefnadisIch habe meinen Beitrag zu früh abgeschickt, ich wollte ja noch einen Rat über die Akzeptanz hinaus anbringen: Ablenkung! Vielleicht nicht unbedingt andere Männer (das hat ja bei mir auch nicht funktioniert) aber andere Lebensinhalte: Hobbies, Jobs, was auch immer, alles was hilft, Dich unter Leute zu bringen und von dem Objekt Deiner Obsession zu lösen. Möglicherweise tuts auch eine Ortsveränderung. Dann folgt neuer Input von ganz alleine und die Verliebtheit wird ein untergeordneterer Teil Deines Lebens. Irgendwann kriegst Du dann auch den Kopf wieder frei für ein Leben "danach". Beschäftige Dich mit Dir selbst und nicht mit IHM, das hilft.
PotestasUmbraHallo,

ich hatte eine Ortsveränderung und ablenken tu ich mich auch. Ich hab so viel Stress, dass ich nichtmal Zeit habe, aufs Klo zu gehn - aber er ist trotzdem immer da.
HrefnadisWie ich schon andeutete, könnte das Ganze etwas mit einem gewissen selbstzerstörererischen Hang zu tun haben. Hier wurde ja schon erwähnt, dass Du Dich womöglich nicht "würdig" genug empfinden könntest, mit IHM zusammen zu sein. Ich würde die Theorie erweitern, vielleicht glaubst Du in Deinem Inneren, nicht würdig für irgend jemanden zu sein und schiebst eine unerfüllbare Obsession quasi vor. Vielleicht hat sich in Dir der Glauben festgesetzt, Du hättest gar kein Recht auf Glück und verbohrst Dich so ins Unglück hinein, dass gar kein Weg woanders hin mehr führt. Ist verständlich, was ich meine? Ich selbst hatte bei mir so das Gefühl. Ich WOLLTE letztlich nicht glücklich sein, weil ich es mir selbst nicht zugestand. Deshalb verrante ich mich in jemanden, den ich partout nicht haben konnte und sogar nicht mal ernsthaft zu haben wünschte.

Und ... naja. Ich träume immer noch in Abständen von ihm, google nach ihm, vergewissere mich, dass es ihm gut geht. Und er ruft alle Monate lang - miest mitten in der Nacht - an, nur um meine Stimme zu hören. Ich habe ihn mal ganz passend als mein ganz persönliches Waterloo bezeichnet. An ihm bin ich in verschiedenster Hinsicht gescheitert, aber auch gewachsen.

Stress ist übrigens keine besonders gute Ablenkung, dass ist nämlich nichts Schönes. Mach schöne Dinge, die Du immer schon tun wolltest. Und wie gesagt, das Loslassen kostet zeit, bei mir waren es auch einige Jahre.
HrefnadisRechtschreibfehler bitte auf Übermüdung schieben. Bin jetzt auch Heia. *lächel* Bis morgen.
PotestasUmbraWenn ich mir aber kein Glück zugestehen wollte, dann würde ich doch auf andere auch nicht zugehen! Es gab da noch nen Arzt, den ich niedlich fand, nach dem hatte ich sogar öffentlich gefragt als ich ihn bei nem anderen Aufenthalt nicht gesehen hab. Gut, da war nix näheres, von dem Träum ich auch nicht oder so. den fand ich nur geil. Aber auf alle Männer, in die ich bisher verliebt war, bin ich zugegangen. Also kanns daran wohl nicht liegen.

Was hatte dich denn daran gehindert, mit ihm zusammen zu kommen?
HrefnadisWas mich gehindert hat .. oder eher uns .. hmm, schwierig. Im Nachhinein wurde das im allgemeinen Konsens unter "Hat halt nicht sollen sein." verbucht, aber, um ehrlich zu sein, keiner von uns war bereit, die Opfer zu bringen, die ein Beieinandersein benötigt hätte. Wir hätten beide unser Leben ändern müssen und keiner wollte einen Fußbreit weichen. Verrückt daran ist natürlich, dass wir beide diese Zeit immer noch als die intensivste Liebesgeschichte unseres Daseins wahrnehmen. Trotz oder ich denke gerade WEGEN dieser geballten Gefühlsdinge, die da in der Luft lagen, durfte nichts aus uns werden, denn wäre es gescheitert, wären wir beide daran zerbrochen, es hat uns ja genug Leid gekostet, diese wunderschöne Zeit überhaupt auszuhalten. Ich glaube, Du verstehst, warum ich gerade diesen enormen Gegensatz darstellen möchte - einerseits immenses Glück, andererseits alles Leid der Welt. Das lag zu dicht nebeneinander, der Gedanke, wirkliche Schritte auf eine gemeinsame Zukunft hin zu unternehmen, verbat sich deswegen von ganz allein. Wir haben nie darüber gesprochen, allenfalls mal in kryptischen Andeutungen, und was wir füreinander empfanden, sagten wir uns erst am letzten gemeinsamen Abend. Es war einfach zu viel. Wir fanden einfach keinen Weg, wie ein normales Paar miteinander umzugehen, meist setzte das vernünftige Denken einfach aus, sobald wir uns sahen. Das mag in den ersten paar Monaten einer Liebelei ja ganz sinnvoll sein, aber das änderte sich auch über Jahre nicht und wäre jetzt wahrscheinlich nicht anders. Wie will man so leben? Immer quasi unter Droge? Jede noch so kleine Meinungsverschiedenheit wäre dann DER Weltuntergang und das ist nur ein Beispiel. Ich denke, wir waren einfach zu realistisch in der Zwischenzeit zwischen unseren Treffen. Das konnte nicht gut gehen. Als dann bei ihm eine ernstzunehmende gesundheitliche Diagnose dazu kam, sprang bei ihm der Beschützerinstinkt an. Er wusste, ich würde seinen möglichen Tod nicht überleben, also brach er den Kontakt über Jahre ab. ich selbst hatte vorher schon so halb die Konsequenzen gezogen und war seinem Einflussbereich großräumig "entkommen". Ich habe um ihn getrauert wie um einen Toten, lange Zeit. Erst vor zwei oder drei Jahren kam wieder ein Kontakt zustande, der mir insoweit half, dass ich jetzt beruhigter bin. Er lebt, hat den krebs besiegt und selbst Familie gegründet, ist in etwas wohl genauso glücklich wie ich, hoffe ih. Klar, kein Vergleich zu den Rauschzuständen von früher, aber alltagstaugliches Glück, Sicherheit mit Wohlfühlbonus - ohne Abstürze ins genauso unermeßliche Leid. Die Wahl, die wir damals trafen, war die Richtige.

Im Übrigen: ich hatte in diesen alten Tagen so überhaupt keine Scham, auch andere Männer sowohl anzusprechen als auch durchaus mal mitzunehmen. Im Gegenteil. In Manchen war ich sogar verliebt, einige dieser Kurzbeziehungen halten als feste, unverbrüchliche Freundschaften bis heute. Doch bei ihm fehlten mir immer sämtliche Worte. Die Initiative ging stets von ihm aus, ich verhielt mich meist völlig passiv, was sehr untypisch für mich ist. Er verunsicherte mich maßlos, sobald er den Raum betrat, wurde jeder andere Mensch völlig unwichtig. War er da, gehörte ich (ausgerechnet ich kategorischer Nein-Sager) ohne Widerworte ihm.

Du siehst, das hatte durchaus was mit DIESEM Mann zu tun und nicht mit einer generell problematischen Haltung ggü. Männern. Ich hatte das vorher nicht und auch später niemals wieder und mit Verlaub - würde es auch nicht wollen. Das typische Verliebtsein ist ganz nett, aber eine solche Passion für jemanden zu haben, ist ein gewisser Grad von Besessenheit und das wünsche ich mir für meine Zukunft nicht. Vielleicht war diese Erkenntnis auch der Punkt, an dem ich den Willen aufbrachte, mir ein anderes Leben aufzubauen.

Mein Mann sagt immer: "Bist Du mit der Gesamtsituation unzufrieden, dann mach eine Liste, was Du in 5 oder 10 Jahren in Deinem Leben haben willst. Danach schau Dir an, was Du JETZT ändern musst, um dies zu erreichen. Ändere es!" Ich bin jetzt genau da, wo ich sein wollte. Die Änderungen haben sehr weh getan, aber sie waren notwendig, um eine wirklich dauerhafte Beziehung zu einem liebenswerten Menschen eingehen zu können. Den Weg dorthin kann ich Dir allerdings nicht zeigen, denn der ist für jeden wohl anders und dazwischen liegt eine Menge Selbsterkenntnis, zu der Du Dir nur selbst verhelfen kannst, unterstützt im Notfall (!) vielleicht von einem Psychologen. Am meisten hilft aber wohl, sich selbst zuzuhören, in sich hinein zu lauschen. Das braucht - ich wiederhole mich - vor allem Zeit und GEDULD.

Abstand von IHM und Nähe zu Dir selbst, ich glaube, das sind die besten Rezepte, die ich geben kann.
PotestasUmbraSolche Situationen und die daraus entstehenden Folgen kann man einfach nicht pauschalisieren. Natürlich weiß ich nicht, was genau hätte passieren können, wenn dies und jenes bei euch nicht geklappt hat - aber ich zum Beispiel lebe immer im hier und jetzt. Wenn ich von einem Mann berauscht bin, dann will ich ihn haben, egal was es zukünftig für Folgen hat. Sowas hat mich nie gehindert, ich hatte schon Heroinsüchtige, ich hatte Knastis. Ich habe mir das Ziel gesetzt, an deren Situation was zu ändern. Gut, das ist kein Weg, das weiß ich auch, denn man sollte niemanden ändern. Aber ich hab auch keine Sekunde an die Zukunft gedacht, so wie du es in deiner Geschichte schilderst. Mir tut das sehr leid, dass es nicht geklappt hat, denn diese Liebe wäre sicher was besonderes gewesen. Aber wenn du solche Ängste hast, ist es natürlich nicht das Wahre.

Mittlerweile geh ich auch eher auf Abstand bei Beziehungen, denn ich habe ein Handycap, mit dem kein Mann zurechtkommen würde. Klar zeig ich dennoch Interesse, hatte aber bisher Glück, dass betreffende immer vergeben waren oder ähnliches. Also wurde mir der Schritt, sie auf dieses hinzuweisen und dnan ne Abfuhr zu bekommen, erspart.

Was ihn angeht, so kann ich es einfach nicht mehr einschätzen - ist es wirklich was ernstes, oder nicht? Fakt ist, ich sehne mich nach ihm, ich träume von ihm, aber sobald ich mir ne Beziehung, Affaire oder nur ein Gespräch mit ihm vorstelle, steigt mir die Röte ins Gesicht, ich bekomm ein kaum aushaltbares Schamgefühl und sogar Fieber. Mein Körper wehrt sich gegen diesen (absurden) Gedanken. Es ist ja nicht so, als will ich mir das nicht vorstellen, oder als gönne ichs mir nicht. Nur mein Körper lässt es nicht zu. Denk ich aber an den anderen Kerl, der mich in letzter Zeit interessiert, aber ne Freundin hat, ist es ganz anders. Dem habe ich diese Gedanken (teils auch nicht jugendfrei) sogar mitgeteilt. Und wenn er heute vor meiner Tür stehen würde, würde ich ihn nicht abweisen.

KLar gibt es die Theorie, dass dieser Arzt sehr starke Gefühle auslöst, die ich noch nie hatte und ich mir unwürdig vorkomme. Aber wie ist es mit der Praxis? Ich dachte immer, solche Gefühle kann man lediglich für jemande hegen, den man auch ein bischen kennt und mit dem man mehr als 3 etwas privatere Worte gewechselt hat. Aber kann man das wirklich in meinem Fall schon empfinden?
HrefnadisAlso, ich kann nur sagen, dass bei mir die Gefühle vom ersten Augenblick an da waren, da wusste ich weder seinen Namen noch sonst irgendwas. Das meiste, was ich später über ihn erfuhr - meist brühwarm von ihm selbst - sollte mich eher abschrecken. Oder eher - hätte mich abschrecken sollen, tat es aber nicht. Er gehörte und gehört normalerweise eher zu einer Klientel, die mir nicht mal die Fußspitzen meiner Stiefel küssen darf. Verachtung ist noch das mindeste, was ich für "solche" Leute übrig habe. Damals dachte ich wahrhaftig nicht an die Zukunft, ich wusste nur, dass diese unhaltbare Situation nicht ewig dauern dürfe, sonst ginge ich daran kaputt. Alles, was ich mir grundsätzlich vom Leben wünschte, verbarrikadierte ich mir mit dieser Geschichte selbst. Letzlich war die "Trennung" ein zwar mühsamer Befreiungsschlag, aber es war einer.

Im Übrigen: auch ich empfand mich damals - ähnlich wie bei Dir - eher als Last für einen Partner. Ich bin Borderlinerin, war damals in einer höchst aktiven Phase und hätte mich ungern jemandem quasi aufgedrängt. Erst die Erkenntnis, dass auch ich liebenswert sei - trotz meiner vielen Mankos - brachte mich dazu, mir auch eine wirklich feste Partnerschaft zu erträumen, ein Heim, vielleicht Kinder. ER brachte mir die Erkenntnis, aber mit ihm konnte ich sie nicht umsetzen, da war zu viel emotionales Chaos dabei. Die Zeit meiner Heilung (wenn man das überhaupt so nennen will) fällt so gar nicht überraschend mit meiner Entscheidung zusammen, das Ganze zu beenden. Meine gestiegene Wertschätzung mir gegenüber hatte damit sicher einiges zu tun.

Wobei wir über Umwege wieder bei dem Thema wären: Willst Du überhaupt glücklich sein? Mit irgend jemandem? Eine Krankheit oder ein anderes Handycap vorschieben gilt nicht, jeder hat nämlich das Recht auf Glück, auch Du, auch ich damals. Auch wenn ich das ehemals - genau wie Du jetzt - nicht einsah. Man kann sich in solch verwickelte Liebesdinge auch stürzen, um einer echten Beziehung aus dem Weg zu gehen. Den, den man sich erträumt, kann man nicht haben, aber dafür jeden anderen auch nicht - man ist ja emotional blockiert quasi. Ich hab das damals nicht bewusst getan, aber der Effekt war der Gleiche, als täte ich es. ER war im Übrigen der erste, der das durchschaute und mir den Kopf zurecht rückte.

Je freier ich in der Folgezeit wurde, desto mehr stellte ich fest, dass ich trotz meiner eigenen psychischen Problemchen gar nicht so beziehungsuntauglich war, wie ich dachte. Ich Gegenteil, da gab es jemanden, der mich lange kannte, den ganzen Mist mit Krankheitsaufenthalten usw. mitangesehen hatte und eigentlich nur darauf gelauert hatte, ich könnte mich mal dazu herablassen, einen Mann als Partner - nicht nur als Affäre - wirklich ins Auge zu fassen. Es hat eine Weile gedauert, ja und es war auch bei uns keine lineare Partnerschaftsgeschichte, die man sich so vorstellen würde, aber es funktioniert. Wir erwarten gerade unser zweites Kind. Gewissermaßen happy end mit Stolpersteinen.

Doch am Anfang stand die Überzeugung, dass ich das auch verdienen würde. Trotz dem, was ich bin. Und damit bin ich wieder bei Deinem Problem angelangt, denke ich. Ich unterstelle da nichts, wirklich. Das ist nur ein Schuss ins Blaue. Mir sind da nur einige Parallelen aufgefallen. Vielleicht liege ich damit auch völlig daneben. Dann würde ich Dich hiermit um Entschuldigung bitten.
HrefnadisDu hattest noch etwas anderes angesprochen "ob es etwas Ernstes sei" quasi. Klar ist es das! Wenn es Dich so tief berührt, dann ist es ernst. Jedoch wäre ich - genau wie Du es ja auch bist - sehr vorsichtig, diese Passion als mögliche Erfüllung aller Lebens- oder Liebessehnsüchte zu verstehen. (Von außen sieht das ja leicht so aus.) Sich so auf jemanden zu fixieren, mag wohl im Kern auch etwas mit Liebe zu tun haben, ist meines Erachtens aber eher eine Projektion, die aus anderen Gründen tief aus dem eigenen Unterbewusstsein kommt. Du kennst ja den Unterschied zwischen dieser fast krank machenden Liebe und der "normalen" auch. Die verehrte Person ist der Auslöser - vielleicht weil sie irgend etwas in einem selbst anspricht, etwas instinkhaftes, unkontrollierbares - aber die Ursache für die Übersteigerung ist eher in der eigenen Psyche zu finden. Eine echte Partnerschaft lässt sich unter solchen Umständen wohl eher nicht aufbauen, selbst wenn man es versuchen würde. Da ist die Übersteigerung im Weg. Aus mir und meinem "IHM" wäre sicher nichts geworden, der Alltagsschock wäre wohl viel zu enorm geworden.
PotestasUmbraBei dir scheint es ja wirklich ähnlich wie bei mir zu sein.

Ich bin auch Borderlinerin, in 10 von 10 Punkten übereinstimmend, also eine sehr schlimme Form. Hab mich aber noch nie therapieren lassen, weil ich finde, dass diese Krankheit irgendwie einen Teil meines Charakters ausmacht (wenn auch einen negativen). Aber weder meine Freunde, noch meine Familie würde mich ohne diese "Macken" wohl wiedererkennen *gg* Die Borderline hindert mich auch nicht an Beziehungen. Klar regen sich die Partner oft über mich auf wenn ich mal wieder nen kranken Eifersuchtsanfall hab, war aber bisher nie ein Trennungsgrund.

Nein, bei mir liegt das Problem etwas tiefer. Durch meine Krankheit kann ich gewisse Sachen, die für den Rest der Menschheit normal ist, nicht mehr "vollziehen". Und das wird leider nicht mehr weggehn. Mich wundert es, dass ich trotzdem noch so gut auf Männer zugehen kann. Im Hintergedanken weiß ich zwar, dass eine Beziehung nicht möglich ist, aber das stört mich in diesem "Hier und jetzt" dann wieder nicht, weil der Schritt zwischen "Ich sage und zeige jemandem, dass er mir gefällt" und "Wir haben eine Beziehung" ziemlich groß ist.

Ja, und eben diesen ersten Schritt, denn ich sonst ohne Knurren und Murren gehe (vor kurzem ja auch noch, der Typ mit FReundin), kann ich bei IHM nicht gehen. Ich würde sofort ins Koma fallen oder sterben, wenn der mich irgendwo privat ansprechen würde *gg
HrefnadisSogar ein solches Handycap gilt nicht. *schmunzel* Es gibt z.B. asexuell zusammen lebende Paare, die glücklich sind und die auch nicht tun, was alle Welt meint tun zu müssen. So what? Das solche oder andere Einschränkungen die Partnersuche nicht einfacher machen, ist mir schon klar, doch unmöglich machen sie sie nicht. In meiner tiefsten Borderline-Krisenzeit, wo mein Körper mir dann endgültig die Freundschaft aufkündigte und ich mit etlichen schweren Krankheiten nebst einem zusammengebrochenen Imunsystem da stand, hätte mir auch keiner das Läuten meiner Hochzeitsglocken voraus gesagt, es waren wohl eher die Glocken für den Trauergottesdienst. (Im übertragenen Sinne.) Verstehst Du, was ich sagen will? Es gibt immer Möglichkeiten, aus den Dingen, die uns gegeben sind, das Beste zu machen. Jede psychische oder organische Krankenvorgeschichte setzt einem Grenzen, die man auch mit viel gutem Willen nicht überschreiten kann, doch innerhalb dieser Grenzen lässt sich erstaunlich viel bewegen.

Es sei denn, man begrenzt sich zusätzlich selbst. Das schränkt den Radius natürlich enorm ein. Aber ob das auf Dich zutrifft, musst Du letztlich selbst entscheiden. Du scheinst Dir selbst Dein bester Therapeut zu sein, bist sehr reflektiert. Geh der Sache auf den Grund, allein oder mit Hilfe, wie auch immer. Die Antworten liegen letzten Endes in Dir selbst, nirgendwo sonst.

Viel Glück, ich drücke Dir die Daumen!
PotestasUmbraAlso ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht einen asexuellen Menschen kennengelernt. Doch, ne Frau, deren Mann durfte dann fremdgehn. Kommt für mich nicht in Frage sowas. Und es sind ja auch nicht nur diese Dinge, es ist vieles, was bei mir einfach nicht möglich ist. Unternehmungen, Urlaub, etc. Also wie gesagt, ich habe noch keinen Menschen gefunden, der sowas toleriert.
RepliqueSei Dir sicher, dass es einen solchen Menschen für Dich gibt!

Liebe Grüße
Tosh666Ich greife hier das Thema nochmal kurz auf, in der Hoffnung das es mir danach vielleicht etwas besser geht.

Wovor du Angst hast? Ganz einfach... Vor Zurückweisung.
Ich habe seit zwei Jahren auch jemanden in meinem Kopf. Ich kann Tag und Nacht nur an ihn denken, will nur ihn! Für ihn würde ich tatsächlich alles tun. Wie du siehst, hab auch ich eine Fixierung auf einen Menschen. Wie es dazu kam kann ich auch nur mutmaßen, ebenso warum bei ihm alles so anders ist. Wir haben auch etwas an Zeit hinter uns und inzwischen habe ich von ihm ein zweites Messer im Rücken. Mir haben schon viele Menschen weh getan, nur wenn er es tut, kann ich danach nicht mehr so einfach aufstehen und weitermachen. Die Zurückweisung von ihm ist das Schlimmste was mir je passiert ist. Es bringt mich gefühlsmäßig um... und ich denke, so ist das bei dir auch. Unterbewusst hast du auch dieses Wissen.

Ich wünsche dir viel Kraft :)
PotestasUmbraDas ist ja schön und gut, aber warum kann ich dann auf andere Männer problemlos zugehen? Momentan hab ich auch wieder einen "an der Angel", bei dem ich keine Probleme habe, mich anzunähern.
Tosh666Wenn du darauf die Antwort gefunden hast, dann gib mir bitte Bescheid ;-)

Ich kann es auch nicht erklären. Bei mir läuft, sobald dieser Mensch in meinem Leben ist, auch alles komplett anders. Ich bin auch ein recht aufgeschlossener Mensch, gehe offen auf Männer zu aber bei ihm? Fehlanzeige! Bei ihm hab ich Angst davor, beobachte lieber alles aus der Entfernung. Überhaupt ist mein Kopf leer. Ich präge mir Sachen an/von ihm ein, wo ich bei anderen Personen nicht mal entfernt dran denke. Dieser Mensch haut mich einfach völlig um, bringt mich echt aus der Fassung und ich weiß auch nicht warum.

Ich kann nur mutmaßen, das wir unterbewusst eine Art "Held" aufbauen, oder vielleicht ein Leitbild. Bei mir war es so, dass ich mir das Bild eines perfekten Mannes/Partners für mich gebaut hab. Und erstaunlicherweise passt meine Nemesis in allen Punkten überein. Wirklich in allen... Und wahrscheinlich deshalb trau ich mich nicht ran, ich will es nicht kaputt machen denn es ist eigentlich zu schön um wahr zu sein.

Kannst du dir irgendwie annähernd vorstellen, was ich meine? Man will ein Ideal, das du dir womöglich unterbewusst aufgebaut hast, nicht zerstören.
PotestasUmbraVorstellen kann ich mir das zwar, dass es da unbewusst was gibt...aber er ist eigentlich nicht der Typ Mann, den ich mir als Held ausmale, so wie du es darlegst...er stimmt mit nichts überein, von was ich sonst so schwärme, nicht im geringsten. Deshalb ist das alles sehr suspekt...
Tosh666Du hast dich bei ihm wohl und umsorgt gefühlt... Vielleicht hat das schon ausgereicht. Unser Hirn spinnt sich manchmal echt komische Dinge zusammen *g*

Dennoch wünsche ich dir viel Erfolg, ein Patentrezept hab ich leider auch nicht, aber sei dir gewiss, es gibt noch Andere mit diesem "Problem" ;-)

Liebe Grüße, die Tosh
rosenkind[QUOTE][i]Original geschrieben von PotestasUmbra [/i]
[B]Vorstellen kann ich mir das zwar, dass es da unbewusst was gibt...aber er ist eigentlich nicht der Typ Mann, den ich mir als Held ausmale, so wie du es darlegst...er stimmt mit nichts überein, von was ich sonst so schwärme, nicht im geringsten. Deshalb ist das alles sehr suspekt... [/B][/QUOTE]

Vielleicht ist er kein Held, mit den Aspekten, die du dir sonst ausmalst, aber er hat dir das Gefühl von Geborgenheit vermittelt - etwas, was dir nach eigenen Angaben in dieser Zeit (und danach?) sehr gefehlt hat. Ist das nicht auch irgendwo ein "heldenhafter" Zug? Vielleicht ist es nicht [b]nur[/b] die Angst, von ihm zurückgewiesen zu werden, sondern auch die (vielleicht unbewusste) Angst davor, diesen Menschen, so wie du ihn kennen gelernt hast (als jemand, der dir Geborgenheit gibt) zu verlieren? Immerhin hast du ihn nicht als Privatmenschen kennen gelernt, sondern nur in einer Rolle (der Berufsrolle), die er spielt. Er gab dir Geborgenheit – aber eben in seiner Rolle als Arzt, was nicht heißt, dass er darin nicht ein eigenständiges Subjekt war, wohl aber, dass du nur einen ganz kleinen Ausschnitt seiner Person zu Gesicht bekommen hast. Die anderen Männer, bei denen du absolut keine Schwierigkeiten hast, vermute ich mal, hast du stattdessen als Privatpersonen kennengelernt. Vielleicht kann es deswegen sein, dass ein möglicher Aspekt vielleicht die (unbewusste) Angst davor ist, dass dieser Mensch jenseits des KH nicht mehr der selbe ist, der dir innerhalb des KH begegnet ist. Dazu kommt auch noch die Frage, ob dir die anderen Männer, bei denen du keine Probleme hast, auch so etwas Wesentliches gegeben haben, wie das Gefühl der Geborgenheit. Wenn nicht, dann würde ich an deiner Stelle mir diesen Aspekt noch mal genauer anschauen. Dort, wo es nichts zu verlieren gibt, fällt es natürlich leichter, mutiger zu sein, als dort, wo es was zu verlieren gibt. Und wenn an den Aspekten, die ich bisher genannt habe, was dran sein könnte – was ja nicht gesagt ist, sondern nur eine Möglichkeit – kann es auch gut sein, dass du (unbewusst) weißt, dass dieser Mann, so wie er ist, in seiner Geborgenheit, ein begrenztes Bild ist, das eben an das Setting, in dem ihr euch begegnet seid (nämlich das Krankenhaus) gebunden ist und über alles andere Ungewissheit herrscht. Außerdem ist eine Beziehung ja auch noch mal etwas anderes, als das ich sag es mal so krass – nur Nehmen können, ohne Geben zu müssen, das man als Patient tun kann bzw. dieses ungleiche Verhältnis ist ja gewollt und wesentlicher Bestandteil eben dieses Settings Arzt – Patient. [b]Vielleicht[/b] ist der Grund für die Angst davor, ihm näher zu kommen, genau dieses Setting zu verlieren – wenn vielleicht auch nicht ganz bewusst.

Ich weiß, dass du am Anfang geschrieben hast, dass es sicherlich nicht daran liegt, dass er Arzt ist, weil du auch 200 anderen Ärzten begegnet bist und dort diese Gefühle nicht hattest. Aber dass du sie bei den anderen 200 Ärzten nicht hattest, muss nicht unbedingt was bedeuten. Jemand, der auf Vorbilder steht, wie du es genannt hast, verknallt sich ja auch nicht in sagen wir mal wirklich jeden Lehrer, sondern nur dann in welche, die er attraktiv findet oder die eine sympathische Art haben, etc. – und eben noch zusätzlich Lehrer sind. Da kommt ja auch immer mehr zusammen und vielleicht findest du ihn menschlich supertoll und dass er Arzt ist und dich in diesem Setting so umsorgt und dir Geborgenheit gibt (ohne dass du etwas zurückgeben musst als Patient) ist vielleicht nicht der (alleinige) Grund, wirkt aber vielleicht wie ein Verstärker auf deine Gefühle. Ich hab mich eigentlich auch nie in Vorbilder verliebt, bis es mich dann doch irgendwann mal erwischt hat und dann spielte genau dieses Verhältnis dann auch eine Rolle – aber eben nur als ein Aspekt und nicht in der Sache für sich genommen, wenn du verstehst, was ich meine.

Du kannst ja mal versuchen, dir die Frage zu stellen, was würde passieren, wenn ihr wirklich zusammenkommen würdet – oder noch nichtmal so weit, einfach vor was du dich fürchtest, wenn er um deine Gefühle wisse. Welche „Horrorszenarien“ tauchen vor deinem inneren Auge auf, wenn du diese Situationen in Gedanken einfach mal durchspielst.

Möglich wäre es auch, dass deine Scham zusätzlich zu allem bisher gesagten vielleicht daher kommt, dass die Gefühle, die du hast in eben diesem Setting „Arzt versogt Patientin“ eigentlich „verboten“ sind. Ich weiß, was du jetzt vermutlich schreiben wirst, „verboten“ ist’s ja eigentlich auch, jemanden zu lieben der vergeben ist, aber da könnte dann auch wieder die Brisanz mit dem Thema „Geborgenheit“ eine Rolle spielen. uff, schwierig zu erklären, was ich meine. Aber ich versuch’s trotzdem mal: Die „Regeln“ zu brechen heißt ja auch eine Gefahr, die Gunst des anderes zu verlieren, vielleicht ihn auch zu verletzen und je bedeutender mir derjenige ist, umso brisanter wird das Ganze natürlich auch. Man will vor dem, den man liebt, ein gutes Bild hinterlassen und ein gutes Bild funktioniert natürlich nur, wenn man sich an die „Regeln“ hält. Vielleicht fühlst du dich (unbewusst) in einer Art Bringschuld, weil dieser Arzt dir eben so viel Geborgenheit vermittelt, sozusagen nach dem Motto „du bist soooo gut zu mir und ich böses böses Mädchen breche die Regeln und liebe dich, obwohl ich eigentlich nicht darf“ – ich möchte betonen, dass ich das alles jetzt wirklich nur auf die Scham beziehe und nicht auf andere Gefühle, wie zum Beispiel Angst.

Wie dem auch sei, das sind so meine (wirren) Ideen dazu und sorry, falls ich vielleicht zu viel deutel (kanns leider nicht besser), aber ich hoffe, es hilft dir vielleicht als Denkanstoß. Was dran sein könnte, musst du ja sowieso selbst überprüfen. So viel jedenfalls erst mal von mir.

Eine Sache hätte ich aber noch, wenn ich das am Rande erwähnen darf. Mich wundert es, dass du auf Schattenmelodies Frage, ob er für dich so was wie ein Bruder ist und du daher das Gefühl hast, etwas Verbotenes zu tun, damit geantwortet hast, dass du das zu 100% ausschließt, wo du nur eine Seite zuvor erklärt hast, dass dein Schamgefühl so ist, als wenn man mit dem eigenen Vater Sex hat. Irgendwie ist mir dieser Widerspruch nicht ganz klar und da ich natürlich neurgierig bin, würde mich die Aufklärung natürlich interessiert. Selbstverständlich nur, wenn du magst.

Grüße, das Rosenkind
PotestasUmbraAlso ich kann alles, was du geschrieben hast, konsequent verneinen.

Zum Einen habe ich keine Angst zurückgewiesen zu werden, weil ich ihn ja definitiv nicht will. Die anderen Männer, die mich so interessieren und interessiert haben, gaben mir auch sehr viel Geborgenheit. Ich bekomme diese von jedem, der in meinem näheren Umfeld ist, nur von meinem Ex bekam ich sie nicht. Zu der Attraktivität muss ich sagen, dass er rein äußerlich überhaupt nicht mein Typ ist, im gegensatz zu anderen Ärzten die ich in meiner Laufzeit kennengelernt habe, die äußerlich meine absoluten Traumtypen sind. Die waren auch weitaus symphatischer, denn er hat mir zwar Geborgenheit gegeben...allerdings hat er, wie ich schon beschrieben hatte, in seiner Kompetenz als Arzt versagt und mich bei meinem ersten stat. Aufenthalt sehr wütend gemacht. Was genau da vorfiel möcht ich aber nicht näher erläutern.
Dann weiß ich auch nicht, warum ein Arzt-Patientenverhältnis verboten sein sollten. Er hatte mich ja eindeutig leicht "angebaggert", es ist mir auch unbekannt, dass er das nicht darf. Ich weiß nicht, warum ich dieses Schamgefühl habe. Ich weiß nur, dass ich die Geborgenheit auch von vielen anderen bekomme, und auf die kann ich auch zugehen. Ohne jegliche Scham. Bei ihm war auch nichts anders vom Verhalten als bei allen anderen Ärzten die ich kennenlernte.

Zu dem Widerspruch...das war nur ein beispiel wie sich das Schamgefühl anfühlt. Ich hätte auch sagen können dass es so wäre, als würde man sich Sex mit nem Tier in der Öffentlichkeit vorstellen. Ich fühle keinerlei familiären Bezug zu ihm, ich sehne mich auch nicht nach einer Beziehung zu ihm, er fehlt mir auch nicht (ich könnte ihn sehn wann immer ich will, aber ich will einfach nicht). Warum er mir dennoch nicht aus dem Kopf geht und warum es mich so quält verstehe ich selbst nicht.

Wenn ich ihn beispielsweise neben einen anderen Doc stelle...einen, der mir auch Geborgenheit gab,sogar viel mehr als er, und den ich zudem äußerlich noch ziemlich geil find, dann kann ich konsequent sagen: den anderen würde ich jederzeit ansprechen.
rosenkindokay, war ja nur auch nur so eine Idee. Trotzdem, dass mit dem Durchspielen der Szenarien würde ich dir dennoch empfehlen, falls du es noch nicht getan hast. Hilft manchmal weiter

[QUOTE]allerdings hat er, wie ich schon beschrieben hatte, in seiner Kompetenz als Arzt versagt und mich bei meinem ersten stat. Aufenthalt sehr wütend gemacht. Was genau da vorfiel möcht ich aber nicht näher erläutern.[/QUOTE]

irgendwie muss ich das überlesen haben, sorry. Das wirft natürlich ein anderes Licht auf die Sache. Kann es möglich sein, dass du da vielleicht ambivalente Gefühle ihm gegenüber hast und das vielleicht der Grund ist? Eine Art Hassliebe (auch wenn das vielleicht das falsche Wort ist)? Manchmal halten einen solche widersprüchlichen Gefühle irgendwo "in der Schwebe". Kann sogar sein, dass man sich grade an wem festbeißt, auf dem man (unterdrückt) wütend ist (bei gleichzeitiger Zuneigung), weil es einen im Grunde verletzt und man es ändern will, bewusst oder unbewusst.

Mit verboten meinte ich im übrigen mehr verboten im sozialen und nicht im rechtlichen Sinne. Könnte allerdings auch sein, dass es rechtlich verboten ist - bei Psychotherapeuten ist das definitiv der Fall, wie es mit normalen Ärtzten ist - keine Ahnung. Vielleicht kann ein Arzt/eine Ärztin hier mehr dazu sagen. Aber ist ja jetzt eigentlich auch irrelevant.

Was den Widerspruch angeht, okay, das hab ich jetzt verstanden, war mir nur etwas unklar.

Grüße, das rosenkind
PotestasUmbraGlaub mir, ich habe jedes Szenario durchgespielt.

Angefangen hat es mit der Arzttheorie...es ist nicht unbekannt, dass Borderliner sich gut und gerne in ihre Bezugspersonen/Therapeuten verlieben. Ich bin dann auf den Entschluss gekommen, dass das nicht sein kann, weil es dann bei anderen auch so wäre. Ja, es kam auch bei anderen Ärzten vor, dass ich sie "nett" fand im Sinne von "geil", das war dann aber einfach ein Zufall, dass es auch Ärzte waren und sie haben mich nicht weiter beschäftigt. Ich bin ja keine 14 mehr, dass ich jeden Typ, den ich geil finde, direkt liebe oder haben will.

Alles andere, was hier angesprochen wurde, bin ich auch durchgegangen und konnte bisher alles konsequent verneinen, außer die Sache mit dem Selbsthass.

Ja, es ist so, ich halte von mir nix. Ich weiß, dass ich gut aussehe, das wurde mir mehrfach bestätigt, aber dennoch halte ich mich für unwürdig. Ich bin schwer krank, habe das Leben meines Ex quasi versaut, auch wenn er ein idiot war, er hatte es schwer mit mir. Immer nur krank, Krankenhaus, nicht mehr weggehn, kein Urlaub, nurnoch schlafen, keine sexuelle Aktivität. Welcher Mann will so eine Frau? Was hat man von einer Beziehung, in der die Partnerin den ganzen Tag nix macht außer schlafen und daheim rumsitzen, und ja, in die Schule gehn, wenns gesundheitlich dann mal klappt? Kann man sowas überhaupt "Beziehung" nennen? Teilweise sind mir meine Erkrankungen noch so peinlich, dass ich sie nichtmal jemandem anvertrauen will. Zum Beispiel die Tatsache der sexuellen Abstinenz wurde von div. Expartnern im ganzen Umkreis verteilt, sodass jeder mit dem Finger auf mich zeigt. Sowas ist schwach, sehr schwach, aber es tut mir weh, wenn ich so abgestempelt werde. Und das ist nicht das Einzige, was ich als peinlich empfinde. Teilweise werd ich angeschrieben, von Fremden, von wegen "na du bist doch die...." usw.

Aber trotz dieser Tatsache hab ich eben nur bei diesem Kerl annäherungsprobleme, obwohl ich ihn nichtmal will. und das ist mir unverständlich.
PotestasUmbraNoch zu dieser Hassliebe. So schlimm war seine Inkompetenz nicht, dass ich ihn hassen würde, um gottes willen. Aber es gab eben aus beruflicher Sicht bessere Ärzte, mit denen ich zu tun hatte, deshalb kann er sich auf diesem Punkt nicht rauskristallisieren.
rosenkindhmm, echt schwierig. Also viele Ideen hab ich jetzt auch nicht mehr. Aber weil du schreibst, dass es dir deine Erkrankungen unglaublich peinlich sind: Als Arzt weiß er ja genau über diesen Aspekt noch wesentlich mehr als sagen wir mal der Bekannte, der eine Freundin hatte. Glaubst du denn, dass es vielleicht etwas damit zu tun haben könnte? Mit diesem Mehrwissen des Arztes? Das wäre so jetzt meine letzte Assoziation für heute.
rosenkindNachtrag: das mit dem "ihn nicht wollen" habe ich ehrlich gesagt noch nicht ganz verstanden. Willst du ihn im Kopf nicht oder zweifelst du daran, dass deine Gefühle für ihn echt sind? Wenn letzteres der Fall ist, könnte das ja ein Indiz dafür sein, dass es nicht um ihn als Person geht, sondern er stellvertretend für irgendetwas anderes steht.
Selene71[QUOTE][i]Original geschrieben von PotestasUmbra [/i]
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Ja, es ist so, ich halte von mir nix. Ich weiß, dass ich gut aussehe, das wurde mir mehrfach bestätigt, aber dennoch halte ich mich für unwürdig. Ich bin schwer krank, habe das Leben meines Ex quasi versaut, auch wenn er ein idiot war, er hatte es schwer mit mir. Immer nur krank, Krankenhaus, nicht mehr weggehn, kein Urlaub, nurnoch schlafen, keine sexuelle Aktivität. Welcher Mann will so eine Frau? Was hat man von einer Beziehung, in der die Partnerin den ganzen Tag nix macht außer schlafen und daheim rumsitzen, und ja, in die Schule gehn, wenns gesundheitlich dann mal klappt? Kann man sowas überhaupt "Beziehung" nennen? Teilweise sind mir meine Erkrankungen noch so peinlich, dass ich sie nichtmal jemandem anvertrauen will.
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Solche Gedanken solltest du mal ganz schnell aus deinem Kopf vertreiben. Wenn du dich selbst nicht magst oder wertschätzt, wer soll es denn sonst tun?

Was dein Problem angeht: Ich sehe auch nur 2 Möglichkeiten, entweder du nimmst Kontakt mit ihm auf oder du lässt es. Aber wenn du nicht mit ihm redest, wirst du nie herausfinden, warum du so auf ihn fixierst bist.
Wer weiß, wenn du privat mit ihm sprichst, vielleicht lösen sich dann deine Gefühle in Wohlgefallen auf...

Vielleicht ist er ja auch verheiratet und hat nen Stall voll Kinder.

Auf alle Fälle bin ich nicht der Meinung, dass dies ein Fal für nen Psychiater oder Psychologen ist. Man braucht doch nicht gleich ne Therapie, wenn man verliebt ist....
PotestasUmbraAuch die Situ, dass er als Arzt mehr Bescheid weiß, kann ich verneinen. Mein Ex wusste von meinem Krankheitsbild mehr als er, weil das Fachgebiet auf dem er arbeitet sehr weit weg von dem Fachgebiet meiner Erkrankungen ist. Er weiß auch nicht mehr als das, was ich ihm erzähle, und er weiß auch um was es geht, habs ihm bei der Aufnahme erklärt. Da war das Gefühl aber auch nicht peinlicher als bei allen anderen.

Ich habe schon vor 2 Jahren beschlossen keinen Kontakt aufzunehmen und ich habe hier auch schon sehr detalliert erläutert, warum ich es nicht tue. Nochmal möcht ich das jetzt nicht erklären, deshalb sag ich dazu nur: ich werde das nem Psychologen sagen, weil ich damit nicht alleine fertigwerde. Es quält mich seit Jahren und es sieht nicht so aus, als würde es mich in naher Zukunft erlösen. Ich habe aber zu viele Probleme, um mich auch noch darauf zu konzentrieren. Ich glaube nach wie vor nicht an eine richtige verliebtheit.

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