German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Auswege
    Thema: Psychisch Krank wie damit umgehen?
Roter HundHallo an alle, ich bin seit einem Jahr in Psychiatrischer Therapie, und habe folgende diagnose: Paranoide Persönlichkeitsstörung, Angststörung, anpassungsstörrung, posttraumatischer stress, dass sollte reichen ach ja bin noch mittelschwer deppressiv, also ich nehme auch verschiedene medikamente,
aber ich weiss immer noch nicht wie ich damit umgehen soll ob ichs akzeptieren kann, mann das ist ein ganz schöner haufen, vielleicht hilft mir jemand
solipsismusFangen wir mal mit einer Frage zur Klärung an:

Sind es diese "harten" Kategorisierungen, die dich stören, weil sie für dich arg klingen oder willst du quasi nicht einsehen, dass du psychisch krank sein sollst - was ja in unserer Gesellschaft oft nicht sehr positiv aufgenommen wird?
ArrogantNickAlso zuerst einmal: Ganz ruhig bleiben. Du bist weder irreversibel geschädigt noch geistig nicht ganz auf der Höhe. Diese Diagnosen sind samt und sonders keine wirklich schwerwiegenden, auch wenn sie mordsmäßig unangenehme Symptomatiken aufweisen. Kurz, es dürfte Dir äußerst schlecht gehen, vom Gefühl her, rein faktisch jedoch, gibt es keinen Grund Dich verrückt zu machen (bzw. Dich so zu empfinden).

Wie Du damit umgehen könntest? Nun, wie wäre es mit Information, damit Du Deine Krankheiten (und damit Dich selbst), nicht mehr als quasi Alien empfindest? Fangen wir also mit dem Themenkomplex an, denn die Diagnosen die Du hier niederschreibst, sind im Grunde nur verschiedene Ausdrücke und Aspekte von zwei Haupterkrankungen. Besagter Themenkomplex ist die Depression und eine Angsterkrankung, die es in 'zig verschiedene Formen gibt und die gut behandebar sind.
Hierzu nun einige Seiten:

[URL=http://www.kompetenznetz-depression.de/]Depressionen[/URL]

[URL=http://www.depressionen-depression.net/]Depressionen - was sie sind und was sie tun[/URL]

[URL=http://www.psychosoziale-gesundheit.net/seele/posttrauma1.html]Dein 'posttraumatischer Stress'[/URL] (Hieran sind auch Angsttrörungen wie Soziophobien und ähnliches gekoppelt. Das fasst also Deine Paranoia und sonstige Ängeste mit ein. Auch Deine Anpassungsstörung gehört im weitesten Sinne dazu. Man könnte also sagen, Du bist mit einem Trauma oder mehreren, schlicht nicht fertig geworden und reagierst nun unbewusst. Bearbeitest Du bewusst das Trauma, werden auch Deine Angsterkrankungen nachlassen.)

Das einmal für's Erste.

Grüßle
Mischa
Roter HundJa Danke für deine Informationen, wenn ich ehrlich bin ist ja schon einige Zeit vergangen.
Bis jetzt hat sich nicht wirklich viel verändert, habe zum Teil immer noch Suizid Gedanken, denn Glauben an Freunde verloren und immer noch Alpträume, bin ständig nervös und unruhig, ich schau immer in den Himmel wenn ich flugzeug
höre und hab keine ahnung warum, eigentlich bin ich nicht Paranoid für mich ist das
normal.

Bin an einem Buch dran von Kinslow (suche nichts-finde alles) das ist interresant,
ich versuche oder besser gesagt ich möchte meinen Seelenfrieden finden
einfach die Ruhe, doch das geht nicht mit meinen Sorgen und Problemen.
Alles stellt sich so schwierig und ich find die antwort meiner fragen nicht,
wer versteht mich ahhhh

gruss roter hund
JohnSteed[QUOTE][i]Original geschrieben von Roter Hund [/i]
[B]Hallo an alle, ich bin seit einem Jahr in Psychiatrischer Therapie, und habe folgende diagnose: Paranoide Persönlichkeitsstörung, Angststörung, anpassungsstörrung, posttraumatischer stress, dass sollte reichen ach ja bin noch mittelschwer deppressiv, also ich nehme auch verschiedene medikamente,
aber ich weiss immer noch nicht wie ich damit umgehen soll ob ichs akzeptieren kann, mann das ist ein ganz schöner haufen, vielleicht hilft mir jemand [/B][/QUOTE]

Damit leben lernen, wo möglich es versuchen gut zu finden, also eine pragmatische Haltung an den Tag legen. Ansonsten ist professionelle Hilfe nie verkehrt.
NightingaleSport kann uebrigens auch nicht schaden.
Kauf Dir Laufschuhe und ueberwinde Deinen inneren Schweinehund. Nach einer Stunde schwitzen und hecheln ist der Knoten im Hirn weg - versprochen. Und beim naechsten Anfall machst Du das gleich noch mal ;) .
FeuerEngel666Hallo,

ich habe auch ein psychisches Problem. Bin seit 6 Jahen in Behandlung. Wie ich damit umgehe? Mal besser, mal schlechter. Ich versuche soweit es geht mein Leben irgendwie hin zukriegen. Bin seit letztem Jahr wieder arbeitsfähig, fühle mich aber eigentlich nicht so. Habe nun die Hoffnung, auf eine zweijährige Umschulung.
Was gibt dir in deinem Leben Halt?
Hast du Menschen, die dir wichtig sind und dich unterstützen?

Ich wüßte nicht, was ich ohne meine wenigen, aber verlässlichen Freunde machen würde. Sie stehen immer- und damit meine ich wirklich IMMER hinter mir und unterstützen mich, wo sie können. Außerdem bin ich in einem Einzelbetreuten Wohnen. Da kommen in der Woche zwei SozPäds im Wechsel und helfen mir im Hasuhalt und sprechen über meine Probleme. Das ist wikrlcih sehr hilfreich und toll. Bin sehr glücklich mit den beiden.

Du musst für dich einen Weg finde, damit zu leben.
Viel Glück dabei.

FeueEngel
Papazian[QUOTE]Sport kann uebrigens auch nicht schaden.
Kauf Dir Laufschuhe und ueberwinde Deinen inneren Schweinehund. Nach einer Stunde schwitzen und hecheln ist der Knoten im Hirn weg - versprochen. Und beim naechsten Anfall machst Du das gleich noch mal ;) .[/QUOTE]

Das kann ich bestätigen, ich bin auch in Psychologischer Behandlung wegen Depressionen und der gleichen... begebe mich in gut 2 Wochen in eine Stationäre Therapie. Aber egal wie schlecht es mir geht wenn ich Mountainbike und ich Körperlich total am Ende bin, geht es mir gut, ich fühle mich richtig Frei.

trau dich, es hilft...

gruß Papazian
Lilliosahallo,

ich wurde mit 14 jahren mit depression diagnostiziert und dann mit 17 zusätzlich mit emotional instabiler persönlichkeitsstörung (kann erst ab 17/18 festgestellt werden). mit 14 bekam ich meine ersten psychopharmaka verabreicht und erhielt mindestens ein jahr lang psychologische unterstützung bei der aufarbeitung meiner vergangenheit - mir wurden quasi die grundlagen für weitere jahrelange verarbeitung ohne therapeut gelegt. seitdem die zweite störung diagnostiziert wurde (durch mich selbst, durch mein umfeld und durch therapeuten), begann ich, intensivst an meinem verhalten, meinem empfinden, meinem denken, etc zu arbeiten und erhielt auch ein neues medikament (wirkstoff duloxetin) gegen psychosomatische schmerzen (hatte 24/7 kopfschmerzen durch psyche). ich habe mich sehr mit dem syndrom, mit ursachen, funktionen, usw beschäftigt, um es einigermaßen zu verstehen. danach kam ich zu dem schluss, [B]dass ich nicht krank bin, sondern einfach ich selbst. [/B] ich glaube, dieser leitsatz könnte anderen menschen ebenso helfen. mittlerweile bin ich 20 und weise ich keine kriterien dieser "störungen" mehr auf, weder depression noch emotional instabile persönlichkeitsstörung (letzteres gilt als "unheilbar") und nehme keine psychopharmaka mehr.

was ich mit der kleinen geschichte sagen möchte ist, dass es auch anders laufen kann. man braucht nicht unbedingt dekaden, um eine minderung bzw minimierung von problemen zu erleben. man braucht auch nicht zwingend therapeuten - diese sollten nur als hilfe bzw inspiration und motivation zur selbsthilfe gesehen werden, denn letztendlich kann man sich nur selbst helfen. man sollte sich nicht unbedingt als gestört, krank oder sonst etwas sehen - das behindert meiner erfahrung nach nur. man muss lernen, sich zu akzeptieren und nicht nur "die krankheit" zu sehen. "ich bin ich selbst und nicht irgendein syndrom." wichtig ist lebenslanges arbeiten an sich selbst - man ist nie perfekt, aber gewisse eigenschaften sind auch veränderbar. "ich kann mich nicht ändern" sollte man aus seinem denken verbannen.
was ich mir sonst noch immer gesagt habe, war "mein leben ist ein berg, den ich besteige - ich rutsche zwar manchmal ab, aber ich gehe immer wieder weiter bergauf."

alles gute!


PS: bei medikamenten informiere ich mich zuerst ausführlich, bevor ich schlucke, was mir irgendeiner verschreibt. manche menschen lassen sich geradezu vollstopfen mit pillen und das finde ich eher bedenklich.

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur