| Necrovampy | Hallo liebe Nachtwelten Gemeinde, wie ich in meinem Vorstellthread im Foyer bereits erwähnt hatte, habe ich einige Probleme zu denen ich Meinungen, Tipps oder evtl. auch Antworten suche. Ich hoffe, dass ich nicht falsch verstanden werde und möchte deswegen im Vorraus erwähnen, dass es wirklich ein Problem für mich darstellt, was für andere vielleicht keine richtigen Probleme wären. Ich war mir nicht sicher wo ich dieses Thema eröffnen soll, aber da das Problem nicht so schwerwiegend ist, dass ich dringen einen Ausweg brauche, dachte ich dass der Kaiser dafür genügt. Auch wenn es hier ebenfalls nicht richtig hinpasst. Außer vielleicht ein wenig zur Kategorie "Frust"? Falls es doch woanders hingehört bitte ich darum meinen Thread einfach zu verschieben :) Ich fange am besten mal einfach an. Alsooo... Bei mir besteht von mehreren Seiten der starke Verdacht auf Asperger und AD(H)S. Die Tests stehen noch an, aber Asperger steht eigentlich schon so gut wie fest und muss nur noch "offiziell" bestätigt werden. AD(H)S weiß ich noch nicht, aber das tut im Moment auch nichts zur Sache... Ich habe bemerkt, dass es einige Parallelen in der Denkweise von Aspies und Goths gibt. Dadurch überlege ich mir häufiger ob es vielleicht mehr Goths gibt die Aspies sind oder umgekehrt. In der Hoffnung, dass es evtl. so ist habe ich beschlossen hier nach Rat zu suchen. Wie vielen anderen Aspies auch bietet Kleidung einen Art "Schutz" vor der Umwelt. Mir ist klar, dass es bei vielen anderen Menschen auch so ist, aber bei Aspies eben ein wenig mehr (ich hoffe ihr versteht was ich meine) Das wäre jetzt alles nicht weiter schlimm, wenn es nicht das Problem geben würde, dass ich mich einfach nur in Gothic Kleidung und Style wohl fühle. Meistens sind es normale schwarze Sachen, aber dass "Gothicsein" sieht man mir immer zu 100% an. Ich würde es gerne ändern, aber weiß, dass es nicht geht. Wenn ich andere Sachen anziehe fühle ich mich schutzlos. Hilflos. Ich fühle mich sozusagen entblößt, gedemütigt und unwohl. So wie auf dem Präsentierteller. Ich weiß, dass es seltsam klingen mag, aber solange ich mich in Gothicsachen hülle fühle ich mich imun gegen die Blicke anderer Menschen, weil ich weiß, dass sie wegen meinen Sachen kucken. Aber wenn ich so "ungeschützt" bin fühle ich mich von den Blicken anderer durchbohrt. Auch wenn ich mir keine Gedanken über solche Blicke machen müsste kann ich es nicht abstellen. Es rasen mir tausende Gedanken durch den Kopf und ich kann keinen davon festhalten und ich bin kompülett überfordert. Ich bekomme die berühmte Reizüberflutung die es bei Leuten mit AD(H)S und Autismus ja sehr häufig gibt. Manchmal ist es so schlimm dass ich ungewollt in Tränen ausbrechen könnte. Das war erst mal die Vorgeschichte zu meinem Problem ... Momentan bin ich wegen seelischer Überforderung mit psychosomatischen Erkrankungen zur Folge (Bauchschmerzen, Kreislauf etc.) noch arbeitsunfähig geschrieben vom Facharzt. Aber so langsam möchte ich wieder anfangen etwas zu machen. Abi nachholen, oder Ausbildung oder vielleicht auch erst mal eine Maßnahme wo ich verschiedene Berufe ausprobieren kann. Aber durch mein Problem mit Asperger habe ich Angst nichts zu finden, da es bestimmt nicht viele Betriebe gibt die auf solche Sonderausbildungen spezialisiert sind. Dazu kommt noch das Problem mit der Kleidung, das es mir sicher doppelt schwer machen wird. Jetzt meine Frage: Gibt es hier irgendwelche Leute die mit so etwas Erfahrung haben? Egal ob nur mit der Kleidungsgeschichte oder in Kombination mit Asperger? Würde mich sehr über Meinungen, Ratschläge oder Tipps freuen :) - Necrovampy |
| Ronin76 | Ist eigentlich eher ein Thema für "Dunkelheit & Licht" oder Auswege. Hier im Kaiser werden Streitgespräche, also zB rhetorische Wettkämpfe ausgetragen. ^^ Geschlossene Gesellschaft > Auswege [QUOTE]Ich habe bemerkt, dass es einige Parallelen in der Denkweise von Aspies und Goths gibt. Dadurch überlege ich mir häufiger ob es vielleicht mehr Goths gibt die Aspies sind oder umgekehrt. In der Hoffnung, dass es evtl. so ist habe ich beschlossen hier nach Rat zu suchen.[/QUOTE] Ich finde nicht daß es den typischen Goth gibt, wobei das Asperger Syndrom schon exakter definiert werden kann. Sicherlich bietet eine Szene, vielleicht sogar besonders die eher introvertierte und groteske Gothic-Szene einen Anlaufpunkt bzw Fluchtort für alle möglichen Außenseiter, die in anderen Gemeinschaften eher auffallen und anecken würden. |
| Necrovampy | Danke, dass du mir das sagst. Wie kann ich das denn verschieben? Oder kann ich einfach hier einen Post reinschreiben dass das Thema geschlossen werden kann und ich mach es dann in dem anderen Forum nochmal neu? Welches ist denn besser dafür geeignet? Dunkelheit & Licht oder eher Auswege? Nachdem Was ich hier so gelesen hab dachte ich eigentlich ins Auswegforum kommen nur Beiträge bei denen Leute ganz dringend Rat suchen und nicht einfach so nach Tipps fragen etc. Das, was du geschrieben hast stimmt. Ich hätte es anders formulieren sollen^^ Sowas in der Art meinte ich auch, dass ich mich z.B. von meiner Denkweise her in der Szene wohl fühle, weil hier mein "Anders sein" nicht so auffällt. Ich hoffe jetzt ist es besser formuliert. Werde dass dann gegebenenfalls oben auch noch umformulieren :) |
| Ronin76 | Da die Moderatoren nur noch gelegentlich aktiv sind, würde ich dir empfehlen das Thema zu löschen und ein neues Thema in einem der anderen, genannten Unterforen zu eröffnen. Vorher das Kopieren nicht vergessen. ;) Nur Moderatoren haben die Möglichkeit Themen und Beiträge zu verschieben. Wenn du speziell für dich Antworten und "Auswege" suchst ist das Unterforum "Auswege" besser geeignet. "Dunkelheit & Licht" ist eher allgemein gehalten und eine Diskussion wird dort meistens vermieden. So wie ich das verstehe kann dort Jeder seinen Senf dazugeben und persönliche Ansichten und Erfahrungen schildern. Hier die Beschreibung aus dem Regelwerk: [QUOTE] "Das Forum tiefgründiger Gespräche und Diskussionen. Hier werden Themen differenziert betrachtet, indem die Teilnehmer Beiträge zu einem Mosaik zusammenfügen, um eine Sache mit all ihren Facetten zu beschreiben. Es geht hier nicht darum, die Sache selbst in Frage zu stellen." "Dunkelheit & Licht" ist NICHT in erster Linie ein Diskussionsforum. Im Gegensatz zum "Kaiser", wo das Für und Wider einer Sache diskutiert wird, sollen hier Themen von verschiedensten Seiten aus betrachtet werden, um eine Sache möglichst in all ihrer Vielschichtigkeit und mit all ihren Facetten zu erfassen. Es mag zwar Diskussionen geben, um dieses oder jenes Detail genauer zu beleuchten, so in der Art einer Kurvendiskussion in der Mathematik. Ziel ist es aber nicht, das Thema ad absurdum zu führen, sondern es sollen "Mosaike aus Dunkelheit und Licht" entstehen, die auch für Gäste und neue Mitglieder und nach längerer Zeit noch spannend und aufschlussreich sind. In Abgrenzung zu den "Nebelpfaden", wo es vorrangig um besondere Erlebnisse Einzelner geht, soll es in "Dunkelheit & Licht" um Themen gehen, zu denen die Mehrheit der User irgendeine Beziehung hat, also auch etwas sagen kann. Wohlgemerkt kann und nicht muss. Wer an dem betreffenden Thema kein Interesse hat, der möge sich raushalten und die daran Interessierten in Ruhe lassen. [/QUOTE] Du kannst als Themenerstellen das Thema löschen indem du oben im Eröffnungsbeitrag auf "edit" klickst, und dann links das Häckchen setzt und auf der rechten Seite auf den Löschknopf drückst. |
| Lady Ash | Interessantes Thema - ich habe ähnliche Parallelen bemerkt, ohne dass ich sie so einander zugeordnet hätte. Allerdings nicht bei mir selber, ich bin geradezu erschreckend normal, auch wenn ich einen gruftigen Mantel besitze. -- Aber ein guter Freund von mir hat unlängst einen (okay, online ) Autismus-Test gemacht und erschreckend hohe Werte erzielt. Er ist heavy goth und hat auch schon so Sachen gesagt, dass er sich in der normalen Welt schutzlos und ausgeliefert vorkommt (dies von einem Schrankexemplar Mann wohlbemerkt). Dass er in einer fremden Welt lebt, deren Regeln er kaum zusammenkriegt und eigentlich keine Ahnung davon hat, was Menschen so gemeinhin motiviert. Ein Eigenbrödler, dem das Einsiedlertum halt sicherer erscheint, als das soziale Leben, in dem er oft genug gescheitert ist. Hochempathisch. Hochbegabt. Psychologisch auf sovielen Ebenen ausgegrenzt, dass er kaum in irgendeine soziale Nische passt. Als goth hat er soetwas wie eine soziale Zugehörigkeit gefunden, allerdings erträgt er auch hier keine großartigen Zusammenkünfte. Obwohl das wohl nicht immer so war. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Necrovampy [/i] Ich weiß, dass es seltsam klingen mag, aber solange ich mich in Gothicsachen hülle fühle ich mich imun gegen die Blicke anderer Menschen, weil ich weiß, dass sie wegen meinen Sachen kucken.[/QUOTE]Hallo Necrovampy, ich kenne mich mit den Besonderheiten von Asperger nicht so gut aus, aber ich glaube dass Du das richtig machst. Die Gothic-Szene ist so breitgefächert, dass da fast Jeder seine Nische finden kann. Was die Berufswahl und -Umgebung betrifft, habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, mein Interesse für Gothic offen anzusprechen, und auf die positiven Erfahrungen hinzuweisen, die ich hier gemacht habe. Ich gebe oft interessierten Kollegen Hörproben von Bands, die mir gefallen, und ich habe ein paar Fotos von Veranstaltungen (z.B. WGT), die ich ihnen zeigen kann. Oft sind diese Kollegen dann erstaunt, wie schön die Leute in ihrer "Kluft" sein können. |
| Necrovampy | Danke für die Antworten :) Das mit den Online Test hatte ich am Anfang auch gemacht und je mehr ich mich damit befasst hatte umso mehr ähnlichkeit konnte ich zwischen Asperger und der Szene finden. Schön, dass es noch anderebemerkt haben ohne sich vorher Gedanken darüber gemacht zu haben :) Danke auch für den Hinweiß der vielen toleranten Betriebe und Kollegen. Ich hoffe sehr, dass ich einen solchen Betrieb finden kann, der auch zusätzlich die Sonderausbildung für Aspies anbietet. Aber da die Toleranz in den Betrieben ja anscheinend doch höher ist als ich vermutet habe bin ich jetzt schon mal etwas zuversichtlicher etwas zu finden :) Ich habe mal dieses Thema doch lieber erst in Dunkelheit & Licht aufgemacht und dazu geschrieben, das dieses hier geschlossen werden kann. Auch wenn es anscheinend besser in Auswege passt würde ich mir doch irgendwie verzweifelt vorkommen, wenn ich es dort machen würde, da dieses Forum ja so wie ich das verstanden hab für Personen gedacht ist die dringen Hilfe brauchen und nach Lösungen suchen. Soweit bin ich zum Glück noch nicht, dass mich mein Problem so verzweifeln lässt. Falls ich es doch falsch verstanden hab mit dem Auswege Forum darf man mich natürlich gerne korrigieren |
| Necrovampy | Da man hier nicht editieren kann muss wohl der Doppelpost leider sein... Das mit dem anderen Thread hat sich ja erledigt da mein Thema jetzt doch hier her in Auswege verschoben wurde... Ich würde mich über weitere Tipps und Meinungen sehr freuen :) |
| eine Andere | Ich glaube, das du dich irrst wenn du versuchst, Menschen in Kategorien zu packen, auch wenn es angenehmer oder beruhigender wäre, in menschlichem Verhalten Strukturen zu sehen und einer wie auchimmer gearteten Szene Gemeinsamkeiten zuzuschreiben- sicherlich gibt es einige Parallen aber die gibt es eben überall. Der Nerd der 24/7 Am PC Zockt hat sicherlich mehr Autistisches Potential wie der Paradiesvogel der auf dem WGT rumtänzelt. ( davon Ab das die meisten Aspies die ich kenne (mich eingeschlossen) bei lauter Musik übel abdrehen. Als Aspie bist zu zwangsläufig darauf angewiesen, Menschen rational zu interpretieren - was oftmals zu einem recht zynischen und psychologisiertem Weltbild führt *hust*. Mal ganz zu schweigen von den Demütigungen etc. die du als Sozial minderbemitteltes* Kind erfährst- ich schreibe das Minderbemittelt absichtlich nicht in Anführungszeichen. Asperger ist das neue Arschloch *g* Letzteres passiert aber auch ganz vielen ohne dieses Störungsbild , die sich später dann in der "normalen" Welt "der Anderen" (die es nicht gibt) nicht mehr zurechtfinden, Gothic ist sicherlich eine Szene die diese Menschen anzieht, aber imho findest du in dieser alles, vom rationalen Zyniker bis zum emotional grenzwertigen Girlie. Mein Sohn hat selber diese Diagnose verabreicht bekommen - meine steht noch aus. Asperger ist erst seit 91 eine anerkannte Behinderung, und seitdem werden immer mehr "Asperger" diagnostiziert, früher dachte man z.B. ADHS und Asperger würden sich automatisch ausschliessen, heute spricht man nur noch von Autsimusspektrumsstörungen (ich lieebe die deutsche Sprache für solche Wörter) und der Übergang von NTs und Aspies gilt als fliessend. Sprich das krankheitsbild wird derzeit solange erweitert bis es sich auflöst oder nur noch am Grad des Leidensdruckes als bemessen werden kann. Ich persönlich glaube, das in dem Gebiet noch viele Erkenntnisse lauern :D btw die Testverfahren sind in meinen Augen ein Witz jeder, der die Diagnose will und sich genug eingelesen und reingesteigert hat , bekommt sie inzwischen auch, was er damit anfängt und was er sich davon erhofft, muss er selber wissen und vor sich verantworten. Für meinen Sohn war es sicherlich ein Segen, da er damit anspruch auf wesentlich mehr Hilfen hat ( sprich: Förderschule) , imho ein Grund für die Diagnosehäufigkeit. |
| Ronin76 | [QUOTE] Asperger ist erst seit 91 eine anerkannte Behinderung, und seitdem werden immer mehr "Asperger" diagnostiziert, früher dachte man z.B. ADHS und Asperger würden sich automatisch ausschliessen, heute spricht man nur noch von Autsimusspektrumsstörungen (ich lieebe die deutsche Sprache für solche Wörter) und der Übergang von NTs und Aspies gilt als fliessend. Sprich das krankheitsbild wird derzeit solange erweitert bis es sich auflöst oder nur noch am Grad des Leidensdruckes als bemessen werden kann. Ich persönlich glaube, das in dem Gebiet noch viele Erkenntnisse lauern :D [/QUOTE] Man kann auch von einer Pathologisierung reden. Symptome werden doch immer erst dann als Krankheit bezeichnet, wenn sie von Idealnormen abweichen. Die Idealnormen sind jedoch sehr häufig ideologisch definiert. Ich vermute daß latenter Autismus zur Evolution gehört. Vielleicht ist er aber auch die Folge einer stark technisierten Welt der emotionalen Kälte. So ist eben nicht der als Autist oder Asperger bezeichnete Mensch krank, sondern hat höchstens Anpassungsschwierigkeiten. Wenn man von einem Idealzustand ausgeht kann man auch behaupten daß die von Menschen geschaffene Umwelt die Bedürfnisse von vielen Menschen nicht ausreichend befriedigen kann. Demnach wäre diese Umwelt und wohl auch deren Schöpfer krank und nicht unbedingt die Menschen welche Anpassungsschwierigkeiten haben oder Autismussymptome aufweisen. Durch machtstrukturelle und industrielle Entfremdungsprozesse ist der Großteil der Menschen eben nicht Beherrscher und Schöpfer seiner direkten Umwelt sondern kann meistens nur noch reagieren, anstatt kreativ zu agieren. Wenn Autismussymptome weiter in den Gesellschaften zunehmen wird sich die Pathologisierung wohl irgendwann relativieren und auflösen. Hier wäre interessant zu wissen ob Asperger und Autismus Phänomene der Industriestaaten sind, oder auch in ländlichen Subsistenzregionen zunehmen. |
| eine Andere | Ich denke man kann es so aufteilen Ursachen - Umfeld/Kompensation und Leidensdruck über den der begriff "Krankheit/Behinderung" definiert wird. Je nach Gesellschaft und Anforderungen ist jemand in der Lage, Abweichungen zu Kompensieren oder nicht. (Womit sich die Frage nach der Verteilung in unterschiedlichen Ländern/Regionen beantwortet) Es werden auch zum Beispiel viel mehr Jungs als Asperger diagnostiziert alswie Mädchen, weil die das besser kompensieren können. In diesem Schulsystem mit diesen überarbeiteten Familienstrukturen gelingt das aber immer weniger Kindern.. da "gewinnt" nur der gähnende Durchschnitt, alle anderen gehen einfach unter. Ich glaube nicht, das sich das "auflöst" die Kinder werden einfach Medikamentös ruhiggestellt. ADHSler brauchen ganz klare geregelte Strukturen und Abläufe, klare Regeln, weniger Klimbim und bunten flatter Schnickschnack, keine ständig wechselnde Sitzordnung, keine Gruppenarbeit, keinen Lärmpegel von X Dezibel. In einem Autoritäreren Schul und erziehungssystem sind die deswegen auch garnicht groß aufgefallen... Bewegung z.B (in Form eines selbstgetätigten Schulweges:) ) hat vermutlich auch denselben Effekt auf die Neurotransmitter wie ein Amphetamin, das man heute reinknallt weil der Filius vor der Playstation seine Synapsen täglich grillt.. Dennoch ist das nicht der Ursprung, das ist nur die ungünstige Umgebung. ich schreib die Tage noch was, muss jetzt ins Bett. |
| eine Andere | So jetzt.. Also der Begriff Krankheit passt ja nicht auf eine Behinderung wie Autismus sie darstellt. Ich glaube auch nicht, das Autismus durch die Gesellschaft entsteht, ich glaube aber, das Menschen mit entsprechenden Wahrnemungsdefiziten in dieser Gesellschaft immer schlechter klarkommen, und deswegen immer häufiger auffallen. Ich z.B bin Gesichtsblind, was imho für viele Aspekte der Asperger Symptomatik ausreicht, das ist z.B. einer der Punkte, wo ich glaube das da noch einiges an Erkenntnissen "lauert". Als Kind habe ich ein Lächeln z.B nur an den hochgezogenen Mundwinkeln erkannt, und mir das rational "mitgeteilt:"er/die zieht die Mundwinkel hoch, also lächelt er/sie"- das macht einen in einer Konversation "etwas unaufmerksam und langsam - inzwischen schau ich garnicht mehr hin, das lenkt mich nur ab. AD(H)S hat ja nachweislich bei einem Großteil der Diagnostiszierten eine Biochemische Komponente :) - Ich kenne z.B. jemanden, der seinen Doktor auf einer Eliteuni mit XTC gemacht hat, um sich besser konzentrieren zu können, ich denke, einem "Normalen" wäre das eher nicht gelungen :D Aber BTT: Necrovampy - Es ist schwer- ich habe zwei vaterlose Kinder zu ernähren und keine Berufsausbildung, in Gesellschaft anderer Menschen komme ich nicht unbeschadet klar, und Schule war der blanke Horror (und das für 16 Jahre durch diverse Schulwechsel und Abbrüche) Egal was du anfängst - halte durch! Ich habe mich nach der Mittleren Reife nochmal 6 Jahre für NICHTS rumgequält.. Wenn ich es mir "aussuchen" könnte, würde ich irgendwo einsiedeln und mein Gemüse und Obst anbauen, ein paar Tiere pflegen und jeden Tag genau dasselbe zur selben Zeit tun und immer dasselbe essen. Das wäre schön kontrolliert, überschaubar und "sicher"... aber das geht nicht, und vermutlich wäre es auch ganz verkehrt, denn sobald ich das alles Durchreglementiert hätte,.. würde ich merken, das diese ganzen Regeln und Rituale nur Mittel zum Zweck sind und nur dem Gefühl der Kontrolle und der Vermeidung dienen. Die "Welt" da draussen ist schrecklich unberechenbar, wenn man sie nicht versteht. Heute mit 35 gehen mir die Menschen mit ihrem unreflektiertem Verhalten vor allem mächtig auf den Keks, und es kostet mich einfach nur Kraft das "nachzuäffen"- und am Ende ecke ich doch an und werde ausgegrenzt - das gibt mir nichts, ich bin da echt ein Alien, glaube ich. Vielleicht auch ein egozentrisches und emotional abgestumpftes "Arschloch", je nachdem, wen man fragt...aber lieber das als unehrlich. Früher war das anders, da habe ich nicht verstanden was "die" von mir wollen, und ich habe auch nicht verstanden, was oder - DAS ich etwas nicht kann was scheinbar alle können, und hatte große Probleme damit mich selber zu verstehen, ich war im Umgang mit anderen zwangsläufig unachtsam, und dabei gleichzeitig furchtbar ängstlich.. "Fiese" Kleidung und seltsames Benehmen hat mir die Erwartungen "der Masse"(und zwar die, "Normal" zu sein) die ich nicht erfüllen konnte später weitestgehend vom Leib gehalten. Ändert aber leider nix daran, das man "da draussen" jenseits der individuellen Komfortzone zurechtkommen muss, und das man evtl. die doppelten Anstrenungen auf sich nehmen muss, um dasselbe wie "Normale" zu erreichen. Struktur ist das Zauberwort um in der Welt zu überleben, und es funktioniert nicht sich die einfach künstlich auszudenken oder sich was aufzuzwingen, irgendein Teil von dir wird immer früher oder später rebellieren. Erst wenn du eine Struktur entwickelt hast die dich ENTlastet, kannst du sie beibehalten. Für mich gab es immer - so glaube ich heute -nur einen Weg, und ich habe mir tausend (sichere) Umwege aufschwatzen lassen.. um am Ende zu scheitern und jetzt genau da zu sein, wo ich immer hinwollte.. auch wenn es in Theorie wie Praxis mit meinem Störungsbild (ich liiiebe dieses Wort) kollidiert. Aber du musst den Blick von den Defiziten ( gefühlte wie eingebildete oder eingeredete oder tatsächliche) abwenden, und dich auf deine Stärken berufen, such dir nichts aus was MIT DIR zurechtkommt, such dir was aus das DU kannst, etwas wo DU gut drin bist. Du brauchst keinen, der auf dich Rücksicht nimmt, du musst dir selber helfen, und das kannst du auch. Wenn dich z.B. die Reize überfluten, evtl. hilft dir ein Stöpsel im Ohr (mit oder ohne Musik), eine Sonnenbrille, oder ein Alibibuch zum verstecken, nutze das Aktiv und bewusst und ohne "Schamgefühl" Wenn du Ruhe brauchst, sorge für Ruhe. Mach dir das immer bewusst um aus dieser Ohnmacht rauszukommen. Du bist immer für dich da. An deiner Stelle würde ich alle Ziele und "Spinnereien" und deine Talente aufschreiben... und auch, worauf du keine "Lust" hast und auch warum (rationale Gründe, irrationale etc) .. und dann schau mal was für ein Beruf für dich überhaupt in Frage käme. Und dann würde ich mich um ein Praktikum bemühen, fang langsam an und mach dir nicht direkt so einen Druck, ein Praktikum kann man durchstehen, und sieht einfach besser als eine Abgebrochne Ausbildung aus. Ich habe z.B. als Prosopagnostiker eine ausgesprochen gute Objektwahnehmung, da ich mit diesem Teil meines Gehirns mit der Zeit lernte Gesichter und Gesichtsausdrücke zu identifizieren ähnlich vermutlich wie ein Blinder Mensch ein gutes Gehör entwickelt. Und genau damit verdiene ich seit 2 Jahren meinen Lebensunterhalt, ohne Chef und nur virtuellem Kundenkontakt. Wenn der Mist mit der Buchhaltung und der Shoppflege nicht wäre, wäre es perfekt. |
| Necrovampy | Dankeschön, das waren wieder sehr schöne und auch hilfreiche Antwortem :) Zusätzlich habe ich auch seit kurzem einenen Freund der auch diagnostiziertes Asperger und ADS (ohne H) hat. Wir ergänzen uns prima und helfen uns auch gegenseitig. Ich denke auch, dass ich mit seiner Hilfe und euren Tipps und Ratschlägen das irgendwie schaffen werde. Ich bewege mich auch zur Zeit mehr in die Richtung Fotografie, weil mir durch mein Praktikum als Mediengestalterin Bild und Ton, dass ich wegen meinem psychischen "Ausfall" abbrechen musste klar geworden ist, dass diese Hobby als Beruf wohl doch etwas zu schwierig für mich ist und mir unbewegte Bilder freundlicher entgegen kommen. Mein Freund hat mir auch etwas die Angst genommen wie es nach meiner Diagnose weitergeht, falls sie positiv ist und er würde mir auch helfen einen Nachteilsausgleich zu beantragen, damit ich mir leichter tue Das mit der Sonnenbrille und der Musik hab ich tatsächlich schon öfter gemacht :) Wenn es nicht zu heiß ist und ich meinen Mantel anlassen kann zieh ich mir auch öfer einfach die Kaputze über und lehne mich mit meinem kopf wo gegen und mache einfach die Augen zu. Falls jemand noch Tipps zum Alltag hat wie man mit der Diagnose so umgeht, wenn einen andere blöd darauf ansprechen und richtig dumme Fragen stellen darf er sich gerne Melden? Ich kann sowas meistens nicht unterscheiden, ob die Fragen ernst gemeint sind oder ob man mich verarschen will und ich will niemanden kränken wenn ich in so eine Situation komme |
| DarkHeart | Hier meldet sich ein echter Aspie an, diagnostiziert seit 2009, nochmals 2011 und 2012. hätte fast noch mal für 2013 bestätigt bekommen, aber da bin ich vorher geflüchtet. Bin in einem Arbeitsamtprogramm und da zur Zeit in Arbeitspause, zuletzt im Gebraucht-Antik-handel unterwegs gewesen, sonst bin ich die Freundin von eifersüchtigen Manager Chefs ;=) , bei dem einer aus allen Wolken fällt, wenn ich mal nicht ganz in Schwarz gekleidet bin, inkl. enganliegende Hose. Kaputze über den Kopf gehört nicht zu den Aspergern! Aber ich mag auch diese Leuts, mit denen ists nicht so langweilig. |
| Necrovampy | So... nach langer Pause melde ich mich mal wieder zu Wort mit einem Statusupdate. Im Großen und Ganzen geht es mir einigermaßen gut. Zumindest allgemein betrachtet. Ich habe auch mitlerweile die Diagnose ADHS (mit H) und HSP (High Sensitiv Person; also Hochsensibilität). Nach einigen Recherchen und Gesprächen mit meiner Psychologin ist es auch nicht ganz ungewöhnlich, dass ich auf Asperger getippt hatte, weil das anscheinend oft fehldiagnostiziert wird bei HSPs. Ich bin ja jetzt schon seit über einem Jahr arbeitsunfähig geschrieben... Aus einem Grund den ich bis heute nicht verstehe habe ich damals Paroxetin verschrieben bekommen, aber ich habe weder Depressionen noch Angststörungen o.O Mit den Antidepressiva ging es mir eine Zeit lang richtig schlecht, aber das ist besser geworden, seit ich sie reduziere. Bin mitlerweile auch schon auf 5mg runter... Einerseits würde ich wahnsinnig gerne wieder etwas machen, aber andererseits würde ich es ohne entsprechende Maßnahmen nicht weiter schaffen, als zu der Situation die ich letztes Jahr hatte... zu viele Reize, Panikattacken, Heulattacken, etc. So wie es jetzt ist geht es mir wie gesagt zwar gut, aber mein Geld reicht hinten und vorne nicht, was mich psychisch auch ziemlich demotiviert... Es ist mehr ein Überleben statt ein Leben.. Hat vielleicht jemand Erfahrungen mit so einer Wiedereingliederungsmaßnahme und wie genau das Abläuft? Außer, dass ich nur Halbtags arbeiten müsste und heim darf wenn es mir schlecht geht weiß ich nicht viel drüber... Brauch ich da eine "offizielle" schriftliche Bescheinigung meiner Psychologin mit Testergebnis und so, was ich genau habe oder genügt es wenn sie dort anruft bzw. mitkommt zu dem Gespräch beim Arbeitsamt? |
| Libertine | Was machst du beruflich? |
| Necrovampy | Ich war bis letztes Jahr im August in der Berufsvorbereitungsmaßnahme bei der HWK (Handwerkskammer Oberfranken) und musste es dann unterbrechen. Hab es nur unterbrochen und bin dort noch eingetragen, bekomme aber auch kein Geld solange ich nicht weiter mache. Ich weiß sogar schon, dass ich gerne im Fotobereich ein Praktikum machen möchte, weiß aber nicht, ob die mir gerade in der Widereingliderungszeit eins genehmigen, da ich ja nur halbtags dort wäre, was ich ziemlich blöd fände, weil ich nicht wirklich Lust habe den ganzen Tag rumzusitzen... das würde eher in die entgegengesetzte Richtung wirken anstatt mich wieder berufstauglich zu machen. Denn jeder der schon mal in so einer Maßnahme war wird mir zustimmen, dass es das langweiligste auf der Welt ist :/ |
| Wüsti | Du würdest es blöd finden nur halbtags was zu machen (?) und welche Maßnahme meinst du mit langweilig? [QUOTE]Aus einem Grund den ich bis heute nicht verstehe habe ich damals Paroxetin verschrieben bekommen, aber ich habe weder Depressionen noch Angststörungen o.O[/QUOTE] Du meintest was mit Panikattacken vor einem Jahr, sind das nicht Angststörungen? Auf mich macht es den Eindruck als würdest du dich zu sehr überfordern, wenn du einen ganz normalen Berufsalltag (Gewöhnliche Arbeitszeiten) willst. Wenn du doch diese Probleme hast. Lieber erst mal klein anfangen . OFT: High Sensibility Person bin ich wohl auch mal gewesen, schade daß mir das damals niemand diagnostiziert hat. Nun bin ich etwas rauher geworden, entweder stirbt man oder man wird stärker, bei mir ist das letztere eingetroffen. Ohne Hilfe von den wenigen aber dafür guten lieben Menschen hätte ich es niemals geschafft. |
| Libertine | Reguläre Wiedereingliederungsmaßnahmen werden von der Reha-Klinik oder der Krankenkasse organisiert und von der Krankenkasse bezahlt. Das heißt der Arbeitgeber hat keine Kosten. Es gibt auch Wiedereingliederung über das Wohlwollen des Arbeitgebers, aber das würde jetzt zu weit führen. Da du Schülerin bist, weiß ich nicht, ob eine Wiedereingliederung über die Krankenkasse bei dir greifen würde. Vielleicht solltest du dich über deien Krankenkasse bemühen, einen Aufenthalt in einer Reha zu bekommen. Dort könntest du dann auch ausprobieren, was dir Spaß macht und Kontakt zu Menschen in ähnlicher Situation bekommen. |