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  Forum: Das Foyer
    Thema: Aus alten Tagen
DonnaCavaIn den alten Tagen waren wir frei.

Doch dann begann eine Zeit, die große Veränderungen brachte. Die Völker begannen wieder zu wandern. Schild an Schild und Speer an Speer. Windzeit, Wolfszeit, bis die Welt vergeht. Dann kamen die Kreuzpriester. Zuerst mit schönen Worten, dann mit Feuer und Schwert. Sie sagten uns, dass die Frauen in der Gemeinde schweigen sollen. Und sie verfolgten die weisen Frauen und Hagdisen. Aus Freien wurden Leibeigene. Wir mussten den Fürsten und den Kreuzpriestern untertan sein. Die Nacht breitete sich aus über Midgard und den Söhnen und Töchtern Heimdalls.

Die Hoffnung starb an jenem blutigen Tag im Heuvimanot auf dem Schlachtfeld bei Jerez de la Frontera. Die Kreuzpriester sagen, es war im Jahre 711 des Herrn. Mein Geliebter fiel. Neben ihm sank das Gotenbanner. Mit seinem Reich ging eine ganze Welt zugrunde.

Es ist schwer, die Trauer zu überwinden und neu anzufangen.

Dann war die dunkle Zeit. Das Oberhaupt der Kreuzpriester, sie nennen ihn den Papst, wollte die ganze Welt beherrschen. Der Papst säte Hass und Gewalt, die Menschen ernteten Not und Tod. Die Männer folgten dem Ruf des Papstes und zogen in das ferne Land, um gegen die Sarazenen zu kämpfen. Männer und Frauen, die dem Pabst widersprachen, wurden gebannt, gefoltert und getötet.

Dann war eine Zeit der Hoffnung. Es kam ein großer König und Kaiser. Sie nannten ihn den Rotbart. Ich sehe vor mir den Hoftag zu Mainz, als seine Söhne die Schwertleite empfingen. Der Kaiser selbst ritt in die Schranken des Turniers. Des Reiches Herrlichkeit überstrahlte die Dunkelheit der Kreuzpriester. Und ich denke zurück an das Sängerfest auf der waldumrauschten Burg im Land der Thüringer. Ich höre wieder Gottfried von Straßburg, Hartmann von Aue und Wolfram von Eschenbach.

Und ich höre seine Worte: verlüre ich si, waz hette ich danne da töhte ich ze frönden noch wibe noch manne

Aber ich konnte nicht. Und er musste die Normannenprinzessin heiraten. Sie brachte ihm kein Glück. Dem Reich auch nicht. Am Ende vergiftete sie ihn.

Seinem Sohn stand ich zur Seite. In seinem Palast in Palermo, im Feldlager zu Joppe und auf dem Schlachtfeld bei Cortenuova. Wie kein anderer hat er den Päpsten Einhalt geboten.

Doch auch diese Zeit endete mit Blut und Tränen. Ich konnte es nicht verhindern. Sein Sohn Manfred fiel auf dem Schlachtfeld. Dessen Söhne wurden in den Türmen der Burg auf dem Berg angekettet. Konradin, der letzte dieses Geschlechts, wurde gefangen genommen. Karl von Anjou, der Bluthund des Papstes, lies ihn hinrichten.

Geblieben sind Wut und Verzweiflung. Und Trauer. Vor allem Trauer.

Es wird von mal zu mal schwerer, neu zu beginnen.

Donna Cava
DistroiaWarum hat denn bis jetzt keiner auf diesen Thread geantwortet?

*hief*

Willkommen Donna Cava! Hast du den Text selbst geschrieben? Ich muss zugeben, dass ich ihn nicht ganz verstanden habe...
Parameciumwelch entzückender Text. Mir kommen fast die Freudentränen! Ein herzliches Willkommen auch meinerseits, DonnaCava.
SenecaNun Madame, ein ansehliches Stück europäischer Geschichte habt Ihr uns da mitgebracht, doch welche Rolle gedenkt Ihr darin zu spielen...?
Lebt Ihr diese Epoche noch heute, oder habt ihr den Einband des alten Buches wieder verschlossen...?

Es ist wohl das größte Glück für uns, das wir heute die Zeit und Muse haben, uns in jedes beliebige Zeitalter zurückzuversetzen, wenn man nur Gleichgesinnte findet, die dies Spiel teilen...

Silberblaue Grüße

Seneca

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