| Lacrima_8179 | Die Schneekönigin In Schnee gehüllt Von Eis umgeben Ward ihre Schönheit nie erkannt Sie regierte jeden Wassertropfen ihrer Welt Mühte sie sich sehr um einen Lichtstrahl des Sonnenscheins in dieser So brachte sie doch kein Licht hinein Ihr Reich vergrößerte sich mit jeder Trän, die sie weinte Doch brachten sie kein Glück Wärme gab ihr der Schneepanzer Doch von außen, da kam nichts Zerfressen ward sie von der Teufelsbrut Zerfressen von der Einsamkeit So regierte sie ihr kleines Reich Tag für Tag, jahr für Jahr In der steten Dunkelheit Irgendwann jedoch sien die Sonne sich ihrer zu erbarmen Und schickte gleich zweie ihrer strahlen rein Der Königin ward große Freud Wurd ihr Flehen und ihr Bitten Nun endlich doch erhört Der Schnee und das Eis schmolzen Und flossen von dannen Aber sie ward frei, blickte sich um und sah all die fremden Menschen Da fiel ihr auf, was nun gegangen Ward sie nun doch keine Schneekönigin mehr Ward sie nun gefangen in einer fremden Welt Da fing sie an zu weinen Und Trän um Trän gefrohr Zwar wurd ihre Welt nie mehr so groß, wie sie einst mal war Doch gab die jetzige ihr Schutz und Kraft Zu finden ihren Platz in der neuen fremden Welt Die doch ward so voller Gefahren |
| Lacrima_8179 | An das Nicht-Verstehen Mit geschlossenen Augen und taub wandeln sie durch die Welt Von nichts und niemandem betroffen Lächelnd, sie wissen Alles Unbemerkt bleiben ihre Pfeile von ihnen Denn sie sind blind Egal was gesagt wird Ob neu ob alt Sie brauchen es nicht Sie wissen alles Was ihnen gesagt wird verstehen sie nicht Sie sind doch taub |
| Lacrima_8179 | Liebe ist wie ein Fluss Liebe ist wie ein Fluss Ohne uns zu frage reißt sie uns mit sich Sie verliert kein wort darüber wo sie uns hinträgt wie das Wasser eines Flusses müssen wirHindernisse überwinden Wir prallen auf hartes Gestein Doch meistern wir alles Jedoch blieben uns so manche Orte ohne die Liebe auf ewig verborgen Hoffnung ist die naive Illusion, die uns glauben machen will, dass das, was wir tun, doch irgendwo einen Sinn hat. |
| Lacrima_8179 | Die Mondtänzerin Am meer gelegen hatte sie ein Haus Zu jeder Nacht jedoch zog es sie zum Strand hinaus In einem wallenden Kleid Voller Schönheit ward die junge Maid Anbetungsvoll schaute sie zum Mond hinauf In der Hoffnung, dass ihres Wunsches Erfüllung drauf So tanzte sie in jeder Nacht Und tanzte und tanzte in ganzer Praht Der Mond sollte ihr Gnade schenken Durch dieses wundervolle Schwenken Doch tanzte sie Jahr um Jahr Ohne zu machen ihren Wunsche wahr Sie tanzte bis sie in ihrem Alter starb Und sie tanzt immer noch In ihrem Grab |
| Lacrima_8179 | > Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? > Seid Ihr wirklich so oberflächlich? > Wieso oberflächlich? Ist Schönheit nicht das Tiefgründigste überhaupt? > Wie kommt Ihr darauf, soetwas zu behaupten? > Tag für Tag stehe ich hier vor dir, frage dich, wer die Schönste ist. Tag für Tag trage ich meine schönsten Kleider, meine schönsten Schuhe und meine beste Schminke. Doch Tag für Tag erzählst du mir von Lärchenschall, die noch viel schöner sei als ich. Sie hat dabei doch nichteinmal schöne Schuhe. Sage mir also, wie soll Schönheit oberflächlich sein? Sprich! > Meine Herrin, ich bin nur ein Spiegel. > Ein Spiegel? Nur ein Spiegel? Spiegel sind mehr, Spiegel sind so viel mehr. Nun sage mir, was du in Lärchenschall siehst, was ich nicht besitze. Sag es mir oder ich werde dich zerbrechen! > Die Seele, meine Herrin, die Seele. > Was lähmt dich so, mir eine Antwort zu geben? > Die Schönheit, meine Herrin, dringt vom tiefsten Innern zu uns rauf. Ein schönes Antlitz ist dabei nur ein Nebenbelangen. Herzensgüte, Klugheit, Besonnenheit und Liebe sind Bestandteile der Schönheit. All dies trägt Lärchenschall in sich. Ihr hingegen seid rachsüchtig, neidisch und würdet für Ziele sogar töten. Das ist keine Schönheit. Das Einzige, was Euch Schönheit gibt, sind Eure Kleider. > Das kannst du nicht ernst meinen. > Oh doch, meine Herrin. So ist es. Ein jeder Mensch ist ein bloßer Spiegel des anderen. Was er gibt, das erfährt er. Wie bei einem Spiegel. Das, was der Mensch ist, wird er sehen. Herzensgüte ist eine wunderbare Eigenschaft. Wer sie anderen zu Teil werden lässt, erfährt sie. Klugheit bezieht sich nicht nur auf Wissen über weltliches, sondern auch auf Menschenkenntnis und auf angemessenem Verhalten. Besonnenheit ist etwas, was viele Menschen gerne schätzen. Ein ruhiges, zurückhaltenes Verhalten hat ein jeder gern. Und Liebe, ja, benötigt das noch große Worte? > Spieglein, du schwärmst mir von all diesen Eigenschaften vor. Doch machen diese Eigenschaften einen Menschen nicht schwach? Herzensgüte, einem Menschen immer helfen wollen und immer gut zu ihm sein, ist das nicht Verrat an sich selbst? Sollte Herzensgüte nicht gepaart sein mit etwas Egoismus? Menschenkenntnis ist durchaus eine gute Eigenschaft, doch angemessenes Verhalten, wie defeniert sich das schon? Meinst du angemessen im Bezug auf Besonnenheit? So lass dir sagen, das ruhiges und zurückhaltenes Verhalten zwar von vielen Menschen geschätzt wird, aber auch nur, weil es kein Hindernis für andere ist. Und Liebe anderen Menschen entgegenzubringen ist auch eine gute Eigenschft. Doch sollte man nicht mit der Liebe vorsichtig sein und darauf achten, wem man sie gibt? Kann sie nicht gar blind machen und handlungsunfähig? Bringt sie einem nicht auch Leid mit sich? Ist Liebe so erstrebenswert? > Meine Herrin, das sind die Eigenschaften, die einen Menschen den schönsten sein lassen. Wenn man der schönste Mensch auf Erden ist, so gefällt man einjedem und so macht dieser Mensch es einjedem leicht, mit ihm umzugehen. So frage ich Euch, wollt Ihr die Schönste sein? Oder besser noch, könnt Ihr es sein? Wenn Ihr Schönheit erlangen woll, so ändert Euch selbst. Ihr seid ein Gegenbild Lärchenschalls. Ihre Reinheit werdet Ihr nie erlangen. Doch das ist auch nicht nötig, denn Schönheit ist bei jedem Menschen anders. Das Wesen muss mit ihr übereinstimmen. > Spieglein, du hast mich sehr belehrt. Lärchenschall ist ein einfacher Mensch. Doch zur Schönheit gehört noch viel mehr, was du nicht nanntest. Wird sie doch nicht aufgrund ihrer Schönheit geliebt, sondern nur wegen ihres leichten Wesens. Klugheit meintest du, sei ein wichtig für Schönheit. Ist Klugheit aber nicht auch die Fähigkeit, immer eine Mitte zu finden? Eine Mitte, die ich nicht besitze, wie du mich gerade gelehrt hast. Ich neide, ich hasse, ich töte. Doch will ich kein Extrem sein.Und die Schönste, die will ich von nun an auch nicht mehr sein. >Welch ein schneller Sinneswandel. [Ja, zu schnell. Ist irgendwie nicht das geworden, was es werden sollte.] |