| MilchOrden | Papier Dichte mich, du meine Einsamkeit Lass mich nicht wenn die Sonne aufsteigt Brenn den Reim mir auf dem Rücken ein Halt geheim wir wollen beisammen sein Lies mich aus, meine Melancholie Füll mein Haus, ich brauche dich wie nie Reiß mir Brust, spei in Wunden Honiggift Lösch den Durst bis mein Epilog mich trifft Blut ist meine Tinte Im Blut muss ich mich finden Ich bin ein Fleisch, das statt der Haut ins Papier eingewickelt Manchmal fällt ein Teil heraus, die Rolle nass, so dadurch sickern Eingeweide meine und deine besät mit Zeilen die schon bersten Ich flehe meinen Feder an: "Kleide mein Leid in Verse!" |
| MilchOrden | Sie liegt ganz regungslos auf der Bahre So blass und kalt in Sack gepresst Ihr Engel wurde sich verfahren Er, auch wie ich, sie gehen lässt Ich sehe sie nie mehr jung und lachen Das Feuer nimmt sie mir bald weg Da in gefrässigen Ofenrachen Ihr böses Los sie sorgsam trägt Die zarte Haut, das goldene Haar Die leise und so stille Stimme Alles was mir teuer war Verlässt mich nun, oh Gott, für immer Die Lippen, die mich so oft küssten Die Augen, in den ich versank Statt Duft, der war für mich der süsste, Ein unerträglicher Gestank Was ein Mensch war wird die Asche Auf dem Foto ihr Gesicht Wie kann ich doch weiterleben? Ach, das weiss ich einfach nicht Am Morgen bin ich aufgewacht Sie lag bei mir im Schlaf gefangen… Doch dieser Alptraum, längst vergangen, Von Freude mich wahnsinnig macht Jedes mal wenn sie lebendig lacht.......... |