| balloonblue | Singvögel sind wir alle, den lieben langen Tag wird gezwitschert und gesungen. In den Baumkronen, die wir unsere Häuser nennen. Alle Vögel ziehen an einem Strang. Sie fressen Vogelbeeren, schlürfen ihren Saft, laben sich daran, ohne Maß und Ziel. Sie nehmen, bis der Baum ist leergefressen. Außer mir, ich bin der Vogel, der nicht mit anderen singt. Ich verschwinde im sicheren Gewirk von Mistelzweig und Baum. Fressen tu' ich nur die sauren Beeren, der Baum wird's danken mir, sein Schutz ist mein Lohn. Ausgezehrt und gemergelt bin ich, von des Bastard's Beeren. Betäubt bin ich von dem Gift, aber sterben muss ich nicht, denn ich kenne meine Grenzen. Anders ist es beim quietschend Vogelschwarm, berauscht von der Süße der frischen Beeren, die Umwelt schnell vergessen ist. Balzend in der Natur Gedicht, die Deckung keinen Blick mehr wert. Der Habicht und der Falke, über diesen Leichtsinn hocherfreut, kreisen freudig ausgelassen ihre Bahn. Schon den nächsten Festtagsschmaus im Aug'. Oh, wie leicht, ist es sie zu fassen, diese Thore, wie sie ihren Wanst vollschlagen. Bald ist es aus mit der Freud, ein Senkflug, und gebadet ist der Baum in Blut. So schnell geschehen, dass der hellste Ton dem Vogel, bleibt im Halse stecken. Auch die Raben sind erfreut, an dem was die Falken übrig lassen, um zu laben sich am Unglück dieser Vögel. Dies ist der Kreis, der sich schließt. Da bin ich gern der Vogel, der da haart allein. So kann auch der sauerste Saft, zum süßesten Genuss avancieren, beim Anblick der triefend Eingeweide, der glücklich, schmatzend, balzend Vögel. Amras Léralonde |