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  Forum: Gärten der Poeten
    Thema: Nur Worte
Ischtar[B]Todeskuss[/B]

Allein in einer dunklen Welt,
strebend nach dem Ende allen Seins,
wandern meine Augen auf den Pfaden,
die in Vergessenheit nun enden.

Was aus dem Seelengrund entsprungen,
Scherben, glitzernd, der Tod, er naht.
Ein lebloser Körper, von Hass zerfressen, von Wut beseelt.
Er spürt den Schmerz nicht, nicht die Wund'.

Ein Leben voller Qualen,
falsche Liebe, falsche Freundschaft -
Todeskuss.

Was nur soll mich halten,
in der todgepeitschten Gischt,
wenn Ketten bersten, Flügel wachsen grob?

Ein sterbendes Herz, von Vergessenheit umhüllt,
Klauen der Dämonen, die nach mir greifen mit aller Macht.
Schritte, die so sinnlos, aufgesetzte Maske,
vom Makel nun befreit.

Allein in einer dunklen Welt,
die letzten Atemzüge machend,
wandern meine Augen zu den Sternen,
glücklich, erhaben in der Nacht.
Ischtar[B]Das Lied der Unterdrückung[/B]

Mit düstrem Wissen harrend,
erbebt die Erde durch den Feind.
Die Trommeln dröhnen lauter,
die Bogen sind gespannt.

Sie herrschen - die Bezwinger,
das Volk wird unterdrückt.
Die armen Männer kämpften,
nun sind sie tot, verlor'n.

Man glaubte nicht an Frieden,
vom Feinde laut beschwor'n.
Das Volk, es wachte schweigend,
bis die Rache ward getan.

Doch Sieg war nicht gekommen,
das Schicksal schon bestimmt.
Nun fließt das Blut der Krieger,
die beschützten Land und Heim.

Weiber weinen bitter,
ihr Klagen ohne Sinn.
Auch die Kinder sind verzweifelt,
die Väter wesen dahin.

Verloren ist die Hoffnung,
vergessen Stolz und Ehr'.
Zurück bleiben die Tränen,
die der Himmel gibt zurück.

Nach Jahren Unterdrückung,
das Kinde nun ein Mann,
gesprengt werden die Ketten,
die um das Volk sich legt'.

Erneut klirren die Schwerter,
ein Kampf, so aussichtslos.
Das Rad des Seins, es dreht sich,
für immer wird's so sein.
Ischtar[B]Nachttraum[/B]

Einst, gestrandet im Nebel der Nacht,
kam ein Schiff mit Wolken bedacht.
Flatternd die Segel,
ein Zeichen des Sieg’s,
wo blieben die Maenner,
die starben im Krieg?

Kein Bruellen, kein Schrein’,
kein klirrendes Schwert,
stummes Sirren der Pfeile,
in Andacht verweilt.
Maenner, Maenner, ahoi, ahoi!
Eine Besatzung von Geistern,
die reisten so weit.

Die Nebel sich lichten,
der Mond, er allein,
weiss um die Geschehnisse
aus vergangener Zeit.
Schwarze Rosen im Wandel der Macht,
trugen sie einst, das Laster der Nacht.

Krieger, ein Wort, ein Betrug,
wie so alles, was ihr Gewissen ertrug.
Nun waren sie tot, die Herzen verbrannt,
fuer immer wandelnd im Rade der Zeit.
Was, so frag ich, war nun geblieben
von der Inbrunst des Lands’,
mit der man kaempfte und starb, ach so bald?

Man mag es mir glauben, man mag es nun sehn’,
die Geschehnisse, die liegen noch nicht weit zurueck.
Ich bin Hugin, Odins Bote der Nacht
und zu berichten bleibt mir, was meine Augen geseh’n.
Heil dem Odin, heil Vater Gott,
seine Recken, so mutig, weil’n in Walhall.

Dort werden sie saufen goldenen Met,
und fressen und lachen bis der Tod weit und fern.
So war ihr Sturz weder tragisch noch schlimm,
fanden sie sich doch im Lande der Macht,
wo keine Schmerzen jemals obsiegten,
weder Qual noch Schmerz sie verdross.

Wie eine Legende mag es erscheinen,
fuer manchen Narren wie des Raetsels Schein.
Auch ist der Verlust der Helden Schande,
wie die Menschen moegen klagen laut.
Doch Trübsinn fort und glaubet,
dies ist’s, was sich so ziemt,
wenn der Krieger stirbt mit Schwert und Schild.
Ischtar[B]Gefangene wider Willen[/B]

Wo soll ich hinschauen,
um der Verzweiflung zu entkommen?

Wo soll ich hingehen,
um der Vergessenheit zu begegnen?

Wem soll ich vertrauen,
um manch schlimme Wunde zu vergessen?

Wer soll mir zuhören,
wenn ich berichte von meiner schweren Last?

Wer soll mich erkennen,
wenn ich tausende von Gesichtern trage?

Wer soll mich lieben,
wenn ich die Einsamkeit empfang?

Wer soll mich verstehen,
wenn ich es selbst nicht vermag?

Wer soll mir vergeben,
wenn ich doch selbst die Ketten mach?

Trostlos.
Ischtar[B]Die Sklavin[/B]

Fremd war ich im fernen Land,
alleine und verzweifelt.
Die Eisenketten wogen schwer,
die meine Hände banden.

Angst hatt' ich im fernen Land,
Angst vor'm bösen Mann, O weh!
Dass er die Peitsche schwingt so schnell,
und den Untergang mir bringt.

Versklavt wurd ich im fernen Land,
versklavt an einen Fremden.
Bald wogen Gefühle umso mehr,
denn er war kein Ungetüm.

Verlor'n war ich im fernen Land,
verloren, so verloren.
Hatt' ich mein Herz doch schon vergessen,
das vom weißen Herrn geraubt.

Geliebt hatt' ich im fernen Land,
ich hätt' es nicht gedacht, fürwahr,
dass ich den Feind würd' innig lieben
und seine Kinder würd gebär'n.

So ward der Schmerz schon bald vergessen,
der die Vergangenheit berührt.
Von Liebe stets beflügelt,
fand mein Herz den richt'gen Weg.

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