| fxsend | Ein Bier zu viel Eitle Selbstdarsteller, sagst du, nach einem Blick in die Runde. Wo sind bloß die alten Gefährten hin, nur noch Pseudos zu dieser Stunde. Dabei ist das Innere doch wichtig, dass man es wirklich fühlt und glaubt, jetzt ist alles nur noch flüchtig, man hat ihnen die Seele geraubt. Keine fünf Minuten, noch kein halbes Bier, noch ein wenig außer Atem und schon erklärst Du mir, dass alles doch so sinnlos ist, so traurig und monoton, dass nirgendwo mehr Liebe ist und nachts niemand mehr am Telefon. Deine total verkorkste Kindheit, dann fix im Schnelldurchlauf: Vater weg schon vor der Einheit, seitdem ist Mutti scheiße drauf. Zwar hat dich niemand angefasst, wohl mal komisch angeschaut, aber alle hätten dich gehasst und du hast niemandem vertraut. Dreißig Jahre für ein Bier und der Rest gleich gratis hinterher, dass du auch mal lesbisch warst, interessiert mich schon nicht mehr. Trotzdem hundert Kerle, dazwischen mal ein Hund. Selbst der ist fortgelaufen, bei dir lief's wirklich nicht ganz rund. Zwei Kinder und ein Unfall, dazwischen diese Leere, ab und an ein Anfall, und neulich mal ne Schere. Weil deine Welt eine Scheibe ist, stehst du immer ganz nah am Rand. Dass es Zeit zu gehen ist, sagt mir mein Rest von Verstand. Bitte noch ein Bier für die Dame, für mich einen Café au lait. Wie war noch gleich dein Name, fragt sie, und ihre Schultern täten weh. Dass alles wirklich schrecklich ist, hatte sie schon mehrfach erwähnt, umso schlimmer, wenn man alleine ist, sagt sie, während sie jetzt gähnt. Drei Bier, ein Kaffee, Trinkgeld obendrauf. Die Frau macht endlich Pause. Und setzt dann noch schnell ein Lächeln auf: Dann fahr ich mal nach Hause. Sie wühlt im Portemonnaie, fragt, ob ich sie mitnehmen könnte, die Kohle fürs Taxi tät' schon weh, denn sie hätt' nur so 'ne Art Rente. Der Abschied kurz und knapp. Im Hausflur brennt jetzt Licht. Ich sitz im Auto, hau jetzt ab, bereuen tu ich's nicht. |
| fxsend | Zu lange her Salz auf den Lippen und einen Stein im Rücken fröstelnd in der Mittagshitze nur dem eigenen Atem lauschen und den Rufen der verwitterten Alten mit den Honigmelonen Der Puls geht langsam runter der Wind streicht über die Haut und nimmt die letzten Tropfen mit Wonach riechen eigentlich Pinien? Die Sonne steht hoch dann doch mit letzter Kraft in den schmalen Schatten des Felsens und die Augen wieder zu Die Brandung hat keinen Rhythmus Aber es dauert nicht lange dann trägt sie mich fort |