| rosenkind | kommt in den [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=34295&highlight=rosengarten]totgeglaubten Garten![/URL] lang nur lag ödland hinter den Toren Das alte sei nun neu geboren! ein Blütenmeer soll euch erwarten! Es drängen zum Leben aller Geister Farben die düstren, die grellen, die tosenden wilden die hellren, die dunklern, die sanfteren milden All solln sie als Augenweide euch laben! All Rosen soll der Garten hier haben! und wenn eine ihrer eurer Herz nun entzückt oder misfallet, ist grausam missglückt so zögert nicht lange, die Feder zu heben schreibt nieder euer tiefsten Bewegen und gebt die Gedanken dem [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=67372]Gärtner zurück[/URL] |
| rosenkind | [b]Novembergedicht[/b] Novembergrau im stillen Glase ergießt der Bäume Schattenspiel die Wolken ziehn durchs dunkle Grase und Tränenseen liegen still Es weht im Licht der trübe Spiegel zerstreut mein Antlitz in den Wind In Stücke brechen alle Siegel das Tagesauge stumm und blind Ein Rabenkreis steigt still empor zerworfen ist das Nebelkleid wo Sinn den Sinn des Seins verlor sind Zeit um Zeiten nun entzweit Die grauen Blüten toter Reben erstreben nur die Ewigkeit Des Rätsels letzter Worte Leben verbirgt sich in Verschwiegenheit Nur Schemen gleiten noch von Dannen im Spiel aus fadem Zwillingslicht sind alle Worte stumm gefangen und dort am Ende steht kein Ich [I]November 2006[/I] |
| rosenkind | [b]Sommernachtstraum[/b] Es wollt die schleierwebende Nacht Ein holdes Gemache einst spinnen Durch Fensterbögen trat in Pracht Das Mondlicht auf die Zinnen Der Wind lag still im Garten der Zeit Verharrte auf weißem Balkone Die Sterne gaben ihm das Geleit Und stiegen zum silbernen Throne Die Brunnen im Garten vergaßen das Rauschen Geschwungene Wege führten sich fort Die Blüten und Bäume versanken im Lauschen Und aus den Fernen ertönte kein Wort Ein Mädchen von reiner, edler Gestalt Lief durch des weiten Schlosses Hallen Ließ vor des Zaubers zarter Gewalt Ihr goldenes Haar niederwallen Geschwinde Füße trugen sie fort Der Sehnsucht Weg sich zu bahnen Es war dort ein ewig gemiedener Ort Verborgen durch tausendes Mahnen Die Schlüssel in zärtlichen Händen versanken Die Türe weißdornige Rosen umranken Die Nacht trat heran und hüllte sie ein Sie drehte den Schlüssel und trat hinein Ein liebliches Antlitz sich zu ihr gesellte Ein Glitzern der Fremden Haare erhellte Ein zweites Wesen, das ihrer so glich Trat aus dem Mondlicht, das von ihr nun wich Die Blicke sich trafen mit zitternden Beben Und Träume aus Glanz um beide sich weben Ein Mädchen das andere zaghaft berührte Der Spiegel zu einem Wesen sie kürte Sie sanken ins weiche Federgemache Ein Flüstern ging um aus heimlicher Sprache Die Schönheit der anderen beide sie band So legte sich ein um die andere Hand Das Mondlicht war längst von den Zinnen gewichen Und fröhliches Reden begrüßte den Tag Am Himmel waren die Sterne verblichen Und Rauschen auf allen Brunnen nun lag Die Wege waren hinfort geschritten Die Schleier wurden vom Winde verweht Das Leben hatte die Zeit zerschnitten Und jedes Lauschen kam zu spät Da fand man im Schlosse von Rosen durchdrungen Im Zimmer, das bisher keiner betreten Zwei Mädchen im Bette, leblos umschlungen Und Hochzeitsschleier um beide zart wehten |
| rosenkind | eigentlich wollte ich mit der Veröffentlichung der Gedichte warten, bis der Roman, zu dem sie gehören, fertig ist... aber nachdem das ewig dauern kann, ich derzeit nichts außerhalb des Romans produziere und ich den Thread mal wieder etwas weiter vorne haben möchte ...: [B]Das Rätsel I[/B] Ein Samenkorn fiel einst zu Erden Daraus 2 Keime sollten werden Der ein des anderen Ebenmaß Man Fremdes in den Zügen las Im andern Antlitz sich verkehr’n Was uns des Einen Züge lehr`n Der eine drang zum Leben hin Der zweite gab dem Tod den Sinn Der eine konnt das Licht ergreifen Der andre sollt ins Dunkel schweifen Doch blieb ein Schatten auch im Lichte Und in der Dunkelheit ein Schein So fiel niemals die Welt zunichte Geschaffen durchs Beisammensein Der eine trug im Außen nun Was des Andren innen war Und des einen Innen nun Im Bild des Bruders sich gebar Sei jenem Tage ringen beide Und suchen sich zugleich Was ist von ihn’ im fremden Leibe Und so entsteht das Reich 2 Namen gab man beiden Kindern doch beide ihnen ungerecht den wirklichen wird nur der finden, der spinnt ihr alt’ Geflecht [B]Das Rätsel II[/B] Ein Samenkorn fiel einst zu Erden Daraus 2 Keime sollten werden Der ein des anderen Ebenmaß Man Fremdes in den Zügen las Im andern Antlitz sich verkehr’n Was uns des Einen Züge lehr`n 3 Jahre wuchsen beide Blüten eh Segen konnt nicht mehr sie hüten Der eine wuchs zum Leben hin Den 2. rafft der Tod dahin Vergangen war das Wissen lang Im tiefster Seel’ des ein gefang Doch aufgebrochen sucht er dann Des alt’ Geheimnis wahren Klang [B]Das Siegel[/B] Ein Siegel weiß umspannt verhüllt es schweigt der Spiegel Eisig liegt das ruhige Land gesperrt durch bleiche Riegel zwei Seen eisblau gläzend tief verbergen stumm, was darin schlief und längst vergang'ner Zeiten Zeilen verschlüsselt ewig schon verweilen geborgen tief im weißen Meer in Eis und Schee so fern und schwer wer bricht das blanke Pergement? was längst vertraut, er bald erkennt Wärme glüht im tiefsten Innern rot mal schon ein sanftes Schimmern doch unverwandt und unerkannt noch in Masken liegt verbannt alles Ahnen, alles Kennen Alles Wissen und Bennen Wind weht sanftdurch schwarzes Stroh Raben heben sich empor übers weite Land zu fliegen suchend nach des Winters Siegeln |
| rosenkind | [b]Das Haus[/b] (ein Spontangedicht) Am Wald steht ein Haus Das Haus, es ist mein Kein Weg führt hinaus Kein Weg führt hinein Geschwärzt sind von Ruß Die Wände der Zimmer Die eisigen Gänge Durchzieht ein Gewimmer Von morschen Balken rutschen die Ziegel die Türen gesperrt durch rostige Riegel die Stühle, die Bänke vom Staube verschmutzt die Wiege im Zimmer wurd’ lang nicht genutzt von oben herab sanft spinnen die Weben ein jedes Begehren, ein jegliches Leben in Vasen stehen die Blumen verwittert Das letzte Fenster Im Zimmer vergittert So steht es das Haus Am Waldrand allein Ich find nicht heraus Und niemand hinein |
| rosenkind | [i]heute mal ohne Titel [/i] Die Farben sind nicht mehr zu halten In bunt dreht sich, was schwarz einst war Die Klänge, einst durch Räume schallten Sind längst verklungen, nicht mehr da Die Zeit, sie wandelt durch die Kreise Die Menschen wandeln mit ihr mit Und unaufhaltsam, schleichend leise Sich wandelt auch das Weltgesicht Das Wort, einst mit der Deutung gleich Durch Farben, Formen, Werte schritt Gekostet von dem Fremden, reich Löste vom Sinn sich selbst gleich mit Im Spiel mit der Vergänglichkeit Starb vieles und ward neu geboren Es scheint so hoffnungslos verloren Die alte Unzertrennlichkeit Manch Auge schon glaubt tot zu sehen Die Hochkultur, die einst so hieß Seitdem vom Wort der Geist entflohen Und leere Hülsen hinterließ Ein andrer leugnet stets den Wandel Sieht durch die Augen tränenblind In einem ungerechten Handel Doch immer noch das eigne Kind Es fehlt die Antwort, bleiben Fragen Auf den Münder stumm geteilt Wohin soll uns die Flügel tragen Wenn von dem Alten nichts verweilt Da tritt ein einzelner in die Runde Und spricht „es ist noch nicht zu spät“ Denn was auch immer ist verloren Was auch immer kommt und geht Und schlägt es auch die tiefste Wunde Was wirklich zählt, das ist der Bunde Der heimlich hinter allem steht |
| rosenkind | [I]ich weiß nicht wieso, aber irgndwie endet fast jedes Gedicht, das ich in letzter Zeit schreibe, als Naturgedicht...[/I] [SIZE=3]Ode an Gaia[/SIZE] Marmorglanz und Schattenspiele Brunnenrauschen, Mondesstille Spuren führ’n hinaus ins Nichts Zart es lockt die Vilonie Aus des Taues Nachtesfülle Zu des Himmels hellsten Lichts Spürst du nicht den Silberreigen? Siehst du nicht des Himmels Volk? Quellen sprudeln, Winde streicheln will den Zauber um dich schmeicheln Und das Spiel der goldnen Geigen Flüstert leise zu dir „folg!“ Deine Augen, deine Sterne Deine Haut, dein Firmament Deine Seele, deine Flammen Und dein ewig Feuer brennt! Deine Worte, deine Winde Deines Odems, deines Dufts Deines Hauchens, deiner Stimme Deine ganze Welt mich ruft! Deines Lachens, deines Rauschens Deiner Tiefen, deiner Meere Deiner Lippen, deiner Quellen Nichts ist, was ich mehr begehre! Wie die Haine schimmern, scheinen Wie der Mond im Wasser wiegt Wie ein Zauber wandelnd, tanzend Zwischen all den Dingen liegt Und wie deine Hand ganz leise Stumm an meiner Sehnsucht zieht Schickt mich zu dir auf die Reise Bis das Morgenrot verglüht 23.09.09 [SIZE=3]Blauer Mond[/SIZE] Blauer Mond und Silberflüstern Tränenperlen Schein der Zeit Getrennt die Wege einsam wandern Durch die Zeit, vereint, entzweit Sind es heute Sonnenstrahlen Die mich wärmen und erwecken? Oder ists des Mondes Scheinen? Das noch glänzt in allen Ecken? Tiefe Brunnen, Hohe Himmel Schmale Pfade, weite Flur Blütenrauschen Schneegewimmel Weit es lockt mich die Natur Fragen schwingen und verklingen Ungestillt vom Morgenduft Ist es Leben, das ich sehe? In der tiefen, kalten Gruft? Nichts von Wissen, nur ein Ahnen Bleibt vom Lebenstraum zurück Und des blauen Mondes Bahnen Erzähl’n Geschichten von den Ahnen Und kehr’n niemals mehr zurück 02.10.09 [SIZE=3]Feuertanz[/SIZE] Rote Gewänder flimmernde Bänder schimmern und glühen Funken versprühen Gesichter verschweigen Tanzen im Reigen Aus Erden hervor Zum Himmel empor Glimmen im Dunkeln Tiefrotes Funkeln Durch Auen und Flur Die ganze Natur Nachtschwarz umkleidet Langsam und schreitend Hinaus in die Welt Durch Wiesen und Feld Wer weiß schon die Namen Von allen die kamen Geheim ist der Ort Von Tageswelt fort Wo Geister sich zeigen Des still’ Volks zueigen Und nie, was geschehen Ein Mensch je sehen 03.10.09 |
| rosenkind | [SIZE=3]Brief an die Romantiker[/SIZE] [I]ein kleines Zeugnis einer Sehnsucht[/I] Oh könnte ich wandern Auf zeitlicher Flur Oh führte ein Riff Entlang jener Spur Und trüge zu andern Ufern mein Schiff Wie seh ich sie glänzen Die goldenen Bilder Im Licht alter Bäume Das Lächeln so Milder Verloren in Tänzen Sind all meine Träume Warum? Sagt ihr Augen Auf uralter Leinwand Warum? sprecht ihr Münder Im schillernden Einband Kann Wunsch denn nicht taugen Mich bringen zum Gründer? Die Blume, die Blaue Frohlockt meine Sinne Doch ach, sie vergeht Es schweigt ihre Stimme Und nur ein Flüstern spricht mir noch laue 200 Jahre bist du zu spät |
| rosenkind | mal ein Gedicht, das etwas aus der Reihe fällt, aber ich bin grade so herrlich inspirert worden, ich konnte nicht anders ;) [SIZE=3]Mensch im Angebot[/SIZE] Meine Herren, Meine Damen Kennen sie nicht auch die Dramen Wenn die Menschen um sie meinen mit dem Gedanken zu verstören nicht nur ihnen zu gehören? Nicht mal Doktrinen wirksam scheinen? Selbstbestimmt, tag ein tag aus Klatschen für Kritik Applaus Ja, oh wahr das ist ein Graus Doch nun führt ein Weg heraus! Mit unser’n neuen Menschentypen stromarm Niedriglohn betrieben! Könnend ohne viel zu üben Ja, Sie werden sie noch lieben! Und ich kann es garantieren Sie könn’ bei uns nur profitieren Unsre Menschen funktionieren! Ich darf’s kurz mal demonstrieren Da: die neue Konstruktion! Mit eingebauter stumpf-Funktion! Anti- Individu’tion Na, mal echt, wo gibt’s das schon! Humankapitalsgebaren Extra Kollektiverfahren Super Qualitätsmerkmal: Nicht geringste Denkensqual Druck auf Knopf, er kauft wie Blöde! Ackert selbst bei größter Öde! Kritisch Eigensinnen - spröde! Humanismus? – ach wie schnöde! An den Unis, an den Besten! Ließen wir’s Verfahren Testen Schon die erste Gen’ration Reinste Super Produktion! Und eins sage ich heut morgen Machen sie sich keine Sorgen! Woll’n sie sich nen neuen borgen Lässt er auch sich leicht entsorgen! Na konnt ich Sie überzeugen? Dann bloß keine Zeit vergeuden! Auf und schnell den Stift gespitzt Meine Herren, meine Damen Schreiben sie hier Ihren Namen Und die Sache ist geritzt! [I]mit einem Gruß an lizard, dem ich die Inspiration für diesen ironischen Erguß zu verdanken habe[/I] ;) |