| Windspiel | Textteile, Gedankenabrisse, Unvollkommenes. Entstanden über einen langen Zeitraum, immer wieder aus Unmittelbarkeit bedachter oder/und gefühlter Totzeit heraus. Ich versuche, die Stille in mir zu fassen. Versuche, dem ganzen Unsagbaren Wort, Raum, Körper und somit Formbarkeit zu geben - wenn nicht Veränderbarkeit. Dies ist ein Ausschnitt meiner Welt. Seht und bedenkt, betrachtet und schenkt, wenn doch nicht immer ein Lächeln, dem anderen doch seinen Raum. Willkommen in meinem Garten. |
| Windspiel | Beginn Neu-Beginn Anfang. Große Worte keine Strecken. Worte denen nachzurecken lebenslang mir dreht den Hals, Worte die an Wind gebunden, still verwehen, meistenfalls. Ahnung, Chance, große Werte, Lust und Trug, und stets, Gewinn. Doch ahne‘s schon, auch dieses Harren, hält bitter mich vor‘m Leben hin. Hier bist du. Nirgend wahrer bist du Mensch als Kreis. |
| Windspiel | Die Traurigkeit ist wie ein Netz aus Taubheit, das sich über mein Gesicht legt. Es schneidet in meine Zunge, es fängt meine Lippen. Ich habe gekocht, Nudeln mir Sauße, diese allerdings aus dem Glas. Geht schnell. Schmeckt, normalerweise. Heute nicht. Draußen ist alles grau, und die Farbe wuchert durchs Glas, direkt in meinen Kopf. Stunden vergehen, rinnen, gleichsam grau, an meinen Fingerspitzen vorüber. Zu greifen, das wage und kann ich nicht. Nicht jetzt. Nicht heute. Niemals? Es gibt Minuten, da möchte ich kämpfen. Da ziehe ich mich zusammen wie eine verletzte Schnecke, alles was mein schwammiger Leib an Muskeln aufzubieten hat ist gespannt, man könnte meinen, ich wollte schreien, ich wollte gleich weinen. Ich weiß, es bleibt Versuch. Die Lippen sind stumm, das Auge trocken. Ein Schauspieler, jedes verdammte mal. Ich bin der Geist, der seinem eigenen Nichtsein gezwungen ist über die Schulter zu blicken. Jeden verdammten Tag. Fühlen tu ich es nicht. Stille, das ist kein Laut, keine Stimme, keine Struktur und kein Ding. Und doch ist sie da, ein Rauschen, das meinen Kopf an manchen Tagen zu sprengen droht. Sie ist, trotz allem, Wesenheit. Und sie ist selten. Selbst in so einer kleinen Welt wie hier, auf einer Insel, so weit draussen im Meer, dass man ohne Fährplan nicht von ihrer Existens wüsste, die kaum 300 Leute zählt. Selbst hier ist äußere Stille kaum zu finden. Ein Auto brummt, der Steinbruch sendet einen schürfenden Impuls in die Welt, irgendwo bellt ein Hund. Alles Zeichen von Leben, alles jedoch in weiter Ferne. Die wirkliche Stille, das ist die innere Stille, das Moment völliger emotionaler Zeitlosigkeit. Es ist weder positiv noch negativ, hat keine Farbe und keinen Geruch. An Tagen wie diesem ahne ich sie nur, weiß, dass sie sich nähert, weiß, dass sie wächst. Weiß, dass sie schon in mir ist. Die Einheit des Unklangs zerbricht mich, wieder und wieder. |
| Windspiel | Patina Staub, Erde kaltes Glas eine Berührung reicht nicht nicht herein nicht heraus nur kalte glatte Oberfläche wohin das Spüren blickt perfection's pale Hoffnung, Atem, Welt steht still, meine Rührung, reicht sich, sich das Ende, sich das Band, nur alte Leere, Traumesschwere worin sein Sein verliert perfection's pale |