| Lagartija Nick | Mein Textkritik-Thread: [url=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=82233]... oder der Butler [/url] [B]Embrace[/B] Her ocean eyes and kiss my pain And arms like soft waves, rest a while – Apathy is drowned and thank you, Embraces are so hard to catch. Her ocean eyes and warmth Of the sea – I slept entwined. And angel wings that you divined Now aerially have formed. Your arms lay wide-awake Around my fearing shoulders – cold Or life has shone again At the firmament ocean of the clouds Or at the moths of warming shrouds. And thank you – embraces are so hard to hold.. |
| Lagartija Nick | [B]We, stars, hide[/B] She loves to tell me the angels bleed And she stands in the light of a black sun. No, she won’t listen to my plea And she won’t wave goodbye when I try to run. This world ends with or without a curse. These stars will hide behind the clouds or shine. This world ends and the end, it is hers. My smiles are gifts or sacrifices. I see the cars rush by and by the way I just don’t care who of us gets smashed. I hear the people shout and I don’t doubt Who of us – you of us – gets deaf. I feel the acid rain and the misery’s decay. The two of us – let me paint this world. Let me paint it with your hatred. Let me paint it black. |
| Lagartija Nick | [B]Treibgut[/B] Ich habe ihnen Schiffe gebaut, Diese weiten Meere zu überwinden; Ihnen den Weg gewiesen in der Nacht. Leuchtturm und Heimathafen. Teils wurden Geisterschiffe draus, Treibend in zu starken Winden. Der Ausguck unbesetzt, führerlos – Elmsfeuer und ergraute Fratzen. Ich habe ihnen Schiffe gebaut, Aus freiem Willen und mit bestem Wissen, Denn ich wollte die Meere überwinden. Nun hat es mein Schiff zerrissen. In all den Trümmern treibe ich, Rettungslos – wer schaut zurück? Ein Leuchtturm ist auch Hoffnungsschimmer. Wer weist mir einen Weg? Und so hoffe ich, dass ich wenigstens Dann eine Heimat gefunden habe, Wenn ich an irgendein Gestade Gespült werde nach langer Reise. Denn ich bin Treibgut, Treibgut Und warte auf die Flut. |
| Lagartija Nick | [B]Illumination[/B] We yearn for a lost heaven, Shattered – a broken mirror Reflecting ourselves. We crave illumination, Enlightening a way, to return To where once we fell. Becoming aware we will see We are still demons. Who but we should shine and light The way to wholeness? Holiness… Becoming complete, trying to see We are but angels. Who but we could light This luciferian dark? |
| Lagartija Nick | [B]Characters[/B] Manifold shades of red and gold, Like the perfect picture Of an autumn forest, sunset – The pages rustle under my hands, Whisper wonderful words About people I’ve never known… Friends, foes, at the story’s end (now) Which warms or chills my heart I know you better than myself – Some creators, story tellers, Have let these fruits ripen, Have given you the lives you craved… Have drawn these lines across the leaves, Across their notebooks’ sheets. Now we may taste their labour’s fruits With binding red and gilt edging... |
| Lagartija Nick | [B]Standfestigkeit[/B] Ich bin wie Wasser, Fließe und stehe – Doch niemals fest. Vielleicht denkt ihr, Dies sei eine Schwäche? Es ist meine größte Stärke. Frei fließend Fülle ich jede Form, Dringe in jeden Hohlraum. Ich forme selbst Gestein Mit meiner Kraft. Wenn ich mich erhitze, Durch Erregung oder Anregung meiner Moleküle, Bin ich als Dampf noch viel freier, Fülle die Welt und regne Wieder herab, wie tut das wohl. Nur manchmal gefriere ich – Dies ist meine größte Schwäche. |
| Lagartija Nick | [B]Dark canvas[/B] The arctic white is all gone – Still she wants to brighten the evening; Maybe by using crimson To get that tint of a lover leaving. Painter with a broken brush – Sees in royal blue what she is dreaming, Flushing away – turning pale, Freezing in the cold, drowning in turpentine. Coughing paint thinner. Smearing The detailed November rain all over The canvas of her heart. Then tearing Obsessively at her frozen skin to cover Her broken hopes with her Own titanium white, Pull herself together And fall asleep behind Her easel. |
| Lagartija Nick | [B]Horn form[/B] Homing in on the prey, Moving in for the kill – Slit flesh, choke to death. Feasting again after Days of hunger, the blood Dripping from my fangs. Survive. I, leopard, swift striker, One with everything, Everything – I’m here, My own center. To kill and feed, to mate And hear cubs snarl at me, Is like things should be. It’s natural. Survive. White bones of antelopes, Dried in the sun, Mark my realm. I will Keep on living here Forever |
| Lagartija Nick | [B]Consumption[/B] This last drop of red wine Tastes like smoke and blood. Or is it just her chewed up lips? With ragged hair and heart on fire, Moving like a tiger in his cage (Three steps to and fro) She knows what it means to crave A darkening of the world, The numbness of pale skin in winter. The numbness caused by blazing hearths And heavy food, deep sleep in which to dream At nights like smoke and ashes. Red lashes adorning her face, Red hair frames her frown, her rage (Blazing, blazing), She seems to wage a war Against this heart of fire – The icy cold of unrequited love. The numbness caused by blazing hearths And heavy wine, deep sleep in which to dream Of this last drop of red blood… |
| Lagartija Nick | [B]Hearth[/B] Pour a drink now, Let us forget these words like tar, Intoxicating our minds And lungs when we draw breath To spit them at each other. Take a close look At my blue eyes, at these soft lips And tell me what you see now If it is not friendship Or else respect this armistice. Then perhaps we Can decide not to cut the blows, Sip fire to warm us from within And then, slowly, produce… A wry smile, a shimmer in our eyes. Or a sharp insult to slice up our tongues. Pour a drink now, Let us feel the warmth. (Our cold eyes, these blue lips) Pour a drink now, Let us feel the fire burning. |
| Lagartija Nick | [B]Sturz bei drei g (täglich)[/B] In einem weißen, neuen Anzug – Hose, Hemd, Weste, Jackett – stehst Du dort, im grellen Licht der Scheinwerfer, auf der großen Bühne. Vor der Aufführung ein letztes Mal die Krawatte zurechtgerückt, die Schnürsenkel noch einmal auf- und wieder zugebunden; ein fester Tritt erscheint Dir vonnöten. Ein schnelles Glas Wasser, mit dem Taschentuch noch einmal den Schweiß vom Gesicht gewischt – dies ist Dein wer weiß wievieltes Konzert und Du bist Dir bewusst, dass Du Dich schon lange daran gewöhnt haben solltest, aber dennoch, das Lampenfieber packt Dich. Raus aus der Garderobe, durch einen Korridor, nicht eine Meile lang und doch scheint jeder Schritt eine Minute zu dauern. Auf der Bühne, den Brettern, die Dir die Welt bedeuten. Zwei- oder dreitausend (oder zehntausend?) Menschen klatschen frenetisch, Du knüpfst an längst vergangene Erfolge an. Vier- oder fünftausend Augen schauen zu Dir herauf. Ahnen sie, dass es dreißig Jahre später ist? Außer Dir wissen nur wenige, dass Du bei Deinem früheren Konsum schon vor Jahren verreckt wärst. Das leicht aufgedunsene Gesicht – lieber verzichtest Du auf Fleisch als auf das ein oder andere Gläschen Rotwein – maskiert Deinen schweren Kopf. Der Tontechniker gibt Dir ein Zeichen, Du drehst Dich um. Dein Gitarrist, Bassist, Perkussionist, die eigens für dieses Konzert gebuchten Streicher – alle nicken Dir erwartungsvoll zu. Nicht einmal Originalbesetzung. Früher… aber dann hat er die Band verlassen, kreative Differenzen. Hitzige Streitereien im vollgerauchten Proberaum, sich Nase an Nase gegenüberstehen, anschreien und beleidigen und kaum wissen, warum eigentlich. Als junger Mann erschien alles so kostbar – das Hobby, die Leidenschaft zum Beruf machen, Stücke schreiben (und weiß Gott keine schlechten), aufnehmen, auf monatelangen Touren zum Besten geben. Frauen umsonst, edle Tropfen umsonst, das Koks vom Vorschuss des Labels bezahlt – zwei Alben, und der beste Freund springt ab. Will keine Klischees leben, will Künstler sein. Braucht keinen Schal, keine filterlosen Gauloises, keinen Cabernet Sauvignon, keine Schlampen. Kein Frühstück auf dem Spiegel. Neuer Gitarrist, braucht seine Zeit, um all die Stücke zu lernen, verständlich. Spielt aber anders, und dabei war es doch gerade der Stil Walters, der den speziellen Sound der Band ausgemacht hat… Du blinzelst. Hast Deinen Einsatz verpasst. Aber die Musiker sind vom Fach – gut genug, auf schnelle Blicke zueinander hin das Intro des ersten Stücks noch einmal zu spielen. Du konzentrierst Dich und schaffst es beim zweiten Mal. Scheiß doch der Hund drauf, ist eh erst das erste Stück. Außerdem kennst Du den Text in- und auswendig, hast ihn ja schließlich geschrieben, damals, als ihr bezauberndes Lächeln noch bei Dir war. In den Augen mancher Leute eines der schönsten Liebeslieder überhaupt, Schuberts Oeuvre eingeschlossen. Konnte Dir aber Sandra nicht wiederbringen. Ihr verschmitztes Grinsen, das Funkeln in ihren Augen, ihre samtweichen, dunklen Haare. Die Hingabe, mit der sie sich um ihren Hund und um Dich gekümmert hat. Ihre Kochkunst, ihre Körperwärme, als Du des Nächtens noch lange wachgelegen hast. Viel zu aufgedreht nach einem weiteren Konzert, einem neuen Stück, als dass Du um drei Uhr morgens schon hättest einschlafen können. Und immer war sie da, hat Dir alles nachgesehen, selbst die Groupies, bei denen Du immer nur an sie und all die Kilometer, Lichtjahre gedacht hast, die euch voneinander trennten. Aber den Kampf gegen das Kokain konnte sie auf Dauer doch nicht gewinnen, gegen den Alkohol, gegen all die Zeiten, in denen Du nicht zuhause warst, in Großbritannien warst. In Deutschland warst. Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, dann zwei Off-Days, ein großer Schlenker nach Osteuropa, insgesamt vierundfünfzig Konzerte. Daraufhin Rückkehr, der Streit, fast unmittelbar auf die innige Umarmung, den dürstenden Kuss folgend. Der Schlag, der eine – und noch heute würdest Du Dir am liebsten die Hand, den ganzen Arm abhacken, würde es nur sie, die große Liebe Deines Lebens, zurückbringen. Das erste Stück ist vorbei, fünfzehn bis zwanzig weitere liegen noch vor Euch, je nachdem, wie viel diese Jungspunde nach den „Zugabe!“-Rufen noch schaffen. Trotz Deines Alters und Deiner schlechten Verfassung (in der kurzen Pause vor „Licht“ hustest Du hinter der Bass-Anlage einen Schleimbatzen heraus), weißt Du, Du könntest hundert Zugaben geben, und wenn Du auf der Bühne krepieren würdest. Für Dich ein Tod wie ein brennendes Floß. Sandra… |
| Lagartija Nick | [B]Rose[/B] Who is this woman? Who is this lady I see again and ever again, forever unable to discover how she really looks? Sometimes she is Snow White, her long black hair flows down her narrow back, over her torn white dress, stained with barely dried blood, sticking it to her slender body. Her eyes are as dark as the night beyond the glow of the bonfires and when she laughs they are sparkling with thousands of stars. She laughs a lot, opening her lips which are like ripe fruits, revealing her stained, yellow teeth she so much likes to sink into living flesh and rotten cadavers. She is a virgin, a Juliet stealing your heart away, a cup of bittersweet poison. Muscles move under her silky, tarnished skin as she dances, full of joy. Then again she is a warrior, an African Amazon, a trail-blazer, a fury. Thick, greasy dread locks frame a face like an ebony mask distorted in an expression of righteous wrath, emphasized by stripes of war paint. Art is how you hurl the spear into your enemy, drink his blood to gain courage and strength and turn away, move on. Since millions of years she stomps the cracks of the burnt earth underneath her in ritual ecstasy. She is pregnant. Stroking a strand of blonde hair behind her ear as she nurses her child, her thousand children with milk and wild honey, never diminishing her love even for her least. She embraces her smallest desperately for live may change, will entangle threads and fray them ultimately. However much they turn away, deny her – she is waiting by the homely stove, bread and mead at the ready to nourish a lonely wanderer. And we stray through the woods. Then she is a wolf, a she-bear. Her teeth are sharp. She is an old crone, grey hair and last few teeth falling out. In vain she tries to hold on with weak, gouty hands flecked with liver spots. Every limb of her body hurts, she breathes hard. Tears sparkle in her eyes as she hears the diagnosis, gets hugged by her grandchildren. Such a frail body, surrounded by life support systems, bleeping, beating a pulse for her. She is dying. And forever on the graves, on forgotten burial mounds she is dancing, swaying back and forth where the leopard left the gnawed bones of the antelope. Priestess, harlot, queen, a slave and a maid, I love her, adore her, fear her. My reverence for her spans the basins of the deep sea; she is as majestic as the skies above me. My dream, my ghost, rose who stings me and lets me drown in her smell, thorn bush and beautiful mistress... |
| Lagartija Nick | [b]Naples[/b] I still see your frown, Ginevra And smell your hair, Madonna Lisa While I leave the olive grove And head for Naples. I look at my left hand, at the scar From years ago – take the brush, And paint alone, friends. I have to move on. To Naples. There I will try to forget And find a new life, A new order and a new love – I will get new scars and years, more years. Away from this foul Venetian stench, so far away. I watch the ships running into port And still smell the olive grove... |