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  Forum: Gärten der Poeten
    Thema: Gereimtheiten
SneakyKritik bitte hier:

[url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=82686[/url]


Alte Stätten

Den Tempel auf dem Berg, St. Gogotha,
errichteten die Mönche aus Gebein,
auf Schädelfundamtenten statt auf Stein
steht er seit tausenden von Jahren da.
Auf Schenkelknochen brannten Unschlittkerzen,
Rippenmenoren flammten Finsternissen,
das Taufbecken verfleckte von den Herzen
die sie dort zuckend aus den Körpern rissen.

Die Mönche sind seit langer Zeit nur Knochen
und Staub auf Stufen zu der Sakristei,
der Marmor des Altars entzweigebrochen,
von einer Wurzel, doch die starb dabei.
Doch malt der Wind im Staub gefriert die Stille,
noch lebt in den Veves ein alter Wille.
SneakyArme Puppe

Im Schmutz der Straßen suggeriert die Puppe
dem ersten Blick den Eindruck Kinderleiche,
doch hier spielt nur das Auge seine Streiche,
erkennt man gleich darauf. Der Bergungstruppe

war sie egal. So blieb sie achtlos liegen,
wie anderes, dem Menschen Wert beimaßen,
bevor sie es in höchster Not vergaßen.
So sieht man grell wie dicke blaue Fliegen

hier Häuser, Busse, Trümmer dicht an dicht,
getürmt zu Haufen, viel zu groß für Hände.
"Zu groß für Hoffnung" schreibt sich ins Gesicht

der Suchtrupps im verwüsteten Gelände.
Der Wind hat abgedreht hinaus auf See,
statt Kirschbaumblüten fällt ein kalter Schnee.
SneakyLullaby

Dare the darkness, face your fear,
in your days a day will come,
when your heart will stop to stir,
like a torn and tattered drum.

Life was never meant to last,
all the lays of ancient lore:
pebbles of a perished past,
shattered shells of nevermore.

Dream your dream, the world remembers,
nothing helps and ever will,
when your flame dies down to embers,
while the shadows stoop to kill.

No warm winds will bear you west,
Hell like Heaven is a jest.
SneakyDa liegt der Fäustel, die Schmiede ist leer,
der Atem des Blasebalgs schweigt
hinein in die Stille die mehr und mehr,
wie Rauch in die Höhe steigt.

Der steinerne Boden ist schwer gerieft,
hier hat ein lahmender Fuß
granitenes Pflaster gebeugt und vertieft,
in Kuhlen sammelt sich Ruß.

Am Amboß verlangt noch ein schartiger Blitz
des Hinkenden haarige Hand,
dem - halb wider Willen - man einen Sitz
im Haus der Allmächtigen fand.

Ihr Mitleid trieb ihn sehr lange schon fort,
ins Reich der flammenden Spiegel,
dort schmiedet er an verwunschenem Ort,
stählerne Schuppen statt Flügel.

Nur manchmal wünscht er den Himmel zurück,
dann werden die Lider ihm müder
er atmet statt Feuer elysisches Glück,
im Wind aus den Schwingen der Brüder.
SneakyDicke Luft

Die Welt erscheint um vieles kleiner,
trägt nun statt weißer Flecken grün und blau
mit Schildern „Quelle“ „ Meer“ und „ Wasserfrau“
„zu laut“,“ zu dürr“, „verschlammt“ und „ chemisch reiner.“

Ihr Horizont ist wechselhaft, nicht einer
für flammendrot, Entdeckeraugenschau,
nach Chancen suchen, wenn das Nebelgrau
an dürren Tagen nagt. Die sind wie keiner.

Die Spottdrossel recycelt ihre Lieder,
weil sie zu oft im selben Jahr erklangen.
Sie taugten für Jasmin und Sommerflieder

doch nicht für dieses unbestimmte Bangen,
das alltagsängstlich jedes für und wider
vom Jetzt hinaustariert ins längst Vergangen.
SneakyÜber die Freuden erotischer Dichtung

An meiner Leiste les ich klar
- der Text war wohl erotisch -
am Kessel ab: Sex Lyrikbar.

Ich fühle es, der Text legt dar
Gedanken, säuisch, zotisch.
An meiner Leiste les ich klar

was vorher etwas unklar war,
ein Busen, fast zyklopisch,
erhöht den Druck: 10 Lyrikbar.

Der Text strahlt hart, wie ein Quasar
- ich schäume probiotisch –
und lese an der Leiste klar

es kommt. Noch fehlt ein Engelshaar
- ich lächle schon idiotisch -
Am Kessel: 100 Lyrikbar.

Dann schwindet alles ganz und gar,
-ich denk nicht, bin zygotisch -
An meiner Leiste les ich klar
am Kessel ab: 0 Lyrikbar.
SneakyNach S. Coleridge's "Xanadu" übersetzt


Mit Xanadu schuf Kublai Khan
ein Traumschloss, stolz und hehr,
Dort brach der Urquell Alph sich Bahn
durch Grotten, die kein Mensch ersann,
zum sonnenlosen Meer.

Wehrturm und Wall umringen stolz
zehn Morgen reiches Gartenland,
wo Fliederduft und Sandelholz
sich mischt mit Nachtigallenschlag
aus einem Hain, der dort schon stand,
im Licht vom ersten Schöpfungstag.

Im Zederndunkel teilt die Schlucht
den Hügel wie ein Schlangenleib
halb heiligend, halb wie verflucht,
als ob beim Sichelmond ein Weib
beschwört des Höllenliebsten Leib.

Aus dieser Schlucht, die ewig dröhnt
als ob das Land gleich Drachen stöhnt
schnellt sich ein Springquell hoch, erbricht
gezackten Fels und Kies ins Licht
der teils als Hagel auf die Welt,
teils wie die Spreu vom Flegel fällt.

Vom Tanz der Felsen unterm Dom
des Himmels fließt der heilge Strom
määndernd wohl fünf Meilen quer
durch Auen, Gärten, reichen Tann,
zu Grotten die kein Mensch ersann,
stürzt dann sich in ein totes Meer.
Und Kublai hört darin von weit
Kampf, den ein Vorfahr prophezeit.

Der Schatten des Palastes streicht
die Wogen sacht im Spiegelbild,
und Quell und Grotte mischt sich leicht
zum Lied des Wassers, murmelnd mild,
das leis verklingt mit Widerhall,
im Schloss aus Licht und Eiskristall.

In einer Vision ersah
ich dort bei süßem Harfenklang
aus fernem Abessinia
ein Mädchen sitzen und ihr Sang
erzählt vom Berge Abora.

Könnt ich zum Leben dieses Lied
in mir erneuern irgendwie
Musik und Stimme, Gras und Ried
dann ließe mich die Harmonie
das Schloss erbauen in der Luft
das Schloss aus Licht und Eiskristall
so dass es jeder sieht--- und ruft:

Gebt acht auf ihn: Sein Lockenhaar
umwallt ihn dreifach und sein Blick
gleicht einer Flamme die versehrt
so weicht vor ihm zurück, zurück
den Honig wilder Bienen nährt
der Milch aus Edens Quellen trinkt.
SneakyIch gab der Nacht vor langer Zeit die Hand,
ging fort im Regen, kam mit ihm zurück,
war weiter als ein Licht der Stadt je fand,
sah ihre Straße gänzlich bar von Glück,
und kam der Wachmann seines Wegs entlang,
schwieg ich bewusst und senkte meinen Blick,

stand still, sobald ein abgehackter Schrei
aus einer andern Gasse zu mir drang,
der weder von "Kehr um" sprach noch "Goodbye".
Und später hing, unirdisch hoch gestellt
am Himmel eine Uhr. Ihr Zeigerstand
verkündete erleuchtet aller Welt,

dass nichts das Jetzt mit Recht noch Falsch verband.
Ich gab der Nacht vor langer Zeit die Hand.
SneakyYou cannot beat your mirrored enemies,
who wage their wars with daily whisperings,
you grab your toes, but never bend your knees
you punch and pound, and every fibre sings.

You jog into the sun but she sinks faster
and costs rise daily while the days grow few.
You raise the stakes but cannot bluff the master,
He knows as well that death is nothing new.

Now he is pacing you where once his reign
Had longer reins, you a far softer touch
with your own flesh. But nowadays the gain
is marginal and earned with pain as such.

You are not going to outrun your fate
And still you run. It’s better than to wait.
SneakyW.H. Auden / As I Walked Out

Ich ging eines Abends spazieren,
die Bristoler Gasse entlang,
dort wogten Passanten wie Felder
von Ähren in schnittreifem Klang.

Am Fluss, der den Höchststand beleckte,
erklang eines Liebhabers Lied
am Bogen der Eisenbahnbrücke:
dass Liebe stets blüht.

Ich höre nicht auf, dich zu lieben,
bis China nach Afrika springt,
die Flüsse bergauf sich ergießen,
der Lachs in den Straßen dann singt.

Ich lieb dich solang bis die See,
wie Leintuch zum Trocknen sich breitet,
das Siebengestirn, einer Gans gleich,
laut schnatternd am Nachthimmel gleitet.

Die Zeit wird karnickelgleich rennen,
solange mein Arm sie nur hält
die blühendste Blume der Zeiten,
die erste Geliebte der Welt..

Da schnarrten die Glocken der Stadt,
darin schien die Warnung zu liegen:
Glaub ja nicht den Lügen der Zeit
kein Mensch kann die jemals besiegen.

In Bauten, wo Alpträume hausen,
Justitia nackend misst,
belauert dich Zeit aus den Schatten,
und hustet, wenn du einmal küsst.

Mit Kopfschmerzen, voller Besorgnis,
versickert dein Leben dir seicht,
und Zeit weiß das Ziel ihrer Launen
wird heut oder morgen erreicht.

In etliche blattgrüne Täler,
kriecht bald schon ein grausamer Schnee,
die Zeit zerrt an Bändergavotten,
des Klifftauchers Sprung in die See.

Geh, tauch deine Hände ins Wasser
bis übers Gelenk oder fast
und grüble beim Starren ins Becken,
„was habe ich alles verpasst?“

Im Küchenregal knirscht Polareis
ins Bett schickt die Wüste dir Boten,
der Sprung in der Teetasse weist,
den Weg zu den Landen der Toten,

wo Bettler in Banknoten wühlen,
der Riese Jacks Blicke entzückt
die Unschuld zum Monster heranwächst,
und Jill nur zu gerne sich bückt..

Besieh dich nur gründlich im Spiegel,
besieh dich voll Kummer und Spott,
zu leben, das ist ein Geschenk,
zum Danksagen brauchts einen Gott.

Jetzt geh nur und wein dort am Fenster
dir Tränen voll brennendem Schmerz,
den schäbigen Nachbarn zu lieben
das lernts noch, dein schäbiges Herz.

Dann waren schon spät, spät am Abend
die Liebenden nicht mehr vor Ort,
das Glockengeläut lang verklungen,
der Fluss strömte immer noch fort.
SneakyDu hast so wie die See in dir Gezeiten,
die flutengleich ins Landesinnre fassen,
den Kies am Strand zu Silber werden lassen,
den Gang der Nacht mit ihrem Puls begleiten.

Ich segle ohne dich durch die Gezeiten,
kann mit dir Segel reffen, Leinen fassen
dich heute lieben, morgen wieder lassen,
ich brauche niemand um mich zu begleiten.

Ich spiel den Fels, an dem die Wasser streiten,
an den die Welle bricht, um zu verlanden.
Du kommst und gehst, dein Stern bin ich nicht immer,

doch wenn die Nebel an die Küste branden,
der Uferlosigkeit ein Leuchtturmsschimmer.
Du hast so wie die See in dir Gezeiten
SneakyShe sashayed up to me, a beggar-queen,
her fur a mix of silk and tangled weed,
as thin as the last hope with eyes as green
as emeralds or shoots of river-reed.

“For Gods sake take that thing out of the house,
shes sick and dirty, dare to cross that line!”
“Forget it” was my answer to my spouse,
“she stays cause I am hers’, cause she is mine.”

She lived with us and was all purr, no load
she used to ride my shoulders, bite my ear,
one day I picked her broken from the road,
and wrote the first of my rhymed verse for her

She was not much, a tiny feline stray
called “Silver” for a coat of blended gray.
SneakyI
Black Jolly lacht, als ihn die Flammen hissen,
breitseitengleich verhallen Explosionen,
das Hafenfort wird in die Luft gerissen,
wie durch Beschuss aus hunderten Kanonen.
Der Qualm hängt dick und stinkend auf Ruinen,
die seewärts taumeln, fast wie Legionen
von Lemmingen. Das Meer frisst die Lawinen
von Trümmern, Leibern, Holz, Mangrovenzweigen,
als würde es nie satt, doch in den Mienen
der Überlebenden wächst neu Entsetzen,
als nach dem Erdstoß Wellen turmhoch steigen,
um Riesen gleich den Fuß an Land zu setzen.
Der Himmel scheint die Erde heut zu hassen,
die See wogt schwer, der Hafen liegt verlassen.

II
Die See wogt schwer, der Hafen liegt verlassen,
die Schiffe sind vor Tag in See gestochen,
der Inkaschatz lockt rot in Spaniens Kassen.
Wie Haie, die im Wasser Blut gerochen,
sind sie im Kielwasser von Galeonen,
die Panama verließen schon vor Wochen.
Randvoll mit Silber, glitzernden Dublonen
geht es zurück, dort gilt es Wunden lecken,
die Beute teilen, Kämpfer zu belohnen.
Schon heißt es Segel weg, im Hafenbecken
die Rahen schwenken und den Anker lassen.
bis Masten sich wie Knochenfinger recken.
Dann ruhen, träg wie Tiere vom Begatten,
an Ankertrossen dümpelnde Fregatten.

III
An Ankertrossen dümpelnde Fregatten
erzählen sich das Wiegenlied vom Sterben,
von Plankengang und leeren Hängematten.
Gezackte Löcher, Masten voller Kerben,
sind jetzt nicht wichtig, die Piraten brennen
auf eine lange Nacht voll Suff und Werben.
Wenngleich die Weiber keine Namen kennen,
versprechen sie ein tröstliches Vergessen
und werden jeden Kunden Liebster nennen.
Wer das nicht will, ergibt sich Suff und Fressen,
dem Spiel, dem Tanz, dem rührseligen Flennen,
um Tod und Angst aus sich herauszupressen.
Die Bukaniere, die zuviel schon hatten,
verströmen Bilgewasser aus Speigatten.

IV
Verströmen Bilgewasser aus Speigatten,
erwacht ein Alptraum in den Hafenbecken,
der Flossenschlag der vielen nimmersatten
Hyänen, die die scharfe Jauche schmecken,
aus Blut und Angstschweiß, Salz und Teer und Fetzen
von Wundbrand, Eiter, kläglichem Verrecken.
Und das, was diese Rudel einmal hetzen,
wird keinen Aufprall auf den Meergrund fühlen,
da sie selbst allerkleinste Brocken schätzen.
Das Wasser schäumt vom fieberhaften Wühlen,
nach Beute, nach den allerbesten Plätzen,
nichts wird die Ebbe in die Tiefsee spülen.
Erwacht die Gier, dann ähneln sich die Rassen,
die Nacht erschrickt, der Mond ist am Verblassen.

V
Die Nacht erschrickt, der Mond ist am Verblassen,
sein letztes Licht macht alle Tiere zittern,
und Unterschlupf in Höhlen suchen lassen.
„Heut drückt mich was wie Ahnung von Gewittern....“
„Lasst`s gut sein Käpt`n , lasst uns feiern gehen,
von Ahnungen die Laune nicht verbittern.
Selbst wenn nun wochenlang die Stürme wehen,
so machts nichts aus, wir haben reichlich Beute."
"Jaja, schon recht, du kannst das nicht verstehen,
mir ist ich weiß nicht wie, so seltsam heute
ums Herz, doch werden wir uns später sehen,
jetzt geh, ich stoße bald zu meiner Meute.
Ich muss nur unverbrauchte Luft noch fassen,
die Straßen stinken nach Gewürz und Prassen.“

VI
Die Straßen stinken nach Gewürz und Prassen
so süßlich wie die rotgefleckten Planken.
Ich kann nicht mehr, ersticke in den Massen
von Vieh um mich herum, in all dem kranken
Gewimmel, das sie dümmlich Leben heißen
und einem irren, schwarzen Gott verdanken.
Gibt’s denn nicht mehr als Wolfsgeheul und reißen
als Rudelführer stets voraus zu laufen,
zu fressen, saufen, huren, pissen, scheißen?
Ein Schritt nur war`s vom Regen in die Traufen,
nun heißt es Platz behaupten, um sich beißen,
den kleinsten Widerstand mit Blut zu taufen.
Das Pack da wird kein Denken je ermatten,
zum Klang der Flöten quieken alle Ratten.

VII
Zum Klang der Flöten quieken alle Ratten
so lang wie möglich ihre Lieblingslieder,
den Rest Verstand gehn sie im Suff bestatten.
Ob einer denkt wie ich - so hin und wieder -
wie es denn wäre, gäbe es Vergeben,
von neuem zu beginnen, brav und bieder?
Wohl nicht, sie kennen ja nur ein Bestreben,
Befehle zu erhalten, Brot und Spiele,
die Führer suchen, die es ihnen geben.
Sie sind mir treu, solange meine Ziele
genügend Gold einbringen, fettes Leben,
ansonsten heißt es: einer gegen viele.
Sie sollen nur Erlösung sich gestatten,
im Bacchanal. Dann fallen kalte Schatten.

VIII
Im Bacchanal dann fallen kalten Schatten,
die wirft der Tiger, den ich lang schon reite,
er wartet, dass die Hände mir ermatten.
Heiß dringt ein Messerstich in meine Seite,
warm quillt mein Blut, ich falle tief und stehe
am Styx, wo ich ins Boot des Fährmanns gleite.
Noch eh` ich in die Nebellande gehe,
legt der Verräter mir zwei Silberlinge
auf meine Augen, dass ich nichts mehr sehe.
Was ich noch über meine Lippen bringe,
„warum?“ verröchelt dumpf und ich verstehe,
Vae Victis lautet das Gesetz der Klinge.
Das Licht wird schwach, die letzten Lampen fassen,
durch Fenster in das Dunkel krummer Gassen.

IX
Durch Fenster in das Dunkel krummer Gassen
dringt tosend der Applaus der wilden Horden,
die sich den neuen Herrn gefallen lassen.
Er prahlt, von allen seinen vielen Morden
sei ihm nicht einer jemals so gelungen;
nun sei der Beste Kapitän geworden.
Sein Hohn ist bis ins Totenreich erklungen,
er zerrte mich zurück aus dem Vergessen
und brannte heißer noch als Flammenzungen.
Im Zweikampf konnt er sich mit mir nie messen,
nicht mal der Meuchelmord ist recht gelungen,
und statt dem Trinkspruch nach dem guten Essen,
grölt er, dass nicht mal ich den Rückweg fände.
Urplötzlich wird es still, eiskalte Hände..

X
Urplötzlich wird es still, eiskalte Hände
umfassen streichelnd seine Doppelkinne,
er lallt, nur seine Augen sprechen Bände.
Mein Lachen dröhnt, dann schwinden seine Sinne,
ich sauge ihm das Mark aus allen Knochen,
zwar kämpft er gegenan, doch ich gewinne.
Dann ist sein letzter Widerstand gebrochen,
er stirbt, für ihn wird’s keine Münzen geben,
ich habe ihm die Augen ausgestochen.
Nun muss er zwischen beiden Welten leben,
sein Name als Verwünschung ausgesprochen,
bis sich die Meere in die Himmel heben.
Ich lasse Wut und Hass die Zügel schießen,
sie streifen Rücken, schweißnass vom Genießen.

XI
Sie streifen, - Rücken schweißnass vom Genießen -
in Todesangst die Wände dieser Schenke,
in die ich Zorn und grelles Lachen gieße.
Den kalten Leichnam des Verräters henke
ich in den höchsten Turm auf diesen Inseln
dass jeder weiß, wie ich mir Rache denke.
Dort kann er dann mit den Dämonen brüllen,
die ich beschwöre aus den tiefsten Tiefen,
um meine Todeswünsche zu erfüllen.
Mein Hass erweckt Titanen, die schon schliefen,
am achten Schöpfungstag, nach einem Willen,
dass Menschen nur zu einem Gott noch riefen.
Dann brechen auch die letzten Widerstände,
zerklüften Böden und zerspalten Wände.

XII
Zerklüften Böden und zerspalten Wände
im harten Würgegriff der Anderswelten,
ist`s mit dem halben Tod von mir zu Ende,
doch vorher koste ich, wie süß Vergelten
mir schmeckt, selbst noch in kalten Zwischenreichen,
dem Nebelland der Pikten und der Kelten.
Ja, flieht, für Ratten gibt es kein Entweichen,
das Lied ist angestimmt, es wird euch fangen,
ich ende erst auf einem Berg aus Leichen.
Kommt Flammen, tanzt mit mir den Tanz der Schlangen,
wo bleibst du Meer, du kauerst hinter Deichen?
hol alles, was vor Anker hier gegangen.
Die Stadt versinkt schon, halb entzweigerissen,
das Maul der Erde schnappt sich seinen Bissen.

XIII
Das Maul der Erde schnappt sich seinen Bissen
gleichgültig wie die Menschen Halme knicken,
und kennt wie sie nicht eine Spur Gewissen.
Es geht so schnell, in ein paar Augenblicken
wird’s nur noch Trümmer geben, Rauch und Asche
gleich Nero kann ich nun zufrieden nicken.
Nur einen letzten Schluck noch aus der Flasche,
da vor mir würde alles golden machen,
doch es ist sinnlos, dass ich nach ihr hasche.
Der Satan nähert sich, ich hör ihn lachen,
mit meiner Unterschrift in seiner Tasche,
wenn das ein Traum ist, gibt es kein Erwachen.
Das Meer spuckt alle Schiffe auf die Strände,
was übrigbleibt, verschlingen Flut und Brände.

XIV
Was übrigbleibt verschlingen Flut und Brände,
bis sich kein Stein mehr auf dem andern findet,
dann senkt sich Staub und Asche ins Gelände.
Der Faden, der mich an das hier noch bindet,
wird dünner, immer dünner und ich sinke
dorthin wo sich die alte Schlange windet.
Da hängt das Höllenhorn am Tor, ich trinke
aus ihm und schmecke alle Niederlagen,
erlebe neu, wie ich durchs Leben hinke.
Mit Fug und Recht wird jeder Mensch wohl sagen,
daß ich im Tod so wie im Leben stinke,
warum? wieso? nun, das sind gute Fragen.
Die Flagge hier wird keiner je vermissen.
Black Jolly lacht, als ihn die Flammen hissen.

XV
Die See wogt schwer, der Hafen liegt verlassen,
an Ankertrossen dümpelnde Fregatten,
verströmen Bilgewasser aus Speigatten,
die Nacht erschrickt, der Mond ist am Verblassen.
Die Straßen stinken nach Gewürz und Prassen,
zum Klang der Flöten quieken alle Ratten
im Bacchanal, - dann fallen langen Schatten
durch Fenster in das Dunkel krummer Gassen.
Urplötzlich wird es still, eiskalte Hände
- sie streifen Rücken, schweißnaß vom Genießen -
zerklüften Böden und zerspalten Wände,
das Maul der Erde schnappt sich seinen Bissen,
was übrigbleibt verschlingen Flut und Brände.
Black Jolly lacht, als ihn die Flammen hissen.
SneakyDer Ausblick hier von diesem Hügel
geht weit hinaus ins sacht gewellte Land,
erneut haust hier das Leben ungezügelt,
seitdem kein Stein mehr auf dem andren stand.

Viel schwarzes Wetter vieler rauher Winde
befahl dem Bach "wirf Felsen in das Tal".
Am Kreuzpunkt krummer Straßen träumt die Linde
im dreigeteilten Stamm von Rübezahl.

Es tut nicht gut, das Erdreich aufzugraben,
im Boden faulen Knochen eine Spur.
Lass Brücken in den blauen Himmel schlagen,
das Zugescharrte düngt das Pflaster der Natur.

Und hunderttausensende Geschichten
bebildern Städte, Berg und Tal.
Man hört sie von den Bergen zu den Küsten,
selbst Deportierte kennen Rübezahl.

Der Ausblick hier von diesem Hügel,
trifft eine Kirche, dort liegt wie ein Kind
ein Engel, der vom Dach fiel, seine Flügel
aus Marmor trug kein Perestroikawind.
SneakySegensHymne (nach Kipölings Recessional)

Gott des Volks von Alters her,
Herr der Reihen in der Schlacht,
deine Hand gab Land und Meer
uns als Gut durch Tag und Nacht –
Hilf, dass wir vermessen
deiner nicht vergessen,
deiner nicht vergessen.

Stumm der Lärm, der Schrei, das Wort -
Feldherr, Herrscher sind vertan -
stets gilt doch dein Opfer fort
das von reinem Herzen kam.
Hilf uns, dass wir vermessen
deiner nicht vergessen,
deiner nicht vergessen.

Die Flotte sinkt fern von zuhaus,
das Licht versiegt auf Land und See,
vom Gestern geht ein Leuchten aus,
Tyros gleich und Ninive.
Sei, Gerichtsherr, gnädig hier,
sonst vergessen wir,
sonst vergessen wir.

Wenn wir gepackt von Größenwahn
kein Wort mehr kennen, das dich ehrt,
wie nur ein Ungläubiger kann,
ein Heide, niemals je belehrt:
Hilf dass wir vermessen
deiner nicht vergessen,
deiner nicht vergessen.

Für Hochmut, der darauf vertraut,
dass Säbel und Gewehr regiert,
im Staub auf Stauberbautes schaut,
bewacht, was deine Wacht nicht spürt:
Trotz Narrenwort und Eitelkeit,
steh deinem Volk bei, allezeit.

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SneakyEin altes Foto weiß von kalten Wunden,
die es verblasst wie spiegelbildlich zeigt,
kein Siegerblick, nur ein Gesicht das schweigt,
hat seinen Weg ins Abbild hier gefunden.

Was sich da zeigt, weiß, ja ich habs vergeigt,
das Gute ging im Zug der stumpfen Stunden,
dann drehte Schweigen sehr beredte Runden,
und dann war endgültig der Weg verzweigt.

Die Nostalgie wills zuckernd kurz erhellen,
was nicht mehr von Belang ist, noch verklären.
Da regt sich was, doch nicht dieselben Wellen

wie Jahr und Tag zuvor. Wo wir heut wären,
gehört zu Fragen die sich sinnfrei stellen.
Soll ich der Rückschau ihren Lauf gewähren?
SneakyDem Herz wird kühler vor der Sonnenwende,
obwohl sich noch kein Tag der Nacht ergab.
Und doch, der Winterschatten fällt aufs Grab,
das wir bald buddeln für des Sommers Ende.
Dann deckt das Laub den Hügel in den Fluren,
in den die kahlen Bäume Schatten krallen,
wenn Krähen aus den Morgennebeln fallen.
Die Sommerzeit ist Politik in Uhren.

Wo zieht der Sommer hin zum Winterschlaf?
Wie wünschte ich, ich könnte mit ihm gehen,
den ich, so scheint es mir , erst gestern traf.
Noch sagt er mir, er will mich wiedersehen,
noch glaube ich's. Doch kommt für jedes Schaf
der Tag der Schur. Ein kalter Wind will wehen.
SneakyDie Stiege

Ein Stiefelecho lauert auf den Wegen,
die sich korrekt im rechten Winkel schneiden,
der Wind vom Gleis vermeldet Blätterfegen.

Sie tanzen und sie taumeln, doch sich legen
erlaubt der Wind hier nicht, sie müssen leiden.
Ein Stiefelecho lauert auf den Wegen.

Es trägt tiefschwarz zu seinem Ehrendegen,
sonnt sich zum Abendrot im Moll der Weiden,
der Wind vom Gleis vermeldet Blätterfegen.

Arbeit macht frei. Ein steter Schnittersegen
schafft Platz, grau malt der Tod mit Aschekreiden.
Ein Stiefelecho lauert auf den Wegen.

Bei Sonnenschein und Schnee, im Frühlingsregen,
frisst sie die Stiege, keiner kann sie meiden,
der Wind vom Gleis vermeldet Blätterfegen.

Er ist nicht fort, kommt mir geballt entgegen,
an diesem Ort. Die Stille schimmert seiden,
ein Stiefelecho lauert auf den Wegen,
der Wind vom Gleis vermeldet Blätterfegen.
SneakyRauhnacht

Komm mit hinaus, der Winterhimmel weckt
erstarrtes Land mit frischem Flockenfall,
statt blauer Augen blick aus Eiskristall
zum Ufer, wo der See das Land erschreckt.
Sein Spiegelglanz verlockt und folgt verloren
mit Spinnwebspur dem katzenleisen Gang,
die Kälte lässt in dem, was uns misslang,
den Schmerz zersplittern, schickt uns neugeboren

in eine Schneenacht, die den Neumond liebt,
die jeden Schritt verfolgt mit einem Wind,
der Spuren wegwischt, der der Spur vergibt,
dass sie verraten wollte, was wir sind.
Lass uns am Wegkreuz tanzend auferstehen
und keinen Sonnenaufgang wiedersehen.
SneakyFimbulvetr

Drei Jahre zog der Bruderkrieg durchs Land,
dann hieß ein harter Winter aufzugeben,
was vorher wichtig schien und Hand um Hand
erhob der Schnee sich und verschlang das Leben.
Kein Grab konnt' sich aus seinem Weiß mehr heben,
um stumm zu zeugen wie der Tod umging.
Er übte es, die Welt reinweiß zu weben,
bis er den letzten Tropfen Farbe fing.
Als er den Himmel grau in grau verhing
vergaß die Welt, dass einmal Sommer war,
und Frühling mehr als nur ein Wort, ein Ding,
dass sich in ihm das Leben neu gebar.
Nun nähern sich von Muspelheim die Flammen,
zu einem Neubeginn uns zu verdammen.
SneakyGargoyles

Im Winterhauch auf lang vergessnen Pfaden
naht eine Reiterhorde sich auf Rappen,
vom Himmel grüßt das Blitzen der Plejaden
Insignien auf Seidentuch und Wappen.
Ihr Haar gleicht Sonnentanz auf Rauhreiffunkeln,
die Erde stöhnt und wankt im dumpfen Dröhnen
von Rossen, die die Mitternacht verdunkeln,
von Alpträumen, die aller Ahnung höhnen.
Durch Straßen harsch erstarrt in Schnee und Eis
Durch Wald und Hügel die der Frost auskleidet
Tanzt auf den Speerspitzen und Lanzen weiß
Ein Gleißen, das wie ihre Augen schneidet.
Hornstöße, Waffenklirren weckt in mir
Das Wissen: Ja, einst standen wir schon hier.

Das Wissen: Ja einst standen wir schon hier,
die Last der Jahre füllt mein Herz mit Staub,
so lange her seit jenem Krieg als wir
die Welt als Spielball sahn für Brand und Raub.
Erdbeben und Tsunamis sah das Land,
trank Blut als wärs im Rausch nur eines Spiels.
Doch nichts hat deinen Hochmut je gebannt,
auch nicht zehntausend Jahre des Exils.
Das Ziel um das wir kämpfen heißt zerstören
Der Krieg hier wird nicht wie der erste sein,
auf Alben die zum Schattenlord gehören
trifft nun das Heer der Sterblichen allein.
Doch liegt in ihrer Schwäche große Macht,
Vom Mensch sprach das Orakel in der Nacht.

Vom Mensch sprach das Orakel in der Nacht,
dem Sturz des Albenlords falls Menschen fest
zu Gargoyles stehen, dass des Feindes Macht
zerbricht- Er, aller Völker Pein und Pest.
Voll Todesfurcht und ungeheurer Wut
Dass armseliges Volk sich ihm nicht beugt,
vergießt er seit Äonen unser Blut,
damit kein Wort ein solches Bündnis zeugt.
Der Clan mit Menschen brüderlich verbunden—
Geht man das Bündnis etwa anders ein?
Ein Held von jeder Art, in allen Stunden
Zwei Leiben und zwie Herzen, doch ein Sein?
Kann man den Schicksalsspruch auch anders lesen,
das Wort, das alles bindet, alle Wesen?

Das Wort, das alle bindet, jedes Wesen,
liegt hier begraben unter alter Schande,
zu lang geknechtet und verbannt gewesen
beraubt des Namens und in alle Lande
zerstreut die Nachkommen und deren Erben,
in Stahl geschlagen seit den Schicksalstagen,
König und Weib gebrandmarkt im Verderben,
verkrüppelt und magieversehrt, geschlagen.
Was macht es nun, dass er dein Weib begehrte?
Wen wundert es, dass er nun nur nach Morden giert?
Mein Sohn, dein Bruder, dem sich stets verwehrte
Das Glück, ward auf den falschen Weg geführt.
Und du hast ihn verurteilt so zu leben.
Hab ich geglaubt, er könne je vergeben?

Hab ich geglaubt er könne je vergeben,
dass ich den Krieg ersticken könnte, ja?
Wie Wasser in der Hand zerrann mein Leben
So hilflos wie ein Mensch stand ich stets da.
Zu bitten „Haltet ein“ hat soviel Macht
Wie mondwärts rufen „Lass den Sog“
Ich kenne dich jetzt mehr als jene Nacht
Als ich dich sah, dich liebte und belog.
Bei Hof war wenigen bekannt dass ich
Schon Weib war, als der König mich erwählte,
nun seh ich zu, zu retten gibt’s für mich
die Söhne nicht und nichts das sonstwie zählte.
Kein Bitten hilft, kein kraftloses Befehlen,
jetzt liegt die Macht nur in der Menschen Seelen.

Jetzt liegt die Macht nur in der Menschen Seelen,
im Dschungel haust das fleischgewordne Tier,
die Schattentänzer, wo die Sande schwelen,
die Magier im Osten, weit von hier.
Mit auferweckten Helden an der Seite,
bewacht der Fürst das Inselreich jetzt neu,
der Golem schirmt erneut, bereit zum Streite
der Silberlord verteidigt wieder treu.
Und überall won Schemen in der Nacht
Im Neuschnee sich auf fahle Erde legen
Zerbricht der Fels, gerüstet für die Schlacht
Geeint wird sich der Gargolyeclan erheben.
Mein Volk wird helfen, das was es vermag,
hinter den Linien, noch vor dem neuen Tag.

Hinter den Linien noch vor dem neuen Tag
Beschwören sie den Kampf in dichten Reihen.
Die Krähe sinnt Verrat und wie sie es vermag
Den Zauberer des Vaters Zorn zu weihen.
Schwarzalben hetzen hin zum letzten Siegel
Zwei Menschen Wege, die ins Leere führen,
um in der Stunde vor dem Schlag der Flügel
nicht Furcht noch Ungewissheit zu verspüren.
Verwandelte erbeben vor der Herren Willen,
dahin sind Liebe und der Freundschaft Band.
Heut soll sich jede Prophezeiung voll erfüllen
Zehntausend Jahre enden heut in diesem Land.
Das Schicksal naht sich stetig den Gestaden
Im Winterhauch auf lang vergessnen Pfaden.
SneakyLässt der Wind die Blätter tanzen,
sehen viele buntes Treiben,
Traumgold laue Träume schreiben,
doch das Bild vom großen Ganzen
fehlt, es fehlt am Augenreiben:
Lose Blätter, tote Schranzen,
kahle Äste, spitz wie Lanzen,
sinds, die plötzlich übrigbleiben,

lässt die Luft ihr Herbstmolllied.
Was zu Boden fällt wird stinken.
Sind die Tage kurz und müd,
wird das Land vom Nebel trinken,
frisst der See sein Uferried.
Nachtrot will die Sonne sinken.
SneakyM. pördica

Schwarze Rosen geh ich streuen,
Rosen auf ein Dichtungsgrab.
Was ich kritisch von mir gab,
werd ich – später, einst – bereuen.
Tu mich ja schon jetzt nicht freuen
dass ich Terz verursacht hab.
Falls dich's tröstet, dieser Stab
brach, doch dich wollt ich nicht bläuen.

Nur: dein Wortgespinst hat mich
wenig weg von Null bewegt.
Falls du denkst, ganz still für DICH
"Der ist eine, das belegt
mir sein unsensibles Ich":
Tu's.
(Auch das lässt unerregt).
SneakyEin Freund beklagte seitenweise,
sein Weib - in fernen Weiten se se –
ließe ihm „hach sein Herze stocken“.
Ich riet: Statt auf dem Sterze hocken,

zu plärren mit ner Trauermiene,
komm, such dir eine Mauertrine,
so unschein- wie von Undank bar.
Die bieten auf der Bank sich dar,

am Brunnen mit nem wehen Ende
vom Sitzen.“ Seine Ehenwende
vollzog der Freund mit losen Hosen.
Sein Weib –zurück- bei hosenlosen

Plaisir nicht hannibalisch kalt,
ward lectrisch (kannnibalisch halt).
SneakySeemanns Abschied

Geh mit dem Dunkel zur linken Hand
die langen Wege der Schatten,
das Fell eines Schafbocks als Gewand,
bis dir die Füße ermatten.
Und weiter und weiter hinaus
Zur See, deine Hoffnung bestatten.

Dort sanken hinab mit Mann und Maus
Zehntausend und noch mehr Schiffe
In geifernder Gischt und Sturmgebraus
ins Maul der hungernden Riffe.
Drei Tropfen von Blut gieß als Unterpfand
Des Lebens ins Meer und ergriffe

Dich dort eine zürnende Macht
Ergib dich, dann endet die Wacht.
SneakySelbst wenn die Wölfe einst den Mond verschlingen,
das Salz der See die Städte überschwemmt,
die Berge in das Sandmeer übergingen,
sich nichts mehr gegen den Tsunami stemmt,
will ich dem Wind zuvor den Namen bringen,
der noch im Reich der Nacht das Dunkel hemmt,
als obs gekettet wär mit Eisenringen,
sein Zorn von einer Flammenspur gedämmt.

Bis hin zur Wolfszeit wird er in mir bleiben,
er wird noch fliegen, bis das Rad sich dreht,
was Nadir ist, zu etwas Neuem schreiben,
weil er die Kraft trägt, der nichts widersteht.
Davor wird Dunkel bleich sein, blass und bloß,
und ich befreit- befreit und namenlos.
SneakySieh nicht auf meine Hand, die ist verdorrt,
vor langer Zeit schon in den dürren Landen,
in denen wir und meines Bluts verschwanden.
Doch du wirst leben, gehst als Gast hier fort.

Nur wisse dies, es war und ist kein Mord,
dem Wort des Herrn zu folgen und so banden
mein Weib und ich den Sohn, als wir ihn fanden,
den heil‘gen Berg. Sein Schädel bleicht noch dort.

Sein Tod erkaufte mir Unsterblichkeit,
nahm meine Hand und nahm mir jede Träne.
Die nach mir kamen sind wie ich bereit,

was immer auch verlangt wird hinzugeben,
denn Gott ist groß, und größer als zu leben,
der Ritt auf falbem Roß mit falber Mähne.
SneakyEin Winter wird werden, wie keiner ihn weiß,
mit knochiger Kälte im wirbelnden Wind,
dass Tränen erstarren in Blicken, die blind
nach Grünendem gieren im ewigen Eis.

Die Gicht krümmt das Junge vor Jahren zum Greis,
der nachts nicht mehr träumt, - das kann nur ein Kind -
am Morgen sich müht, weil wir sind , wie wir sind,
den Abend erahnt, denn das Lärmen wird leis.

Was wollen wir singen, wenn flackernd verbrennt
das Herz voller Harz in der Hand, die nichts hält,
wenn müde Mäander im Fließen erfrieren,

vom Ursprung des Urstroms zur wartenden Welt
der zerrenden Zeiger, der grifflosen Türen?:
Ein Winter wird kommen, wie keiner ihn kennt.
SneakyEvening without Frost

Whose girl she is I think I know,
his house is in the the village, so
he will not see someone who tries
to charm his lovely sloe-eyed doe.

The barmaid - being worldly-wise -
serves our drinks but rolls her eyes,
as I propose to leave this shack
to watch the star-bespangled skies.

I lay her gently on her back,
starting my spiel and rudely whack
against a belt of chastity,
which would have held a bull in check.

"Forbidden is adultery"
engraved around the lock I see,
and "miles to go to get the key"
and "miles to go to get the key".
Sneakypermafrost

ein winter ganz ohne erbarmen
das wissen des sommers verweht
der winter in deinen armen

hat uns verdorben verdreht,
das spiel ist uns lang schon verhasst
das wissen des sommers verweht

im bild eines spiegels verblasst
die zeit, die gefühle versteht,
das spiel ist uns beiden verhasst

weil nur kieloben noch geht
ist ballast, den keiner mehr will
die zeit die gefühle versteht

wir reden noch flächig doch still
bleibts innen und lachen wie lied
ist ballast den keiner mehr will

lass gehen das macht uns nur müd
der winter in deinen armen
schreibt norden in osten wie süd
ein winter ganz ohne erbarmen
SneakyFalschannahmen

Fast hast du schon vergessen wie das war,
als du im Frühling jung warst und verliebt.
Lang her und was man nicht mehr übt,
sinkt weg und ins Vergessen. Jahr um Jahr
changiert ins Nichts, dein Auge sah sie klar,
heut sind dir deine Linsen graugetrübt.
An einem Ort, den es für uns nicht gibt,
neigt sich dein Denken, aller Hoffnung bar.

Natur hat sich den Tod nicht ausgesucht.
Auch wenn es ohne ihn kein Leben gäbe,
hat jeder ihn, wenn er dann klopft, verflucht
mitsamt der Leere, die er hinterlässt.
Es schmerzt, das Suchen durch die Gitterstäbe.
Nur Rot am Horizont. Ein letzter Rest.
SneakyDen hab ich letzten Herbst schon fällen wollen,
als ich den Pilzbefall an ihm entdeckte,
doch weil noch etwas Leben in ihm steckte,
gabs noch ein Jahr, in dem die Bienen Pollen

aus Apfelblüten bergen. Doch die schwollen,
als ihn der Frühling aus der Ruhe weckte,
kaum an und wo er früher Äste reckte,
sind sie nun krumm, um dem Tribut zu zollen,

was allem blüht. Viel Most wird es nicht geben,
doch das ist grad egal. In diesen Tagen
soll er, so wie er mag, nach Sonne streben

trotz Fäulnisfraß und Mickern. Wer kann sagen,
dass er nichts fühlt, wenn Spinnen Netze weben,
im letzten Rot, das dürre Zweige tragen.
SneakyDa es nun gilt den letzten Schritt zu gehen,
weil sonst nichts übrig bleibt, führt der dich weit
hinaus aus Tag und NAcht und Raum und Zeit,
"doch dort" - sagst du – "liegt unser Wiedersehen."
Wars gestern als du sagtest „Noch geht Stehen“?
Heut fehlt die Kraft zu jedem Widerstreit
in Herz und Geist, du stehst nicht mehr bereit.
Es fällt nicht leicht, das einfach zu verstehen.

Das Haus, vor dem die Stürme innehalten,
wo ich stets eines war und bin, ein Kind,
wird fallen wenn du fällst, der Herd erkalten,
wie deine Hände schon, dein Blick wird blind.
Nichts, -glaubte ich - kann je den Grundstein spalten,
und weiß jetzt: Alles wird zu Staub im Wind.
SneakyTu-wee, tu-wee, "Mensch Piepmatz muss das sein,
dein Sang am hellen Morgen? Kannst ihn starten
den lauten Lockruf um halb acht im Garten?
Glaub nicht, der hilft, du bliebest nicht allein,
bekämst ein Weibchen noch ins Nest hinein
so spät im Jahr. Da hast du schlechte Karten.
April, vielleicht noch Mai, kannst was erwarten
nun trag dein Los, dein Sommersolosein

und klammere dich nicht wie ein Pennäler
an Herz und Schmerz, das macht kein Hühnchen mehr
noch ernsthaft heiß. Der Herbst will in die Täler,
stell dich der Wahrheit, drückt sie dich auch sehr.
Die Zeit verrint. Bewahr dir dein Verlangen
für‘n nächsten Lenz.
.................................Und jetzt geh Würmer fangen.
SneakyNun haust Vergangenheit in diesen Mauern,
die nichts mehr von Willkommen wissen mag.
Es war einmal wird stärker, Tag für Tag
ist es verblasst, was wird dann überdauern?
Noch will ein Echo in den Winkeln kauern
von Liebe Leben, Lachen. Zögernd, zag,
klingt‘s aus. Wo sonst nie Staub und Schatten lag,
beginnt er sich zu sammeln und zu lauern.

Um 08.30 Zahnarzt steht zu lesen
in Rot, damit man‘s nicht vergessen kann,
Du kamst, du bist und nun bist du gewesen.
Die Zeit läuft weiter ab zum Irgendwann,
das alles wegfegt wie ein harscher Besen,
seitdem das Leben auf der Welt begann.
SneakyNach John Gillespie Magee jr.'s (1922 - 1941)


High Flight

Die Erdenschwere hab ich abgestreift
mit Schwingen, die ein Lächeln silbern hob,
hinauf ins Licht, das sich in Wolken wob,
nahm, wonach mancher träumend niemals greift,
stieg kreisend auf in sonnensatte Stille,
dort jagte ich den Sturmwind vor mir her
und warf mein Flugzeug in das blaue Meer
der Luft, wo dich kein Fuß trägt, nur der Wille.

Wo sich der Wind nicht mehr beim Namen nennt
im Blau, das keine Lerche, selbst kein Adler fasst,
dort, elegant von Geistes Hand geführt,
im Reich, das keine Eindringlinge kennt,
in einer Weite, heilig, ohne Last,
hab ich die Herrlichkeit des Herrn gespürt.
SneakyDer Sturmwind nennt mich Bastard oder Bruder,
wenn er mir in Poseidons weitem Reich begegnet,
wen kümmert Sonnenschein, was stört es, wenn es regnet,
solange Kraft im Arm ist und der Hand am Ruder.
Die Wellen sind mal grau, mal grün, die See ein Luder,
das die verflucht, die sie schon morgen wieder segnet,
dort bin ich jedem Wunder dieser Welt begegnet,
sah schiffsgroß grünes Eis und Schnee wie Puder.

Die Schollen brechen ist wie Gift. Ich bin ein anderer,
mein Leben ist die See samt allen ihren Toten,
nur zwingt ein Fluch mich alle hundert Jahr‘ ans Land
für einen Tag. Dort muss ich lieben, nichts bleibt mir verboten,
in einer Nacht, die fällt wie Körnchen toter Sand.
Das erste Morgenrot erlöst den Wanderer.
SneakyLa bella Donna della mia Mente
Nach O. Wilde

Die Glieder sind mir wie von Glut verbrannt,
die Füße matt von vielen, vielen Reisen,
bei deinem Namen hab ich dich genannt,
nun fehlts den Liedern meines Munds an Weisen.

Oh Fink, dort in den wilden Rosenranken,
sing von der Liebe allerschönstem Mai,
du, Lerche, sollst der Macht der Liebe danken,
Sieh: meine edle Dame geht vorbei.

Zu schön ist sie für jeden Mannes Sinn
zu schön, dass eine Hand sie kosend hält,
viel schöner noch als Houri, Königin,
ein Quell, in den des Nachts das Mondlicht fällt.

Ein Myrtenkranz umfängt ihr edles Haupt,
(in gold'nen Locken grüne Blätterzier),
der Glanz von reifen Garben, herbstbelaubt,
verdunkelt sich, wird überstrahlt von ihr.

Die Lippen nehmen mehr an Küssen auf
als tiefe Trauer, als des Seufzers Klagen,
sie beben gleich des Bächleins klarem Lauf,
wie Rosen nach des Sommers Regentagen.

Ihr Nacken gleicht dem frischem weißen Klee,
in zartes Rot geküsst vom Sonnenlicht,
und füllt des Finken Kehle Liebesweh,
so gleichts dem Pulsen ihrer Halses nicht.

Granatäpfel, gereift entzweigespalten,
beschämt t ihr Mund mit seinem Rot und Weiß,
wie Pfirsiche des Sommers Glanz erhalten,
färbt ihrer Wangen Rund sich lind und leis.

Oh Hände, die sich ranken, weiße Glieder,
ein Leib geformt zu Liebe wie zum Schmerz,
Oh Haus der Liebe, das gelich bleichem Flieder,
ein Regen drückt ins schwere Erdenwärts.
SneakyNach dem englischen "Ave Imperatrix" von Oscar. Wilde

Im Nordmeer zuhause, im Sturmrevier
die Herrscherin rastloser Flut,
England, wie spricht die Menschheit von dir,
die Welt, die zu Füßen dir ruht?

Du hältst einen Orb aus sprödem Kristall,
- die Erde - in offener Hand,
sein Herz durchziehn ohne Wiederhall
wie Schatten durchs Zwielichtland,

des purpurnen Krieges Speere,
die gischtenden Wogen der Schlacht,
die Brände und Flammenmeere
der Fackeln der Herrscher der Nacht.

Die hageren Pardel , gelblich gefleckt,
zu gut nur dem tückischen Russen vertraut,
sie hetzen, die Zähne zum Kampf gebleckt,
zum Brüllen der Waffen den Krieg als Braut.

Der Seelöwenbulle von Engelland
lässt kampfbereit Strand und Meere,
besteht voll Mut die frevelnde Hand,
die meuchelt die englische Ehre.

Fanfaren aus Messing erheben
m Land der Pashtunen die Stimmen,
und Indiens Gipfel erbeben
wo Scharen Bewaffneter klimmen.

Beschattet vom Granatfruchtbaum
fährt manch afghanscher Khan jäh auf,
und packt sein Schwert, sieht er vom Saum
der Berge her in schnellstem Lauf

den Marri-Plänkler kommen,
der meldet: "man habe laut und klar
englische Trommeln vernommen,
am Wall, an den Toren von Kandahar".

Wo Ostwind und Südwind sich grüßen,
sprengt frei mit Feuer und Säbelstreich,
den Weg sich auf blutigen Füßen,
England bergan zum Kaiserreich.

Oh einsames Himalayamassiv
an Indiens Himmelsweite,
sahst du, dass man zum Sieg sie pfiff,
die Hunde des Krreges, die Meute?

Vom Mandelhain in Samarkand,
Bokhara, wo Lilien blühen
bis hin zum fernen Oxusstrand,
sieht man die Händler ziehen,

und weiter noch nach Ispahan,
dem Gartenland des Sonnengolds,
von dort her bringen sie heran,
Zinnoberrot und Zedernholz,

hin zu Kabul der Stadt der Schrecken,
die dort am Fuß der Berge ruht,
wo Wasser in den Marmorbecken,
nie ausgeht in des Sommers Glut,

wo in der Altstadt engen Wegen
ein Mädchen aus Tscherkessien geht,
sich als Geschenk des Zars zu legen
zum greisen Khan – bis hierher weht

der Sturm des Krieges, Waffenlärmen
von allzuvielen Schlachten,
doch Menschen, die im Leid verhärmen
sieht man zuhaus in Trauertrachten.

Vergebens grüßt ein Mädchenlachen
den Liebsten wohl im fernen Land,
er liegt in eines Berglands Rachen,
die Fahne fest in starrer Hand.

Und mancher Monat mag vergehen
in dem die Kinder sehnend warten,
Auf Vaters Kuss und seine Hand,
in Häusern, die erstarrten

sahn bleich die Frauen ohne Hoffen
auf Andenken aus Stahl und Erz,
Emaille am Band aus edlen Stoffen,
als lindere der Tand den Schmerz.

Doch nicht in englischen Gefilden
darf Englands Jugend liegen
dass hoch auf zerspellten Schilden,
englische Rosen sich wiegen:

Nimm sie an Delhis Wall gewahr,
den Pässen im Afghanenland,
dem siebenfachen Ästuar
des Gangesstroms im gelben Sand.

Das Eismeer Russlands nahm sie auf,
die Berge, Pässe, Seen
gen Osten und der Strömung Lauf
an Kap Trafalgars Höhen.

Ihr Gräber, die den Dünen gleich,
voll Unrast seid und Schatten,
Ihr Kaps ihr Berge, Wogen bleich,
gebt Väter, Brüder, Gatten.

Und du, mit Wunden, viel zu tief,
oh England, muss dein Streben,
das Cromwell hin zur Freiheit rief,
um Land nun Söhne geben?

Mit Dornen kränze dir dein Weh,
sing Lieder, schmerzvoll schwer,
de Wüsten haben sie, die See,
von dort gibt’s keine Wiederkehr.

Und fremde Erde, fremdes Meer
bedecken Englands Erben,
kein Kuss, kein Händereichen mehr,
nur Krieg und Leid und Sterben.

Was hilft, ist nun die Welt besiegt,
ihr Gold, dass sie den Nacken beugt,
dem Herz, das jeden Schlag aufwiegt,
im Schmerz, von alledem gezeugt?

Dass unsre Flotte nun bedeckt,
als Wall aus Holz die Meere,
ist‘s wert, dass uns ein Morgen weckt,
zum Tag voll Leid und Leere?

Wo sind, die mutig, stark, geschwind,
hinaus ins Weite zogen?
Hin über Gräber raunen Wind,
und Krüppelgras und Wogen.

Geliebte, weit im fernen Land,
nach Tod schmeckt euer letzter Kuss.
Ein kalter Hauch, drei Handvoll Sand
ist dies der Schluss, ist dies der Schluss?

Doch schweigt, den Toten trübt sonst bloß
den Schlaf noch unsre Klage.
Mit Dornenkrone, kinderlos
nahn England große Tage.

Doch endet einst das Lied vom Tod,
wird es die Welt erleben:
Aus Krieg wird sich ins Morgenrot,
die Republik erheben.
SneakyNach E.A.Poes' Dreamland

Wege, einsam, voll Erschauern,
wo verfluchte Engel lauern,
wo ein Eidolon – die Nacht –
Herrscher ist des Throns der Macht,
führten jüngst mich in dies‘ Land,
her von Thules Küstenstrand,
der so fern liegt, wild und weit,
fern von Raum und fern von Zeit.

Schluchten und Höhlen und endlose Tiefen,
ewige Fluten und Forste, die triefen
von Tau, der Formen den Augen verzerrt,
berstende Berge, kein Ufer versperrt
rastloser Flut ihr wogendes Streifen,
hinauf zum flammenden Himmel zu greifen.
Seen, von leblosen Wassern gefüllt,
Ufer, von endloser Ferne verhüllt,
Seen so einsam, so grau und so kalt,
schweigend und still, zum Leben zu alt,
bleich wie erblindete Spiegel liegend,
die Kälte verblühender Lilien wiegend.

In Seen so einsam, so grau und so kalt,
schweigend und still, zum Leben zu alt,
bleich wie erblindete Spiegel liegend,
die Kälte verblühter Lilien wiegend,
in Bergen, in raunender Flüsse Lauf
- ihr glucksendes Wispern n hört niemals auf -,
in dunkelnden Wäldern , in Sümpfen und Mooren,
Kröten und Lurchen zur Heimat erkoren,
in tückischen Tümpeln und trügenden Teichen,
der Heimat von Ghulen, den Fressern von Leichen,
in Plätzen von Gott und von Menschen verflucht,
in Winkeln von Schwermut und Trauern gesucht,
sieht der Wanderer voll Schrecken,
die Vergangenheit sich recken:
Leiber in Laken, verblassende Schemen,
die Pfade in andere Richtungen nehmen,
Freunde, der Erde, den Würmern gegeben,
die Seele dem Himmel, dem ewigen Leben.

In ein Herz, das Trauer trägt,
wird ein Balsam hier gelegt,
für den Geist, den Schatten hält,
ist es eine Wunderwelt.
Doch die durch die Lande ziehen,
müssen das Erkennen fliehen,
niemals darf ein Auge wagen,
hier Geheimem nachzujagen.
Jeder Blick sei hier verhohlen,
hat des Herrschers Wort befohlen,
so dass Wandrer, die hier gehen,
wie durch trübe Gläser sehen.

Wege, einsam, voll Erschauern,
wo verfluchte Engel lauern,
wo ein Eidolon – die Nacht –
Herrscher ist des Throns der Macht,
führten jüngst mich heim ins Land,
fort von Thules trübem Strand,
SneakyE.A.Poe Alone

From childhood's hour I have not been
As others were; I have not seen
As others saw; I could not bring
My passions from a common spring.
From the same source I have not taken
My sorrow; I could not awaken
My heart to joy at the same tone;
And all I loved, I loved alone.
Then- in my childhood, in the dawn
Of a most stormy life- was drawn
From every depth of good and ill
The mystery which binds me still:
From the torrent, or the fountain,
From the red cliff of the mountain,
From the sun that round me rolled
In its autumn tint of gold,
From the lightning in the sky
As it passed me flying by,
From the thunder and the storm,
And the cloud that took the form
(When the rest of Heaven was blue)
Of a demon in my view.

Seit meiner Kindheit glich ich nicht
den anderen, sah meine Sicht,
statt ihrer. Mir war nicht gegeben,
die gleiche Leidenschaft zu leben.
Auch speiste mir derselbe Quell
mein Trauern nicht; schlug mein Herz hell,
dann nicht durch ihn, er drang nicht ein;
und liebte ich, liebt‘ ichs allein.
Als Kind hat früh in mir gekreißt,
der Sturm, der jetzt mein Leben heißt,
gezeugt aus Gutem und aus Bösen,
ein Wunder bliebs, nicht aufzulösen.
In Springflut und in Quellgesängen,
in Bergen, roten Felsenhängen,
im Sonnenlicht, das nach mir greift,
in dem ein Herbstgoldschimmer reift,
im Blitz, der falb am Himmel schwelt,
ihn spaltet, aber mich verfehlt,
im Donnergrollen das verhallt,
der Wolke, die zum Bild sich ballt,
wo blau sonst bleibt des Himmels Licht,
blickt mir ein Dämon ins Gesicht.
SneakyShiva und der Grashüpfer ( nach demenglischen Original von R. Kipling)

Shiva schuf die Ernte, hieß die Winde wehen,
ließ beim ersten Dämmern alles schon geschehen,
Leben gab er, Schicksal, Allem das geboren,
Herrschern auf den Thronen, Bettlern vor den Toren.

Er war Quell und Ursprung, Shiva der Erhalter,
Mahadeo, Mahadeo, Shiva der Gestalter!
Schenkt Kamelen Dornen, grünes Gras den Rindern,
und das Herz der Mütter ihren müden Kindern.

Weizen hieß er Reichen, Hirse Armen geben,
Brosamen den Bettlern, die nach Reinheit streben,
Tigern gab er Färsen, Geiern Aas fürs Letzen
Wölfen in der Nacht Knochen, Haut und Fetzen.

Nichts, das er zu groß, noch zu klein wollt‘ sehen
doch sein Weib, Parvati, sah ihr Kommen, Gehen,
barg, um ihn zu necken, einen Heuschreck sacht
nah ihrem Herzen, das voll Spottlust lacht.

Shiva, dem Erhalter, spielt sie einen Streich
Mahadeo, Mahadeo, seht und lernt zugleich.
Groß sind die Kamele, stark und stolz die Herden.
doch der Heuschreck, kleiner Sohn, das kleinste Ding auf Erden.

Als sie ihn versteckt hat, fragte sie vermessen:
„Blieb dir von Millionen einer nicht vergessen?“
„Keiner“ lächelt Shiva, „selbst den du voll Scherzen
hast versteckt vor mir dicht an deinem Herzen.“

Sie besah den Winzling, der verborgen schien
sah das Tierchen kauen Blätter jung und grün.
Sah und pries voll Schauder, Shiva, der erhält,
der die Kleinsten speist, der die Welt bestellt.

Alle Dinge schuf er, Shiva der Erhalter
Mahadeo, Mahadeo, Shiva der Gestalter.
Schenkt Kamelen Dornen, grünes Gras den Rindern,
und das Herz der Mütter ihren müden Kindern.
SneakyNach D. Valientes' "The Witches Credo"

Vernehmt von den Lehren der Wicca, sie blieben im Dunkel verborgen,
vor Gegnern unserer Wege, doch tagt nun ein besserer Morgen.

Geheimnis der Lüfte, des Feuers, des Wassers, der Enden der Erde,
vier Siegel, die lösen und binden, im fünften, dem machtvollen „Werde“

Im ewigen Wandel der Welten, dem Wechsel der Jahreszeiten
erfahren wir uns in der Urkraft im Kreis den wir stetig beschreiten.

Vier Sabbate teilen das Jahr, geheiligt nach alten Lehren
Imbolc, Belteine, und Lammas, und Samhain, die Toten zu ehren.

Von Frühjahrs- und Herbstäquinox, dem lichtesten Tag, der dunkelsten Nacht
erzählen die Traditionen, auch sie werden feiernd verbracht.

An Monden im Jahr sind es dreizehn; und dreizehn im Kreis der Geweihten
beschwören die Kräfte des Vollmonds seit Anbeginn aller Zeiten.

Die Macht dieser Lehren vererbte sich fort zwischen Frau und Mann
von einem Jahrhundert zum nächsten, seitdem das Leben begann.

Und ziehen mit Schwert, mit Athame die Sucher den Zirkel der Macht,
liegt abseits von beiden Welten der Kreis, von vier Hütern bewacht.

Das darf das Diesseits nicht wissen, das Jenseits wird nichts verraten,
wir rufen die uralten Götter und wirken geheime Taten.

Die Säulen der Macht und der Gnade bewachen den Zugang zum Schrein,
Dual ist die Macht der Schöpfung: die Gottheit, die Kraft, deren Sein.

Das Licht und das Dunkel im Wechsel, Aspekte und komplementär
bezeugen den Gott und die Göttin, so lehrt man von alters uns her.

Des Nachts ist er Herr der vier Winde, der Hirschgott, der Herr der Schatten,
am Tag dann des Waldlandes König, der Herr der Täler und Matten.

Sie zeigt sich als Mädchen und Alte, und segelt mit Wolken die ziehen,
der Mitternacht silberne Herrin, die Alte, vor der wir fliehen.

Der Herr wie die Lady der Zauber, sie sind in den Seelen zu finden,
unsterblich, in stetem Wandel, können sie lösen und binden.

So hebt auf die Götter die Becher, preist tanzend, in Lust sie fortan.
bis friedvoll ihr Reich wir betreten, sind unsere Tage vertan.


Wenn das, was du wirkst nicht schadet, dann handle getreu deinem Willen,
so lautet das große Gebot, so wird die Magie dich erfüllen.

Acht Worte sind über Allem gesetzt:
Tu was du willst, wo es niemand verletzt.
SneakyJohn McCrae 1872-1918

In Flanders fields the poppies blow
Between the crosses, row on row,
That mark our place; and in the sky
The larks, still bravely singing, fly
Scarce heard amid the guns below.

We are the Dead. Short days ago
We lived, felt dawn, saw sunset glow,
Loved and were loved, and now we lie
In Flanders fields.

Take up our quarrel with the foe:
To you from failing hands we throw
The torch; be yours to hold it high.
If ye break faith with us who die
We shall not sleep, though poppies grow
In Flanders fields.

Auf Flanderns Flur umweht der Mohn
ein Heer von Kreuzen, jedes zeugt davon
was uns verblieb. Am hohen Himmel singen
die Lerchen tapfer, doch die Lieder dringen
kaum erdwärts her durch der Kanonen Hohn.

Wir sind die Toten. Karger Lebenslohn:
ein Dämmern, Licht und Lieben, dann kam schon
der Tod zu uns, uns zu verbringen
auf Flanderns Flur.

Besteht den Feind, den Kampf, die Fron.
die uns entglitt, tragt hoch davon,
die Fackel. Bleibt getreu uns, die schon gingen,
sonst ist uns Schlaf verwehrt, blüht auch der Mohn
auf Flanderns Flur.

Variante
Mohnblumen blühn auf Flanderns Flur
um Kreuz an Kreuz, der letzten Spur
von uns. Am hohen Himmel klingen
zwar Lerchenhymnen, doch ihr Singen
durchdringt kaum der Kanonen Dur.

Wir sind die Toten, lebten nur
ganz kurz im Licht und Liebe pur,
dann kam die Nacht in die wir gingen
auf Flanderns Flur.

Tragt nun die Fackel mit Bravour,
die uns entglitt, trotzt der Tortur
des Kampfs. Bleibt uns im Ringen
getreu, weil wir sonst untergingen
dass uns kein Frieden widerfuhr
auf Flanderns Flur.
SneakyRupert Brooke Peace 1914

Now, God be thanked Who has watched us with His hour,
And caught our youth, and wakened us from sleeping,
With hand made sure, clear eye, and sharpened power,
To turn, as swimmers into cleanness leaping,
Glad from a world grown old and cold and weary,
Leave the sick hearts that honour could not move,
And half-men, and their dirty songs and dreary,
And all the little emptiness of love!

Oh! we, who have known shame, we have found release there,
Where there's no ill, no grief, but sleep has mending,
Naught broken save this body, lost but breath;
Nothing to shake the laughing heart's long peace there
But only agony, and that has ending;
And the worst friend and enemy is but Death.


Dem Herrn sei Dank, der uns an seine Stunde band
den Schlaf uns nahm, und uns noch jung gefangen
mit klarem Blick, gestärkter Kraft und fester Hand,
wie Schwimmer - die in kühles Wasser sprangen –
die altgewordne kalte Welt verlassen ließ,
die kranken Herzen die die Ehre nicht mehr kennen,
ein rohes Volk mit schalen Liedern, schmutzig, mies,
mit ihrer kleinen Leere, die sie Liebe nennen.

Wir, die wir Schande kannten, spürten dass die Last sich neigt,
wo Schlaf für Übel und für Kummer heilsam ist,
wo uns nur Atem stockte, nur die Glieder brachen,
wo nichts den Frieden nimmt von Herzen, die froh lachen
als nur der Agonie begrenzt gefühlte Frist
und nur der Tod als schlimmster Freund und Feind sich zeigt.
SneakyEdna St.Vincent-Millay

Sonnets from an ungrafted Tree


Sie kehrte wieder, wachte dort am Bett,
bis er verstarb, doch Liebe fühlte sie nicht.
Der Winterregen fiel und plitschte fett
ins bunte Butterfass. Dort wuchsen dicht
Geranien in Rot in frühen Tagen.
Jetzt moderten nur Stängel noch heraus.
Ein Scheit sprang, sie lief, Holz hereinzutragen
kein Kopftuch, die paar Schritte aus dem Haus

bis hin zum Schopf, an dem der nasse Trauf
im Wind verklapperte, sah Unkraut ranken
bis unters Dach. Dann riss sie der Verlauf
der Bilder fort ( da säte in Gedanken
mit Schurzfell einer, Ärmel hochgeschlagen
und träumte sich ein fernes Blütentragen).

II
Das Sägemehl am Boden schien ihr alt,
die Krankheit dauerte wohl lange schon,
die Axt wippte im Block, der Wind trieb kalt
den Regen her, im steten Trommelton
schien ihr, dass sie, was jemals war, vergesse –
den Sommerdunst mit seinen Sensenklängen,
die Schwingen in der Kapuinerkresse,
ein Kolibi -vielleicht- und kein Verhängen

des hellen Himmelblaus so weit man sah,
mit grauen Wolken, fett und regenschwer.
Doch dieser harte Dauerregen spülte,
wusch all das weg, zurück blieb kahl und leer
nur eines übrig, das sie drückend fühlte.
Der Regen war wie heut, schon immer da.

III
Sie nahm vom Stapel reichlich Klötze hoch
in ihre Arme, hielt sie mit dem Kinn,
vor Spinnen ängstlich so wie früher noch,
auf Armen, im Gesicht, doch nahm sies hin
zu ungeduldig jetzt, trotz allem Bangen,
um weniger zu schleppen, nahm von Zweigen
und Birkenrinden, die gut Funken fangen,
aus denen schnelle heiße Flammen steigen.

Sie dachte nicht jemals zurückzukehren,
zur Gänze abgelenkt und vorzufinden,
nur rundes feuchtes Holz mit nasser Rinden
und Wurzelstrünke, die kein Feuer nähren.
(Im Holzkorb war nur etwas Staub zu schaun,
und Altpapier, ein Apfelstrunk, ganz braun)

IV

Auf Kohlen wanden fischgleich weiße Rinden,
im Qualm sich hin und her, sie blies auf Knien
im Wunsch im Feuer etwas Trost zu finden
darauf und sah nur Rußpartikel ziehen,
in denen nicht die kleinsten Funken stoben.
Für Feuer war das Holz zu nass vom Regen.
Dann, sanft als ob sich Wünsche in ihr hoben
(wie damals und sie anderes Erregen,

anfachen wollte, was misslang) erwacht
ihr Wollen auf der Kohle, derem Wehren,
und konzentriert sich ganz allein darauf.
Da springt – urplötzlich - doch ein Funken auf
ein Aufflammen des Feuers und Verzehren,
Und durch die Fenster steht blauglotzend jäh die Nacht.

V

Ein Karren hält vor ihrem Haus. sie hört
des Händlers Ölzeug schwer an Beine klatschen.
Urplötzlich rennt sie los, total verstört,
entriegelt rasch die Tür mit einem Ratschen.
Dann birgt sie sich- der Zugang ist jetzt frei-
im Keller, bis der Händler wieder ging,
in atemlosen Beten es sei einerlei,
dass sich der Stuhl an dem sie sich verfing,

noch wippt. Ein sauerscharfes kaltes Gas
steigt altvertraut aus dem Gewölbe auf.
Sie sieht die enge Treppe abwärts streben,
Salpetersalz an Einwecktöpfen kleben.
bevor er geht, steigt sie nicht mehr hinauf.
Ihr Blick klebt bang am Marmeladenglas.
SneakyYeats / König Golls Irrsinn


Ich ruhte auf Kissen aus Otterfell,
mein Wort war Gesetz von Ith bis Emain
und trieb selbst in Inver Amergin stahlhell,
Furcht den Herzen der Seeräuber ein.
Es schirmte vor Krieg und Gefahr,
Jungen wie Mädchen, Männer wie Vieh,
die Ernte war reicher von Jahr zu Jahr
die Vögel des Himmels zahlreich wie nie.
Die alten Knechte, sie beugten
grausilberne Häupter, bezeugten:
Er schirmt uns vor nördlicher Kälte.
Es schweigt nicht, das tanzende Laub um mich,
das welkende Birkenlaub.

Sinnend trank ich von süßem Wein,
als ein Hirt aus dem Herzland beklagt,
es hätten in Drachenkopfschiffe hinein
Piraten ihm seine Schweine gejagt.
Ich berief die Huskarls, Männer der Schlacht,
und grollende Bronzestreitwagen
aus Tälern und Bergen und fiel in der Nacht,
als sie schlafend im Sternenlicht lagen,
am Strand über die Seewölfe her,
und keiner entkam dem rächenden Speer.
Viel goldene Spangen errang meine Hand.
Es schweigt nicht, das wispernde Laub um mich,
das welkende Birkenlaub.

Doch mählich, während ich brüllend kämpfte
und auf blutigem Boden stand,
erfasste ein Etwas mein innerstes Ich,
ein tanzender, lodernder Brand.
Am Himmel blitzten kalte Sterne,
die Augen der Männer glänzten fahl,
so lachte ich auf und lief in die Ferne
über felsige Küsten, Heide und Tal.
Ich jauchzte auf zum Vogelflug,
im Sternenlicht, zum Wolkenzug,
dem Rascheln im Schilf, dem Wellengesang.
Es schweigt nicht, das wispernde Laub um mich,
das welkende Birkenlaub.

Nun bin ich im Wald zu jeder Zeit,
ob Sommer die Bienen trunken macht,
ob Herbst in stiller Einsamkeit,
im Laub leopardene Lohe entfacht,
ob im Winter an eisigen Stränden
der Kormoran auf den Klippen friert.
Ich wandere weiter, rede mit Händen,
schüttle mein Lockenhaar ungerührt.
Der Grauwolf kennt mich. Ich höre ihn gut,
der Herzschlag des Hirsches durchpulst mein Blut.
Die Hasen kommen mir furchtlos nah.
Es schweigt nicht, das wispernde Laub um mich,
das welkende Birkenlaub.

Ich fand eine Siedlung, schlafend, stumm.
Erntemond. Und wie Wind durch Ried
ging ich lautlos hinein und sah mich um,
murmelnd zu einem seltsamen Lied,
„ ich folgte ihm durch Nacht und Tag
dem Schall von gewaltigen Schritten“,
und sah eine alte Harfe, sie lag
auf der Bank, dem Sänger entglitten.
Die nahm ich mit in die Einsamkeit
des Waldes, und von seltsamem Leid
sangen wir mit vermählten Stimmen.
Es schweigt nicht, das wispernde Laub um mich,
das welkende Birkenlaub..

Ich sang wie nach dem langen Tag
Orchil ihr dunkles Haar enthüllt,
wie es den Sonnentod verdeckt
den Wind mit leisem Duft erfüllt.
Wenn meine Hand die Harfe rief,
stillten die Töne frisch wie Tau
den Durst in mir, der sonst nie schlief.
Doch nun stimmt in die Klage ein,
der Klang verging, die Saite sprang,
mich ziehts durch Wald und Hügel
bei Winterkälte, Sommersglut.
Es schweigt nicht, das wispernde Laub um mich,
das welkende Birkenlaub.
SneakyThomas Campbell / Hohenlinden

Bei Linden stand die Sonne tief,
als unberührt der Neuschnee schlief,
die Strömung winterschwarz verlief,
die Isar, die rasch meerwärts rann.

Und Linden sah das Ringen,
wie nachts die Trommeln gingen
Geschützfeuer bezwingen
die Nacht mit Feuerbann

Bei Fackellicht und Hörnerruf
blitzt blank der Pallasch, stampft der Huf
und Roß und Reiter brennt im Ruf
Attacke, drauf und dran.

Die Hügel beben in dem Ringen,
die Sporn soll Rosse vorwärts zwingen
und gleißender als Blitze springen
die Mündungsfeuer alle an.

Doch brennernder ergleißt das Licht
im Schnee, der rot vom Schlachten spricht,
und beinah fasst die Toten nicht,
die Isar, die rasch meerwärts rann.

Die Sonne die sich morgens zeigt,
bricht kaum den Dunst, der aufwärts steigt,
vom Franken-Hunnen Widerstreit,
wo jeder brüllt, so laut er kann.

Die Schlacht wogt schwer, fass allen Mut
Zum Sieg, zum Grab,vergießt das Blut,
hiss Fahnen, München, hiss sie gut,
kämpft ritterlich heut, Mann für Mann.

Kaum einer ists, der heimwärts geht,
der Schnee wird, der sie weiß verweht,
ihr Leichentuch, und wer noch steht,
sieht Gräber nur, soweit er kann.
SneakyP.B. Shelley / Lines

The cold earth slept below,
Above the cold sky shone;
And all around, with a chilling sound,
From caves of ice and fields of snow,
The breath of night like death did flow,
Beneath the sinking moon.

The wintry hedge was black,
The green grass was not seen,
The birds did rest on the bare thorn’s breast,
Whose roots, beside the pathway track,
Had bound their folds o’er many a crack
Which the frost had made between.

Thine eyes glowed in the glare
Of the moon’s dying light;
As a fen-fire’s beam on a sluggish stream
Gleams dimly, so the moon shone there,
And it yellowed the strings of thy raven hair,
That shook in the wind of night.

The moon made thy lips pale, beloved –
The wind made thy bosom chill –
The night did shed on thy dear head
Its frozen dew, and thou didst lie
Where the bitter breath of the naked sky
Might visit thee at will.

Kalt deckte Land wie die See
des Himmels eisiges Zelt,
und ringsumher schlich sich schicksalsschwer
aus Spalten aus Eis und aus Schnee
der Odem der Nacht wie Todesweh,
Der Mond schied von der Welt.

Der Schwarzdorn bot winterkahl,
- geschwunden Grün und Gras -
dürres Geäst den Vögeln als Nest,
sein Wurzelwerk band ohne Zahl,
die Furchen des Frosts, die dieser fahl
abseits der Wege fraß.

Dein Augenglanz flammte weit,
von schwindendem Mond entfacht,
wie Riedglut im Spiegel träger Flut,
wenn Mondschein ihm Leuchten leiht.
Dein schwarzes Gelock vergilbte vor Zeit
im Licht wie im Wind dieser Nacht.

Der Mond, nahm Liebste dein Lippenrot,
der Wind die Wärme der Glieder,
die Nacht –unentwegt - hat dir auferlegt,
Eistau aufs Haupt und so lagst du da
dem bitteren Atem des Himmels nah.
Nach Belieben käme er wieder.
SneakySwiftly walk o'er the western wave,
Spirit of Night!
Out of the misty eastern cave,
Where, all the long and lone daylight,
Thou wovest dreams of joy and fear,
Which make thee terrible and dear,-
Swift be thy flight!

Wrap thy form in a mantle gray,
Star-inwrought!
Blind with thine hair the eyes of Day;
Kiss her until she be wearied out,
Then wander o'er city, and sea, and land,
Touching all with thine opiate wand -
Come, long sought!

When I arose and saw the dawn,
I sighed for thee;
When light rode high, and the dew was gone,
And noon lay heavy on floor and tree,
And the weary Day turned to his rest,
Lingering like an unloved guest,
I sighed for thee.

Thy brother Death came, and cried,
Wouldst thou me?
Thy sweet child Sleep, the filmy-eyed,
Murmured like a noontide bee,
Shall I nestle near thy side?
Wouldst thou me? - And I replied,
No, not thee!

Death will come when thou art dead,
Soon, too soon -
Sleep will come when thou art fled;
Of neither would I ask the boon
I ask of thee, beloved Night -
Swift be thine approaching flight,
Come soon, soon!

Bereise das westliche Meer,
Herrin der Nacht,
die Höhlen in Ost lass nebelschwer,
dort trugst du des Tages Fracht,
wobst Träume voll Trauer und Tanz
die schmücken, entstellen dich ganz
flieg, rasch erwacht.

Hüll dich in graues Linnen
sternstaubbestickt,
dein Haar blende Tagessinnen,
küss ihn, bis schläfrig er nickt,
tränk Städte, Meere und Land
mit Mohnblumensaft aus Zauberhand,
mich, der sehnend blickt.

Erwacht im Dämmern verlangte mich
nach dir so sehr.
Als Tau im Sonnenbrand verblich,
Mittagsglast drückte zu schwer.
sich müde der Tag zur Ruhe rollte
ein Gast, den keiner willkommen wollte,
bat ich dich her.

Dein Bruder, Tod, rief mir zu geschwind
Freist du mich?
Schlaf, dein am meisten geliebtes Kind
frug mit verschleiertem Blick „Soll ich
mich betten zu dir, dir nahe zu sein,
nimmst du mich“? Mein Wort war allein,
Nein, Nein, nicht dich!

Der Tod nimmt mich zu seiner Zeit,
in kürzester Frist,
der Schlaf wird kommen, bist du schon weit,
ich hab keine Gabe von Ihnen vermisst,
wie ich sie erbitte, geliebte Nacht
von dir, komm, nahe dich, Zaubermacht
in kürzester Frist.
SneakyNach R. Kiplings Roman Occupation in Albion

Legat, man sprach es in der Nacht, die Einheit ist befohlen
nach Portus Itius via Schiff, nach Rom will man uns holen.
Die Hundertschaften sind an Bord, an Deck kein Troß zu sehen,
mein Schwert gib einem andern jetzt. Befiehl mir nicht zu gehen!

Vom Hadrianswall bis Vectis hin hab ich im Dienst gegeben
an 40 Jahre diesem Land, hier ist mein Heim, mein Leben.
Das fühlte ich noch gestern nicht, doch spricht man nun zu mir,
dass mich die Heimat heimwärts ruft, da weiß ich, sie ruft hier.

Hier, sagen sie, erwarb ich Ruhm, ist meiner Mühe Lohn,
hier ruht der beste Teil von mir - die Frau - die Frau, mein Sohn.
Da Zeit, Erinnerung und Schmerz, Brauch, Dienst und Alter, Glück
mich wurzeln ließen hier im Land, wie kann ich da zurück?

Für mich genügt Britannien, sein Meer, die Menschen, Felder
kein Purpurglanz des Südens zählt wie diese Nordlandwälder,
ein Himmel mit Dezemberschnee, August mit Sonnenplage,
das Stahlblaugrau des frühen März, die langen Junitage.

Ihr folgt dem Lauf des Rhodanus, wo Wein, Oliven reifen,
wo Sommerbrisen warm und sacht Nemausus Dächer streifen,
zum Tor von Arelate hin. Mir redet nicht davon,
lasst mich, wo Eichen widerstehn voll Trotz Euroclydon.

Geht auf der Via Aurelians, gesäumt von Pinienbäumen,
seht pfauenblau die Fluten dann Mare Thyreniums schäumen.
Lebt, wo der Siegeskranz euch lacht. Mir wird sich nie mehr legen,
der Duft von Hagedorn im Hain, von Heidekraut im Regen.

Gib Arbeit in Britannien mir, ganz frei nach deinem Willen,
ob Sumpfdrainage, Straßenbau, ob Bauernlümmel drillen,
Patrouillendienst im Piktenland, in Forts, in Grenzlandkriegen,
wo ödes Moor mich rings umgibt und alte Freunde liegen.

Legat, die Trauer treibt mich her. Die Einheit soll zurück,
ich diente 40 Jahre hier. Rom ist nicht mehr mein Glück.
Hier kann ich Herz und Seele, Geist, hier kann ich Leben sehen.
Kein Mann, ders ist, lässt das zurück. Befiehl mir nicht zu gehen.
SneakyLewis Turcos' Terzanelle vom Spinnengeflecht variiert

A)
Sie ist dabei, das Fenster einzuspinnen,
es dämmert, und der Raum darunter schweigt,
das Glas hat sich getrübt im Stundenrinnen,
vom Dunkel, das auf Fenstersimse steigt.

Zuletzt beendet sie ihr stilles Weben,
es dämmert und der Raum dahinter schweigt,
fängt Echos ein, die in den Abend schweben,
sie füllen alle Winkel, jeden Flur.

Zuletzt beendet sie ihr stilles Weben,
wartet aufs Zittern einer Seidenschnur.
Die Schatten auch, sie tasten nach dem Licht,
sie füllen alle Winkel, jeden Flur.

Die Zeit verrinnt, der Raum spürt ihr Gewicht,
die Spinne reitet auf der schwarzen Flut,
die Schatten auch, sie tasten nach dem Licht.

Der Raum und alles in ihm duckt sich gut,
das Glas ist eingetrübt im Stundenrinnen,
die Spinne reitet auf der schwarzen Flut,
nach Ihrem Werk, das Fenster einzuspinnen.


B)
Die Spinne quert mit ihrem Netz das Fenster,
der Raum darunter schweigt im Abendlicht
das Glas verschleiern trübe Zeitgespenster,

die Dunkelheit tropft auf den Sims, schließt dicht.
Zuletzt vollendet sie ihr stilles Weben,
der Raum dahinter schweigt im Dämmerlicht,

nimmt auf , was Abende an Echos geben,
die Winkel füllen, sich auf Dielen legen.
Zuletzt vollendet sie ihr stilles Weben,

und wartet, wird die Schnur sich zitternd regen?
Die Schatten auch, die wachsend, Schritt für Schritt,
die Winkel füllen, sich auf Dielen legen.

Die Zeit verrinnt, der Raum treibt in ihr mit.
Die Spinne reitet auf der schwarzen Flut
die Schatten auch, anwachsend, Schritt für Schritt,

der Raum und alles in ihm duckt sich gut.
das Glas verschleiern trübe Zeitgespenster.
Die Spinne reitet auf der schwarzen Flut,
mit ihren Netzen querte sie das Fenster.


C)
Die Spinne webt, das Fenster wird verdeckt,
der Raum darunter schweigt im Dämmerkleid,
das Glas ist vom Verlauf der Zeit verfleckt.

Und von den Simsen sickert Dunkelheit.
Zuletzt vollendet sie ihr stilles Weben,
der Raum dahinter schweigt im Dämmerkleid,

nimmt auf , was Abende an Echos geben-
in Winkeln, und auf Böden ausgelegt.
Zuletzt vollendet sie ihr stilles Weben,

und wartet, dass die Schnur sich zitternd regt,
mit ihr die Schatten, wachsend, Schritt für Schritt.
In Winkeln und auf Böden ausgelegt,

vergeht die Zeit, der Raum treibt in ihr mit.
Die Spinne reitet auf der Schwarzlichtgischt
mit ihr die Schatten, wachsend, Schritt für Schritt,

der Raum und alles in ihm wird verwischt.
Das Glas ist vom Verlauf der Zeit verfleckt.
Die Spinne reitet auf der Schwarzlichtgischt,
die Scheibe ist durch ihr Gespinst verdeckt.
SneakyNach Joanna Baillies' "The Outlaws Song"

Die Raben ruhen schon im Nest
kein Käuzchen hält mehr Wacht,
der Wind ächzt gleicht dem letzten Rest
von Mitleid in der Nacht.
Ein Gluthauch hüllt die Heide ein,
die Sonne sinkt in Rot,
lasst, Jungs, den Schlummer Schlummer sein:
Nehmt, was der Tag euch bot.

Kinder samt Amme hält der Schlaf
die Knospen schließt ein Traum,
kaum dass ein Lichtstrahl mich noch traf
aus meiner Lady Raum.
Das Damwild findet sich nicht ein,
irrt wegelos in Not,
lasst, Jungs, den Schlummer Schlummer sein,
Nehmt, was der Tag euch bot.

Kein Obdach, keine Scheuer wirbt,
kein Dach und keine Tür,
kein Eid, dass nie die Liebe stirbt,
bereichert unser Hier.
Tags lädt ein Tal zum Schlaf uns ein,
das Dunkel nährt wie Brot,
lasst, Jungs, den Schlummer Schlummer sein:
Das ist der Nacht Gebot.
Sneakynach Keats "Ode to a Nightingale"

Mein Herz krankt, schläfriges Betäuben engt
den Geist, ein Opiat, ein Schlierlingstrank
scheint mir, ist es, der meine Sinne tränkt,
mit Lethes Trauer - Nein, ich bin nicht krank
vor Neid auf all dein Glück, es ist viel mehr
das Glücksgefühl zu groß, dir nah zu sein,
dass - Baumdryade, federleicht beschwingt -
du süß singst, voll und schwer,
von grünen Birken, einem Schattenhain,
in reifem Sommer, den dein Lied mir bringt.

Was gäbe ich für einen Schluck des Weins,
von Schattenhügeln ein Äon gekühlt,
der Duft der Wiesen birgt, des Frühlingseins,
und Tanzmusik, die provencalisch spielt!
Ein Becher aus dem wahren Süden nur,
dem Quell des Pegasus , dem wahren Trank,
mit Perlenschäumen um den reichen Rund,
der säumt mit Purpurspur
die Lippen dass ich blind der Welt versank,
verging in eines Waldes Dunkel diese Stund.

Entschwinden, Lösen, das Vergessen lass,
von dem du niemals wusstest im Geäst,
von Mattheit, Fieber, allem Übermaß
der Welt, das Menschen stöhnen lässt;
dass grau man wird und zittert hochbetagt,
dass bleiche Jugend geisterhaft verstirbt
dass man am Grund des Bechers Sorgen sieht
der Mut bleischwer verzagt,
der Schönheit Glanz wie Flitterglast verdirbt.
und Liebesweh im Morgendämmern flieht.

Nur weg, von hier, Ich eile hin zu dir,
nicht das Gespann des Bacchus trägt mich her,
die Poesie trägt flügellos, ist auch bei mir
der Geist zu dumpf, zu ausgebrannt und schwer.
Und nun bei dir: Wie ist die Nacht so licht,
wenn Luna ihren Götterthron besteigt
im Sternenschleier hoch am Himmelszelt;
doch hier kennt ihr Gesicht
kein Glänzen, wenn es nicht der Himmel zeigt,
dass es durch Schatten auf die Moose fällt.

Die Blumen mir zu Füßen weiß ich nicht,
den Balsam nicht, der durch die Zweige weht,
doch trägt das Dunkel mir ins Angesicht
von jedem Duft, der mit dem Frühling geht,
von Apfelblüten, Büschen, Weiden, Gras,
von Haseln, Heideröschen, Veilchenduft,
die unter Laub verblühn in Flüchtigkeit
von Moschusrosen, nass
vom frühen Tau in morgenfrischer Luft,
dem Mückensurr'n zur Sommerabendzeit.

Verdunkelten Gemütes horche ich,
dem sanften Tod halb zugeneigt, und rief
im Vers ihn, der ihn einem Gast verglich
im Dunkel, und mein Atem war so tief;
Es scheint die beste Zeit mir, hinzugehn,
in einer Mitternacht ganz ohne Leid,
wenn sich dein Seelenlied zum Himmel schwingt,
in solchem Auferstehn,
du sängst, wärst mit dem Requiem allein
das himmelwärts, doch keinem Ohr erklingt.

Unsterblich bist du, nicht dem Tod geweiht,
wirst niemals Hungrigen die Speise sein,
dein Lied erklang wie heute Nacht zur Zeit
von Kaisern und von Gauklern, stimmte ein
als Ruth voll Tränen nach der Heimat rief,
in einer Nacht in einem fremden Land,
in dem der Himmel noch ein Fremder war,
ein Lied, das niemals schlief,
das Zauber mit sich trägt vom fernen Strand
von Tir na Nog, verloren, voll Gefahr.

Verloren! Geisterhell erklingt das Wort,
das glockengleich mich wieder weckt in mir,
leb wohl, die Phantasie trägt mich nicht fort,
sie spielt den Elf, doch Trug ist ihr Revier.
Lebt wohl, Lebt wohl, das Klagelied steigt auf
Wohl über Wiesen , Weiden, stillem Tann
Die Hügel an und birgt sich nach und nach
In eines Tals Verlauf:
Wars eine Vision, ein Schlaf ein Bann?
Das Lied ist aus. Und träum ich? Bin ich wach?
SneakyDas hier ist ein Kuriosum. Den Autor kenne ich (bisher) nicht namentlich, der Text stammt aus einem Sword & Sorcery Computerspiel namens DRagon Age Inquisition.
Ich weiß auch nicht ob der Autor von seiner Todsünde wusste, als er STabreim und Endreim vermengt hat, aber ich ich bin unter anderem Fan der Edda und der englische Text ist klanglich sehr gut. Über den Inhalt lässt sich natürlich streiten, aber das ist dann wie bei Keats Gedichten. Die liebt auch nicht jeder. :

Sing uns Tyrdda Lichtaxts Saga, Berggebärer, Geisterbraut,
frei ihr Volk, in Glut gehärtet, Hochlandherren, rauh von Haut.
Wort voll Weisheit, Rat voll Ruhe, Großmut für den Gast ihr Sinn,
opfert Geistern, wägt ihr Wissen, geht den Weg des Helden hin.
Axt aus Adamantkristall loht wenn wild sie Zorn verzehrt,
ihrer Elfenliebsten Gabe, die die Welten Lachen lehrt.
Kämpft mit Kriegern, zwingt sie alle, Maid, wird keines Manns Gewinn,
Tyrrda Lichtaxt, traumverehrt.

Thelm die Goldhand, Finger fettig, jeder Ring gleißt gemmenreich,
nimmt wen Not kennt auf, macht fett ihn, füttert schlaff ihn, beinlos, weich.
Große Krieger, groß an Zahl, Stahl, der in der Sonne loht,
drachenschuppig ihre Rüstung, Herzblut tränkt die Küsten rot.
Thelm spinnt Sagen, raunt von Reichtum, Hort im Norden überm Meer,
wispert Worte, treibt die Stämme, hin zur goldnen Stadt wo er
Schlaf mit Traum und Rat vergiftet, den als weiser Mann man flieht,
doch das Meer quert, wirr vor Wahn, Stamm um Stamm und keiner sieht.

Honigsüß bot Thelm dort Tyrrda, Gold und Stahl für Männer an,
wollte Krieger für den Kampf , herrschen über Herz und Clan.
Goldhands Stimme lockt ihr Clanvolk. das kalter Wind gleich Messern schnitt,
„Kommt, auf dass mein Weib sie werde, herrscht in goldnen Hallen mit.
Tyrdda Lichtaxt, wild vor Wut, Axtblatt strahlen hell von Licht,
lässt sich leiten von der Liebsten, folgt nicht dem, der lüstern spricht.
„Niemand wird den Stamm mir nehmen, auch nicht eines Dämons Trug,
fürchte Glut und grimmen Zorn, deine Gier kennt kein Genug.

Tyrdda Lichtaxt, Thelm die Goldhand, stritten mit der Axt, dem Schwert,
Thelm mit Silberschild und Rüstung, grell im Glanz, der Schlägen wehrt.
Rot rinnt Blut von Drachenklingen, rauh der Kämpfer Atem jagt,
Tyrdda steht, die Axt erstrahlt, bringt den Blutzoll unverzagt,
Gabe aus der Hand der Herrin, die die Welten Lachen lehrt.
„Flieh gen Nord, zur Stadt aus Gold, lüge wies dein Herz begehrt!“
wund von Silberwaffen bergen Rabenschwingen Thelm zur Nacht.

Tyrdda Lichtaxt, blutig, furchtlos, führt vom satten Land den Clan,
Stahl durch Ackerfurchen stumpf, schmiedet Schmerz in jedem Mann.
Dort im Schnee der Berge, schutzlos, wo der Wind um ‚Gipfel schreit,
birgt sie sie im Herz der Höhle, als ein Drache Feuer speit.
Schuppen widerstehen Stahl, Felsengletscher schmelzen ab,
Tyrdda schwört der hohen Herrin: Dich erwähl ich bis ins Grab.
Blendend bricht ein Blitz das Dunkel, drischt zu Boden Drachenwut,
bebend bersten Bergesgipfel, Trümmer regnen, Staub und Blut.

Tyrdda Lichtaxt, stolz ihr Stamm, frei von Faulheit Leib wie Hand.
kampfgeprägt und karg ihr Dasein, Kraft erwuchs im Widerstand.
Tief in Höhlen traf der Steinstamm, Hendirs Krieger, stark, bereit,
auf den Clan, die Brünnen blinken, Schwertstahl glänzt gezückt zum Streit
Tyrddas Elfenliebste sänftigt stolzen Zwergenzorn hinfort,
offen stehen starre Herzen, hören ehrfurchtsvoll ihr Wort:
„Clan und Zwergvolk trennt kein Zwist, Friede sei im Reich aus Stein,
keine Händel, friedvoll Handel soll mit Hendirs Zwergen sein.“

Tyrdda Lichtaxt, Freundin Hendirs, lag mit Ihrer Liebsten lang,
Liebe lag noch auf dem Lager, als der Morgen kam doch bang
dachte sie an Wisperworte, die ein Traum vom Tod gebracht:
„Alles fällt in das Verderben, erbt kein Kind von dir die Macht“.
Aval`var, die Elfenlady, sprach „die Last ist dein und mein“
eines Tags soll Morrighan’nan, deine Tochter Herrin sein.
Avval’vars Gebot zu ehren hilft ihr Hendir, zeugt getreu
das die Sippe lebt ein Kind, Avvar nennt der Stamm sich neu.

Tyrdda Lichtaxt, Avvar Herrin, stark ihr Stamm durch Zwergengut
ringt mit Dämon, ringt mit Mensch, siegt mit Waffen Weisheit, Blut.
Hin zu Hendir blickt sie, den sie Freund und Lord, Kindsvater nennt,
freit die Freiheit, Glück wünscht Hendir, Glück, das sie mit ihm nicht kennt.
Sie setzt ein ihr Kind als Führer, als was falsch war ward erneut
gab ihr Gut dem der in Not war, und ihr Stamm gedeiht noch heut.
SneakyNach "The Destruction of Sennacherib" von Byron


Uns nahten Assyrer wie Wölfe der Herde,
ihr Kriegsvolk im Purpur und Goldschmuck der Erde,
die Speerspitzen gleißten wie Sterne auf See,
bespülten die Fluten des Nachts Galilee.

Wie Blätter des Waldes im Sommer an Zahl
so ballten sie sich, als gen West als Fanal
die Sonne versank, und wie Laub im Verlauf
des Herbststurmes fand sie der Morgen dann auf.

Denn Azraels Schwingen zum letzten Gericht
beschatteten sie, und er blies ins Gesicht
den Schläfern den Atem des Todes und schwer
schlug nur einmal das Herz jedem Mann noch im Heer.

Da lagen die Hengste, die Nüstern noch weit,
doch zeugte kein Schnauben von Stolz mehr und Streit,
eiskalt lag ihr keuchender Schaum auf dem Feld,
so kalt wie die Gischt, die an Felsen zerschellt.

So bleich alle Reiter, so kalt jedes Herz,
von Stirnen troff Tau und der Rost fraß am Erz
kein Horn rief das Heer, jedes Banner erschlafft,
gelöst alle Hände von Griffen und Schaft.

Die Witwen Ashurs erhoben ein Klagen,
Baals Tempel zerfiel und es künden die Sagen:
Wie Schnee hat die heidnische Macht verzehrt
Jahwes Blick weit besser als jedes Schwert.
SneakyNAch M. Fryes Do not stand at my grave and weep

Weint nicht am Grab mit betrübtem Gesicht,
dort findet ihr nichts, dort weile ich nicht.
Ich bin in tausenden Stürmen, die wehen,
in Flocken aus Weiß, die zur Erde gehen,
im Regen, der sachte die Krume berührt,
in reifendem Korn, vom Lufthauch verführt,
dem nahenden Morgen, der Licht noch nicht kennt,
dem Kreisen der Vögel, vereint und getrennt,
im Sternglanz, der kühlend um Mitternacht fällt,
in blühendem Grünen in Garten und Feld,
in Räumen, völlig der Stille ergeben,
dem Tschilpen der Stare in Haseln soeben,
in allem, das schön ist, von Herzen gefällt.
Weint nicht am Grab, dem dunkelnden Ort,
dort findet ihr nichts. Ich bin ja nicht fort.
SneakyWhen You Are Old William Butler Yeats
When you are old and grey and full of sleep,
And nodding by the fire, take down this book,
And slowly read, and dream of the soft look
Your eyes had once, and of their shadows deep;
How many loved your moments of glad grace,
And loved your beauty with love false or true,
But one man loved the pilgrim Soul in you,
And loved the sorrows of your changing face;
And bending down beside the glowing bars,
Murmur, a little sadly, how Love fled
And paced upon the mountains overhead
And hid his face amid a crowd of stars.

Bist du einst alt, ergraut, voll Schläfrigkeit,
am Feuer dämmernd, nimm dir dieses Buch,
lies langsam, träumerisch darin und such
den Blick, den Ausdruck deiner Jugendzeit;
Die Anmut, die kurz währte, rein und licht,
die Schönheit liebten viel, - gut und schlecht-
den regen Geist nur einer, liebte echt,
selbst Sorgen im sich wandelnden Gesicht.
Und wenn dein Blick aufs glühn'de Gitter fällt,
beklage sacht, wie Liebe dir entschwand,
den Weg weit über sieben Berge fand,
wie sie ihr Antlitz barg im Sternenzelt.
SneakyO goat-foot God of Arcady!
This modern world is grey and old,
And what remains to us of thee?

No more the shepherd lads in glee
Throw apples at thy wattled fold,
O goat-foot God of Arcady!

Nor through the laurels can one see
Thy soft brown limbs, thy beard of gold,
And what remains to us of thee?

And dull and dead our Thames would be,
For here the winds are chill and cold,
O goat-foot God of Arcady!

Then keep the tomb of Helice,
Thine olive-woods, thy vine-clad wold,
And what remains to us of thee?

Though many an unsung elegy
Sleeps in the reeds our rivers hold,
O goat-foot God of Arcady!
Ah, what remains to us of thee?

II

Ah, leave the hills of Arcady,
Thy satyrs and their wanton play,
This modern world hath need of thee.

No nymph or Faun indeed have we,
For Faun and nymph are old and grey,
Ah, leave the hills of Arcady!

This is the land where liberty
Lit grave-browed Milton on his way,
This modern world hath need of thee!

A land of ancient chivalry
Where gentle Sidney saw the day,
Ah, leave the hills of Arcady!

This fierce sea-lion of the sea,
This England lacks some stronger lay,
This modern world hath need of thee!

Then blow some trumpet loud and free,
And give thine oaten pipe away,
Ah, leave the hills of Arcady!
This modern world hath need of thee!


Arkadiens Pan, gehörnter Geist,
die neue Zeit ist alt und grau,
was bleibt uns, das zu dir noch weist?

Kein Hirtenbub, der spottend schmeißt,
mit Äpfeln auf dich zielgenau,
Arkadiens Pan, gehörnter Geist.

Durch keinen Lorbeerbusch ergleißt
dein Leib, dein Goldbart in der Au,
was bleibt uns, das zu dir noch weist?

Die Themse, die man heut bereist
fließt öde,kalt, der Wind bläst rau,
Arkadiens Pan, gehörnter Geist!

Helikes Grab schirm ehs verwaist,
Olivenhaine unterm Blau..
Doch uns, was bleibt, das zu dir weist?

Schläft manches Lied auch lind und leis
im Schilf am Fluss noch unter Tau,
Arkadiens Pan, gehörnter Geist:
Was bleibt uns, das zu dir noch weist?

Arkadiens Hügel lass, du weißt
genug von Satyrs Spiel und Liedl,
der Neuzeit fehlts am rechten Geist.

Die Nymphen fort, wir sind verwaist,
denn Faun wie Nymphe wurden müd.
Arkadiens Hügel lass, du weißt

dass dies das Land der Freiheit heißt,
das Miltons strenge Stirn noch sieht.
Der Neuzeit fehlts am rechten Geist.

Ein Land voll Ruhm, einstmals bereist
von Sydney, lange schon verblüht.
Arkadiens Hügel lass, du weißt,

das Land der Seehelden vergreist,
dies Albion braucht ein Lied, das glüht!
Der Neuzeit fehlts am rechten Geist.

So stoß ins Horn, dass hell ergleißt,
der Ton, der Flöten nicht bemüht.
Arkadiens Hügel lass, du weißt,
der Neuzeit fehlts am rechten Geist.
SneakyNach Byrons "Isles of Greece"


Ihr Eilande vor Griechenland,
wo Sappho liebesbrennend sang
wo Kriegs- wie Friedenskunst erstand,
Delos sich hob und Phoebus klang:
Ewiger Sommer küsst die Flur,
doch hielt nur Sonnenglanz dort pur.

Von Chios‘, Teios‘ Musen blieb,
der Heldensang, das Liebeslied,
auch wenn kein Ruhmwort mehr beschrieb
die alte Heimat. Fern und müd
echots von Westen übers Meer,
weiter als von Atlantis her.

Kein Berg, der Marathon nicht ehrt,
und Marathon blickt auf die See,
und geh ich kurz dort traumbeschwert,
erträum ich Graecia frei vom Weh:
Steh ich auf persischem Gebein,
ahnt mir, ich kann kein Sklave sein.

Ein Herrscher sah vom Bergkamm her,
das meerumschäumte Salamis,
zehntausend Schiffe auf dem Meer,
auf dem ein jeder Herr ihn hieß.
Den Sonnenaufgang sah das Heer,
den Untergang sah keiner mehr.

Wo sind sie hin? Und wo bleibst du
mein Land? An deinen Küsten schweigt
Heroensang in kalter Ruh,
kein Heldenherz mehr, das sich zeigt.
Ach, muss Apollos Leier mein
zu meinem Dienst verpflichtet sein ?

Trotz Ruhm und Ehre die zerbrach,
lebt etwas, das aus Sklaven spricht,
man fühlt des Patrioten Schmach,
die Schamesröte im Gesicht.
Der Dichter spürt für Volk und Land,
den Schmerz - die Träne, die er fand.

Bleibt Klagen über totes Glück,
bleibt Schande nur? Der Väter Blut,
tränkt dieses Land. Gib uns zurück,
nur einen Hauch Spartanermut!
Lass von dreihundert drei nur sehn,
die Thermopylen neu bestehn!

Nur Stille herrscht, kein Laut, kein Hall?
Oh nein! Der Toten Chorgesang
klingt wie ein ferner Wasserfall:
Schickt einen Mann, zu jedem Gang
begleiten wir ihn. Doch ihr schweigt!
Kein Lebender, der sich uns zeigt.

Vergebens, schlag die Saiten neu,
füll Becher hoch mit Samosglut,
den Türken lass das Schlachtgeschrei,
vergieß aus Chios‘ Trauben Blut.
Dem schnöden Ruf folgt ohne Zahl,
der Pöbel heut zum Bacchanal.

Ihr wisst, was Pyrrhus Schicksal war,
dass er verging, der Phalanx Tritt?
Von zwei Lektionen, beide wahr,
nehmt ihr der Memmen Wahl euch mit?
Cadmus hat euch die Schrift gelehrt,
doch nicht, dass sie ein Sklave ehrt.

Mit Samos Wein füllt Becher reich!
seid still, macht euch das Herz nicht schwer!.
Anacreon sang göttergleich,
zwar war Polykrates sein Herr
und ein Tyrann, doch uns verblieb
griechisch das Joch, durch das er trieb.

Tyrann war er von Chersones,
und doch der Freiheit Hort und Glück
vor Marathon. Miltiades!
Ach gäb das Heute uns zurück
so einen Zwingherrn wie er war,
wir böten gern den Nacken dar.

Mit Samos Wein full Becher recht!
Auf Sulis Fels, an Pargas Strand,
lebt eine Spur noch vom Geschlecht
und dem Geblüt vom Dorerstand.
Dort keimt vielleicht ein Same neu,
dem Stamm des Herakles getreu.

Such Freiheit nicht im Frankenland,
ihr König schachert euch nur fort,
trau Griechenwehr und Griechenhand,
der letzten Hoffnung Tapfrer Hort.
Römer sind tückisch, Türken wild
dort bräche selbst dein stärkster Schild.

Füll hoch mit Samoswein den Krug
Zypressen schirmen Maidentanz
anmutig gleich dem Vogelflug,
doch trübt mir all ihr holder Glanz
den Blick mit Tränen, weiß ich doch,
sie säugen Sklaven unterm Joch.

Cap Souniouns Marmorstufen steig
ich auf, bin dort alleine mit der Gischt,
mit der ich schwangleich sing und schweig,
bis mir der Tod mein Lied verwischt.
Ein Land der Sklaven wird nie mein,
wirf weg den Krug voll Samoswein.
SneakySchon wieder gings daneben, toll.
Das kommt vom angepassten Sein,
wo man das Wollen müssen soll.

"Die Kneipe ist doch stets zu voll"
sag ich und du „dann geh ich halt allein“.
Schon wieder gings daneben. Toll,

anstatt zu lachen heg ich Groll,
bewahre Haltung, brummle in mich rein
„wo man das Wollen müssen soll“.

"Machs aus. Was? Ludwigs Opus 9 in Moll?
Wofür? Für Soaps und andres Hühnerklein?"
Schon wieder gings daneben. Toll.

Nicht weil der Zorn die Adern schwoll,
bin ich mies drauf. Ich werd gemein
wo man das Wollen müssen soll.

So fordert unser Leben stetig Zoll
von uns, komm stimm mit mir ins Liedchen ein:
„Schon wieder gings daneben. Toll,
wo man das Wollen müssen soll.“

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