| Mahsheed | [I][list][font=Garamond][size=4][color=ffffff]Ich nutze diesen Platz hier, um einer Sucht zu frönen, die nichts mit Melancholie zu tun haben muss, die sich aber neugierig oder sehnsüchtig zu dem neigt, was nach dem Leben kommt oder was vor dem Tode war. Das Unerreichbare zieht das Sehnen, der Tod aber wird etwas sein, was diese Sucht beendet. Dieser Garten soll ein Gemeinschaftsgarten sein; daher sind eingebrachte Gedichte oder Zitate - was auch immer - von anderen Gartenbesuchern natürlich und ausdrücklich gern gesehen. ~*~ "Tod und Schönheit sind zwei hohe Dinge, die gleich viel Schatten und Licht enthalten, sodass man sie für zwei Schwestern halten könnte, gleich schrecklich und furchtbar, erfüllt von demselben Rätsel und demselben Geheimnis." (Victor Hugo) [/list][/size][/font][/i][/color] [COLOR=crimson]Hier bitte auch wirklich nur Themenorientier schreiben, den allgemeinen Fremdlyrik Thread findet ihr auch hier, Cry[/COLOR] |
| Mahsheed | [list][color=#ffffff][font=Garamond] [I]Die Gedanken von Jean Cocteau finde ich beachtlich, und ich stelle sie zur Einleitung hier hinein, immer versucht, sie mir zu Herzen zu nehmen, selbst, wenn der Thread genau das macht, was Cocteau zu vermeiden warnt:[/I][/color][/font] [font=garamond][size=3][color=#ff680a][size=4][B] Vom Tod[/B][/size] Ich hatte derart unerträgliche Zeiten durchzustehen, daß mir der Tod als etwas Köstliches erschien. Seither ist mir die Gewohnheit geblieben, ihn nicht zu fürchten und ihn auszuforschen, Auge in Auge. Paul Eluard erstaunte mich, als er sein Erschrecken darüber äußerte, daß ich unter der Maske des Baron Fantôme, der zu Staub zerfällt, dem Tod die Stirn biete. Leben verwirrt mich mehr als Sterben. Ich habe weder Garros noch Jean Le Roy, weder Raymond Radiguet noch Jean Desbordes tot gesehen. Meine Mutter, Jean de Polignac, Jean Giraudoux, Edouard Bourdet sind die Toten, denen ich letzthin an ihrem Sterbelager begegnete. Mit Ausnahme von Jean de Polignac habe ich sie alle gezeichnet, und man ließ mich mit ihnen lange in ihren Zimmern allein. Ich habe sie ganz in der Nähe betrachtet, um den Konturen mit dem Blick zu folgen. Ich faßte sie an, ich bewunderte sie. Denn der Tod arbeitet seine Statuen sorgfältig aus. Er streicht ihre Falten glatt. Ich konnte mir noch so sehr einreden, daß sie das, was uns beschäftigt, nichts mehr angehe und daß ungeheuerliche Klüfte sie von mir trennten, ich verspürte gleichwohl, daß wir uns so nahe waren wie die zwei Prägeseiten einer Münze, die sich nicht kennen und doch nur durch die Dicke des Metalls voneinander geschieden sind. Ginge es mir nicht allzu nahe, geliebte Menschen, die von mir noch einigen Bestand erhoffen können, zu verlassen, so würde ich voller Spannung erwarten, daß der Schlagschatten, der dem Tod vorausgeht, mich erreicht und sich immer mehr verkürzt. Ich würde einen überraschenden Gnadenstoß nicht schätzen und auch nicht, daß der Tod sein Geschäft weitschweifig hinzieht, bis zur äußersten Grenze, an der er uns endlich gnädig den Rest gibt. Ich möchte vielmehr von jenen, die mir nahestehen, Abschied nehmen können und mich vergewissern, daß mein Werk sich frohgemut anschickt, meinen Platz einzunehmen. Von allem, was den Tod betrifft, stößt mich nichts ab, außer dem Pomp, mit dem man ihn umgibt. Bestattungen verleiden mir die Erinnerung. Beim Begräbnis von Jean Giraudoux sagte ich zu Lestringuez: "Gehen wir! Er ist nicht gekommen”. Ich stellte mir vor, daß er in irgendeinem Keller des Palais Royal ins Spiel mit dem Billardautomaten versunken sei. Die Leichenfeier für Bourdet war eisig. Es fror und die Fotografen bestiegen die Kanzel, um uns aufzunehmen und ihr Magnesium abzubrennen. Das Hinscheiden meiner Mutter war auch für mich sanft gewesen. Sie war nicht kindisch geworden. Sie war in ihre Kindheit zurückgekehrt, sah mich wieder in der meinen, wähnte mich im Gymnasium, sprach mit mir in allen Einzelheiten über Maisons-Laffitte und härmte sich nicht ab. Der Tod brauchte ihr nur zuzulächeln und sie still bei der Hand zu nehmen. Aber unsre Begräbnisstätte, der Friedhof auf dem Montmartre, ist mir ein Ärgernis. Man stellt uns dort ab, wie in einem Schuppen. Und die Besoffenen, die über die Brücke torkeln, pissen auf uns herab. Gestern besuchte ich einen Bergfriedhof. Mit seiner Handvoll Gräbern lag er unterm Schnee. Von ihm aus folgt der Blick der ganzen Alpenkette. Zwar erscheint's mir lächerlich, seine letzte Ruhestätte auszusuchen, aber ich dachte an mein Montmartreloch und bedauerte, daß man mich nicht hier oben in die Erde legt. Nach dem Ableben von Jean Giraudoux veröffentlichte ich einen Abschiedsbrief, der mit den Worten schloß: "Ich werde nicht lange brauchen, um dich einzuholen”. Man schalt mich wegen dieses Satzes, den man pessimistisch und mutlos fand. Er war es ganz und gar nicht. Ich wollte damit nur sagen, daß es sich, sollte ich auch hundert Jahre alt werden, nur um Minuten handeln kann. Das aber wollen die wenigsten Leute zugeben, die anderen sehen nicht, daß wir unseren Beschäftigungen nachgehen und Karten spielen in einem Expreßzug, der dem Tod entgegenjagt. Wenn selbst Mutter Angelika in den Mauern von Port-Royal den Tod fürchtet, wer sollte ihn dann noch als Segen empfinden? Da ist's schon besser, ihn festen Fußes zu erwarten. Es ist Selbsterniedrigung, wenn man nur ihn im Sinne hat, und schnöder Undank, wenn man sich entschuldigt, daß man existiere, als ob das Leben nur ein Versehen des Todes wäre. Werden denn diejenigen besser daran sein, die sich in eine Zelle einschließen und angstzitternd die Akten ihres Prozesses durchforschen? Das Gericht wird nicht danach fragen. Sein Urteilsspruch liegt von vornherein fest. Sie werden nur ihre Zeit vertrödelt haben. Am besten verhält sich, wer die ihm zugestandene Zeit nützt und sich nicht damit abgibt, über sich selbst zu Gericht zu sitzen. Menschliche Dauer wird nur dem geschenkt, der sich den Augenblick zurechtknetet und ihm Bildgestalt verleiht und sich im übrigen nicht um den Urteilsspruch kümmert. Ich hätte gar manches noch zu diesem Thema zu sagen und wundere mich nur, daß so viele Leute es sich über das Maß zu Herzen nehmen, denn schließlich wohnt der Tod ja beständig in uns, und so sollte man sich mit ihm abfinden. Weshalb denn dieses Heulen und Zähneklappern gegenüber einer Person, mit der man zusammenlebt und die unserem Wesen aufs innigste verbunden ist? Der Grund liegt auf der Hand. Man hat sich daran gewöhnt, aus dem Tod ein Schreckgespenst zu machen und ihn nach dem äußeren Anschein zu beurteilen. Man tut besser daran, wenn man sich sagt, daß man von Geburt an mit ihm verschwägert und verschwistert ist, und wenn man seine Wesensart hinnimmt, so hinterhältig sie auch sein mag. Denn er versteht's, sich zu verheimlichen und uns glauben zu lassen, er bewohne nicht mehr sein Haus. Und doch beherbergt jeder seinen Tod und tröstet sich darüber mit dem Wahn hinweg, der Tod sei nur eine allegorische Figur, die erst am Schluß des letzten Akts erscheint. Als erprobter Meister der Mimikry ist er selbst dann gegenwärtig, wenn wir ihn am fernsten glauben: in unserer Lebenslust. Er ist in unsrer Jugend. Er ist in unsrer Reife. Er ist in unsrer Liebe. Je weniger Zeit mir noch verbleibt, desto mehr reckt er sich auf. Desto mehr macht er sich breit. Desto mehr hat er die Hand im Spiel. Desto emsiger geht er an seine Tüftelarbeit. Er gibt sich immer weniger Mühe, mich hinters Licht zu führen. Sein großer Tag aber ist, wenn man Schluß macht. Dann tritt er aus uns heraus und schließt uns hinter sich ab. [I]Jean Cocteau 1947[/I][/color][/list][/font][/size] |
| Mahsheed | [list][IMG]http://imaginez.net.free.fr/illustrations/agedor/dore/divers4.jpg[/IMG] [/list] |
| Mahsheed | [color=000000]. . [/color] [list][size=5][color=#696969][font=lucida console][B]Des Todes Boten[/B][/size][/font] [font=lucida console][size=2]Tibetanisches Totenbuch (ca. 750 n.. Chr.)[/color][/size][/font] [font=lucida console][color=#808080][size=2]All die Gedankenlosen, die nicht sorgen, Zu welcher Zeit des Todes Boten kommen, Müssen in niederer Verkörperung Lange die Qual der Leiden fühlen. Die jedoch gut und heilig sind, Betragen sich nicht gedankenlos, Wenn des Todes Boten erscheinen, Beachten, was die Hohe Lehre sagt, und sehn, erschreckt, in der Verhaftung Die ew'ge Quelle von Geburt und Tod, Befrein sich selbst von diesem Hang Und tilgen so Geburt und Tod. Sicher und glücklich ruhen sie. Entlassen aus der flutenden Schau, Entbunden aller Sünd' und Furcht; Sie sind nun alles Elends bloß. [/list][/font][/size][/color] |
| Mahsheed | [list][size=6][font=vivaldi][color=#aa2300][B] Chanson d'automne___________Herbstlied[/B][/list][/size][/color] [/font][IMG]http://www.angelfire.com/sd/grynch/images/dhurmer/the_gust_of_wind.jpg[/IMG] [list][size=5][color=#deffa0][font=vivaldi]Les sanglots longs_____________Seufzer gleiten Des violons_________________Die Saiten De l'automne________________Des Herbst´s entlang, Blessent mon coeur____________Treffen mein Herz D' une langueur______________Mit einem Schmerz Monotone._________________ Dumpf und bang. Tout suffocant_______________ Beim Glockenschlag Et blême, quand______________Denk ich zag Sonne l' heure,_______________Und voll Peinen Je me souviens_______________ An die Zeit, Des jours anciens______________Die nun schon weit; Et je pleure;_________________Und muss weinen. Et je m'en vais_______________Im bösen Winde Au vent mauvais______________Geh ich und finde Qui m' emporte_______________Keine statt; DeVà, delà,________________Treibe fort, Pareil à la__________________Bald da bald dort Feuille morte.________________Ein welkes Blatt. [I]Paul Verlaine_______________Übertragung Stefan George[/I][/list] [/color][/font][/size] |
| Mahsheed | [I][font=garamond][color=#ffffff]Inschrift auf einem nicht abgeholten Grabstein Bertold Brecht (ca. 1927) [/font][/I][/color] [list][font=ENGRAVERS MT][color=#646465][size=1] _____________________________________________ Wandrer, wenn du vorbeikommst, wisse: Ich war glücklich Meine Unternehmungen waren fruchtbar Meine Freunde treu Meine Gedanken angenehm Was ich tat, war besonnen Am Ende habe ich nicht widerrufen Wegen einer Kleinigkeit Habe ich nie mein Urteil geändert. Da ich noch nicht tot bin, Wage ich nichts zu sagen als: Mein Leben war schwer, aber Ich klage nicht. Auch habe ich etwas aufzuweisen, Was mein Leben rentiert hat. Sorge dich nicht um mich, ich selber Verachte die Unglücklichen. Aber schon, als ich schrieb Was du hier liest, Gab es nichts mehr, was mich noch treffen konnte. ___________________________________________[/size][/font][/list][/color] |
| Mahsheed | [IMG]http://mitglied.lycos.de/anticrisis/paris_09.jpg[/IMG] [IMG]http://mitglied.lycos.de/anticrisis/paris_10.jpg[/IMG] |
| Mahsheed | [color=000000]. . [/color] [list][color=#ffb358][font=garamond]Ein alter Mann geht vorüber Ich war einmal ein Kind. Genau wie ihr. Ich war ein Mann. Und jetzt bin ich ein Greis. Die Zeit verging. Ich bin noch immer hier Und möchte gern vergessen, was ich weiß. Ich war ein Kind. Ein Mann. Nun bin ich mürbe. Wer lange lebt, hat eines Tags genug. Ich hätte nichts dagegen, wenn ich stürbe. Ich bin so müde. Andre nennen's klug. Ach, ich sah manches Stück im Welttheater. Ich war einmal ein Kind, wie ihr es seid. Ich war einmal ein Mann. Ein Freund. Ein Vater. Und meistens war es schade um die Zeit... Ich könnte euch verschiedenes erzählen, Was nicht in euren Lesebüchern steht. Geschichten, welche im Geschichtsbuch fehlen, Sind immer die, um die sich alles dreht. Wir hatten Krieg. Wir sahen, wie er war. Wir litten Not und sah'n, wie sie entstand. Die großen Lügen wurden offenbar. Ich hab' ein paar der Lügner gut gekannt. Ja, ich sah manches Stück im Welttheater. Ums Eintrittsgeld tut's mir noch heute leid. Ich war ein Kind. Ein Mann. Ein Freund. Ein Vater. Und meistens war es schade um die Zeit... Wir hofften. Doch die Hoffnung war vermessen. Und die Vernunft blieb wie ein Stern entfernt. Die nach uns kamen, hatten schnell vergessen. Die nach uns kamen, hatten nichts gelernt. Sie hatten Krieg. Sie sahen, wie er war. Sie litten Not und sah'n, wie sie entstand. Die großen Lügen wurden offenbar. Die großen Lügen werden nie erkannt. Und nun kommt ihr. Ich kann euch nichts vererben: Macht, was ihr wollt. Doch merkt euch dieses Wort: Vernunft muß sich ein jeder selbst erwerben, Und nur die Dummheit pflanzt sich gratis fort. Die Welt besteht aus Neid. Und Streit. Und Leid. Und meistens ist es schade um die Zeit. (Erich Kästner )[/font][/color][/list] |
| Mahsheed | . [list][color=#590019][size=3][font=times new roman] [B]Friedrich Hölderlin - Hälfte des Lebens [/B] [IMG]http://users.skynet.be/binote/images/Seraphins/azrael.jpg[/IMG] [I]Mit gelben Birnen hänget Und voll mit wilden Rosen Das Land in den See, Ihr holden Schwäne, Und trunken von Küssen Tunkt ihr das Haupt Ins heilignüchterne Wasser. Weh mir, wo nehm ich, wenn Es Winter ist, die Blumen, und wo Den Sonnenschein Und Schatten der Erde? Die Mauern stehn Sprachlos und kalt, im Winde Klirren die Fahnen.[/I] [/size][/color][/font][/list] |
| Mahsheed | [color=000000].[/color] [center][list][B][font=modern][color=#ffffff] [size=5] Sopor Aeternus — Im Garten des Nichts[/size] (a secret light in the garden of my void) Wage nicht mich zu beruehren, dies ist der Garten des Nichts! Hier kannst du niemanden taeuschen, niemand beluegen, Dein Herz ist aus Glas hier im Garten des nichts. Hier bist Du wertlos, nichts als Fleisch... — Fleisch fuer die Bestie(n) im Garten des Nichts. Deine Schreie verhallen hier ungehoert, und Deine Hoffnung(en)... — von eigener Hand zerstoert. Im Garten des Nichts... „Ein geheimes Licht schlaeft in der Finsternis, oeffne Deine Augen, erkenne wer du bist! Brenne und werde zu Licht!" I close my eyes and breathe the light within myself... — it has been there all the time. How blind I had been, I just couldn't see..., I´ve searched the outside for the answer... — it was me. To be free... Steig' hinab in die Hoelle, damit Du erkennst, woher Du kommst, damit Du erkennst, wohin Du gehoerst. Fuehle den Schmerz, fuehle den Hass, fuehle die Qual, die Einsamkeit! Erhebe Dein boeses Auge! Du bist Dein boeses Auge, und wohin du auch schaust, stets erblickst du Dich selbst! Oeffne Deine Augen!!! Nicht Fleisch bist Du. Steige hinab in das Fleisch... — doch nicht Fleisch bist Du! Nicht Dunkelheit bist Du... — darum falle! Falle hinab in die Dunkelheit ... und traeume! Aber huete Dich vor dem Schlaf..., dem ewigen Schlaf! „Ein geheimes Licht schlaeft in der Finsternis, oeffne Deine Augen, erkenne wer du bist! Brenne und werde zu Licht!" „Reich´ mir die Hand, denn ich bin das Band, die Bruecke, der Bogen zwischen Unten und Oben!" Brenne und werde zu Licht...! [IMG]http://www.sopor-aeternus.de/bilder/sopor_2002_10.jpg[/IMG] [/center][/list][/font][/color][/B] [color=000000]. .[/color] |
| Mahsheed | [center][size=5][font=vivaldi] [color=#DEB887][B]Nenia Calladhan:[/color] [/font][/B][/size] [B][font=vivaldi][color=#FFDEAD]An die Sterne [/B][/font] [IMG]http://mitglied.lycos.de/koeniginangelique/Hintergr%fcnde/Hintergrund%2045.gif[/IMG] [I][font=Garamond][color=#FFDEAD]Ich sehe Dich, Stern, dort am Himmel, so kalt und so unendlich weit...- und doch hast Du Trost mir gegeben, warst mir immer treues Geleit. Deiner Schwester, der Mondin, entsagend, gleich meiner Hoffnung auf Licht, zieh' ich durch die kalten Welten, doch die Richtung, die weiss ich nicht...[/color] [color=#FFDEAD]Oh, silbernes Licht meiner Sterne, Du Glanz in trostloser Nacht, geh' ich meinen Weg auch alleine, hältst Du über mich doch stets Wacht...[/color] [color=#FFDEAD]Ich habe mein Ziel längst verloren und glaube nicht mehr daran. Mein Platz in der Welt ward vergessen...- hab' ich meine pflicht schon getan ? Oh, Stern, könnt' ich Dich nur erreichen, Deine silbernen Strahlen berühr'n; Du könntest mir Hoffnung neu geben, mir den Geist und die Sinne verführ'n...[/color] [color=#FFDEAD]Oh, silbernes Licht meiner Sterne, Du Glanz in trostloser Nacht, geh' ich meinen Weg auch alleine, hältst Du über mich doch stets Wacht...[/color] [color=#FFDEAD]Oh, Stern dort am Himmel, so glaube mir, wenn mein Körper auch einmal vergeht, meine Seele wird Dich doch stets kennen, wenn sie die Verbindung besteht, Einen Tempel wird sie sich weben aus Strahlen, dem glänzenden Licht...- und dort werde ich auf Dich warten, denn vergessen kann ich Dich nicht...[/color] [color=#FFDEAD]Oh, silbernes Licht meiner Sterne, Du Glanz in trostloser Nacht, geh' ich meinen Weg auch alleine, hältst Du über mich doch stets Wacht...[/color][/color][/font][/I][/center] |
| Mahsheed | [IMG]http://mitglied.lycos.de/schattenarchiv/bilder/Landscape/skysong2.jpg[/IMG] |
| Mahsheed | [color=000000]. . .[/color] [size=2][color=#66CDAA][font=times new roman][list][I]Ich hab die Nacht geträumet Wohl einen schweren Traum; Es wuchs in meinem Garten Ein Rosmarienbaum. Ein Kirchhof war der Garten, Ein Blumenbeet das Grab, Und von dem grünen Baume Fiel Kron und Blüte ab. Die Blüten tät ich sammeln In einem großen Krug; Der fiel mir aus den Händen, Daß er in Stücke schlug. Draus sah ich Perlen rinnen Und Tröpflein rosenrot. Was mag der Traum bedeuten? Herzliebster, bist du tot? [/I][/font][/color][/list][/size] [font=garamond][I][color=#FFFFFF](Text und Melodie in August Zarnacks "Deutschen Volksliedern" II, Berlin 1820, Nach Hoffmann von Fallersleben, Paul Sturm )[/I][/color][/font] |
| Mahsheed | [IMG]http://home.att.net/~hoo10/Bouguereau/allsaintsday1859.jpg[/IMG] |
| Mahsheed | [color=ffffff][font=Garamond][I]Ich gestatte mir, den von Pelloquin beigetragenen Songtext, den er für diesen Thread erstellt hat, einzufügen:[/font][/I][/color] ------------------------------------------------------------------------------ I BELIEVE THEM BONES ARE ME SOME SAY WE'RE BORN INTO THE GRAVE I FEEL SO ALONE, GONNA END UP A BIG OLD PILE THEM BONES DUST RISE RIGHT ON OVER MY TIME EMPTY FOSSIL OF THE NEW SCENE I FEEL SO ALONE, GONNA WIND UP A BIG OLD PILE THEM BONES TOLL DUE BAD DREAM COME TRUE I LIE DEAD GONE UNDER A RED SKY I FEEL SO ALONE I FEEL SO ALONE I FEEL SO ALONE GONNA END UP A BIG OLD PILE THEM BONES... (Alice In Chains: "Them Bones") __________________ "Ein Ort, wo es keinen Kummer gibt. Glaubst du es gibt solch einen Ort, Toto? Es muss so sein. Es ist kein Ort den du mit einem Boot erreichen kannst oder mit dem Zug. Er ist weit, weit weg. Hinter dem Mond, jenseits des Regens..." (aus "Der Zauberer von Oz") |
| Mahsheed | [color=000000]. . . [center][IMG]http://www.sopor-aeternus.de/bilder/sopor_2002_03.jpg[/IMG] [/center] . . .[/color] |
| Mahsheed | [B][color=#800000][font=garamond][size=4][center] [COLOR=orangered]Art Garfunkel - Bright Eyes[/B][/color] [IMG]http://www.cs.tcd.ie/Benjamin.Jung/Gallery/Miscellaneous/slides/Candle.jpg[/IMG] [size=2]Is it a kind of dream, Floating out on the tide, Following the river of death downstream? Oh, is it a dream? There's a fog along the horizon, A strange glow in the sky. And nobody seems to know where you go. And what does it mean? Oh, is it a dream? Bright eyes, Burning like fire. Bright eyes, How can you close and fail? How can the light that burned so brightly Suddenly burn so pale? Bright eyes. Is it a kind of shadow, Reaching into the night, Wandering over the hills unseen? Or is it a dream? There's a high wind in the trees, A cold sound in the air. And nobody ever knows when you go. And where do you start, Oh, into the dark?[/font][/size][/color][/size] [/center] |
| Mahsheed | [color=000000]. . .[/color] [font=times new roman][size=3][list][size=6][font=Vivaldi]An ein Mädchen[/size][/font] Bist du Leda, und wartest noch immer auf die Rückkehr [color=#808080]des schimmernden Schwanes, der allein dem Schmiegen deiner fließenden Glieder genügt? [/color] O, wie lange ist alles Beglückende vergangen! Nur wenn du tanzest, [color=#808080]wenn deine Blässe vom Strahl der Mitternachtssonne erleuchtet, [/color] durchpulsen Jahrtausende deine Seele, deinen Leib. In deinem Lachen birgt sich [color=#808080]der Schrei der Mänade. In dem sich wild lösenden Goldhaar schwebt ein Schimmer [/color] von Blut. Dann liebst du das Feuer, die Erde, den Wind – [color=#808080]und alle die um dich sind werden empor gehoben in ein Reich von Rausch und Traum,[/color] – und du weißt nicht, hält dich das Leben oder der Tod. [IMG]http://www.pettipond.com/swan/images/al_2.jpg[/IMG] (Francisca Stoecklin 1894-1931)[/list][/font][/size] [color=000000]. . .[/color] |
| Pelloquin | [list][img]http://www.gemstone.net/etimes/et8/images/raven.jpg[/img][/list] [list][font=times new roman][size=5]D[/size][size=4]er[/size] [size=5]R[/size][size=4]abe[/size][/font] [font=times new roman][size=3]Einst, um eine Mittnacht graulich, da ich trübe sann und traulich müde über manchem alten Folio lang vergess'ner Lehr'- da der Schlaf schon kam gekrochen, scholl auf einmal leis ein Pochen, gleichwie wenn ein Fingerknochen pochte, von der Türe her. "'s ist Besuch wohl", murrt' ich, "was da pocht so knöchern zu mir her - das allein - nichts weiter mehr. Ah, ich kann's genau bestimmen: im Dezember war's, dem grimmen, und der Kohlen matt Verglimmen schuf ein Geisterlicht so leer. Brünstig wünscht' ich mir den Morgen;- hatt' umsonst versucht zu borgen von den Büchern Trost dem Sorgen, ob Lenor' wohl selig wär'- ob Lenor', die ich verloren, bei den Engeln selig wär'- bei den Engeln - hier nicht mehr. Und das seidig triste Drängen in den purpurnen Behängen füllt', durchwühlt' mich mit Beengen, wie ich's nie gefühlt vorher; also daß ich den wie tollen Herzensschlag mußt' wiederholen: "'s ist Besuch nur, der ohn' Grollen mahnt, daß Einlaß er begehr'- nur ein später Gast, der friedlich mahnt, daß Einlaß er begehr':- ja, nur das - nichts weiter mehr." Augenblicklich schwand mein Bangen, und so sprach ich unbefangen: "Gleich, mein Herr - gleich, meine Dame - um Vergebung bitt' ich sehr; just ein Nickerchen ich machte, und Ihr Klopfen klang so sachte, daß ich kaum davon erwachte, sachte von der Türe her - doch nun tretet ein!" - und damit riß weit auf die Tür ich - leer! Dunkel dort - nichts weiter mehr. Tief ins Dunkel späht' ich lange, zweifelnd, wieder seltsam bange, Träume träumend, wie kein sterblich Hirn sie träumte je vorher; doch die Stille gab kein Zeichen; nur ein Wort ließ hin sie streichen durch die Nacht, das mich erbleichen ließ: das Wort "Lenor'?" so schwer - selber sprach ich's, und ein Echo murmelte's zurück so schwer: nur "Lenor'!" - nichts weiter mehr. Da ich nun zurück mich wandte und mein Herz wie Feuer brannte, hört' ich abermals ein Pochen, etwas lauter denn vorher. "Ah, gewiß", so sprach ich bitter, "liegt's an meinem Fenstergitter; Schaden tat ihm das Gewitter jüngst - ja, so ich's mir erklär';- schweig denn still, mein Herze, lass mich nachsehn, daß ich's mir erklär':- 's ist der Wind - nichts weiter mehr!" Auf warf ich das Fenstergatter, als herein mit viel Geflatter schritt ein stattlich stolzer Rabe wie aus Sagenzeiten her; Grüßen lag ihm nicht im Sinne; keinen Blick lang hielt er inne; mit hochherrschaftlicher Miene flog empor zur Türe er - setzt' sich auf die Pallas-Büste überm Türgesims dort - er flog und saß - nichts weiter mehr. Doch dies ebenholzne Wesen ließ mein Bangen rasch genesen, ließ mich lächeln ob der Miene, die es macht' so ernst und hehr: "Ward dir auch kein Kamm zur Gabe", sprach ich, "so doch stolz Gehabe, grauslich grimmer alter Rabe, Wanderer aus nächtger Sphär'- sag, welch hohen Namen gab man dir in Plutos nächtger Sphär'?" Sprach der Rabe, "Nimmermehr." Staunend hört' dies rauhe Klingen ich dem Schnabel sich entringen, ob die Antwort schon nicht eben sinnvoll und bedeutungsschwer; denn wir dürfen wohl gestehen, daß es keinem noch geschehen, solch ein Tier bei sich zu sehen, das vom Türgesimse her - das von einer Marmor-Büste überm Türgesimse her sprach, es heiße "Nimmermehr." Doch der droben einsam ragte und dies eine Wort nur sagte, gleich als schütte seine Seele aus in diesem Worte er, keine Silbe sonst entriß sich seinem düstren Innern, bis ich seufzte: "Mancher Freund verließ mich früher schon ohn' Wiederkehr - morgen wird er mich verlassen, wie mein Glück - ohn' Wiederkehr." Doch da sprach er, "Nimmermehr!" Einen Augenblick erblassend ob der Antwort, die so passend, sagt' ich, "Fraglos ist dies alles, was das Tier gelernt bisher: 's war bei einem Herrn in Pflege, den so tief des Schicksals Schläge trafen, daß all seine Wege schloß dies eine Wort so schwer - daß' all seiner Hoffnung Lieder als Refrain beschloß so schwer dies "Nimmer - nimmermehr." Doch was Trübes ich auch dachte, dieses Tier mich lächeln machte, immer noch, und also rollt' ich stracks mir einen Sessel her und ließ die Gedanken fliehen, reihte wilde Theorien, Phantasie an Phantasien: wie's wohl zu verstehen wär'- wie dies grimme, ominöse Wesen zu verstehen wär', wenn es krächzte "Nimmermehr." Dieses zu erraten, saß ich wortlos vor dem Tier, doch fraß sich mir sein Blick ins tiefste Innre nun, als ob er Feuer wär'; brütend über Ungewissem legt' ich, hin und her gerissen, meinen Kopf aufs samtne Kissen, das ihr Haupt einst drückte hehr - auf das violette Kissen, das ihr Haupt einst drückte hehr, doch nun, ach! drückt nimmermehr! Da auf einmal füllten Düfte, dünkt' mich, weihrauchgleich die Lüfte, und seraphner Schritte Klingen drang vom Estrich zu mir her. "Ärmster", rief ich, "sieh, Gott sendet seine Engel dir und spendet Nepenthes, worinnen endet nun Lenor's Gedächtnis schwer;- trink das freundliche Vergessen, das bald tilgt, was in dir schwer!" Sprach der Rabe, "Nimmermehr." "Ah, du prophezeist ohn' Zweifel, Höllenbrut! Ob Tier, ob Teufel - ob dich der Versucher sandte, ob ein Sturm dich ließ hierher, trostlos, doch ganz ohne Bangen, in dies öde Land gelangen, in dies Haus, von Graun umpfangen,- sag's mir ehrlich, bitt' dich sehr - gibt es - gibt's in Gilead Balsam?- sag's mir - sag mir, bitt' dich sehr!" Sprach der Rabe, "Nimmermehr." "Ah! dann nimm den letzten Zweifel, Höllenbrut - ob Tier, ob Teufel! Bei dem Himmel, der hoch über uns sich wölbt - bei Gottes Ehr'- künd mir: wird es denn geschehen, daß ich einst in Edens Höhen darf ein Mädchen wiedersehen, selig in der Engel Heer - darf Lenor', die ich verloren, sehen in der Engel Heer?" Sprach der Rabe, "Nimmermehr." "Sei denn dies dein Abschiedszeichen", schrie ich, "Unhold ohnegleichen! Hebe dich hinweg und kehre stracks zurück in Plutos Sphär'! Keiner einz'gen Feder Schwärze bleibe hier, dem finstern Scherze Zeugnis! Laß mit meinem Schmerze mich allein!- hinweg dich scher! Friß nicht länger mir am Leben! Pack dich! Fort! Hinweg dich scher!" Sprach der Rabe, "Nimmermehr." Und der Rabe rührt' sich nimmer, sitzt noch immer, sitzt noch immer auf der bleichen Pallas-Büste überm Türsims wie vorher; und in seinen Augenhöhlen eines Dämons Träume schwelen, und das Licht wirft seinen scheelen Schatten auf den Estrich schwer; und es hebt sich aus dem Schatten auf dem Estrich dumpf und schwer meine Seele - nimmermehr.[/size][/font] (E. A. Poe)[/list] |
| Nightbird 65 | Wehmut Ich kann wohl manchmal singen als ob ich fröhlich sei, Doch heimlich Tränen dringen da wird das Herz mir frei. So lassen Nachtigallen, draussen spielt die Frühlingsluft der Sehnsucht Lied erschallen aus ihres Käfig`s Gruft. Da lauschen alle Herzen und alles ist erfreut, Doch keiner fühlt die Schmerzen im Lied das tiefe Leid. (J. v. Eichendorff) |
| Pelloquin | [center][size=4]4th of July [/size][font=century][size=4]+[/size][/font] Shower in the dark day Clean sparks diving down Cool in the waterway Where the baptized drown Naked in the cold sun Breathing life like fire Thought I was the only one But that was just a lie Cause I heard it in the wind And I saw it in the sky And I thought it was the end And I thought it was the 4th of July Pale in the flare light The scared light cracks and disappears And leads the scorched ones here And everywhere no one cares The fire is spreading And no one wants to speak about it Down in the hole Jesus tries to crack a smile Beneath another shovel load And I heard it in the wind And I saw it in the sky And I thought it was the end And I thought it was the 4th of July Now I'm in control Now I'm in the fall out Once asleep but now I stand And I still remember Your sweet everything Light a roman candle And hold it in your hand Cause I heard it in the wind And I saw it in the sky And I thought it was the end And I thought it was the 4th of July[/center] [center][img]http://web.mit.edu/ewilhelm/pictures/abomb.gif[/img][/center] [center][size=1](Lyrics: Chris Cornell / SOUNDGARDEN)[/size][/center] |
| Mahsheed | [IMG]http://home.att.net/~hoo10/Bouguereau/painoflove.jpg[/IMG] |
| Mahsheed | [list][color=#ffffff][font=garamond][size=1] [i]Seltsames, Fragwürdiges von den Brüdern Grimm[/color][/size][/font][/i] [font=Times new Roman][color=#ffbfb1][size=3][B][size=5]Das eigensinnige Kind[/B][/size] Es war einmal ein Kind eigensinnig und tat nicht, was seine Mutter haben wollte. Darum hatte der liebe Gott kein Wohlgefallen an ihm und ließ es krank werden, und kein Arzt konnte ihm helfen, und in kurzem lag es auf dem Totenbettchen. Als es nun ins Grab versenkt und die Erde über es hingedeckt war, so kam auf einmal sein Ärmchen wieder hervor und reichte in die Höhe, und wenn sie es hineinlegten und frische Erde darüber taten, so half das nicht, und das Ärmchen kam immer wieder heraus. Da mußte die Mutter selbst zum Grabe gehen und mit der Rute aufs Ärmchen schlagen, und wie sie das getan hatte, zog es sich hinein, und das Kind hatte nun erst Ruhe unter der Erde.[/color][/font][/size] [size=3][font=Times new roman][color=#ff8995] [B][size=5]Das Totenhemdchen[/B][/size] Es hatte eine Mutter ein Büblein von sieben Jahren, das war so schön und lieblich, daß es niemand ansehen konnte, ohne mit ihm gut zu sein, und sie hatte es auch lieber als alles auf der Welt. Nun geschah es, daß es plötzlich krank ward, und der liebe Gott es zu sich nahm; darüber konnte sich die Mutter nicht trösten und weinte Tag und Nacht. Bald darauf aber, nachdem es begraben war, zeigte sich das Kind nachts an den Plätzen, wo es sonst im Leben gesessen und gespielt hatte; weinte die Mutter, so weinte es auch, und wenn der Morgen kam, war es verschwunden. Als aber die Mutter gar nicht aufhören wollte zu weinen, kam es in einer Nacht mit seinem weißen Totenhemdchen, in welchem es in den Sarg gelegt war, und mit dem Kränzchen auf dem Kopf, setzte sich zu ihren Füßen auf das Bett und sprach 'ach Mutter, höre doch auf zu weinen, sonst kann ich in meinem Sarge nicht einschlafen, denn mein Totenhemdchen wird nicht trocken von deinen Tränen, die alle darauf fallen.' Da erschrak die Mutter, als sie das hörte, und weinte nicht mehr. Und in der andern Nacht kam das Kindchen wieder, hielt in der Hand ein Lichtchen und sagte 'siehst du, nun ist mein Hemdchen bald trocken, und ich habe Ruhe in meinem Grab.' Da befahl die Mutter dem lieben Gott ihr Leid und ertrug es still und geduldig, und das Kind kam nicht wieder, sondern schlief in seinem unterirdischen Bettchen.[/font][/color][/size] [B][font=times new roman][color=#ff3e52][size=3] [size=5]Der arme Junge im Grab[/B][/size] Es war einmal ein armer Hirtenjunge' dem war Vater und Mutter gestorben, und er war von der Obrigkeit einem reichen Mann in das Haus gegeben, der sollte ihn ernähren und erziehen. Der Mann aber und seine Frau hatten ein böses Herz, waren bei allem Reichtum geizig und mißgünstig, und ärgerten sich, wenn jemand einen Bissen von ihrem Brot in den Mund steckte. Der arme Junge mochte tun, was er wollte, er erhielt wenig zu essen, aber desto mehr Schläge. Eines Tages sollte er die Glucke mit ihren Küchlein hüten. Sie verlief sich aber mit ihren Jungen durch einen Heckenzaun: gleich schoß der Habicht herab und entführte sie durch die Lüfte. Der Junge schrie aus Leibeskräften 'Dieb, Dieb, Spitzbub.' Aber was half das? der Habicht brachte seinen Raub nicht wieder zurück. Der Mann hörte den Lärm, lief herbei, und als er vernahm, daß seine Henne weg war, so geriet er in Wut und gab dem Jungen eine solche Tracht Schläge, daß er sich ein paar Tage lang nicht regen konnte. Nun mußte er die Küchlein ohne die Henne hüten, aber da war die Not noch größer, das eine lief dahin, das andere dorthin. Da meinte er es klug zu machen, wenn er sie alle zusammen an eine Schnur bände, weil ihm dann der Habicht keins wegstehlen könnte. Aber weit gefehlt. Nach ein paar Tagen, als er von dem Herumlaufen und vom Hunger ermüdet einschlief, kam der Raubvogel und packte eins von den Küchlein, und da die andern daran festhingen, so trug er sie alle mit fort, setzte sich auf einen Baum und schluckte sie hinunter. Der Bauer kam eben nach Haus, und als er das Unglück sah, erboste er sich und schlug den Jungen so unbarmherzig, daß er mehrere Tage im Bette liegen mußte. [IMG]http://www.gymhaan.de/unterricht/kunst/bilder/tot-kopf.jpg[/IMG] Als er wieder auf den Beinen war, sprach der Bauer zu ihm 'du bist mir zu dumm, ich kann dich zum Hüter nicht brauchen, du sollst als Bote gehen.' Da schickte er ihn zum Richter, dem er einen Korb voll Trauben bringen sollte, und gab ihm noch einen Brief mit. Unterwegs plagte Hunger und Durst den armen Jungen so heftig, daß er zwei von den Trauben aß. Er brachte dem Richter den Korb, als dieser aber den Brief gelesen und die Trauben gezählt hatte, so sagte er 'es fehlen zwei Stück.' Der Junge gestand ganz ehrlich, daß er, von Hunger und Durst getrieben, die fehlenden verzehrt habe. Der Richter schrieb einen Brief an den Bauer und verlangte noch einmal soviel Trauben. Auch diese mußte der Junge mit einem Brief hintragen. Als ihn wieder so gewaltig hungerte und durstete, so konnte er sich nicht anders helfen, er verzehrte abermals zwei Trauben. Doch nahm er vorher den Brief aus dem Korb, legte ihn unter einen Stein und setzte sich darauf, damit der Brief nicht zusehen und ihn verraten könnte. Der Richter aber stellte ihn doch der fehlenden Stücke wegen zur Rede. 'Ach,' sagte der Junge, 'wie habt Ihr das erfahren? der Brief konnte es nicht wissen, denn ich hatte ihn zuvor unter einen Stein gelegt.' Der Richter mußte über die Einfalt lachen, und schickte dem Mann einen Brief, worin er ihn ermahnte, den armen Jungen besser zu halten und es ihm an Speis und Trank nicht fehlen zu lassen; auch möchte er ihn lehren, was recht und unrecht sei. 'Ich will dir den Unterschied schon zeigen,' sagte der harte Mann; 'willst du aber essen' so mußt du auch arbeiten, und tust du etwas Unrechtes, so sollst du durch Schläge hinlänglich belehrt werden.' Am folgenden Tag stellte er ihn an eine schwere Arbeit. Er sollte ein paar Bund Stroh zum Futter für die Pferde schneiden; dabei drohte der Mann: 'in fünf Stunden,' sprach er, 'bin ich wieder zurück, wenn dann das Stroh nicht zu Häcksel geschnitten ist, so schlage ich dich so lange, bis du kein Glied mehr regen kannst.' Der Bauer ging mit seiner Frau, dem Knecht und der Magd auf den Jahrmarkt und ließ dem Jungen nichts zurück als ein kleines Stück Brot. Der Junge stellte sich an den Strohstuhl und fing an, aus allen Leibeskräften zu arbeiten. Da ihm dabei heiß ward, so zog er sein Röcklein aus und warfs auf das Stroh. In der Angst, nicht fertig zu werden, schnitt er immerzu, und in seinem Eifer zerschnitt er unvermerkt mit dem Stroh auch sein Röcklein. Zu spät ward er das Unglück gewahr, das sich nicht wieder gutmachen ließ. 'Ach,' rief er, 'jetzt ist es aus mit mir. Der böse Mann hat mir nicht umsonst gedroht, kommt er zurück und sieht, was ich getan habe, so schlägt er mich tot. Lieber will ich mir selbst das Leben nehmen.' Der Junge hatte einmal gehört, wie die Bäuerin sprach 'unter dem Bett habe ich einen Topf mit Gift stehen.' Sie hatte es aber nur gesagt, um die Näscher zurückzuhalten, denn es war Honig darin. Der Junge kroch unter das Bett, holte den Topf hervor und aß ihn ganz aus. 'Ich weiß nicht,' sprach er, 'die Leute sagen' der Tod sei bitter, mir schmeckt er süß. Kein Wunder, daß die Bäuerin sich so oft den Tod wünscht.' Er setzte sich auf ein Stühlchen und war gefaßt zu sterben. Aber statt daß er schwächer werden sollte, fühlte er sich von der nahrhaften Speise gestärkt. 'Es muß kein Gift gewesen sein,' sagte er, 'aber der Bauer hat einmal gesagt' in seinem Kleiderkasten läge ein Fläschchen mit Fliegengift, das wird wohl das wahre Gift sein und mir den Tod bringen.' Es war aber kein Fliegengift' sondern Ungarwein. Der Junge holte die Flasche heraus und trank sie aus. 'Auch dieser Tod schmeckt süß,' sagte er, doch als bald hernach der Wein anfing ihm ins Gehirn zu steigen und ihn zu betäuben, so meinte er, sein Ende nahte sich heran. 'Ich fühle, daß ich sterben muß,' sprach er, 'ich will hinaus auf den Kirchhof gehen und ein Grab suchen.' Er taumelte fort, erreichte den Kirchhof und legte sich in ein frisch geöffnetes Grab. Die Sinne verschwanden ihm immer mehr. In der Nähe stand ein Wirtshaus, wo eine Hochzeit gefeiert wurde: als er die Musik hörte, deuchte er sich schon im Paradies zu sein, bis er endlich alle Besinnung verlor. Der arme Junge erwachte nicht wieder, die Glut des heißen Weines und der kalte Tau der Nacht nahmen ihm das Leben, und er verblieb in dem Grab, in das er sich selbst gelegt hatte. Als der Bauer die Nachricht von dem Tod des Jungen erhielt, erschrak er und fürchtete, vor das Gericht geführt zu werden: ja die Angst faßte ihn so gewaltig, daß er ohnmächtig zur Erde sank. Die Frau, die mit einer Pfanne voll Schmalz am Herde stand, lief herzu, um ihm Beistand zu leisten. Aber das Feuer schlug in die Pfanne, ergriff das ganze Haus, und nach wenigen Stunden lag es schon in Asche. Die Jahre, die sie noch zu leben hatten, brachten sie, von Gewissensbissen geplagt, in Armut und Elend zu.[/color][/font][/size][/list] |
| Mahsheed | [IMG]http://windshoes.new21.org/art-gallery/kollwitz/f5_1.jpg[/IMG] [font=Garamond][I]Käthe Kollwitz : Mutter mit totem Kind[/I][/font] |
| Mahsheed | [list][color=#ffffff][font=Copperplate Gothic Light][size=4]Die Boten des Todes[/size] [IMG]http://www.artsci.wustl.edu/~rlneblet/oldpages/Marisol.GIF[/IMG] [size=3]Vor alten Zeiten wanderte einmal ein Riese auf der großen Landstraße, da sprang ihm pIötzlich ein unbekannter Mann entgegen und rief 'halt! keinen Schritt weiter!' 'Was,' sprach der Riese, 'du Wicht, den ich zwischen den Fingern zerdrücken kann, du willst mir den Weg vertreten? Wer bist du, daß du so keck reden darfst?' 'Ich bin der Tod,' erwiderte der andere, 'mir widersteht niemand, und auch du mußt meinen Befehlen gehorchen.' Der Riese aber weigerte sich und fing an mit dem Tode zu ringen. Es war ein langer heftiger Kampf, zuletzt behielt der Riese die Oberhand und schlug den Tod mit seiner Faust nieder, daß er neben einen Stein zusammensank. Der Riese ging seiner Wege, und der Tod lag da besiegt und war so kraftlos, daß er sich nicht wieder erheben konnte. 'Was soll daraus werden,' sprach er, 'wenn ich da in der Ecke liegen bleibe? es stirbt niemand mehr auf der Welt, und sie wird so mit Menschen angefüllt werden, daß sie nicht mehr Platz haben, nebeneinander zu stehen.' Indem kam ein junger Mensch des Wegs, frisch und gesund, sang ein Lied und warf seine Augen hin und her. Als er den halb Ohnmächtigen erblickte, ging er mitleidig heran, richtete ihn auf, flößte ihm aus seiner Flasche einen stärkenden Trank ein und wartete, bis er wieder zu Kräften kam. 'Weißt du auch,' fragte der Fremde, indem er sich aufrichtete, 'wer ich bin, und wem du wieder auf die Beine geholfen hast?' 'Nein,' antwortete der Jüngling, 'ich kenne dich nicht.' 'Ich bin der Tod,' sprach er, 'ich verschone niemand und kann auch mit dir keine Ausnahme machen. Damit du aber siehst, daß ich dankbar bin, so verspreche ich dir, daß ich dich nicht unversehens überfallen, sondern dir erst meine Boten senden will, bevor ich komme und dich abhole.' 'Wohlan,' sprach der Jüngling, 'immer ein Gewinn, daß ich weiß, wann du kommst, und so lange wenigstens sicher vor dir bin.' Dann zog er weiter, war lustig und guter Dinge und lebte in den Tag hinein. Allein Jugend und Gesundheit hielten nicht lange aus, bald kamen Krankheiten und Schmerzen, die ihn bei Tag plagten und ihm nachts die Ruhe wegnahmen. 'Sterben werde ich nicht,' sprach er zu sich selbst, 'denn der Tod sendet erst seine Boten, ich wollte nur, die bösen Tage der Krankheit wären erst vorüber.' Sobald er sich gesund fühlte, fing er wieder an in Freuden zu leben. Da klopfte ihn eines Tages jemand auf die Schulter: er blickte sich um, und der Tod stand hinter ihm und sprach 'folge mir, die Stunde deines Abschieds von der Welt ist gekommen.' 'Wie,' antwortete der Mensch, 'willst du dein Wort brechen? hast du mir nicht versprochen, daß du mir, bevor du selbst kämest, deine Boten senden wolltest? ich habe keinen gesehen.' 'Schweig,' erwiderte der Tod, 'habe ich dir nicht einen Boten über den andern geschickt? Kam nicht das Fieber, stieß dich an, rüttelte dich und warf dich nieder? Hat der Schwindel dir nicht den Kopf betäubt? Zwickte dich nicht die Gicht in allen Gliedern? Brauste dirs nicht in den Ohren? Nagte nicht der Zahnschmerz in deinen Backen? Wird dirs nicht dunkel vor den Augen? Über das alles, hat nicht mein leiblicher Bruder, der Schlaf, dich jeden Abend an mich erinnert? Lagst du nicht in der Nacht, als wärst du schon gestorben?' Der Mensch wußte nichts zu erwidern, ergab sich in sein Geschick und ging mit dem Tode fort. [Grimm][/color][/font][/size] [/list] |
| Mahsheed | [center][color=000000] . [IMG]http://www.sopor-aeternus.de/bilder/bild_074.jpg[/IMG] .[/center][/color] |
| Mahsheed | [color=DDA0DD][size=3][list][font=courier] Sophie Scholl hatte einen Traum in der Nacht vor ihrem Tod: "Ich trug an einem sonnigen Tag ein Kind in einem langen weißen Kleid zur Taufe. Der Weg zur Kirche führte einen steilen Berg hinauf. Aber fest und sicher trug ich das Kind in meinen Armen. Da plötzlich war vor mir eine Gletscherspalte. Ich hatte gerade noch so viel Zeit, das Kind sicher auf der anderen Seite niederzulegen, dann stürzte ich in die Tiefe. Das Kind ist unsere Idee, sie wird sich trotz aller Hindernisse durchsetzen. Wir durften Wegbereiter sein, müssen aber zuvor für sie sterben." (Nach Ilse Aicher - Scholl)[/list][/font][/size][/color] |
| Pelloquin | [COLOR=seagreen][font=times new roman][size=4][i][center]Von den Knaben, die in den Himmel kamen[/center][/i][/size] [size=3]Donnán, des Liaths Sohn, ein Jünger des Senán, ging zum Algensammeln an den Strand mit zwei Knaben, die bei ihm in die Schule gingen. Die Wellen trieben sein Boot hinweg von ihm, so daß er kein Boot mehr hatte, die Knaben zu holen, und ein anderes Boot gab es nicht auf der Insel zurRettung der Knaben. So ertranken denn die Knaben auf einer Felsenklippe. Am nächsten Tage aber wurden ihre Leiber also umhergeworfen, bis sie auf dem Strand der Insel lagen. Da kamen ihre Eltern herbei und standen am Strand und forderten ihre Söhne lebendig zurück. Da sprach Senán zu Donnán: „Heiße die Knaben aufstehen und mit mir reden.“ Da sagte Donnán zu den Knaben: „Aufstehen sollt ihr und mit euern Eltern reden, denn Senán gebietet euch also.“ Und sie erhoben sich alsbald auf Senáns Geheiß und sprachen zu ihren Eltern: „Ihr habt uns ein Unrecht zugefügt damit, daß ihr uns fortgeholt habt aus dem Lande, in welches wir gekommen waren.“ „Wie könnt ihr“, sprach da ihre Mutter zu ihnen, „lieber in jenem Lande bleiben wollen als bei uns zu verweilen?“ „Mutter“, erwiderten sie, „und wenn du uns die ganze Welt gäbest mit all ihren Freuden und Wonnen, so würden wir gleichwohl meinen, in einem Kerker zu sitzen, verglichen mit dem Leben in jener Welt, wo wir gewesen sind. Halte uns nicht zurück, denn es ist an der Zeit, daß wir wieder umkehren in das Land, aus dem wir gekommen sind. Und Gott soll es wirken um unseretwillen, daß ihr nicht wehklagen müßt um uns.“ Da willigten ihre Eltern ein, und sie gingen alle miteinander mit Senán in sein Bethaus. Dort empfingen die beiden Knaben das Sakrament und gingen in den Himmel ein. Ihre Leiber aber wurden begraben vor dem Bethaus, bei welchem Senán wohnte. Diese beiden waren aber die ersten Toten, die auf Scattery Island begraben wurden.[/size][/font][/color] [Kenneth H. Jackson: [i]A Celtic Miscellany[/i]] |
| Pelloquin | [font=times new roman][size=4][i][color=royalblue][center]Eine Geistergeschichte[/center][/i][/size][/color] [color=royalblue][size=3]Es lebten einmal zwei Scholaren, die gemeinsam studierten, so daß sie wie Brüder lebten von Kindesbeinen an. Und also ging ihre Rede in ihrer kleinen Hütte: „Gar traurig ist die Reise, wenn unsere Lieben und Freunde von uns gehen, da sie nimmer wiederkehren und uns Kunde bringen von dem Land, in welches sie gegangen sind. Wir wollen beschließen, wer von uns beiden als erster stirbt, der soll mit der Kunde zu dem anderen kommen.“ „So soll es wahrhaftig geschehen.“ Und sie gelobten einander, daß derselbige, der von ihnen beiden als erster stürbe, der solle, noch ehe ein Monat verstrichen, zu dem anderen kommen mit der Kunde. Nicht lange danach ist dann der eine gestorben. Der andere begrub ihn und sang ihm das Requiem. Und er wartete auf ihn bis ans Ende eines Monats, aber er kam nicht. Da schmähte er ihn und lästerte die Heilige Dreifaltigkeit, bis daß die Seele des Gestorbenen die Dreifaltigkeit bat, hingehen zu dürfen und mit ihm zu reden. Der aber war gerade dabei, in seiner Hütte Verbeugungen zu machen, wo zu seinen Haupten ein schmaler Balken war. Sein Haupt schlug gegen den Balken, so daß er leblos hinstürzte. Seine Seele sah den Leib vor sich liegen, dachte jedoch, sie sei noch in dem Leibe darinnen. Sie sah darauf hin und sagte: „Das ist aber ein Arges, mir einen toten Leib zu bringen. Wahrlich, die Brudergemeinschaft der Kirche ist es gewesen, die ihn gebracht hat.“ Danach entwich sie aus dem Hause. Einer der Priester läutete gerade die Glocke. Zu ihm sprach die Seele: „Es ist nicht recht, Priester, den toten Leib zu mir zu bringen.“ Der Priester erwiderte nichts. Da floh die Seele zu den anderen. Doch die hörten sie auch nicht. Und die Seele fiel in große Traurigkeit. Sie begab sich fort aus der Kirche zu den Schnittern auf dem Felde. „Hier bin ich“, sprach sie. Doch sie hörten sie nicht. Da packte Ingrimm die Seele. Sie kehrte zu ihrer Kirche zurück. Die andern aber hatten den Zehnten holen wollen von ihm und sahen seinen Leichnahm in dem Haus und trugen ihn auf den Totenacker. Als die Seele des zuerst Gestorbenen in die Kirche kam, erblickte sie vor sich die Seele des Freundes. Die sprach zu ihr: „Wohlan denn, du hast lange gebraucht, um zu kommen. Du hast dein Versprechen schlecht gehalten.“ „Tadle mich nicht“, sprach die andere Seele. „Ich bin viele Male zu dir gekommen und haben neben deinem Kissen gekniet und dich angefleht, aber du hast nichts gehört. Denn der plumpe und stumpfe Leib ist taub für die leichte, ätherische, zartfeine Seele.“ „Jetzt kann ich dich hören“, sagte die erstere. „Nein“, sprach die andere. „Es ist ja nur deine Seele noch hier. Denn deinem eigenen Leibe bist du entflohen. Du hast mich gebeten, zu dir zu kommen, und so ist es nun auch geschehen. Wehe dem, der Übles tut! Selig aber, der Gutes tut! Gehe hin und suche deinen Leib, bevor sie ihn in das Grab gelegt haben.“ „Ich werde nimmer in ihn zurückkehren, aus Furcht und Schrecken vor ihm!“ „Du sollst aber doch in ihn zurückkehren. Ein Jahr noch sollst du am Leben sein. Singe den Beati-Gesang für meine Seele alle Tage, denn das Beati ist die festeste Leiter und Kette und Schnur, eines Menschen Seele aus der Hölle zu holen.“ Da nahm sie Abschied von der anderen Seele und begab sich zu ihrem Körper, und als sie in denselben hineinfuhr, gab er einen Schrei von sich und erwachte wieder zum Leben. Und als das eine Jahr um war, kam auch diese Seele in den Himmel. Also ist das Beati das beste Gebet, das es gibt.[/font][/size] [Kenneth H. Jackson: [i]A Celtic Miscellany[/i]][/COLOR] |
| Pelloquin | [img]http://www.fpsoftlab.com/images/screenshots/mars-640x480-2.jpg[/img] |
| Pelloquin | [color=burlywood][Font=times new roman][size=5]Scheint der Mond in heller Pracht[/font][/size] [font=times new roman][size=3]Als sie aus der Rakete in die Nacht hinaustraten, war es so kalt, daß Spender sofort etwas trockenes marsianisches Holz sammelte und ein kleines Feuer anzündete. Von einer Feier sagte er nichts; er las nur Holz auf, zündete es an und beobachtete die Flammen. In dem Licht, das die dünne Luft über dem ausgetrockneten Marsmeer erhellte, blickte er sich um und sah die Rakete, die die Männer – Kapitän Wilder und Cherokee und Hathaway und Sam Parkhill und ihn selbst – durch das stumme schwarze All der Sterne auf diese tote Traumwelt getragen hatte. Jeff Spender wartete auf den Lärm. Er beobachtete die anderen und wartete darauf, daß sie herumtollten, die Arme hochwarfen und losbrüllten. Das mußte unweigerlich geschehen, sobald das betäubende Gefühl, auf dem Mars die ’ersten’ zu sein, abklang. Niemand sagte etwas, aber viele hofften vielleicht, daß die anderen Expeditionen fehlgeschlagen waren und daß diese Landung, die vierte, die entscheidende sein würde. Sie hofften das nicht im Bösen; gleichwohl dachten sie daran, dachten an die Ehre und den Ruhm, während sich ihre Lungen an die dünne Atmosphäre gewöhnten, die einen fast trunken machte, wenn man sich zu schnell bewegte. Biggs trat an das frisch angezündete Feuer und fragte: „Warum nehmen wir nicht das chemische Feuer aus dem Schiff anstelle des Holzes?“ „Ist doch egal“, sagte Spender ohne aufzusehen. Es wäre nicht recht, am ersten Abend auf dem Mars ein lautes Geräusch zu machen oder ein seltsames, dummes, helles Ding wie ein Heizgerät in diese Landschaft zu stellen. Das wäre eine Art importierte Blasphemie. Dafür wäre später noch Zeit; für leere Kondensmilch-Dosen, die in den stolzen Marskanälen schwammen, für Exemplare der [i]New York Times[/i], die über die Einöde der grauen marsianischen Meeresgründe tanzten und raschelten; für Bananenschalen und Picknickreste in den zierlich verästelten Ruinen der uralten marsianischen Städte in den Tälern. Unendlich viel Zeit blieb für diese Dinge. Und bei dem Gedanken durchfuhr ihn ein leiser Schauder. Er nährte das Feuer, legte mit der Hand nach, und es war wie ein Opfer, das er einem toten Riesen darbrachte. Sie waren auf einem gewaltigen Grab gelandet. Hier war eine Zivilisation gestorben, und es war einfach eine Sache des Anstands, die erste Nacht ruhig zu verbringen. „Das ist doch keine Feier!“ Biggs wandte sich an Kapitän Wilder. „Sir, vielleicht könnten wir Ginrationen ausgeben und die Sache etwas in Schwung bringen.“ Kapitän Wilder blickte zu der toten Stadt hinüber, die eine Meile von ihnen entfernt lag. „Wir sind alle müde“, sagte er leise, als hätte er seine ganze Aufmerksamkeit auf die Stadt konzentriert und dabei seine Männer vergessen. „Morgen Abend vielleicht. Heute sollten wir uns freuen, daß wir die lange Reise durchs All ohne Meteoreinschlag oder Todesfall in der Mannschaft hinter uns gebracht haben.“ Die Männer bewegten sich unruhig. Es waren insgesamt zwanzig, die dicht beeinander standen und ihre Waffen betasteten, die sie am Gürtel trugen. Spender beobachtete sie. Sie waren unzufrieden. Sie hatten für eine große Sache ihr Leben riskiert. Jetzt wollten sie sich betrinken und ihre Waffen abschießen, um sich zu beweisen, was für Kerle sie waren – Kerle, die ein Loch ins All gerissen und in einer Rakete den ganzen Weg zum Mars zurückgelegt hatten. Doch niemand brüllte. Der Kapitän erteilte leise einen Befehl. Einer der Männer lief ins Schiff und holte Dosenrationen, die leise geöffnet und verteilt wurden. Nun begannen auch die ersten Gespräche. Der Kapitän setzte sich und schilderte den Männern noch einmal die Reise. Sie kannten zwar schon jede Einzelheit, aber es war gut, das alles noch einmal zu hören, etwas, das ein für allemal vorbei und abgetan war. Von der Rückreise wollte noch niemand sprechen; einer kam darauf, wurde jedoch schnell zum Schweigen gebracht. Die Löffel bewegten sich im Licht der beiden Monde; das Essen schmeckte gut und der Wein womöglich noch besser. Ein Feuerstrahl fuhr über den Himmel, und gleich darauf landete die Hilfsrakete auf der anderen Seite des Lagers. Spender beobachtete, wie sich die kleine Luke öffnete und Hathaway, der Arzt-Geologe – sämtliche Männer versahen Doppelfunktionen, um auf der Reise Platz zu sparen, - heraustrat. Er kam langsam auf den Kapitän zu. „Nun?“ fragte Kapitän Wilder. Hathaways Blick schweifte zu den fernen Städten, die im Sternenlicht blinkten. Nachdem sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sagte er stockend. „Die Stadt dort drüben, Kapitän, ist tot – und zwar seit vielen tausend Jahren. Das gleiche gilt für die drei Städte in den Bergen. Die fünfte Stadt aber, Sir, zweihundert Meilen weiter…“ „Was ist damit?“ „Da haben letzte Woche noch Leute gelebt, Sir.“ Spender stand auf. „Marsianer“, sagte Hathaway. „Wo sind sie jetzt?“ „Tot“, sagte Hathaway. „Ich bin in ein Haus gegangen. Ich glaubte, es wäre seit Jahrhunderten tot und verlassen wie die anderen Städte und Häuser. Mein Gott, aber es waren Leichen darin. Wie ein Haufen Herbstlaub, wie Stöcke und Reste verbrannter Zeitungen, das ist alles. Und noch ganz frisch. Sie waren höchstens zehn Tage tot.“ „Haben Sie auch in anderen Städten nachgeforscht? Haben Sie [i]überhaupt[/i] etwas lebendiges gesehen?“ „Nichts. Ich habe mich in den anderen Städten umgesehen. Von fünft Städten sind vier seit vielen tausend Jahren leer. Was mit den ursprünglichen Einwohnern geschehen ist, weiß ich nicht. Aber in der fünften Stadt fanden wir überall das gleiche. Leichen, tausende von Leichen.“ „Woran sind sie gestorben?“ Spender trat vor. „Sie werden es nicht glauben.“ „Was hat sie umgebracht?“ Hathaway sagte schlicht: „Die Windpocken.“ „Um Gottes willen, nein!“ „Ja. Ich habe Versuche gemacht. Zweifelsfrei Windpocken. Die haben den Marsianern etwas angetan, wogegen die Menschen auf der Erde immun sind. Ihr Metabolismus muß anders reagiert haben. Sie sind schwarz, ausgebrannt und zu zerbrechlichen Fladen vertrocknet. Trotzdem sind es die Windpocken. York oder Kapitän Williams oder Kapitän Black müssen also doch durchgekommen sein, zumindest eine der drei Expeditionen. Gott allein weiß, was aus ihnen geworden ist. Auf jeden Fall wissen wir, welche unbeabsichtigten Folgen ihr Besuch für die Marsianer gehabt hat.“ „Und Sie haben nirgendwo Leben festgestellt?“ „Es besteht die Möglichkeit, daß ein paar Marsianer in die Berge entkommen sind, wenn sie es rechtzeitig gemerkt haben. Aber ich möchte wetten, daß sie zahlenmäßig kein Problem für uns sind. Der Planet ist am Ende.“ Spender wandte sich um, setzte sich ans Feuer und starrte in die Flammen. Windpocken, Himmel, Windpocken, stell dir vor! Eine Rasse entwickelt sich über einen Zeitraum von einer Million Jahren, bildet sich fort, baut Städte wie die dort drüben, tut alles, um in Selbstrespekt und Schönheit leben zu können, und dann stirbt sie. Ein Teil stirbt langsam aus, von Natur, in Würde, vor unserer Ankunft. Aber der Rest? Stirbt die übriggebliebene Marsbevölkerung an einer Krankheit mit einem schönen oder entsetzlichen oder majestätischen Namen? Nein, um alles in der Welt. Ausgerechnet Windpocken müssen es sein, eine Kinderkrankheit, eine Krankheit, an der auf der Erde nicht einmal [i]Kinder[/i] sterben! Das ist ungerecht! Das ist nicht fair! Es ist, als wollte man sagen, die Griechen seien an Mumps gestorben oder die Römer an einem Hautausschlag zugrunde gegangen. Wenn wir den Marsianern nur Zeit gelassen hätten, sich selbst auf ihr Totenlager zu betten und sich eine andere, [i]würdevollere[/i] Todesursache zu suchen! Eine so dämliche, unscheinbare Krankheit wie die Windpocken [i]kann[/i] einfach nicht an ihrem Tod schuld sein! Es paßt nicht zur Architektur; es paßt nicht zu der ganzen Welt! [ … ][/font][/size][/color] [color=burlywood][aus: Ray Bradbury, [i]"Die Marschroniken"[/i]][/color] |
| Pelloquin | [color=burlywood]...[/color][img]http://www.newmars.com/images/interviews/keestharsis.jpg[/img] |
| Pelloquin | [font=times new roman][size=5][color=burlywood]Die Musiker[/color][/size][/font] [font=times new roman][size=3][color=burlywood]Die Jungen unternahmen weite Ausflüge ins marsianische Land. Sie hatten duftende Tüten bei sich, in die sie während der langen Wanderung dann und wann die Nase steckten, um das saftige Aroma des Schinkens und der Pickles in Mayonnaise zu genießen und um sich das Gurgeln des Orangensafts in den wärmer werdenden Flaschen anzuhören. Sie schwangen ihre Einkaufsbeutel, die voller gewaschener, saftiger grüner Zwiebeln und duftender Leberwurst und rotem Ketchup und Weißbrot waren, und sie stachelten sich gegenseitig an, die strengen Ermahnungen ihrer Mütter zu mißachten. Sie rannten los und brüllten: „Wer zuerst da ist, darf zutreten!“ Sie machten ihre Wanderungen im Sommer ebenso wie im Herbst oder Winter. Im Herbst war es am schönsten, weil man sich da wie auf der Erde vorstellen konnte, durch das Herbstlaub zu rascheln. Ein wilder Haufen, so erschienen sie auf den marmornen Plätzen an den Kanälen, rotwangige Jungen mit achatblauen Augen; die einander nach Zwiebeln riechende Kommandos zuflüsterten. Nachdem sie die verbotene Totenstadt erreicht hatten, war es vorbei mit dem lauten „Wer zuletzt ankommt, ist ein Feigling!“ oder „Der erste darf den Musiker machen!“ Nein, die tote Stadt lag jetzt offen vor ihnen da, und sie glaubten von drinnen ein leises Rascheln wie von Herbstblättern zu hören. Dicht aneinandergepreßt wagten sie sich schrittweise vor, Stöcke in den Händen, und sie dachten an ihre Eltern, die ihnen gesagt hatten: „Geht nicht dorthin! Nein, nicht in die alten Städte! Nehmt euch auf euren Wanderungen in acht! Ihr bekommt Schläge wie noch nie, wenn wir euch erwischen! Wir sehen uns eure Schuhe an!“ Und da standen sie nun in der toten Stadt, ein Haufen Jungen, den mitgebrachten Proviant halb aufgegessen, und sie machten sich mit schrillen Stimmen gegenseitig Mut. „Habt ihr vielleicht Angst, ihr Duckmäuser?“ Und plötzlich raste einer los in das nächste Steinhaus, polterte durch die Tür ins Wohnzimmer und in das Schlafzimmer, wo er, ohne richtig hinzuschauen, um sich trat, wo er einen wilden Tanz vollführte und die schwarzen Blätter durch die Luft fliegen ließ, dünn und brüchig wie der Stoff, aus dem mitternächtliche Himmel gemacht ist. Sechs andere folgten ihm, und der erste Junge war stets der Musiker, der auf den weißen xylophonartigen Knochen unter der äußersten Lage schwarzer Flocken spielte. Ein großer Schädel rollte hervor, ein weißer Schneeball; wie sie [i]schrien[/i]! Rippen wie Spinnenbeine gaben dumpfe Harfentöne von sich, und die schwarzen Flocken der Sterblichkeit wirbelten hochauf im Takt des wilden Tanzes; die Jungen stießen sich an und fielen in die Blätter, in den Tod, der die Toten zu dürren Flocken hatte werden lassen, in ein Spiel von Jungen, in deren Mägen Orangensaft gurgelte. Und dann ins nächste Haus, in siebzehn andere Häuser, wobei sie keinen Augenblick vergaßen, daß die Städte durch Feuerwehrleute von ihrem Schreck befreit wurden, von antiseptischen Kriegern mit Schaufeln und Eimern, die die ebenholzschwarzen Haut- und Fleischreste und die pfefferminzfarbenen Knochen umgruben und langsam, aber sicher das Entsetzliche vom Normalen trennten; sie mußten ihr Spiel also intensiv genießen, die Jungen, denn die Feuerwehr würde bald hier sein! Schweißüberströmt verschlangen sie ihre letzten Brote. Nach einem letzten Tritt, einem letzten schrägen Konzert, einer letzten herbstlichen Jagd durch die Blätterhaufen gingen sie nach Hause. Die Mütter suchten ihre Schuhe ab nach schwarzen Flocken, die – wenn sie gefunden wurden – zu kochendheißen Desinfektionsbädern und väterlichen Prügeln führten. Gegen Ende des Jahres hatten die Feuerwehrleute alle Herbstblätter und weißen Xylophone fortgeharkt und begraben, und mit dem Jux war es aus.[/font][/size][/color] [color=burlywood][aus: Ray Bradbury, [i]"Die Marschroniken"[/i]][/color] |
| Pelloquin | [img]http://home-1.worldonline.nl/~veenen/terragen/mars/ieg0062ta3.jpg[/img] [color=burlywood][size=1]View from Valles Marineris (west) to the vulcanoes left to right: [i]Arsia Mons, Pavonis Mons, Olympus Mons[/i] (Mit ca. 26 km dreimal so hoch wie der irdische Mount Everest!)[/size][/color] |
| Mahsheed | [list][size=4][B][font=vivaldi][I][color=#470023] Das Leichentuch[/I][/B][/font][/size] [IMG]http://mitglied.lycos.de/hexana_2/vambak2.jpg[/IMG] [size=4][font=garamond][I][color=#960044]Da lagest du nun Jahr für Jahr, Und alles was von dir bekannt War deine bloße Hülle mir. Und hättst´ du viel gesprochen, Vielleicht wär ich dann nicht bei dir.[/color][/font][/I][/size][/color] [size=4][font=garamond][I][color=#960044]Weiß war deine Nase ganz, Als dein Zimmer ich betrat, Weiß und kalt. Das, was freundlich rund und frisch gefärbt Die meiste Liebe Dir stets ins Antlitz malte, War diese Nase immer. [/color][/font][/I][/size] [size=4][font=garamond][I][color=#960044]War noch immer weich zwar deine Nasenspitze, Wirkte schließlich wie ein Leichentuch, Locker geworfen Über die bald zerschmelzende Knorpelmasse.[/color][/font][/I][/size] [size=4][font=garamond][I][color=#960044]Du armer du, Noch immer rasselte mechanisch Dein Atem, Noch immer hob und senkte sich Dir deine Brust. [/color][/font][/I][/size] [size=4][font=garamond][I][color=#960044]Nicht sagen kann ich dir, Ob noch immer du gelebt. Verrieten deine Augen mir Die Sprache eines fernen Landes Und verstanden die meine nimmer mehr. Trüb blickten weit durch jede Wände sie, Gelbverklärt kein Licht, Kein Schatten spiegelnd.[/color][/font][/I][/size] [size=4][font=garamond][I][color=#960044]Zur gleichen Zeit Deine violett getönten, Groß geschwollenen Halsesadern Unterhalb deiner Ohren Augenblicklich schienen bersten Und getrocknetes Blut Weit speien zu wollen! Wie gut. Wie wohl. - Sie taten´s nicht. [/color][/font][/I][/size] [size=4][color=#960044][font=garamond][I]Granate hätt´ gesammelt Vor deines hölzern´ Bettes ich Und hätt´ damit ein Glas gefüllt. Erblüht wär´ dann ihr welkes Rot Im hell gedenkend Sonnenlicht.[/color][/font][/I][/size] [size=4][font=garamond][I][color=#960044]Als dann der süßlich Duft Dein Zimmer von dir füllte, Füllte mein Herz mit Ruhe sich. Und als ich dich verließ, Da hat mich deine weiße Nase nicht verlassen.[/color][/font][/I][/size] [size=4][font=garamond][I][color=#960044]Im Dunkeln bleibt nun immer, Wer du gewesen bist. (Mahsheed)[/font][/size][/color][/list][/I] |
| Mahsheed | [center][IMG]http://www.bancodedadosvisual.hpg.ig.com.br/Dore-paraiso06.jpg[/IMG] [/center] |
| Mahsheed | [size=3][font=courier][list][color=#90008a][B] Rainer Maria Rilke - Herbst[/B] Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält. (1902) [/color][/font][/list][/size] |
| Pelloquin | [list][color=blue]Please could you stay awhile to share my grief For its such a lovely day To have to always feel this way And the time that I will suffer less Is when I never have to wake Wandering stars, for whom it is reserved The blackness of darkness forever Wandering stars, for whom it is reserved The blackness of darkness forever Those who have seen the needles eye, now tread Like a husk, from which all that was, now has fled And the masks, that the monsters wear To feed, upon their prey Wandering stars, for whom it is reserved The blackness of darkness forever Wandering stars, for whom it is reserved The blackness of darkness forever (always) doubled up inside Take awhile to shed my grief (always) doubled up inside Taunted, cruel.... ... Wandering stars, for whom it is reserved The blackness of darkness forever Wandering stars, for whom it is reserved The blackness of darkness forever (Portishead, [i]wandering stars[/i])[/color][/list] |
| Mahsheed | [color=#000000].[list] . . [IMG]http://www.unshod.org/pfbc/bgsoul.jpg[/IMG] . . .[/color][/list] |
| Pelloquin | [list][size=3][font=times new roman][color=burlywood][i]Seltsam, nicht wahr, daß Menschen ohne Zahl Vor uns durchschreiten schon das finstere Portal, Und keiner kehrt zurück und kündet uns den Weg, Den wir erst kennen, gehen wir selber ihn einmal.[/i][/color][/font][/size][/list] [list][color=burlywood][size=1]Sinnspruch aus dem Rubaijat des persischen Dichterphilosophen Omar Chajjam, genannt "der Zeltmacher" (1045-1122)[/size][/color][/list] |
| Pelloquin | [color=sienna]"Unsere Verwesung ist beschlossen, unbestechlich, und: Wir pflanzen. Unser Verfall kündigt sich an, unwiderruflich, und: Wir bauen. Unser Verschwinden, unsere Auflösung, unser Nichtsein ist gewiß, ist notiert, unauslöschlich - unser Nicht-mehr-hier-Sein steht unmittelbar bevor, und: Wir sind. Wir sind noch. Wir haben den unfaßbaren Mut: Und sind." (Wolfgang Borchert: [i]"Gespräch über den Dächern"[/i])[/color] |
| Crysania | [b][u][i]P a u l C e l a n ~ T o d e s f u g e[/i][/u][/b] [SIZE=1] [COLOR=royalblue] Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts wir trinken und trinken wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends wir trinken und trinken Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends wir trinken und trinken ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland dein goldenes Haar Margarete dein aschenes Haar Sulamith [/SIZE][/COLOR] |
| CaligoCavus | [CENTER][font=avalon quest][size=5][color=white]DIE DREI (Nikolaus Lenau) Drei Reiter nach verlor'ner Schlacht, Wie reiten sie so sacht, so sacht! Aus tiefen Wunden quillt das Blut, Es spuert das Roß die warme Flut. Vom Sattel tropft das Blut, vom Zaum, Und spuelt hinunter Staub und Schaum. Die Rosse schreiten sanft und weich, Sonst floess' das Blut zu rasch, zu reich. Die Reiter reiten dicht gesellt, Sie sehn sich traurig in's Gesicht, Und einer um den andern spricht: Und einer sich am andern haelt. "Mir blueht daheim die schoenste Maid, Drum tut mein frueher Tod mir leid." "Hab' Haus und Hof und gruenen Wald, Und sterben muß ich hier so bald!" "Den Blick hab' ich in Gottes Welt, Sonst nichts, doch schwer mir's Sterben faellt." Und lauernd auf dem Todesritt Ziehn durch die Luft drei Geier mit. Sie teilen kreischend unter sich: "Den speisest du, den du, den ich."[/color][/size][/font][/CENTER] |
| herbstliebe | [OT] mal zur info... [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?threadid=23696]klick hier[/URL] [/OT] |
| Lady_of_shadows | Wenn unsre Herzen nicht mehr schlagen Doch unsre Seelen weiterleben Wenn wir das Schicksal laut beklagen Und wir wie weiße Wolken schweben Unendlichkeit, die uns umringt Und aus der Dunkelheit erwacht Ein Engel, der uns lächelnd winkt Stumm folgen wir ihm in die Nacht Engel, die uns zum Lichte führen Und uns den Weg zum Glücke weisen Wir können uns nicht mehr berühren Doch wird's die schönste uns'rer Reisen denn da, wo alles Gute wohnt Sind wir ab jetzt daheim Und wo der Gott der Liebe trohnt Bittet man uns herein Doch wo Licht ist, ist auch Schatten Und so dauert es nicht lang Es huschen ja bereits die Ratten Und uns wird plötzlich angst und bang Die Engel weinen und sie bluten Und man hört sie kläglich brüllen Zum Bösen wandten sich die Guten Herzen sich mit Schmerz erfüllen Was der Himmel sein sollte Tut sich doch als Qual enthüllen by Lady_of_shadows (N.L.) |
| Sneaky | Rubayat / Omar Khayyam Myself when young did eagerly frequent Doctor and Saint, and heard great Argument About it and about; but evermore Came out by the same Door as in I went. With them the Seed of Wisdom did I sow, And with my own hand labour'd it to grow: And this was all the Harvest that I reap'd — "I came like Water and like Wind I go." |
| Any Body | [b]Gedanken zum Wandel der Zeit I - [/b] [i]by Miller[/i] [b]Das schwarze Heft - Fanzine für den literarischen Untergrund [/b] [center]Still Es ist wieder still. Wart', ich mach die Kerzen aus. Ich will dir noch erzählen von mir. Diese Nacht - vielleicht auch später. Es ist wieder still. Wart', ich will mich noch legen, bevor ich falle. Dann tut es nicht weh. Es hat aufgehört zu regnen. Vielleicht fängt es erst an. Diese Nacht hat es geregnet. Jetzt ist es still...[/center] |
| Pelloquin | [center]Seelenflug Sollte diese Welt wirklich zugrunde gehn, so werden wir phönixgleich aus ihrer Asche auferstehn, uns in höchsten Himmeln wiedersehn, und - nach Licht und Wahrheit strebend in Einigkeit ewig leben.[/center] |
| Pelloquin | [i]Monolog in der Badewanne [/i] Da liegt man nun, so nackt, wie man nur kann, hat Seife in den Augen, welche stört, und merkt, aufs Haar genau: Man ist ein Mann. Mit allem, was dazugehört. Es scheint, die jungen Mädchen haben recht, wenn sie - bevor sie die Gewohnheit packt - der Meinung sind, das männliche Geschlecht sei kaum im Hemd erträglich. Und gar nackt! Glücklicherweise steht´s in ihrer Hand, das, was sie stört, erfolgreich zu verstecken. So früh am Tag, und schon soviel Verstand! Genug, mein Herr! Es gilt, sich auszustrecken. Da liegt man, ohne Portemonnaie und Hemd und hat am ganzen Leibe keine Taschen. Ganz ohne Anzug wird der Mensch sich fremd... Da träumt man nun, anstatt den Hals zu waschen. Der nackte Mensch kennt keine Klassenfrage. Man könnte, falls man Tinte hätte, schreiben: »Ich kündige. Auf meine alten Tage will ich in meiner Badewanne bleiben.« Da klingelt es. Das ist die Morgenzeitung. Und weil man nicht, was nach dem Tod kommt, kennt, schreibt man am besten in sein Testament: »Legt mir ins kühle Grab Warmwasserleitung!« (Erich Kästner) |
| Mahsheed | [font=modern][size=5][color=#ffffff][list]Oh Mensch! Gib acht! Was spricht die tiefe Mitternacht? "Ich schlief, ich schlief -, Aus tiefem Traum bin ich erwacht - Die Welt ist tief. Und tiefer als der Tag gedacht. Tief ist ihr Weh -, Lust - tiefer noch als Herzeleid: Weh spricht: Vergeh! Doch alle Lust will [color=ff4b6c]Ewigkeit[/color] -, - will tiefe, tiefe [color=ff4b6c]Ewigkeit[/color]" (Friedrich Nietzsche)[/list][/color][/size][/font] |
| Mahsheed | [center][color=#ff4b6c][font=times new roman][size=3][I] Wie feine Arabesken zeichnen sich die zarten blauen Adern auf ihrer matten Haut ab, ein dunkler Abglanz der Küsse, die sie vom Tode bereits empfangen hat: vom Tode, dem sie vielleicht bald angehört - sie, die ich bis zum Wahnsinn liebe. In ihrem bleichen Antlitz, das sich zeitweilig ins Graue verfärbt, leuchten ihre Augen wie Flammen; und das phosphoreszierende Glimmen, das aus ihren ausgezerrten Augenhöhlen dringt, gleicht Irrlichtern, die an schwülen Sommerabenden über den Sümpfen flackern, in denen pesthauchverbreitender Unrat verwest. Um ihren Mund schimmert es perlmutt-bläulich wie bei einer Frucht, an der die ersten Zeichen des Verfalls sichtbar werden ... Und ich liebe sie, weil das ganze Geheimnis des Todes sie umschwebt, weil sie in meinen Augen das lebende Sinnbild der allgemeinen Vernichtung ist; ich liebe sie wegen ihrer Todesanmut, wie eine schöne Amphora, die schlank und zierlich auf einem Grabmahl steht ... (Barbey d´Aurevilly) [/center][/color][/size][/font][/I] |
| Pelloquin | [center][size=1][url="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,druck-277575,00.html"][font=times new roman][size=3]"So wird unser Alltag aussehen", sorgt sich der 28jährige Sergej, "das ist das Schrecklichste". Gegen 11.30 Uhr hat er sich am Dienstagmorgen aus der Moskauer Metro-Station Ochotny Rjad ans Tageslicht geboxt und sah die Verwüstungen: In einander verkeilte Polizei- und Krankenwagen, hunderte uniformierter Milizionäre und Männer in stramm geschnürten Ledermänteln, die einigermaßen zuverlässig die Zugehörigkeit zum russischen Inlandsgeheimdienst FSB signalisieren. Die Scheiben im Erdgeschoss des Luxushotels National sind zersplittert, ein nobles Fahrzeug der Hoteldirektion lädiert. Inmitten der Scherben auf dem Pflaster liegt eine rothaarige tote Frau auf dem Bauch. Sicherheitsmenschen steigen über sie so indigniert hinweg, als habe ihnen jemand Müll vor die Füße geworfen. [/size][/font][/url][/size][/center] [center][img]http://www.romantica.de/php/bilder/apok-04.jpg[/img][/center] |
| Mahsheed | [font=engravers mt][color=#fff0b4][list] [I]Ich will kein Grab[/I] Klaus Kinski [size=1]Ich will kein Grab! Gottes Eunuchenschweiß! Und keine Faust, die mir das Maul zuschwemmt! keinen verdünnten Rotz, den Dreck von Träneneis! kein angstzerfurztes Totenhemd![/size] [size=1]Habt ihr den toten Christus nicht gesehen! Wie er mit kalten Maden auswattiert, schräg abgequetscht mit dem Gesicht zur Hölle in dem Idiotenstuhl der Grube wippt!! sein eingefrornes Nylonauge kippt wie Kaviar aus dem zerissnen Schlauch von einem explodiertem Modderfisch, den Talg im Jauchelappen seiner Haare schwappt wie ein Wachstuch über einen Tisch und konserviert die Pilze auf der Bahre - durch seine Ohren suppt der Eiterschwamm ranziges Schmalz aus dem bepissten Herzen, und die geronnene Scheiße seiner Schmerzen bäumt ihm die Stirn wie ein Hahnenkamm - der Papageienzunge graugestreiftes Fleisch platzt auf das Glas von Raupen um den Mund, aus seinem Rückenmark blüht ein Gekreisch von Würmerpudding über seinen Hintern und brät sein Glied im Läuseteppich wund - wie rosa Stummel schielt der amputierte Arm von seinem Bart, wie Hämorrhoidentrauben, und aus der Blutwurst seiner Nase schrauben Geschwüre kreisend wie auf schorfen Teichen und rasen wie ein grüner Fliegenschwarm, wie Ratten um den Arsch von Wasserleichen die schwarzen Nadeln seiner Poren glotzen nach innen wie verweste Eier stinken, über die Borke seines Nabels hinken Pestkäfer und fangen schwindelnd an zu kotzen!!![/size] [size=1]Und auf der Grube zugeschwollnem Auge bleibt ein verstörter Gott beleidigt stehn - wie Durchfall rauscht der eingedickte Glaube mir aus dem Darm, der das mitangesehn.[/size] [size=1]Ich will von Qual und Wanzen mich befrein! Bunt eingerissen wie ein Wetterstrahl! Fieberzertrümmert messerheiß und kahl Im Sterben mit den Sonnenblumen schrein![/size] [size=1]Ich will mein Herz vom Mond herunterreißen, das wie ein Krankenhemd auf seinem Hintern spannt, und in den Unterleib der Sonne greifen bis mir die Blumen in die Augen krallen wenn sie in Krämpfen auseinanderprallen und dann erblinden wenn sie rasend sind von der Tarantel ausgespritzten Sonne, wenn rosa Winde ihre Köpfe heizen -[/size] [size=1]Ich will in Länder mit gestreiften Bäumen, wo schwarze Sonnenblumen über Wege schäumen - und in dem Fieberschweiß der Tiger stinken und einer Negerin den Bauch austrinken.[/size][/list][/color][/font] |
| Montrose | [SIZE=1]Am 20. November 1971 steht der mittlerweile 45-jährige Klaus Kinski - 1926 als Nikolausz Gunther Nakszynski in Zoppot / Polen geboren - alleine auf der Bühne der Berliner Deutschlandhalle. In dieser Zeit sind die Herzog Filme noch Zukunft. Und Kinski spricht seine Version des Neuen Testaments in seiner unnachahmlichen Art: Mit vollstem Einsatz, mit größter Präsenz und Eindringlichkeit. Jesus Christ Superstar, Flower Power, Hippie-Kult, RAF, Sit-Ins und dogmatischste Diskussionsschlachten zeichnen die jetzt schon abebbende 68er-Ära. In dieser Zeit sind die Herzog Filme noch Zukunft. Und Kinski spricht seine Version des Neuen Testaments in seiner unnachahmlichen Art: Mit vollstem Einsatz, mit größter Präsenz und Eindringlichkeit. Der Text und die Person verschmelzen und erheben sich zur Botschaft "an sich". Dann beginnt Kinski: [COLOR=orange] "Gesucht wird Jesus Christus. Angeklagt wegen Verführung, anarchistischer Tendenzen; Verschwörung gegen die Staatsgewalt. Besondere Kennzeichen: Narben an Händen und Füßen. Angeblicher Beruf: [b]Arbeiter[/b]. Nationalität: Unbekannt. Deckname: Menschensohn, Friedensbringer, Licht der Welt, Erlöser. Der Gesuchte ist [b]ohne festen Wohnsitz[/b]. [b]Er hat keine reichen Freunde[/b] und hält sich meist in ärmlichen Wohngegenden auf. Seine Umgebung sind Gotteslästerer, Staatenlose, Zigeuner, Prostituierte, Waisenkinder, Kriminelle, Revolutionäre, Asoziale, Arbeitslose, Obdachlose, Verurteilte, Eingesperrte, Gejagte, Mißhandelte, Zornige, Kriegsdienstverweigerer, Verzweifelte, schreiende Mütter in Vietnam, Hippies, Gammler, Fixer,Ausgestoßene, zum Tode Verurteilte. ..."[/COLOR] Quelle: Klaus Kinski Forum.[/SIZE] Was Masheed von Klaus Kinski zitiert, könnte von Jesus selbst stammen. Im Garten Gethsemane sagte Jesus (Matthäus 26,38f): "Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wacht mit mir! Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!" Ich höre in der Grufti-Disco vertonte Klaus-Kinski Texte. Und wenn man mich fragt: es ist einer der wenigen Lichtblicke dort. Ich glaube nicht, daß Kinski Jesus verhöhnen wollte. Ganz im Gegenteil ... |
| Mahsheed | [size=4][font=garamond][I][color=ffffff]off topic ... Oh nein, sie spielen ihn schon in Grufti-Diskos? :confused: Ich hoffe so sehr, dass er nicht inflationär missbraucht wird, das hat er nicht verdient. - Aber was weiß ich, was er sich gern für das Leben nach seinem Tod gewünscht hätte ... Übrigens bin ich davon überzeugt, dass Kinski ein gläubiger Mensch war. Es ist jedoch jedem überlassen, einen Text (oberfläch betrachtet?) als Blasphemie zu erkennen oder als einen Akt der Verzweiflung, ausartend in Aggression, Wut, Verachtung, als Projektion seines eigenen Zustandes etc. etc. Nur bitte, so gut es auch sicherlich anliegen möge, könnte dann die Diskussion darüber vielleicht besser in einem gesondertem Thread unterkommen, falls erwünscht? Ich hoffe, meine Bitte ist nicht zu unhöflich formuliert.[/size][/font][/color][/I] |
| Sneaky | Der ewige Jude / Wilhelm Müller Ich wandre sonder Rast und Ruh, Mein Weg führt keinem Ziele zu; Fremd bin ich in jedwedem Land, Und überall doch wohlbekannt. Tief in dem Herzen klingt ein Wort, Das treibt mich fort von Ort zu Ort; Ich spräch's nicht aus, nicht laut, nicht leis, Sollt' ewge Ruh auch sein der Preis. Es wärmt mich nicht der Sonne Licht, Des Abends Tau, er kühlt mich nicht; Ein lauer Nebel hüllt mich ein In ewig gleichen Dämmerschein. Kein Mensch sich je zu mir gesellt, Es lacht kein Blick mir in der Welt: Kein Vogel singt auf meinem Pfad, Ob meinem Haupte rauscht kein Blatt. So zieh ich Tag und Nacht einher, Das Herz so voll, die Welt so leer; Ich habe alles schon gesehn, Und darf doch nicht zur Ruhe gehn. Vom Felsen stürzt der Wasserfall, Fort schäumt der Fluß im tiefen Tal; Er eilt so froh der ewgen Ruh, Dem stillen Ozeane zu. Der Adler schwingt sich durch die Luft, Verschwebend in des Äthers Duft; Hoch in den Wolken steht sein Haus, Auf Alpenspitzen ruht er aus. Der Delphin durch die Fluten schweift, Wenn in die Bucht der Schiffer läuft; Und nach dem Sturm im Sonnenschein Schläft er auf Wellenspiegeln ein. Die Wolken treiben hin und her, Sie sind so matt, sie sind so schwer; Da stürzen rauschend sie herab, Der Schoß der Erde wird ihr Grab. Der müde Wandrer dieser Welt, Ein sicher Ziel ist ihm gestellt. Was klagt er ob des Tages Not? Vor Nacht noch holt ihn heim der Tod. O Mensch, der du den Lauf vollbracht, Und gehest ein zur kühlen Nacht, Bet, eh du tust die Augen zu, Für mich um eine Stunde Ruh! |
| Mahsheed | [color=black]. . . . .[/color] [center][font=courier][color=90665b] [B]Umnachtung[/B] Sollt sein in einer lauen Nacht, Wo Käuzchen schreit und Uhu lacht, Dass ich mein Bett verlassen hatt Müde war, des Lebens matt Und ging derlang durch Mondes Schein Tief, tiefer noch zum Wald hinein. Dort nahm ich meine Hände dann, Wie Krallen steif geballt, Und hab so sehr ich können kann Den Boden aufgekrallt. Und später dann vor Morgengraun, Da hab ich froh gelacht, Konnt endlich in mein Grabe schaun Hineingelegt, tief ausgehaucht Die Augen zugemacht. Wie habe ich das stets gebraucht, Nur nie Ideen zu End gedacht. Mein Bauch war frei Mein Kopf war froh, Und meine arme Seele floh, Wohin, das war ihr einerlei, Nur nimmermehr ein Wort Und fort von diesem Ort. (Mahsheed) [IMG]http://katalog.badum.de/a31/0113.jpg[/IMG] [/font][/color][/center] [color=black]. . . . [/color] |
| Sneaky | Traum vom Tod II / Subway to Sally Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt er stand auf allen Wegen er winkte und er rief nach mir so laut er sprach mein Leben sei verwirkt ich sollt mich zu ihm legen ein frühes Grab sei längst für mich gebaut ich floh soweit das Land mich trug soweit die Vögel fliegen doch mir zur Seite spürte ich den Tod sein Schatten folgte meiner Spur ich sah ihn bei mir liegen und seine Hände waren blutig rot da wußte ich es weht der Wind und Regen fällt hernieder auch wenn schon längst kein Hahn mehr nach mir kräht weil ich schon längst vergessen bin singt man mir keine Lieder nur Unkraut grünt und blüht auf jedem Feld ich hab heut Nacht vom Tod geträumt es gibt kein ewig Leben für Mensch und Tier und Halm und Strauch und Baum ... das war mein Traum |
| jasmine | [SIZE=4]des raben unterflug[/SIZE] [SIZE=1]ein unterirdischer monolog[/SIZE] Auszug: ........ "Ihr seid spät. Wollt Ihr Wein? Alt ist er geworden über die Jahrhunderte… Essig vielleicht..." Ein plötzlicher Tritt seines freien Beins stößt den Gästen einen Zinnkrug mit überschwappendem Rotwein unwirsch vor die Füße. Der Vogel schreit: "Sauft ihn nun!" (In schmeichlerischem, erlesen scheußlichen Ton:) "Er kostet nichts. Wenn Ihr mir eine Freude machen wollt, so gebt mir ein Kind oder eine junge Frau..." Das krächzendes Gelächter des Raben widerhallt in den Gängen. Die Bosheit darin hat die Bitternis verfaulter Schokolade. Was Sie sicherlich noch nie gekostet haben – aber in einer Umgebung wie dieser kann man sich auch das ebenso spontan wie getrost vorstellen. "Was habt Ihr mitgebracht? Stumme Mienen? Die Kälte Eurer Gaben staunt mich nicht. Obgleich ich Euer Blut hitziger in Erinnerung habe: von den alten Tagen her, als es noch Eisenschwerter waren, die Ihr schwangt. Aber wir werden alle stiller mit der Zeit. Das Leid macht schweigsam, nicht wahr? Auch mir fiel der Gesang schwerer und schwerer: mit jedem Mal, da niemand kam – und ich nichts hatte als den Geruch der Mauern, die standen, und der grabesgrauen Hoffnung, die aufkam und an diese Steine schellte...! Hoffnung, die im Tiefflug durch die Labyrinthe stürzte und zerbrach, sich abermals aufbäumend, und letztlich doch versickernd... ewig den Moder nur zu mehren im Naß der Wände, die hier allzeit weinen. Ja, verdammt soll die Hoffnung sein, wie sie sich wieder und wieder neu erhebt, meiner Mutter Phoenix die Gestalt nachäffend, doch mit dem billigen Lächeln einer arglistigen Verführerin die Fenster der Seele mit Blindheit tapezierend, bis nur noch die Fackel des Irrsinns die Hirn-Hölle erhellt... Alte Betrügerin Hoffnung: Du winkst mit Futter, doch kaum in der Klaue, zerfällt es zu bröckelnder Schlacke. Kalter Staub ist alles, was der Schnabel schmeckt. Aber nun seid Ihr ja da. Habt Euch hinabbequemt zur lang versäumten Pflicht, die einzuklagen mir die Kehle heiser machte und das Kleid so licht – wer weiß, ob diese Federn noch zum Fluge taugen, die Reste starker Schwingen den Aufschwung hoch zur Freiheit überhaupt erlauben!? Sagt, ist denn die Luft noch tragfähig – oben? Sind die Wolken noch weiß? So weiß wie mein Kleid in Kindertagen? Als nur der Rauch der lustig lichterlohen Dörfer den Himmel kitzelte, mich kaum mit Flecken netzend, wenn ich lachend mich herabschwang, vom Kurzgebratenen zu kosten, das gar so reichlich hinterblieb in der Heeresspur von – wie hieß er doch gleich – Kalle... Quallen... – Wallenstein! Oh, die schönen Morgenstunden sorglosen Picknicks, all das feuchtwarme Fleisch im geröteten Gras – wenn die Leiber noch zuckten und sich bewegten... Und die Mägdelein: wie sie den Boden entlangkrochen, mit noch fast aller Haut am Leib – nur aus den Leinenlumpen bereits von der Soldateska mundgerecht freigeschält, mir zur Nachlese, Rinnsale träufelnd in rot und schwarz und fahlgelb – ahahaha! Und die Kinder! All die Kinder… Hübsch gespießt, oft noch lang in dünnen Stimmen ihren auf- und abklingenden Diskant greinend, bis ich kam! Ahhh! Mmmh! Das Schönste, das Feinste, das waren immer die Schenkel... Lang her! – Vorbei… Frei? Bin ich gewesen! In Ketten seit die Meister des Verstandes mich verboten! Nichtmal die Kirche hätte es gewagt, was Eure Wissensträger taten... Die Weißen Kittel... die die Pest besiegten und die Cholera bezwangen; die die Luft bereisen auf Schwingen, die nicht flattern: Eure neuen Wissensschamanen, die das Rad so oft erfanden, bis die Pferde arbeitslos wurden; Eure ruhelosen Weltbeschauer, die ihre Fernrohre durch die ptolemäischen Sphären stießen, weil sie die Erde rund sehen wollten – aber was haben sie mit ihr getan? Zum Staubkorn degradiert, haltlos ins Dunkel eines leeren kalten Nichts gestoßen, das sie "All" nennen, denn jenes Nichts ist alles, was sie glauben. Die Erde taugt ihnen gerade noch dazu, sie aufzubohren: bis Gäas schwarzes Blut spritzt – das sie sammeln als Futter für Eure glänzenden Fuhrwerke... die wirklich überaus schnell geworden sind, seit die Ochsen nicht mehr davorstehen, sondern darinhocken. Bei all dem wäre ich im Weg gewesen. Ja, Ihr kennt mich wohl. Doch keiner von Euch weiß meinen Namen. Eure Mütter haben ihn Euch nicht beigebracht. Eure Lehrer haben ihn wohlweislich übergangen. Eure Schriften und Eure Führer – sie alle haben mich als abgeschafft gemeldet, verhöhnt, verlacht, getreu der Losung: Was niemand nennt, sei nicht vorhanden; was man belacht, sei überwunden. Ihr meintet mich vergangen, meintet Euch glücklich im Vergessen? Den Namen nur habt Ihr vergessen, die Wirklichkeit ist wahr und nur das Wort dafür habt Ihr verloren. Die Todesfurcht wollt Ihr begraben haben? Ihr stolzen Stümper. Allein das Grauen habt Ihr namenlos gemacht. Umsonst rief ich nach oben, umsonst schien ich zu faulen im Verlies und mir an engen Ecken Freud´ und Farbe abzustoßen Jahrhunderte im Unterflug. Nichts schien die Ohren aufzuwecken, obwohl ich alle Geister rief, die Ihr für ausgerottet hielt im Reagenzglas Eurer Ratio. Dem Glase sind sie neu entstiegen, kraft meiner Flüche, die ich schuf. War er nicht laut genug, mein Ruf? Ist er nicht laut genug? Wie habt Ihr´s überhören können, als – kaum vor 60 Jahren – oben der Stadt die Türme brachen? Als Feuer fiel und Feuer sang... und Furcht aus jeder Gasse stank, weil eine alte Rune ihre Haken hieb: dem Volk ins Kreuz, sein Rückgrat zwie. Kreuzzug nur Kreuze hinterließ, derweil des Landes letztes Lied aufquoll als Gas aus nimmersatten Schloten! Ertaubt seid Ihr ans Tagwerk neu. Idioten. Wie oft muß ich noch rufen: dieserart, daß Ihr mich hört? Hat Euch der Daueranblick schwarzer Blähbauchkinder je verstört? Ich rief die Nadel, die dem satten Nachwuchs Eurer Art die Venen stach! Ich rief den Zwist und seinen Flieger, der jüngst die Zwillingstürme brach! Ich rief den alten wie den neuen: den ein- und hundertfachen Mord! Ich rief die Tausend und Millionen! Und ich rief noch und rufe fort! Ich ruf die Unschuld in den Abgrund, und ihre Rächer gleich dazu! Ich ruf das Blut in die Visionen – und wenn´s dann fließt, geb ich nicht Ruh´! Ich ruf die Flüsse der Verzweiflung in die Täler Eures Schlafs! Und selbst die Flucht aller Ausschweifung ist nur ein Weg, den ich Euch gab. Tobt mit den Augen, kitzelt Haut, gebt Euch in Hast einander hin! Traumlos erwacht vom Rausch der Sinne, im Taumel noch, doch ohne Sinn. Den Ihr nur findet, wenn Ihr findet, daß ich ein Freund der Menschen bin. Sagt: Sind die Wolken noch grau? Grau wie Eure Morgenblicke? Bestimmt seid Ihr gekommen, mir endlich zu erzählen, welche Farbe Eure Wolken haben. Ich sehe: Meinen wirkungsvollsten Ruf habt Ihr vernommen. Weiter und tiefer mußte ich fluchen als vordem. Nicht mit Lärm. Mein schönster Fluch war leise. So leise wie Liebesgeflüster. Nur nachhaltiger. Vermißt Ihr sie manchmal, die Liebe? Habt auch Ihr die Erinnerung an eigene, "alte" Tage? Oder besser: Nächte? Nächte ohne Furcht vor dem eigenen Verlangen? Gebt Ihm doch nach, Eurem Verlangen! Ihr seid reich, oder wenigstens frei! Ihr stellt etwas dar! Die Herzen liegen Euch zu Füßen! Die schönsten Leiber wandeln Euch beständig und zunehmend schamfrei vor Augen: lockend, einladend – das versprechend, was Ihr einzig wünscht! Was läßt Euch zögern, zuzugreifen? Seit wann ist denn Euresgleichen so... gehemmt? AHAHAHAHAHA! Ihr Welteroberer. Ihr Könige des Planquadrats. Ihr Meister von Materie und Gewißheit. Ihr Herren aller Rechenoperationen! Ihr werdet Euch doch nicht ängstigen: vor Tierchen, so winzig daß man sie gar nicht sieht mit bloßem Auge? Angst habt Ihr? Angst vor ein paar Tröpfchen Blut – das nicht einmal verloren, sondern ausgetauscht nur wird, vermischt bei innigster Umarmung? Ha! Ist es die Liebe nicht wert, zu sterben? Lügen alle Lieder? Ich dachte, ich tue Euch einen Gefallen, als ich die kleinen Boten des schlummernden Liebestodes in Euren Verkehr brachte – ist das nicht die Verwirklichung Eurer ritterlichen Romantik, wie Eure Dichter schrieben in der Zeit, die Ihr die "gute alte" nennt? Einmal – ein einziges Mal nur lieben, und vielleicht dafür sterben! Ich weiß, Ihr kommt Euch bedanken, Euch fehlen nur die rechten Worte... Lust beiseite. Die Frist, die ich gab, ist lang genug. – Der blecherne Spielmann komme!" Der Rabe schnalzt mit dem Schnabel. Ein leises rhythmisches Klopfen ertönt, bald umschmiegt von einer Melodie wie von einem Kinderlied, dem Klang einer Spieluhr ähnlich... " – Ihr kennt die Regeln. Wenn Ihr Trost braucht, dann tanzt, trinkt, singt und lacht – aber macht schnell: etwas anderes bleibt Euch nicht. Wie – Ihr seid nicht zufrieden? Ihr wollt eine – Lösung? Aber meine Damen und Herren! Sagte ich nicht bereits: Ihr kommt spät! Ist das nicht Antwort genug? Schaut Euch um! Das ist nicht Euer Kerker. Das ist kein Haus. Horcht, wie hohl die Mauer klingt! Wie knöchern diese Mauer klingt! Ich poche dir von innen gegen die Schädeldecke... Älter bin ich als dein Stammhirn. Die Haarigen, die´s noch nicht aufrecht konnten, haben´s deinem Urahn schon vererbt. Ich hause im Kellergrund der Seele: dort, wo noch Erinnerung an Pantheraugen schimmert. Tief unter den dünnen Spiegeln des Bewußtseins – das ich unterfliege. Dir deine Hände, ja, deinen Willen mitzulenken – wann immer du Entscheidungen alleine meinst zu treffen. Von tausend Namen, die mir waren, ist Euch noch ein Alltagswort geblieben. Ja, ich gehöre zur Leidenschaft, habe etwas zu tun mit ihr. ................. text & musik © duke meyer 1992 (überarbeitet 2001) [URL=http://www.eibensang.de/texte/rabflug.html]Vollversion: des raben unterflug[/URL] |
| Ginger | [COLOR=darkred]Lang ist der weg der aus der hölle hinauf in das rettende licht führt.[/COLOR] |
| Pelloquin | [color=burlywood][center][font=papyrus][size=5]D[/size]er [size=5]T[/size]od der [size=5]K[/size]ünstler[/font] [font=papyrus][i]Wie lange werd' ich fröstelnd beben müssen und, Spottgestalt! die flache Stirn dir küssen, wie viele Pfeile fliehn aus meinen Köchern die mystisch ferne Scheibe zu durchlöchern? Wir zehren unsre Kraft in spitzen Plänen, wir werden manche harte Wehr zerhauen eh' wir die große Kreatur beschauen – ihr höllisches Gelüst erzwingt uns Tränen. So manche fanden niemals ihr Idol, verwünschte Bildner die die Schande geißelt und deren Hand dir Haupt und Busen meißelt Mit einer Hoffnung, düstres Kapitol, daß einst der Tod, ein neues Tag-Gestirn, die Blumen sprießen läßt in ihrem Hirn.[/i] (Charles Baudelaire)[/center][/color][/font] |
| Pelloquin | [center][font=chiller] [color=darkred][size=7][i]Bloodflowers[/color][/size][/i][/font] [font=papyrus][color=darkred]"this dream never ends" you said "this feel never goes the time will never come to slip away" "this wave never breaks" you said "this sun never sets again these flowers will never fade" "this world never stops" you said "this wonder never leaves the time will never come to say goodbye" "this tide never turns" you said "this night never falls again these flowers will never die" never die never die these flowers will never die "this dream always ends" i said "this feeling always goes the time always comes to slip away" "this wave always breaks" i said "this sun always sets again and these flowers will always fade" "this world always stops" i said "this wonder always leaves the time always comes to say goodbye" "this tide always turns" i said "this night always falls again and these flowers will always die" always die always die these flowers will always die between you and me it's hard to ever really know who to trust how to think what to believe between me and you it's hard to ever really know who to choose how to feel what to do never fade never die you give me flowers of love always fade always die i let fall flowers of blood (The Cure)[/color][/font][/center] |
| Mahsheed | [COLOR=darkred][size=3][font=papyrus][list]Der Tod ist ein Warner, der dem Lebenden einen Spiegel vorhält:[/color][/font][/size] [color=000000] .[/color] [font=chiller][size=5][color=burlywood]Der Scheich Abu Said kam eines Tages mit einer Schar Sufis an einem Orte vorbei, wo man eine Abortgrube aushob und der Unrat sich auf den Weg ergoss. Da bogen sich alle nach der Seite aus und hielten sich die Nase zu, der Scheich aber blieb stehen und sprach: „Ihr Leute, wisst ihr, was dieser Unrat zu mir sagt?“ Sie sprachen: „Was sagt er, o Scheich?“ Er sprach: „Er sagt: Gestern war ich noch auf dem Markte, und alle leerten ihre Geldbeutel, um mich zu erwerben; eine Nacht war ich bei euch, da wurde ich so. Müsste ich nicht eher vor euch fliehen als ihr vor mir?“[/font][/size][/color] [size=3][color=darkred][font=papyrus]Al-Ghasali (1058-1111)[/font][/list][/size][/COLOR] [color=000000] .[/color] |
| Scherbenregen | [COLOR=purple][FONT=times new roman]~Ich werde mich umbringen, weg von der Schmerzenwelt.~[/FONT] [/COLOR] [COLOR=himmelblau][FONT=times new roman]~Ich sehe mich kaputt am Boden, nicht wegen all' dem Schmerz, sondern weil ich bin verlogen.~[/FONT] [/COLOR] [COLOR=white][FONT=times new roman]~Ich brach' zusammen und spürte nichts, ich war gefangen und nun befreit, aus der schaurigen Lebendigkeit.~[/FONT] [/COLOR] |
| Mahsheed | [color=d00093][size=4][I][center][font=garamond] Ihr ahnt nicht, von welcher Größe die Dauer ist, mit der ich schon immer den Blick in Eure Augenhöhlen ersucht habe. In ihren Tiefen aus Onyx habe ich das Glimmen desjenigen fernen Sterns entdeckt, von dessen Existenz stets meine Gewissheit zeugte. In mir wusste ich bereits durch die wichtigsten Windungen meines armen Hirns; und das schon seitdem das Licht der Welt in meine Dunkelheit einbrach, dass Ihr es seid, durch welche ich mit ihrer Verzweisamung erwachen würde, zu leben begönne, wo andere vom Sterben sprächen. Ich bin geboren zu sterben. Und hätte ich Euch nicht getroffen, wäre es mein trauriges Schicksal gewesen, ein elendes, langwieriges mottenhaftes Leben zu führen, unter einer Glocke gefangen, trotz der ewigen Sehnsucht nach Verschmelzung mit dem Licht von der Quelle der erblickten Glückseligkeit durch unüberwindbares Glas getrennt. Lasst mich Euch berühren ... Wie sacht möchten meine Finger über Eure hochmütigen Wangen streichen, fest wie Ebenholz, blass wie Elfenbein und trocken wie der Zunder, mit welchem Ihr das Feuer meines Herzens beim ersten Kuss vertilgt. Ich würde Euch so sacht auf meinen Armen halten, wenn ich Euch über die Schwelle trüge und in der ersten letzten Nacht mein Antlitz in eurem Haar versenken, um Euch mit dem kühlen Hauch zu erquicken, der Euren nimmersatten Hunger für den Moment eines brechenden Augenblicks erstarren ließe. Oh anmutige Schönheit, wie sehr begehre ich den Körper, den Ihr unter schwarzen Hüllen verbergt. Wenn Ihr die Arme weit öffnet und mich an eure winterzarten Lippen presst, werden wir vereint unter Eurem schwarzen Cape im Nichts der unermesslichen Dunkelheit verschwinden, und jenen Stern erreichen, der in den Onyxhöhlen funkelt. Mahsheed 2004[/center] _______________________ Wie viele der schaumblühend göttlichen Meere habe ich gesehen und wie gnadenlos ergeben war ich diesen Sonnenaufgängen, die scheinbar die ganze Welt in Purpur tauchten ... Und doch möchte ich Sie eindringlich vor dieser Entscheidung warnen: Erde kann die Hölle sein! [/font][/I][/size][/color] |
| Pelloquin | [list][COLOR=green]Ich sprang in den Fluss und was sah ich? Schwarzäugige Engel schwammen mit mir Ein Mond voll Sterne und astral’ne Autos All die Dinge die ich zu sehn pflegte Alle von mir geliebten waren da mit mir All meine Vergangenheiten und Zukünfte Und wir alle fuhren zum Himmel in einem lieblichen kleinen Boot Da war nichts zu fürchten und nichts zu zweifeln Ich sprang in den Fluß Schwarzäugige Engel schwammen mit mir Ein Mond voll Sterne und astral’ne Autos Und alle Dinge die ich zu sehn pflegte Alle von mir geliebten waren da mit mir All meine Vergangenheiten und Zukünfte Und wir alle fuhren zum Himmel mit einem lieblichen kleinen Boot Da war nichts zu fürchten und nichts zu zweifeln Nichts zu fürchten und nichts zu zweifeln… [size=1](Radiohead, [i]„Pyramid-Song“[/i])[/size][/COLOR][/list] |
| Mahsheed | [font=times new roman][list][color=ffacd4][size=4][B] Victor Eftimiu : Ewige Jugend[/size][/B][/font][/color] [IMG]http://www.viechtach-tourismus.com/fotos-all/LANDSCHAFT/blume1.jpg[/IMG] [color=ffacd4][font=times new roman][size=3]Es gab einmal einen wunderschönen Jüngling Sandomir, der hatte alles, was ihn hätte glücklich machen müssen: ein großes Reich, dass fast die ganze Welt ausmachte; seinem Volk erging es gut, es lebte wie im Paradies, das Land erstrahlte und erklang im Rausche der beständigen Feiern, und Sandomir hatte die schönste Frau, die die Welt hervorgebracht hatte, Margarinta. Doch plagte ihn ein unergründlich Leid... Seine Eltern waren besorgt, lauter Heiler und Berater umkreisten den Jüngling und trachteten, sein Leiden aus der Welt zu schaffen. Niemand erkannte des Lösungs Rätsel als Sandomir selbst... Eines Tages kam er selber darauf, welche Bewandtnis es mit seinem sonderbaren Gebrechen hatte: Eines Morgens, als er sein dunkles Haupt durchkämmte, gewahrte er einen langen, silbernen Faden... "Sein Gesicht verfärbte sich. Die Hände sanken ihm auf die Knie und sein Kopf auf die Schulter. Große Tränen liefen auf seinen Wangen hinab, zum erstenmal in seinem Leben weinte er... Sandomir wird alt! Sandomir wird sterben!" Das halbe Königreich versprach er demjenigen, der ein Mittel dagegen finden könne, vergebens wollten ihm seine Hofleute von der Vergänglichkeit eines jeden Menschens berichten... Sandomir glaubte fest daran, anders beschaffen zu sein als andere: "Ich will die Jugend ohne Alter und Leben ohne Tod!" Nach langer Suche und langer Trauer im Lande erschien eines Tages ein alter Mann, der keinen Lohn für seinen Rat wollte: "Von einer alten Zauberin habe ich erfahren, daß an der Grenze zwischen dem Land des Abendkönigs und dem Reich des Sonnenkaisers hohe Gebirge stehen, die Steine speien. In einem Tal zwischen diesen Bergen ist eine Höhle, die von einer Frau namens Herz-der-Erde bewacht wird und von ihren zwölf Söhnen, den Fürsten der Ewigen Jugend. Inmitten dieser Höhle ist der wunderbare Brunnen, worin die Kräfte der Erde brodeln und sprudeln. Wer die entfesselten Stürme besiegt, der wird die ewige Jugend, das Leben ohne Tod gewinnen, wenn er dreimal ins verzauberte Wasser steigt ..." Sandomir segnete den Alten freudetrunken, während Magarinta "Sei verflucht!" murmelte, ahnend, dass Sandomir schon am nächsten Morgen in die Ferne ziehen würde. Sandomir reiste viele Jahre, bis er das Gestein speiende Gebirge und dann auch die Höhle mit dem Brunnen erreichte... Herz-der-Erde stand warnend vor ihm und sandte ihm all ihre zwölf bewaffneten Söhne entgegen. Sie bat Sandomir, umzukehren und warnte, ihn ansonsten wie all die anderen Fürsten, mit Hilfe des Brunnenwassers in Stein zu verwandeln. Und für wahr... überall standen steinernde Männer... Doch Sandomir gab nicht nach, und als ihn Herz-der-Erde ihre Hand mit dem tödlichen Brunnenwasser benetzte, um ihn alsdann damit in Stein zu verwandeln, schlug ihr Sandomir die Hand vom Arm. Nicht nur das, all ihre Söhne bezwang er in ihrem Kampf gegen ihn und tötete sie dabei. "Froh stürzte er auf die Quelle zu, wo die Kräfte der Erde sprudelten; doch als er daneben stand, war die Höhle plötzlich von glänzendem Licht erfüllt, und das Wasser wurde still. Eine unvergleichliche Weise erklang, Harfen- und Flötentöne drangen von weither an sein Ohr, und eine strahlende Fee erschien vor dem Fürsten." ... um ihn noch einmal eindringlich davor zu warnen, diesen Schritt zu tun: "...Warum willst du der Erde den lebensnotwendigen Saft rauben, der die Wälder grünen und die Blumen erblühen lässt... Viele Blumen werden vor ihrer Zeit verdorren, viele Wesen werden ungeboren bleiben, wenn du für einen Augenblick den Lauf des Wassers aufhalten willst, um darin zu baden!" "Was kümmert es mich, ob die Bäume keine Früchte tragen oder die Blumen nicht blühen werden? Ich will die Jugend ohne Alter und das Leben ohne Tod!" Die Fee entfernte sich traurig lächelnd und verschwand so, wie sie gekommen war; die Klänge verstummten, das Licht erlosch, das Wasser brodelte auf. Sandomir warf seine Kleider ab und stieg dreimal in die wundertätigen Wellen... Als er herauskam, war ihm, als würde Quecksilber durch seine Adern fließen, als wären seine Muskeln und Sehnen aus Stahl, so stark und voller Leben fühlte er sich." Wie ein mildtätiger Sämann besprengte er die Häupter der steinernden Jünglinge mit dem Wasser, sodass sich diese wieder zu regen und zu leben begannen. Die entzauberten Fürsten schworen Sandomir ewige Treue und folgten ihm zu seinem Pferd... von dem nur noch ein haufen Knochen dort übrig geblieben war, wo er es doch... vor scheinbar nur kurzer Zeit... an einen Ast gebunden hatte. Noch längst nichts ahnend, bittet Sandomir sein Gefolge, doch auch nach Hause zu ziehen, wo doch sicher die Lieben auf die Wiederkehrenden warten werden... "Sandomir wanderte allein los, die Sehnsucht nach Margarinta und nach den Eltern brannte in seiner Seele. Jetzt, da er das Gewünschte besaß, tat es ihm leid, sein Haus verlassen zu haben. Er hätte doch lieber dort bleiben sollen, sich an der Jugend seiner Frau und am hellen Alter seiner Eltern zu erfreuen..." Auf seinem sehr langen Weg vernahm er vertraute Vogelstimmen und nach großer Zeit des Wanderns die Sprache seiner Heimat... er fühlte sich wohl, nach einer Reise diese vertraute Sprache zu vernehmen... doch... sonderbar... "in der Rede und in der Tracht der Bewohner dieses Landes fand Sandomir einiges verändert. Ein Greis blickt ihn lange an und sagte endlich: "Oh, mein Junge, wie bewegt es mich, daß du in der Art der Großeltern sprichst! Wie ein Gelehrter vor hundert Jahren! Die Sprache vergilbter Chroniken!" Ganz verwirrt wusste Sandomir nicht, was der Alte wohl meinte, doch als er an seinem Schloss angekommen, sah, wie viel dicker die Stämme der Birken geworden waren, unter denen er als Kind immer spielte, begann er langsam, zu verstehen, dass seine Reise lange Zeit gedauert haben muss... Er erwartete, dass sein Volk anlässlich seiner Wiederkehr einen festlichen Empfang veranstalten würde, doch sein Herz krampfte sich vor Schmerz zusammen, als er vernahm, dass ihn keiner erkannte... Als er sich versuchte, zu erklären, antworteten einige Stimmen: " Oho, seit wann haben wir keinen Kaiser mehr! Das Geschlecht, von dem du sprichst, ist schon seit langer Zeit erloschen!" Ein Greis, der aus der Geschichte die Geschehnisse um Sandomir kannt, tadelte ihn väterlich für das Geschehene. Sandomir wollte noch immer nicht restlos verstehen und schrie aufgebracht, er sei ein Lügner und verlangte nach dem Thron seiner Eltern. Doch muss er erfahren, dass sie bereits den ewigen Schlaf schlafen... "Und meine Margarinta?" "Ja... Sie wartet noch auf dich. Sie wollte die Augen nicht schließen, ohne dich vorher noch einmal erblickt zu haben!" Sandomir lief schnell, seine Gattin zu begrüßen. Von zwei Zofen begleitet, auf einen Krückstock gestützt, erschien eine gekrümmte Greisin, mit weißen, buschigen Brauen über den erloschenen Augen. "Wo ist er? Wo? murmelte sie, wobei sie die welken Lippen kaum bewegte und mit den Händen nach ihm tastete. " Eine Zofe stellte Sandomir Magarinta vor, und Sandomir wurde bleich wie wachs, denn er konnte nicht glauben, dass seine Braut, dieses wunderschöne, stolze Geschöpf diese vertrocknete Alte sein sollte, die sich von ihren zwei Begleiterinnen fast tragen ließ. "Seit wann erwarte ich dich , mein Lieber, seit wann... Nur dir zuliebe habe ich auf dieser Erde so lange, einsame Jahre verweilt!" Sie schloss ihren ewig Vermissten in die Arme, weinte sich aus, sank zu seinen Füßen nieder und zerfiel zu Asche. Sie hatte das Wiedersehen nicht überleben können. Mit Margarinta war der letzte Mensch verschwunden, den Sandomir kannte und liebte. Der Turm, in dem er mit Margarinta so viele schöne Stunden verbrachte, war zu einer Ruine geworden, in der nun Eulen nisteten und seine einstigen Diener lagen auf dem Friedhof, der beständig größer wurde. Sandomir fühlte sich einsam, verlassen, niedergeschlagen inmitten dieser Dinge, die von einer unwiederbringlich verlorenen Vergangenheit erzählten... Jahre mussten vergehen, bis er wieder einen Menschen, eienn Hund oder einen Baum lieb gewinnen konnte. Doch die Zeit blieb nicht still, die Freunde wurden alt, der Hund starb, der Baum verdorrte. Allein Sandomir blieb jung und unsterblich, zwischen den Ruinen, die sich um ihn häuften. Die Jahre verrannen, alles verrann, nur er blieb unverändert, immer einsamer, immer trauriger und bereuhte den Aufbruch aus dem Schloss... damals, vor diesem Bad im Wasser der Unsterblichkeit. [/color][/list][/font][/size] |
| Mahsheed | [size=3][font=times new roman][color=ffacd4][list]"Oh, könnte ich doch meine Augen für immer schließen! Ginge es doch einmal zu Ende!" Doch weder Klinge noch Gift, weder Feuer noch Wasser konnten seinem Leben ein Ende bereiten... Als einmal ein altes Weib in das Schloss kam, dem die rechte Hand fehlte. "Kennst du mich noch, Sandomir?" fragte sie. "Ja... Ich glaube, ja." "Ich bin Herz-der-Erde! Du hast mir die Hand abgeschlagen und meine zwölf Söhne umgebracht, ich müsste dich deinen Qualen überlassen! Doch das Wasser des Lebens, das du uns gestohlen hast, fordert seine Rechte! Meine Herrin, die Fee, die am Rande der Quelle zu dir gesprochen hat, schickt mich her, damit ich dir die Erlösung bringe. Komm mit!" "Sei gesegnet Alte, ich folge dir." Gegen Abend gelangten sie in ein schwarzes Tal. Und was musste Sandomir dort sehen? Alle steinernden Fürsten, die er einst zum Leben erweckt und denen er damit die ewige Jugend geschenkt hatte, stiegen nachdenklich ins Tal hinab und verschwanden im Fluss des Todes. Jeder von ihnen hatte, zu Hause angekommen, etwas ähnliches erlebt wie Sandomir. Nun waren sie gekommen, um die Bürde des Lebens loszuwerden... Sandomir stieg als letzter in die Fluten, und als ihn die Wellen umarmten, fühlte er ein grenzenloses Glücksgefühl in seiner Seele. Es war, als würden ihn ferne Stimmen locken, liebe Augen zärtlich betrachten, vertraute Gesichter ihm zulächeln, als würden alle, die ihn einst geliebt hatten, ihm offene Arme entgegenstrecken und ihn an ihre Brust ziehen.... Von dieser höchsten Seligkeit erfüllt, sank Sandomir in die Tiefe und wurde eins mit dem Wasser, mit der Erde und mit der Luft. Und die Welt folgte ihrem Lauf, kraftvoll und heiter, ohne das Ende Sandomirs zu beklagen.[/size][/list][/color][/font] |
| Mahsheed | [list][color=000000] + + + [IMG]http://katalog.badum.de/a31/0219.jpg[/IMG] + + + [/list][/color] ([url]http://www.badum.de/sub1/a/katalog_a/0216-0220.htm[/url]) |
| Mahsheed | [size=3][font=times new roman][list][color=5F9EA0][B][U]Der Wohltäter von Oscar Wilde[/B][/U] Es war Nacht und Er war allein. Und Er sah in weiter Ferne die Mauern einer runden Stadt, und Er ging auf die Stadt zu. Und als Er näher kam, hörte Er in der Stadt den Tanzschritt freudiger Füße und das Lachen aus dem Munde des Frohsinns und den lauten Klang vieler Harfen. Und Er klopfte ans Tor, und einer von der Torwache öffnete Ihm. Und Er sah ein Haus, das war ganz aus Mamor, und schöne Marmorsäulen standen davor. Und Blumengewinde hingen an den Säulen, und drinnen und draußen waren Fackeln aus Zedernholz. Und Er betrat das Haus. Und Er ging durch die Halle als Chalzedon und die Halle aus Jaspis, und so kam Er in die große Festhalle. Auf purpurnem Lager sah Er einen Jüngling liegen, dessen Haar war mit roten Rosen bekränzt, und dessen Lippen waren rot von Wein. Und Er trat hinter ihn und berührte seine Schultern und sprach zu ihm: "Warum lebst du so?" Und der Jünglich drehte sich um und erkannte Ihn und antwortete und sagte: "Ich war einst ein Aussätziger, und du hast mich geheilt. Wie anders sollt ich leben?" Und Er schritt aus dem Hause und ging wieder auf die Straße. Und nach einer Weile sah Er ein Weib mit bemaltem Gesicht und vielfarbiger Kleidung, und ihre Füße waren besetzt mit Perlen. Und hinter ihr ging langsam ein junger Mann wie ein Jäger, und sein Kleid war zweifarbig. Und das Angesicht des Weibes war wie das schönste Antlitz eines Götzenbildes, und die Augen des jungen Mannes glänzten vor Begierde. Und Er folgte langsam und berührte die Hand des jungen Mannes und sprach zu ihm: "Warum blickst du so auf dieses Weib?" Und der junge Mann drehte sich um und erkannte Ihn und sagte: "Ich war einst ein Blinder, und du gabst mir das Augenlicht. Zuwas sonst soll ich es nützen?" Und Er lief vor und berührte das bemalte Kleid des Weibes und sprach zu ihm: "Kennst du keinen anderen Weg als den Weg der Sünde?" Und das Weib drehte sich um und erkannte Ihn, lachte und sprach: "Du vergabst mir doch meine Sünden, und dieser Weg ist ein Weg der Freude." Und Er ging aus der Stadt heraus. Und als Er die Stadt verlassen hatte, sah Er am Wegrande einen jungen Mann sitzen, der weinte. Und Er ging auf ihn zu und berührte die langen Locken seines Haares und sprach zu ihm: "Warum weinst du?" Und der junge Mann blickte auf und erkannte Ihn und gab zur Antwort: "Ich war gestorben, und du hast mich vom Tode aufgeweckt. Was soll ich anderes tun als weinen!"[/list][/color][/font][/size] |
| Mahsheed | [IMG]http://windshoes.new21.org/art-gallery/kollwitz/s4_1.jpg[/IMG] [size=2][font=garamond][I]Käthe Kollwitz : Ruf des Todes[/I][/font][/size] ([url]http://windshoes.new21.org/hall-kollwitz.htm[/url]) |
| Mahsheed | [color=000000]. l . [/color] [B][color=830034][font=modern][center]Land im Herbste Die alte Heimat seh' ich wieder, Gehüllt in herbstlich feuchten Duft; Er träufelt von den Bäumen nieder, Und weithin dämmert grau die Luft. Und grau ragt eine Flur im Grauen, Drauf geht ein Mann mit weitem Schritt Und streut, ein Schatten nur zu schauen, Ein graues Zeug, wohin er tritt. Ist es der Geist verschollner Ahnen, Der kaum erstrittnes Land besät, Indes zu seiten seiner Bahnen Der Speer in brauner Erde steht? Der aus vom Kampf noch blut'gen Händen Die Körner in die Furche wirft, So mit dem Pflug von End' zu Enden Ein jüngst vertriebnes Volk geschürft? Nein, den Genossen meines Blutes Erkenn' ich, da ich ihm genaht, Der langsam schreitend, schweren Mutes Die Flur bestäubt mit Aschensaat. Die müde Scholle neu zu stärken, Lässt er den toten Staub verwehn; So seh' ich ihn in seinen Werken Gedankenvoll und einsam gehn. Grau ist der Schuh an seinem Fusse, Grau Hut und Kleid, wie Luft und Land; Nun reicht er mir die Hand zum Grusse Und färbt mit Asche mir die Hand. Das alte Lied, wo ich auch bliebe, Von Mühsal und Vergänglichkeit! Ein wenig Freiheit, wenig Liebe, Und um das Wie der arme Streit! Wohl hör' ich grüne Halme flüstern Und ahne froher Lenze Licht! Wohl blinkt ein Sichelglanz im Düstern, Doch binden wir die Garben nicht! Wir dürfen selbst das Korn nicht messen, Das wir gesät aus toter Hand; Wir gehn und werden bald vergessen, Und unsre Asche fliegt im Land! (Gottfried Keller)[/center][/font][/color][/B] [color=000000]. . [/color] |
| Pelloquin | [size=1][color=darkred][center]I hurt myself today to see if I still feel I focus on the pain the only thing that's real the needle tears a hole the old familiar sting try to kill it all away but I remember everything what have I become? my sweetest friend everyone I know goes away in the end you could have it all my empire of dirt I will let you down I will make you hurt I wear my crown of shit upon my liar's chair full of broken thoughts I cannot repair beneath the stain of time the feeling disappears you are someone else I am still right here what have I become? my sweetest friend everyone I know goes away in the end you could have it all my empire of dirt I will let you down I will make you hurt if I could start again a million miles away I would keep myself I would find a way (Nine Inch Nails, [i]hurt[/i]) [/center][/color][/size] |
| jasmine | [IMG]http://www.duerer-philatelisten.de/Links_u__Gastebuch/Durer_und_Mathematik/melancholie.jpg[/IMG] [i][URL=http://www.duerer-philatelisten.de/Links_u__Gastebuch/Durer_und_Mathematik/body_durer_und_mathematik.html]Melancholie, Albrecht Dürer[/URL] [/i] |
| jasmine | [COLOR=darkred][SIZE=3][B]Solipsist[/b] [i](Henry Rollins)[/i][/size] Bitte fang nicht wieder mit diesem »Ich liebe dich« an. Ich habe meine Seele gerade aus der Reinigung zurück. Ich arbeite dran, und langsam werde ich stärker. Für mich ging es immer darum, den Schmerz ertragen zu können. Je mehr ich ertrage, desto sicherer fühle ich mich. Ich hebe Gewichte bis zur Erschöpfung und zu extremem Schmerz. Ich sitze stundenlang herum, mache nichts. Ich muß denen nichts beweisen. Ich stelle nichts dar. Ich bin der Botschafter des Nichts. Letztendlich. Ich fahre ab aufs Überleben. Das ist die reinste Art des Lebens, die ich finden konnte. Wenn ich sage Überleben, meine ich nicht, den Tag zu überstehen, ich meine durchkommen. Sie überleben. Die Zivilisation wird schwächer, ich werde stärker. Ich bin die Inversion des Universums. Ich bin eine andere Gattung, denn ich entwickle mich weiter während sie ... Ich entwickle mich im Schlaf. Ich verlasse mich auf Biomekanik und erlerntes Verhalten. Ich bin ein biomekanischer Mann. Scheiß auf Instinkt. Nur Kriminelle, Kriegsveteranen und Wölfe haben Instinkte. Also bleibe ich allein. Wenn in mir der Drang aufsteigt, jemanden anzurufen, warte ich, bis er vergeht. Ertrage den Schmerz. Werde stärker. Fahre ab auf Kraft. Berausche mich an Kraft. Scheiß auf diese halbgaren, falschen Kriecher. Kleine Wörter. Scheiße labern. Nichts machen. Fuck you. Von der Kraft des Rückstoßes umgeworfen werden. Ein Typ schickt mir diese Kugel, die er sich durch den Kopf jagen wollte. In letzter Sekunde nahm er sie aus der Waffe und schickte sie zu mir, per Expreß. Dieses Projektil steht neben dem, das ich auf dem Bürgersteig vor meiner alten Bude in Venice gefunden habe. In einer Kaffeetasse zu meiner Linken habe ich Blätter, bedeckt mit dem Blut eines Freundes, der von einem Bullen erschossen wurde, den er angegriffen hatte. Daneben ein Behälter mit Hirnmasse einer Frau, die sich in den Kopf geschossen hat. Im oberen Stockwerk steht noch ein Plastikbehälter mit Dreck, besudelt mit dem Blut eines Freundes, der zweimal getroffen wurde. Ich habe Gitter vor den Fenstern. Bewegungsmelder im Treppenhaus. Es ist nach Mitternacht, und ich würde gerne zum Supermarkt gehen. Es ist neunzehnhundertirgendwas, also werde ich wohl kaum rausgehen und die Chance ergreifen. Vor ein paar Tagen habe ich einen Brief aus dem Gefängnis bekommen. Der Typ erzählt mir, er habe vergessen, wie es in »der freien Welt« zugeht. Ich wußte gar nicht, daß es eine gibt. Ich schrieb zurück. Genausogut hätte ich einen Brief zum Mars schreiben können. Die Zivilisation, letztlich von der Moral gebunden, eingeknastet durch diese heuchlerische Jagd auf Tugendhaftigkeit. Der Kriminelle mit der Fähigkeit, ohne Reue zu töten, als die anerkannt höchste Form. Die Evolution atemlos und unfähig mitzuhalten. Natürliche Auslese, völlig überdreht. Überleben eben. Gib ihnen Bomben, und sie werden sie werfen, Sie werden Feinde erfinden, um den Frieden zu sichern. Gib ihnen ein Gramm Sand, und irgendein Wissenschaftler wird einen Weg finden, ihn krebserregend zu machen. Fortschritt heißt länger leben – wenn wir dich nicht vorher umbringen. Freiheit heißt: Jeder kann zum Killer werden, auch du. Wie wärst du geworden, wenn dich die Bedrohungen der Gewalt nicht abgelenkt hätten? Was wäre Sex ohne Vergewaltigungen oder tödliche Viren? Ihr könnt all die technologischen Vorteile nutzen, die ihr möchtet. Zehntausend neue Rotschattierungen, Dinosaurier im Kino, ein neues Implantat. Ihr könnt all das tun und sagen, wir leben im Zeitalter der Wunder. Ihr könnt Auszeichnungen verteilen und über die Zukunft reden, bis ihr zusammenbrecht. Meinen Freund aber könnt ihr nicht ins Leben zurückholen. Alle Schönheitsoperationen der Welt können das Einschußloch nicht aus seinem Gesicht entfernen. Das einzige, was wir gemeinsam haben, ist Angst. Eure Götter sind schwach. Eure Kultur ist schwach. Nichts davon könnt ihr mir schmackhaft machen. Mit Feiglingen habe ich nichts zu tun. Nennt mich nicht euren Bruder, solange ihr eure Waffe nicht senkt und sie zerbrecht. Der Gunman kam von hinten. Der Gunman war mehr als ein Mann. Er war ein Gunman. Ausgerüstet mit brutalster Technik. Er rückte die lokale Geschichte ein wenig zurecht, als er den Vater zweier Kinder ohne ersichtlichen Grund in den Hinterkopf schoß. Er ist ein Gunman. Das ist der Grund. Es war sein genetischer Imperativ zu töten. Logik: Ich muß dich erschießen. Ich bin ein Gunman. Ich hasse dich nicht. Ich kenne dich nicht. Ich werde dich töten und dafür nicht zur Hölle fahren. Ich werde für mein Verbrechen nicht »bezahlen«. Dafür gibt es nichts zu zahlen. Ich gebe gar nichts zu von dem, was ich als Krimineller tue. Was immer auch geschieht, es ist Wahrheit. Ich richte weder über mich selbst, noch über mein Opfer. Menschliches Leben, wie jedes andere Leben auch, hat nur moralischen Wert. Nichts ist wertloser als moralischer Wert. Ich bin jenseits von Moral. Viele von euch machen sich auf, mir nachzueifern. Leise applaudiert ihr mir voller Furcht und Faszination für das, was ich so mühelos hinkriege. Ich will nicht mit dir reden, und deinen Teppich möchte ich auch nicht versauen. Sie wollen sehen, was du hast. Du hast in deinem Zimmer gesessen und dir diesen Moment ausgemalt, und wie du sie in den Arsch treten würdest; jetzt, wo der Zeitpunkt gekommen ist, ist nichts so wie du es dir vorgestellt hast. Alle Sprüche, die du dir aufgespart hast, sind vergessen, die ganzen Sachen, die du sagen wolltest, um so cool zu sein. Die ganze Zeit, die du verbracht hast um dich vorzubereiten, hat nichts gebracht. Du hast dir gedacht, du würdest richtig locker sein, und jetzt bekommst du nicht einmal den Mund auf. Ich habe sie unterschätzt, ich hab’s versaut. Ich saß zu Hause und blähte mein Ego auf, anstatt meinen Geist vorzubereiten und stark genug zu werden, um all das handhaben zu können. Ich wollte Ego statt Stärke, Klarheit und Spontanität. Sie benutzten mich wie ein Kartenspiel, und als sie des Spielens müde wurden, mischten sie mich auf und steckten mich zurück in die Box. Ich hätte ihnen nicht auf die Nerven gehen sollen. Nichts läuft je so ab, wie du es dir vorgestellt hast. Die wirklich Großen sind die, die damit umgehen können und daraus wie blutige Rose riechend, vermischt mit Schweiß, hervorgehen. Mein Schichtleiter durfte mich befummeln. Er gab meinen Freunden Pizza aus. Manchmal mußt du dich vor ihnen verbergen, um herauszufinden, wer du bist. Es gibt etwas wie zu populär sein, zu gutmütig, zu pünktlich. Erst werden sie sich auf dich verlassen, dann werden sie sich auf dich stützen. Bald darauf werden sie dich dann zertreten. Je öfter du ihre Lasten trägst, desto mehr verlierst du dich in ihren Problemen und Unersättlichkeiten. Manchmal ist ein Freund kein Freund. Sondern eine miese Sache, die darauf wartet, zu geschehen. Du mußt dir Zeit für dich nehmen. Wenn du das Gefühl hast, du müßtest dich abseilen – seil dich ab. Einen Großteil dieser Scheiße regelst du ja eh alleine. Du weißt, was ich meine. Sagte der Abgrund zu Hamlet. Sieh nicht zu tief in mich. Ich bin nur Leere und Nichtigkeit. Bin endlose Dunkelheit und andauernde Stille. Ich bin bewegungslos, und doch setzt sich auf mir kein Staub ab. Es gibt hier keine Antworten, Krieger. Brich heraus aus deiner katatonischen Starre. Mach was. Verlaß mich für immer und verbringe den Rest deiner Tage damit, entschlossen und hart zuzupacken. Warum deine Wut tief in dir ruhen lassen, dort, wo sie nur grimmig dein Blut verkocht und deine Knochen zermalmt? Ist es nicht besser, sie mit großer Geschwindigkeit herauszuschleudern, aus jeder Pore, mit jeder deiner Handlungen? Laß deine Handlungen deine Geschichte erzählen. Das Physische ist die Manifestation des Geistes. Laß deinen Geist vor Wut strotzen. Laß deine Stärke außergewöhnlich und kontrolliert sein. Der Durchschnitt ist die Begrenzung; er hält gewöhnliche Männer an ihrem Platz. Die, die die Grenze überschreiten, sind allein dadurch schon Helden. Los. Ich weiß, daß ich einen großen Fehler gemacht habe. Ich fühle mich wie ein Soldat, der in den Dschungel zieht, sich auf der richtigen Seite glaubt und denkt, er kämpft für das Gute. Jetzt erkenne ich, daß ich viele Jahre und viel Blut an schwächliche Narren und Blutsauger vertan habe. Seither kehren sie zurück und versuchen, mich zu brechen. Sie haben ja keine Ahnung, wie stark diese Jahre mich gemacht haben. Robert »Rob« Fulton. Unaufhörlich sein Leben zerstörend. Selbstmedikation; er lebt, um sich selbst auszulöschen. Nahezu durch, mit seinem, wie sich herausstellen wird, letzten Sommer. Porträt eines halbtoten Mannes in einem dunklen Zimmer. In der Dunkelheit bin ich sicher. ........ [/color] |
| jasmine | [COLOR=darkred]Ich fühle mich gut und kalt, allein und tot. In dem Licht, das durch das Fenster kommt, kann ich meine Finger sehen. Ich höre Polizeihubschrauber, über meinem Kopf. Der Verkehr röhrt und heult. Ich bin durch damit, schon lange durch damit. Habe genug gesehen, um zu wissen, daß ich nicht gewinnen kann. Ich kann nicht mal mit ihnen mithalten. Ihre ewige Rechthaberei bringt mich um. Immer im Recht zu sein bedeutet so viel für sie. Mir selbst ist es egal. Ich habe dieses Verlangen nicht. Für sie ist es nur eine weitere Möglichkeit, dir etwas zu nehmen und es dir in den Hals zu stopfen. Je weniger du hast, desto weniger gibst du ihnen die Möglichkeit, dich zu verletzen, so sehe ich das. Ich mag nicht, wenn sie mich verletzen. Mehr kann ich nicht tun, um sie nicht zu verstümmeln. Ist es eine Schande, daß ich keine Liebe zulassen kann? Bin ich zu ausgebrannt, um mir zu holen, was mich am Leben erhalten würde, oder zu schüchtern, um mich auf die Welt eines anderen einzulassen? Nur, wenn ich an den Tod denke, fühle ich mich sicher. In letzter Zeit denke ich nur daran. Ich sehe mir die Menschen an. Sie wissen nicht, was ich weiß. Ich rede mit ihnen, und sie haben nichts zu sagen, was wichtig wäre. Was für sie wichtig ist, ist mir egal. Ich komme aus einer anderen Welt. In ihrer Welt bin ich ausgelöscht. Ich wurde schon vor Jahren ermordet. Ich sehe durch ihre Hirne, ihren Hinterkopf und konzentriere mich auf das, was hinter ihnen liegt. Wenn du dich mit dem Tod beschäftigst, hält dich etwas auf Distanz zu den anderen, denn du weißt, was hinter der nächsten Ecke liegt. Wenn du an den Menschen vorbeigehst, siehst du ihnen an, wer darum weiß und wer nicht. Du willst die, die wissen, nicht kennenlernen, denn sie erleben denselben Alptraum wie du. Auch die, die nicht wissen, willst du nicht kennen, denn sie sind nur Opfer die darauf warten, erlegt zu werden. Du bist wirklich ganz allein. Versuchte ich, jemandem nahezukommen, führte es immer dazu, daß ich mich bedroht und schwach fühlte. Erlaubst du dir, jemandem zu trauen, gehst du niemals wirklich den ganzen Weg, warum also lügen? Die Tatsache, daß ich manchmal einsam bin, macht mich wütend. Ich hasse Einsamkeit, denn ich betrachte sie als Schwäche in meinem Panzer. Wenn ich stark bin, sind sie nicht in der Lage, mich zu verletzen. Lasse ich meine Deckung sinken, werden sie versuchen, mich zu verletzen, zu töten. Versucht jemand nett zu mir zu sein, macht es mich verrückt; verrückt, bis zu dem Punkt, wo ich Dinge sage, damit sie mir niemals mehr nahekommen. Wenn eine Frau freundlich zu mir ist, kann ich nur daran denken, sie zu demütigen, bevor sie es mir antut. Ich bin fies zu ihr wegen denen, die mir in der Vergangenheit Schmerz angetan und mich verwirrt haben. Es ist der Feigling in mir, der sich erhebt und erkannt werden will. Ich versenke mich selbst in Schmerz, damit ich vorbereitet bin, mit dem Schmerz umzugehen, den sie letztendlich über mich bringen werden. Sie werden es tun, insbesondere Frauen. Meine Mutter hat mich verletzt, und die anderen werden es auch tun. Ich sage nicht, daß sie es drauf anlegen, sie sind einfach so. Für mich sind sie alle wie meine Mutter. Ich höre immer diese Blues-Songs. Von wegen »wo ist sie hin?« und alles, was ich dazu sagen kann ist, wen interessiert es einen Scheiß, wo sie hin ist, wo sie gerade liegt, oder was sie tut. Sie kann gehen, wohin sie will. Von mir aus. Mir ist egal, ob ich sie jemals wiedersehe. Ich habe gar nicht mitbekommen, daß sie gegangen ist. Tötet den toten Mann. Mach weiter, versuch’s. Versuch, mich umzubringen. Bereite dem toten Mann Schmerzen, na los, aber du kannst mir gar nicht mehr Schmerzen bereiten, als ich schon empfinde. Nur mit Schmerzen fühle ich mich normal. Wenn der Schmerz nachläßt, erregt das meine Aufmerksamkeit. Und dann wollen sie mich auf die Probe stellen, und darum muß ich immer vorbereitet sein. Du weißt nie, was diese kleinen Scheißer als nächstes abziehen. Außerhalb deines Zimmers mußt du bei allem, was sie vorhaben, jede Chance nutzen. Zu leicht kannst du das Opfer eines schwächlichen Stücks Scheiße werden. Du mußt bereit sein für alles, was sie mit dir vorhaben. Du hast keine Kontrolle. Gesetze schützen sie vor dem, was sie verdienen. Sie können mit dir sprechen oder versuchen, dich zu berühren, und du mußt in der Lage sein, damit umzugehen. Ein Typ hat mir irgendeine Scheiße erzählt, gestern nacht, und ich wollte ihm, so hart es geht, ins Gesicht schlagen. Ich habe nichts gemacht. Du kannst ihnen nichts antun. Sie werden es nur gegen dich verwenden. Sie benutzen ihre Schwäche und stopfen dich aus, und du stehst da wie ein Narr. Plötzlich sitzt du in ihrem Knast und tust, was sie sagen. Sie haben gewonnen. Wenn du in das Spiel einsteigst, werden sie immer gewinnen. Sobald ich dieses Zimmer verlasse, fühle ich mich von ihnen gefickt. Ich werde vergewaltigt, wenn ich mit ihnen da draußen bin, und kann nichts dagegen tun. Ich bin gefangen in meiner eigenen Stärke. Unterdrückt durch meine eigene Wut. Alle Menschen, die in meinem Leben etwas Besonderes waren, sind entweder tot oder haben mich verlassen. Und so mache ich mir nichts aus dem Rest. Ich spiele dieses Spielchen nicht mehr. Ich hab’s gemacht und sehe, wo es mich hingeführt hat. Die Wahrheit ist die Wahrheit, sie sind alle gleich. Die Menschen wurden gleich erschaffen. Sie benehmen sich gleich, fühlen gleich und reagieren gleich, den gleichen Dingen gegenüber, wieder und wieder. Wie kann ich mir aus einem etwas machen und aus allen anderen nicht? Wie können mir alle egal sein, aber ein oder zwei nicht? [/color] |
| Pelloquin | [font=papyrus][size=2,5][color=burlywood][i] Obwohl es außer Frage steht, dass ein Samurai sich des Weges des Samurai bewusst sein muß, scheint es mir, als ob wir alle nachlässig geworden sind. Wenn uns jemand fragen würde: „Was ist die wahre Bedeutung vom Weg des Samurai?“, könnten nur wenige darauf eine Antwort geben. Das liegt daran, dass wir uns nicht mehr auf den Weg konzentrieren. Der Weg des Samurai ist der Tod… Du solltest täglich über deinen unvermeidlichen Tod meditieren. Jeden Tag, wenn dein Leib und deine Seele in Einklang sind, solltest du dir vorstellen, wie du von Pfeilen, Gewehrkugeln, Lanzen und Schwertern durchbohrt und in Stücke gerissen wirst; wie dich Meereswogen zerschmettern und ein riesiges Feuer dich verzehrt; wie ein Blitz dich trifft, du vom Erdbeben zermalmt wirst; wie du von einer 1000 Fuß hohen Klippe stürzt, wie du an einer Krankheit stirbst… Jeden Tag solltest du dir vorstellen, du wärst bereits tot. Wer jeden Morgen und jeden Abend sein Herz prüft und dadurch fähig wird, so zu leben, als wäre der Körper schon tot, den macht der Weg frei. Er wird sich nie etwas zu schulden kommen lassen und wird auch in seinem Gewerbe erfolgreich sein. Berechnende Menschen sind verachtenswert. Der Grund ist, dass Berechnung etwas mit gewinnen und verlieren zu tun hat. Wer sich mit Gewinn oder Verlust beschäftigt, der wird danach süchtig. Der Tod wird als ein Verlust betrachtet und das Leben als ein Gewinn. Daher ist der Tod etwas, um das sich ein solcher Mensch keine Gedanken macht. Das ist verachtenswert. [center]~*~[/center][/color][/size][/font] [font=papyrus][color=green] [size=2,5]Das Einzige, was zählt ist der Augenblick. Das ganze Leben eines Menschen ist eine Abfolge von Augenblicken. Wenn jemand die Bedeutung der Gegenwart versteht, dann gibt es für ihn nichts anderes mehr und keine anderen Ziele. Widme deshalb dein Leben der Gegenwart. Jeder lässt die Gegenwart an sich vorbeischlüpfen und hält dann nach ihr Ausschau, als wäre sie irgendwo anders zu finden. Aber wer einmal verstanden hat, wie wichtig die Gegenwart ist, ist wie verwandelt, auch wenn er seine frisch gewonnene Erkenntnis noch manchmal vergisst. Sei der Gegenwart treu und vermeide Ablenkungen. Lasse dich auf nichts anderes ein, als jeden Tag dein Bestes zu geben, und lebe von Tag zu Tag. [center]~*~[/center] Von einem Gewitter kann man etwas lernen. Wenn du plötzlich von einem Regenschauer überrascht wirst, dann läufst du die Straße entlang, um nicht nass zu werden. Aber auch, wenn du beim Laufen die Dachvorsprünge nutzt, wirst du trotzdem nass. Wenn du auf den Schauer von Anfang an vorbereitet bist, wirst du nicht überrascht sein, auch wenn du trotzdem nass wirst. Das lässt sich auf alle Situationen übertragen.[/i] [/color][/size][/font] [center][font=chiller] [color=darkred][size=5][i]Hagakure[/i][/color][/size][/font][/center] |
| Mahsheed | [color=DAA520][size=1][list][font=courier new]Vincent van Gogh starb am 29. Juli 1890, kurz nach Mitternacht um 1.30 Uhr. Der Pfarrer der katholischen Kirche in Auvers verweigerte die Bestattung auf dem Friedhof, weil der Verstorbene Selbstmord begannen hatte. Schliesslich gestattete die Nachbargemeinde das Begräbnis, und die Beerdigung fand am 30. Juli statt. Der Maler Emile Bernard, Van Goghs langjähriger Freund, schrieb in einem ausführlichen Brief an Gustave-Albert Aurier folgendes über das Begräbnis: -------------------------------------------------------------- Der Sarg war bereits geschlossen. Ich kam zu spät, um nochmals den Mann zu sehen, der mich vor vier Jahren voller Hoffnung verschiedenster Art verlassen hatte . . . . An den Wänden des Raums, in dem sein Leichnam aufgebahrt wurde, waren all seine letzten Bilder aufgehängt worden, die so gleichsam einen Glorienschein für ihn bildeten, und das Aufblitzen des Genies , das sie ausstrahlten, machte diesen Tod umso schmerzlicher für die Künstler. Der Sarg war mit einem schlichten weissen Tuch bedeckt und von Blumen in grosser Zahl eingerahmt, die Sonnenblumen, die er so sehr liebte, gelbe Dahlien, gelbe Blumen überall. Dies war, wie Sie sich wohl erinnern, seine Lieblingsfarbe, das Symbol des Lichts, das er in die Herzen ebenso wie in die Kunstwerke träumte. Ebenfalls in seiner Nähe, vor seinem Sarg, standen seine Staffelei, sein Klappstuhl und seine Pinsel. Da waren wir alle, in der grössten Stille versammelt um den Sarg, der unsern Freund barg. Ich betrachtete die Studien; ein sehr schönes, trauriges Bild nach Delacroix' „Die Jungfrau und Jesus" und ein Gemälde nach Doré „Gefangene, die umgeben von hohen Gefängnismauern, im Kreise herumgehen", [IMG]http://vangogh.nease.net/painting/all/f_0669/f_0669.jpg[/IMG] ein Bild von erschreckender Grausamkeit und zugleich ein Symbol für sein Ende. War das Leben für ihn nicht jenes Gefängnis mit den allzu hohen Mauern gewesen? Und diese Menschen, die unablässig um dieses Loch herumgingen, waren das nicht die armen Künstler, die armen, verdammten Seelen, die unter der der Geisel des Schicksals dahinschritten? . . . . Um drei Uhr wurde der Sarg emporgehoben, Freunde trugen ihn zum Leichenwagen, einige in der Menschengruppe weinten. Theodore Van ghohg (sic!) , der seinen Bruder immer bewundert und in seinem Kampf um die Kunst und die eigene Unabhängigkeit stets unterstützt hatte, schluchzte die ganze Zeit bitterlich . . . . Draussen brannte die Sonne unerträglich heiss. Wir bestiegen einen Hügel ausserhalb Auvers und sprachen über den Verstorbenen, über den kühnen Anstoss, den er der Kunst gegeben hatte, über all die Projekte, die er stets im Kopf herumgewälzt hatte, über all das Gute, das er uns allen hatte angedeihen lassen. Wir erreichten den kleinen, neuen Friedhof, der mit mehreren neuen Grabsteinen übersät war. Die letzte Ruhestätte liegt auf einem kleinen Anhöhe oberhalb den erntereifen Feldern, unter einem weiten blauen Himmel, wie er es auch noch genossen hätte, --- vielleicht. Dann wurde der Sarg in die Gruft versenkt . . . . Wer hätte in diesem Augenblick seine Tränen zurückhalten können? . . . der Tag war zu sehr wie für Vincent geschaffen, und es fiel schwer sich vorzustellen, dass er nicht mehr lebte und ihn geniessen konnte . . . . Dr.Gachet (ein grosser Kunstkenner und Besitzer einer der besten Sammlungen impressionistischer Malerei unserer Zeit) wollte einige Worte zur Würdigung Vincents und über sein Leben sprechen; doch auch er weinte so sehr, dass er nur ein verwirrtes Lebewohl herausbrachte . . . (Vielleicht war dies die schönste Art dies auszudrücken). Kurz beschrieb er Vincents Kämpfe und seine Erfolge und erwähnte, wie erhaben sein Ziel war, und bekannte, wie sehr er selbst ihn bewunderte (obwohl er ihn erst seit kurzem kannte). Der Verstorbene war, sagte er, ein rechtschaffener Mensch und ein grosser Künstler, er verfolgte nur zwei Ziele: die Menschlichkeit und die Kunst. Die Kunst, die ging ihm über alles, und durch sie wird sein Name unsterblich sein. Dann kehrten wir zurück. Theodore Van ghog (sic!) war von Kummer gebrochen, alle Anwesenden waren tief bewegt. Einige gingen weg in die offene Landschaft, andere begaben sich zum Bahnhof. Laval und ich suchten Ravoux' Gasthaus auf, wo wir uns noch über ihn unterhielten . . . . -------------------------------------------------------------- Sechs Monate nach seinem Bruder starb Theo van Gogh und wurde in Utrecht begraben. Seine Frau, Johanna, die sich treu und unermüdlich um den Nachlass Vincents kümmerte, liess 1914 Theos Überreste ausgraben und neben Vincents Grab auf dem Friedhof in Auvers beisetzen. Sie bat um einen Efeuzweig aus Dr. Gachets Garten, der zwischen den beiden Grabsteinen eingepflanzt werden sollte. Noch heute bedecken die gleichen Efeupflanzen die Grabstätten der beiden Brüder. Quelle: [url]http://www.vangoghgallery.com/international/german/misc/bio.htm[/url][/font][/list][/size][/color] |
| tardeus | Sinfonie des Grauens In einem Meer voll Rosen, möchte ich eintauchen, mit der Vernunft und der Sinne, in meiner Hand, schwebt mein Körper leblos dahin. In einem Meer voll Tränen komponiere ich jene Melodie, der Sinfonie des Grauens, in die Tiefe hinab, nehme ich mein Herz, meine Seele ist dunkel, sie schmerzt. Die Sinfonie des Grauen wird auf den Blättern getragen, in einem Schattenreicht des Schauerns, bewegen sich die Töne voll Plagen umhüllt von den Trümmern des Trauerns, werden die Töne sie jagen in der Sinfonie des Grauens.[SIZE=1]tardeus[/SIZE] [SIZE=1]daniela schmidt[/SIZE] |
| daleth | (Max Dauthendey) Ich fühle mich tot, als wär ich erfroren, Als hätt sich die Welt zu sterben verschworen. Ich grübe mir gern in die Stille ein Grab Und warte begraben deine Wiederkehr ab. Vom langen Warten versteinern die Wangen, Doch lebt auch im Stein noch ein sehnend Verlangen. Ich weiß nur, daß ich nicht fühlen will; Vielleicht steht dann endlich das Warten still. Der Wind, der heult vor den nächtlichen Toren, Als würde da draußen nur Unglück geboren. Er klagt wie ein Hund in die Leere hinein, Und stets drägen Hunger und Sehnsucht herein. [IMG]http://delvilleparsif.jpg[/IMG] |
| Mahsheed | [list][color=black]. . . . [IMG]http://www.ac-creteil.fr/lecturecollinet/siteoiseau/images/images%20oiseaux/PIC00004.JPG[/IMG] . . [url]www.ac-creteil.fr[/url] [/color][/list] [list][size=5][color=B0E06][font=Edwardian Script ITC][U]Mylène Farmer - Chloé[/U] Am heutigen Morgen hat sich Chloé im Wasser des Bachs ertränkt. Ich sah ihre Haare gleiten Dort unten unter den Weiden. Geschmäht hätte man sie "Heuellies" Als Chloé schluchzte Als ihr kleiner Kopf den Grund anstieß. Chloé´s Licht verblasste. Ich weiß um ihren schweren Stand, Chloé - Teil meines Herzens Die an diesem Morgen entschwand. Deine Seele, kleines Schwesterherz Wird zweifelsohne die zarte Blume unter den Uferbäumen werden, und trauern wird es die Weiden, zu dir beugen im Schmerz. Das Wasser hat nun alle Farben. Chloé, wenn ich weine sollst du wissen, daß dich das nicht kümmern soll. Dein Lachen jedoch macht mir Angst. Spielst Du nur oder stirbst Du wirklich? Lebe wohl, meine kleine Fee Lange Zeit hallt noch mein Ruf. du mein Herzensgegenstück lange Zeit. Leb wohl Chloé Die Strömung riss sie mit sich dort. Chloé, warum gingst du von mir fort?[/font][/color][/list][/size] [size=1](eigene, freie, lyrisch orientierte Übersetzung)[/size] |
| Mahsheed | [list][size=4][font=Mistral][color=firebrick] [U]Beyond my control Jenseits meiner Kontrolle[/U] Ich weiß nicht mehr, warum ich Blut an meinen Fingern habe. Ich will Dich beruhigen. Ich werde Deine Wunden gut versorgen, Geliebter. Eigentlich hast Du gar keine Wahl mehr. Hier, unsere ausgestreckten Körper, sind verschlungen bis zur Morgendämmerung. Laß Dich gehen! (It's beyond my control) Es ist stärker als... Du. Ganz ruhig. (It's beyond my control) Du sagst: ich brauche... Deine Arme. Oh - laß Dich gehen. (It's beyond my control) Aber es ist stärker als... Du. Du tust uns weh. (It's beyond my control) Geh nicht aus meinen... Armen. Ich weiß nicht mehr, warum ich Blut an meinen Fingern habe. Schlaf friedlich. Sei beruhigt, ich werde über Deinem Begräbnis wachen, Geliebter. Es war stärker als ich. Selbst wenn ich das Entsetzen spüre, spüre, wie es mein Wesen einnimmt, werde ich vielleicht zu Dir kommen, Geliebter. [/list][/font][/color][/size] [url]http://www.mylene-farmer.de/oeuvre.htm[/url] [size=1]Text: Mylène Farmer Übersetzung: Simone Holderbach[/size] |
| Jolene | Ah Sun-flower! weary of time, Who countest the steps of the Sun: Seeking after that sweet golden clime Where the travellers journey is done. Where the Youth pined away with desire, And the pale virgin shrouded in snow: Arise from their graves and aspire, Where my Sun-flower wishes to go. William Blake (1757 - 1827) |
| Sentenced | Der Panther Sein Blick ist vom vorübergehen der Stäbe so müd’ geworden, dass er nichts mehr hält Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe Und hinter tausend Stäben keine Welt Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte Der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte In der betäubt ein großer Wille steht Nur manchmal, schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf- Dann geht ein Bild hinein, geht durch der Glieder angespannte Stille und hört im Herzen auf zu sein. Rainer Maria Rilke |
| Nesfataliya | Leben oder Tot? Leben... Wir haben dich oft vergessen Wir haben dich oft vermisst An unserem Können gemessen Das unser innerstes zerfrisst... Tot... Wir haben uns nach dir gesehnt Wir haben an dich gedacht Über dich gehöhnt Nie vergessen die Macht... Leben... Wir haben dich so oft verflucht Wir haben dich gar endlos gefragt Im innern nach dir gesucht Nie den Schritt gewagt? Tot... Hörst die klagenden Worte Die dich und uns quälen Nur an diesem Orte Wirst du sie erwählen... Leben Hast die Kerzen geschützt In der Halle aus Stein Vor dem Winde beschützt Der bestimmt, unser Sein... Tot... Unsere Seelen befreien Wirst du dich erbarmen Die in uns schreien Ohne uns zu warnen? Leben... Du hast an uns geglaubt Unsere Zeit bestimmt Wieder von neuem erlaubt Doch nur einer gewinnt... Tot... Wenn wir unsere Augen schließen Die Angst gefriert in unserer Not Tränen über die Wangen fließen Wartest du auf uns, Tot... Leben oder Tot... So wie wir verloren Und doch gewonnen Aufs neue Geboren Und wieder genommen... |
| Yriah | In the desert By Stephen Crane (1871-1900) In the desert I saw a creature, naked, bestial, Who, squatting upon the ground, Held his heart in his hands, And ate of it. I said, "Is it good, friend?" "It is bitter-bitter", he answered, "But I like it because it is bitter, And because it is my heart." |
| Innoaya | Wer...: Ich gehen doch ich komme nicht vorrann... Ich höhre, doch ich verstehe nichts... Ich spreche, doch ich sage nichts... Ich lerne, doch ich weiß nichts... Wer bin ich? Ich bin der Tod... Ich bin das Leben... Ich bin der Krieg... Ich bin der Frieden... Ich bin ich...und ich bin du.. |
| Any Body | [b]Ballade vom Mazeppa [/b] [size=1] von Bertold Brecht[/size] Mit eigenem Strick verstrickt dem eigenen Pferde sie schnürten ihn Rücken an Rücken dem Ross das wild aufwiehernd über heimatliche Erde gehetzt in den dunkelnden Abend hinschoss. Sie schnürten ihn so, dass den Gaul das Verstrickte im Schmerz noch aufpeitschte durch sinnloses Zerrn und so, dass er nichts, nur den Himmel erblickte der dunkler ward, weiter ward, ferner als fern. Wohl trug ihn der Gaul vor der hetzenden Meute blind und verzweifelnd und treu wie ein Weib. Ihm riss er, je mehr seine Feinde er scheute tiefer den Strick im blutwässrigen Leib. Auch füllte sich abends dann seltsam der Himmel mit fremden Gevögel: Kräh und Geier, die mit lautlosem Flug in dunklem Gewimmel im Äther verfolgen den keuchenden Ritt. Drei Tage trug ihn der fleischerne Teller wiehernd hinab an den ewigen Start wo der Himmel bald dunkler und wo er bald heller doch immer unermesslicher ward. Drei Tage immer gehetzter und schneller drei Ewigkeiten lang war die Fahrt wo der Himmel bald dunkler und wo er bald heller doch immer unermesslicher ward. Drei Tage will er zum Sterben sich strecken er kann's nicht im Flug zwischen Himmel und Gras. Und die Geier lauern schon auf sein Verrecken und sehnen sich wild auf das lebende Aas. Drei Tage, bis seine Stricke sich sträubten. Grün war der Himmel, und braun war das Gras! Ach! es rauften wohl immer zu seinen Häupten Kräh und Geier sich schon um das lebende Aas! Und ritt er schneler, sie folgten ihm gerne. Und schrie er lauter, sie schrien mit. Beschattend die Sonn und beschattend die Sterne verfolgten sie seinen keuchenden Ritt. Drei Tage, dann musste alles sich zeigen: Erde gibt Schweigen und Himmel gib Ruh. Einer ritt aus mit dem, was ihm zu Eigen: Mit Erde und Pferd, mit Langmut und Schweigen dann kamen noch Himmel und Geier dazu. Drei Tage lang ritt er durch Abend und Morgen, bis er alt genug war, dass er nicht mehr litt als er gerettet ins große Geborgen todmüd in die ewige Ruhe eintritt |
| Any Body | [b] Erlkönig[/b] [size=1]von Johann Wolfgang von Goethe[/size] Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind; er hat den Knaben woh in dem Arm, er fasst ihn sicher, er hält ihn warm. "Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?" "Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht? Den Erlenkönig mit Kron und Schweif?" "Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif." " Du liebes Kind, komm, geh mit mir! Gar schöne Spiele spiel ich mit dir; manch bunte Blumen sind an dem Strand; meine Mutter hat manch gülden Gewand." "Mein Vater, mein Vater, un hörest du nicht, was Erlenkönig mir leise verspricht?" "Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind! In dürren Blättern säuselt der Wind." "Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn? Meine Töchter sollen dich warten schön; meine Töchter führen den nächtlichen Reihn und wigen und tanzen und singen dich ein." "Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort Erlkönigs Töchter am düstren Ort?" "Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau; es scheinen die alten Weiden so grau." "Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt; und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt." "Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an! Erlkönig hat mir ein Leids getan!" Dem Vater grauset's, er reitet geschwind, er hält in Armen das ächzende Kind, erreicht den Hof mit Müh und Not; in seinen Armen das Kind war tot. |
| jasmine | [FONT=Edwardian Script ITC][COLOR=#008000][SIZE=6]Opeth - Hope Leaves[/SIZE] [SIZE=5] In the corner beside my window There hangs a lonely photograph There is no reason I'd never notice a memory that could hold me back There is a wound that's always bleeding There is a road I'm always walking And I know you'll never return to this place Gone through days without talking There is a comfort in silence So used to losing all ambition Struggling to maintain what's left And once undone, there is only smoke Burning in my eyes to blind To cover up what really happened Force the darkness unto me[/COLOR][/FONT][/SIZE] |
| Pelloquin | [color=burlywood][size=1][center][b]Die Holzschuhe[/b] Die Holzschuhe meiner Mutter stehen vergessen im Regal. Meine Mutter ist in die Ewigkeit gegangen und ihre alten abgetragenen Holzschuhe sind hier übrig geblieben. Ich habe einen Augenblick eingehalten, um einen Blick auf sie zu werfen. Sie waren sehr erstaunt über soviel Aufmerksamkeit. Hatten sie nichts mehr vom Leben zu erwarten? Unnütze Dinge, verurteilt zum Vergessen. Ich betrachtete sie mit Interesse. Sie fassten dann den Mut, mir alte Geheimnisse anzuvertrauen. Auch sie waren einmal neu und glänzend, hergestellt aus solidem Holz für eine lange Lebensdauer. Das erste Mal, als sie meine Mutter trugen, sie riefen sich mehrmals ins Gedächtnis zurück, wie stolz sie war. Geschnitzt wie sie aus wiederstandsfähigem Holz. Sie waren beschaffen wie sie, zum Laufen über lange Zeit. Sie mühten sich mit ihr in den Feldern. Stieg unzählige Male den Hügel hinauf. Sie stieg würdevoll, beladen mit dem Brot für ihre Kinder. Kein Wunsch zu fahren, keine großen Worte. Sie konnte auf ihre Holzschuhe zählen. Sie trugen sie in der Morgendämmerung. In den Wald, die Kinder mussten nicht frieren. Sie machte Reisigbündel. Ihre Holzschuhe gehorchten ihr aufs Wort. Wenn sie die Wäsche an der Quelle wusch, waren die Holzschuhe für sie ein treues Glück. Die Füße trocken, trotz Kälte. Sie schmiegten sich an, sie trugen sie mit ihrem ganzen Vertrauen. Um sich Gehorsam zu verschaffen, gab es keine Notwendigkeit die Stimme zu erheben, das Geklapper der Holzschuhe warnte uns, ihre Stimmung war erkennbar am Rhythmus ihrer Schritte und unverzüglich hielten wir ein. Die Holzschuhe bekamen die Funktion der Glocke. Wenn sie auf dem Weg klapperten zerbrach sich die Nachbarin nicht den Kopf. Schnell öffnete sie weit ihre Tür (in dieser Zeit war die Hilfsbereitschaft stark) und beide Frauen drückten sich Knie und Hände. Die Aufgabe erfüllt, das Herz zufrieden. Sie klangen heiter. Clic-Clac! Das Glück existierte schon früher. Wenn die Sorgen schwer drückten. Wenn die Holzschuhe schwer wie ihr Herz. Sie waren die Partner ihres mühsamen Lebens. Und sie waren für sie eine wunderbare Sache. Sie kam jeden Tag, um die Holzschuhe anzuziehen. Man sagt auch, dass sie nicht zu viel wollte. Sie haben ihr geholfen, viel gegeben. Einfachen Komfort, fast ein Juwel für ihre Füße. Warum? Eines morgens habt ihr sie vermisst. Ich habe euch gesagt, dass sie nicht mehr will. Sie wurde euch untreu. Sie machte ihren letzten Seufzer, Sie bekam Flügel. Eilig zum Abflug ins Paradies. Sie möchte sich jetzt ausruhen in Ewigkeit. Dies, war im Namen Mutters, um euch zu danken. Holzschuhe! Für euch viel Ehre an diesem Jahresende. Endlich! An euch, für die sich Vergessen glaubten. (Lisbeth)[/center][/color][/size] [size=1]Vanitas...[/size] |
| jasmine | [COLOR=#00008B][Size=3]E Nomine Die Nachtwache[/SIZE][/color] [COLOR=#1E90FF][chorus] Dein Blaubeermund im Neonlicht Dein Blaubeermund so viel verspricht Dein Blaubeermund so kühl so zart mein Herz steht still an diesem Tag. Ich arbeite im Haus der Verschiedenen Sie liegen in Reih und Glied ob schön, hässlich, jung oder alt manchmal vielleicht auch verlezt sie sind meine Freunde und werden schon bald vom Werk der Würmer zersetzt. Seit deiner Ankunft habe ich gespürt die Nähe zu dir ist so fern deine Aura sie hat mich berührt und verführt ich habe deinen Geruch so gern In deinen wunderschönen Augen schimmert kaltes Neonlicht wie die Sterne am Firnament so kühl so fahl so schlicht [chorus] Dein Blaubeermund im Neonlicht Dein Blaubeermund so viel verspricht Dein leerer Blick im Neonlicht durchbohrt mein hohles Hirn heisser Schweiss der Begierdee steht auf meiner Stirn Deine kalten Hände sind fahl wie das Grau der Wände in deiner Schönheit aus Eis dein erstarrtes Antlitz so schneeweiss deine Konturen scheinen so fest und rund Ich liebe deinen Blaubeermund [chorus] Dein Blaubeermund im Neonlicht Dein Blaubeermund so viel verspricht Dein Blaubeermund so kühl so zart mein Herz steht still an diesem Tag. Te amo bella inanitas Stella Te amo vanitas Dein Blaubeermund im Neonlicht Dein Blaubeermund so viel verspricht Dein Blaubeermund so kühl so zart mein Herz steht still an diesem Tag. Ich liebe diesen Duft der Süsse weisse Schilder an kalten Füssen regungslos im Totenhaus siehst du von allen am schönsten aus Diesen Drang in deiner Nähe dich zu entblößen Ich gestehe... Verzeih mir... Ich streif das Tuch von dir.................... Te amo bella inanitas Stella Te amo vanitas Dein Blaubeermund im Neonlicht Dein Blaubeermund so viel verspricht Dein Blaubeermund so kühl so zart mein Herz steht still an diesem Tag. Ohhh.......ich liebe dich[/color] |
| jasmine | [color=#FF4500][b]THE DEATH AND BURIAL OF POOR COCK ROBIN[/b] Who killed Cock Robin? "I," said the sparrow, "With my little bow and arrow, I killed Cock Robin," Who saw him die? "I," said the fly, "With my little eye, I saw him die." Who caught his blood? "I," said the fish, "With my little dish, I caught his blood." Who'll make his shroud? "I," said the beetle, "With my thread and needle. I'll make his shroud." Who'll carry the torch? "I," said the linnet, "I'll come in a minute, I'll carry the torch." Who'll be the clerk? "I," said the lark, "If it's not in the dark, I'll be the clerk." Who'll dig his grave? "I," said the owl, "With my spade and trowel I'll dig his grave." Who'll be the parson? "I," said the rook, "With my little book, I'll be the parson." Who'll be chief mourner? "I," said the dove, "I mourn for my love, I'll be chief mourner." Who'll sing a psalm? "I," said the thrush, "As I sit in a bush. I'll sing a psalm." Who'll carry the coffin? "I," said the kite, "If it's not in the night, I'll carry the coffin." Who'll toll the bell? "I," said the bull, "Because I can pull, I'll toll the bell." All the birds of the air Fell sighing and sobbing, When they heard the bell toll For poor Cock Robin. [/color] |
| Pelloquin | [color=black].[/color] [center][font=times new roman][color=burlywood][size=3][i]„Mit dem Tod hat die Puppe ihre eigenen, komplizierten und dualistischen Beziehungen. Einerseits ist die Puppe natürlich tot – eine kleine Leiche mit ewig starrenden Augen und einer nicht verwelkenden Röte. Aber die Puppe ist immer zum Leben bereit, zum Lebendigwerden und sogar mehr als lebendig. Deshalb mehr, weil sie hundertmal am Tag aufleben und sterben kann und dadurch ein Auferstehungswunder zeigt und ein Symbol der Unsterblichkeit und ewiger Verwandlung ist. Es ist immer ein gewisser hochmütiger Spott über die Vergänglichkeit des Köerpers und über das Leiden des Menschen und über den Tod in ihr versteckt. Und der, der die Puppe in seinen Händen hält, der ihr das Leben gibt oder sie nur anschaut und sich unwillkürlich mit ihr identifiziert, wird vielleicht nicht so sehr für die Angst anfällig, da er von dieser göttlichen Ironie angesteckt ist.“[/i][/size][/color][/font] [size=1][Dorothea Kolland und Puppentheater-Museum Berlin (Hg.) [i]„Front Puppen Theater“[/i]][/size][/center] [color=black].[/color] |
| Pelloquin | [size=1]Anmerkung: Ich mag obigen Text sehr. Die Beschreibung der den Puppen innewohnenden Kraft fasziniert mich und lässt mich wünschen, selbst Puppenspieler zu sein. Wenn es mir gestattet ist, setze ich hier gerne einen weiteren Text aus jenem Buch hinein, in dem auf so traurige wie schöne Weise beschrieben ist, wie einige wagemutige Insassen des KZs Theresienstadt sich unter schweren Leiden und Qualen ihre Liebe zur Kunst bewahrt, sie am Rande des Todes verwirklicht und dadurch das geistige Leben von Tausenden von Erwachsenen und Kindern verlängert haben… [/size] |
| Mahsheed | Wieso sollte es denn nicht gestattet sein; es gibt niemanden, der das verbieten wollte/sollte. |
| Pelloquin | Isaak M. Barchasch [font=times new roman][size=5][b]Am Rande des Todes[/b][/size][/font] [b]Theater und Puppentheater im KZ[/b] [font=times new roman][size=3,5]Während der sechs Jahre, die die Nationalsozialisten die Tschechoslowakai besetzt hielten, versuchten sie, systematisch und brutal die tschechoslowakische Intelligenz zu vernichten. Viele Schauspieler, Regisseure, Dramatiker und Bühnenbildner haben für ihre Treue zur Heimat mit ihrem Leben bezahlt. Bewundernswert sind die Menschen, die unter schweren Leiden und Qualen ihre Liebe zur Kunst bewahrt, sie am Rande des Todes verwirklicht haben und dadurch das geistige Leben von Tausenden von Erwachsenen und Kindern verlängert haben. Nur ein kleiner Teil von ihnen konnte sich retten. Dieser Artikel basiert auf den Erinnerungen ehemaliger Inhaftierter von Theresienstadt und Ravensbrück. Ende 1941 wurde die kleine tschechische Garnisonsstadt Theresienstadt – etwa 60 Kilometer nördlich von Prag gelegen – in ein KZ umgewandelt, und die ersten Gruppen von Menschen, die für das polnische Ghetto bestimmt waren, wurden dort interniert. Männer und Frauen, alte Leute und Kinder fanden keinen anderen Platz als auf den Holzbohlen und Betonfußböden der Kasernen. Es gab nur Angst und keinen Hoffnungsschimmer. Schon zwei Monate später wurde ein Lichtchen in der Finsternis angezündet – die Liebe zur Schönheit und der Glaube an ihre Macht. An einem Abend im Januar 1942, in einem Pferdestall der Sudeten-Kasernen, brannte eine Kerze. Eine Gruppe frierender Menschen hörte aufmerksam einem genauso frierenden Schauspieler zu, der Rimbaud, Emile Verhaeren und Baudelaire in der Übersetzung von Karel Capek vorlas. Der nächste Abend war den tschechischen Dichtern des 19. und 20. Jahrhunderts, von Machar bis zum Dichter und Kommunisten Frantisek Halas, gewidmet. Jeden Tag gingen die Inhaftierten zur Zwangsarbeit, täglich mußten sie sich von Freunden verabschieden, die nach Polen deportiert wurden, oder Hinrichtungen miterleben. Als wieder eine Gruppe von Inhaftierten hingerichtet wurde, trafen sich die Überlebenden am nächsten Abend, um Heines Gedichte zu hören und dadurch den Glauben an die Gerechtigkeit zu bewahren. Im Juni 1942 wurde die Bevölkerung von Theresienstadt vertrieben, und die gesamte Stadt wurde zum „Asyl für alte Juden“, zum „Altersghetto“ erklärt. Das war der erste Akt der tragischen Farce. In Wirklichkeit diente das KZ Theresienstadt als Durchgangslager für die Juden auf dem Transport in die großen in Polen gelegenen Vernichtungslager wie Auschwitz. Von den Faschisten wurde es als „Musterlager“ propagiert. Daher gab es hier im Gegensatz zu den anderen KZs einen winzigen Spielraum für kulturelle Aktivitäten. Aus allen von den Deutschen besetzten Städten kamen vor allem alte Juden nach Theresienstadt – verladen und abtransportiert in Viehwaggons, darunter Frauen, die altmodische Hüte aus Seide mit Straußenfedern trugen, und Männer mit Zylinderhüten aus der Zeit Kaiser Wilhelms. Die Lebensbedingungen im Lager waren katastrophal. Die Menschen starben zu Tausenden. Statt 3 000 Bewohner (neuere Angaben gehen von 7 000 Bewohnern aus) hatte Theresienstadt jetzt 59 000 Opfer, die auf den Tod wie auf eine Befreiung von ihren Qualen warteten. Aber unter der Masse Verzweifelter gab es einige junge starke Menschen, die das erste Theater in Theresienstadt gründeten. Es wurden Tschechows Einakter unter der Regie von Otokar Ruzicka aufgeführt. Die Kostüme wurden aus der Kleidung hergestellt, die Verstorbenen hinterlassen hatten. Bei dieser Arbeit waren alle Helden, alle riskierten etwas: der Junge, der für „sein“ Theater eine Glühbirne organisierte, bis zum Stellvertreter des Lagerältesten, Ingenieur Zucker, der auf eigene Verantwortung die Durchführung der Theaterarbeit ohne Zensur übernahm. Im Herbst 1942 brachte ein junger Schauspieler und Regisseur des Dramatischen Kollektivs ver Jugend, Zdenek Jelinek, seine [i]Komödie von der Falle[/i] auf die neue Bühne, die im zentralen Gebäude der Lagerselbstverwaltung gebaut worden war. Das war die erste – noch ziemlich schwache – Begegnung mit einer politisch orientierten Aufführung in Theresienstadt. Danach wurden auf der Theresienstädter Bühne noch eine Reihe seriöser Werke tschechischer Autoren – Erben, Volker, Daner, die Gebrüder Capek und [i]Romantiker[/i] von Rostand – aufgeführt. Aber die echte Wende in der Theaterarbeit ist mit dem Erscheinen von Gustav Sors in Theresienstadt im Dezember 1942 verbunden. „Die schlimmsten Tage des Ghettos waren zu diesem Zeitpunkt schon vorbei“, schrieb ein Freund und Mitarbeiter von Sors im Theresienstäder Theater, „die Inhaftierten waren nicht mehr in den Kasernen eingeschlossen, und man konnte mehr miteinander kommunizieren. Die Prager Freunde von Sors warteten auf ihn in Theresienstadt, so unwahrscheinlich es klingt, wie auf Manna vom Himmel. Sie warteten auf geistige Unterstützung, die ihnen neue Kräfte verlieh, da die Kräfte in ihrem Überlebenskampf schnell zusammenschmolzen.“ So bereiteten die Freunde Sors einen stürmischen Empfang. Gustav Sors wirkte im Theater der Todeskandidaten mit. Er verstand, daß er den Lagerinsassen den Glauben daran, daß sie Menschen waren, zurückgeben konnte und mußte. Am Anfang hatte er nicht geglaubt, in Theresienstadt ein gutes Theater aufbauen zu können. Nach einer ersten Phase des Beobachtens und Nachdenkens begann er seine schwierige Arbeit, die zweieinhalb Jahre andauerte, bis er nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Er führte letztlich nur zwei Stücke auf: [i]Puppen[/i], das in Theresienstadt von dem deutschen Dramatiker P. Kien geschrieben wurde, und [i]Die Heirat[/i] nach Gogol. Kiens [i]Puppen[/i] zogen ihn mit ihren sozialen Motiven und poetischen Formen an. Die Uraufführung war ein großer Erfolg. Danach organisierte Sors mehrere Abende tschechischer Poesie, an denen Gedichte von Mora, Dick, Halas und Bednár sowie Neruda gelesen wurden. Es wurde auch ein Theaterseminar eingerichtet, bei dem Sors mit jungen Schauspielern Gedichte und Stücke diskutierte und Vorträge über Theatertheorie hilet. Im Jugendhaus des Lagers führte Sors ein philosophisches Seminar durch, bei dem er Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie hielt. 1943 kam der Architeckt Frantisek Zelenka mit andern Häftlingen nach Theresienstadt und wurde ein erfinderischer und treuer Gehilfe für Sors. Er konnte aus einem alten, aus einer verlausten Baracke gestohlenen Laken einen Königsmantel machen. Die Vorbereitungen zur [i]Heirat[/i] dauerten ein halbes Jahr. Immer wieder wurde eines der Mitglieder des Theaterkollektivs abtransportiert … Auf der winzigen Bühne, auf der man kaum drei Schirmwände und nur einige Stühle aufstellen konnte, schuf Zelenka ein echt Gogolsches Interieur. Gleichzeitig mit Sors arbeiteten die szenischen Kollektive Irena Dodalovás und Nora Frieds und das Kabarett von Svenk und Lustig. Dodalova führte Werke über Villon auf, und Fried das alttschechische Stück [i]Ester[/i] mit märchenhaften Bühnenbildern von Zelenka. Svenk und Lustig stellten ein satirisches Estradenprogramm im Stil der bekannten tschechoslowakischen Estradenkunst von Veskovec und Verich zusammen Immer neue Gruppen von Häftlingen wurden nach Polen deportiert. Im Lager kursierten Informationen über Massenhinrichtungen und Gaskammern in Auschwitz und Mauthausen. Das Gerücht wurde laut, dass das Internationale Rote Kreuz (IRK) in das Schicksal der KZ-Häftlinge eingreifen wolle. Im Lager tat sich etwas. Bald stellte sich heraus, daß die deutsche Regierung ihr Einverständnis gegeben hatte, eine Kommission zur Untersuchung der Alltagsbedingungen der Häftlinge im Lager zuzulassen. Es wurde die Kampagne „Stadtverschönerung“ eröffnet. Waren am Anfang die Auffüngen im Lager verboten, drückten nun die Deutschen ein Auge zu. Die deutschen Kommandanten fingen jetzt sogar an, die Theaterarbeit zu unterstützen und die Lagersituation insgesamt zu verbessern. Innerhalb eines Monats wurde das Clubhaus als „Gemeinschaftshaus“ mit der neuesten Bühnenkonstruktion, einer Konzerthalle, einem Betzimmer, einer Bibliothek, Cafés mit Terrassen und Lehnstühlen sowie Bäder eingerichtet. In dem Städtchen wurde ein Kinderpavillon mit Karussell, Schaukel und Spielplatz gebaut. Auf dem Platz entstand ein Musikpavillon, aus dem Walzer von Strauss, Polkas von Smetana und deutsche Märsche erklangen. Die Fußböden der Korridore glänzten wie Spiegel, den Kranken im Lazarett wurden saubere Hemden angezogen, und die Krankenschwestern trugen weiße Käppis und weiße Schuhe. Dies alles trug sich dort zu, wo die Kommission durchgehen sollte. In den Nebenstraßen verhungerten Menschen in schmutzigen Baracken. Einige hundert Meter weiter tötete die SS wie früher Menschen in der „kleinen Festung“. Nach dem Besuch der Kommissiondes IRK wurde ein Filmteam der Wochenschau „Aktualita“ nach Theresienstadt geschickt, das das „Theresienstädter Paradies auf Erden“ filmen sollte. Diese propagandistischen Filmaufnahmen wurden unter der Regie des deutschen Schauspielers Kurt Gerrock durchgeführt. Filmtitel: „Die Juden schenken dem Führer eine Stadt“ (1944). Währen der Proben zu [i]Richter von Zalamea[/i], dem nächsten Projekt von Sors, im Herbst 1944, fingen die Deutschen an, Massen von Menschen nach Auschwitz zu deportieren. 18 000 Menschen – meist Tschechen – mujßten für einige Monate „normalen“ Alltags mit ihrem Leben bezahlen. Unter ihnen waren Sors, Zelenka, Jelínek, Svenk und alle Schauspieler … [/size][/font] |
| Pelloquin | [font=times new roman][size=3,5]Nach Abreise der IRK-Kommission wurden die öffentlichen Auftritte in tschechischer Sprache endgültig verboten. Die Zwangsarbeit wurde verstärkt. Die Häftlinge bauten Baracken zur Lagervergrößerung und eine Gaskammer. Diese Vorbereitungen für neue Massenexekutionen wurden heimlich durchgeführt. Im März 1945 kam plötzlich der zweite Befehl zur „Stadtverschönerung“. Das IRK hatte von dern Plänen der Nazis erfahren. Der Bau der Gaskammer wurde gestoppt, und wieder wurden die Theaterbühne, der Musikpavillon, das Krankenhaus, das Betzimmer und der Park neu hergerichtet. Hanus Tein vom Nationalen Theater wurde angeboten, in fünf Tagen Hoffmanns Erzählungen aufzuführen. Es war bereits April 1945. Kurz vor der Niederlage der faschistischen Truppen kam IRK-Vertreter nach Theresienstadt und half der letzten Gruppe der dort verbliebenen Häftlinge herauszukommen. In der Hölle von Theresienstadt starben auch Hunderte von Kindern. Um ihre Leiden ein wenig zu mindern und ihnen Freude zu bereiten, führten die Erwachsenen Kinderstücke für sie auf. Während der ersten „Stadtverschönerung“ wurde Krásas Märchenoper [i]Brundibár[/i] unter der Leitung von Zelenka aufgeführt. Für viele Kinder war diese Vorstellung ihr „Schwanengesang“ – einen Monat später wurden sie in die Gaskammern geschickt. Während der zweiten „Stadtverschönerung“ wurde die Oper [i]Die Käfer[/i] nach Karafiáts Märchen aufgeführt. Die inhaftierten Frauen, die im Lager als Erzieherinnen in den sogenannten Kinderhäusern für sechs- bis achtjährige Kinder tätig waren, machten aus alten Stoffresten Kasperlepuppen und spielten für Kleinkinder kurze Stücke im Märchensujet. Als Schirmwand benutzten sie ein zwischen die Türzargen gespanntes Bettlaken. 1942 gab es in Theresienstadt zwei Puppentheater. Ihr Repertoire stellten sie aus im Clubhaus gefundenen Marionettenstücken aus dem jahr 1900, aus Volksmärchen oder Eigeninszenierungen zusammen. An der Theaterarbeit mit Kindern nahm Mirko Tuma aktiv teil. Er hat den Text für die Oper [i]Das Märchen vom Hans[/i] für Kinder-Marionettentheater umgeschrieben, die Bühne wurde von dem Ingenieur Engländer gebaut, der alte Puppenspieler Kohnstein schnitzte die Marionetten, und die Kostüme wurden von Kopeckaja-Teinerova genäht. Noch im Jahr 1942 wurde die Gruppe zerstört. Inzwischen hatte der ebenfalls in Theresienstadt internierte bekannte Puppenspieler Walter Freud aus Brno (Brünn) angefangen, für sich eine Marionette zu schnitzen. Er fand kein passendes Holz, und nach langer Mühe, bis Ende 1942, hatte er nur eine einzige, 60 Zentimeter große Puppe mit beweglichen Fingern und beweglichem Mund hergestellt. Die Gruppe der Marionettenspieler entschied, wenigstens ein Puppenspiel mit kleineren Puppen einfacherer Konstruktion aufzuführen. Ein Satz Puppen, die nur primitivste Bewegungen ausführen konnten, wurden von der Bildhauerin Orientirova angefertigt. Außerdem schnitzte Freud mehrere Puppenköpfe, und teilweise wurden auch die Kohnstein-Marionetten aus dem [i]Märchen vom Hans[/i] benutzt. Im Frühjahr 1943 führte Freud zusammen mit anderen das Märchen [i]Die Zaubergeige[/i] nach F. Pocci für Erwachsene und Kinder auf. Das Zauberlied der Geige sang hinter den Kulissen der Sänger Ledec von der tschechischen Philharmonie. Die Vorstellung war ein großer Erfolg und erlebte mehrere Vorstellungen. Inzwischen arbeitete Walter Freud weiter an seinen großen Marionetten. Für einige Zeit war es ihm gestattet, in der Werkstatt zu arbeiten. Er schuf die Puppen Kaspárek, den Akrobaten,den Gaukler, den Pianisten und das Kamel und konnte mit ihnen das lustige Stück [i]Zirkus[/i] dreimal aufführen. Hunderte von Kindern freuten sich an diesem Puppenspiel. Doch die durchgefaulten Fußböden der Kasernen drohten einzubrechen, und die Aufführungen wurden verboten. 1944 gab die Lagerleitung aufgrund des Besuchs der IRK-Kommission den Befehl, ein großes Kasperle-Theater zu organisieren, um „fröhliche“ Kinder vorführen zu können. Der holländische Künstler Spir machte Skizzen, Orientirova schnitzte die Puppen, aber niemand wollte damit spielen – das waren zu offensichtlich deutsche Charaktere. Im Sommer 1944 entstand im Lager ein Laienpuppentheater, das von den Kindern aus dem Waisenhaus selbst organisiert wurde. Sie stellten eine Marionettenbühne und Puppen selbst her und probten unter der Leitung von Hanna Reinerova. Ihre naiven Improvisationen zogen viele Zuschauer an und unterhielten sie. Im Theresienstädter KZ gab es auch ein echtes politisches Puppentheater. Im Herbst 1943 entschloss sich eine Gruppe junger Leute – Teilnehmer am sogenannten marxistischen Seminar – ein Kaspárek-Theater zum Zweck der sozialistischen Propaganda aufzubauen. Gemeinsam schrieben sie ein Stück allegorischen Inhalts, fertigten originelle Puppen an und gaben in den Schlafbaracken heimlich fünf Vorstellungen. Ein anderes politisches Puppentheater wurde von dem jungen Schriftsteller Zd. Jelenski gegründet. Schon 1940 hatte er eine Satire für Kaspárek-Handpuppen geschrieben und war selbst als Puppenspieler mit seiner klappbaren Schirmwand aufgetreten. Sein Theater nahm er im Juli 1942 nach Theresienstadt mit. Hier schrieb er sein zweites antifaschistisches Stück, aber er schaffte es nicht, es aufzuführen, denn sein 25jähriges Leben endete im Oktober 1944 in der Gaskammer … Auch im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück gab es ein Kaspárek-Theater, allerdings fand hier nur eine Vorstellung statt. Darüber berichtete eine Augenzeugin, Vera Fialová: „Die im Lager inhaftierten Frauen wollten den 450 Kindern ein Weihnachtsgeschenk machen. Sie schneiderten Kinderanzüge aus alten Sachen, nähten Puppen und kneteten Schachfiguren aus Brot. Als für eine Puppe der Kopf fehlte, entstand die Idee, den Kopf aus Paraffin zu machen und ein Puppentheater zu organisieren. Die Idee wurde von den anderen unterstützt, und viele Frauen fertigten jede Nacht Puppen. Das Stück wurde von der österreichischen Tschechin Tonicka geschrieben. Die handelnden „Personen“ waren der Prinz, Kaspárek, der Zauberer, der Räuber und der Drache. Die Regisseurin war die Tschechin Kveta, Sprecherin die Deutsche Erika, Musik (Gitarre) die Jugoslawin Miliza, Aufführung eine Polin, Licht die Französin Felice. Im kalten und schmutzigen Kinderblock wurde im im Schlafsaal eine Schirmwand aufgestellt. Die Mehrzahl der Kinder kannte nur Gefängnisse und KZs – eine normale Kinderwelt war ihnen unbekannt. Die Vierjährigen in den ersten Reihen wußten nicht, was jetzt passieren würde. Die älteren erklärten es ihnen und erinnerten sich an Theaterstücke, die sie irgendwann gesehen hatten. Erika fing an, das Märchen zu erzählen, und der schwarze Vorhang ging auf. Der Prinz und die Prinzessin spazierten im Garten. Es erklang ein Lied in der Ferne. Die Kinder seufzten vor Verwunderung. Danach erschien Kaspárek. Die Kinder lachten und freuten sich … Wir spielten nur ein Mal … Die Ereignisse rasten. Kinder fuhren weg. Die Gaskammer war in Betrieb. Die Leute verhungerten … Die letzte helle Erinnerung – fröhliche Kinderaugen.“[/font][/size] [size=1](Übersetzung: Edda Wagner)[/size] [size=1][entnommen aus: Dorothea Kolland und Puppentheater-Museum Berlin (Hg.) [i]„Front Puppen Theater“[/i]][/size] |
| Pelloquin | [color=black]. . . . [/color] [center][font=times new roman][size=3,5][color=90665b][i]Wie haben sie dich, Baum verschnitten Wie stehst du fremd und sonderbar! Wie hast du hundertmal gelitten, Bis nichts in dir als Trotz und Wille war! Ich bin wie du, mit dem verschnittnen, Gequälten Leben brach ich nicht Und tauche täglich aus durchlittnen Roheiten neu die Stirn ins Licht. Was in mir weich und zart gewesen, Hat mir die Welt zu Tod gehöhnt, Doch unzerstörbar ist mein Wesen, Ich bin zufrieden, bin versöhnt, Geduldig neue Blätter treib ich Aus Ästen hundertmal zerspellt, Und allem Weh zu Trotze bleib ich Verliebt in die verrückte Welt.[/i][/size][/font][/center] [center][size=1](Hermann Hesse, [i]"Gestutzte Eiche"[/i])[/size] [/color][/center] [color=black]. . . . [/color] |
| Bloody Angel | ENGEL LEBEN EWIG ! [von Stolzes Herz] Einst hat man mir vom Tod erzählt, das er Kälte bringt und Seelen quält, doch jetzt da ich ihn fühle, fürchte ich ihn nimmermehr, warum laufen wir vergebens, dem Leben hinterher? Und ziehe ich Rüsume, lass alles an mir vorüberziehn, viel schlechtes und viel gutes, viel verlogen, was wie wahrheit schien. Lasst mich gehn, lasst meine Schmerzen Schmerzen sein, lasst mich zieh in Gottes Namen, ich werde nie ein Engel sein. Wenn Engel ewig leben, will ich keine Engel sein. Wenn Tränen ewig fliessen, erstarre ich zu Stein. Und wenn ich schaue auf mein Leben, tat ich vieles nicht zu recht, war mein Leben wirklich schlecht ? war mein Leben wirklich schlecht ? Viele andre sind schon hier, und frönen ihrer Qual, auf Wolken tanzen, singen, das Leben ist die Wahl Licht auf ewig, niemals Nacht alles wird gut, raubt es mir die Sinne, meine Kraft und meinen Mut. Viele sind schon hier, und harren ohne sinn, Suchen immer noch vergeblich, vegetieren nur dahin. Und sie kommen auf mich zu, wolln mich nehmen an die Hand Und drängen mich mit ihren Flügeln, mit dem Rücken an die Wand. Wenn Engel ewig leben, will ich keine Engel sein. Wenn Tränen ewig fliessen, erstarre ich zu Stein. Und wenn ich schaue auf mein Leben, tat ich vieles nicht zu recht, war mein Leben wirklich schlecht ? war mein Leben wirklich schlecht ? Einst hat man mir erzählt, das der Tod das Ende sei, das danach die Seele sterbe, und Gedanken seien frei, doch das mag ich nicht glauben, denn fühlen kann ich hier. Und ich kann mich gegen wehren, das ich in ewgen Eis erfrier! Ich möchte auch hier sein, was war und was ich bin, ein Seele frei von Zwängen, keine Puppe ohne Sinn! Lieber Gott ich will kein Engel sein, Bitte glaube mir, lass meine Seele ziehen, befreie mich von hier ! Wenn Engel ..... |
| Sneaky | W.H.Auden Was ist das für ein Klang? (übersetzt nach dem englischen Original "O what a Sound?") O, was dringt an mein Ohr, pulsierend und rein? dort im Tal, was kann ich da spüren, spüren? da trommeln Soldaten, Liebste mein, rote Soldaten marschieren. O, was blitzt auf wie hellgoldene Ketten von so weit herüber, es blinkt, es blinkt Sonne, mein Herz, auf Bajonetten die Träger gehen beschwingt. O, was haben sie vor, ihr Zug ist sehr groß was wollen sie schon am Morgen, am Morgen, ein Manöver, Liebste, das ist es bloß, keinerlei Grund für Sorgen. O was nun, sie werden die Straße verfehlen, wohin sie seitwärts ziehen, ziehen? komm Süße, sie gehorchen nur Befehlen, was bist du auf deinen Knien? O, sie halten ja gar nicht am Hospital, sie steigen nicht ab von den Rossen, den Rossen warum auch mein Herz, keiner ist fahl, keiner wund von Geschossen. O, sie wollen zum Priester im grauen Haar zum Priester, zum Licht, zum Licht, nein, Liebes, scheint, dass das nicht ihr Ziel war, dorthin gehen sie nicht. O, dann zum Bauern, der nahebei wohnt, den sie den Schlauen nennen, nennen? Schatz, die Farm hat nichts, das dem Heer da lohnt: Sie beginnen zu rennen. O, wohin gehst du, lass mich nicht allein, war dein Schwur nichts als Tand, nichts als Tand? Ich versprach Dich zu lieben, doch nun muss es sein, ich verlasse das Land. O, die Türen ächzen, die Riegel stöhnen O, wie sie die Gänge gut kennen, kennen Wie laut ihre Stiefel plötzlich dröhnen Wie ihre Augen brennen |
| Lesther | [FONT=times new roman][COLOR=purple]Föhn Blinde Klage im Wind, mondene Wintertage, Kindheit, leise verhallen die Schritte an schwarzer Hecke, Langes Abendgeläut. Leise kommt die weiße Nacht gezogen, Verwandelt in purpurne Träume Schmerz und Plage Des steinigen Lebens, dass nimmer der dornige Stachel ablasse vom verwesenden Leib. Tief im Schlummer aufseufzt die bange Seele, Tief der Wind in zerbrochenen Bäumen, Und es schwankt die Klagegestalt Der Mutter durch den einsamen Wald Dieser schweigenden Trauer; Nächte, Erfüllt von Tränen, feurigen Engeln. Silbern zerschellt an kahler Mauer ein kindlich Gerippe. (Georg Trakl)[/FONT][/COLOR] |
| Lesther | [SIZE=3][FONT=times new roman][I]ELEGY[/I] O snatch'd away in beauty's bloom ! On thee shall press no ponderous tomb; But on thy turf shall roses rear Their leaves the earliest of the year, And the wild cypress wave in tender gloom: And oft by yon blue gushing stream Shall Sorrow lean her drooping head, And feed deep thought with many a dream, And lingering pause and lightly tread; Fond wretch ! as if her step disturb'd the dead ! Away ! we know that tears are vain, That Death nor heeds nor hears distress: Will this unteach us to complain ? Or make one mourner weep the less ? And thou, who tell'st me to forget, Thy looks are wan, thine eyes are wet. ~ Lord Byron ~[/SIZE][/FONT] |
| jasmine | [COLOR=red]Kafka am Strand[/COLOR] von [COLOR=orange]Haruki Murakami [/COLOR] "...Hin und wieder hat das Schicksal Ähnlichkeit mit einem örtlichen Sandsturm, der unablässig die Richtung wechselt. Sobald du deine Laufrichtung änderst, um ihm auszuweichen, ändert auch der Sturm seine Richtung, um dir zu folgen. Wieder änderst du die Richtung. Und wieder schlägt der Sturm den gleichen Weg ein. Dies wiederholt sich Mal für Mal, und es ist, als tanztest du in der Dämmerung einen wilden Tanz mit dem Totengott. Dieser Sturm ist jedoch kein beziehungsloses Etwas, das irgendwoher aus der Ferne heraufzieht. Eigentlich bist der Sandsturm du selbst. Etwas in dir. Also bleibt dir nichts anderes übrig, als dich damit abzufinden und, so gut es geht, einen Fuß vor den anderen zu setzen, Augen und Ohren fest zu verschließen, damit kein Sand eindringt, und dich Schritt für Schritt herauszuarbeiten. Vielleicht scheint dir auf diesem Weg weder Sonne noch Mond, vielleicht existiert keine Richtung und nicht einmal die Zeit. Nur winzige, weiße Sandkörner, wie Knochenmehl, wirbeln bis hoch hinauf in den Himmel. So sieht der Sandsturm aus, den ich mir vorstelle....." |
| STERNENTOD | EGAL der tod steht da und schaut dich an. es ist dir so egal. seine blicke kleben an deiner seele,durchbohren dich.das grinsen lauert geduldig,wie der jäger auf seine beute.ohne von dir abzulasen,ständig in deiner nähe,schaut er herüber und winkt dir zu. aber es ist dir so egal. früher hattest du angst,der schweiß brach aus und lag auf deiner stirn.die beine wurden weich,die hände zitterten und der magen drehte sich,als wenn die eingeweide im fleischwolf bearbeitet würden.todesangst dich begleitete,tag und nacht.die träume voller grauen haben dich um den schlaf gebracht.er will dich,wartet nur darauf,daß die kraft völlig schwindet und seinem ruf gefolgt wird. aber jetzt,nach so viel höllenqualen,ist deine seele aufgesprungen,um zu rebellieren. abegestumpft,fast gleichgültig gegenüber dem,was dir könnte geschehen,siehst du ihn an.deine blicke lassen ebenfalls nicht von ihm ab,durchbohren ihn.du grinst zurück und winkst ihm zu,gebend ein klares zeichen,der tod solle ruhig näher kommen. es ist dir so egal... |
| jasmine | [COLOR=crimson]Ein Mädchen fragte einen Jungen. Magst du mich? Er sagte nein. Sie fragte: Findest du mich hübsch? Er sagte nein. Sie fragte: Bin ich in deinem Herz Er sagte nein. Als letztes fragte sie: Wenn ich weg gehen würde würdest du für mich weinen? Er sagte wieder nein. Sie ging traurig davon.[/COLOR] [COLOR=deeppink]Er packte sie am Arm und sagte: Ich mag dich nicht, ich liebe dich. Ich finde dich nicht hübsch, ich finde dich wunderschön. Du bist nicht in meinem Herz, du bist mein Herz. Ich würde nicht für dich weinen, ich würde für dich sterben![/COLOR] |
| STERNENTOD | tausendtod tausende von soldaten zogen los,sie mußten sterben,denn es tobte der tod. wofür haben sie ihr leben gelassen?sie konnten doch unmöglich alle hassen. wofür haben die denn das alles getan,um zu beweisen wer sie waren? es mußte nicht sein,alles war nur schein.die führer haben gelogen und viele um ihr leben betrogen. tausende waren es,tausende starben weg,tausende waren dumm,zu folgen des führers befehlen. ...und es werden immer mehr... zum gedenken an die 500 000 irakischen kinder,die durch das hungerembargo der terroristischen usa und deren anhängsel ums leben kamen. |
| DarkNights | hier sind wirklich schöne texte bei.... ich hoffe meiner passt nun auch... wenn nich einfach übersehen... Sommer, Sonnenstrahlen, eine sanfte Windprise, Ich schaue in den hellblauen Himmel, Blüten wehen um mich herum, Ich schau zurück auf die Wiese, erblicke meine Narben und die frischen Wunden, federartig tropfen Tränen auf meine Arme, mein Blick gleitet zum Skalpell, es liegt neben mir, noch einmal atme ich die frische Sommerluft ein, ich ergreife das Messer und setze es an... ...ich wollte nicht und werde niemals sein... langsam und fest ziehe ich einen roten Strich über meine Pulsadern, das Blut, es rinnt meinen Arm hinunter, es tropft und bahnt sich somit seinen Weg auf den Boden... Das Gras und die Blumen, alles färbt sich rot, langsam wird mir schwindelig und ich erkenne immer weniger, das letzte was ich wahrnehme sind blutrote Blumen, sie blühen blutrot... Vor meine Augen wird alles schwarz, stille, ich vermag nichts mehr zu hören... Unerwartet öffne ich meine Augen, jemand streckt die Hand zu mir aus, zögernd ergreife ich sie. Mich durchfährt ein Gefühl, es ist ganz so als ob die leere in mir gefüllt wird... Ich sehe hinunter und bemerke das ich fliege unten auf der Wiese liegt mein lebloser Körper. Ich sehe zu den Wesen das meine Hand hält, es ist ein Engel auf Todesschwingen... Es lächelt mich an, zieht mich hinauf, immer höher, den Himmel entgegen... ich fühle mich frei, so frei und wunderbar, doch was ist das? die einst so friedlich wirkenden Wolken färben sich grau, Unwetter wird heraufbeschworen... Die Wolken spalten sich und aus der Wolkenkluft zischt ein strahlend heller Blitz. Meine Begleiterin verzerrt ihr Gesicht, sie flüstert leise: „Gott will dich noch nicht...“ Sie lässt mich los, lässt mich fallen und ich stürze, tiefer und immer tiefer, des Engels Tränen begleiten mich auf die Erde zurück.... Ich gleite wieder in meinen Körper, alles wird schwarz, dann verschwommen, alles läuft Rückwärts, in Zeitlupe.... Und dann sitze ich wieder dort, auf der Wiese, zwischen den aufgeblühten Blumen... Die Sonne strahlt auf mich hinab, ich halte das Skalpell in meiner Hand, noch immer angesetzt zum Schnitt, kein Blut, kein Engel, kein Tod... seufzend lege ich das Skalpell beiseite, lasse mich auf das Gras fallen und genieße die warme Sommerprise... |
| Mahsheed | [color=000000]..... . [/color] [center][size=3][font=Garamond][color=#BC8F8F] Dylan Thomas Übersetzung Erich Fried [B]Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben[/B] Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben. Die nackten Toten die sollen eins Mit dem Mann im Wind und im Westmond sein; Blankbeinig und bar des blanken Gebeins Ruht ihr Arm und ihr Fuß auf Sternenlicht. Wenn sie irr werden solln sie die Wahrheit sehn, Wenn sie sinken ins Meer solln sie auferstehn. Wenn die Liebenden fallen - die Liebe fällt nicht; Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben. Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben. Die da liegen in Wassergewinden im Meer Sollen nicht sterben windig und leer; Nicht brechen die die ans Rad man flicht, Die sich winden in Foltern, deren Sehnen man zerrt: Ob der Glaube auch splittert in ihrer Hand Und ob sie das Einhorn des Bösen durchbrennt, Aller Enden zerspellt, sie zerreißen nicht; Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben. Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben. Keine Möwe mehr darf ins Ohr ihnen schrein Keine Woge laut an der Küste versprühn; Wo Blumen blühten darf sich keine mehr regen Und heben den Kopf zu des Regens Schlägen; Doch ob sie auch toll sind und tot wie Stein, Ihr Kopf wird der blühende Steinbrech sein, Der bricht auf in der Sonne bis die Sonne zerbricht, Und dem Tod soll kein Reich mehr bleiben. [/size][/center][/font][/color] [color=000000]. ... [/color] |
| STERNENTOD | selbstmord dumpfer aufschlag auf beton,splitternde knochen,ein aufgeplatztes gehirn.blutüberströmt die graue wand.wiederhallend noch der aufschlag.zischend sauste er vorbei,als er stürzte aus dem dreizehnten,um zu zeigen,wie er sich fühlt. keinem hat es interessiert und auch jetzt,wo sie stehend,herbeigeeilt durch ihre geilheit den tod zu sehen,über den leichnam gebeugt,ist es ihnen nicht bewußt,daß sie alle mörder sind. MANTUS-wir warten auf den tod |
| Mahsheed | [list][font=garamond][size=3][color=#D2B48C] [B][url]http://www.wienerzeitung.at/frameless/lexikon.htm?ID=13904[/url][/B] Was tun mit Dichterleichen? [...] Die Literatengeschichte kennt fast jede Variante. Da gibt es die, die einsam starben, in einem Massengrab begraben, später transloziert und mit allem Prunk in Mausoleen beigesetzt wurden. Andererseits nahm man missliebig gewordenen Poeten die schöne letzte Ruhestätte wieder weg. Exildichter kehrten oft erst als Leichen ins Vaterland zurück, wie schon [B]Terenz[/B] und [B]Vergil[/B], die beide auf einer GriechenlandReise starben. Selbstverständlich existieren viele noble, schöne Dichter-Gräber: Der Wiener Zentralfriedhof beherbergt von [B]Peter Altenberg[/B], [B]Ludwig Anzengruber[/B] über[B] Egon Friedell, Karl Kraus, Johann Nestroy, Arthur Schnitzler[/B] und [B]Friedrich Torberg[/B] bis [B]Franz Werfel[/B] und [B]Anton Wildgans[/B] einige, die uns lieb und teuer sind; [B]Konrad Celtis[/B] liegt im Stephansdom und [B]Pietro Metastasio[/B] unter der Michaelerkirche, der Hietzinger Friedhof nahm [B]Franz Grillparzer[/B] auf, der Grinzinger [B]Heimito von Doderer[/B], der Kalksburger [B]Hugo von Hofmannsthal[/B]. Auf dem Gottesacker zu Kloster auf Hiddensee liegt unter einem Findling, das Skelett mit einer Mönchskutte bedeckt, in romantischer Umgebung [B]Gerhart Hauptmann[/B]. Die Urne mit [B]Christian Morgensterns[/B] Asche ist im anthroposophischen Goetheanum von Dornach aufgestellt. [B]Goethe[/B] selbst ruht, säuberlich mazeriert, in der Weimarer Fürstengruft, ausgesprochen repräsentativ neben [B]Schiller[/B]. Um die Schiller'sche Originalität ist es allerdings prekär bestellt, war man sich doch bei der Überführung aus dem mehrfach belegten Kassengewölbe in die Fürstengruft nicht sicher, ob man wirklich alle Dichter-Gebeine gefunden hatte. Das Grab mit der schönsten Aussicht besitzt [B]Gabriele d'Annunzio[/B]. Der Marmorsarkophag steht seit 1938 auf einer tempelartig ausgebauten Anhöhe mit Blick über den Gardasee. Die "Vittoriale" genannte Dichterstätte ist Ziel zahlreicher Touristen, die in den Andenkenbuden gerne auch ein Mussolini-Figürchen kaufen. Eines der größten deutschen Einzelmonumente dürfte [B]Detlev von Liliencron[/B] gehören, der sich 1909 bei der Wiederbesichtigung französischer Schlachtfelder den Tod geholt hatte. Auf dem Friedhof Hamburg Alt-Rahlstedt ragt für ihn, bekrönt von der Verkörperung der Jugend, eine Marmorstele auf, in ihrem Sockel ist folgende Szene eingemeißelt: Mitten im Kampf beugt sich der Offizier Liliencron über einen gefallenen Soldaten und legt ihm eine Rose auf die Brust. [...] Obwohl man fast jedem Dichter irgendwo eine Gedenktafel widmete, ist von vielen kein Stäubchen Originalsubstanz mehr erhalten, etwa von [B]Hans Sachs, Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Quirinus Kuhlmann[/B] (1689 in Moskau als Ketzer verbrannt), [B]Ludwig Christoph Heinrich Hölty, Jakob Michael Reinhold Lenz, Jakob van Hoddis[/B] (1942 von den Nationalsozialisten ermordet) oder [B]Klabund[/B]. Das heißt: Klabund hatte einst ein Ehrengrab auf dem Bergfriedhof von Crossen - es wurde aber aufgelöst. [/list] [center][I]Totenlied für Klabund An Deine Bahre treten, Klabund, in langer Reih, Die Narren und Propheten, Die Tiere und Poeten, Und ich bin auch dabei. Es kommen die Hamburger Mädchen Samt Neger und Matros, Wo werden sie jetzt ihre Pfundstück Und all die Sorgen los? Es kommen die englischen Fräuleins, Wie Morcheln, ohne Kinn, Wo sollen denn die Armen jetzt Mit ihrer Unschuld hin? Es kommt am Humpelstocke Der Leierkastenmann Und fängt aus tiefster Orgelbrust Wie ein Hund zu heulen an. Es kommt der Wilhelm Fränger, Die Laute in der Hand, Aus seinen Zirkusaugen rinnt Statt Tränen blutiger Sand. Es kommen alle Vögel Und zwitschern ohne Ruh, Sie decken Dich wie junge Brut Mit flaumigen Federn zu. Es kommt ein Handwerksbursche mit rotem Augenlid, Der kritzelt auf ein Telegramm-Formular Dein schönstes Liebeslied. Es kommt auf Beinen wie ein Reh Ein dünner grauer Mann, Der stellt die Himmelsleiter Zu Deinen Füßen an. Carl Zuckmayer [/center][/I] [list]Mit dem Ehre-Erweisen ist es auch bei [B]Walter Benjamin[/B] schwierig, an den ohnehin nirgends eine Tafel erinnert. Als er in Port-Bou Selbstmord begangen hatte, kam er am 28. September 1940 in eine gemauerte Grabnische mit der Nummer 563, gekauft für fünf Jahre. Am 20. Dezember 1945 vergab man dieses Grab weiter, legte es später mit dem darunter liegenden zu einem Doppelgrab zusammen. Benjamins Knochen wanderten zu den übrigen in das Beinhaus des Friedhofs. Eine Ruhestätte Benjamins gibt es also nicht mehr. Ähnlich liegt der Fall bei [B]Else Lasker-Schüler[/B], die auf dem Ölberg in Jerusalem beerdigt wurde. Als dieser dann in jordanische Verwaltung überging, wurde an der Stelle der Gräber eine Straße gebaut, der Grabstein der Dichterin von einem Bagger beiseite geschoben. Nach dem Sechs-Tage-Krieg und der israelischen Repatriierung des Ölbergs blieb den Resten Lasker-Schülers nur ein Sammelgrab und der alte Stein an neuem Ort. [...] Zehn Jahre nach seinem Tod war die Urne mit [B]Ernst Tollers[/B] Asche immer noch beim Beerdigungsunternehmer. Der Dichter hatte sich, völlig verarmt, am 22. Mai 1939 im New Yorker Hotel "Mayflower" erhängt. Ein Bekannter, der ihm einige Tage zuvor finanzielle Hilfe verweigert hatte, bezahlte seine Entsorgung. Die Urne ließ er stehen. Als 1933 ein französischer Bauer beim Pflügen auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Loivre den Stiefel eines deutschen Soldaten fand, grub man Skelett und Erkennungsmarke von [B]Hermann Löns[/B] aus. Da ihn deutsche Erde decken sollte, ruht er seit 1935 mitten in der Lüneburger Heide. [B]Heinrich Mann[/B] starb 1950 in Santa Monica/Kalifornien, kurz bevor er auf Einladung von Wilhelm Pieck die Präsidentschaft der ostdeutschen Akademie der Künste übernehmen wollte. Die DDR ließ 1961 [..]seine sterblichen Überreste heimholen und bestattete sie auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. In Santa Monica befindet sich ebenfalls ein Heinrich-Mann-Grab, es ist leer. Nicht aus dem politischen Exil, aber aus dem Kirchenbann musste man[B] Molières[/B] Leiche befreien. Weil zwei Geistliche der zuständigen Pfarrei sich weigerten, einem wie diesem - Schauspieler waren damals automatisch exkommuniziert - die Sterbesakramente zu spenden, konnte er nicht in geweihtem Boden begraben werden. Erst als die Bitten der Witwe den Pariser Erzbischof umgestimmt hatten, war der Weg frei für die Bestattung in Saint-Eustache, doch ausdrücklich "ohne Feierlichkeit und nicht bei Tage". Das Emblem der Tapeziererzunft, aus der Molière zum Theater übergelaufen war, zierte den Sarg. Die Legende sagt, er ruhe in vier Fuß Tiefe, weil geweihte Erde nur drei Fuß tief reiche. 119 Jahren später wurde das, was man für die Knochen Molières hielt, ausgegraben und in einer Kapelle verwahrt - man konnte sich nicht entschließen, wo sie ihre endgültige Ruhestätte finden sollten. Nach weiteren 25 Jahren bekam Molière endlich ein würdevolles Grab: auf dem Friedhof Père Lachaise, an der Seite von La Fontaine. Allerdings waren die Gebeine inzwischen durch Andenkenjäger erheblich dezimiert: einer trug einen Molière-Zahn in einen Ring gefasst, ein anderer besaß einen Dichter-Wirbel mit der lateinischen Aufschrift "Molières heiliger Überrest" und Baron de Denon, Generalinspektor der Museen in Paris, verwahrte in einem Privatreliquiar nicht nur Stückchen von Heinrich des Vierten Schnurrbart und von Napoleons blutigem Sterbehemd, sondern auch Knochenfragmente von[B] La Fontaine[/B] und von Molière. Eine ähnliche Geschichte widerfuhr dann dem toten [B]Voltaire[/B]: Da ihm in Paris ein christliches Begräbnis versagt blieb, wurde er in Sellières, der Pfarrei eines Neffen, beigesetzt. Während der Französischen Revolution aber überführte man seine Gebeine ins Pantheon, konservierte sein Herz. Letzteres befindet sich bis heute in der Bibliothèque Nationale. Auch im Heroon von Mesolongion, der Begräbnisstätte der griechischen Freiheitskämpfer, liegt nur das Herz[B] Lord Byrons[/B]. [...] [B]Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Christoph Martin Wieland, Heinrich von Kleist, August Graf Platen, Richard Wagner, Josef Weinheber[/B] und [B]Arno Schmidt[/B] haben gemeinsam, dass sie in lieblichen Gärten oder Parks ruhen. Und von der letzten Ehre für [B]Max Frisch[/B] berichtet Peter von Matt in "Die tintenblauen Eidgenossen": "Es war am 22. Juni 1991, einige Monate nach dem Tod. In Berzona versammelte sich eine Schar mit Frisch befreundeter Frauen und Männer (. . .) Man saß in der einbrechenden Nacht auf langen Bänken, es wurde kräftig getrunken, mit der Zeit wurde es laut, während nebenan einige Leute an einem Feuer herumwerkelten. (. . .) Auf einmal loderte dieses Feuer mächtig auf, die Trinker verstummten (. . .) und irgendwann standen alle im Kreis um die riesigen Flammen (. . .) Aus der Finsternis tauchte der Bühnenbildner auf. Unter dem Arm trug er eine große Urne. Er trat nah ans Feuer heran, fuhr mit dem nackten Arm in den roten Krug und warf eine breite Aschenfahne in die Flammen, und noch eine, und noch eine. Andere rückten zu ihm hinüber, griffen ebenfalls in die Urne, und Wurf um Wurf, langsam, feierlich und fröhlich, wehte die Asche des Dichters erneut in das prasselnde Element (. . .) Wer das Grab von Max Frisch sucht, muß sich an die hohen Lüfte halten." [B]Robert Musils[/B] Asche wurde 1945 in einem Wald bei Genf, [B]Günther Eichs[/B] Asche 1972 auf dem Bieler See verstreut. [/list] [/size][/font][/color] |
| xtastedbloodx | Post wurde gelöscht .... |
| Salz_vamp | ich weiss nicht so recht ob das hier hin gehoert aber bitte nicht verschieben dann schon loeschen : Collective Suicide There's no place in this fucking world no place for a fragile heart like mine i can't hide my insecurity when madness comes around i will wake you up at night prepare for collective suicide i can take you to the moon salvation will come soon and i am not afraid to die as long as there will be you and i i will wake you up at night prepare for collective suicide you always try to cross me in the own direction tell me how can you be sure as long as i feel insecure |
| dyonor | Bertolt Brecht Vom ertrunkenen Mädchen 1 Als sie ertrunken war und hinunterschwamm Von den Bächen in die größeren Flüsse Schien der Opal des Himmels sehr wundersam Als ob er die Leiche begütigen müsse. 2 Tang und Algen hielten sich an ihr ein So daß sie langsam viel schwerer ward. Kühl die Fische schwamen an ihrem Bein Pflanzen und Tiere beschwerten noch ihre letzte Fahrt. 3 Und der Himmel ward abends dunkel wie Rauch Und hielt nachts mit den Sternen das Licht in Schwebe. Aber früh ward er hell, daß es auch Noch für sie Morgen und Abend gebe. 4 Als ihr bleicher Leib im Wasser verfaulet war Geschah es (sehr langsam), daß Gott sie allmählich vergaß. Erst ihr Gesicht, dann die Hände und ganz zuletzt erst ihr Haar. Dann ward sie Aas in Flüssen mit vielem Aas. |
| dyonor | Seht! welche Galanacht Inmitten dieser öden Zeit! Ein Engelchor in düstrer Tracht Und einem Meer von Traurigkeit Sitzt im Theater und beschaut Ein Drama voller Freud und Leid, Dieweil aus dem Orchester braut Gesang der Ewigkeit. Mimen, geformt nach Gottes Bild, Wispern und lisperln leis Und flüchten hierhin, dorthin wild Wie Puppen, zuckend auf Geheiß, Von Schemen wüst und ungestalt In einem tollen Zauberkreis, Aus deren Kondorflügeln wallt Schmerz siedend-heiß. Seid sicher, daß vom wirren Spiel Vergessen wird kein Wort - Mit seinem Geschöpf, das ohne Ziel Gejagt wird fort und fort Im Reigen, welcher in Geduld Stets kehrt zum alten Ort - Mit Wahnsinn viel und dunkler Schuld Und gräßlichem Seelenmord. Doch seht, aus leerem Hintergrund Ein Schatten schiebt sich zuletzt, Ein blutrot Ding, das dem wirbelnden Rund Sich ringelt näher jetzt. Fürwahr, die Mimen munden ihm gut, Die ärmsten, in Ängsten gehetzt - Und die Engel weinen, weil Menschenblut Des Wurmes Lefzen benetzt. Aus - aus die Lichter all - aus! Und über die wimmelnde Welt Der Vorhang mit Sturmesgebraus Schwarz wie ein Bahrtuch fällt. Die Engel, sie ziehn sich zurück Mit Mienen, bleich und entstellt: »Der Mensch« heißt das traurige Stück, »Eroberer Wurm« sein Held. Edgar Allan Poe, aus „Ligeia" (Nachdichtung: Günther Steinig) |
| dyonor | Friedrich Hölderlin Der Kirchhof Du stiller Ort, der grünt mit jungem Grase, Da liegen Mann und Frau, und Kreuze stehn, Wohin hinaus geleitet Freunde gehn, Wo Fenster sind glänzend mit hellem Glase. Wenn glänzt an dir des Himmels hohe Leuchte Des Mittags, wann der Frühling dort oft weilt, Wenn geistige Wolke dort, die graue, feuchte, Wenn sanft der Tag vorbei mit Schönheit eilt! Wie still ists nicht an jener grauen Mauer, Wo drüber her ein Baum mit Früchten hängt; Mit schwarzen tauigen, und Laub voll Trauer, Die Früchte aber sind sehr schön gedrängt. Dort in der Kirch ist eine dunkle Stille Und der Altar ist auch in dieser Nacht geringe, Noch sind darin einige schöne Dinge, Im Sommer aber singt auf Feldern manche Grille. Wenn einer dort Reden des Pfarrherrn hört, Indes die Schar der Freunde steht daneben, Die mit dem Toten sind, welch eignes Leben Und welcher Geist, und fromm sein ungestört. ----------------------------------------- aus dem alterswerk - da war F. schon "wahnsinnig". um die gedichte, die in dieser zeit entstanden sind, beneiden ihn im stillen wohl so manche ... |
| Mell | "Das Lied vom traurigen Sonntag" Trauriger Sonntag, dein Abend ist nicht mehr weit Mit schwarzen Schatten teil ich meine Einsamkeit Schließ ich die Augen, dann seh ich sie hundertfach Ich kann nicht schlafen, und sie werden nie mehr wach Ich seh‘ Gestalten ziehn im Zigarettenrauch Lasst mich nicht hier, sagt den Engeln ich komme auch Trauriger Sonntag Einsame Sonntage hab ich zuviel verbracht Heut mach ich mich auf den Weg in die lange Nacht Bald brennen Kerzen und Rauch macht die Augen feucht Weint doch nicht, Freunde, denn endlich fühl ich mich leicht Der letzte Atemzug bringt mich für immer heim Im Reich der Schatten werd‘ ich geborgen sein. Trauriger Sonntag |
| dyonor | Rainer Maria Rilke In der Vorstadt Die Alte oben mit dem heisern Husten, ja, die ist tot. - Wer war sie? - Du mein Gott, sie gab uns nichts, - ihr gab man Hohn und Spott ... Kaum, daß die Leute ihren Namen wußten. Und unten stand der schwarze Kastenwagen. Die letzte Klasse; als der Totenschrein sich spreizte, stieß man fluchend ihn hinein, und dann ward rauh die Türe zugeschlagen. Der Kutscher hieb in seine magern Mähren und fuhr im Trab so leicht zum Friedhof hin, als wenn da nicht ein ganzes Leben drin voll Weh und Glück - und tote Träume wären. |
| dyonor | Fjodor Sologub: O smert', ja tvoj ... Fjodor Sologub: Dein bin ich, Tod ... Dein bin ich, Tod! Und nirgends lasse von deinem Bilde ich und hasse allorts der Erde Gaukelspiel. In Fremdes sind die Menschenwonnen, Kampf, Fest, Geschäfte, mir zerronnen, in Erdenstaub dies Lärm-Gewühl. Mag deine falsche Schwester Leben ihr armes, scheues Lügen weben - von aller Macht entkleid ich sie. Ich, von Mysterien umschlungen, von deiner Schönheit ganz durchdrungen, ich beuge vor ihr nicht das Knie. Ich, der den Glanz des Festes meidet, wo in den Hochmutsfeuern leidet der Schlafes-Augen Traumgestalt; da doch auf meine schon gefallen, noch mehr als klar, als rein-kristallen, deine, des Todes, Träne kalt. ------------------------------------ (die nachdichtung ist von mir) |
| Ishvara | Rainer Maria Rilke Schlußstück Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen lachenden Mundes. Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen mitten in uns. |
| Efeu | Falls dieses Gedicht nicht hier hinein passen sollte verzeiht ,dann löscht oder verschiebt es bitte . Sprich aus der Ferne Heimliche Welt, Die sich so gerne Zu mir gesellt! Wenn das Abendrot niedergesunken, Keine freudige Farbe mehr spricht, Und die Kränze still leuchtender Funken Die Nacht um die schattichte Stirne flicht: Wehet der Sterne Heiliger Sinn Leis durch die Ferne Bis zu mir hin. Wenn des Mondes still lindernde Tränen Lösen die Nächte verborgenes Weh; Dann wehet Friede. In goldenen Kähnen Schiffen die Geister im himmlischen See. Glänzende Lieder Klingender Lauf Ringelt sich nieder, Wallet hinauf. Wenn der Mitternacht heiliges Grauen Bang durch die dunklen Wälder hinschleicht Und die Büsche gar wundersam schauen, Alles sich finster, tiefsinnig bezeugt: Wandelt im Dunkeln Freundliches Spiel, Still Lichter funkeln, Schimmerndes Ziel, Alles ist freundlich wohlwollend verbunden, Bietet sich tröstend und trauernd die Hand, Sind durch die Nächte die Lichter gewunden, Alles ist ewig im Innern verwandt. Sprich aus der Ferne, Heimliche Welt, Die sich so gerne Zu mir gesellt. Clemens Brentano |
| Morag of Nimes | Requiescat Tread lightly, she is near Under the snow Speak gently, she can hear The daisies grow. All her bright golden hair Tarnished with rust, She taht was young and fair Fallen to dust. Lily - like, white as snow She hardly knew She was a woman, so Sweetly she grew. Coffin - board, heavy stone, Lie on her breast, I vex my heart alone, She is at rest. Peace, peace, she cannot hear Lyre or sonnet, All my life's buried here, Heap earth upon it. [Oscar Wilde] |
| Ishvara | Weltende Es liegt ein Weinen in der Welt, Als ob der Liebe Gott gestorben wär, Und der bleierne Schatten, der niederfällt, Lastet grabesschwer. Komm, wir wollen uns näher verbergen... Das Leben liegt in aller Herzen Wie in Särgen. Du! wir wollen uns tief küssen - Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, An der wir sterben müssen. Else Lasker-Schüler |
| Ishvara | August Stramm - Vernichtung Die Himmel wehen Blut marschiert Marschiert Auf Tausend Füßen. Die Himmel wehen Blut zerstürmt Zerstürmt Auf Tausend Schneiden. Die Himmel wehen Blut zerrinnt Zerrinnt In Tausend Fäden. Die Himmel wehen Blut zersiegt Zersiegt In Tausend Scharten. Die Himmel wehen Blut zerschläft Zerschläft Zu Tausend Toden. Die Himmel wehen Tod zerwebt Zerwebt Zu Tausend Füßen. |
| Passion Noire | für all diejenigen, die mit dem gefühl vertraut sind oder (nicht) sein wollen... Erfroren Allein in einem dunklen Raum träumst du deinen Traum. Den Traum, den du schon immer geträumt hast, und der doch nie wahr wurde. Alles liegt noch vor dir, doch du glaubst es ist vorbei Hast mit allem abgeschlossen, selbst deine Seele verfliegt... So leicht wie du selbst Du kannst nicht glauben, dass es noch einmal soweit kommen konnte... Doch es ist zu Spät Du kannst nichts mehr tun, auch wenn du es so sehr willst... Du spürst wie die Kälte dich packt, alles an dir erfriert Das Feuer tief in dir erlischt Du versuchst zu fliehen mit ganzer Kraft, doch du schaffst es nicht Sie kriecht in dich hinein Bis in den Abgrund all deines Daseins Und frisst dich auf So schnell, dass du es kaum mehr spürst Du wolltest sie nicht noch einmal spüren, doch du warst zu schwach, zu schwach um dich zu wehren... in ehrerbietung Passion |
| black cherie | Tränen der Nacht Ewig liegst du wach, die Gedanken verschwommen die Seele ganz benommen das Gefühl der Nacht. Dein Atem wird flach es ergreift deine Seele und drückt deine Kehle die Angst vor dir selber erwacht. Du versuchst dich zu sträuben du wirst es ewig bereuen doch Schreie in dir sie verlangen zu viel. Es überkommt dich die innere Macht die Sinne zerfließen und es muss sprießen bis du erwachst. Die Tränen der Nacht, sie sind aus Blut gemacht! |
| Lady_Deliah | [B]Todesboten[/B] Der Körper kaputt, die Seele krank, mein Herz im Meer von Tränen ertrank, der Schmerz zerfrisst meinen Verstand, treib im Sumpf des Wahnsinns,ohne Land, die Dunkelheit gibt mich nicht frei, will,dass ich immer bei ihr sei, meine Seele wird mehr und mehr verrückt, der Tod schon seine Messer zückt, doch noch kann ich ihm entfliehen, mutig meine Runden ziehen, lebe genüßlich Tag für Tag, solang ich noch leben vermag, das Licht meiner Kerze ist fast verbrannt, der Lebensfaden schon gespannt, das Schicksal hat schon die Schere in der Hand, das ist im Jenseits längst bekannt, ich hab schon einen Platze dort, und Stimmen rufen mich hinfort, Doch noch kann...und will ich noch nicht hin, vertröste den Todesengel bis dahin, wenn mich die Krankheit hat zerstört, mir kein einziger Gedanke mehr gehört, meine Seele gebrochen ist, da sie ihre Liebsten misst, ihre Liebsten,sie sind da, doch die Erinnerungen werden rah, wenn alle Erinnerungen gestohlen, kommt mich der Todesengel holen! (mein eigenes Werk) |
| Pelloquin | [font=times new roman][size=3]"Um die Piazza del Plebiscito liegen die Katakomben von Neapel - die Menschen leben über den Gräbern. Die Neapolitaner betreiben einen richtigen Kult mit den Schädeln, die sie aus den Katakomben stehlen. Alle möglichen Dinge werden mit ihnen ausgehandelt - die Neapolitaner nennen sie [i]Capuzzelle[/i] ('kleine Köpfchen'): Sie sollen bewirken, dass einer gut nach Hause kommt oder dass einer sein Abitur besteht, dass der Ehemann zurückkehrt und und und. Selbst ein Lottospiel mit Schädeln gibt es. Zuerst habe ich in Neapel den Friedhof 'La Fontanelle' besucht. Es sind Katakomben. Dieser Ort kam mir vor wie eine immense Bibliothek. Da gibt es die Armknochen und die Beinknochen, den Kopf - den Mittelteil des Körpers bewahren sie nicht auf -, und diese säuberlich sortierten Gebeine lagern auf Gestellen in riesigen Hallen. Da dachte ich bei mir, warum sollte man nicht einige dieser Seelen sozusagen befreien? Ich habe Schädel in Eisen gießen lassen, die dann wie kleine Gelehrte aus den Pflastersteinen herausschauten. Sie haben ihre ganz eigene Konversation betrieben." - [url="http://de.wikipedia.org/wiki/Rebecca_Horn"]Rebecca Horn[/url][/size][/font] [size=1](Quelle: [url="http://www.dumag.ch/heft.php"][/url])[/size] |
| ablackangelwith | Nice textes, only I understand a part of it. But that's not my point. Lost my grandad this year and now somebody out of Berlin is doing everything to destroy my ex boyfriend. After 3 heart failures, she is still going on with destroying him emotionally. So bad that he is back in the hospital with heart problems. Knowing that she admitted that she is the cause and what the risks are.:( |
| jasmine | „Also, was du tun musst, ist dir eine Pistole vorzustellen und sie auf den Kopf des inneren Kindes zu richten, und dann sagst du deinem Gewissen: ‚Halt die Schnauze, du arsch, oder das Kind kriegt es!!’ |
| Pelloquin | [font=times new roman][size=3]Seit tausenden von Jahren umarmt sich ein Paar, das Archäologen in einem Grab in Italien entdeckt haben. Die Experten schätzen, dass die beiden vor 5.000 bis 6.000 Jahren bestattet wurden. "Es ist ein außergewöhnlicher Fall", sagte Elena Menotti, die die Ausgrabungen nahe der norditalienischen Stadt Mantua leitet. "Es sind keine Doppelbegräbnisse aus der Jungsteinzeit bekannt - schon gar nicht solche mit zwei sich umarmenden Personen. Und diese umarmen sich wirklich." Bei den beiden handle es sich wahrscheinlich um einen Mann und eine Frau, dies müsse jedoch noch wissenschaftlich bestätigt werden. Menotti geht davon aus, dass die beiden jung verstarben. Darauf deuteten das noch fast vollständige Gebiss und die geringe Abnutzung der Zähne. Als sie das Grab entdeckten, seien die Archäologen vollkommen außer sich geraten, berichtete Menotti. "Ich mache diesen Job seit 25 Jahren. Ich habe Ausgrabungen in Pompeji, an allen wichtigen Stätten der Welt gemacht. Aber ich war niemals so bewegt, denn dieser Fund ist wirklich etwas besonders." Untersuchungen sollen nun darüber Aufschluss geben, wie alt die beiden wurden und wann man sie genau bestattete.[/size][/font] [size=1](Quelle: [url]http://www.n-tv.de/763212.html[/url])[/size] [center][img]http://www.epochtimes.de/pics/2007/02/07/l/2007-02-07-l--20070207150139_ITALY_PREHISTORIC_LOVE_MAN101.jpg[/img][/center] [center][img]http://www.epochtimes.de/pics/2007/02/07/l/2007-02-07-l--20070207170724_ITALY_PREHISTORIC_LOVE_MAN103.jpg[/img][/center] [color=black]...[/color] |
| schwarzesonne13 | wenn das gedicht nicht in diesen garten hineinpasst so löscht es bitte.... Regen..... In dunkler nacht regnet es, den es sind unsere Tränen... Tränen unserer Seelen, wir werden uns nie griegen... und doch ist unser zusammensein ein bittersüsser rausch... und doch gibt es einen weg... durch raum und zeit , ist der tod uns der garant... und ich weis, dann erst werden wir zusammen sein |
| Demon17 | [b]Christian Hofmann von Hofmannswaldau (1616-1679) Verzweifflungs-gedichte.[/b] Die augen schloß ich traurig zu / Die hände deckten meine stirne / Ich war entblöst von lust und ruh / Der kummer füllte das gehirne / Bald wacht ich auff / bald schlieff ich ein / Bald wolt ich tod und asche seyn / Bald wünscht ich weit von hier zu leben; Und daß ja nichts sey unbekannt / So hat die thorheit meiner hand Papier und feder übergeben. Auff auff mein sinn und du mein fuß / Ich kan nicht länger hier verziehen / Mein warten bringet mir verdruß / Ich wünsche von der welt zu fliehen. Ich spey auff scepter und auff gold / Man sey mir feind / man sey mir hold / Es soll mich beydes gleich erquicken; Die liebe / so uns närrisch macht / Und uns bezwingt mit dicker nacht / Soll mir nicht den compaß verrücken. Ich lache / wenn ich überhin Mein tummes leben überlege / Und diß worauff ich kommen bin / In den gedancken recht erwege / Mir zittern beydes marck und bein / Die stirne wird wie eyß und stein / [b]Es will geblüt und geist erstarren; Genug geirrt / genug geklagt / Den irrthum hat die zeit verjagt / Ich will nicht länger hier verharren.[/b] Ich eil in eine weisse grufft / Die keine sonne hat berühret / Und da die eingesperrte lufft Uns zeitlich zu dem tode führet / Der schlangen gifft und drachen rauch / Der fülle nase / brust und bauch / Und endlich meinen geist vertreibe / Auff daß die ausgedorrte brust Als eine recht bestimmte kost Für junger drachen zähne bleibe. Und werd ich ja nicht hingericht / Durch schlangengifft / geschickt zu tödten / Will keine drachen-mutter nicht Mir freundlich seyn in meinen nöthen / So lauff ich in das heisse land / In welchem der entbrandte sand Nichts als die löwen will ernähren / Die werden endlich meine noth (Denn nichts begehr ich als den todt) Und auch zugleich mein fleisch verzehren. Und will mir weder gifft noch zahn Die seele von dem leibe scheiden / Ist nichts so mich verzehren kan / So mag ich doch nicht ferner leiden: Es soll mir diese schwache hand Seyn wider meine brust gewand / Sie soll den schnöden leib durchstechen; Hat mich das faule blut geplagt / Und in viel grosse noth gejagt / So bin ich fertig mich zu rächen. Die haare gehn den bergen zu / Wenn ich erwege dieses leben / Bey welchem fröligkeit und ruh Verschworen hat mir platz zu geben. Ich bin ein todter der da geht / Ein aas so auff den füssen steht / Und ein verfaulter ohne bahre / Ein brand von böser brunst gemacht / Ein scheusal / dessen jeder lacht / Ein enger kram verachter wahre. Und daß die feder nicht zu viel Von meinem bösen leben sage / So habe sie hiermit ihr ziel / Ich will nicht daß sie ferner klage / Mit diesem geht mein wallen an / Wohl jedem der da bleiben kan / Mein wohlseyn such ich im verderben. Ihr guten freunde / gute nacht / Der wunsch sey euch von mir vermacht / Mein leben mag mein feind ererben |
| Demon17 | [b]Georg Heim 1887-1912 Und die Hörner des Sommers verstummten...[/b] Und die Hörner des Sommers verstummten im Tode der Fluren, In das Dunkel flog Wolke auf Wolke dahin. Aber am Rande schrumpften die Wälder verloren, Wie Gefolge der Särge in Trauer vermummt. Laut sang der Sturm im Schrecken der bleichenden Felder, Er fuhr in die Pappeln und bog einen weißen Turm. Und wie der Kehricht des Windes lag in der Leere Drunten ein Dorf, aus grauen Dächern gehäuft. Aber hinaus bis unten am Grauen des Himmels Waren aus Korn des Herbstes Zelte gebaut, Unzählige Städte, doch leer und vergessen. Und niemand ging in den Gassen herum. Und es sank der Schatten der Nacht. Nur die Raben noch irrten Unter den drückenden Wolken im Regen hin, Einsam im Wind, wie im Dunkel der Schläfen Schwarze Gedanken in trostloser Stunde fliehn. |
| Sneaky | Clemens Brentano Es ist ein Schnitter, der heißt Tod, Er mäht das Korn, wenn’s Gott gebot; Schon wetzt er die Sense, Daß schneidend sie glänze, Bald wird er dich schneiden, Du mußt es nur leiden; Mußt in den Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! Was heut noch frisch und blühend steht Wird morgen schon hinweggemäht, Ihr edlen Narzissen, Ihr süßen Melissen, Ihr sehnenden Winden, Ihr Leid-Hyazinthen, Müßt in den Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! Viel hunderttausend ohne Zahl, Ihr sinket durch der Sense Stahl, Weh Rosen, weh Lilien, Weh krause Basilien! Selbst euch Kaiserkronen Wird er nicht verschonen; Ihr müßt zum Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! Du himmelfarben Ehrenpreis, Du Träumer, Mohn, rot, gelb und weiß, Aurikeln, Ranunkeln, Und Nelken, die funkeln, Und Malven und Narden Braucht nicht lang zu warten; Müßt in den Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! Du farbentrunkner Tulpenflor, Du tausendschöner Floramor, Ihr Blutes-Verwandten, Ihr Glut-Amaranthen, Ihr Veilchen, ihr stillen, Ihr frommen Kamillen, Müßt in den Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! Du stolzer, blauer Rittersporn, Ihr Klapperrosen in dem Korn, Ihr Röslein Adonis, Ihr Siegel Salomonis, Ihr blauen Cyanen, Braucht ihn nicht zu mahnen. Müßt in den Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! Lieb Denkeli, Vergiß mein nicht, Er weiß schon, was dein Name spricht, Dich seufzerumschwirrte Brautkränzende Myrte, Selbst euch Immortellen Wird alle er fällen! Müßt in den Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! Des Frühlings Schatz und Waffensaal Ihr Kronen, Zepter ohne Zahl, Ihr Schwerter und Pfeile, Ihr Speere und Keile, Ihr Helme und Fahnen Unzähliger Ahnen, Müßt in den Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! Des Maies Brautschmuck auf der Au, Ihr Kränzlein reich von Perlentau, Ihr Herzen umschlungen, Ihr Flammen und Zungen, Ihr Händlein in Schlingen Von schimmernden Ringen, Müßt in den Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! Ihr samtnen Rosen-Miederlein, Ihr seidnen Lilien-Schleierlein, Ihr lockenden Glocken, Ihr Schräubchen und Flocken, Ihr Träubchen, ihr Becher, Ihr Häubchen, ihr Fächer, Müßt in den Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! Herz, tröste dich, schon kömmt die Zeit, Die von der Marter dich befreit, Ihr Schlangen, ihr Drachen, Ihr Zähne, ihr Rachen, Ihr Nägel, ihr Kerzen, Sinnbilder der Schmerzen, Müßt in den Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! O heimlich Weh halt dich bereit! Bald nimmt man dir dein Trostgeschmeid, Das duftende Sehnen Der Kelche voll Tränen, Das hoffende Ranken Der kranken Gedanken Muß in den Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! Ihr Bienlein ziehet aus dem Feld, Man bricht euch ab das Honigzelt, Die Bronnen der Wonnen, Die Augen, die Sonnen, Der Erdsterne Wunder, Sie sinken jetzt unter, All in den Erntekranz hinein, Hüte dich schöns Blümelein! O Stern und Blume, Geist und Kleid, Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit! Den Kranz helft mir winden, Die Garbe helft binden, Kein Blümlein darf fehlen, Jed’ Körnlein wird zählen Der Herr auf seiner Tenne rein, Hüte dich schöns Blümelein! |
| Demon17 | [B]Georg Trakl[/B] Melancholie Bläuliche Schatten. O ihr dunklen Augen, Die lang mich anschaun in Vorübergleiten. Guitarrenklänge sanft den Herbst begleiten Im Garten, aufgelöst in braunen Laugen. Des Todes ernste Düsternis bereiten Nymphische Hände, an roten Brüsten saugen Verfallne Lippen und in schwarzen Laugen Des Sonnenjünglings feuchte Locken gleiten. |
| Demon17 | [B]Georg Trakl[/B] Menschheit Menschheit vor Feuerschlünden aufgestellt, Ein Trommelwirbel, dunkler Krieger Stirnen, Schritte durch Blutnebel; schwarzes Eisen schellt, Verzweiflung, Nacht in traurigen Gehirnen: Hier Evas Schatten, Jagd und rotes Geld. Gewölk, das Licht durchbricht, das Abendmahl. Es wohnt in Brot und Wein ein sanftes Schweigen Und jene sind versammelt zwölf an Zahl. Nachts schrein im Schlaf sie unter Ölbaumzweigen; Sankt Thomas taucht die Hand ins Wundenmal. |
| Loki Crimson | Der Strick ist gedreht, die Saat ausgesät, vom Winde verweht, vom Boden verschmäht. Der Gang zum Schafott Ein endloser Trott Von allen nur Spott Es gibt keinen Gott. Ein letztes Wehren Zappelndes Begehren Stummes Beschweren - Ein letztes Tanzen - zu den ew`gen Sphären. |
| Nahimana-Amar | Doch jeder tötet, was er liebt, O dass mich jeder hört, Der eine tut`s mit bösem Blick, Ein anderer schmeichelt und betört, Der Feige tut`s mit einem kuss, Der Tapfere mit dem Schwert. -Oscar Wilde- |
| jasmine | Ein Freund ging nach Amerika Ein Freund ging nach Amerika Und schrieb mir vor einigen Lenzen: Schicke mir Rosen aus Steiermark, Ich hab' eine Braut zu bekränzen! Und als vergangen war ein Jahr, Da kam ein Brieflein gelaufen: Schicke mir Wasser aus Steiermark, Ich hab' ein Kindlein zu taufen! Und wieder ein Jahr, da wollte der Freund, Ach, noch was anderes haben: Schicke mir Erde aus Steiermark, Muss Weib und Kind begraben! Und so ersehnte der arme Mann Auf fernsten, fremden Wegen Für höchste Freud', für tiefstes Leid Des Heimatlandes Segen. [i]Peter Rosegger[/i] |
| Demon17 | Friedrich Nietzsche Oh Mensch! Gieb Acht! Eins! Oh Mensch! Gieb Acht! Zwei! Was spricht die tiefe Mitternacht? Drei! »Ich schlief, ich schlief –, Vier! »Aus tiefem Traum bin ich erwacht: – Fünf! »Die Welt ist tief, Sechs! »Und tiefer als der Tag gedacht. Sieben! »Tief ist ihr Weh –, Acht! »Lust – tiefer noch als Herzeleid: Neun! »Weh spricht: Vergeh! Zehn! »Doch alle Lust will Ewigkeit –, Elf! »– will tiefe, tiefe Ewigkeit! Zwölf! |
| Demon17 | [B]Vereinsamt[/B] Friedrich Nietzsche Die Krähen schrein Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt: Bald wird es schnein. – Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat! Nun stehst du starr, Schaust rückwärts, ach! wie lange schon! Was bist Du Narr Vor Winters in die Welt entflohn? Die Welt – ein Tor Zu tausend Wüsten stumm und kalt! Wer das verlor, Was du verlorst, macht nirgends halt. Nun stehst du bleich, Zur Winter-Wanderschaft verflucht, Dem Rauche gleich, Der stets nach kältern Himmeln sucht. Flieg, Vogel, schnarr Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! – Versteck, du Narr, Dein blutend Herz in Eis und Hohn! Die Krähen schrein Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt: Bald wird es schnein. – Weh dem, der keine Heimat hat. |
| melpomene | Wer sich für die Gattung der Totengespräche interessiert, dem sei Lukian empfohlen: [url]http://www.zeno.org/Literatur/M/Lukian/Dialoge/Totengespr%C3%A4che[/url] Oder in moderner Version z.B. E. A. Poe: THE COLLOQUY OF MONOS AND UNA. / Das Zwiegespräch zwischen Monos und Una [url]http://www.eapoe.org/works/tales/monosb.htm[/url] [url]http://www.symbolon.de/books2003/poe/zgespraech.htm[/url] THE CONVERSATION OF EIROS AND CHARMION. / Das Gespräch zwischen Eiros und Charmion [url]http://www.eapoe.org/works/tales/eirosa.htm[/url] [url]http://www.symbolon.de/books2003/poe/gespraech.htm[/url] |
| melpomene | Der Tod der Geliebten Er wußte nur vom Tod was alle wissen: daß er uns nimmt und in das Stumme stößt. Als aber sie, nicht von ihm fortgerissen, nein, leis aus seinen Augen ausgelöst, hinüberglitt zu unbekannten Schatten, und als er fühlte, daß sie drüben nun wie einen Mond ihr Mädchenlächeln hatten und ihre Weise wohlzutun: da wurden ihm die Toten so bekannt, als wäre er durch sie mit einem jeden ganz nah verwandt; er ließ die andern reden und glaubte nicht und nannte jenes Land das gutgelegene, das immersüße -. Und tastete es ab für ihre Füße. (Rainer Maria Rilke) <3 |
| Katzenschatten | Mit jedem Atemzug näher ich mich meinem Tod, las ich hier dereinst, und jetzt färbt sich der Boden blutig rot, hoffe: Du verzeihst. Ich gehe nun, verlasse Dich. Schneide tief; beende mich. |
| Demon17 | Anbei ein Vers von H.P. Lovecraft „That is not dead which can eternal lie, and with strange aeons even death may die." Frei übersetzt von Charlotte Gräfin von Klinckowstroem: „Das ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt. |