| Crysania | [i]Platz soll hier geschaffen sein, für alle Lyrik, die nicht der eigenen Feder entsprang, dennoch aber genannt und gewürdigt sein will.[/i] [size=1]nennt bitte auch immer titel und autor, danke :)[/size] |
| GabrieIIe | [color=purple][i](Das Stunden-Buch aus der Pilgerschaft – R. M. Rilke)[/i] Das ist der Vater uns. Und ich – ich soll dich Vater nennen? Das hieße tausendmal mich von dir trennen. Du bist mein Sohn. Ich werde dich erkennen, auch dann, wenn es ein Mann geworden ist, ein alter Mann. Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn, wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören, und ohne Füße kann ich zu dir gehn, und ohne Mund noch kann ich dich beschwören. Brich mir die Arme ab, ich fasse dich mit meinem Herzen wie mit meiner Hand, halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen, und wirfst du in mein Hirn den Brand, werd ich dich auf meinem Blute tragen.[/color] |
| daucus carota | einfach und dennoch ergreifend! gerhard gundermann (liedermacher & poet aus der ehem. ddr) fliegender fisch das wasser sieht von oben wien spiegel aus du starrst hinein und du erkennst mich nicht ich kommme jetzt für drei sekunden zu dir raus nur bei dir bleiben kann ich nicht halt mich nicht ich bin nurn flliegender fisch tauch ich vor dir auf zieh mich nicht zu dir rauf tu mir nicht weh und der salzigen see halt mich nicht ich bin nurn fliegender fisch wie soll ich leben in der dünnen luft die ihr verbraucht für euer marktgeschrei ihr hört ja nicht wenn einer hilfe ruft hier unten hört man meilenweit wie soll ich leben in dem weissen licht darin vertrocknet meine silberhaut hier in der dämmerung da leuchte ich es gibt kein schwarz kein weiss nur blau wie soll ich leben auf dem flachen land nur links und rechts und vorwärts und zurück der druck der tiefe und der sprung über den rand sind plus und minuspol vom glück das wasser sieht von oben wien spiegel aus du starrst hinein und siehst nur dein gesicht ich komme jetzt für drei sekunden zu dir raus nur bei dir bleiben kann ich nicht |
| tania | wenn etwas uns fortgenommen wird, womit wir tief und wunderbar zusammenhängen , so ist viel von uns selber fortgenommen. Gott aber will , das wir uns wiederfinden, reicher um alles verlorene und vermehrt um jenen unendlichen schmerz [i]Abschied, von Rainer Maria Rilke[/i] |
| ilumina | Schmerzlich ist es, dir im Traum zu begegnen: wenn ich erwache, taste ich um mich, aber meine Hand findet nichts. von Otomo no Yakamochi |
| ilumina | Wenn sich die Kraniche an meinem Teich aufrecken und mit den Flügeln schlagen, durchweht mit einem Mal der Duft der weißen Chrysanthemen den ganzen Garten. von Mutsuhito |
| ilumina | In jedem Frühling, wenn der Hauch der Goldorangenblüten mich umweht, ist mir, als spürte ich den Duft des Kleides wieder,. das die Geliebte trug in meiner Jugend. von Ariwara no Narihira |
| ilumina | So wie ich bin, werde ich auf dich warten bis mein schwarzes Haar, das seitlich herabfällt von Reif bedeckt ist. von Iwo no Hime |
| ilumina | Kamst du zu mir? Oder ging ich zu dir? Ich weiß es nicht. War es ein Traum oder wirklich? War es im Schlaf? War ich wach? von einer Priesterin des Ise-Schreins an Ariwara no Narihira |
| ilumina | Den Mond schauend, bin ich tausendfach von Wehmut erfüllt, obwohl nicht nur zu mir der Herbst gekommen ist. von Oe no Chisato |
| ilumina | Durch meine Liebe zu Dir Verlernte ich Mich vor den Augen der Welt Zu verbergen von Ariwara no Narihira |
| Daevian | . |
| Angel_in_black | Warum schmerzt es so wenn die Seele wird verletzt? Warum kann ich nicht sterben, sofort, hier und jetzt? Die Gedanken kreisen immer nur um das eine, Flucht - nur schnell weg von diesem Ort, doch mein Herz läßt es nicht zu - es will nicht fort! Ich bin gefangen, eine Geisel meiner Liebe, dabei hatt ich gehofft das alles so wie am Anfang bliebe. Wir waren so Glücklich das es schon nicht mehr zu beschreiben war, doch nun komm ich mir vor als wenn ich direkt in die Hölle fahr! Warum ist das Leben nur so grausam zu mir, ich wollte doch nur Glücklich sein mit Dir! Die Tränen fließen auch wenn sie es nicht sollen, oh liebendes Herz warum tust Du nur so weh? (von Myst) |
| lizard | Erich Kästner: Kurt Schmidt, statt einer Ballade (siehe sig) |
| anima nata lacrimans | [i][SIZE=1]Gottfried Benn: Wer Allein Ist[/SIZE] Wer allein ist, ist auch im Geheimnis, immer steht er in der Bilder Flut, ihrer Zeugung, ihrer Keimnis, selbst die Schatten tragen ihre Glut. Trächtig ist er jeder Schichtung denkerisch erfüllt und aufgespart, mächtig ist er der Vernichtung allem Menschlichen, das nährt und paart. Ohne Rührung sieht er, wie die Erde eine andere ward, als ihm begann, nicht mehr Stirb und nicht mehr Werde: formstill sieht ihn die Vollendung an. [/i] |
| ninijel | Mondnacht Es war als hätt' der Himmel Die Erde still geküsst, Dass sie im Blütenschimmer Von ihm nun träumen müsst. Die Luft ging durch die Felder, Die Ähren wogten sacht, Es rauschten leis die Wälder, So sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus. Joseph Freiherr von Eichendorff |
| anima nata lacrimans | [i][SIZE=1]Ulla Hahn: Nähe[/SIZE] Ich möchte immer nahe bei dir sein und bin dir doch niemals näher als weit von dir wenn ich mich nach dir sehne. Ich leg am Tag um mich ein dunkles Kleid mich sollen keine fremden Augen sehen. Wo du nicht bist will ich ein Schatten sein wie du ein Schatten wirst in meiner Nähe: seit ich dich liebe bin ich ganz allein.[/i] |
| anima nata lacrimans | [i][SIZE=1]Hermann Hesse: Das ist mein Leid[/SIZE] Das ist mein Leid, daß ich in allzuvielen Bemalten Masken allzugut zu spielen Und mich und andre allzugut Zu täuschen lernte. Keine leise Regung Zuckt in mir auf und keines Lieds Bewegung, In der nicht Spiel und Absicht ruht. Das muß ich meinen Jammer nennen: Mich selber so ins Innerste zu kennen, Vorwissend jedes Pulses Schlag, Daß keines Traumes unbewußte Mahnung Und keiner Lust und keines Leides Ahnung Mir mehr die Seele rühren mag. [/i] |
| anima nata lacrimans | [SIZE=1]Gottfried Benn[/SIZE] [i]Die Schale Kommst du zum letzten Male, wir waren doch so allein und rannen in eine Schale mit Bildern und Träumen ein. Es war doch eben noch heute und unser Meer war die Nacht, wir waren einander die Beute, die weiße Fracht. Wir streiften uns wie zwei Rassen, zwei Völker von Anbeginn: die Stämme, die dunklen, die blassen gaben sich hin. Kommst du zum letzten Male, es war doch alles nur Spiel oder sahst du wie in die Schale Tränen und Schatten viel - Sahst du, sahst du ihr Neigen in strömen dieses Weins und dann ihr Fallen und Schweigen: die Verwandlung des Seins -? [/i] |
| Tyler Durden | Else Lasker Schüler Weltschmerz Ich, der brennende Wüstenwind, Erkaltete und nahm Gestalt an. Wo ist die Sonne, die mich auflösen kann, Oder der Blitz, der mich zerschmettern kann! Blick' nun: ein steinernes Sphinxhaupt, Zürnend zu allen Himmeln auf. Hab' an meine Glutraft geglaubt. |
| anima nata lacrimans | [i][SIZE=1]Erich Fried: Inschrift[/SIZE] Sag in was schneide ich deinen Namen? In den Himmel? Der ist zu hoch In die Wolken? Die sind zu flüchtig In den Baum der gefällt und verbrannt wird? Ins Wasser das alles fortschwemmt? In die Erde die man zertritt und in der nur die Toten liegen? Sag in was schneide ich deinen Namen? In mich und in mich und immer tiefer in mich[/i] |
| Dreamwoman | Die große Welt macht halt, vor meinen Gitterstäben. Ich sitz im sogenannten "goldenen Käfig" drin. Und draußen gibt es wildes, sinnenfrohes Leben und keiner weiß wie leer, und wie erstarrt ich bin. Der Buft von Blumen bringt die Phantasie zum Blühen: Verliebte küssen sich und rennen in den Wald. Ich weiß: ganz tief drinnen muss noch ein Funke glühen. Wie lang noch? Meiner armen Seele ist so kalt! Und jeder denkt von mir: Ich müsst dem Schicksal danken. Ich bin doch wohlbehütet: Nie bin ich allein. Wer sieht denn hinter meinem Lächeln die Gedanken? Nichts fehlt mir - außer was man braucht zum Glücksichsein. Max Böhm |
| CruelAngel | In wenig Stunden Hat Gott das Rechte gefunden. Wer Gott vertraut, Ist schon auferbaut. Sogar dies Wort hat nicht gelogen: Wen Gott betriegt, der ist wohl betrogen. Das Unser Vater, ein schön Gebet, Es dient und hilft in allen Nöten; Wenn einer auch Vater Unser fleht, In Gottes Namen, laß ihn beten. Ich wandle auf weiter, bunter Flur, Ursprünglicher Natur; Ein holder Born, in welchem ich bade, Ist Überlieferung, ist Gnade. Was wär ein Gott, der nur von außen stieße, Im Kreis das All am Finger laufen ließe! Ihm ziemt's, die Welt im Innern zu bewegen, Natur in Sich, Sich in Natur zu hegen, So daß, was in Ihm lebt und webt und ist, Nie Seine Kraft, nie Seinen Geist vermißt Im Innern ist ein Universum auch; Daher der Völker löblicher Gebrauch, Daß jeglicher das Beste, was er kennt, Er Gott, ja seinen Gott benennt, Ihm Himmel und Erden übergibt, Ihn fürchtet und wo möglich liebt. Wie? Wann? und Wo? - Die Götter bleiben stumm! Du halte dich ans Weil, und frage nicht: Warum? Willst du ins Unendliche schreiten, Geh nur im Endlichen nach allen Seiten. Willst du dich am Ganzen erquicken, So mußt du das Ganze im Kleinsten erblicken. Aus tiefem Gemüt, aus der Mutter Schoß Will manches dem Tage entgegen; Doch soll das Kleine je werden groß, So muß es sich rühren und regen. Da, wo das Wasser sich entzweit Wird zuerst Lebendigs befreit. Und wird das Wasser sich entfalten, Sogleich wird sich's lebendig gestalten; Da wälzen sich Tiere, sie trocknen zum Flor, Und Pflanzengezweige, sie dringen hervor. Durchsichtig erscheint die Luft so rein Und trägt im Busen Stahl und Stein. Entzündet werden sie sich begegnen; Da wird's Metall und Steine regnen. Denn was das Feuer lebendig erfaßt, Bleibt nicht mehr Unform und Erdenlast. Verflüchtigt wird es und unsichtbar, Eilt hinauf, wo erst sein Anfang war. Und so kommt wieder zur Erde herab, Dem die Erde den Ursprung gab. Gleicherweise sind wir auch gezüchtigt, Einmal gefestet, einmal verflüchtigt. Und wer durch alle die Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde rennte, Der wird zuletzt sich Überzeugen, Er sei kein Wesen ihresgleichen. »Was will die Nadel nach Norden gekehrt?« Sich selbst zu finden, es ist ihr verwehrt. Die endliche Ruhe wird nur verspürt, Sobald der Pol den Pol berührt. Drum danket Gott, ihr Söhne der Zeit, Daß er die Pole für ewig entzweit. »Magnetes Geheimnis, erkläre mir das!« Kein größer Geheimnis als Lieb und Haß. Wirst du deinesgleichen kennenlernen, o wirst du dich gleich wieder entfernen. »Warum tanzen Bübchen mit Mädchen so gern?« Ungleich dem Gleichen bleibet nicht fern. Dagegen die Bauern in der Schenke Prügeln sich gleich mit den Beinen der Bänke. Der Amtmann schnell das Übel stillt, Weil er nicht für ihresgleichen gilt. Soll dein Kompaß dich richtig leiten, Hüte dich vor Magnetstein', die dich begleiten. Verdoppelte sich der Sterne Schein, Das All wird ewig finster sein. »Und was sich zwischen beide stellt?« Dein Auge, so wie die Körperwelt. An der Finsternis zusammengeschrunden, Wird dein Auge vom Licht entbunden. Schwarz und Weiß, eine Totenschau, Vermischt ein niederträchtig Grau. Will Licht einem Körper sich vermählen, Es wird den ganz durchsicht'gen wählen. Du aber halte dich mit Liebe An das Durchscheinende, das Trübe. Denn steht das Trübste vor der Sonne, Da siehst die herrlichste Purpurwonne. Und will das Licht sich dem Trübsten entwinden, So wird es glühend Rot entzünden. Und wie das Trübe verdunstet und weicht, Das Rote zum hellsten Gelb erbleicht. Ist endlich der Äther rein und klar, Ist das Licht weiß, wie es anfangs war. Steht vor dem Finstern milchig Grau, Die Sonne bescheint's, da wird es Blau. Auf Bergen, in der reinsten Höhe, Tief Rötlichblau ist Himmelsnähe. Du staunest über die Königspracht, Und gleich ist sammetschwarz die Nacht. Und so bleibt auch, in ewigem Frieden, Die Finsternis vom Licht geschieden. Daß sie miteinander streiten können, Das ist eine bare Torheit zu nennen. Sie streiten mit der Körperwelt, Die sie ewig auseinander hält. Johann Wolfgang von Goethe |
| anima nata lacrimans | [i][SIZE=1]Erich Fried: Dann[/SIZE] Wenn dein Glück kein Glück mehr ist dann kann deine Lust noch Lust sein und deine Sehnsucht ist noch deine wirkliche Sehnsucht Auch deine Liebe kann noch Liebe sein beinahe noch glückliche Liebe und dein Verstehen kann wachsen Aber dann will auch deine Traurigkeit traurig sein und deine Gedanken werden mehr und mehr deine Gedanken Du bist dann wieder du und fast zu sehr bei dir Deine Würde ist deine Würde Nur dein Glück ist kein Glück mehr [/i] |
| anima nata lacrimans | [i][SIZE=1]Erich Kästner: kleines Solo[/SIZE] Einsam bist du, sehr alleine. Aus der Wanduhr tropft die Zeit. Stehst am Fenster. Starrst auf Steine. Träumst von Liebe. Glaubst an keine. Kennst das Leben. Weißt Bescheid. Einsam bist du, sehr alleine – Und am Schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit. Wünsche gehen auf die Freite. Glück ist ein verhexter Ort. Kommt dir nahe. Weicht zur Seite. Sucht vor Suchenden das Weite. Ist nie hier. Ist immer dort. Stehst am Fenster. Starrst auf Steine. Sehnsucht krallt sich in dein Kleid. Einsam bist du, sehr alleine – Und am Schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit. Schenkst dich hin. Mit Haut und Haaren. Magst nicht bleiben, wer du bist. Liebe treibt die Welt zu Paaren. Wirst getrieben. Musst erfahren, dass es nicht die Liebe ist... Bist sogar im Kuss alleine. Aus der Wanduhr tropft die Zeit. Gehst ans Fenster. Starrst auf Steine. Brauchtest Liebe. Findest keine. Träumst vom Glück. Und lebst im Leid. Einsam bist du, sehr alleine – Und am Schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit [/i] |
| GabrieIIe | [color=purple]Da hab ich viel blasse Leichen Beschworen mit Wortesmacht; Die wollen nun nicht mehr weichen Zurück in die alte Nacht. Das zähmende Sprüchlein vom Meister Vergaß ich vor Schauer und Graus; Nun ziehn die eignen Geister Mich selber ins neblichte Haus. Laßt ab, ihr finstern Dämonen! Laßt ab, und drängt mich nicht! Noch manche Freude mag wohnen Hier oben im Rosenlicht. Ich muß ja immer streben Nach der Blume wunderhold; Was bedeutet' mein ganzes Leben, Wenn ich sie nicht lieben sollt? Ich möcht sie nur einmal umfangen Und pressen ans glühende Herz! Nur einmal auf Lippen und Wangen Küssen den seligsten Schmerz! Nur einmal aus ihrem Munde Möcht ich hören ein liebendes Wort - Alsdann wollt ich folgen zur Stunde Euch, Geister, zum finsteren Ort. Die Geister habens vernommen, Und nicken schauerlich. Feins Liebchen, nun bin ich gekommen; Feins Liebchen, liebst du mich? aus [i]Junge Leiden – Traumbilder[/i] (Heinrich Heine) [/color] |
| Hoffnung | [I]Sonne, Mond und Sterne ich habe heut nacht auf die sterne geschossen nun kann ich sagen, ich hab gut getroffen viele lichter sind schon verschwunden kaum eines hatte es schmerzlos verwunden ich habe danach noch den mond umgebracht die dunkelheit bewies meine schreckliche macht kein mann im mond sieht nun lächelnd herab nun leuchtet nichts mehr aus seinem grab voll ungeduld wartete ich nun auf den tag war gespannt darauf, was die sonne nun sagt hab mich rachsüchtig drohend unter ihr aufgebaut und gefragt: und du? hast du nicht auch zugeschaut? (Alina Jeremin)[/I] |
| Hoffnung | [I]Der Panther Sein Blick ist vom vorrübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt. Sein weicher Gang geschmeidig starker Schritte der sich im allerkleinsten Kreise dreht. Ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte in der gebeugt ein großer Wille steht Nur manchmal hebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf dann geht ein Bild hinein. Geht durch der Glieder angespannter Stille und hört im Herzen auf zu sein. [/I] R. M. Rielke |
| anima nata lacrimans | [i] [SIZE=1]Gottfried Benn: die blaue Stunde[/SIZE] 1 Ich trete in die dunkelblaue Stunde - da ist der Flur, die Kette schließt sich zu und nun im Raum ein Rot auf einem Munde und eine Schale später Rosen - du! Wir wissen beide, jene Worte, die jeder oft zu anderen sprach und trug, sind zwischen uns wie nichts und fehl am Orte: Dies ist das Ganze und der letzte Zug. Das Schweigende ist so weit vorgeschritten und füllt den Raum und denkt sich selber zu die Stunde - nichts gehofft und nichts gelitten - mit ihrer Schale später Rosen - du. 2 Dein Haupt verfließt, ist weiß und will sich hüten, indessen sammelt sich auf deinem Mund die ganze Lust, der Purpur und die Blüten aus deinem angeströmten Ahnengrund. Du bist so weiß, man denkt, du wirst zerfallen vor lauter Schnee, vor lauter Blütenlos, todweiße Rosen Glied für Glied - Korallen nur auf den Lippen, schwer und wundergroß. Du bist so weich, du gibst von etwas Kunde, von einem Glück aus Sinken und Gefahr in einer blauen, dunkelblauen Stunde und wenn sie ging, weiß keiner, ob sie war. 3 Ich frage dich, du bist doch eines andern, was trägst du mir die späten Rosen zu? Du sagst, die Träume gehn, die Stunden wandern, was ist das alles: er und ich und du? "Was sich erhebt, das will auch wieder enden, was sich erlebt - wer weiß denn das genau, die Kette schließt, man schweigt in diesen Wänden und dort die Weite, hoch und dunkelblau." [/i] |
| Icaros | Ich verfluche dich, Gott Ich verfluche dich, Gott; alter Narr in dem Flitterstand. Blutig Gespenst, einsamer Nachtwanderer, du. Du eilst durch den Himmel ohne Rast, ohne Ruh. Nach neuer Pein stets zermaterst du dir deinen Verstand. Und ich bin auch wie ein chinesischer Delinquent Bis in den Hals vergraben und habe die Hände nicht frei, Wenn die Leiden wie Ratten mich beißen, du hörst keinen Schrei, Du sollst keine Träne sehen, die über meine Wange rennt. Ich bin doch besser daran als du, alter Tyrann. Ich kann sterben. Ich geh in der Schatten Tal Im Triumph. Ich schlafe bei Lethe. Du, armseliger Mann, Bist ewig. Und ewig währt deine grause Qual. (Georg Heym) |
| Icaros | A dream within a dream Take this kiss upon the brow! And, in parting from you now, This much let me avow – You are not wrong, who deem That my days have been a dream; Yet if hope has flown away In a night, or in a day, In a vision, or in none, Is it therefore the less [I]gone[/I]? All that we see or seem Is but a dream within a dream. I stand amid the roar Of a surf-tormented shore, And I hold within my hand Grains of the golden sand – How few! yet how they creep Through my fingers to the deep, While I weep – while I weep! O God! can I not grasp Them with a tighter clasp? O God! can I not save [I]One[/I] from the pitiless wave? Is [I]all[/I] that we see or seem But a dream within a dream? (Edgar Allan Poe) |
| GabrieIIe | [COLOR=purple]Abschied Weißt, was mir träumte? Wir nahmen Abschied fürs Leben. Deine Arme umschlangen mich und deine Lippen brannten und bebten... Brannten und bebten Verheißung Einer Nacht, einer chaotischen Nacht... Irgendwo ... Irgendwann ... Vielleicht nicht einmal auf dieser Erde ... Auf einem Stern vielleicht, da Unschuld noch in innerster Freiheit nimmt und gibt wie es sie drängt. Und ich zog dich enger an mich und küßte dich inniger. Dann endlich löstest du langsam die lieben Arme und schürztest dein Haar in den strengen Knoten zurück Ich legte den Mantel dir um die Schultern. Die Tür fiel zu. Und drunten im Schnee lief eine schmale Spur magdlicher Stapfen hinaus, weit, weit in die mondhelle, einsame Nacht. [i](Christian Morgenstern)[/i][/COLOR] _________________ [COLOR=purple]ca jeveje ucialvafae anca di devena'an[/COLOR] |
| anima nata lacrimans | [FONT=times new roman][i][SIZE=1]Hermann Hesse: Bitte[/SIZE] Wenn du die kleine Hand mir gibst, Die so viel Ungesagtes sagt, Hab ich dich jemals dann gefragt, Ob du mich liebst? Ich will ja nicht, daß du mich liebst, Will nur, daß ich dich nahe weiß Und daß du manchmal stumm und leis Die Hand mir gibst. [/i][/FONT] |
| Cerywenn | Der Schutzengel Du bist der Vogel, dessen Flügel kamen, wenn ich erwachte in der Nacht und rief. Nur mit den Armen rief ich, denn dein Namen ist wie ein Abgrund, tausend Nächte tief. Du bist der Schatten, drin ich still entschlief, und jeden Traum ersinnt in mir dein Samen, - du bist das Bild, ich aber bin der Rahmen, der dich ergänzt in glänzendem Relief. Wie nenn ich dich? Sieh, meine Lippen lahmen. Du bist der Anfang, der sich groß ergießt, ich bin das langsame und bange Amen, das deine Schönheit scheu beschließt. Du hast mich oft aus dunklem Ruhn gerissen, wenn mir das Schlafen wie ein Grab erschien und wie Verlorengehen und Entfliehn, - da hobst du mich aus Herzensfinsternissen und wolltest mich auf allen Türmen hissen wie Scharlachfahnen und wie Draperien. Du: der von Wundern redet wie vom Wissen und von den Menschen wie von Melodien und von den Rosen: von Ereignissen, die flammend sich in deinem Blick vollziehn, - du Seliger, wann nennst du einmal Ihn, aus dessen siebentem und letztem Tage noch immer Glanz auf deinem Flügelschlage verloren liegt... Befiehlst du, daß ich frage? Rainer Maria Rilke Aus: Das Buch der Bilder |
| Cerywenn | Todes- Erfahrung Wir wissen nichts von diesem Hingehn, das nicht mit uns teilt. Wir haben keinen Grund, Bewunderung und Liebe oder Haß dem Tod zu zeigen, den ein Maskenmund tragischer Klage wunderlich entstellt. Noch ist die Welt voll Rollen, die wir spielen. Solang wir sorgen, ob wir auch gefielen, spielt auch der Tod, obwohl er nicht gefällt. Doch als du gingst, da brach in diese Bühne ein Streifen Wirklichkeit durch jenen Spalt durch den du hingingst: Grün wirklicher Grüne, wirklicher Sonnenschein, wirklicher Wald. Wir spielen weiter. Bang und schwer Erlerntes hersagend und Gebärden dann und wann aufhebend; aber dein von uns entferntes, aus unserm Stück entrücktes Dasein kann uns manchmal überkommen, wie ein Wissen von jener Wirklichkeit sich niedersenkend, so daß wir eine Weile hingerissen das Leben spielen, nicht an Beifall denkend. Rainer Maria Rilke 1907 |
| Cerywenn | Der Wald ist ein besonderes Wesen, von unbeschränkter Güte und Zuneigung, das keine Forderungen stellt und großzügig die Erzeugnisse seines Lebenswerks weitergibt; allen Geschöpfen bietet er Schutz und spendet Schatten selbst dem Holzfäller, der ihn zerstört. Siddharta Gautama Buddha |
| Cerywenn | Mondnacht Es war, als hätt der Himmel Die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer Von ihm nun träumen müßt. Die Luft ging durch die Felder, Die Ähren wogten sacht, Es rauschten leis die Wälder, So sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus. Joseph von Eichendorff |
| Cerywenn | Die Nacht Wie schön, hier zu verträumen Die Nacht im stillen Wald, Wenn in den dunklen Bäumen Das alte Märchen hallt. Die Berg im Mondesschimmer Wie in Gedanken stehn, Und durch verworrne Trümmer Die Quellen klagend gehn. Denn müd ging auf den Matten Die Schönheit nun zur Ruh, Es deckt mit kühlen Schatten Die Nacht das Liebchen zu. Das ist das irre Klagen In stiller Waldespracht, Die Nachtigallen schlagen Von ihr die ganze Nacht. Die Stern gehn auf und nieder - Wann kommst du, Morgenwind, Und hebst die Schatten wieder Von dem verträumten Kind? Schon rührt sichs in den Bäumen, Die Lerche weckt sie bald - So will ich treu verträumen Die Nacht im stillen Wald. Joseph von Eichendorff |
| Cerywenn | Ein Gleiches Über allen Gipfeln Ist Ruh, In allen Wipfeln Spürest du Kaum einen Hauch; Die Vögelein schweigen im Walde. Warte nur, balde Ruhest du auch. Johann Wolfgang von Goethe |
| Cerywenn | Im Schnee Wie naht das finster türmende Gewölk so schwarz und schwer! Wie jagt der Wind, der stürmende, Das Schneegestöber her! Verschwunden ist die blühende Und grüne Weltgestalt; Es eilt der Fuss, der fliehende, Im Schneefeld nass und kalt. Wohl dem, der nun zufrieden ist Und innerlich sich kennt! Dem warm ein Herz beschieden ist, Das heimlich loht und brennt! Wo, traulich sich dran schmiegend, es Die wache Seele schürt, Ein perlend, nie versiegendes Gedankenbrauwerk rührt! Gottfried Keller |
| Deadful shadows | Philosphie Vom Unbewussten zum Bewussten Von da zurück durch viele Pfade Zu dem, was unbewusst wir wussten Von dort verstoßen ohne Gnade Zum Zweifel, zur Philosophie Erreichen wir die ersten Grade, Der Ironie Sodann durch emsige Betrachtung, Durch scharfe Spiegel mannigfalt Nimmt uns zu frierender Umnachtung In grausam eiserne Gewalt Die kühle Kluft der Weltverachtung Die aber lenkt uns klug zurück Durch der Erkenntnis schmalen Spalt Zum bittersüßen Greisenglück Der Selbstverachtung (Philosphie von Hermann Hesse) |
| Deadful shadows | Ich war schon ganz nahe am Ziel Nun bin ich wieder ein Narr geworden Fange wieder von vorne an Vielleicht werde ich noch brennen und morden Wie es im Kriege die Helden getan Es war mir nicht bestimmt Etwas Ordentliches zu werden Das Leben ist schwer auf Erden Schon meine Schullehrer haben gewusst Diesem bösen Ende entgegen Lockt mich die Stimme in meiner Brust Die singt so dunkel und macht mir Lust Mich auf die Eisenbahnschienen zulegen So schlimm wie das Leben kann der Tod nicht sein Denn gar manche Leute nahmen sich das Leben Aber niemals fiel es einem Toten ein Wieder sich den Tod zu nehmen Er müsste sich ja schämen. Nein, in den Tod ging schon mancher freiwillig hinein Aber noch keiner in das Leben (Auszug aus Betrachtungen von Hermann Hesse) |
| Deadful shadows | Das Spiel des Lebens Als Heiland geboren, Das Spiel des Lebens verloren Als Teufel anerkannt Vom Licht des Tages In die einsame Nacht verbannt. Das Leid, die Qual will ich beenden, Darum muss mein Leben enden. Vom Kind der Nacht zum Engel aufgestiegen Werde ich in die Freiheit fliegen Hoch hinaus auf starken Schwingen Um es dann zu einem Ende zu bringen Ich werde über mich richten Um mich damit selbst zu vernichten. Dass, welches viele wollen, Hätte schon längst geschehen sollen. Mich tot zu wissen, Werden manche ewig genießen Meine Träume wären nie in Erfüllung gegangen Im Netz der Verdammnis war ich für ewig gefangen Ich werde leblos am Boden liegen und im Kampf Gegen die Wiedergeburt werde ich siegen. Wo bleibt der erste und einzige Kuss, Durch den ich diese Welt verlassen muss??? Er wird nie kommen, denn ich habe mir mein Leben bereits genommen! (Von wem auch immer, auf jeden Fall schön) |
| Deadful shadows | How heavy the days are How heavy the days are There´s not a fire, that can warm me Not a sun to laugh with me, Everything bare, Everything cold and merciless, And even the beloved, Clear stars look desolately down, Since I learn in my heart that love can die (Hermann Hesse) |
| tarii | [U]untitled[/U] shivering, shaking sitting here waiting for my broken dreams to mend their wounded wings and break free from myself break free from this hell and fly away from me by unknown |
| tarii | [b]A Look With the Eyes[/b] A look with the eyes Passes by my features The heart dwells in fantasy But it is nothing more than literal Strength unravels At the gaze that touches upon me If only for a second it presses But I become untame by unknown |
| tarii | [u] [b]You Break Me Down[/b] [/u] Every moment we spend together Lasts more than just a memory in time Every smile we share together Means more than what it actually seems It’s every tiny movement you make That makes my world seem better for just a second And the hugs you give replace all the sadness I had ever known in this lifetime If I could only tell you how much you mean to me Before we die and never speak again If only I had the courage to tell you All the thoughts and all the emotions I have When I am near you I want to be with you, become a part of you More than anything else I ever craved for before You have positioned yourself up against my guard And tore it down completely without even trying To find a way to break me down I feel you right now Just so close, sitting beside me You are only a touch away from being everything I had ever wanted and needed in this world I am half listening to you as you explain How the world works and how society can endure such obstacles But I am more closely concentrating on your image Engraving every part of your facial features as you speak to me And the tone of your voice… How delicate and luring at the same time Can you keep me under your spell much longer For I enjoy the taste of the feelings that I never laid much importance on Until now… Can you hold me in your grasp Because I love the way your mind overwhelms me I don’t want to miss you when you are gone It seems so much better to die together in each others arms |
| tarii | [b]Your Quiet Reverence[/b] If you cut, will you scar If you bleed, do you stain If I bend, will you break If I die, would you care Thoughts escape me as silence fills me Your quiet reverence does not pass me I stand beside you as you look straight at me And I cannot speak when you touch me like this If you cry, will you collapse If you hunger, do you devour If I scream, will you hear If I love, would you also I feel as though I'm a part of you When we walk in solemnity together We strip ourselves of our iniquities And show each other only what we can convey If you think, will you wonder If you give, do you receive If I run, will you hide If I sleep, would you dream Being your only truth is what I thirst for As we stand here face to face, I can reach into you You cause me to drift into so many parallels Whereas before I was just a particle of no one's dust If you lie, will you confess If you shield, do you protect If I stumble, will you fall If I crash, would you burn I won't die upon your knees, unless I feel your desire You might be confused by my complexity Oh, if only I had the words to reassure you of my normalcy I could provide you with your invisible cravings of everything by unknown |
| tarii | [SIZE=3][U][B]Midnight[/B] [/U][/SIZE] A setting sun going down Twilight darkens and the clouds get dimmer A velvet sky filled with stars A silent whisper of a breeze growing stronger The air gets colder and as the world moves around A bright globe rises in the air A moon that grows from crescent to full Glows in the mist of clouds Night awakens and the day ends And all is silent as the universe sleeps |
| tarii | untitled strength is overcome by weakness joy is overcome by pain the night is overcome by brightness and love - it remains the same. by tupac -------------------------------------- the rose that grew from concrete did u hear about the rose that grew from a crack in the concrete proving nature's laws wrong it learned 2 walk without having feet funny it seems but by keeping its dreams it learned 2 breath fresh air long live the rose that grew from concrete when no one else cared! by tupac |
| tarii | Sternenbilder Manche Menschen kennen die ganzen Sternenbilder. Wissen wo der große Wagen ist. Oder die Milchstraße. Ich weiß das nicht. Mir reicht es zu wissen, dass die Sterne da sind. Ganz egal, wann ich zum Himmel kucke. Du allein unter Menschenmassen Überall Krach, hektisches Treiben. Mütter schreien ihre Kinder an, Autos hupen. Ruhe scheint hier ein Fremdwort zu sein. Und ich? Ich stehe inmitten diesen Menschenmassen, strecke den Kopf in die Luft und fange an zu lachen. Liebe? Manche Menschen schauen sich lange in die Augen. Scheinen in denen des Gegenübers zu versinken. Doch der einzige Grund, warum sie dieses tun, ist, um ihr eigenes Spiegelbild in der Nachbarpupille zu bewundern. |
| tarii | Mondschein Jeden Abend warte ich auf die Dunkelheit. Dann sehe ich mir den Mondschein an. Versuche Formen im Mond zu erkennen. Gestern dachte ich mir, dass ich ihn immer bei mir haben will. Also ging ich nach draußen. Ich nahm ein Glas mit Deckel mit. Ich stellte mich unter den Mond. Ich fing seine Strahlen ein. Jetzt habe ich ihn immer bei mir. Meinen Mondschein. |
| tarii | [SIZE=3][b]Das Liebesgedicht [/b][/SIZE] Auf lose Blätter verteilt, meine Gedanken und Gefühle. Romantische Phantasien zwischen Wachen und Träumen. Du hast sie eingesammelt und ein zartes Seidenband darumgelegt; und sie schmolzen zusammen zu einem einzigen Liebesgedicht. |
| tarii | [b]Märchen[/b] Immer, wenn ich das Wort "Liebe" hörte, dachte ich, es kann sie nicht geben. Ich hatte sie noch nie erlebt. Ich dachte, sie wohnt nur in Märchen. Doch jetzt habe ich sie auch. Durch Dich. Und ich lebe jetzt selbst in einem Märchen. Mit Dir. In unserem eigenen Märchen. _______________________________________ [b]Früher köpfte ich Rosen... [/b] Früher köpfte ich Rosen. Ich nahm eine Schere und schnitt ihnen jedes Blatt einzeln ab. Jetzt rächen sie sich an mir. Jetzt köpfen sie mich. Indem sie mich an vergangene Zeiten erinnern. |
| tarii | Your Heart your eyes were they painted from beauty all cut up and rare or thrown from small pieces of stars from the weightless air your smile was it penciled in to give a glow to make my head spin endlessly or is it natural all on its own born from creation from the powers that be your touch is it the only effect that can hold me to send shivers coursing through my veins or put me in a trance and make me see my own jagged stains your heart is it the only window inside of you to let me in without a lock and key or must a secret word be known to enter inside the soul only known to me |
| tarii | Your Heart your eyes were they painted from beauty all cut up and rare or thrown from small pieces of stars from the weightless air your smile was it penciled in to give a glow to make my head spin endlessly or is it natural all on its own born from creation from the powers that be your touch is it the only effect that can hold me to send shivers coursing through my veins or put me in a trance and make me see my own jagged stains your heart is it the only window inside of you to let me in without a lock and key or must a secret word be known to enter inside the soul only known to |
| Schwarze_Tränen | FINSTERNIS Dunkelheit... Alles, was ich sehe. Kälte... Alles was ich fühle. Finsternis... Sie frisst mich auf. Doch gleichzeitig zieht sie mich an. Ich habe keine Chance ihr zu entkommen. Sie umgibt mich, Sie beschützt mich, Wie eine Hülle... Eine unsichtbare Hülle. Sie dringt in mich ein, Sie fesselt mich, hält mich fest... Sie lässt mich nicht entkommen. Sie zerstört mich... Doch gleichzeitig öffnet sie mir die Augen... Sie schafft mir eine eigene Welt... In der mir keiner weh tun kann... Die Finsternis! von Madlen (meiner kleinen Schwester) |
| afterlife | [B]Und ging davon[/B] [I]Konstantin Wecker[/I] Und ging davon. Und ohne große Sprüche. Und nimmt noch Hemd und Hose aus dem Schrank, um rein zu sterben. Zettel in die Küche: Ich glaub, es reicht. Machts gut und vielen Dank. So viele Jahre Menschsein können nerven. Man kann das einfach regeln oder larmoyant. Er hörte auf, ein Weltbild zu entwerfen, verzichtete aufs Schluchzen und verschwand. Und in den Wohnblockzellen stricken sie Pullover und richten sich schon jetzt auf Winter ein. Die Hungrigen beschweren sich beim Ober. Die meisten graben sich in ihren Ängsten ein. Die Starken kämpfennoch um ein paar Rechte. Die Hoffnungsvollen spenden Trost und Brot - und er besinnt sich auf das einzig Echte: Geht auf die Knie, empfiehlt sich und ist tot. |
| primelchen | Auf einem gelben Stück Papier, grün liniert, schrieb er ein Gedicht Und er nannte es „Chops“ denn das war der Name seines Hundes Und nur darum ging es. Und sein Lehrer gab ihm eine Eins und einen goldenen Stern Und seine Mutter klebte es an die Küchentür und las es seinen Tanten vor Das war das Jahr, als alle Kinder mit Father Tracy in den Zoo fuhren Und sie sangen mit ihm im Bus Und seine Schwester kam auf die Welt mit winzigen Zehennägeln und kahl Und seine Eltern küssten sich oft Und das Mädchen um die Ecke schickte ihm eine Valentinskartemit vielen „X“-en und er fragte seinen Vater, was die „X“-e bedeuteten Und sein Vater brachte ihn am Abend ins Bett Und war immer da, um das zu tun. Auf einem weißen Stück Papier, blau liniert, schrieb er ein Gedicht Und er nannte es „Herbst“ denn es war gerade Herbst Und nur darum ging es Und sein Lehrer gab ihm eine Eins und sagte, er solle präziser schreiben Und seine Mutter klebte es nicht an die Küchentür denn die war frisch gestrichen Und die anderen sagten ihm, dass Father Tracy Zigaretten rauchte Und sie in der Kirche fallen ließ Und manchmal brannten sie Löcher in die Bänke Das war das Jahr, als seine Schwester eine Brille bekam mit dicken Gläsern und schwarzem Gestell Und das Mädchen um die Ecke lachte ihn aus, als er mit ihr auf den Weihnachtsmann warten wollte Und die anderen sagten ihm, warum seine Eltern sich oft küssten Und sein Vater brachte ihn abends nicht mehr ins Bett Und sein Vater wurde wütend, als er ihn darum bat Auf einem Blatt aus seinem Notizbuch schrieb er ein Gedicht Und er nannte es „Unschuld: Eine Frage“, denn das war die Frage, die seine Freundin betraf Und sein Lehrer gab ihm eine Eins und sah ihn lange und seltsam an Und seine Mutter klebte es nicht an die Küchentür, denn er zeigte es ihr nicht Das war das Jahr, als Father Tracy starb Und er vergaß, wie das Glaubensbekenntnis ging Und er erwischte seine Schwester, wie sie hinterm Haus herumknutschte Und seine Eltern küssten sich nicht mehr und schwiegen sich an Und das Mädchen um die Ecke trug zu viel Make-up sodass er husten musste, wenn er sie küsste, aber er tat es trotzdem, weil es das war, mas man halt tat Und um drei Uhr morgens brachte er sich ins Bett, während sein Vater nebenan schnarchte Auf einem Stück brauner Papiertüte versuchte er sich an einem Gedicht und er nannte es „Absolut nichts“, denn nur darum ging es wirklich Und er verpasste sich selber eine Eins und einen Schnitt in jedes Handgelenk Und er klebte es an die Badezimmertür, denn er glaubte nicht, dass er es noch bis zur Küche schaffen würde (Aus dem Buch "vielleicht lieber morgen" von Stephen Chbosky) |
| HekateSelene | Nebel Seltsam im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, Kein Baum kennt den andern, Jeder ist allein. Voll von Freunden war mir die Welt, Als noch mein Leben licht war, Nun, da der Nebel fällt, Ist keiner mehr sichtbar. Wahrlich, keiner ist weise, Der nicht das Dunkel kennt, Das unentrinnbar und leise Von allen ihn trennt. Seltsam im Nebel zu wandern! Leben ist Einsamsein. Kein Mensch kennt den andern, Jeder ist allein. - Hermann Hesse, Eine Fußreise im Herbst |
| Nihilx | Patterns of Pain Threading through the needle’s eye Weaving webs of blinding life Sewing scars into the pattern Carving wounds with a penknife Decorative flesh with dead designs Unsteady hands that draw the line Somewhere in this doleful vision Tears the fabric of my time… -- Nihil The traitor's tree While outside the wind was gusting Tearing at the traitor’s tree Where visionaries were hanging Swinging for what they did see I stood and watched their withered faces Curse the wind in pale disgust For the fate they had been dealt By the ones they used to trust And for the choir of red leaves Chanting hymns above their head Mocking them with patient tunes Singing of the future dead Their gaping mouths were staring back Accusing eyes rolled to the sky As I was standing in the courtyard Thinking of how I would die... -- Nihil |
| jade | Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber wo ich bin will ich nicht bleiben, aber die ich liebe, will ich nicht verlassen, aber die ich kenne will ich nicht mehr sehen, aber wo ich lebe, da will ich nicht sterben, aber wo ich sterbe, da will ich nicht hin: Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin. Thomas Brasch |
| jasmine | Dieses Gedicht hat uns mal unsere Englishlehrerin vorgelesen, weil sie so schockiert war. Das hat die Mutter einer jungen Schülerin von ihr, der kleinen zum Geburtstag in eine Karte geschrieben. [I]Mother put her little daughter, 15 minutes under water. But not to make her any troubles. Only to see the funny bubbles.[/I] Den Verfasser dieses Gedichtes kenn ich nicht. |
| Mondwicht | Freund- der du leidest und ohne Hoffen Deine finstere Straße gehst: Dir auch stehen die Gnaden der Liebe offen. Während du einsam, so scheint dir´s,im Leeren stehst, Von den Schrecken der grausamen Welt umgeben, Ohne Glück, ohne Sinn, ohne Herz und Leben, Warten überall leidende Brüder und Schwestern auf Dich. Öffne die Augen, erkenne, und schenke dich Hin den Anderen! Hast du nicht Brot, hast du nicht Trost und Rat den Armen zu geben- Gib ihnen dich, gib gib dein Leid, deine eigene Not. Sprich mit ihnen, die sich gleich dir verschliessen, lass durch Wort, durch Blick und Gebärde Liebe hinein: und die alte, wartende Erde Wird dir, und es wird dir des grossen Geist Seinen Sinn und und die ewigen Kräfte erschliessen, Du wirst Heimat im Chaos entdecken Und es werden die sinnlosen Schrecken Schaubar, tragbar, deutbar: MITTEN IM RACHEN DEINER HÖLLE WIRST DU ZUM LEBEN ERWACHEN. hERMANN hESSE |
| SlaveOfDarkness | Wenn ich tot bin Wenn ich tot bin weine nicht Mach dir keine sorgen Wisch die tränen vom gesicht Schau nach vorn ins morgen Denk daran ich hab gelebt Mit großer itensität So oft hat mein herz gebebt Bis die stürme sind verweht Bedenke auch ich hab nun ruh Die ich immer mir ersehnt Friedvoller zustand immerzu Der keine sehnsucht kennt Und schaue in dein herz hinein Dort wohnt ein teil von mir Solang du lebst wird ich dort sein Meine liebe bleibt bei dir Wenn ich tot bin weine nicht Lass einfach es geschehen Wisch die tränen vom gesicht Auch du musst einmal gehen |
| SlaveOfDarkness | Traum und Leben (heinrich heine) Es glühte der Tag , es glühte mein Herz , still trug ich mit mir herum den Schmerz. Und als die Nacht kam , schlich ich fort , zur blühenden Rose am stillen Ort. Ich nahte mich leise und stumm wie das Grab , nur Tränen rollten die Wangen hinab , ich schaute in den Kelch der Rose hinein , da glomms hervor , wie ein glühender Schein. Und freudig entschlief ich beim Rosenbaum , da trieb sein Spiel ein neckender Traum , ich sah ein rosiges Mädchenbild , den Busen ein rosiges Mieder umhüllt. Sie gab mir was hübsches , recht goldig und weich , ich trugs in ein goldenes Häuschen sogleich , im Häuschen da geht es gar wunderlich bunt , da dreht sich ein Völkchen in zierlicher Rund. Da tanzen zwölf Tänzer , ohne Ruh und Rast , sie haben sich fest bei den Händen gefasst , und wenn ein Tanz zu ende begann , so fängt ein andrer von vorne an. Und es summt mir ins Ohr die Tanzmusik , die schönste der Stunde kehrt nimmer zurück , dein ganzes Leben war nur ein Traum , und diese Stunde ein Traum im Traum. Der Traum war aus , der Morgen graut , mein Auge schnell nach der Rose schaut , O Weh ! Statt des glühenden Fünkleins steckt , im Kelche der Rose ein kaltes Insekt Geheimnis (heinrich heine) Wir seufzen nicht, das Aug' ist trocken, Wir lächeln oft, wir lachen gar! In keinem Blick, in keiner Miene, Wird das Geheimnis offenbar. Mit seinen stummen Qualen hegt es In unsrer Seele blut'gem Grund; Wird es auch laut im wilden Herzen, Krampfhaft verschlossen bleibt der Mund. Frag du den Säugling in der Wiege, Frag du die Toten in dem Grab, Vielleicht dass diese dir entdecken, Was ich dir stets verschwiegen hab. von Mascha kaleko - titel weiß ich leider nicht wenn du mich einmal nicht mehr liebst, lass mich es ehrlich wissen dass du mir keine lüge gibst noch trug in deinen küssen! dass mir dein herz die treue hält musst du mir niemals schwören wenn eine andere dir gefällt sollst du nicht mehr mir gehören wenn du mich einmal nicht mehr magst und geht mein herz in scherben dass du nicht fragst noch um mich klagst ich kann so leise sterben... |
| SlaveOfDarkness | An den Mond J.W.Goethe Füllest wieder Busch und Tal Still mit Nebelglanz, Lösest endlich auch einmal Meine Seele ganz; Breitest über mein Gefild Lindernd deinen Blick, Wie des Freundes Auge mild Über mein Geschick. Jeden Nachklang fühlt mein Herz Froh- und trüber Zeit, Wandle zwischen Freud' und Schmerz In der Einsamkeit. Fließe, fließe, lieber Fluß! Nimmer werd' ich froh; So verrauschte Scherz und Kuß Und die Treue so. Ich besaß es doch einmal, was so köstlich ist! Daß man doch zu seiner Qual Nimmer es vergißt! Rausche, Fluß, das Tal entlang, Ohne Rast und Ruh, Rausche, flüstre meinem Sang Melodien zu! Wenn du in der Winternacht Wütend überschwillst Oder um die Frühlingspracht Junger Knospen quillst. Selig, wer sich vor der Welt Ohne Haß verschließt, Einen Freund am Busen hält Und mit dem genießt, Was, von Menschen nicht gewußt Oder nicht bedacht, Durch das Labyrinth der Brust Wandelt in der Nacht. |
| Freyja | Mein Lieblingsgedicht... Nadine Groitzsch - Letzte Schritte [i]Nur noch zehn Schritte Der Wind weht ihr sanft ins Gesicht Die Sonne steht tief und scheint ihr in die Augen Sie sieht nicht mehr, was sie umgibt Nur noch neun Schritte Die Erinnerung erwacht in ihrem Kopf Warum brach man ihr Herz so oft? Wie viel Liebe fehlte ihr? Nur noch acht Schritte Ein Leben lang verstoßen und allein Sie kann dem Schmerz nicht mehr entfliehen Sie will nie mehr verlassen werden Nur noch sieben Schritte Sie erfror in der Kälte der Heuchlerei Gekettet an die Vergangenheit sieht sie keine Zukunft mehr Die Einsamkeit lässt sie zerbrechen Nur noch sechs Schritte Der Wind weht stärker durch ihr Haar Der Himmel hat sich rot gefärbt Ein Vogel singt, doch sie hört ihn nicht mehr Nur noch fünf Schritte Stimmen schwirren in ihrem Kopf Sie sagen nichts, was sie aufhalten könnte Ihr Herz fängt an zu weinen Nur noch vier Schritte Sie erkennt die Klippen unter sich Das Wasser schäumt, wenn es ans Ufer schlägt Sie hat keine Angst mehr vor der Tiefe Nur noch drei Schritte Je mehr sie zweifelt, desto schneller geht sie voran Das Eis, das ihre Seele fesselte, beginnt langsam zu schmelzen Die Grausamkeit der Menschen ist soweit weg Nur noch zwei Schritte Alles vor ihr verschmilzt zu einer warmen Einheit Etwas ruft sie wieder und wieder aus dem Abgrund Ihr Herz fängt an zu schweigen Nur noch ein Schritt Sie wischt eine letzte Träne weg und springt in die Ewigkeit Zum ersten Mal ist sie glücklich und frei Der Wind trägt sie in den Sonnenuntergang Eine große, schwarze Gestalt mit strahlenden Augen nimmt sie in den Arm Sie spürt weder Schmerz noch Angst Sie genießt es, sich geborgen fühlen zu können Nur noch unendlich viele Schritte bis zum Himmel Doch diesmal ist sie nicht allein [/i] |
| Lanya | Gedicht aus dem Manga "Blade of the Immortal" von Hiroaki Samura auch wenn das ende der welt in sicht ist, der weg, den ich wandle, ist steil. sobald ich mich umwende, berge von leichen... der weg, den ich gehe, ist der weg der bestien |
| Mondwicht | Glauben... Was soll ich glauben: hat er gelogen, als sagte "Ich liebe Dich", oder log er, als er mich ansah und sagte "Es ist vorbei, meine Gefühle sind erloschen"? War es wahr, als er versprach, er würde mich nie verlassen, oder fiel ihm es leicht von mir zu gehen? Habe ich in seinen Augen lesen können "Es ist gut, daß es zuende ist", oder sah ich seine Tränen? Waren all seine schönen Worte und Gesten nur ein bitterer Traum, oder möchte ich das nur glauben, damit der Schmerz endlich aufhört... J.F. Sebastian* |
| nova | Ein Lied in der Wüste Ein Kranz ward gewunden aus schwärzlichem Laub in der Gegend von Akra: dort riß ich den Rappen herum und stach nach dem Tod mit dem Degen. Auch trank ich aus hölzernen Schalen die Asche der Brunnen von Akra und zog mit gefälltem Visier den Trümmern der Himmel entgegen. Denn tot sind die Engel und blind ward der Herr in der Gegend von Akra, und keiner ist,der mir betreue im Schlaf die zur Ruhe hier gingen. Zuschanden gehaun ward der Mond,das Blümlein der Gegend von Akra: so blühn,die den Dornen es gleichtun,die Hände mit rostigen Ringen. So muß ich zum Kuß mich wohl bücken zuletzt,wenn sie beten in Akra.... O schlecht war die Brünne der Nacht, es sickert das Blut durch die Spangen! So ward ich ihr lächelnder Bruder, der eiserne Cherub von Akra. So sprech ich den Namen noch aus und fühl noch den Brand auf den Wangen. von Paul Celan aus Mohn und Gedächtnis (1.Band) |
| nova | Umsonst malst du Herzen ans Fenster: der Herzog der Stille wirbt unten im Schloßhof Soldaten. Sein Banner hißt er im Baum - ein Blatt,das im Blaut, wenn es herbstet; die Halme der Schwermut verteilt er im Heer und die Blumen der Zeit; mit Vögeln im Haar geht er hin zu versenken die Schwerter. Umsonst malst du Herzen ans Fenster: ein Gott ist unter den Scharen, gehüllt in den Mantel,der einst von den Schultern dir sank auf der Treppe zur Nachtzeit, einst als in Flammen das Schloß stand,als du sprachst wie die Menschen : Geliebte.... Er kennt nicht den Mantel und rief nicht den Stern an und folgt jenem Blatt,das vorausschwebt. O Halm, vermeint er zu hören, o Blume der Zeit. von Paul Celan aus Mohn und Gedächtnis (1.Band) |
| nova | Waldesstimme Wie deine grüngoldnen Augen funkeln, Wald du mosiger Träumer! Wie deine Gedanken dunkeln, Einsiedel,schwer von Leben, Saftseufzender Tagesversäumer! Über der Wipfel Hin- und Wiederschweben Wie´s Atem holt und näher braust, Und weiter zieht- und stille wird- und saust. Über der Wipfel Hin- und Wiederschweben Hoch droben steht ein ernster Ton, Dem lauschen tausend Jahre schon, Und werden tausend Jahre lauschen.... Und immer dieses starke, donnerdunkle Rauschen. von Peter Hille |
| TheLivingForce | [COLOR=crimson]Ludwig Hirsch - Die gottverdammte Pleite[/COLOR] "Als die Kinder Kröten nach Hause brachten und im Zirkus nicht mehr lachten, als sie ihr Brot nicht mehr aßen und statt dessen die Kröten fraßen, als sie Teddybären zerrissen und in Autoreifen bissen, als schließlich Kindergärten brannten und Lehrer um ihr Leben rannten, da wußten wir, es ist aus. Begonnen hat sie damals, diese gottverdammte Pleite, ende März, im vergangenen Jahr. "Operation Tiger" hieß das Manöver, im Raum Waldburg und Umgebung, wie üblich der Grenze ziemlich nah. Man steckte Felder in Brand, man schoß Löcher in den Wald und das Haus vom alten Förster traf man voll. Doch das Schlimme an der Sache, und das wußten wir noch nicht, da hat ein Panzer einen Hasen überrollt. Ja, das Schlimme an der Sache, und das wußten wir noch nicht, da hat ein Panzer einen Hasen überrollt. Lisa, das kleine Mädchen. mit der großen rosa Schleife spielt im Garten, vor dem Haus, mit ihrem Hund. Die Eltern sitzen im Salon, "Was, Herr Klavierlehrer, Sie gehen schon?", fragt die Mutter und schiebt ihm Marzipan in den Mund. Da tritt Lisa durch die Tür, zieht ihren Hund hinterher ihren Hund, dem wer die Kehle durchgebissen hat. Der Vater schreit, die Mutter weint, der Klavierlehrer kotzt ihr Marzipan auf's Kleid. nur Lisa lächelt, mit blutverschmiertem Mund. Ja, im Raum Waldburg an der Grenze hat dieser gottverdammte Panzer diesen gottverdammten Hasen überrollt. Der kleine Thomas ist 7 Jahr', und er freut sich jedes mal, wenn ihn am Wochenende Großvater besucht. Denn der liest ihm schöne Mähren, von Prinzessinnen und Zwergen, aus dem mitgebrachten, alten Märchenbuch. Ja, dem Großvater, so sagen sie, dem schlägt das Herz am rechten Fleck, nur dieses Wochenende hat ihm wer den Schrittmacher versteckt. In seinem Zimmer baut allein, der kleine Thomas ganz geheim, in seine Eisenbahn den Herzschrittmacher ein. Ja. im Raum Waldburg an der Grenze, hat dieser gottverdammte Panzer diesen gottverdammten Hasen überrollt. Bis auf die Zähne bewaffnet und zitternd vor Angst die Kerze wirft Schatten, die Kellerwand tanzt, so hocken wir da unten und Tränen weinen wir, Tränen. Unsere Kleinen, da draußen, verbrennen die Erde es kochen die Flüsse es verdampfen die Meere, oben am Himmel der kleine Bär, schläft auch nicht mehr. Ja, unsere Kleinen, unsere Kleinen haben uns den Krieg erklärt. haben Dir, Mutter, mir, Vater, den Krieg erklärt, weil im Raum Waldburg, an der Grenze, hat dieser gottverdammte Panzer den Osterhasen überrollt..." (Es mag mehr ein musikalisches Gedicht sein, dennoch ist es unheimlich gut, finde ich...) bye bye, euer kevi... |
| eMs | Heiner Müller Ich kann dir die Welt nicht zu Füßen legen Ich kann dir die Welt nicht zu Füßen legen Sie gehört mir nicht Ich werde dir keinen Stern pflücken: Ich habe kein Geld für Blumen und Keine Zeit Verse zu machen nur für dich: Mein Leben wird so und so zu knapp sein für ein ganzes Wenn ich dir sage: Für dich werde ich alles tun Werde ich dir eine Lüge sagen ( Du weißt es ) Ich liebe dich mit meiner ganzen Liebe. |
| SlaveOfDarkness | Das Rosenband (Friedrich Gottlieb Klopstock) Im Frühlingsschatten fand ich sie; da band ich sie mit Rosenbändern: sie fühlt es nicht und schlummerte. Ich sah sie an; mein Leben hing mit diesem Blick an ihrem Leben: ich fühlt es wohl und wußt es nicht. Doch lispelt ich ihr sprachlos zu und rauschte mit den Rosenbändern: da wachte sie vom Schlummer auf. Sie sah mich an; ihr Leben hing mit diesem Blick an meinem Leben, und um uns ward´s Elysium. |
| Alastisia | Es ist schlimmer... (Christine Busta) Es ist schlimmer, einen geliebten Menschen an das Leben zu verlieren als an den Tod. Das Leben ist der gefährliche Räuber, nicht der Tod. Er tastet die Liebe nicht an. Er bewahrt und erweitert sie zu einer neuen Dimension. Mai 1986 |
| GabrieIIe | [COLOR=purple]Die Liebenden Sieh, wie sie zu einander erwachsen: in ihren Adern wird alles Geist. Ihre Gestalten beben wie Achsen, um die es heiß und hinreißend kreist. Dürstende, und sie bekommen zu trinken, Wache und sieh: sie bekommen zu sehn. Laß sie ineinander sinken, um einander zu überstehn. [I](R. M. Rilke)[/I] [/COLOR] ____________________ [COLOR=purple]Unvergessen[/COLOR] |
| morbider engel | irgendwo auf der welt gibt`s ein kleines bisschen glück und ich träum davon in jedem augenblick irgendwo auf der welt gibt`s ein bisschen seligkeit und ich träum davon schon lange lange zeit wenn ich wüsst wo das ist ging ich in die welt hinein denn ich möcht einmal recht so von herzen glücklich sein irgendwo auf der welt fängt mein weg zum himmel an irgendwo irgendwie irgendwann... *sehnsüchtig guck* |
| Darkesttear | goethes erben Es macht mir eigentlich keine Freude in meine eigene Hand zu schneiden, rote Tränen zu beobachten, die einen kleinen Rinnsal bildend mich verlassen. Die einzige Möglichkeit mich an mir zu rächen Zu sühnen für das was ich sprach und tat. Ohne bewußt gehandelt zu haben. Es kommt mir vor als hätte ich nie gelacht nie geweint, gelacht geweint Die Bilanz zeigt aufwärts Doch verliert sich die schwarze Linie am trüben Horizont der brennt. Mit steigender Tendenz Richtung Unendlichkeit Weit entfernt von so etwas wie Gefühlen. Ich spüre nicht das Stück Fleisch, daß anstatt meiner rote Tränen weint. Im Moment noch wenige Und jeder Schritt abseits der Linie wird bestraft mit flüsternden Worten die mehr rote Tränen fordern. Hört nur wie sie flüstern und wispern schimpfen und geifern stechen und bohren zerren und beißen fordern: rote Tränen zu weinen und schließlich darum betteln Endlich rote Tränen zu weinen Endlich rote Tränen zu weinen ... rote Tränen zu weinen ... Tränen zu weinen ... zu weinen ... weinen |
| Anesca | Was für eine Stille, wenn du da bist. Was für eine höllische Stille. Du sitzt, und ich sitze. Du verlierst, und ich verliere. "Beziehung" von János Pilinsky |
| Asrai | Herrschaftsfreiheit Zu sagen *Hier herrscht Freiheit* ist immer ein Irrtum oder auch eine Lüge: Freiheit herrscht nicht E. Fried |
| un†o†e | [COLOR=crimson][U][I][B]Schwarz[/B][/I][/U] Schwarz wie die Welt. Schwarze Worte. Ohne Licht und Trost. Nirgends Licht in diesem dunklem Tunnel. Das Lachen von Fremden klingt fern. Man versteht es nicht. Und sagen tun sie's besser nicht. Nicht dir. Diese Welt ist vergiftet. Kriege, Menschen leiden, Walder verschwinden. Menschen hassen Menschen, alle denken jeder ist der Feind. Der Mensch ist ein Virus. Er vermehrt sich rasend schnell, ohne auf seine Umwelt zu achten. Kein Licht am Ende des Tunnels. Niemand versteht niemanden. Wozu dieses Leben? Was ist der Sinn? Zwolf Jahre Schule, zwei Jahre Ausbildung und uber 40 Jahre schuften. Und wozu? Fur eine Rente mit der man gerade so Leben kann. In der Schule immer Arger. Aussenseiter! Hasslich! Zu Hause Arger. Egoist, Faulpelz! Niemand versteht niemanden. Alles ist qual. Rauchen ist schadlich! Na und? Wenn interissierts? Drogen sind noch schlimmer! Na und? Was macht das schon? Tranen laufen ubers Gesicht. Die Musik trostet nicht. Sie erzahlt von eigenen Sorgen. Der Tod als einziger Ausweg? Fur immer Frieden? Was ist wenn man Wiedergeboren wird? Der Tod ist schon. Schon schwarz. Die Sorgen fur immer vergessen. Fur immer. Ist das nicht wunderschon. Frieden fur immer. Fur immer. Aber was ist mit den Menschen, die dir vertrauen? Sie sorgen sich um dich, sie wollen dich beschutzen. Du aber fuhlst es als Last. Willst du sie alleine lassen? Du zerstorst ihr Leben. Sie weinen jeden Tag um dich. Willst du das wirklich? Du konntest die Welt verandern. Aber du uberlasst sich ihrem Schicksal. Willst du das wirklich?[/COLOR] na ja das gedicht hat mir ganz gut gefallen... wenn jemand weis wer es geschrieben hat schreibt es mir bitte in 'ner pn |
| My anguish | Das ist eigentlich ein Songtext von Evanescence. ich habe dich beobachtet von weitem die entfernung schaut durch deine verkleidung alles was ich von dir will ist deine verletzung ich will dich heilen ich will dich aus der dunkelheit retten lass mich an deinen problemen teil haben ich will dein leiden beenden halse mir deine bürden auf ich will dein tötliches gift trinken warum sollte ich mich vorsehen wenn du verletzt wirst? irgendwie passiert es auch mir als würde ich mir selber weh tun rette dich, rette dich ich will dich retten lass mich an deinen problemen teil haben ich will dein leiden beenden halse mir deine bürden auf ich will dein tötliches gift trinken fürchte nicht die flammen von meinen kerzen lass es zu das die sonne in deine welt voll finsternis kommt gib mir weiter all das was dir angst macht ich will deine albträume für mich haben wenn du schläfst lass mich an deinen problemen teil haben ich will dein leiden beenden halse mir deine bürden auf ich will dein tötliches gift trinken fürchte nicht die flammen von meinen kerzen lass es zu das die sonne in deine welt voll finsternis kommt gib mir weiter all das was dir angst macht ich will deine albträume für mich haben wenn du schläst fürchte nicht die flammen von meinen kerzen lass es zu das die sonne in deine welt kommt |
| Asrai | Dieses Gedicht find ich so bedrückend: Schöne Jugend _ Der Mund eines Mädchens, _ das lange im Schilf gelegen hatte, sah so angeknabbert aus. Als man die Brust aufbrach, _ war die Speiseröhre so löchrig. Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell fand man ein Nest von jungen Ratten. Ein kleines Schwesterchen lag tot. Die andern lebten von Leber und Niere, tranken das kalte Blut und hatten hier eine schöne Jugend verlebt. Und schön und schnell kam auch ihr Tod. Man warf sie allesamt ins Wasser. Ach, wie die kleinen Schnauzen quietschten. _ Gottfried Benn |
| holydemon | vielleicht nicht ganz einfach zu verstehen, aber dennoch schön: am siebten tag (vielleicht am achten) nach deiner flucht (nach meinem tod) wurde geboren der mensch die mundharmonika und ein schmetterling kein roter ein weißer mit winzigen schwarzen punkten ich war frei jannis ritsos, athen, 25.2.1980 |
| hellsing | Der Kuss im Traume Es hat ein Kuss mir Leben eingehaut, Gestillet meines Busens tiefsten Schmachten. Komm,Dunkelheit,mich traulich zu umnachten,Dass neue Wonne meine Lippen saugt. In Träumen war solch Leben eingetaucht,Drum leb´ich, Ewig Träume zu betrachten, Kann aller andern Freude Glanz verachten, Weil nur die Nacht so süßen Balsam haucht. Der Tag ist karg an liebesüßen Wonnen, Es schmerzt mich seines Lichtes eiltes Prangen Und birg dich Aug´dem Glanz ird`schen Sonne! Hüll dich in Nacht,sie stillet dein Verlangen Und heilt den Schmerz,wie Lethes kühle Fluten. p.s. Leider weiß cih den Autor nicht mehr!Aber das Gedicht hat mich berührt! |
| herbstliebe | Georg Trakl Gesang einer gefangenen Amsel Dunkler Odem im grünen Gezweig. Blaue Blümchen umschweben das Antlitz Des Einsamen, den goldnen Schritt Ersterbend unter dem Ölbaum. Aufflattert mit trunkenem Flügel die Nacht. So leise blutet Demut, Tau, der langsam tropft vom blühenden Dorn. Strahlender Arme Erbarmen Umfängt ein brechendes Herz. |
| Nöli | [COLOR=blue]Sie liebten sich beide, doch keiner wollt es dem anderen gestehn. Sie sahn sich an - so feindlich, und wollten vor Liebe vergehn. Sie trennten sich endlich und sahen sich nur noch zuweilen im Traum. Sie waren längst gestorben und wussten es selber kaum. (Heinrich Heine)[/COLOR] |
| SlaveOfDarkness | warum warum dürfen wir nicht sein, wie wir eben sind? warum müßt ihr uns behandeln, wie ein kleines kind? warum dürfen wir nur reden, wenn wir reden sollen? warum müssen wir gehorchen, wenn wir gar nicht wollen? warum werden wir verhaftet, ohne einen grund? warum verhallen unsere schreie, nur in dunkler nacht? warum werden unsere gedanken tagtäglich umgebracht? normahl |
| SlaveOfDarkness | Traum von Tod Traum Traum aus der Nacht Traum aus der Nacht von Tod Traum aus der Nacht vom Tod einer Welt Einer Welt aus Angst vor dem Traum Angst Angst vor dem Traum Angst einer Welt vor dem Traum Angst einer Welt vor dem Traum vom Tod Vor dem Traum vom Tod aus der Nacht Erich Fried Hathor (StS) |
| NuDiSt | (Autor ist mir leider nicht bekannt, es ist Teil des "Crawley-Antichrist" Posters von Markus Mayer) [SIZE=3]THERE IS NO GOD BUT MAN-[/SIZE] MAN HAS THE RIGHT TO LIVE BY HIS OWN LAW- TO LIVE IN THE WAY THAT HE WILLS TO DO: TO WORK AS HE WILL TO PLAY AS HE WILL TO REST AS HE WILL TO DIE WHEN AND HOW HE WILL! MAN HAS THE RIGHT TO EAT WHAT HE WILL- TO DRINK WHAT HE WILL TO DWELL WHERE HE WILL TO MOVE AS HE WILL ON THE FACE OF THE EARTH! MAN HAS THE RIGHT TO THINK WHAT HE WILL: TO SPEAK WHAT HE WILL TO WRITE WHAT HE WILL TO DRAW, PAINT, CARVE, ETCH, MOULD, BUILD AS HE WILL TO DRESS AS HE WILL! MAN HAS THE RIGHT TO LOVE AS HE WILL: "TAKE YOUR FILL AND WILL OF LOVE AS YOU WILL." MAN HAS THE RIGHT TO KILL THOSE WHO WOULD THWART THESE RIGHTS! "THE SLAVES SHALL SERVE." |
| SlaveOfDarkness | tief in einer welt wo gefühle nichtig sind bin ich eingesperrt vor hass schon völlig blind die tränen sind die einzign zeugen dass ich selbst noch existiert nah dem letzten schritt doch etwas hält mich hier überall ist bitterkeit, verzweiflung und der tod blut und totes fleisch werden unser täglich brot denn überall ist bitterkeit... ich sehe mich im spiegel doch erkenne ich mich nicht so entstellt vom treiben hier eine fratze mein gesicht das leben in der andren welt ist mir schon völlig fern wie der mond am abendhimmel ich kann es mir nicht erklären überall ist bitterkeit, verzweiflung und der tod blut und totes fleisch werden unsere täglich brot du bist der einzge grund der mir hilft hier zu bestehen wärst du nicht hier tief bei mir würd den letzten schritt ich gehen die liebe zu dir hält mich und gibt mir neue kraft um hier zu überleben bald ist es geschafft überall ist bitterkeit, verzweiflung und der tod blut und totes fleisch werden unser täglich brot denn überall ist bitterkeit... bitterkeit L´ame Immortelle |
| Lacral | Trauer Ich wandle einsam, Mein Weg ist lang; Zum Himmel schau ich Hinauf so bang. Kein Stern von oben Blickt niederwärts, Glanzlos der Himmel, Dunkel mein Herz. Mein Herz und der Himmel Hat gleiche Not, Sein Glanz ist erloschen, Mein Lieb ist tot. [i]Verfasser: ?[/i] |
| GabrieIIe | [COLOR=purple][i]Hebbel aus Judith – Erster Akt[/i] Das ist die Kunst, sich nicht auslernen zu lassen, ewig ein Geheimnis zu bleiben! Das Wasser versteht diese Kunst nicht; man setzte dem Meer einen Damm und grub dem Fluß ein Bett. Das Feuer versteht sie auch nicht; es ist so weit heruntergekommen, daß die Küchenjungen seine Natur erforscht haben, und nun muß es jedem Lump den Kohl gar machen. Nicht einmal die Sonne versteht sie; man hat ihr ihre Bahnen abgelauscht, und Schuster und Schneider messen nach ihrem Schatten die Zeit ab. Aber ich versteh' sie. Da lauern sie um mich herum und gucken in die Ritzen und Spalten meiner Seele hinein und haschen jedes meiner Worte auf und suchen meine Launen und Gelüste in einen Kalender zu bringen, wie Wetter und Wind. Doch mein Heute paßt selten zum Gestern, ich mache den einen Tag nicht zum Affen des andern, mir gefällt ein Ding nicht darum gleich ewig, weil es mir einmal gefiel! [/COLOR] |
| singapur | ich habe mein herz zum verfaulen auf die fensterbank gelegt. ich glaube an die zukunft, denn vielleicht kommen ja die raben. mit ihren gelben spitzen schnäbeln mögen sie sich laben an diesem rohen stückchen fleisch von dem ihr glaubt, es zu besitzen. ich habe mein herz zum verfaulen auf die fensterbank gelegt, nur um freudlos zuzusehen, wie meine ängste schwinden. seht ihr einen schwarm raben sich darum zanken, so laßt sie gewähren, denn ich bin es nicht wert. aus dem film "meine schwester"; ein französisches lied mit einer monotonen melodie... |
| Traumtänzerin | Eins meiner absoluten Lieblingsgedichte: Friedrich Nietzsche Vereinsamt Die Krähen schrein Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt: Bald wird es schnein - Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat! Nun stehst du starr, Schaust rückwärts, ach! wie lange schon! Was bist du Narr Vor Winters in die Welt - entflohn? Die Welt ein Tor Zu tausend Wüsten stumm und kalt! Wer das verlor, Was du verlorst, macht nirgends halt. Nun stehst du bleich, Zur Winter-Wanderschaft verflucht, Dem Rauche gleich, Der stets nach kältern Himmeln sucht. Flieg, Vogel, schnarr Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! - Versteck, du Narr, Dein blutend Herz in Eis und Hohn! Die Krähen schrein Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt: Bald wird es schnein - Weh dem, der keine Heimat hat! |
| mauerblümchen | [QUOTE][i]Original geschrieben von Living in Agony [/i] [B]Das Mondschaf (Christian Morgenstern) Das Mondschaf steht auf weiter Flur. Es harrt und harrt der großen Schur. Das Mondschaf Das Mondschaf rupft sich einen Halm Und geht dann heim auf seine Alm. Das Mondschaf Das Mondschaf spricht zu sich im Traum: „Ich bin des Weltalls dunkler Raum.“ Das Mondschaf Das Mondschaf liegt am Morgen tot. Sein Leib ist weiß, die Sonn´ is rot. Das Mondschaf [/B][/QUOTE] |
| mauerblümchen | Poesie ist zur Rarität verpflichtet; Sachlichkeit kann sich Wiederholungen leisten. «Wolfdietrich Schnurre, Schattenfotograf»;) ;) Das Mondschaf von Christian Morgenstern ist wohl so eine Rarität und lässt sich kaum noch wiederholen. mauerblümchen |
| Pelloquin | I BELIEVE THEM BONES ARE ME SOME SAY WE'RE BORN INTO THE GRAVE I FEEL SO ALONE, GONNA END UP A BIG OLD PILE THEM BONES DUST RISE RIGHT ON OVER MY TIME EMPTY FOSSIL OF THE NEW SCENE I FEEL SO ALONE, GONNA WIND UP A BIG OLD PILE THEM BONES TOLL DUE BAD DREAM COME TRUE I LIE DEAD GONE UNDER A RED SKY I FEEL SO ALONE I FEEL SO ALONE I FEEL SO ALONE GONNA END UP A BIG OLD PILE THEM BONES... (Alice In Chains: [i]"Them Bones"[/i]) :) ;) |
| LestatDerVampir | Das ist mal ein Liedtext von einer Gruppe namens Curse paßt zwar vollkommen nicht in unsere Scene aber der text hat was Und was ist jetzt Interpret: Curse Album: Innere Sicherheit Eingesendet: 31.10.2003 Ich hör dich jetzt noch wie gestern die Worte sprechen. Das du und ich was besonderes sein, viel zu schön zu vergessen. Gott sei Dank kann ich sehen, man kann dich nicht an Worten messen. Es reicht dir nicht zu verletzten, du musst Herzen zerfetzen. Du warst zart zu mir, hast gesagt wie sehr du mich liebst. Das es niemanden gibt der dein Herz so versteht wie ich und das nie jemand anderes in Frage kommt egal ob der Tag mal kommt an dem Zweifel erscheinen in dem wir zwei vereint sind, zu stark für Streit. Du hast Treue geschworen, noch mehr, du hast gesagt du vergibst mir. Du hast gesagt du wirst da sein, doch als du weg gingst, was blieb mir? Du hast gesagt du wirst mich retten und trösten, du wirst mir helf'n. Du hast gesagt du wirst füllen und ersetzen was ich nicht selbst bin. Du hast geschworen das du da bist in Glück oder Panik. Du hast geschworen du gibst halt, doch wenn ich fall' spür' ich garnix. Du hast geschworen du bist die Frau meines Lebens bis ich vereck'. Bist die Mutter meiner Kinder und bei mir durch gut und schlecht. Refrain (2x): Und was ist jetzt? Ich bin für dich nur irgend'n Ex. Und was ist Jetzt? Du scheisst drauf wenn ich über dich rap. Und was ist jetzt? Du siehst nicht und guckst einfach nur weg. Und was ist jetzt? Bin ich leicht zu vergessen? Bin ich ersetzt? Ich habe alles versucht. Von Telefon bis e-mail und Brief. Bis zum Punkt an dem ich verzweifelt began und über dich schrieb. Du hast alles geblockt. Darum blieb alles Leid in meinem Kopf. Weil ich's niemand' mitteilen konnt' hab ich's aufgeschrieben und gedroppt. Meine Mum hat sogar geweint. Sie hat's gehört und gepeilt. Das im Endeffekt jeden Rhyme den ich schreib' deinen Namen schreit. Jeden Valentinstag, Geburtstag und Neujahr Blumen und Karten. Trotzdem blieb mir nicht mehr zu tun als unruhig zu warten. Ob du dich irgendwann erbarmst und mir antwort gibst auf die Fragen die den Kopf zersprengen, den ich dir einst versprach immer hoch zu tragen. Auch ich hab' versprochen bei dir zu sein aber es nicht gebrochen. Auch wenn's nicht so einfach war wie für dich, versteckt und verkrochen. Ich hab mich getäuscht in dir, du bist viel zu schwach und bequem um zu dem was du sagst zu steh'n oder einfach Rücksicht zu nehm'n. Du hast mich verlassen. Du bist diejenige die Schulden hat. Also komm und kümmer dich um die Last die Selbstsucht erschafft. Refrain (2x): Und was ist jetzt? Ich bin für dich nur irgend'n Ex. Und was ist Jetzt? Du scheisst drauf wenn ich über dich rap. Und was ist jetzt? Du siehst nicht und guckst einfach nur weg. Und was ist jetzt? Bin ich leicht zu vergessen? Bin ich ersetzt? Was ist jetzt mit großer Liebe. Mit großen Plänen, unser'm Leben zu zweit, der Gemeinsamkeit, unser'n Träumen und der ganzen Zeit. Sie verblassen wie nichts. Ich bin Optimist, doch Hoffnungen verlassen mich. Lass' mich nicht einfach hängen. Gibt's bei dir nicht wenigstens Hass für mich? Ich kann dich nicht mehr verstehen, so krass ich's probier'. Du bist nicht mehr die, die bei mir war. Die Frau ist leider krepiert. Jetzt hast du den Nerv zu sagen du willst da einziehen wo ich wohn'. Seh' ich aus wie'n Klon? Ich laß mir bestimmt nicht beim wohn'n bedroh'n. Du denkst alles ist superleicht. Zwischen uns ist es Super-Nice. Wenn du vorher nur kurz bescheid sagst ist alles cool und begleicht. Doch Baby, es tut mir leid, das hier ist nicht dein Bereich. Und es reicht nicht nach all der Zeit, 10 Minuten Smalltalk und Snipes. Und erzähl mir nichts von dem neuen. Was geht ab? Ich soll mich freu'n? Applaudieren das es dir jetzt besser geht? Mir geht's dreckig, ich heul. Jede Nacht wenn ich wieder aufwach' getränkt in Schweiß, dann beweiß ob du mich jemals geliebt hast, denn ich bin nichts von dem Scheiß. Refrain (2x): Und was ist jetzt? Ich bin für dich nur irgend'n Ex. Und was ist Jetzt? Du scheisst drauf wenn ich über dich rap. Und was ist jetzt? Du siehst nicht und guckst einfach nur weg. Und was ist jetzt? Bin ich leicht zu vergessen? Bin ich ersetzt? |
| Edea | [COLOR=royalblue]Hermann Hesse - Ich bin ein Stern [/COLOR] [i]Ich bin ein Stern am Firmament, Der die Welt betrachtet, die Welt verachtet, Und in der eignen Glut verbrennt. Ich bin das Meer, das nächtens stürmt, Das klagende Meer, das opferschwer Zu alten Sünden neue türmt. Ich bin von Eurer Welt verbannt Vom Stolz erzogen, vom Stolz belogen, Ich bin der König ohne Land. Ich bin die stumme Leidenschaft, Im Haus ohne Herd, im Krieg ohne Schwert, Und krank an meiner eignen Kraft.[/i] |
| Nimue | Nicht alle Schmerzen Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen sich tiefer und tiefer ins Herz hinein, Und während Tage und Jahre verstreichen, Werden sie Stein. Du sprachst und lachst, wie wenn nichts wäre, Sie scheinen zerronnen wie Schaum. Doch du spürst ihre lastende Schwere Bis in den Traum. Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle, Die Welt wird ein Blütenmeer. Aber in meinem Herzen ist eine Stelle, Da blüht nichts mehr. Ricarda Huch ------------------------------------------------------------------------------------ I dwell in possibility A fairer house than prose More numerous of windows Superior for doors (Ich wohne in der Möglichkeit, ein fensterreiches Haus, viel schöner als die Wirklichkeit, mit Türen ein und aus) Emily Dickinson |
| Nimue | Musik im Mirabell Ein Brunnen singt. Die Wolken stehn im klaren Blau, die weißen, zarten. Bedächtig stille Menschen gehen Am Abend durch den alten Garten. Der Ahnen Marmor ist ergraut. Ein Vogelzug streift in die Weiten. Ein Faun mit toten Augen schaut Nach Schatten, die ins Dunkel gleiten. Das Laub fällt rot vom alten Baum Und kreist herein durchs offne Fenster. Ein Feuerschein glüht auf im Raum Und malet trübe Angstgespenster. Ein weißer Fremdling tritt ins Haus, Ein Hund stürzt durch verfallene Gänge. Die Magd löscht eine Lampe aus, Das Ohr hört nachts Sonatenklänge. Georg Trakl |
| Pelloquin | [color=silver][b][size=4]E[/size]IN [size=4]T[/size]RAUM IN EINEM [size=4]T[/size]RAUM[/b] Auf die Stirn dir diesen Kuß! und da ich nun scheiden muß, sag' dies ich nur zum Schluß: Ganz recht hat eure Klage, daß ein Traum warn meine Tage; doch ob nun die Hoffnung floh bei Tag, bei Nacht, ob irgendwo in Schlafgesichten, müdem Sinnen, ist sie darum [i]nicht[/i] von hinnen? Was wir scheinen und schauen im Raum, ist nur ein Traum in einem Traum. Im Brandungsbrüllen steh' ich an küstenquälender See, und ich halte in der Hand Körner vom goldenen Sand - wie wenige! doch sie rinnen durch die Finger mir von hinnen, und ich weine - wie von Sinnen! Kann ich nicht dichter falten die Hände, sie zu halten? O Gott! wie rette ich schier nur [i]eins[/i] vor der Welle Gier? Ist, was wir scheinen und schauen im Raum, nur ein Traum in einem Traum?[/color] (Edgar Allan Poe) |
| CaligoCavus | [CENTER] [B]Stimmen aus dem Massengrab[/B] [I](Für den Totensonntag, Anstatt einer Predigt) Da liegen wir und gingen längst in Stücken. Ihr kommt vorbei und denkt: sie schlafen fest. Wir aber liegen schlaflos auf den Rücken, weil uns die Angst um Euch nicht schlafen läßt. Wir haben Dreck im Mund. Wir müssen schweigen. Und möchten schreien, bis das Grab zerbricht! Und möchten schreiend aus den Gräbern steigen! Wir haben Dreck im Mund. Ihr hört uns nicht. Ihr hört nur auf das Plaudern der Pastoren, wenn sie mit ihrem Chef vertraulich tun. Ihr lieber Gott hat einen Krieg verloren und läßt Euch sagen: Laßt die Toten ruhn! Ihr dürft die Angestellten Gottes loben. Sie sprachen schön am Massengrab von Pflicht. Wir lagen unten, und sie standen oben. »Das Leben ist der Güter höchstes nicht.« Da liegen wir, den toten Mund voll Dreck. Und es kam anders, als wir sterbend dachten. Wir starben. Doch wir starben ohne Zweck. Ihr laßt Euch morgen, wie wir gestern, schlachten. Vier Jahre Mord, und dann ein schön Geläute! Ihr geht vorbei und denkt: sie schlafen fest. Vier Jahre Mord, und ein paar Kränze heute! Verlaßt Euch nie auf Gott und seine Leute! Verdammt, wenn Ihr das je vergeßt![/I] Erich Kästner[/CENTER] |
| Pelloquin | [size=1]@ CaligoCavus Ein beeindruckender Text. Ich... ziehe meinen Hut vor Kästner und jenen, für die er sprach...[/size] [size=4]DANN GIBT ES NUR EINS![/size] Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen - sondern Stahlhelme und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins : Sag NEIN! Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, dann gibt es nur eins : Sag NEIN ! Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst statt Puder und Kakao Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins : Sag NEIN! Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins: Sag NEIN ! Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder, du sollst Haßlieder singen, dann gibt es nur eins : Sag NEIN! Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst die Männer kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins : Sag NEIN! Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins : Sag NEIN ! Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keinen Weizen mehr fahren - sondern Kanonen und Panzer, dann gibt es nur eins: Sag NEIN! Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins : Sag NEIN ! Du. Schneider auf deinem Brett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Uniformen zuschneiden, dann gibt es nur eins : Sag NEIN ! Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins : Sag NEIN ! Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt geben für den Munitionszug und für den Truppentransporter, dann gibt es nur eins: Sag NEIN! Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins: Sag NEIN! Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du, am Hoangho und am Mississippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo - Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins: Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN! Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann: dann: In den lärmenden dampfdunstigen Hafenstädten werden die großen Schiffe stöhnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver wasserleichig träge gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, algen-, tang- und muschelüberwest, den früher so schimmernden dröh- nenden Leib, friedhöflich fischfaulig duftend, mürbe, siech, gestorben - die Straßenbahnen werden wie sinnlose glanzlose glasäugige Käfige blöde verbeult und abgeblättert neben den verwirrten Stahlskeletten der Drähte und Gleise liegen, hinter morschen dachdurchlöcherten Schuppen, in verlorenen kraterzerrissenen Straßen- eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranwälzen, gefräßig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universitäten und Schauspielhäusern, auf Sport- und Kinderspielplätzen, grausig und gierig, unaufhaltsam - der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen Hängen verfaulen, der Reis wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den brachliegenden Äckern erfrieren und die Kühe werden ihre totsteifen Beine wie umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken - in den Instituten werden die genialen Erfindungen der großen Ärzte sauer werden, verrotten, pilzig verschimmeln - in den Küchen, Kammern und Kellern, in den Kühlhäusern und Speichern werden die letzten Säcke Mehl, die letzten Gläser Erdbeeren, Kürbis und Kirschsaft verkommen - das Brot unter den umgestürzten Tischen und auf zersplitterten Tellern wird grün werden und die ausgelaufene Butter wird stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten Pflügen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der stampfenden Fabriken werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbröckeln -zerbröckeln -zerbröckeln - dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend -und seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch - all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn -- wenn -- wenn ihr nicht [i]NEIN[/i] sagt... (Wolfgang Borchert) |
| Pelloquin | "Gehen wir also flußaufwärts... Und haltet eines fest: Ihr seid nicht wichtig. Ihr seid überhaupt nichts. Vielleicht wird das, was wir mit uns herumschleppen, eines Tages jemand etwas nützen. Aber auch damals, als wir die Bücher noch zur Hand hatten, machten wir keinen Gebrauch von dem, was wir darin fanden. Wir fuhren fort, die Toten zu beleidigen. Wir fuhren fort, all den Bedauernswerten, die vor uns gestorben waren, ins Grab zu spucken. Im Verlauf der kommenden Woche werden wir eine Menge einsamer Menschen treffen, und den ganzen nächsten Monat und das ganze nächste Jahr. Und wenn man uns fragt, was wir eigentlich tun, könnt ihr sagen: "Wir erinnern uns." Damit werden wir uns auf die Dauer durchsetzen. Und eines Tages erinnert sich der Mensch an so viel, daß er den größten Bagger aller Zeiten herstellt und das größte Grab aller Zeiten aushebt und den Krieg hineinbefördert und das Ganze zuschüttet. Auf jetzt, zuerst gehen wir und bauen eine Spiegelfabrik und stellen ein Jahr lang nichts als Spiegel her, um uns ausgiebig darin zu betrachten." (aus: Ray Bradbury: [i]"Fahrenheit 451"[/i]) |
| Lordress | deine mondende stimme verblutet im irrsinn spiegelscherben zerklirren deinen lautlosen schrei langsam rieselt die angst kriecht grinsendes zittern durch die geöffnete tür du siehst ein schwarzes licht im dunkeln und weinst im wahn was bleibt sind wortruinen im chaos deiner gedanken ...und dann hörst du mein LACHEN! soweit ich weiß von eve... |
| Pelloquin | [size=4]Ænema[/size] Some say the end is near Some say we'll see armageddon soon I certainly hope we will I sure could use a vacation from this Bullshit three ring circus sideshow... Of freaks here in this hopeless fucking hole we call LA The only way to fix it is to flush it all away Any fucking time, any fucking day Learn to swim, I'll see you down in Arizona bay Fret for your figure and Fret for your latte and Fret for your hairpiece and Fret for your lawsuit and Fret for your prozac and Fret for your pilot and Fret for your contract and Fret for your car It's a Bullshit three ring circus sideshow... Of freaks here in this hopeless fucking hole we call LA The only way to fix it is to flush it all away Any fucking time, any fucking day Learn to swim, I'll see you down in Arizona bay Some say a comet will fall from the sky Followed by meteor showers and tidal waves Followed by faultlines that cannot sit still Followed by millions of dumbfounded dipshits. Some say the end is near Some say we'll see armageddon soon I certainly hope we will cuz I sure could use a vacation from this Silly shit, stupid shit... One great big festering neon distraction, I've a suggestion to keep you all occupied Learn to swim Mom's gonna fix it all soon Mom's comin' round to put it back the way it ought to be Learn to swim Fuck L Ron Hubbard and Fuck all his clones Fuck all those gun-toting Hip gangster wannabes Learn to swim Fuck retro anything Fuck your tattoos Fuck all you junkies and Fuck your short memory Learn to swim Fuck smiley glad-hands With hidden agendas Fuck these dysfunctional, Insecure actresses Learn to swim Cuz I'm praying for rain And I'm praying for tidal waves I wanna see the ground give way I wanna watch it all go down Mom please flush it all away I wanna watch it go right in and down I wanna watch it go right in Watch you flush it all away Time to bring it down again Don't just call me pessimist Try and read between the lines I can't imagine why you wouldn't Welcome any change, my friend I wanna see it all come down Suck it down Flush it down ([i]Tool[/i]) |
| Nimue | Tief in den Himmel verklingt Traurig der letzte Stern. Noch eine Nachtigall singt fern-fern. Geh schlafen mein Herz, es ist Zeit. Kühl weht die Ewigkeit. Matt im Schoß liegt die Hand, einst so tapfer am Schwert. War, wofür du entbrannt, Kampfes wert? Geh schlafen mein Herz, es ist Zeit. Kühl weht die Ewigkeit. Ricard Huch |
| Pelloquin | [font=times new roman][size=3,5]"Was ist es nur? Welcher Dämon, welches unerforschliche Wesen treibt und drängt mich wider alle Sehnsucht und Liebe unaufhaltsam und ohne Unterlass weiter und zwingt mich zu Taten, die mein eigentliches inneres Wesen verabscheuen würde? Ist Ahab Ahab? Bin ich es, ist es Gott, oder wer sonst, der diesen Arm bewegt? Doch wenn selbst der Gestirne Lauf und Bahn nur durch des Allmächtigen Kraft gelenkt wird, wie kann mein winziges Herz da pochen, mein armes Hirn denken, wenn nicht Gott dieses Herz pochen lässt, diese Gedanken denkt und mein ganzes Leben lenkt - und nicht ich. Bei Gott im Himmel... Wir werden um und um gedreht auf dieser Welt, wie diese Spill dort, und das Schicksal führt die Handelsbarke. Zu alledem ein Himmel, der heiter lächelt, und die unergründliche endlose See... Schauen Sie! Schauen Sie hinab in die Tiefe! [i]Sehen[/i] Sie das ewige Morden da unten? Wer hat es diesen Geschöpfen eingegeben einander zu jagen und zu töten? Was geschieht mit diesen [i]Mördern[/i]? Wer sollte sie wohl verurteilen, wenn der Richter selbst vor die Schranken muß? Aber wozu solch Grübeln an diesem friedlich schönen Tag..."[/size][/font] (Käpt'n Ahab in Herman Melvilles [i]"Moby Dick"[/i]) |
| Pelloquin | In the next world war In a jackknifed juggernaut I am born again In the neon sign Scrolling up and down I am born again In an interstellar burst I am back to save the universe In a deep deep sleep of the innocent I am born again In a fast german car I'm amazed that I survived An airbag saved my life In an interstellar burst I am back to save the universe In an interstellar burst I am back to save the universe (Radiohead, [i]"Airbag"[/i]) |
| Pelloquin | [i][b]Exemplarische Herbstnacht[/b][/i] Nachts sind die Straßen so leer. Nur ganz mitunter markiert ein Auto Verkehr. Ein Rudel bunter raschelnder Blätter jagt hinterher. Die Blätter haschen und hetzen. Und doch weht kein Wind. Sie rascheln wie Fetzen und hetzen und folgen geheimen Gesetzen, obwohl sie gestorben sind. Nachts sind die Straßen so leer. Die Lampen brennen nicht mehr. Man geht und möchte nicht stören. Man könnte das Gras wachsen hören, wenn Gras auf den Straßen wär. Der Himmel ist kalt und weit. Auf der Milchstraße hat's geschneit. Man hört seine Schritte wandern, als wären es Schritte von andern, und geht mit sich selber zu zweit. Nachts sind die Straßen so leer. Die Menschen legen sich nieder. Nun schlafen sie, treu und bieder. Und morgen fallen sie wieder übereinander her. [Erich Kästner (1899-1974)] |
| Sneaky | Mein Bruder war ein Flieger Mein Bruder war ein Flieger, Eines Tags bekam er eine Kart, Er hat seine Kiste eingepackt, Und südwärts ging die Fahrt. Mein Bruder ist ein Eroberer, Unserm Volke fehlt's an Raum, Und Grund und Boden zu kriegen, ist Bei uns ein alter Traum. Der Raum, den mein Bruder eroberte, Liegt im Quadaramamassiv, Er ist lang ein Meter achtzig Und einen Meter fünfzig tief. Berthold Brecht |
| Pelloquin | [size=5]T[/size][size=4]hird[/size] [size=5]E[/size][size=4]ye[/size] Dreaming of that face again. It's bright and blue and shimmering. Grinning wide And comforting me with it's three warm and wild eyes. On my back and tumbling Down that hole and back again Rising up And wiping the webs and the dew from my withered eye. In... Out... In... Out... In... Out... A child's rhyme stuck in my head. It said that life is but a dream. I've spent so many years in question to find I've known this all along. "So good to see you. I've missed you so much. So glad it's over. I've missed you so much Came out to watch you play. Why are you running?" Shroud-ing all the ground around me Is this holy crow above me. Black as holes within a memory And blue as our new second sun. I stick my hand into his shadow To pull the pieces from the sand. Which I attempt to reassemble To see just who I might have been. I do not recognize the vessel, But the eyes seem so familiar. Like phosphorescent desert buttons Singing one familiar song... "So good to see you. I've missed you so much. So glad it's over. I've missed you so much. Came out to watch you play. Why are you running away?" Prying open my third eye. So good to see you once again. I thought that you were hiding. And you thought that I had run away. Chasing the tail of dogma. I opened my eye and there we were. So good to see you once again I thought that you were hiding from me. And you thought that I had run away. Chasing a trail of smoke and reason. Prying open my third eye ([i]Tool[/i]) |
| Fotograph | Dem Revolutionär Jesus zum Geburtstag Zweitausend Jahre sind es fast, seit du die Welt verlassen hast, du Opferlamm des Lebens! Du gabst den Armen ihren Gott. Du littest durch der Reichen Spott. Du tatest es vergebens! Du sahst Gewalt und Polizei. Du wolltest alle Menschen frei und Frieden auf der Erde. Du wußtest, wie das Elend tut und wolltest alle Menschen gut, damit es schöner werde! Du warst ein Revolutionär und machtest dir das Leben schwer mit Schiebern und Gelehrten. Du hast die Freiheit stets beschützt und doch den Menschen nichts genützt. Du kamst an die Verkehrten! Du kämpftest tapfer gegen sie und gegen Staat und Industrie und die gesamte Meute. Bis man an dir, weil nichts verfing, Justizmord, kurzerhand, beging. Es war genau wie heute. Die Menschen werden nicht gescheit. Am wenigsten die Christenheit, trotz allem Händefalten. Du hattest sie vergeblich lieb. Du starbst umsonst. Und alles blieb beim alten. (Erich Kästner) |
| Pelloquin | [font=times new roman][size=4]Ansprache an Millionäre[/size] [size=3]Warum wollt ihr solange warten, bis sie euren geschminkten Frauen und euch und den Marmorpuppen im Garten eins über den Schädel hauen? Warum wollt ihr euch denn nicht bessern? Bald werden Sie über die Freitreppen drängen und euch erstechen mit Küchenmessern und an die Fenster hängen. Sie werden Euch in die Flüsse jagen. Sinnlos werden dann Schrei und Gebet sein. Sie werden euch die Köpfe abschlagen. Dann wird es zu spät sein. Dann wird sich der Strahl der Springbrunnen röten. Dann stellen sie euch an die Gartenmauern. Sie werden kommen und schweigen und töten. Niemand wird über euch trauern. Wie lange wollt ihr euch weiter bereichern? Wie lange wollt ihr aus Gold und Papieren Rollen und Bündel und Barren speichern? Ihr werdet alles verlieren. Ihr seid die Herren von Maschinen und Ländern. Ihr habt das Geld und die Macht genommen. Warum wollt ihr die Welt nicht ändern, [i]bevor[/i] sie kommen? Ihr sollt ja gar nicht aus Güte handeln! Ihr seid nicht gut. Und auch sie sind´s nicht. Nicht euch, aber die Welt zu verwandeln, ist eure Pflicht! Der Mensch ist schlecht. Er bleibt es künftig. Ihr sollt euch keine Flügel anheften. Ihr sollt nicht gut sein, sondern vernünftig. Wir sprechen von Geschäften. Ihr helft, wenn ihr halft, nicht etwa nur ihnen. Man kann sich, auch wenn man gibt, beschenken. Die Welt verbessern und dran verdienen- das lohnt, drüber nachzudenken. Macht Steppen fruchtbar.Befehlt. Legt Gleise. Organisiert den Umbau der Welt! Ach, gäbe es nur ein Dutzend Weise mit sehr viel Geld... Ihr seid nicht klug. Ihr wollt noch warten. Uns tut es leid. Ihr werdet´s bereuen. Schickt aus dem Himmel paar Ansichtskarten! Es wird uns freuen.[/size][/font] (Erich Kästner) |
| Pelloquin | [font=times new roman][size=3]Wurzelaufwärts, zweigeabwärts, so steht der ew'ge Feigenbaum, Dessen Blätter Veda-Lieder; den Veda kennt, wer diesen kennt. Abwärts und aufwärts gehen dessen Zweige, Qualitäterwachsen, Sinnendinge sprossend; Nach unten auch die Wurzeln sich verbreiten, Die durch der Taten Band die Menschen fesseln. Seine Gestalt erfaßt man nicht auf Erden, Nicht End' noch Anfang, noch des Baumes Dauer; Wenn dieser Baum mit seinen mächt'gen Wurzeln Durch der Entsagung hartes Schwert gefällt ist, Dann muß man suchen jene höchste Stätte, Von der die Wandrer nimmer wiederkehren, Denkend: Ich geh' Zu jenem ersten Urgeist, Von dem seit alters alles Werden ausgeht. Von Stolz und Torheit frei, Welthangbesieger, Im höchsten Selbst nur lebend, ohn' Begehren, Befreit von Lust und Leid der Gegensätze, Geht unbeirrt man so zur ew'gen Stätte. Den Ort erhellt die Sonne nicht, der Mond nicht und das Feuer nicht; Von wo man nimmer wiederkehrt, ja, meine höchste Wohnstatt ist. Ein Teil von mir in dieser Welt als Einzelseele lang schon lebt, Die Sinne samt dem innern Sinn zieht er an sich aus der Natur. Wenn er als Herr den Leib erlangt und wenn er wieder tritt hinaus, Die Sinne fassend geht er hin, gleichwie der Wind die Düfte faßt. Gehör, Gesicht, Gefühl, Geschmack, Geruch, sowie den innern Sinn, Als Herr bemeisternd steht er da und genießet die Sinnenwelt. Ob er hinaus geht oder bleibt und genießt, qualitätbegabt, Törichte Menschen sehn ihn nicht, des Wissens Aug' nur läßt ihn schaun. Andächt'ge, die sich drum bemühn, die schaun ihn in dem eignen Selbst, Doch Toren, Unbereitete, ob sie sich mühn auch, sehn ihn nicht. Der Glanz, der in der Sonne ist und diese ganze Welt erhellt, Der in dem Mond, im Feuer ist, das, wisse, ist mein eigner Glanz. Eindringend in die Erde trag' die Wesen ich mit meiner Kraft, Die Pflanzen all laß ich gedeihn als Soma, der im Saft besteht. Zum Feuer werdend dring' ich ein in der belebten Wesen Leib, Mit Hauch und Aushauch fest vereint koch' ich vierfache Speise dort. In eines jeden Herz bin ich gedrungen, Erinnrung, Wissen und Bestreiten wirk' ich, Durch alle Veden bin ich zu erkennen, Bin Vedenkenner, schaffe den Vedânta. Zwei Arten Geist gibt's in der Welt, - einer vergeht, der andre nicht; Der erste sind die Wesen all, den andern nennt man »Gipfelhoch«. Der höchste Geist ein andrer ist, er wird das höchste Selbst genannt, Er dringet in die Dreiwelt ein und trägt sie als der ew'ge Herr. Weit mehr als der vergängliche, mehr als der unvergängliche Bin ich - drum heiß' ich in der Welt und in der Schrift der höchste Geist. Wer von Betörung frei mich so erkennet als den höchsten Geist, Der weiß alles und ehret mich von ganzem Herzen, Bhârata! Geheimnisvollste Wissenschaft ist so von mir verkündet dir; Wer sie erfaßt, ist weisheitsvoll und hat, fürwahr, das Ziel erreicht (Bhagavad Ghita: [i]Purushottama-Yoga - der Yoga der höchsten Person[/i])[/size][/font] |
| Pelloquin | I jumped in the river and what did I see? Black-eyed angels swam with me A moon full of stars and astral cars All the things I used to see All my lovers were there with me All my past and futures And we all went to heaven in a little row boat There was nothing to fear and nothing to doubt I jumped into the river Black-eyed angels swam with me A moon full of stars and astral cars And all the things I used to see All my lovers were there with me All my past and futures And we all went to heaven in a little row boat There was nothing to fear and nothing to doubt There was nothing to fear and nothing to doubt There was nothing to fear and nothing to doubt [i](Radiohead, "Pyramid Song")[/i] |
| BrrruNo | Enfant d'une génération ratée Qui pensait qu'à rêver De drapeaux blancs Moi j' veux du nucléaire J' veux du sexe et du sang Des bombes dans le RER Même si je ne suis qu'un enfant Enfant d'une génération ratée Vautré devant la TV On se branle devant les bombardement Mon dieu que c excitant Moi j' veux du nucléaire J' veux du sexe et du sang Des bombes dans le RER Même si je ne suis qu'un enfant Sous les ruines d'un monde On se souvient Masoud Que les rêves qu'on a fait D'amour et de paix God blesse america Sous les ruines d'un dieu On se souvient Masoud Et les rêves de liberté d'amour et de paix God blesse america Ouvrir les yeux sous le capitalisme Le bonheur idéal et le sang versé! Des milliards de pauvres Des milliards d'humain Mais des milliards d'humain Ca vaut pas un dollars Ouvrir les yeux Sur ce pauvre bon dieu Qui a rien demandé Et qui c plus son nom Tellement qu'il est perdu Au milieu des horreurs Que commettent ces fils Au nom de l'ignorance Ouvrir les yeux sur l'univers entier Ouvrir les yeux et les fermer enfin Ouvrir les yeux et puis quitter ce monde Pour un meilleur demain Moi j' veux du nucléaire Du sexe et du sang Des bombes dans le RER Même si je ne suis qu'un enfant God blesse america by Damien Saez ;) |
| Sneaky | Lewis Turco This is the moment when shadows gather under the elms, the cornices and eaves. This is the center of thunderweather. The birds are quiet among these white leaves where wind stutters, starts, then moves steadily under the elms, the cornices, and eaves-- these are our voices speaking guardedly about the sky, of the sheets of lightning where wind stutters, starts, then moves steadily into our lungs, across our lips, tightening our throats. Our eyes are speaking in the dark about the sky, of the sheets of lightening that illuminate moments. In the stark shades we inhibit, there are no words for our throats. Our eyes are speaking in the dark of things we cannot say, cannot ignore. This is the moment when shadows gather, shades we inhibit. There are no words, for this is the center of thunderweather. |
| Any Body | [center]Man verliebt sich oft nur in einen Zustand des anderen, in seine Heiterkeit oder in seine Schwermut. Schwindet dieser Zustand dann, so ist damit auch der feine, besondere Reiz jenes Menschen geschwunden. Daher die vielen Enttäuschungen [i]Christian Morgenstern[/i][/center] |
| Any Body | [center] Wer niemanden liebt, mache sich darauf gefasst, von niemandem geliebt zu werden [i]Epiktet[/i][/center] |
| Pelloquin | [size=1]It's alright There comes a time Got no patience to search For peace of mind Layin' low Want to take it slow No more hiding or Disguising truths I've sold Everyday it's something Hits me all so cold Find me sittin' by myself No excuses, then I know It's okay Had a bad day Hands are bruised from Breaking rocks all day Drained and blue I bleed for you You think it's funny, well You're drowning in it too Yeah, it's fine We'll walk down the line Leave our rain, a cold Trade for warm sunshine [i]You my friend I will defend And if we change, well [b]I love you anyway[/b][/i][/size] [size=1][Alice In Chains, [i]no excuses[/i]][/size] |
| Sneaky | Die Jagd / StS Du gehst mir nach, ich folge dir ein Kopfgeld gibt es für dein Haar ich kenne deine Spur du lockst mich weiter weg von hier du bist so jung wie ich's nie war hier gibt es keine Uhr du gehst zu weit für mich allein jetzt jagt man alle Hunde los und läßt die Falken fliegen du kommst nicht weit, das Land ist klein und deine Augen sind so groß nur ich kann dich noch kriegen bleib bleib stehn oder ich schiess auf mich ich fang die Doppelgänger ein dein Name steht an jedem Haus du bist schon lang verraten du kannst nicht immer schneller sein bald wirst du müd, dann ist es aus dann kommen die Soldaten du bist schon lang verraten bleib bleib stehn oder ich schiess auf mich |
| wesen | Morphine Groß ist die Ähnlichkeit der beiden schönen Jünglingsgestalten, ob der eine gleich Viel blässer als der andre, auch viel strenger, Fast möcht ich sagen: viel vornehmer aussieht Als jener andre, welcher mich vertraulich In seine Arme schloß - Wie lieblich sanft War dann sein Lächeln, und sein Blick war selig! Dann mocht es wohl geschehn, daß seines Hauptes Mohnblumenkranz auch meine Stirn berührte Und seltsam duftend allen Schmerz verscheuchte Aus meiner Seel - Doch solche Linderung, Sie dauert kurze Zeit; genesen gänzlich Kann ich nur dann, wenn seine Fackel senkt Der andre Bruder, der so ernst und bleich. - Gut ist der Schlaf, der Tod ist besser - freilich Das beste wäre, nie geboren zu sein. Heinrich Heine |
| wesen | Totschlagen Erst die Zeit dann eine Fliege vielleicht eine Maus dann möglichst viele Menschen dann wieder die Zeit Erich Fried |
| Engelchen666 | Ich bräuchte für eine Deutscharbeit Gedichte über Außenseiter/Fremde/Andersartige (aller Art)... es dürfen keine selbsterfundenen Sachen sein, der Autor sollte schon Rang und Namen haben... Vielleicht hat irgendwer von euch sowas ja mal in der Schule durchgenommen und kann mir weiterhelfen? Ich wäre sehr dankbar... Ich weiß nich, wo ich den Beitrag hätte einstellen sollen, wenn nicht hier!? |
| BlackTristania | Eine Rose Für Den Abschied Erben Der Schöpfung Ich versinke im Staub getrockneter Tränen Und den Schleiern von schweren Gedanken. Erinnerung lastet auf meiner Brust. Seit dem Tag, als die schwarze Rose ihr letztes Blatt verlor. Trübe Regentropfen bedecken mein Haar Und bodenlose Höhlen öffnen sich vor mir. Dorniger Schmerz sticht in meinem Herz, Seit dem Tag, als die schwarze Rose ihr letztes Blatt verlor. Eine schwarze Rose für den Abschied Doch nun ist auch sie verdorrt. Ich bin verloren in der Ewigkeit Und die Hölle bricht über mich herein. Die blutrote Sonne stürzt heulend in das Meer Und hinterlässt eine graue Einöde. Feuchter Dampf treibt mir den Schweiss auf die Stirn Seit dem Tag, als die schwarze Rose ihr letztes Blatt verlor. Gezackte Feuerblitze zereissen den Horizont Und Donner bringt die Erde zum Zittern. Ein grausamer Wind peitscht mir den Sand ins Gesicht Seit dem Tag, als die schwarze Rose ihre letztes Blatt verlor. Eine schwarze Rose für den Abschied Doch nun ist auch sie verdorrt. Ich bin verloren in der Ewigkeit Und die Hölle bricht über mich herein. Eine schwarze Rose für den Abschied Doch nun ist auch sie verdorrt. Ich bin verloren in der Ewigkeit Und die Hölle bricht über mich herein. |
| Midir | Schwarz, wie die Erinnerungswunde, wühlen die Augen nach dir, in dem von Herzzähnen hell- gebissenen Kronland. das unser Bett bleibt: durch diesen Schacht mußt du kommen - du kommst. Im Samen- sinn sternt dich das Meer aus, zuinnerst, für immer. Das Namengeben hat ein Ende, über dich werf ich mein Schicksal, Paul Celan |
| Midir | Der Mond und der Eibenbaum Das ist das Licht des Geistes, kalt und planetenhaft. Die Bäume des Geistes sind schwarz. Das Licht ist blau. Die Gräser entladen ihr Leid auf meine Füße, als wäre ich Gott, Sticheln an meinen Knöcheln und murmeln von ihrer Demut, Rauchig gespenstige Nebel bewohnen diesen Ort, Der getrennt ist von meinem Haus durch eine Grabsteinreihe. Ich kann einfach nicht sehen, wo man da hinkann. Der Mond ist keine Türe. Er ist ein Gesicht, sein eignes, Weiß wie ein Knochen und ganz und gar aus der Fassung. Er zieht das Meer nach wie ein dunkles Verbrechen; er schweigt Mit dem O des offenen Mundes der tiefsten Verzweiflung. Hier wohn ich. Zweimal jeden Sonntag erschrecken die Glocken den Himmel - Acht riesige Zungen, die die Auferstehung bezeugen. Nüchtern am Ende dröhnen sie noch ihre Namen. Der Eibenbaum zeigt nach oben, er hat eine gotische Form. Die Augen folgen ihm aufwärts und finden den Mond. Der Mond ist meine Mutter, die ist nicht süß wie Maria. Ihre blauen Kleider entlassen kleine Fledermäuse und Eulen. Wie gerne würde ich an Zärtlichkeit glauben - An des Gnadenbildes Gesicht, besänftigt von Kerzen. Das gerade mir seine milden Augen zuwendet. Ich bin gefallen, tief. Es blühen Wolken Blau und mystisch vor dem Gesicht der Sterne. In der Kirche der Heiligen, die werden alle blau sein Und schweben auf zarten Füßen über das kalte Gestühl, Ihre Hände und Gesichter starrend vor Heiligkeit. Der Mond, kalt und wild, sieht davon gar nichts. Und die Botschaft des Eibenbaumes ist Schwärze - Schwärze und Schweigen. Sylvia Plath |
| Midir | la belle dame sans merci ach, was kann dich quälen, ritter im harnisch, das du allein und bleich umherschweifst ? das schilf ist niedergewelkt am see, und kein vogel singt. ach, was kann dich quälen, ritter im harnisch, so abgehärmt und leiderfüllt ? des eichhorns kornhaus ist voll, die erntezeit vorbei. ich sehe eine lilie auf deiner stirn, die von qual und fiebertau feucht ist, und eine verblühende rose welkt rasch auf deiner wange. ich traf eine sehr schöne fraue auf dem anger, ein feenkind; ihr haar war lang, ihr fuß war leicht, und ihre augen waren wild. ich machte einen kranz für ihr haupt, und auch armspangen und einen duftenden gürtel ; sie sah mich an, als liebte sie, und klagte süß. ich setzte sie auf mein schreitend roß und sah nichts anderes den ganzen tag, denn seitlich lehnte sie sich hin und sang ein feenlied. sie fand für mich wurzeln von süßem geschmack und wildem honig und manna-tau, und wahrlich in fremder sprache sagte sie : "ich liebe dich treu." sie nahm mich mit in ihre elfengrotte und weinte dort undseufzte gar sehr, und dort schloß ich ihr die wilden wilden augen mit vier küssen. und dort sang sie mich in schlaf, und dort träumte ich, wehe mir, den letzten traum , den je ich träumte am kalten hügelhang. ich sahbleiche könige und auch fürsten, bleiche krieger, totenbleich waren sie alle, sie riefen: " la belle dame sans merci hält dich in bann." im zwielicht sah ich ihre verschmachteten lippen die sich in grausiger warnung weit öffneten, und ich erwachte und fand mich hier am kalten hü- gelhang. und darum bleibe ich ier allein und schweife bleich umher, obgleich das schilf am see nieder- welkte und kein vogel sang. John Keats |
| Midir | im schlangenwagen, an der weißen zypresse vorbei, durch die flut fuhren sie dich. doch in dir, von geburt, schäumte die andre quelle. am schwarzen strahl gedächtnis kilommst du zutag. |
| Midir | HEUTE: nächtliches wieder, feuergepeitscht, glosender nacktpflanzenreigen. (gestern: über den rudernden namen schwebte die treue; kreide gingschreibend umher; offen lag es und grüßte: das wassergewordenen buch.) den eulenkiesel erlost - vom schlafsims blickt er herunter aus fünfaug dem du verfielst. sonst ? halb- und viertel- verbündete auf der geschlagenen-seite.reichtümer an verloren-vergällter sprache. wenn sie den letzten schatten pfählen, brennst du die schwörende hand frei. |
| Midir | die beiden gedichte sind von Paul Celan, |
| Midir | sabbath ein hauch von fiebernd giftigen gewächsen macht träumen mich in mondnen dämmerungen, und leise fühl´ich mich umrankt, umschlungen, und seh´gleich einem sabbath toller hexen blutfarbne blüten in der spiegel hellen aus meinem herzen keltern flammenbrünste, und ihre lippen kundig aller künste an meiner trunkenen kehle wütemd schwellen. pestfarbne blumen tropischer gestade, die reichen meinen lippen ihre schulen, die trüben geiferbrunnen ekler qualen. und eine schlingt - o rasende mänade - mein fleisch, ermattet von den schwülen dünsten, und schmerzvezückt von fürchterlichen brünsten. Georg Trakl |
| blutseele | [I] Annabel Lee It was many and many a year ago, In a kingdom by the sea, That a maiden there lived whom you may know By the name of Annabel Lee; And this maiden she lived with no other thought Than to love and be loved by me. I was a child and she was a child, In this kingdom by the sea; But we loved with a love that was more than love- I and my Annabel Lee; With a love that the winged seraphs of heaven Coveted her and me. And this was the reason that, long ago, In this kingdom by the sea, A wind blew out of a cloud, chilling My beautiful Annabel Lee; So that her highborn kinsman came And bore her away from me, To shut her up in a sepulchre In this kingdom by the sea. The angels, not half so happy in heaven, Went envying her and me- Yes!- that was the reason (as all men know, In this kingdom by the sea) That the wind came out of the cloud by night, Chilling and killing my Annabel Lee. But our love it was stronger by far than the love Of those who were older than we- Of many far wiser than we- And neither the angels in Heaven above, Nor the demons down under the sea, Can ever dissever my soul from the soul Of the beautiful Annabel Lee. For the moon never beams without bringing me dreams Of the beautiful Annabel Lee; And the stars never rise but I feel the bright eyes Of the beautiful Annabel Lee; And so, all the night-tide, I lie down by the side Of my darling- my darling- my life and my bride, In the sepulchre there by the sea, In her tomb by the side of the sea. (Edgar Allen Poe) [/I] |
| blutseele | [I] Die weiße Blume In Vaters Garten heimlich steht ein Blümchen traurig und bleich; Der Winter zieht fort, der Frühling weht, bleich Blümchen bleibt immer so bleich. Die bleiche Blume schaut wie eine kranke Braut. Zu mir bleich Blümchen leise spricht: Lieb Brüderchen, pflücke mich! Zu Blümchen sprech ich: Das tu ich nicht, Ich pflücke nimmermehr dich; Ich such mit Müh und Not, Die Blume purpurrot. Bleich Blümchen spricht: Such hin, such her, Bis an deinen kühlen Tod, Du suchst umsonst, findst nimmermehr die Blume purpurrot; Mich aber pflücken tu, ich bin so krank wie du. So lispelt bleich Blümchen, und bittet sehr - Da zag ich, und pflück es schnell. Und plötzlich blutet mein Herz nicht mehr, Mein innres Auge wird hell. In meine wunde Brust Kommt stille Engellust. (Heinrich Heine) [/I] |
| Pelloquin | [font=papyrus][color=white][size=5]Ansprache an Millionäre[/size][/font][/color] Warum wollt ihr so lange warten, bis sie euren geschminkten Frauen und euch und den Marmorpuppen im Garten eins über den Schädel hauen? Warum wollt ihr euch denn nicht bessern? bald werden sie über die Freitreppen drängen und euch erstechen mit Küchenmessern und an die Fenster hängen. Sie werden euch in die Flüsse jagen. Sinnlos werden dann Schrei und Gebet sein. Sie werden euch die Köpfe abschlagen. Dann wird es zu spät sein. Dann wird sich der Strahl der Springbrunnen röten. Dann stellen sie euch an die Gartenmauern. Sie werden kommen und schweigen und töten. Niemand wird über euch trauern. Wie lange wollt ihr euch weiter bereichern? wie lange wollt ihr aus Gold und Papieren Rollen und Bündel und Barren speichern? Ihr werdet alles verlieren. Ihr seid die Herren von Maschinen und Ländern. Ihr habt das Geld und die Macht genommen. Warum wollt ihr die Welt nicht ändern, [i]bevor[/i] sie kommen? Ihr sollt ja gar nicht aus Güte handeln! Ihr seid nicht gut. Und auch sie sind's nicht. Nicht euch, aber die Welt zu verwandeln, ist eure Pflicht! Der Mensch ist schlecht. Er bleibt es künftig. Ihr sollt euch keine Flügel anheften. Ihr sollt nicht gut sein, sondern vernünftig. Wir sprechen von Geschäften. Ihr helft, wenn ihr halft, nicht etwa nur ihnen. Man kann sich, auch wenn man gibt, beschenken. Die Welt verbessern [i]und[/i] dran verdienen - das lohnt, darüber nachzudenken. macht Steppen fruchtbar. Befehlt. Legt Gleise. Organisiert den Umbau der Welt! Ach, gäbe es nur ein Dutzend Weise mit sehr viel Geld... Ihr seid nicht klug. Ihr wollt noch warten. Und tut es leid. Ihr werdet's bereuen. Schickt aus dem Himmel paar Ansichtskarten! Es wird uns freuen. (Erich Kästner) |
| Pelloquin | Exemplarische Herbstnacht [size=1]Nachts sind die Straßen so leer. Nur ganz mitunter markiert ein Auto Verkehr. Ein Rudel bunter, raschelnder Blätter jagt hinterher. Die Blätter jagen und hetzen. Und doch weht kein Wind. Sie rascheln wie Fetzen und hetzen und folgen geheimen Gesetzen. obwohl sie gestorben sind. Nachts sind die Straßen so leer. Die Lampen brennen nicht mehr. Man geht und möchte nicht stören. Man könnte das Gras wachsen hören, wenn Gras auf den Straßen wär. Der Himmel ist kalt und weit. Auf der Milchstraße hat's geschneit. Man hört seine Schritte wandern, als wären es Schritte von andern, und geht mit sich selbst zu zweit. Nachts sind die Straßen so leer. Die Menschen legten sich nieder. Nun schlafen sie, treu und bieder. und morgen fallen sie wieder übereinander her.[/size] (Erich Kästner) |
| Sneaky | Herbsttag Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren laß die Winde los. Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; gieb ihnen noch zwei südlichere Tage, dränge sie zur Vollendung hin und jage die letzte Süße in den schweren Wein. Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben. Rilke |
| Sternenstaub | [I][SIZE=1]Das berühmte Gefühl Als ich zum ersten Male starb, - Ich weiß noch, wie es war. Ich starb so ganz für mich und still, Das war zu Hamburg, im April, Und ich war achtzehn Jahr. Und als ich starb zum zweiten Mal, Das Sterben tat so weh. Gar wenig hinterließ ich dir: Mein klopfend Herz vor deiner Tür, Die Fußspur rot im Schnee. Doch als ich starb zum dritten Mal, Da schmerzte es nicht sehr. So altvertraut wie Bett und Brot Und Kleid und Schuh war mir der Tod. Nun sterbe ich nicht mehr. Mascha Kaleko[/I][/SIZE] |
| Nihilx | This Charles Bukowski self-congratulatory nonsense as the famous gather to applaud their seeming greatness you wonder where the real ones are what giant cave hides them as the deathly talentless bow to accolades as the fools are fooled again you wonder where the real ones are if there are real ones. this self-congratulatory nonsense has lasted decades and with some exceptions centuries. this is so dreary is so absolutely pitiless it churns the gut to powder shackles hope it makes little things like pulling up a shade or putting on your shoes or walking out on the street more difficult near damnable as the famous gather to applaud their seeming greatness as the fools are fooled again humanity you sick motherfucker. |
| Kobold | [SIZE=1]Georg Trakl[/SIZE] Den Schlafenden erscheinen Engel mit weißen, zerfetzten Flügeln. Im schwarzen Moorland schweigen vergangene Vegetationen. Es ist ein Flüsterwind, Gott, der traurige Stätten verläßt. Die Kirchen sind verstorben. Würmer nisten sich in den Nischen ein. Der Sommer hat das Korn verbrannt. Die Hirten sind fortgezogen. Wo immer man geht, rührt man leise ein früheres Leben. Die Mühlen und Bäume gehen leer im Abendwind. In der zerstörten Stadt richtet die Nacht schwarze Zelte auf. Wie eitel ist alles. |
| Tolkien | "Was aus Schmerzen kam war Vorübergang. Und mein Ohr vernahm nichts als Lobgesang." Werner Bergengruen, 1942 |
| starsnostars | jau, hier mal ein paar meiner lieblingsgedichte: Kennst du das auch? Kennst du das auch, daß manches mal Inmitten einer lauten Lust, Bei einem Fest, in einem frohen Saal, Du plötzlich schweigen und hinweggehen mußt? Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf Wie Einer, den plötzlich Heimweh traf; Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch, Du weinst, ohne Halt - Kennst du das auch? (Hermann Hesse) ich bin nicht gern wo ich herkomme ich bin nicht gern wo ich hinfahre warum sehe ich den radwechsel mit ungeduld? (Bertolt Brecht) Wohin? Zur Liebe Aber die Liebe führt zum Grübeln Zum Grübeln? Aber das Grübeln führt zur Trauer Zur Trauer? Aber die Trauer führt zum Mitleid Zum Mitleid? Aber das Mitleid führt zur Verzweiflung Zur Verzweiflung? Aber die Verzweiflung führt zu den Fragen Zu den Fragen? Aber die Fragen führen Antworten Zu Antworten? Aber die Antworten führen zur Auflehnung Zur Auflehnung? Aber die Auflehnungf führt zum Tod Also zum Tod? Aber ohne die Auflehnung ohne das Mitleid ohne die Liebe was wäre das Leben? (n.a.) >Die Beiden< Sie trug den Becher in der Hand - Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand -, So leicht und sicher war ihr Gang, Kein Tropfen aus dem Becher sprang. So leicht und fest war seine Hand: Er ritt auf einem jungen Pferde, Und mit nachlässiger Gebärde Erzwang er, daß es zitternd stand. Jedoch, wenn er aus ihrer Hand Den leichten Becher nehmen sollte, So war es beiden allzu schwer: Denn beide bebten sie so sehr, Daß keine Hand die andre fand Und dunkler Wein am Boden rollte. (- H. v. Hofmannsthal) Sommerbild Ich sah des Sommers letzte Rose stehn Sie war, als ob sie bluten könne rot, Da sprach ich schaudernd im Vorübergehn: So weit im Leben ist zu nah am Tod! Es regte sich kein Hauch am heißen Tag, Nur leise strich ein Schmetterling, Doch ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag Bewegte, sie empfand es, Und verging. (Friedrich Hebbel) "Das Fräulein stand am Meere Und seufzte lang und bang, Es rührte sie so sehre Der Sonnenuntergang. Mein Fräulein, sei'n Sie munter, Das ist ein altes Stück; Hier vorne geht sie unter Und kehrt von hinten zurück." (Heinricht Heine) :) |
| Dark Luzifer | Hier ein paar meiner Favoriten: [FONT=courier new]Roman Ritter[/FONT] [SIZE=2]Zeilenbruch und Wortsalat (1982)[/SIZE] Es gab Zeiten, in denen man meinte, ein Gedicht sei das, was sich reimt. Es gab Zeiten, in denen man meinte, ein Gedicht sei das, was unverstanden bleiben muss. Heute Weiß man: Ein Gedicht ist das, was die Zeilen bricht. [FONT=courier new] Reiner Maria Rilke[/FONT] [SIZE=2] Herbst (1902)[/SIZE] Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde Aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an, es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen Unendlich sanft in seinen Händen hält. [FONT=courier new] Rolf Dieter Brinkmann (1975)[/FONT] [SIZE=2] Einen jener klassischen[/SIZE] Schwarzen Tangos in Köln, Ende des Monats August, da der Sommer schon ganz verstaubt ist, kurz nach Laden Schluss aus der offenen Tür einer dunklen Wirtschaft, die einem Griechen gehört, hören, ist beinahe Ein Wunder: für einen Moment eine Pause in dieser Straße, die niemand liebt und atemlos macht, beim hindurchgehen. Ich schrieb das schnell auf, bevor der Moment in der verfluchten dunstigen Abgeschiedenheit Kölns wieder erlosch. |
| Regentag | Rolf Haufs: [i]Ein Augenblick im Juni[/i] Sie gab mir eine rote Tomate Ich aß sie statt sie zu werfen Ich sagte jetzt schießen sie Aber sie lachte weil sie nicht wußte Wie leise Pistolenschüsse sind In einem Hof Ich ging mit und zündete eine Zeitung an und drohte Den Leuten in den Fenstern Weil sie mit Blumentöpfen warfen Jetzt hat sich etwas geändert Dachte ich die Wohnung und Die Musik im Radio Später als ich das Bild sah mit Dem Mädchen das den Kopf hielt Des toten Studenten Dachte ich die kennst du Die hast du Schon mal gesehen. |
| Ishvara | Charles Baudelaire Das Skellet als Ackermann (XCIV) I Auf Tafeln anatomischer Gestalten, Am Ufer mitten in dem Staubgeruch, Wo noch so manches moderige Buch Hinschlummert wie die Mumien der Alten, -Zeichnungen, die durch Ernst, der ihnen eigen, Und Können einer greisen Künstlerhand, Obwohl er traurig ist, der Gegenstand In seiner eigenartigen Schönheit zeigen- Sieht man, wodurch sie noch gesteigert haben Das Unbegreifliche, davor uns graut, Gerippe Muskelmänner ohne Haut, wie Knechte in den Ackerboden graben II Von diesen Feldern, die ihr so durchwühlt, Ergeben euerm schauerlichen Sein, Mit aller Kraft, die ihr in dem Gebein Und in den bloßgelegten Muskeln fühlt, Sagt welches ist der seltsa,e Ertrag, Ihr Sträflinge, dem Beinhaus abgerungen, Und welcher Bauer hat euch wohl gedungen, Der seine Scheuer derart füllen mag? Wollt ihr (des allzu harten Schicksals List Ein Sinnbild, wahrlich grauenhaft und klar!) Uns zeigen, dass uns in der Grube gar Der uns verheißene Schlaf nicht sicher ist; Dass wir vom Nichts uns auch verraten finden; Dass alles, selbst der Tod, uns noch belügt, Und er vielleicht zu guter Letzt verfügt Dass wir uns ach! In Ewigkeiten schinden Und irgendwo in unbekannten Weiten Den Spaten in die Erde stoßen müssen, Um mit den blutigen und nackten Füßen Den widerspenstigen Boden zu bereiten? (Übersetzung von Monika Fahrenbach-Wachendorff) |
| Ishvara | Gottfried Benn Morgue I Kleine Aster Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt. Irgendeiner hatte ihm eine dunkelhelllila Aster zwischen die Zähne geklemmt. Als ich von der Brust aus unter der Haut mit einem langen Messer Zunge und Gaumen herausschnitt, muss ich sie angestoßen haben, denn sie glitt in das nebenliegende Gehirn. Ich packte sie ihm in die Brusthöhle zwischen die Holzwolle, als man zunähte. Trinke dich satt in der Vase! Ruhe sanft, kleine Aster! |
| iks.igrec | Sonnet 130 My mistress' eyes are nothing like the sun; Coral is far more red than her lips' red; If snow be white, why then her breasts are dun; If hairs be wires, black wires grow on her head. I have seen roses damasked, red and white, But no such roses see I in her cheeks, And in some perfumes is there more delight Than in the breath that from my mistress reeks. I love to hear her speak, yet well I know That music has a far more pleasing sound. I grant I never saw a goddess go; My mistress when she walks treads on the graound. And yet, by heaven, I think my love as rare As anything she belied with false compare. William Shakespeare |
| Dark Angel II | Nähe des Geliebten Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer Vom Meer erstrahlt; Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer In Quellen malt. Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege Der Staub sich hebt; In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege Der Wandrer bebt. Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen Die Welle steigt; Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen, Wenn alles schweigt. Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne, Du bist mir nah! Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne. O wärst du da! Johann Wolfgang von Goethe |
| Ishvara | Else Lasker-Schüler (1869-1945) WELTENDE Es ist ein Weinen in der Welt, Als ob der liebe Gott gestorben wär, Und der bleierne Schatten, der niederfällt, Lastet grabesschwer. Komm, wir wollen uns näher verbergen... Das Leben liegt in aller Herzen Wie in Särgen. Du! wir wollen uns tief küssen - Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, An der wir sterben müssen. --------------------------------------------------------------------------- August Stramm Abend Müde webt Stumpfen dämmert Beten lastet Sonne wundet Schmeichelt Du. |
| Ishvara | Die Dämonen der Stadt Sie wandern durch die Nacht der Städte hin, Die schwarz sich ducken unter ihrem Fuß. Wie Schifferbärte stehen um ihr Kinn Die Wolken schwarz vom Rauch und Kohlenruß. Ihr langer Schatten schwankt im Häusermeer Und löscht der Straßen Lichterreihen aus. Er kriecht wie Nebel auf dem Pflaster schwer Und tastet langsam vorwärts Haus für Haus. Den einen Fuß auf einen Platz gestellt, Den anderen gekniet auf einen Turm, Ragen sie auf, wo schwarz der Regen fällt, Panspfeifen blasend in den Wolkensturm. Um ihre Füße kreist das Ritornell Des Städtemeers mit trauriger Musik, Ein großes Sterbelied. Bald dumpf, bald grell Wechselt der Ton, der in das Dunkel stieg. Sie wandern an dem Strom, der schwarz und breit Wie ein Reptil, den Rücken gelb gefleckt Von den Laternen, in die Dunkelheit Sich traurig wälzt, die schwarz den Himmel deckt. Sie lehnen schwer auf einer Brückenwand Und stecken ihre Hände in den Schwarm Der Menschen aus, wie Faune, die am Rand Der Sümpfe bohren in den Schlamm den Arm. Einer steht auf. Dem weißen Monde hängt Er eine schwarze Larve vor. Die Nacht, Die sich wie Blei vom finstern Himmel senkt, Drückt tief die Häuser in des Dunkels Schacht. Der Städte Schultern knacken. Und es birst Ein Dach, daraus ein rotes Feuer schwemmt. Breitbeinig sitzen sie auf seinem First Und schrein wie Katzen auf zum Firmament. In einer Stube voll von Finsternissen Schreit eine Wöchnerin in ihren Wehn. Ihr starker Leib ragt riesig aus den Kissen, Um den herum die großen Teufel stehn. Sie hält sich zitternd an der Wehebank. Das Zimmer schwankt um sie von ihrem Schrei, Da kommt die Frucht. Ihr Schoß klafft rot und lang Und blutend reißt er von der Frucht entzwei. Der Teufel Hälse wachsen wie Giraffen. Das Kind hat keinen Kopf. Die Mutter hält Es vor sich hin. In ihrem Rücken klaffen Des Schrecks Froschfinger, wenn sie rückwärts fällt. Doch die Dämonen wachsen riesengroß. Ihr Schläfenhorn zerreißt den Himmel rot. Erdbeben donnert durch der Städte Schoß Um ihren Huf, den Feuer überloht. |
| RiSiNgMooN | Autor: cHaOs_aRcOmAgE zu erklären es nicht ist ? das wissen nehme seinen lauf... noch keiner kam von selber drauf... doch lauschet mir, es schadet nicht... erwartungen die zukunft bricht... vor hundert jahren es einst war... so vieles war noch niemals da... doch siehe da, der pc wirkt.... und alter glaube heimlich stirbt... das gleiche den gefühlen blüht... die zeit sich darum sehr bemüht... gelöst die fragen werden bald... exact und äusserst logisch kalt... die meinung welche ihr verkündet... dem hier und jetzt sich stets verbündet... verdenken nicht, ich euch dies werde... falsch zu glauben liebt die erde... |
| ScherbenKönigin | Hans Arp 1887-1966 Die Schwalbenhode 1. weh unser guter kaspar ist tot wer verbirgt nun die brennende fahne im zopf und wer dreht die kaffeemühle wer lockt nun das idyllische reh auf dem meer verwirrte er die schiffe mit dem wörtchen parapluie und die winde nannte er bienenvater weh weh weh unser guter kaspar ist tot heiliger bimbam kaspar ist tot die heufische klappern in den glocken wenn man seinen vornamen ausspricht darum seufze ich weiter kaspar kaspar kaspar warum bist du ein stern geworden oder eine kette aus wasser an einem heißen wirbelwind oder ein euter aus schwarzem licht oder ein durchsichtiger ziegel an der stöhnenden trommel des felsigen wesens jetzt vertrocknen unsere scheitel und sohlen und die feen liegen halbverkohlt auf den scheiterhaufen 2. jetzt donnert hinter der sonne die schwarze kegelbahn und keiner zieht mehr die kompasse und die räder der schiebkarren auf wer ißt nun mit der ratte am einsamen tisch wer verjagt den teufel wenn er die pferde verführen will wer erklärt uns die monogramme in den sternen seine büste wird die kamine aller wahrhaft edlen menschen zieren doch das ist kein trost und schnupftabak für einen totenkopf 3. auf den wasserkanzeln bewegen die kaskadeure ihre fähnchen wie figura 5 zeigt die abenteuer mit falschen bärten und diamantenen hufen bestiegen vermittels aufgeblasener walfischhäute schneidend das podium der große geisterlöwe harun el raschid sprich harun al radi gähnte dreimal und zeigte seine vom rauchen schwarz gewordenen zähne die merzerisierten klapperschlangen wickelten sich von ihren spulen mähten ihr getreide und verschlossen es in steine aus dem saum des todes traten die augen der jungen sterne nach der geißelung auf der sonnenbacke tanzten die hufe des esels auf flaschenköpfen die toten fielen wie flocken von ledernen türmen wieviel totengerippe drehten die räder der tore als der wasserfall dreimal gekräht hatte erblich seine tapete bis auf das blut und die matrosenmatritze zersprang aus der tiefe stiegen die schränke und breiteten ihre anker aus endlich wagte das meer die ohnmacht der bittern kompasse die glitzernden engel drehten sich in ihren angeln die gläsernen eulen reichten sich den tod von schnabel zu schnabel die vögel hingen ihre glasschweife wie wasserfälle aus den felsen die bäuerinnen trugen ausgebrannte ausgestopfte sonnen in ihrem haar den bäuerinnen nur in ihren kröpfen nur in ihren nickhäuten nur in ihrer lieben kleinen stadt jerusalem wachspuppen auszusetzen erlaubt war 4. die edelfrau pumpt feierlich wolken in säcke aus leder und stein lautlos winden riesenkräne trillernde lerchen in den himmel die sandtürme sind mit wattepuppen verstopft in den schleusen stauen sich ammonshörner diskusse und mühlsteine die schiffe heißen hans und grete und fahren ahnungslos weiter der drache trägt die inschrift kunigundula und wird an der leine geführt den städten sind die füße abgesägt den kirchtürmen nur volle bewegungsfreiheit in den kellern gegeben darum sind wir auch nicht verpflichtet die krallen hörner und wetterfahnen zu putzen 5. obwohl der mond mir wie ein spiegel gegenüberhängt schmerzt mich der engel im auge auf den tischen laufen die sämereien auf und pochst du an die pflanzen so springen ihre blumen hervor die löwen verenden vor ihren schilderhäusern mit gießkannen voll diamanten zwischen den krallen die führer tragen schürzen aus holz die vögel tragen schuhe aus holz die vögel sind voll widerhall unaufhörlich rollen ihnen die eier aus ihren kleinen herzen ihre sohlen stehen auf schreitenden flammen reißt die schneekette so rufen sie den herrgott an senkt sich das himmelsrad so treten ihre hufe auf schwarze körner im januar schneit es graphit in das ziegenfell im februar zeigt sich der strauß aus kreideweißem licht und weißen sternen im märz balzt der würgeengel und die ziegel und falter flattern fort und die sterne schaukeln in ihren ringen und die windfangblumen rasseln in ihren ketten und die prinzessinnen singen in ihren nebeltöpfen wer eilt auf kleinen fingern und flügeln den morgenwinden nach |
| ilumina | In einem recht alten Thread entdeckte ich dieses wunderbare Kleinod von "Eisdrache" (26.08.2004) - viel zu schön, um unterzugehen!!!*zwinker* 1. Ich bin ein kleiner Gothic, und Leichen find ich gut, am morgen fress ich Kinder, am abend trink ich Blut 2. *frei nach den Ärzten* Ich hatte heute Nacht einen Traum, da sprach zu mir, man glaubt es kaum, Satanas selbst, in finstrer Nacht, und hat zum glauben mich gebracht. Ab heute bin ich Satanist, weil Satan, wirklich klasse ist, nun bin ich böse jeden Tag, mein Nachttisch ist ein Kindersarg. Als ich am morgen aufgewacht, hab ich erst Mickey umgebracht, mein Hamster war das Opfertier, sein Blut es stillt meine Gier. Ab heute bin ich Satanist, weil Du mein Freund noch keiner bist, am Anfang ist es nur Protest, ach..mit der Zeit kommt auch der Rest. Ich schneide mir die Arme auf, die Narben nehm ich gern in kauf, den auch wen mich die Schmerzen stören, so will ich doch...dazu gehören. Ab heute bin ich Satanist, weil es doch wirklich Mode ist, ich schlafe auf den Friedhof ein, den so..ja so...muss Satan sein. Ich lese Crowley und Lafey, doch da ich kaum ein Wort versteh, seh ich viel lieber Schwer-Metall, den dies...dies ist ein Sündenfall. Ab heute bin ich Satanist, doch morgen endet seine Frist, dann bin ich nicht mehr Satans Fan, es bleibt für mich...der Wutang-Clan Yooo Man-Westcoast....for life ....Peace |
| AlienSexFiend | [B][u]Herzstück[/u][/B] [size=1](Heiner Müller, 1929-1995)[/size] [b]EINS[/b] [i]Darf ich Ihnen mein Herz zu Füßen legen.[/i] [b]ZWEI[/b] [i]Wenn Sie mir meinen Fußboden nicht schmutzig machen.[/i] [b]EINS[/b] [i]Mein Herz ist rein.[/i] [b]ZWEI[/b] [i]Das werden wir ja sehn.[/i] [b]EINS[/b] [i]Ich kriege es nicht heraus.[/i] [b]ZWEI[/b] [i]Wollen Sie, daß ich Ihnen helfe.[/i] [b]EINS[/b] [i]Wenn es Ihnen nichts ausmacht.[/i] [b]ZWEI[/b] [i]Es ist mir ein Vergnügen. Ich kriege es auch nicht heraus.[/i] [b]EINS[/b] [i]heult[/i] [b]ZWEI[/b] [i]Ich werde es Ihnen herausoperieren. Wozu habe ich ein Taschenmesser. Das werden wir gleich haben. Arbeiten und nicht verzweifeln. So, das hätten wir. Aber das ist ja ein Ziegelstein. Ihr Herz ist ein Ziegelstein.[/i] [b]EINS[/b] [i]Aber es schlägt nur für Sie.[/i] |
| Tjorven | Annabel Lee by Edgar Allan Poe It was many and many a year ago, In a kingdom by the sea, That a maiden there lived whom you may know By the name of ANNABEL LEE; And this maiden she lived with no other thought Than to love and be loved by me. I was a child and she was a child, In this kingdom by the sea; But we loved with a love that was more than love- I and my Annabel Lee; With a love that the winged seraphs of heaven Coveted her and me. And this was the reason that, long ago, In this kingdom by the sea, A wind blew out of a cloud, chilling My beautiful Annabel Lee; So that her highborn kinsman came And bore her away from me, To shut her up in a sepulchre In this kingdom by the sea. The angels, not half so happy in heaven, Went envying her and me- Yes!- that was the reason (as all men know, In this kingdom by the sea) That the wind came out of the cloud by night, Chilling and killing my Annabel Lee. But our love it was stronger by far than the love Of those who were older than we- Of many far wiser than we- And neither the angels in heaven above, Nor the demons down under the sea, Can ever dissever my soul from the soul Of the beautiful Annabel Lee. For the moon never beams without bringing me dreams Of the beautiful Annabel Lee; And the stars never rise but I feel the bright eyes Of the beautiful Annabel Lee; And so, all the night-tide, I lie down by the side Of my darling- my darling- my life and my bride, In the sepulchre there by the sea, In her tomb by the sounding sea. |
| Tjorven | Twilight (Liedtext von [URL=http://www.larcsix.de]L'Arc Six[/URL] ) Wake up my dear, the sky has two eyes Let's step outside and wander in twilight Under white sails of haze, our feet wet with morning dew In the dying of the night we watch the full moon setting Like a bird that tries to fly again after hours of forgetting How to move his wings, how to do the things He used to do before the night We take steps on maiden land Wake up my dear, let's praise the neew light Our shadows graced with colour seems in the first flash of the day Under white sails of haze, our feet wet with morning dew |
| TheTurningPoint | Friedrich Hölderlin [b]Die Liebe[/b] Wenn ihr Freunde vergeßt, wenn ihr die Euern all O ihr Dankbaren, sie, euere Dichter schmäht, Gott vergeb' es, doch ehret Nur die Seele der Liebenden. Denn o saget, wo lebt menschliches Leben sonst Da die knechtische jetzt alles, die Sorge zwingt? Darum wandelt der Gott auch Sorglos über dem Haupt uns längst. Doch, wie immer das Jahr kalt und gesanglos ist Zur beschiedenen Zeit, aber aus weißem Feld Grüne Halme doch sprossen Und ein einsamer Vogel singt, Und sich mählich der Wald dehnet, der Strom sich regt, Schon die mildere Luft leise von Mittag weht Zur erlesenen Stunde, So ein Zeichen der schönern Zeit, Die wir glauben, erwächst einziggenügsam noch, Einzig edel und fromm über dem ehernen, Wilden Boden die Liebe, Gottes Tochter, von ihm allein. Sei gesegnet, o sei, himmlische Pflanze, mir Mit Gesange gepflegt, wenn des ätherischen Nektars Kräfte dich nähren, Und der schöpfrische Strahl dich reift. Wachs und werde zum Wald! eine beseeltere, Vollentblühende Welt! Sprache der Liebenden Sei die Sprache des Landes, Ihre Seele der Laut des Volks! |
| TheTurningPoint | Friedrich Hölderlin [b]Der Mensch[/b] Kaum sproßten aus den Wassern, o Erde, dir Der jungen Berge Gipfel und dufteten Lustatmend, immergrüner Haine Voll, in des Ozeans grauer Wildnis Die ersten holden Inseln; und freudig sah Des Sonnengottes Auge die Neulinge, Die Pflanzen, seiner ewgen Jugend Lächelnde Kinder, aus dir geboren. Da auf der Inseln schönster, wo immerhin Den Hain in zarter Ruhe die Luft umfloß, Lag unter Trauben einst, nach lauer Nacht, in der dämmernden Morgenstunde Geboren, Mutter Erde ! dein schönstes Kind;- Und auf zum Vater Helios sieht bekannt Der Knab, und wacht und wählt, die süßen Beere versuchend, die heilge Rebe Zur Amme sich; und bald ist er groß; ihn scheun Die Tiere, denn ein anderer ist, wie sie, Der Mensch; nicht dir und nicht dem Vater Gleicht er, denn kühn ist in ihm und einzig Des Vaters hohe Seele mit deiner Lust, O Erd ! und deiner Trauer von je vereint; Der Göttermutter, der Natur, der Allesumfassenden möchte er gleichen ! Ach ! darum treibt ihn, Erde ! vom Herzen dir Sein Übermut, und deine Geschenke sind Umsonst und deine zarten Bande; Sucht er ein Besseres doch, der Wilde ! Von seines Ufers duftender Wiese muß Ins blütenlose Wasser hinaus der Mensch, Und glänzt auch, wie die Sternenacht, von Goldenen Früchten sein Hain, doch gräbt er Sich Höhlen in den Bergen und späht im Schacht, Von seines Vaters heiterem Lichte fern, Dem Sonnengott auch ungetreu, der Knechte nicht liebt und der Sorge spottet. Denn freier atmen Vögel des Walds, wenn schon Des Menschen Brust sich herrlicher hebt, und der Die dunkle Zukunft sieht, er muß auch Sehen den Tod, und allein ihn fürchten. [b]Und Waffen wider alle, die atmen trägt In ewigbangem Stolze der Mensch; im Zwist Verzehrt er sich und seines Friedens Blume, die zärtliche, blüht nicht lange.[/b] Ist er von allen Lebensgenossen nicht Der seligste ? Doch tiefer und reißender Ergreift das Schicksal, allausgleichend, Auch die entzündbare Brust dem Starken. |
| TheTurningPoint | Friedrich Hölderlin [b]Der Zeitgeist[/b] Zu lang schon waltest über dem Haupt mir Du in der dunkeln Wolke, du Gott der Zeit! Zu wild, zu bang ists ringsum, und es Trümmert und wankt ja, wohin ich blicke. Ach! wie ein Knabe, seh ich zu Boden oft, Such in der Höhle Rettung von dir, und möcht', Ich Blöder, eine Stelle finden, Alleserschüttrer! wo du nicht wärest. Laß endlich, Vater! offenen Augs mich dir Begegnen! hast denn du nicht zuerst den Geist Mit deinem Strahl aus mir geweckt? mich Herrlich ans Leben gebracht, o Vater! - Wohl keimt aus jungen Reben uns heilge Kraft; In milder Luft begegnet den Sterblichen, Und wenn sie still im Haine wandeln, Heiternd ein Gott; doch allmächtiger weckst du Die reine Seele Jünglingen auf, und lehrst Die Alten weise Künste; der Schlimme nur Wird schlimmer, daß er bälder ende, Wenn du, Erschütterer! ihn ergreifest. |
| TheTurningPoint | Friedrich Hölderlin [b]Lebenslauf[/b] Größeres wolltest auch du, aber die Liebe zwingt All uns nieder, das Leid beugt gewaltiger, Doch es kehret umsonst nicht Unser Bogen, woher er kommt. Aufwärts oder hinab ! herrschet in heiliger Nacht, Wo die stumme Natur werdende Tage sinnt, Herrscht im schiefesten Orkus Nicht ein Grades, ein Recht noch auch ? Dies erfuhr ich. Denn nie, sterblichen Meistern gleich, Habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden, Daß ich wüßte, mit Vorsicht Mich des ebenen Pfads geführt. [b]Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, Daß er, kräftig genährt, danken für alles lern, Und verstehe die Freiheit, Aufzubrechen, wohin er will.[/b] |
| TheTurningPoint | Und hier noch einige kurze Schnipsel von Hölderlin: [b]Menschenbeifall[/b] Ist nicht heilig mein Herz, schöneren Lebens voll, Seit ich liebe? Warum achtetet ihr mich mehr, Da ich stolzer und wilder, Wortereicher und leerer war? Ach! Der Menge gefällt, was auf dem Marktplatz taugt, Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen; An das Göttliche glauben Die allein, die es selber sind. [b]Der zürnende Dichter[/b] Fürchtet den Dichter nicht, wenn er edel zürnet, sein Buchstab Tötet, aber es macht Geister lebendig der Geist. [b]Guter Rat[/b] Hast du Verstand und ein Herz, so zeige nur eines von beiden, Beides verdammen sie dir, zeigest du beides zugleich. [b]Wurzel alles Übels[/b] Einig zu sein, ist göttlich und gut; woher ist die Sucht denn Unter den Menschen, daß nur einer und eines nur sei? [b]Gebet für die Unheilbaren[/b] Eil, o zaudernde Zeit, sie ans Ungereimte zu führen, Anders belehrest du sie nie, wie verständig sie sind. Eile, verderbe sie ganz, und führ ans furchtbare Nichts sie, Anders glauben sie dir nie, wie verdorben sie sind. Diese Toren bekehren sich nie, wenn ihnen nicht schwindelt, Diese . . . sich nie, wenn sie Verwesung nicht sehn. |
| Demon17 | Georg Heym 1910 [B]Der Gott der Stadt[/B] Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit Die letzten Häuser in das Land verirrn. Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal, Die großen Städte knieen um ihn her. Der Kirchenglocken ungeheure Zahl Wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer. Wie Korybanten-Tanz dröhnt die Musik Der Millionen durch die Straßen laut. Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik Ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut. Das Wetter schwelt in seinen Augenbrauen. Der dunkle Abend wird in Nacht betäubt. Die Stürme flattern, die wie Geier schauen Von seinem Haupthaar, das im Zorne sträubt. Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust. Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt Durch eine Straße. Und der Glutqualm braust Und frißt sie auf, bis spät der Morgen tagt. |
| Demon17 | Friedrich Nietzsche [B]Ecce homo[/B] Ja ! Ich weiß woher ich stamme ! Ungesättigt gleich der Flamme Glühe und verzehr ich mich. Licht wird alles, was ich fasse, Kohle alles was ich lasse: Flamme bin ich sicherlich ! |
| Demon17 | Mit der Einführung der industriellen Webstühle verhungerte in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts die Zunft der Weber. Heinrich Heine schrieb ein Gedicht darüber: [b]Die Schlesischen Weber.[/b] Im düstern Auge keine Thräne, Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne: Altdeutschland wir weben dein Leichentuch, Wir weben hinein den dreyfachen Fluch – Wir weben, wir weben! Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten, In Winterskälte und Hungersnöthen; Wir haben vergebens gehofft und geharrt, Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt – Wir weben, wir weben! Ein Fluch dem König, dem König der Reichen, Den unser Elend nicht konnte erweichen, Der den letzten Groschen von uns erpreßt, Und uns wie Hunde erschießen läßt – Wir weben, wir weben! Ein Fluch dem falschen Vaterlande, Wo nur gedeihen Schmach und Schande, Wo jede Blume früh geknickt, Wo Fäulniß und Moder den Wurm erquickt – Wir weben, wir weben! Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht, Wir weben emsig Tag und Nacht – Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch, Wir weben hinein den dreyfachen Fluch, Wir weben, wir weben! |
| atras|X lilium | Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemand gehen zu lassen, wissen, wann es Abschiednehmen heißt. Nicht zulassen, daß unsere Gefühle dem im Weg stehen, was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben. Aus dem Buch "Der träumende Delphin" von Sergio Bambaren Vielleicht sehr schlicht aber als ich es gelesen habe hat es mich sehr berührt... und ich habs bis heute nicht vergessen. |
| wannadie | Paul Zech: [COLOR=indigo] [U]Das Grubenpferd[/U] [/COLOR] So schwarz weint keine Nacht am schwarzen Gitter, wie in dem schwarzen Schacht das blinde Pferd. Ihm ist, als ob die Wiese, die es bitter in jedem Heuhalm schmeckt, nie wiederkehrt. Es wittert durch das schwarze Fleisch der Steine den Tod und sieht ihn mit den toten Augen an, und ist mit ihm die ganze Nacht alleine und geht nur widerwillig ins Gespann. Der Knabe, der es durch die Gänge treibt, will es mit Brot und Zucker fröhlich machen. …Es kann nicht mehr wie andere Pferde lachen. In seinen Augen wurmt die Nacht und bleibt. Nur manchmal, wenn mit dem Geruch von Laub waldfrisches Holz nach unten wird gefahren –: hebt es den Kopf und beißt sich in den Haaren des Knaben fest und stampft ihn in den Staub. Und rast durch schwarzer Schächte Labyrinth und stürzt im Fliehn die steile Felsentreppe herab und wiehert durch die grüne Steppe, auf der die toten Pferde mächtig sind. |
| wannadie | Friedrich Nietzsche: [U]Der Freigeist[/U] Die Krähen schrei'n Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt: Bald wird es schnei'n – Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat! Nun stehst du starr, Schaust rückwärts ach! wie lange schon! Was bist du, Narr, Vor Winters in die Welt – entflohn? Die Welt – ein Thor Zu tausend Wüsten stumm und kalt! Wer Das verlor, Was du verlorst, macht nirgends Halt. Nun stehst du bleich, Zur Winter-Wanderschaft verflucht, Dem Rauche gleich, Der stets nach kältern Himmeln sucht. Flieg', Vogel, schnarr' Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! – Versteck' du Narr, Dein blutend Herz in Eis und Hohn! Die Krähen schrei'n Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt: Bald wird es schnei'n – Weh dem, der keine Heimat hat! II. Antwort Daß Gott erbarm'! Der meint, ich sehnte mich zurück In's deutsche Warm. In's dumpfe deutsche Stuben-Glück! Mein Freund, was hier Mich hemmt und und hält, ist dein Verstand, Mitleid mit dir! Mitleid mit deutschem Quer-Verstand! |
| wannadie | Berthold Brecht: [U]Von der Freundlichkeit der Welt[/U] Auf die Erde voller kaltem Wind Kamt ihr alle als ein nacktes Kind. Frierend lagt ihr ohne alle Hab Als ein Weib euch eine Windel gab. Keiner schrie euch, ihr wart nicht begehrt Und man holte euch nicht im Gefährt. Hier auf Erden wart ihr unbekannt Als ein Mann euch einst nahm an der Hand. Von der Erde voller kaltem Wind Geht ihr all bedeckt mit Schorf und Grind. Fast ein jeder hat die Welt geliebt, Wenn man ihm zwei Hände Erde gibt. |
| Demon17 | Das Gedicht vom Zech gefällt mir. Ich hab hier noch eines von Ludwig Uhland von 1815. Die meisten kennen es wohl als Spielmannsfluch von In Extremo. Des Sängers Fluch Es stand in alten Zeiten ein Schloß so hoch und hehr, Weit glänzt' es über die Lande bis an das blaue Meer, Und rings von duft'gen Gärten ein blütenreicher Kranz, D'rin sprangen frische Brunnen in Regenbogenglanz. Dort saß ein stolzer König, an Land und Siegen reich. Er saß auf seinem Throne so finster und so bleich; Denn was er sinnt, ist Schrecken, und was er blickt, ist Wut, Und was er spricht, ist Geißel, und was er schreibt, ist Blut. Einst zog nach diesem Schlosse ein edles Sängerpaar: Der ein' in goldnen Locken, der andre grau von Haar; Der Alte mit der Harfe, der saß auf schmucken Roß, Es schritt ihm frisch zur Seite der blühende Genoß. Der Alte sprach zum Jungen: "Nun sei bereit, mein Sohn! Denk' unsrer tiefsten Lieder, stimm' an den vollsten Ton, Nimm alle Kraft zusammen, die Lust und auch den Schmerz; Es gilt uns heut' zu rühren des Königs steinern Herz." Schon stehn die beiden Sänger im hohen Säulensaal, Und auf dem Throne sitzen der König und sein Gemahl; Der König furchtbar prächtig, wie blut'ger Nordlichtschein, Die Königin süß und milde, als blickte Vollmond drein. Da schlug der Greis die Seiten, er schlug sie wundervoll, Daß reicher, immer reicher der Klang zum Ohre schwoll. Dann strömte himmlisch helle des Jünglings Stimme vor, Des Alten Sang dazwischen wie dumpfer Geisterchor. Sie singen von Lenz und Liebe, von sel'ger, goldner Zeit, Von Freiheit, Männerwürde, von Treu' und Heiligkeit; Sie singen von allem Süßen, was Menschenbrust durchbebt, Sie singen von allem Hohen, was Menschenherz erhebt. Die Höflingsschar im Kreise verlernet jeden Spott, Des Königs trotz'ge Krieger, sie beugen sich vor Gott, Die Königin, zerflossen in Wehmut und in Lust, Sie wirft den Sängern nieder die Rose von ihrer Brust. "Ihr habt mein Volk verführet, verlockt ihr nun mein Weib?" Der König schreit es wütend, er bebt am ganzen Leib. Er wirft sein Schwert, das blitzend des Jünglings Brust durchdringt, Draus, statt der goldnen Lieder, ein Blutstrahl hoch aufspringt. Und wie vom Sturm zerstoben ist all' der Hörer Schwarm; Der Jüngling hat verröchelt in seines Meisters Arm, Der schlägt um ihn den Mantel und setzt ihn auf das Roß, Er bind't ihn aufrecht feste, verläßt mit ihm das Schloß. Doch vor dem hohen Tore, da hält der Sängergreis, Da faßt er seine Harfe, sie, aller Harfen Preis, An einer Marmorsäule, da hat er sie zerschellt, Dann ruft er, daß es schaurig durch Schloß und Gärten gellt: "Weh' euch, ihr stolzen Hallen! Nie töne süßer Klang Durch eure Räume wieder, nie Saite noch Gesang, Nein, Seufzer nur und Stöhnen und scheuer Sklavenschritt, Bis euch zu Schutt und Moder der Rachegeist zertritt! "Weh' euch, ihr duft'gen Gärten im holden Maienlicht! Euch zeig' ich dieses Toten entstelltes Angesicht, Daß ihr darob verdorret, daß jeder Quell versiecht, Daß ihr in künft'gen Tagen versteint, verödet liegt. "Weh' dir, verruchter Mörder! du Fluch des Sängertums! Umsonst sei all' dein Ringen nach Kränzen blut'gen Ruhms; Dein Name sei vergessen, in ew'ge Nacht getaucht, Sei, wie ein letztes Röcheln, in leere Luft verhaucht!" Der Alte hat's gerufen, der Himmel hat's gehört; Die Mauern liegen nieder, die Hallen sind zerstört, Noch eine hohe Säule zeugt von verschwund'ner Pracht, Auch diese, schon geborsten, kann stürzen über Nacht. Und rings, statt duft'ger Gärten, ein ödes Heideland: Kein Baum verstreuet Schatten, kein Quell durchdringt den Sand; Des Königs Namen meldet kein Lied, kein Heldenbuch: Versunken und vergessen! - das ist des Sängers Fluch. |
| Kildare | Eine Sybille ~ Reiner Maria Rilke Einst, vor Zeiten, nannte man sie alt. Doch sie blieb und kam dieselbe Straße täglich. Und man änderte die Maße, und man zählte sie wie einen Wald nach Jahrhunderten. Sie aber stand jeden Abend auf derselben Stelle, schwarz wie eine alte Citadelle hoch und hohl und ausgebrannt; von den Worten, die sich unbewacht wider ihren Willen in ihr mehrten, immerfort umschrieen und umflogen, während die schon wieder heimgekehrten dunkel unter ihren Augenbogen saßen, fertig für die Nacht. |
| Demon17 | Klabund 1890-1928 [B]Ahasver[/B] Ewig bist du Meer und rinnst ins Meer, Quelle, Wolke, Regen – Ahasver... Tor, wer um vertane Stunden träumt, Weiser, wer die Jahre weit versäumt. Trage so die ewige Last der Erde Und den Dornenkranz mit Frohgebärde. Schlägst du deine Welt und dich zusammen, Aus den Trümmern brechen neue Flammen... Tod ist nur ein Wort, damit man sich vergißt... Weh, Sterblicher, daß du unsterblich bist! |
| Nahimana-Amar | Gesagtes Wort Stirbt sofort, Sagt man. Ich sag, an jenem Tag Fängt erst Sein Leben an. Emily Dickinson VI. Gesagtes Wort |
| Scheol | Matthias Claudius [I]Der Tod und das Mädchen[/I] Das Mädchen Vorüber! Ach, vorüber! Geh, wilder Knochenmann! Ich bin noch jung, geh Lieber! Und rühre mich nicht an. Der Tod Gib deine Hand, du schön und zart Gebild! Bin Freund, und komme nicht, zu strafen. Sei gutes Muts! ich bin nicht wild, sollst sanft in meinen Armen schlafen! ------------------------------------------------------- Joseph von Eichendorff [I]Der Kehraus[/I] Es fiedeln die Geigen, da tritt in den Reigen ein seltsamer Gast, kennt einer den Dürren, galant aus dem Schwirren die Braut er sich faßt. Hebt an, sich zu schwenken in allen Gelenken. Das Fräulein im Kranz: >>Euch knacken die Beine-<< >>Bald rasseln auch deine, frisch auf, spielt zum Tanz!<< Die Spröde hinterm Fächer, der Zecher vom Becher, der Dichter so lind muß auch mit zum Tanze, daß die Lorbeern vom Kranze fliegen im Wind. So schnurret der Reigen zum Saal raus ins Schweigen der prächtigen Nacht, die Klänge verwehen, die Hähne schon krähen, da verstieben sie sacht. - So ging's schon vorzeiten und geht es noch heute, und hörest du hell aufspielen zum Reigen, wer weiß, wem sie geigen - hüt dich, Gesell! ------------------------------------------------------- Eduard Mörike [I]Die Tochter der Heide[/I] Wasch dich, mein Schwesterchen, wasch dich! Zu Robins Hochzeit gehn wir heut: Er hat die stolze Ruth gefreit. Wir kommen ungebeten; Wir schmausen nicht, wir tanzen nicht Und nicht mit lachendem Gesicht Komm ich vor ihn zu treten. Strähl dich, mein Schwesterchen, strähl dich Wir wollen ihm singen ein Rätsel-Lied, Wir wollen ihm klingen ein böses Lied; Die Ohren sollen ihm gellen. Ich will ihr schenken einen Kranz Von Nesseln und von Dornen ganz. Damit fährt sie zur Höllen! Schick dich, mein Schwesterchen, schmück dich! Derweil sie alle sind am Schmaus, Soll rot in Flammen stehn das Haus, Die Gäste schreien und rennen. Zwei sollen sitzen unverwandt, Zwei hat ein Sprüchlein festgebannt; Zu Kohle müssen sie brennen. Lustig, mein Schwesterchen, lustig! Das war ein alter Ammensang. Den falschen Rob vergaß ich lang. Er soll mich sehen lachen! Hab ich doch einen andern Schatz, Der mit mir tanzet auf dem Platz — Sie werden Augen machen! :D |
| Lagartija Nick | So, nun möchte auch ich hier einige, wie ich finde, sehr schöne respektive gute Gedichte beitragen; und zwar von Erich Fried, den ich in gewisser Hinsicht sogar mehr schätze als den guten alten Johann Wolfgang... [b]Status quo[/b] Wer will dass die Welt so bleibt wie sie ist der will nicht dass sie bleibt [b]Die Störung[/b] Sie sprachen von ihrem Kampf um Freiheit und Liebe und Menschenwürde Da kam ihr Kind ins Zimmer und wollte sie etwas fragen Sie winkten ab: „Lass uns jetzt und geh schön spielen!“ Das Kind sah den Vater an und die Mutter und ging Ich konnte dann nicht mehr gut hören Da fragten die beiden geduldig und freundlich: „Hat dich das Kind gestört?“ [b]Ablösung[/b] Der Wald kommt! (Schenk mir ein leeres Baumbuch!) Auf das erste Blatt schreibe ich ein Wort nur: GRÜN Auf das zweite Blatt schreibe ich: DUNKELGRÜN auf das dritte Blatt DUNKEL Jetzt kommt die Nacht: Auf das vierte und fünfte und zehnte Blatt schreibt schon der Wald [b]Die Warner[/b] Wenn Leute dir sagen: »Kümmere dich nicht soviel um dich selbst« dann sieh dir die Leute an die dir das sagen: An ihnen kannst du erkennen wie das ist wenn einer sich nicht genug um sich selbst gekümmert hat [b]Fügungen[/b] Es heißt ein Dichter ist einer der Worte zusammenfügt Das stimmt nicht Ein Dichter ist einer den Worte noch halbwegs zusammenfügen wenn er Glück hat Wenn er Unglück hat reißen die Worte ihn auseinander [b]Liebe auf den ersten Blick[/b] Natürlich denke ich auch schon an deinen Schoß wie ich ihn küssen will daß er naß wird und wieder trocken und was mir oder meinen Fingern einfallen wird bei dir Du findest das ungehörig? Gut: wenn es dir lieber ist will ich deine Haare nahe an deinem Ohr nur fast, doch nicht wirklich küssen und an deine Augen denken und mir ein für alle mal sagen daß dein Schoß für mich nicht existiert. So fügsam bin ich - Warum bist du jetzt beleidigt? Wahrscheinlich glaubst du wenn zwei Menschen einander sehr bald ihre Namen sagen und miteinander essen und fragen was sie arbeiten und was sie denken daß daraus dann nie mehr eine wirkliche Freundschaft wird [b]Wintergarten[/b] Deinen Briefumschlag mit den zwei gelben und roten Marken habe ich eingepflanzt in den Blumentopf Ich will ihn täglich begießen dann wachsen mir deine Briefe Schöne und traurige Briefe und Briefe die nach Dir riechen Ich hätte das früher tun sollen nicht erst so spät im Jahr |
| GabrieIIe | [color=purple] The Definition of Love MY Love is of a birth as rare As 'tis for object strange and high It was begotten by Despair Upon Impossibility. Magnanimous Despair alone Could show me so divine a thing Where feeble Hope could ne'r have flown But vainly flapt its tinsel wing. And yet I quickly might arrive Where my extended soul is fixt But Fate does iron wedges drive, And always crowds it self betwixt. For Fate with jealous eye does see Two perfect Loves; nor lets them close: Their union would her ruin be, And her Tyrannic pow'r depose. And therefore her Decrees of Steel Us as the distant Poles have plac'd, (Though Love's whole World on us doth wheel) Not by themselves to be embrac'd. Unless the giddy Heaven fall, And Earth some new Convulsion tear; And, us to join, the World should all Be cramp'd into a Planisphere. As Lines so Loves oblique may well Themselves in every Angle greet: But ours so truly Parallel, Though infinite can never meet. Therefore the Love which us doth bind But Fate so enviously debars, Is the Conjunction of the Mind, And Opposition of the Stars. (Andrew Marvell)[/color] |
| Wüsti | [I]Keine Person verdient Deine Tränen, und die, die sie verdienen, werden Dich nie zum Weinen bringen.[/I] Autor oder Poet unbekannt. Aus einem Profil. |
| Katzenschatten | "Lichtgestalt, in deren Schatten ich mich drehe" miau miau. Danke Thilo. |
| Katzenschatten | "Die letze Version vom Paradies, wenn Du auch dabei lügst: Zeig mir noch einmal den Heiligenschein. Küss mich; und lass mich allein." [SIZE=1]Herbie halt....[/SIZE] |
| Katzenschatten | erstellt am 07-02-2002 um 14:57 von Hoffnung: ~~Hoffnung~~ Schließ die Augen rieche mich Sei taub und schmecke mich ohne Zunge fühle mich kriech in mich Hüter werde ich sein über unser beider Seele bis das der Tod uns quäle und der Hoffnung letzter Schein war vor Liebesschmerzen schrein |