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  Forum: Gemeinschafts Gärten
    Thema: - Fremdlyrik allgemein -
Crysania[i]Platz soll hier geschaffen sein, für alle Lyrik, die nicht der eigenen Feder entsprang, dennoch aber genannt und gewürdigt sein will.[/i]

[size=1]nennt bitte auch immer titel und autor, danke :)[/size]
GabrieIIe[color=purple][i](Das Stunden-Buch aus der Pilgerschaft – R. M. Rilke)[/i]

Das ist der Vater uns. Und ich – ich soll
dich Vater nennen?
Das hieße tausendmal mich von dir trennen.
Du bist mein Sohn. Ich werde dich erkennen, auch dann,
wenn es ein Mann geworden ist, ein alter Mann.

Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn,
wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören,
und ohne Füße kann ich zu dir gehn,
und ohne Mund noch kann ich dich beschwören.
Brich mir die Arme ab, ich fasse dich
mit meinem Herzen wie mit meiner Hand,
halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen,
und wirfst du in mein Hirn den Brand,
werd ich dich auf meinem Blute tragen.[/color]
daucus carotaeinfach und dennoch ergreifend!

gerhard gundermann (liedermacher & poet aus der ehem. ddr)


fliegender fisch

das wasser sieht von oben wien spiegel aus
du starrst hinein und du erkennst mich nicht
ich kommme jetzt für drei sekunden zu dir raus
nur bei dir bleiben kann ich nicht

halt mich nicht
ich bin nurn flliegender fisch
tauch ich vor dir auf
zieh mich nicht zu dir rauf
tu mir nicht weh
und der salzigen see
halt mich nicht
ich bin nurn fliegender fisch

wie soll ich leben in der dünnen luft
die ihr verbraucht für euer marktgeschrei
ihr hört ja nicht wenn einer hilfe ruft
hier unten hört man meilenweit

wie soll ich leben in dem weissen licht
darin vertrocknet meine silberhaut
hier in der dämmerung da leuchte ich
es gibt kein schwarz kein weiss nur blau

wie soll ich leben auf dem flachen land
nur links und rechts und vorwärts und zurück
der druck der tiefe und der sprung über den rand
sind plus und minuspol vom glück

das wasser sieht von oben wien spiegel aus
du starrst hinein und siehst nur dein gesicht
ich komme jetzt für drei sekunden zu dir raus
nur bei dir bleiben kann ich nicht
taniawenn etwas uns fortgenommen wird,
womit wir tief und wunderbar
zusammenhängen ,
so ist viel von uns selber fortgenommen.
Gott aber will ,
das wir uns wiederfinden,
reicher um alles verlorene
und vermehrt
um jenen unendlichen schmerz

[i]Abschied, von Rainer Maria Rilke[/i]
iluminaSchmerzlich ist es,

dir im Traum zu begegnen:

wenn ich erwache,

taste ich um mich, aber

meine Hand findet nichts.




von Otomo no Yakamochi
iluminaWenn sich die Kraniche an meinem Teich

aufrecken und mit den Flügeln schlagen,

durchweht mit einem Mal

der Duft der weißen Chrysanthemen

den ganzen Garten.


von Mutsuhito
iluminaIn jedem Frühling, wenn der Hauch

der Goldorangenblüten mich umweht,

ist mir, als spürte ich

den Duft des Kleides wieder,.

das die Geliebte trug in meiner Jugend.


von Ariwara no Narihira
iluminaSo wie ich bin,

werde ich auf dich warten

bis mein schwarzes Haar,

das seitlich herabfällt

von Reif bedeckt ist.


von Iwo no Hime
iluminaKamst du zu mir?

Oder ging ich zu dir?

Ich weiß es nicht.

War es ein Traum oder wirklich?

War es im Schlaf? War ich wach?



von einer Priesterin des Ise-Schreins an Ariwara no Narihira
iluminaDen Mond schauend,

bin ich tausendfach

von Wehmut erfüllt,

obwohl nicht nur zu mir

der Herbst gekommen ist.



von Oe no Chisato
iluminaDurch meine Liebe zu Dir
Verlernte ich
Mich vor den Augen der Welt
Zu verbergen


von Ariwara no Narihira
Daevian.
Angel_in_blackWarum schmerzt es so wenn die Seele wird verletzt?
Warum kann ich nicht sterben, sofort, hier und jetzt?
Die Gedanken kreisen immer nur um das eine,
Flucht - nur schnell weg von diesem Ort,
doch mein Herz läßt es nicht zu - es will nicht fort!
Ich bin gefangen, eine Geisel meiner Liebe,
dabei hatt ich gehofft das alles so wie am Anfang bliebe.
Wir waren so Glücklich das es schon nicht mehr zu beschreiben war,
doch nun komm ich mir vor als wenn ich direkt in die Hölle fahr!
Warum ist das Leben nur so grausam zu mir,
ich wollte doch nur Glücklich sein mit Dir!
Die Tränen fließen auch wenn sie es nicht sollen,
oh liebendes Herz warum tust Du nur so weh?


(von Myst)
lizardErich Kästner: Kurt Schmidt, statt einer Ballade (siehe sig)
anima nata lacrimans[i][SIZE=1]Gottfried Benn: Wer Allein Ist[/SIZE]

Wer allein ist, ist auch im Geheimnis,
immer steht er in der Bilder Flut,
ihrer Zeugung, ihrer Keimnis,
selbst die Schatten tragen ihre Glut.

Trächtig ist er jeder Schichtung
denkerisch erfüllt und aufgespart,
mächtig ist er der Vernichtung
allem Menschlichen, das nährt und paart.

Ohne Rührung sieht er, wie die Erde
eine andere ward, als ihm begann,
nicht mehr Stirb und nicht mehr Werde:
formstill sieht ihn die Vollendung an. [/i]
ninijelMondnacht

Es war als hätt' der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Joseph Freiherr von Eichendorff
anima nata lacrimans[i][SIZE=1]Ulla Hahn: Nähe[/SIZE]

Ich möchte immer nahe bei dir sein
und bin dir doch niemals näher als weit
von dir wenn ich mich nach dir sehne.
Ich leg am Tag um mich ein dunkles Kleid
mich sollen keine fremden Augen sehen.
Wo du nicht bist will ich ein Schatten sein
wie du ein Schatten wirst in meiner Nähe:
seit ich dich liebe bin ich ganz allein.[/i]
anima nata lacrimans[i][SIZE=1]Hermann Hesse: Das ist mein Leid[/SIZE]

Das ist mein Leid, daß ich in allzuvielen
Bemalten Masken allzugut zu spielen
Und mich und andre allzugut
Zu täuschen lernte. Keine leise Regung
Zuckt in mir auf und keines Lieds Bewegung,
In der nicht Spiel und Absicht ruht.
Das muß ich meinen Jammer nennen:
Mich selber so ins Innerste zu kennen,
Vorwissend jedes Pulses Schlag,
Daß keines Traumes unbewußte Mahnung
Und keiner Lust und keines Leides Ahnung
Mir mehr die Seele rühren mag. [/i]
anima nata lacrimans[SIZE=1]Gottfried Benn[/SIZE]

[i]Die Schale

Kommst du zum letzten Male,
wir waren doch so allein
und rannen in eine Schale
mit Bildern und Träumen ein.

Es war doch eben noch heute
und unser Meer war die Nacht,
wir waren einander die Beute,
die weiße Fracht.

Wir streiften uns wie zwei Rassen,
zwei Völker von Anbeginn:
die Stämme, die dunklen, die blassen
gaben sich hin.

Kommst du zum letzten Male,
es war doch alles nur Spiel
oder sahst du wie in die Schale
Tränen und Schatten viel -

Sahst du, sahst du ihr Neigen
in strömen dieses Weins
und dann ihr Fallen und Schweigen:
die Verwandlung des Seins -? [/i]
Tyler DurdenElse Lasker Schüler

Weltschmerz

Ich, der brennende Wüstenwind,
Erkaltete und nahm Gestalt an.

Wo ist die Sonne, die mich auflösen kann,
Oder der Blitz, der mich zerschmettern kann!

Blick' nun: ein steinernes Sphinxhaupt,
Zürnend zu allen Himmeln auf.

Hab' an meine Glutraft geglaubt.
anima nata lacrimans[i][SIZE=1]Erich Fried: Inschrift[/SIZE]

Sag
in was
schneide ich
deinen Namen?
In den Himmel?
Der ist zu hoch
In die Wolken?
Die sind zu flüchtig
In den Baum
der gefällt und verbrannt wird?
Ins Wasser
das alles fortschwemmt?
In die Erde
die man zertritt
und in der nur
die Toten liegen?
Sag
in was
schneide ich
deinen Namen?
In mich
und in mich
und immer tiefer
in mich[/i]
DreamwomanDie große Welt macht halt,
vor meinen Gitterstäben.
Ich sitz im sogenannten
"goldenen Käfig" drin.
Und draußen gibt es wildes,
sinnenfrohes Leben
und keiner weiß wie leer,
und wie erstarrt ich bin.

Der Buft von Blumen bringt die
Phantasie zum Blühen:
Verliebte küssen sich und rennen
in den Wald.
Ich weiß: ganz tief drinnen muss noch
ein Funke glühen.
Wie lang noch? Meiner armen Seele
ist so kalt!

Und jeder denkt von mir:
Ich müsst dem Schicksal danken.
Ich bin doch wohlbehütet:
Nie bin ich allein.
Wer sieht denn hinter meinem
Lächeln die Gedanken?
Nichts fehlt mir - außer was man
braucht zum Glücksichsein.
Max Böhm
CruelAngelIn wenig Stunden
Hat Gott das Rechte gefunden.


Wer Gott vertraut,
Ist schon auferbaut.


Sogar dies Wort hat nicht gelogen:
Wen Gott betriegt, der ist wohl betrogen.


Das Unser Vater, ein schön Gebet,
Es dient und hilft in allen Nöten;
Wenn einer auch Vater Unser fleht,
In Gottes Namen, laß ihn beten.


Ich wandle auf weiter, bunter Flur,
Ursprünglicher Natur;
Ein holder Born, in welchem ich bade,
Ist Überlieferung, ist Gnade.


Was wär ein Gott, der nur von außen stieße,
Im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemt's, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in Sich, Sich in Natur zu hegen,
So daß, was in Ihm lebt und webt und ist,
Nie Seine Kraft, nie Seinen Geist vermißt


Im Innern ist ein Universum auch;
Daher der Völker löblicher Gebrauch,
Daß jeglicher das Beste, was er kennt,
Er Gott, ja seinen Gott benennt,
Ihm Himmel und Erden übergibt,
Ihn fürchtet und wo möglich liebt.


Wie? Wann? und Wo? - Die Götter bleiben stumm!
Du halte dich ans Weil, und frage nicht: Warum?


Willst du ins Unendliche schreiten,
Geh nur im Endlichen nach allen Seiten.


Willst du dich am Ganzen erquicken,
So mußt du das Ganze im Kleinsten erblicken.


Aus tiefem Gemüt, aus der Mutter Schoß
Will manches dem Tage entgegen;
Doch soll das Kleine je werden groß,
So muß es sich rühren und regen.


Da, wo das Wasser sich entzweit
Wird zuerst Lebendigs befreit.


Und wird das Wasser sich entfalten,
Sogleich wird sich's lebendig gestalten;
Da wälzen sich Tiere, sie trocknen zum Flor,
Und Pflanzengezweige, sie dringen hervor.


Durchsichtig erscheint die Luft so rein
Und trägt im Busen Stahl und Stein.
Entzündet werden sie sich begegnen;
Da wird's Metall und Steine regnen.


Denn was das Feuer lebendig erfaßt,
Bleibt nicht mehr Unform und Erdenlast.
Verflüchtigt wird es und unsichtbar,
Eilt hinauf, wo erst sein Anfang war.


Und so kommt wieder zur Erde herab,
Dem die Erde den Ursprung gab.
Gleicherweise sind wir auch gezüchtigt,
Einmal gefestet, einmal verflüchtigt.


Und wer durch alle die Elemente
Feuer, Luft, Wasser und Erde rennte,
Der wird zuletzt sich Überzeugen,
Er sei kein Wesen ihresgleichen.


»Was will die Nadel nach Norden gekehrt?«
Sich selbst zu finden, es ist ihr verwehrt.


Die endliche Ruhe wird nur verspürt,
Sobald der Pol den Pol berührt.


Drum danket Gott, ihr Söhne der Zeit,
Daß er die Pole für ewig entzweit.


»Magnetes Geheimnis, erkläre mir das!«
Kein größer Geheimnis als Lieb und Haß.

Wirst du deinesgleichen kennenlernen,
o wirst du dich gleich wieder entfernen.


»Warum tanzen Bübchen mit Mädchen so gern?«
Ungleich dem Gleichen bleibet nicht fern.


Dagegen die Bauern in der Schenke
Prügeln sich gleich mit den Beinen der Bänke.


Der Amtmann schnell das Übel stillt,
Weil er nicht für ihresgleichen gilt.


Soll dein Kompaß dich richtig leiten,
Hüte dich vor Magnetstein', die dich begleiten.


Verdoppelte sich der Sterne Schein,
Das All wird ewig finster sein.


»Und was sich zwischen beide stellt?«
Dein Auge, so wie die Körperwelt.

An der Finsternis zusammengeschrunden,
Wird dein Auge vom Licht entbunden.


Schwarz und Weiß, eine Totenschau,
Vermischt ein niederträchtig Grau.


Will Licht einem Körper sich vermählen,
Es wird den ganz durchsicht'gen wählen.


Du aber halte dich mit Liebe
An das Durchscheinende, das Trübe.


Denn steht das Trübste vor der Sonne,
Da siehst die herrlichste Purpurwonne.


Und will das Licht sich dem Trübsten entwinden,
So wird es glühend Rot entzünden.


Und wie das Trübe verdunstet und weicht,
Das Rote zum hellsten Gelb erbleicht.

Ist endlich der Äther rein und klar,
Ist das Licht weiß, wie es anfangs war.


Steht vor dem Finstern milchig Grau,
Die Sonne bescheint's, da wird es Blau.


Auf Bergen, in der reinsten Höhe,
Tief Rötlichblau ist Himmelsnähe.


Du staunest über die Königspracht,
Und gleich ist sammetschwarz die Nacht.


Und so bleibt auch, in ewigem Frieden,
Die Finsternis vom Licht geschieden.


Daß sie miteinander streiten können,
Das ist eine bare Torheit zu nennen.


Sie streiten mit der Körperwelt,
Die sie ewig auseinander hält.


Johann Wolfgang von Goethe
anima nata lacrimans[i][SIZE=1]Erich Fried: Dann[/SIZE]

Wenn dein Glück
kein Glück mehr ist
dann kann deine Lust
noch Lust sein
und deine Sehnsucht ist noch
deine wirkliche Sehnsucht

Auch deine Liebe
kann noch Liebe sein
beinahe noch glückliche Liebe
und dein Verstehen
kann wachsen

Aber dann will auch
deine Traurigkeit
traurig sein
und deine Gedanken
werden mehr und mehr
deine Gedanken

Du bist dann wieder du
und fast zu sehr bei dir
Deine Würde ist deine Würde

Nur dein Glück
ist kein Glück mehr [/i]
anima nata lacrimans[i][SIZE=1]Erich Kästner: kleines Solo[/SIZE]

Einsam bist du, sehr alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Träumst von Liebe. Glaubst an keine.
Kennst das Leben. Weißt Bescheid.
Einsam bist du, sehr alleine –
Und am Schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Wünsche gehen auf die Freite.
Glück ist ein verhexter Ort.
Kommt dir nahe. Weicht zur Seite.
Sucht vor Suchenden das Weite.
Ist nie hier. Ist immer dort.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Sehnsucht krallt sich in dein Kleid.
Einsam bist du, sehr alleine –
Und am Schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Schenkst dich hin. Mit Haut und Haaren.
Magst nicht bleiben, wer du bist.
Liebe treibt die Welt zu Paaren.
Wirst getrieben. Musst erfahren,
dass es nicht die Liebe ist...
Bist sogar im Kuss alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Gehst ans Fenster. Starrst auf Steine.
Brauchtest Liebe. Findest keine.
Träumst vom Glück. Und lebst im Leid.
Einsam bist du, sehr alleine –
Und am Schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit
[/i]
GabrieIIe[color=purple]Da hab ich viel blasse Leichen
Beschworen mit Wortesmacht;
Die wollen nun nicht mehr weichen
Zurück in die alte Nacht.

Das zähmende Sprüchlein vom Meister
Vergaß ich vor Schauer und Graus;
Nun ziehn die eignen Geister
Mich selber ins neblichte Haus.

Laßt ab, ihr finstern Dämonen!
Laßt ab, und drängt mich nicht!
Noch manche Freude mag wohnen
Hier oben im Rosenlicht.

Ich muß ja immer streben
Nach der Blume wunderhold;
Was bedeutet' mein ganzes Leben,
Wenn ich sie nicht lieben sollt?

Ich möcht sie nur einmal umfangen
Und pressen ans glühende Herz!
Nur einmal auf Lippen und Wangen
Küssen den seligsten Schmerz!

Nur einmal aus ihrem Munde
Möcht ich hören ein liebendes Wort -
Alsdann wollt ich folgen zur Stunde
Euch, Geister, zum finsteren Ort.

Die Geister habens vernommen,
Und nicken schauerlich.
Feins Liebchen, nun bin ich gekommen;
Feins Liebchen, liebst du mich?

aus [i]Junge Leiden – Traumbilder[/i]

(Heinrich Heine) [/color]
Hoffnung[I]Sonne, Mond und Sterne

ich habe heut nacht auf die sterne geschossen
nun kann ich sagen, ich hab gut getroffen
viele lichter sind schon verschwunden
kaum eines hatte es schmerzlos verwunden

ich habe danach noch den mond umgebracht
die dunkelheit bewies meine schreckliche macht
kein mann im mond sieht nun lächelnd herab
nun leuchtet nichts mehr aus seinem grab

voll ungeduld wartete ich nun auf den tag
war gespannt darauf, was die sonne nun sagt
hab mich rachsüchtig drohend unter ihr aufgebaut
und gefragt: und du? hast du nicht auch zugeschaut?


(Alina Jeremin)[/I]
Hoffnung[I]Der Panther


Sein Blick ist vom vorrübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Sein weicher Gang geschmeidig starker Schritte
der sich im allerkleinsten Kreise dreht.
Ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte
in der gebeugt ein großer Wille steht

Nur manchmal hebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf dann geht ein Bild hinein.
Geht durch der Glieder angespannter Stille
und hört im Herzen auf zu sein.
[/I]

R. M. Rielke
anima nata lacrimans[i] [SIZE=1]Gottfried Benn: die blaue Stunde[/SIZE]


1 Ich trete in die dunkelblaue Stunde -
da ist der Flur, die Kette schließt sich zu
und nun im Raum ein Rot auf einem Munde
und eine Schale später Rosen - du!

Wir wissen beide, jene Worte,
die jeder oft zu anderen sprach und trug,
sind zwischen uns wie nichts und fehl am Orte:
Dies ist das Ganze und der letzte Zug.

Das Schweigende ist so weit vorgeschritten
und füllt den Raum und denkt sich selber zu
die Stunde - nichts gehofft und nichts gelitten -
mit ihrer Schale später Rosen - du.

2 Dein Haupt verfließt, ist weiß und will sich hüten,
indessen sammelt sich auf deinem Mund
die ganze Lust, der Purpur und die Blüten
aus deinem angeströmten Ahnengrund.

Du bist so weiß, man denkt, du wirst zerfallen
vor lauter Schnee, vor lauter Blütenlos,
todweiße Rosen Glied für Glied - Korallen
nur auf den Lippen, schwer und wundergroß.

Du bist so weich, du gibst von etwas Kunde,
von einem Glück aus Sinken und Gefahr
in einer blauen, dunkelblauen Stunde
und wenn sie ging, weiß keiner, ob sie war.

3 Ich frage dich, du bist doch eines andern,
was trägst du mir die späten Rosen zu?
Du sagst, die Träume gehn, die Stunden wandern,
was ist das alles: er und ich und du?

"Was sich erhebt, das will auch wieder enden,
was sich erlebt - wer weiß denn das genau,
die Kette schließt, man schweigt in diesen Wänden
und dort die Weite, hoch und dunkelblau."


[/i]
IcarosIch verfluche dich, Gott


Ich verfluche dich, Gott; alter Narr in dem Flitterstand.
Blutig Gespenst, einsamer Nachtwanderer, du.
Du eilst durch den Himmel ohne Rast, ohne Ruh.
Nach neuer Pein stets zermaterst du dir deinen Verstand.

Und ich bin auch wie ein chinesischer Delinquent
Bis in den Hals vergraben und habe die Hände nicht frei,
Wenn die Leiden wie Ratten mich beißen, du hörst keinen Schrei,
Du sollst keine Träne sehen, die über meine Wange rennt.

Ich bin doch besser daran als du, alter Tyrann.
Ich kann sterben. Ich geh in der Schatten Tal
Im Triumph. Ich schlafe bei Lethe. Du, armseliger Mann,
Bist ewig. Und ewig währt deine grause Qual.

(Georg Heym)
IcarosA dream within a dream


Take this kiss upon the brow!
And, in parting from you now,
This much let me avow –
You are not wrong, who deem
That my days have been a dream;
Yet if hope has flown away
In a night, or in a day,
In a vision, or in none,
Is it therefore the less [I]gone[/I]?
All that we see or seem
Is but a dream within a dream.

I stand amid the roar
Of a surf-tormented shore,
And I hold within my hand
Grains of the golden sand –
How few! yet how they creep
Through my fingers to the deep,
While I weep – while I weep!
O God! can I not grasp
Them with a tighter clasp?
O God! can I not save
[I]One[/I] from the pitiless wave?
Is [I]all[/I] that we see or seem
But a dream within a dream?

(Edgar Allan Poe)
GabrieIIe[COLOR=purple]Abschied

Weißt, was mir träumte?
Wir nahmen Abschied
fürs Leben.
Deine Arme
umschlangen mich
und deine Lippen brannten
und bebten...
Brannten und bebten Verheißung
Einer Nacht,
einer chaotischen Nacht...
Irgendwo ...
Irgendwann ...
Vielleicht nicht einmal
auf dieser Erde ...
Auf einem Stern vielleicht,
da Unschuld noch
in innerster Freiheit
nimmt und gibt
wie es sie drängt.

Und ich zog dich
enger an mich
und küßte dich inniger.
Dann endlich
löstest du langsam
die lieben Arme
und schürztest dein Haar
in den strengen Knoten zurück
Ich legte den Mantel dir
um die Schultern.
Die Tür fiel zu.
Und drunten im Schnee
lief eine schmale Spur
magdlicher Stapfen
hinaus,
weit, weit
in die mondhelle,
einsame Nacht.

[i](Christian Morgenstern)[/i][/COLOR]

_________________

[COLOR=purple]ca jeveje ucialvafae anca di devena'an[/COLOR]
anima nata lacrimans[FONT=times new roman][i][SIZE=1]Hermann Hesse: Bitte[/SIZE]

Wenn du die kleine Hand mir gibst,
Die so viel Ungesagtes sagt,
Hab ich dich jemals dann gefragt,
Ob du mich liebst?

Ich will ja nicht, daß du mich liebst,
Will nur, daß ich dich nahe weiß
Und daß du manchmal stumm und leis
Die Hand mir gibst.

[/i][/FONT]
CerywennDer Schutzengel

Du bist der Vogel, dessen Flügel kamen,
wenn ich erwachte in der Nacht und rief.
Nur mit den Armen rief ich, denn dein Namen
ist wie ein Abgrund, tausend Nächte tief.
Du bist der Schatten, drin ich still entschlief,
und jeden Traum ersinnt in mir dein Samen, -
du bist das Bild, ich aber bin der Rahmen,
der dich ergänzt in glänzendem Relief.


Wie nenn ich dich? Sieh, meine Lippen lahmen.
Du bist der Anfang, der sich groß ergießt,
ich bin das langsame und bange Amen,
das deine Schönheit scheu beschließt.


Du hast mich oft aus dunklem Ruhn gerissen,
wenn mir das Schlafen wie ein Grab erschien
und wie Verlorengehen und Entfliehn, -
da hobst du mich aus Herzensfinsternissen
und wolltest mich auf allen Türmen hissen
wie Scharlachfahnen und wie Draperien.


Du: der von Wundern redet wie vom Wissen
und von den Menschen wie von Melodien
und von den Rosen: von Ereignissen,
die flammend sich in deinem Blick vollziehn, -
du Seliger, wann nennst du einmal Ihn,
aus dessen siebentem und letztem Tage
noch immer Glanz auf deinem Flügelschlage
verloren liegt...
Befiehlst du, daß ich frage?



Rainer Maria Rilke

Aus: Das Buch der Bilder
CerywennTodes- Erfahrung

Wir wissen nichts von diesem Hingehn, das
nicht mit uns teilt. Wir haben keinen Grund,
Bewunderung und Liebe oder Haß
dem Tod zu zeigen, den ein Maskenmund


tragischer Klage wunderlich entstellt.
Noch ist die Welt voll Rollen, die wir spielen.
Solang wir sorgen, ob wir auch gefielen,
spielt auch der Tod, obwohl er nicht gefällt.


Doch als du gingst, da brach in diese Bühne
ein Streifen Wirklichkeit durch jenen Spalt
durch den du hingingst: Grün wirklicher Grüne,
wirklicher Sonnenschein, wirklicher Wald.


Wir spielen weiter. Bang und schwer Erlerntes
hersagend und Gebärden dann und wann
aufhebend; aber dein von uns entferntes,
aus unserm Stück entrücktes Dasein kann


uns manchmal überkommen, wie ein Wissen
von jener Wirklichkeit sich niedersenkend,
so daß wir eine Weile hingerissen
das Leben spielen, nicht an Beifall denkend.

Rainer Maria Rilke 1907
CerywennDer Wald ist ein besonderes Wesen,
von unbeschränkter Güte und Zuneigung,
das keine Forderungen stellt
und großzügig die Erzeugnisse
seines Lebenswerks weitergibt;
allen Geschöpfen bietet er Schutz
und spendet Schatten selbst dem Holzfäller,
der ihn zerstört.


Siddharta Gautama Buddha
CerywennMondnacht

Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff
CerywennDie Nacht

Wie schön, hier zu verträumen
Die Nacht im stillen Wald,
Wenn in den dunklen Bäumen
Das alte Märchen hallt.

Die Berg im Mondesschimmer
Wie in Gedanken stehn,
Und durch verworrne Trümmer
Die Quellen klagend gehn.

Denn müd ging auf den Matten
Die Schönheit nun zur Ruh,
Es deckt mit kühlen Schatten
Die Nacht das Liebchen zu.

Das ist das irre Klagen
In stiller Waldespracht,
Die Nachtigallen schlagen
Von ihr die ganze Nacht.

Die Stern gehn auf und nieder -
Wann kommst du, Morgenwind,
Und hebst die Schatten wieder
Von dem verträumten Kind?

Schon rührt sichs in den Bäumen,
Die Lerche weckt sie bald -
So will ich treu verträumen
Die Nacht im stillen Wald.

Joseph von Eichendorff
CerywennEin Gleiches

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

Johann Wolfgang von Goethe
CerywennIm Schnee

Wie naht das finster türmende
Gewölk so schwarz und schwer!
Wie jagt der Wind, der stürmende,
Das Schneegestöber her!

Verschwunden ist die blühende
Und grüne Weltgestalt;
Es eilt der Fuss, der fliehende,
Im Schneefeld nass und kalt.

Wohl dem, der nun zufrieden ist
Und innerlich sich kennt!
Dem warm ein Herz beschieden ist,
Das heimlich loht und brennt!

Wo, traulich sich dran schmiegend, es
Die wache Seele schürt,
Ein perlend, nie versiegendes
Gedankenbrauwerk rührt!

Gottfried Keller
Deadful shadowsPhilosphie

Vom Unbewussten zum Bewussten
Von da zurück durch viele Pfade
Zu dem, was unbewusst wir wussten
Von dort verstoßen ohne Gnade
Zum Zweifel, zur Philosophie
Erreichen wir die ersten Grade,
Der Ironie

Sodann durch emsige Betrachtung,
Durch scharfe Spiegel mannigfalt
Nimmt uns zu frierender Umnachtung
In grausam eiserne Gewalt
Die kühle Kluft der Weltverachtung

Die aber lenkt uns klug zurück
Durch der Erkenntnis schmalen Spalt
Zum bittersüßen Greisenglück
Der Selbstverachtung

(Philosphie von Hermann Hesse)
Deadful shadowsIch war schon ganz nahe am Ziel
Nun bin ich wieder ein Narr geworden
Fange wieder von vorne an
Vielleicht werde ich noch brennen und morden
Wie es im Kriege die Helden getan
Es war mir nicht bestimmt
Etwas Ordentliches zu werden
Das Leben ist schwer auf Erden
Schon meine Schullehrer haben gewusst
Diesem bösen Ende entgegen
Lockt mich die Stimme in meiner Brust
Die singt so dunkel und macht mir Lust
Mich auf die Eisenbahnschienen zulegen
So schlimm wie das Leben kann der Tod nicht sein
Denn gar manche Leute nahmen sich das Leben
Aber niemals fiel es einem Toten ein
Wieder sich den Tod zu nehmen
Er müsste sich ja schämen.
Nein, in den Tod ging schon mancher freiwillig hinein
Aber noch keiner in das Leben

(Auszug aus Betrachtungen von Hermann Hesse)
Deadful shadowsDas Spiel des Lebens

Als Heiland geboren,
Das Spiel des Lebens verloren
Als Teufel anerkannt
Vom Licht des Tages
In die einsame Nacht verbannt.

Das Leid, die Qual will ich beenden,
Darum muss mein Leben enden.

Vom Kind der Nacht zum Engel aufgestiegen
Werde ich in die Freiheit fliegen
Hoch hinaus auf starken Schwingen
Um es dann zu einem Ende zu bringen
Ich werde über mich richten
Um mich damit selbst zu vernichten.

Dass, welches viele wollen,
Hätte schon längst geschehen sollen.
Mich tot zu wissen,
Werden manche ewig genießen

Meine Träume wären nie in Erfüllung gegangen
Im Netz der Verdammnis war ich für ewig gefangen
Ich werde leblos am Boden liegen und im Kampf
Gegen die Wiedergeburt werde ich siegen.

Wo bleibt der erste und einzige Kuss,
Durch den ich diese Welt verlassen muss???
Er wird nie kommen, denn ich habe mir mein Leben bereits genommen!

(Von wem auch immer, auf jeden Fall schön)
Deadful shadowsHow heavy the days are

How heavy the days are
There´s not a fire, that can warm me
Not a sun to laugh with me,
Everything bare,
Everything cold and merciless,
And even the beloved,
Clear stars look desolately down,
Since I learn in my heart
that love can die

(Hermann Hesse)
tarii[U]untitled[/U]

shivering, shaking
sitting here waiting
for my broken dreams
to mend their wounded wings
and break free from myself
break free from this hell
and fly away from me

by unknown
tarii[b]A Look With the Eyes[/b]

A look with the eyes
Passes by my features
The heart dwells in fantasy
But it is nothing more than literal

Strength unravels
At the gaze that touches upon me
If only for a second it presses
But I become untame

by unknown
tarii[u] [b]You Break Me Down[/b] [/u]

Every moment we spend together
Lasts more than just a memory in time
Every smile we share together
Means more than what it actually seems
It’s every tiny movement you make
That makes my world seem better for just a second
And the hugs you give replace all the sadness
I had ever known in this lifetime
If I could only tell you how much you mean to me
Before we die and never speak again
If only I had the courage to tell you
All the thoughts and all the emotions I have
When I am near you
I want to be with you, become a part of you
More than anything else I ever craved for before
You have positioned yourself up against my guard
And tore it down completely without even trying
To find a way to break me down

I feel you right now
Just so close, sitting beside me
You are only a touch away from being everything
I had ever wanted and needed in this world
I am half listening to you as you explain
How the world works and how society can endure such obstacles
But I am more closely concentrating on your image
Engraving every part of your facial features as you speak to me
And the tone of your voice…
How delicate and luring at the same time
Can you keep me under your spell much longer
For I enjoy the taste of the feelings that I never laid much importance on
Until now…
Can you hold me in your grasp
Because I love the way your mind overwhelms me
I don’t want to miss you when you are gone
It seems so much better to die together in each others arms
tarii[b]Your Quiet Reverence[/b]

If you cut, will you scar
If you bleed, do you stain
If I bend, will you break
If I die, would you care

Thoughts escape me as silence fills me
Your quiet reverence does not pass me
I stand beside you as you look straight at me
And I cannot speak when you touch me like this

If you cry, will you collapse
If you hunger, do you devour
If I scream, will you hear
If I love, would you also

I feel as though I'm a part of you
When we walk in solemnity together
We strip ourselves of our iniquities
And show each other only what we can convey

If you think, will you wonder
If you give, do you receive
If I run, will you hide
If I sleep, would you dream

Being your only truth is what I thirst for
As we stand here face to face, I can reach into you
You cause me to drift into so many parallels
Whereas before I was just a particle of no one's dust

If you lie, will you confess
If you shield, do you protect
If I stumble, will you fall
If I crash, would you burn

I won't die upon your knees, unless I feel your desire
You might be confused by my complexity
Oh, if only I had the words to reassure you of my normalcy
I could provide you with your invisible cravings of everything

by unknown
tarii[SIZE=3][U][B]Midnight[/B] [/U][/SIZE]

A setting sun going down
Twilight darkens and the clouds get dimmer
A velvet sky filled with stars
A silent whisper of a breeze growing stronger
The air gets colder and as the world moves around
A bright globe rises in the air
A moon that grows from crescent to full
Glows in the mist of clouds
Night awakens and the day ends
And all is silent as the universe sleeps
tariiuntitled

strength is overcome by weakness
joy is overcome by pain
the night is overcome by brightness
and love - it remains the same.

by tupac
--------------------------------------

the rose that grew from concrete

did u hear about the rose that grew from a crack
in the concrete
proving nature's laws wrong it learned 2 walk
without having feet
funny it seems but by keeping its dreams
it learned 2 breath fresh air
long live the rose that grew from concrete
when no one else cared!

by tupac
tariiSternenbilder

Manche Menschen kennen die ganzen Sternenbilder.
Wissen wo der große Wagen ist.
Oder die Milchstraße.
Ich weiß das nicht.
Mir reicht es zu wissen, dass die Sterne da sind.
Ganz egal, wann ich zum Himmel kucke.



Du allein unter Menschenmassen

Überall Krach,
hektisches Treiben.
Mütter schreien ihre Kinder an,
Autos hupen.
Ruhe scheint hier ein Fremdwort zu sein.
Und ich?
Ich stehe inmitten diesen Menschenmassen, strecke den Kopf in die Luft und fange an zu lachen.



Liebe?

Manche Menschen schauen sich lange in die Augen.
Scheinen in denen des Gegenübers zu versinken.
Doch der einzige Grund, warum sie dieses tun,
ist, um ihr eigenes Spiegelbild in der Nachbarpupille zu bewundern.
tariiMondschein

Jeden Abend warte ich auf die Dunkelheit.
Dann sehe ich mir den Mondschein an.
Versuche Formen im Mond zu erkennen.
Gestern dachte ich mir, dass ich ihn immer bei mir haben will.
Also ging ich nach draußen.
Ich nahm ein Glas mit Deckel mit.
Ich stellte mich unter den Mond.
Ich fing seine Strahlen ein.
Jetzt habe ich ihn immer bei mir.
Meinen Mondschein.
tarii[SIZE=3][b]Das Liebesgedicht [/b][/SIZE]


Auf lose Blätter verteilt,

meine Gedanken und Gefühle.

Romantische Phantasien

zwischen Wachen und Träumen.

Du hast sie eingesammelt

und ein zartes Seidenband darumgelegt;

und sie schmolzen zusammen

zu einem einzigen Liebesgedicht.
tarii[b]Märchen[/b]

Immer, wenn ich das Wort "Liebe" hörte, dachte ich, es kann sie nicht geben.
Ich hatte sie noch nie erlebt.
Ich dachte, sie wohnt nur in Märchen.
Doch jetzt habe ich sie auch.
Durch Dich.
Und ich lebe jetzt selbst in einem Märchen.
Mit Dir.
In unserem eigenen Märchen.
_______________________________________

[b]Früher köpfte ich Rosen... [/b]

Früher köpfte ich Rosen.
Ich nahm eine Schere und schnitt ihnen jedes Blatt einzeln ab.
Jetzt rächen sie sich an mir.
Jetzt köpfen sie mich.
Indem sie mich an vergangene Zeiten erinnern.
tariiYour Heart


your eyes
were they painted from beauty
all cut up and rare
or thrown from small pieces of stars
from the weightless air

your smile
was it penciled in to give a glow
to make my head spin endlessly
or is it natural all on its own
born from creation from the powers that be

your touch
is it the only effect that can hold me
to send shivers coursing through my veins
or put me in a trance
and make me see my own jagged stains

your heart
is it the only window inside of you
to let me in without a lock and key
or must a secret word be known
to enter inside the soul only known to me
tariiYour Heart


your eyes
were they painted from beauty
all cut up and rare
or thrown from small pieces of stars
from the weightless air

your smile
was it penciled in to give a glow
to make my head spin endlessly
or is it natural all on its own
born from creation from the powers that be

your touch
is it the only effect that can hold me
to send shivers coursing through my veins
or put me in a trance
and make me see my own jagged stains

your heart
is it the only window inside of you
to let me in without a lock and key
or must a secret word be known
to enter inside the soul only known to
Schwarze_TränenFINSTERNIS

Dunkelheit...
Alles, was ich sehe.
Kälte...
Alles was ich fühle.
Finsternis...
Sie frisst mich auf.
Doch gleichzeitig zieht sie mich an.
Ich habe keine Chance ihr zu entkommen.
Sie umgibt mich,
Sie beschützt mich,
Wie eine Hülle...
Eine unsichtbare Hülle.
Sie dringt in mich ein,
Sie fesselt mich, hält mich fest...
Sie lässt mich nicht entkommen.
Sie zerstört mich...
Doch gleichzeitig öffnet sie mir die Augen...
Sie schafft mir eine eigene Welt...
In der mir keiner weh tun kann...
Die Finsternis!

von Madlen (meiner kleinen Schwester)
afterlife[B]Und ging davon[/B]
[I]Konstantin Wecker[/I]

Und ging davon. Und ohne große Sprüche.
Und nimmt noch Hemd und Hose aus dem Schrank,
um rein zu sterben. Zettel in die Küche:
Ich glaub, es reicht. Machts gut und vielen Dank.

So viele Jahre Menschsein können nerven.
Man kann das einfach regeln oder larmoyant.
Er hörte auf, ein Weltbild zu entwerfen,
verzichtete aufs Schluchzen und verschwand.

Und in den Wohnblockzellen stricken sie Pullover
und richten sich schon jetzt auf Winter ein.
Die Hungrigen beschweren sich beim Ober.
Die meisten graben sich in ihren Ängsten ein.

Die Starken kämpfennoch um ein paar Rechte.
Die Hoffnungsvollen spenden Trost und Brot -
und er besinnt sich auf das einzig Echte:
Geht auf die Knie, empfiehlt sich und ist tot.
primelchenAuf einem gelben Stück Papier, grün liniert,

schrieb er ein Gedicht

Und er nannte es „Chops“

denn das war der Name seines Hundes

Und nur darum ging es.

Und sein Lehrer gab ihm eine Eins

und einen goldenen Stern

Und seine Mutter klebte es an die Küchentür

und las es seinen Tanten vor

Das war das Jahr, als alle Kinder

mit Father Tracy in den Zoo fuhren

Und sie sangen mit ihm im Bus

Und seine Schwester kam auf die Welt

mit winzigen Zehennägeln und kahl

Und seine Eltern küssten sich oft

Und das Mädchen um die Ecke schickte ihm

eine Valentinskartemit vielen „X“-en

und er fragte seinen Vater, was die „X“-e bedeuteten

Und sein Vater brachte ihn am Abend ins Bett

Und war immer da, um das zu tun.



Auf einem weißen Stück Papier, blau liniert,

schrieb er ein Gedicht

Und er nannte es „Herbst“

denn es war gerade Herbst

Und nur darum ging es

Und sein Lehrer gab ihm eine Eins

und sagte, er solle präziser schreiben

Und seine Mutter klebte es nicht an die Küchentür

denn die war frisch gestrichen

Und die anderen sagten ihm,

dass Father Tracy Zigaretten rauchte

Und sie in der Kirche fallen ließ

Und manchmal brannten sie Löcher in die Bänke

Das war das Jahr, als seine Schwester eine Brille bekam

mit dicken Gläsern und schwarzem Gestell

Und das Mädchen um die Ecke lachte ihn aus,

als er mit ihr auf den Weihnachtsmann warten wollte

Und die anderen sagten ihm,

warum seine Eltern sich oft küssten

Und sein Vater brachte ihn abends nicht mehr ins Bett

Und sein Vater wurde wütend,

als er ihn darum bat



Auf einem Blatt aus seinem Notizbuch

schrieb er ein Gedicht

Und er nannte es „Unschuld: Eine Frage“,

denn das war die Frage, die seine Freundin betraf

Und sein Lehrer gab ihm eine Eins

und sah ihn lange und seltsam an

Und seine Mutter klebte es nicht an die Küchentür,

denn er zeigte es ihr nicht

Das war das Jahr, als Father Tracy starb

Und er vergaß, wie das Glaubensbekenntnis ging

Und er erwischte seine Schwester,

wie sie hinterm Haus herumknutschte

Und seine Eltern küssten sich nicht mehr

und schwiegen sich an

Und das Mädchen um die Ecke trug zu viel Make-up

sodass er husten musste, wenn er sie küsste,

aber er tat es trotzdem,

weil es das war, mas man halt tat

Und um drei Uhr morgens brachte er sich ins Bett,

während sein Vater nebenan schnarchte



Auf einem Stück brauner Papiertüte

versuchte er sich an einem Gedicht

und er nannte es „Absolut nichts“,

denn nur darum ging es wirklich

Und er verpasste sich selber eine Eins

und einen Schnitt in jedes Handgelenk

Und er klebte es an die Badezimmertür,

denn er glaubte nicht, dass er es noch

bis zur Küche schaffen würde



(Aus dem Buch

"vielleicht

lieber

morgen"

von

Stephen Chbosky)
HekateSeleneNebel

Seltsam im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum kennt den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war,
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
- Hermann Hesse, Eine Fußreise im Herbst
NihilxPatterns of Pain

Threading through the needle’s eye
Weaving webs of blinding life
Sewing scars into the pattern
Carving wounds with a penknife
Decorative flesh with dead designs
Unsteady hands that draw the line
Somewhere in this doleful vision
Tears the fabric of my time…

-- Nihil



The traitor's tree

While outside the wind was gusting
Tearing at the traitor’s tree
Where visionaries were hanging
Swinging for what they did see
I stood and watched their withered faces
Curse the wind in pale disgust
For the fate they had been dealt
By the ones they used to trust
And for the choir of red leaves
Chanting hymns above their head
Mocking them with patient tunes
Singing of the future dead
Their gaping mouths were staring back
Accusing eyes rolled to the sky
As I was standing in the courtyard
Thinking of how I would die...


-- Nihil
jadeWas ich habe, will ich nicht verlieren, aber

wo ich bin will ich nicht bleiben, aber

die ich liebe, will ich nicht verlassen, aber

die ich kenne will ich nicht mehr sehen, aber

wo ich lebe, da will ich nicht sterben, aber

wo ich sterbe, da will ich nicht hin:

Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.



Thomas Brasch
jasmineDieses Gedicht hat uns mal unsere Englishlehrerin vorgelesen, weil sie so schockiert war. Das hat die Mutter einer jungen Schülerin von ihr, der kleinen zum Geburtstag in eine Karte geschrieben.

[I]Mother put her little daughter,
15 minutes under water.
But not to make her any troubles.
Only to see the funny bubbles.[/I]

Den Verfasser dieses Gedichtes kenn ich nicht.
MondwichtFreund- der du leidest und ohne Hoffen
Deine finstere Straße gehst:
Dir auch stehen die Gnaden der Liebe offen.
Während du einsam, so scheint dir´s,im Leeren stehst,
Von den Schrecken der grausamen Welt umgeben,
Ohne Glück, ohne Sinn, ohne Herz und Leben,
Warten überall leidende Brüder und Schwestern auf Dich.
Öffne die Augen, erkenne, und schenke dich
Hin den Anderen!
Hast du nicht Brot,
hast du nicht Trost und Rat den Armen zu geben-
Gib ihnen dich, gib gib dein Leid, deine eigene Not.
Sprich mit ihnen, die sich gleich dir verschliessen,
lass durch Wort, durch Blick und Gebärde
Liebe hinein:
und die alte, wartende Erde
Wird dir, und es wird dir des grossen Geist
Seinen Sinn und und die ewigen Kräfte erschliessen,
Du wirst Heimat im Chaos entdecken
Und es werden die sinnlosen Schrecken
Schaubar, tragbar, deutbar:
MITTEN IM RACHEN DEINER HÖLLE WIRST DU ZUM LEBEN ERWACHEN.

hERMANN hESSE
SlaveOfDarknessWenn ich tot bin

Wenn ich tot bin weine nicht
Mach dir keine sorgen
Wisch die tränen vom gesicht
Schau nach vorn ins morgen

Denk daran ich hab gelebt
Mit großer itensität
So oft hat mein herz gebebt
Bis die stürme sind verweht

Bedenke auch ich hab nun ruh
Die ich immer mir ersehnt
Friedvoller zustand immerzu
Der keine sehnsucht kennt

Und schaue in dein herz hinein
Dort wohnt ein teil von mir
Solang du lebst wird ich dort sein
Meine liebe bleibt bei dir

Wenn ich tot bin weine nicht
Lass einfach es geschehen
Wisch die tränen vom gesicht
Auch du musst einmal gehen
SlaveOfDarknessTraum und Leben
(heinrich heine)

Es glühte der Tag , es glühte mein Herz ,
still trug ich mit mir herum den Schmerz.
Und als die Nacht kam , schlich ich fort ,
zur blühenden Rose am stillen Ort.
Ich nahte mich leise und stumm wie das Grab ,
nur Tränen rollten die Wangen hinab ,
ich schaute in den Kelch der Rose hinein ,
da glomms hervor , wie ein glühender Schein.
Und freudig entschlief ich beim Rosenbaum ,
da trieb sein Spiel ein neckender Traum ,
ich sah ein rosiges Mädchenbild ,
den Busen ein rosiges Mieder umhüllt.
Sie gab mir was hübsches , recht goldig und weich ,
ich trugs in ein goldenes Häuschen sogleich ,
im Häuschen da geht es gar wunderlich bunt ,
da dreht sich ein Völkchen in zierlicher Rund.
Da tanzen zwölf Tänzer , ohne Ruh und Rast ,
sie haben sich fest bei den Händen gefasst ,
und wenn ein Tanz zu ende begann ,
so fängt ein andrer von vorne an.
Und es summt mir ins Ohr die Tanzmusik ,
die schönste der Stunde kehrt nimmer zurück ,
dein ganzes Leben war nur ein Traum ,
und diese Stunde ein Traum im Traum.
Der Traum war aus , der Morgen graut ,
mein Auge schnell nach der Rose schaut ,
O Weh !
Statt des glühenden Fünkleins steckt ,
im Kelche der Rose ein kaltes Insekt



Geheimnis
(heinrich heine)

Wir seufzen nicht, das Aug' ist trocken,
Wir lächeln oft, wir lachen gar!
In keinem Blick, in keiner Miene,
Wird das Geheimnis offenbar.

Mit seinen stummen Qualen hegt es
In unsrer Seele blut'gem Grund;
Wird es auch laut im wilden Herzen,
Krampfhaft verschlossen bleibt der Mund.

Frag du den Säugling in der Wiege,
Frag du die Toten in dem Grab,
Vielleicht dass diese dir entdecken,
Was ich dir stets verschwiegen hab.

von Mascha kaleko - titel weiß ich leider nicht

wenn du mich einmal nicht mehr liebst,
lass mich es ehrlich wissen
dass du mir keine lüge gibst
noch trug in deinen küssen!

dass mir dein herz die treue hält
musst du mir niemals schwören
wenn eine andere dir gefällt
sollst du nicht mehr mir gehören

wenn du mich einmal nicht mehr magst
und geht mein herz in scherben
dass du nicht fragst
noch um mich klagst

ich kann so leise sterben...
SlaveOfDarknessAn den Mond

J.W.Goethe

Füllest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;

Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
Froh- und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud' und Schmerz
In der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß!
Nimmer werd' ich froh;
So verrauschte Scherz und Kuß
Und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal,
was so köstlich ist!
Daß man doch zu seiner Qual
Nimmer es vergißt!

Rausche, Fluß, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu!

Wenn du in der Winternacht
Wütend überschwillst
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Haß verschließt,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem genießt,

Was, von Menschen nicht gewußt
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.
FreyjaMein Lieblingsgedicht...

Nadine Groitzsch - Letzte Schritte

[i]Nur noch zehn Schritte
Der Wind weht ihr sanft ins Gesicht
Die Sonne steht tief und scheint ihr in die Augen
Sie sieht nicht mehr, was sie umgibt

Nur noch neun Schritte
Die Erinnerung erwacht in ihrem Kopf
Warum brach man ihr Herz so oft?
Wie viel Liebe fehlte ihr?

Nur noch acht Schritte
Ein Leben lang verstoßen und allein
Sie kann dem Schmerz nicht mehr entfliehen
Sie will nie mehr verlassen werden

Nur noch sieben Schritte
Sie erfror in der Kälte der Heuchlerei
Gekettet an die Vergangenheit sieht sie keine Zukunft mehr
Die Einsamkeit lässt sie zerbrechen

Nur noch sechs Schritte
Der Wind weht stärker durch ihr Haar
Der Himmel hat sich rot gefärbt
Ein Vogel singt, doch sie hört ihn nicht mehr

Nur noch fünf Schritte
Stimmen schwirren in ihrem Kopf
Sie sagen nichts, was sie aufhalten könnte
Ihr Herz fängt an zu weinen

Nur noch vier Schritte
Sie erkennt die Klippen unter sich
Das Wasser schäumt, wenn es ans Ufer schlägt
Sie hat keine Angst mehr vor der Tiefe

Nur noch drei Schritte
Je mehr sie zweifelt, desto schneller geht sie voran
Das Eis, das ihre Seele fesselte, beginnt langsam zu schmelzen
Die Grausamkeit der Menschen ist soweit weg

Nur noch zwei Schritte
Alles vor ihr verschmilzt zu einer warmen Einheit
Etwas ruft sie wieder und wieder aus dem Abgrund
Ihr Herz fängt an zu schweigen

Nur noch ein Schritt
Sie wischt eine letzte Träne weg und springt in die Ewigkeit
Zum ersten Mal ist sie glücklich und frei
Der Wind trägt sie in den Sonnenuntergang
Eine große, schwarze Gestalt mit strahlenden Augen nimmt sie in den Arm
Sie spürt weder Schmerz noch Angst
Sie genießt es, sich geborgen fühlen zu können
Nur noch unendlich viele Schritte bis zum Himmel
Doch diesmal ist sie nicht allein
[/i]
LanyaGedicht aus dem Manga "Blade of the Immortal" von Hiroaki Samura

auch wenn
das ende der welt
in sicht ist,
der weg,
den ich wandle,
ist steil.
sobald ich mich
umwende,
berge von leichen...
der weg,
den ich gehe,
ist der weg
der bestien
MondwichtGlauben...

Was soll ich glauben:
hat er gelogen, als sagte "Ich liebe Dich",
oder log er, als er mich ansah und sagte
"Es ist vorbei, meine Gefühle sind erloschen"?

War es wahr, als er versprach,
er würde mich nie verlassen,
oder fiel ihm es leicht
von mir zu gehen?

Habe ich in seinen Augen lesen können
"Es ist gut, daß es zuende ist",
oder sah ich seine Tränen?

Waren all seine schönen Worte und Gesten
nur ein bitterer Traum,
oder möchte ich das nur glauben,
damit der Schmerz endlich aufhört...

J.F. Sebastian*
novaEin Lied in der Wüste

Ein Kranz ward gewunden aus schwärzlichem Laub in der Gegend von Akra:
dort riß ich den Rappen herum und stach nach dem Tod mit dem Degen.
Auch trank ich aus hölzernen Schalen die Asche der Brunnen von Akra
und zog mit gefälltem Visier den Trümmern der Himmel entgegen.

Denn tot sind die Engel und blind ward der Herr in der Gegend von Akra,
und keiner ist,der mir betreue im Schlaf die zur Ruhe hier gingen.
Zuschanden gehaun ward der Mond,das Blümlein der Gegend von Akra:
so blühn,die den Dornen es gleichtun,die Hände mit rostigen Ringen.

So muß ich zum Kuß mich wohl bücken zuletzt,wenn sie beten in Akra....
O schlecht war die Brünne der Nacht, es sickert das Blut durch die Spangen!
So ward ich ihr lächelnder Bruder, der eiserne Cherub von Akra.
So sprech ich den Namen noch aus und fühl noch den Brand auf den Wangen.

von Paul Celan aus Mohn und Gedächtnis (1.Band)
novaUmsonst malst du Herzen ans Fenster:
der Herzog der Stille wirbt unten im Schloßhof Soldaten.
Sein Banner hißt er im Baum - ein Blatt,das im Blaut, wenn es
herbstet;
die Halme der Schwermut verteilt er im Heer und die Blumen der
Zeit;
mit Vögeln im Haar geht er hin zu versenken die Schwerter.

Umsonst malst du Herzen ans Fenster: ein Gott ist unter den
Scharen,

gehüllt in den Mantel,der einst von den Schultern dir sank auf
der Treppe zur Nachtzeit,
einst als in Flammen das Schloß stand,als du sprachst wie die
Menschen : Geliebte....
Er kennt nicht den Mantel und rief nicht den Stern an und folgt
jenem Blatt,das vorausschwebt.

O Halm, vermeint er zu hören, o Blume der Zeit.

von Paul Celan aus Mohn und Gedächtnis (1.Band)
novaWaldesstimme

Wie deine grüngoldnen Augen funkeln,
Wald du mosiger Träumer!
Wie deine Gedanken dunkeln,
Einsiedel,schwer von Leben,
Saftseufzender Tagesversäumer!

Über der Wipfel Hin- und Wiederschweben
Wie´s Atem holt und näher braust,
Und weiter zieht-
und stille wird-
und saust.

Über der Wipfel Hin- und Wiederschweben
Hoch droben steht ein ernster Ton,
Dem lauschen tausend Jahre schon,
Und werden tausend Jahre lauschen....
Und immer dieses starke, donnerdunkle Rauschen.

von Peter Hille
TheLivingForce[COLOR=crimson]Ludwig Hirsch - Die gottverdammte Pleite[/COLOR]

"Als die Kinder Kröten nach Hause brachten
und im Zirkus nicht mehr lachten,
als sie ihr Brot nicht mehr aßen
und statt dessen die Kröten fraßen,
als sie Teddybären zerrissen
und in Autoreifen bissen,
als schließlich Kindergärten brannten
und Lehrer um ihr Leben rannten,
da wußten wir, es ist aus.

Begonnen hat sie damals, diese gottverdammte Pleite,
ende März, im vergangenen Jahr.
"Operation Tiger" hieß das Manöver, im Raum Waldburg und Umgebung,
wie üblich der Grenze ziemlich nah.
Man steckte Felder in Brand, man schoß Löcher in den Wald
und das Haus vom alten Förster traf man voll.
Doch das Schlimme an der Sache, und das wußten wir noch nicht,
da hat ein Panzer einen Hasen überrollt.
Ja, das Schlimme an der Sache, und das wußten wir noch nicht,
da hat ein Panzer einen Hasen überrollt.

Lisa, das kleine Mädchen. mit der großen rosa Schleife
spielt im Garten, vor dem Haus, mit ihrem Hund.
Die Eltern sitzen im Salon, "Was, Herr Klavierlehrer, Sie gehen schon?",
fragt die Mutter und schiebt ihm Marzipan in den Mund.
Da tritt Lisa durch die Tür, zieht ihren Hund hinterher
ihren Hund, dem wer die Kehle durchgebissen hat.
Der Vater schreit, die Mutter weint, der Klavierlehrer kotzt ihr Marzipan auf's Kleid.
nur Lisa lächelt, mit blutverschmiertem Mund.
Ja, im Raum Waldburg an der Grenze
hat dieser gottverdammte Panzer
diesen gottverdammten Hasen überrollt.

Der kleine Thomas ist 7 Jahr', und er freut sich jedes mal,
wenn ihn am Wochenende Großvater besucht.
Denn der liest ihm schöne Mähren, von Prinzessinnen und Zwergen,
aus dem mitgebrachten, alten Märchenbuch.
Ja, dem Großvater, so sagen sie, dem schlägt das Herz am rechten Fleck,
nur dieses Wochenende hat ihm wer den Schrittmacher versteckt.
In seinem Zimmer baut allein, der kleine Thomas ganz geheim,
in seine Eisenbahn den Herzschrittmacher ein.
Ja. im Raum Waldburg an der Grenze,
hat dieser gottverdammte Panzer
diesen gottverdammten Hasen überrollt.

Bis auf die Zähne bewaffnet und zitternd vor Angst
die Kerze wirft Schatten, die Kellerwand tanzt,
so hocken wir da unten und Tränen weinen wir, Tränen.
Unsere Kleinen, da draußen, verbrennen die Erde
es kochen die Flüsse es verdampfen die Meere,
oben am Himmel der kleine Bär,
schläft auch nicht mehr.
Ja, unsere Kleinen, unsere Kleinen haben uns den Krieg erklärt.
haben Dir, Mutter, mir, Vater, den Krieg erklärt,
weil im Raum Waldburg, an der Grenze,
hat dieser gottverdammte Panzer
den Osterhasen überrollt..."

(Es mag mehr ein musikalisches Gedicht sein, dennoch ist es unheimlich gut, finde ich...)

bye bye, euer kevi...
eMsHeiner Müller

Ich kann dir die Welt nicht zu Füßen legen

Ich kann dir die Welt nicht zu Füßen legen
Sie gehört mir nicht
Ich werde dir keinen Stern pflücken:
Ich habe kein Geld für Blumen und
Keine Zeit Verse zu machen nur für dich:
Mein Leben wird so und so zu knapp sein für ein ganzes
Wenn ich dir sage:
Für dich werde ich alles tun
Werde ich dir eine Lüge sagen ( Du weißt es )
Ich liebe dich mit meiner ganzen Liebe.
SlaveOfDarknessDas Rosenband
(Friedrich Gottlieb Klopstock)

Im Frühlingsschatten fand ich sie;
da band ich sie mit Rosenbändern:
sie fühlt es nicht und schlummerte.

Ich sah sie an; mein Leben hing
mit diesem Blick an ihrem Leben:
ich fühlt es wohl und wußt es nicht.

Doch lispelt ich ihr sprachlos zu
und rauschte mit den Rosenbändern:
da wachte sie vom Schlummer auf.

Sie sah mich an; ihr Leben hing
mit diesem Blick an meinem Leben,
und um uns ward´s Elysium.
AlastisiaEs ist schlimmer... (Christine Busta)



Es ist schlimmer, einen geliebten Menschen

an das Leben zu verlieren

als an den Tod.



Das Leben ist der gefährliche Räuber,

nicht der Tod.

Er tastet die Liebe nicht an.

Er bewahrt und erweitert sie

zu einer neuen Dimension.

Mai 1986
GabrieIIe[COLOR=purple]Die Liebenden

Sieh, wie sie zu einander erwachsen:
in ihren Adern wird alles Geist.
Ihre Gestalten beben wie Achsen,
um die es heiß und hinreißend kreist.
Dürstende, und sie bekommen zu trinken,
Wache und sieh: sie bekommen zu sehn.
Laß sie ineinander sinken,
um einander zu überstehn.

[I](R. M. Rilke)[/I] [/COLOR]

____________________

[COLOR=purple]Unvergessen[/COLOR]
morbider engelirgendwo auf der welt
gibt`s ein kleines bisschen glück
und ich träum davon in jedem augenblick
irgendwo auf der welt
gibt`s ein bisschen seligkeit
und ich träum davon schon lange lange zeit
wenn ich wüsst wo das ist
ging ich in die welt hinein
denn ich möcht einmal recht
so von herzen glücklich sein
irgendwo auf der welt
fängt mein weg zum himmel an
irgendwo irgendwie irgendwann...

*sehnsüchtig guck*
Darkestteargoethes erben


Es macht mir eigentlich keine Freude
in meine eigene Hand zu schneiden,
rote Tränen zu beobachten,
die einen kleinen Rinnsal bildend mich verlassen.
Die einzige Möglichkeit mich an mir zu rächen
Zu sühnen für das was ich sprach und tat.
Ohne bewußt gehandelt zu haben.
Es kommt mir vor als hätte ich nie gelacht
nie geweint,
gelacht geweint

Die Bilanz zeigt aufwärts
Doch verliert sich die schwarze Linie am trüben Horizont der brennt.
Mit steigender Tendenz Richtung Unendlichkeit
Weit entfernt von so etwas wie Gefühlen.

Ich spüre nicht das Stück Fleisch,
daß anstatt meiner rote Tränen weint.
Im Moment noch wenige
Und jeder Schritt abseits der Linie wird bestraft
mit flüsternden Worten die mehr rote Tränen fordern.
Hört nur wie sie flüstern und wispern
schimpfen und geifern
stechen und bohren
zerren und beißen
fordern: rote Tränen zu weinen
und schließlich darum betteln

Endlich rote Tränen zu weinen
Endlich rote Tränen zu weinen
... rote Tränen zu weinen
... Tränen zu weinen
... zu weinen
... weinen
AnescaWas für eine Stille, wenn du da bist.
Was für eine
höllische Stille.
Du sitzt, und ich sitze.
Du verlierst, und ich verliere.




"Beziehung" von János Pilinsky
AsraiHerrschaftsfreiheit

Zu sagen
*Hier
herrscht Freiheit*
ist immer
ein Irrtum
oder auch
eine Lüge:
Freiheit
herrscht nicht

E. Fried
un†o†e[COLOR=crimson][U][I][B]Schwarz[/B][/I][/U]

Schwarz wie die Welt.
Schwarze Worte.
Ohne Licht und Trost.
Nirgends Licht in diesem dunklem Tunnel.

Das Lachen von Fremden klingt fern.
Man versteht es nicht.
Und sagen tun sie's besser nicht.
Nicht dir.

Diese Welt ist vergiftet.
Kriege, Menschen leiden, Walder verschwinden.
Menschen hassen Menschen, alle denken jeder ist der Feind.
Der Mensch ist ein Virus.
Er vermehrt sich rasend schnell, ohne auf seine Umwelt zu achten.

Kein Licht am Ende des Tunnels.
Niemand versteht niemanden.
Wozu dieses Leben?
Was ist der Sinn?
Zwolf Jahre Schule, zwei Jahre Ausbildung und uber 40 Jahre schuften.
Und wozu? Fur eine Rente mit der man gerade so Leben kann.

In der Schule immer Arger. Aussenseiter! Hasslich!
Zu Hause Arger. Egoist, Faulpelz!
Niemand versteht niemanden.
Alles ist qual.

Rauchen ist schadlich!
Na und? Wenn interissierts?
Drogen sind noch schlimmer!
Na und? Was macht das schon?

Tranen laufen ubers Gesicht.
Die Musik trostet nicht.
Sie erzahlt von eigenen Sorgen.
Der Tod als einziger Ausweg?
Fur immer Frieden?
Was ist wenn man Wiedergeboren wird?

Der Tod ist schon. Schon schwarz.
Die Sorgen fur immer vergessen.
Fur immer.
Ist das nicht wunderschon.
Frieden fur immer.
Fur immer.

Aber was ist mit den Menschen, die dir vertrauen?
Sie sorgen sich um dich, sie wollen dich beschutzen.
Du aber fuhlst es als Last.
Willst du sie alleine lassen?
Du zerstorst ihr Leben. Sie weinen jeden Tag um dich.
Willst du das wirklich?
Du konntest die Welt verandern.
Aber du uberlasst sich ihrem Schicksal.
Willst du das wirklich?[/COLOR]

na ja das gedicht hat mir ganz gut gefallen... wenn jemand weis wer es geschrieben hat schreibt es mir bitte in 'ner pn
My anguishDas ist eigentlich ein Songtext von Evanescence.

ich habe dich beobachtet von weitem
die entfernung schaut durch deine verkleidung
alles was ich von dir will ist deine verletzung
ich will dich heilen
ich will dich aus der dunkelheit retten

lass mich an deinen problemen teil haben
ich will dein leiden beenden
halse mir deine bürden auf
ich will dein tötliches gift trinken

warum sollte ich mich vorsehen wenn du verletzt wirst?
irgendwie passiert es auch mir
als würde ich mir selber weh tun
rette dich, rette dich
ich will dich retten

lass mich an deinen problemen teil haben
ich will dein leiden beenden
halse mir deine bürden auf
ich will dein tötliches gift trinken

fürchte nicht die flammen von meinen kerzen
lass es zu das die sonne in deine welt voll finsternis kommt
gib mir weiter all das was dir angst macht
ich will deine albträume für mich haben
wenn du schläfst

lass mich an deinen problemen teil haben
ich will dein leiden beenden
halse mir deine bürden auf
ich will dein tötliches gift trinken

fürchte nicht die flammen von meinen kerzen
lass es zu das die sonne in deine welt voll finsternis kommt
gib mir weiter all das was dir angst macht
ich will deine albträume für mich haben
wenn du schläst

fürchte nicht die flammen von meinen kerzen
lass es zu das die sonne in deine welt kommt
AsraiDieses Gedicht find ich so bedrückend:

Schöne Jugend
_
Der Mund eines Mädchens, _
das lange im Schilf gelegen hatte,
sah so angeknabbert aus.
Als man die Brust aufbrach, _
war die Speiseröhre so löchrig.
Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
fand man ein Nest von jungen Ratten.
Ein kleines Schwesterchen lag tot.
Die andern lebten von Leber und Niere,
tranken das kalte Blut und hatten
hier eine schöne Jugend verlebt.
Und schön und schnell kam auch ihr Tod.
Man warf sie allesamt ins Wasser.
Ach, wie die kleinen Schnauzen quietschten.
_
Gottfried Benn
holydemonvielleicht nicht ganz einfach zu verstehen, aber dennoch schön:

am siebten tag
(vielleicht am achten)
nach deiner flucht
(nach meinem tod)
wurde geboren der mensch
die mundharmonika
und ein schmetterling
kein roter
ein weißer
mit winzigen schwarzen punkten
ich war frei

jannis ritsos, athen, 25.2.1980
hellsingDer Kuss im Traume

Es hat ein Kuss mir Leben eingehaut,
Gestillet meines Busens tiefsten Schmachten.
Komm,Dunkelheit,mich traulich zu umnachten,Dass neue Wonne meine Lippen saugt.
In Träumen war solch Leben eingetaucht,Drum leb´ich,
Ewig Träume zu betrachten,
Kann aller andern Freude Glanz verachten,
Weil nur die Nacht so süßen Balsam haucht.
Der Tag ist karg an liebesüßen Wonnen,
Es schmerzt mich seines Lichtes eiltes Prangen
Und birg dich Aug´dem Glanz ird`schen Sonne!
Hüll dich in Nacht,sie stillet dein Verlangen
Und heilt den Schmerz,wie Lethes kühle Fluten.

p.s. Leider weiß cih den Autor nicht mehr!Aber das Gedicht hat mich berührt!
herbstliebeGeorg Trakl

Gesang einer gefangenen Amsel


Dunkler Odem im grünen Gezweig.
Blaue Blümchen umschweben das Antlitz
Des Einsamen, den goldnen Schritt
Ersterbend unter dem Ölbaum.
Aufflattert mit trunkenem Flügel die Nacht.
So leise blutet Demut,
Tau, der langsam tropft vom blühenden Dorn.
Strahlender Arme Erbarmen
Umfängt ein brechendes Herz.
Nöli[COLOR=blue]Sie liebten sich beide, doch keiner wollt es dem anderen gestehn. Sie sahn sich an - so feindlich, und wollten vor Liebe vergehn.
Sie trennten sich endlich und sahen sich nur noch zuweilen im Traum.
Sie waren längst gestorben und wussten es selber kaum.
(Heinrich Heine)[/COLOR]
SlaveOfDarknesswarum

warum dürfen wir nicht sein, wie wir eben sind?
warum müßt ihr uns behandeln, wie ein kleines kind?
warum dürfen wir nur reden, wenn wir reden sollen?
warum müssen wir gehorchen, wenn wir gar nicht wollen?

warum werden wir verhaftet, ohne einen grund?
warum verhallen unsere schreie, nur in dunkler nacht?
warum werden unsere gedanken tagtäglich umgebracht?

normahl
SlaveOfDarknessTraum von Tod

Traum
Traum aus der Nacht
Traum aus der Nacht von Tod
Traum aus der Nacht vom Tod einer Welt
Einer Welt aus Angst vor dem Traum

Angst
Angst vor dem Traum
Angst einer Welt vor dem Traum
Angst einer Welt vor dem Traum vom Tod
Vor dem Traum vom Tod aus der Nacht

Erich Fried
Hathor
(StS)
NuDiSt(Autor ist mir leider nicht bekannt, es ist Teil des "Crawley-Antichrist" Posters von Markus Mayer)

[SIZE=3]THERE IS NO GOD BUT MAN-[/SIZE]

MAN HAS THE RIGHT TO LIVE BY HIS OWN LAW-
TO LIVE IN THE WAY THAT HE WILLS TO DO:
TO WORK AS HE WILL
TO PLAY AS HE WILL
TO REST AS HE WILL
TO DIE WHEN AND HOW HE WILL!

MAN HAS THE RIGHT TO EAT WHAT HE WILL-
TO DRINK WHAT HE WILL
TO DWELL WHERE HE WILL
TO MOVE AS HE WILL ON THE FACE OF THE EARTH!

MAN HAS THE RIGHT TO THINK WHAT HE WILL:
TO SPEAK WHAT HE WILL
TO WRITE WHAT HE WILL
TO DRAW, PAINT, CARVE, ETCH, MOULD, BUILD AS HE WILL
TO DRESS AS HE WILL!

MAN HAS THE RIGHT TO LOVE AS HE WILL:
"TAKE YOUR FILL AND WILL OF LOVE AS YOU WILL."

MAN HAS THE RIGHT TO KILL THOSE WHO WOULD THWART THESE RIGHTS!

"THE SLAVES SHALL SERVE."
SlaveOfDarknesstief in einer welt
wo gefühle nichtig sind
bin ich eingesperrt
vor hass schon völlig blind
die tränen sind die einzign zeugen
dass ich selbst noch existiert
nah dem letzten schritt
doch etwas hält mich hier
überall ist bitterkeit, verzweiflung und der tod
blut und totes fleisch werden unser täglich brot
denn überall ist bitterkeit...

ich sehe mich im spiegel
doch erkenne ich mich nicht
so entstellt vom treiben hier
eine fratze mein gesicht
das leben in der andren welt
ist mir schon völlig fern
wie der mond am abendhimmel
ich kann es mir nicht erklären
überall ist bitterkeit, verzweiflung und der tod
blut und totes fleisch werden unsere täglich brot

du bist der einzge grund
der mir hilft hier zu bestehen
wärst du nicht hier tief bei mir
würd den letzten schritt ich gehen
die liebe zu dir hält mich
und gibt mir neue kraft
um hier zu überleben
bald ist es geschafft
überall ist bitterkeit, verzweiflung und der tod
blut und totes fleisch werden unser täglich brot
denn überall ist bitterkeit...

bitterkeit
L´ame Immortelle
LacralTrauer

Ich wandle einsam,
Mein Weg ist lang;
Zum Himmel schau ich
Hinauf so bang.

Kein Stern von oben
Blickt niederwärts,
Glanzlos der Himmel,
Dunkel mein Herz.

Mein Herz und der Himmel
Hat gleiche Not,
Sein Glanz ist erloschen,
Mein Lieb ist tot.

[i]Verfasser: ?[/i]
GabrieIIe[COLOR=purple][i]Hebbel

aus Judith – Erster Akt[/i]

Das ist die Kunst, sich nicht auslernen zu lassen, ewig ein Geheimnis zu bleiben! Das Wasser versteht diese Kunst nicht; man setzte dem Meer einen Damm und grub dem Fluß ein Bett. Das Feuer versteht sie auch nicht; es ist so weit heruntergekommen, daß die Küchenjungen seine Natur erforscht haben, und nun muß es jedem Lump den Kohl gar machen. Nicht einmal die Sonne versteht sie; man hat ihr ihre Bahnen abgelauscht, und Schuster und Schneider messen nach ihrem Schatten die Zeit ab. Aber ich versteh' sie. Da lauern sie um mich herum und gucken in die Ritzen und Spalten meiner Seele hinein und haschen jedes meiner Worte auf und suchen meine Launen und Gelüste in einen Kalender zu bringen, wie Wetter und Wind. Doch mein Heute paßt selten zum Gestern, ich mache den einen Tag nicht zum Affen des andern, mir gefällt ein Ding nicht darum gleich ewig, weil es mir einmal gefiel!
[/COLOR]
singapurich habe mein herz zum verfaulen
auf die fensterbank gelegt.
ich glaube an die zukunft,
denn vielleicht kommen ja die raben.
mit ihren gelben spitzen schnäbeln
mögen sie sich laben
an diesem rohen stückchen fleisch
von dem ihr glaubt, es zu besitzen.

ich habe mein herz zum verfaulen
auf die fensterbank gelegt,
nur um freudlos zuzusehen,
wie meine ängste schwinden.
seht ihr einen schwarm raben
sich darum zanken,
so laßt sie gewähren,
denn ich bin es nicht wert.

aus dem film "meine schwester";
ein französisches lied mit einer monotonen melodie...
TraumtänzerinEins meiner absoluten Lieblingsgedichte:


Friedrich Nietzsche

Vereinsamt

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein -
Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt - entflohn?

Die Welt ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein -
Weh dem, der keine Heimat hat!
mauerblümchen[QUOTE][i]Original geschrieben von Living in Agony [/i]
[B]Das Mondschaf (Christian Morgenstern)

Das Mondschaf steht auf weiter Flur.
Es harrt und harrt der großen Schur.
Das Mondschaf

Das Mondschaf rupft sich einen Halm
Und geht dann heim auf seine Alm.
Das Mondschaf

Das Mondschaf spricht zu sich im Traum:
„Ich bin des Weltalls dunkler Raum.“
Das Mondschaf

Das Mondschaf liegt am Morgen tot.
Sein Leib ist weiß, die Sonn´ is rot.
Das Mondschaf [/B][/QUOTE]
mauerblümchenPoesie ist zur Rarität verpflichtet; Sachlichkeit kann sich Wiederholungen leisten.
«Wolfdietrich Schnurre, Schattenfotograf»;) ;)

Das Mondschaf von Christian Morgenstern ist wohl so eine Rarität und lässt
sich kaum noch wiederholen.

mauerblümchen
PelloquinI BELIEVE
THEM BONES
ARE ME
SOME SAY
WE'RE BORN
INTO THE GRAVE

I FEEL SO ALONE,
GONNA END UP
A BIG OLD PILE
THEM BONES

DUST RISE
RIGHT ON
OVER MY TIME
EMPTY FOSSIL
OF THE NEW SCENE
I FEEL SO ALONE,
GONNA WIND UP
A BIG OLD PILE
THEM BONES


TOLL DUE
BAD DREAM
COME TRUE
I LIE
DEAD GONE
UNDER A RED SKY

I FEEL SO ALONE
I FEEL SO ALONE
I FEEL SO ALONE
GONNA END UP
A BIG OLD PILE
THEM BONES...

(Alice In Chains: [i]"Them Bones"[/i])

:) ;)
LestatDerVampirDas ist mal ein Liedtext von einer Gruppe namens Curse paßt zwar vollkommen nicht in unsere Scene aber der text hat was

Und was ist jetzt

Interpret: Curse
Album: Innere Sicherheit
Eingesendet: 31.10.2003


Ich hör dich jetzt noch wie gestern die Worte sprechen.
Das du und ich was besonderes sein, viel zu schön zu vergessen.
Gott sei Dank kann ich sehen, man kann dich nicht an Worten messen.
Es reicht dir nicht zu verletzten, du musst Herzen zerfetzen.
Du warst zart zu mir, hast gesagt wie sehr du mich liebst.
Das es niemanden gibt der dein Herz so versteht wie ich
und das nie jemand anderes in Frage kommt egal ob der Tag mal kommt
an dem Zweifel erscheinen in dem wir zwei vereint sind, zu stark für Streit.
Du hast Treue geschworen, noch mehr, du hast gesagt du vergibst mir.
Du hast gesagt du wirst da sein, doch als du weg gingst, was blieb mir?
Du hast gesagt du wirst mich retten und trösten, du wirst mir helf'n.
Du hast gesagt du wirst füllen und ersetzen was ich nicht selbst bin.
Du hast geschworen das du da bist in Glück oder Panik.
Du hast geschworen du gibst halt, doch wenn ich fall' spür' ich garnix.
Du hast geschworen du bist die Frau meines Lebens bis ich vereck'.
Bist die Mutter meiner Kinder und bei mir durch gut und schlecht.

Refrain (2x):

Und was ist jetzt? Ich bin für dich nur irgend'n Ex.
Und was ist Jetzt? Du scheisst drauf wenn ich über dich rap.
Und was ist jetzt? Du siehst nicht und guckst einfach nur weg.
Und was ist jetzt? Bin ich leicht zu vergessen? Bin ich ersetzt?

Ich habe alles versucht. Von Telefon bis e-mail und Brief.
Bis zum Punkt an dem ich verzweifelt began und über dich schrieb.
Du hast alles geblockt. Darum blieb alles Leid in meinem Kopf.
Weil ich's niemand' mitteilen konnt' hab ich's aufgeschrieben und gedroppt.
Meine Mum hat sogar geweint. Sie hat's gehört und gepeilt.
Das im Endeffekt jeden Rhyme den ich schreib' deinen Namen schreit.
Jeden Valentinstag, Geburtstag und Neujahr Blumen und Karten.
Trotzdem blieb mir nicht mehr zu tun als unruhig zu warten.
Ob du dich irgendwann erbarmst und mir antwort gibst auf die Fragen
die den Kopf zersprengen, den ich dir einst versprach immer hoch zu tragen.
Auch ich hab' versprochen bei dir zu sein aber es nicht gebrochen.
Auch wenn's nicht so einfach war wie für dich, versteckt und verkrochen.
Ich hab mich getäuscht in dir, du bist viel zu schwach und bequem
um zu dem was du sagst zu steh'n oder einfach Rücksicht zu nehm'n.
Du hast mich verlassen. Du bist diejenige die Schulden hat.
Also komm und kümmer dich um die Last die Selbstsucht erschafft.

Refrain (2x):

Und was ist jetzt? Ich bin für dich nur irgend'n Ex.
Und was ist Jetzt? Du scheisst drauf wenn ich über dich rap.
Und was ist jetzt? Du siehst nicht und guckst einfach nur weg.
Und was ist jetzt? Bin ich leicht zu vergessen? Bin ich ersetzt?

Was ist jetzt mit großer Liebe. Mit großen Plänen, unser'm Leben
zu zweit, der Gemeinsamkeit, unser'n Träumen und der ganzen Zeit.
Sie verblassen wie nichts. Ich bin Optimist, doch Hoffnungen verlassen mich.
Lass' mich nicht einfach hängen. Gibt's bei dir nicht wenigstens Hass für mich?
Ich kann dich nicht mehr verstehen, so krass ich's probier'.
Du bist nicht mehr die, die bei mir war. Die Frau ist leider krepiert.
Jetzt hast du den Nerv zu sagen du willst da einziehen wo ich wohn'.
Seh' ich aus wie'n Klon? Ich laß mir bestimmt nicht beim wohn'n bedroh'n.
Du denkst alles ist superleicht. Zwischen uns ist es Super-Nice.
Wenn du vorher nur kurz bescheid sagst ist alles cool und begleicht.
Doch Baby, es tut mir leid, das hier ist nicht dein Bereich.
Und es reicht nicht nach all der Zeit, 10 Minuten Smalltalk und Snipes.
Und erzähl mir nichts von dem neuen. Was geht ab? Ich soll mich freu'n?
Applaudieren das es dir jetzt besser geht? Mir geht's dreckig, ich heul.
Jede Nacht wenn ich wieder aufwach' getränkt in Schweiß, dann beweiß
ob du mich jemals geliebt hast, denn ich bin nichts von dem Scheiß.

Refrain (2x):

Und was ist jetzt? Ich bin für dich nur irgend'n Ex.
Und was ist Jetzt? Du scheisst drauf wenn ich über dich rap.
Und was ist jetzt? Du siehst nicht und guckst einfach nur weg.
Und was ist jetzt? Bin ich leicht zu vergessen? Bin ich ersetzt?
Edea[COLOR=royalblue]Hermann Hesse - Ich bin ein Stern [/COLOR]

[i]Ich bin ein Stern am Firmament,
Der die Welt betrachtet, die Welt verachtet,
Und in der eignen Glut verbrennt.

Ich bin das Meer, das nächtens stürmt,
Das klagende Meer, das opferschwer
Zu alten Sünden neue türmt.

Ich bin von Eurer Welt verbannt
Vom Stolz erzogen, vom Stolz belogen,
Ich bin der König ohne Land.

Ich bin die stumme Leidenschaft,
Im Haus ohne Herd, im Krieg ohne Schwert,
Und krank an meiner eignen Kraft.[/i]
NimueNicht alle Schmerzen

Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen
sich tiefer und tiefer ins Herz hinein,
Und während Tage und Jahre verstreichen,
Werden sie Stein.

Du sprachst und lachst, wie wenn nichts wäre,
Sie scheinen zerronnen wie Schaum.
Doch du spürst ihre lastende Schwere
Bis in den Traum.

Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
Die Welt wird ein Blütenmeer.
Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,
Da blüht nichts mehr.

Ricarda Huch

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I dwell in possibility
A fairer house than prose
More numerous of windows
Superior for doors

(Ich wohne in der Möglichkeit,
ein fensterreiches Haus,
viel schöner als die Wirklichkeit,
mit Türen ein und aus)

Emily Dickinson
NimueMusik im Mirabell

Ein Brunnen singt. Die Wolken stehn
im klaren Blau, die weißen, zarten.
Bedächtig stille Menschen gehen
Am Abend durch den alten Garten.

Der Ahnen Marmor ist ergraut.
Ein Vogelzug streift in die Weiten.
Ein Faun mit toten Augen schaut
Nach Schatten, die ins Dunkel gleiten.

Das Laub fällt rot vom alten Baum
Und kreist herein durchs offne Fenster.
Ein Feuerschein glüht auf im Raum
Und malet trübe Angstgespenster.

Ein weißer Fremdling tritt ins Haus,
Ein Hund stürzt durch verfallene Gänge.
Die Magd löscht eine Lampe aus,
Das Ohr hört nachts Sonatenklänge.

Georg Trakl
Pelloquin[color=silver][b][size=4]E[/size]IN [size=4]T[/size]RAUM IN EINEM [size=4]T[/size]RAUM[/b]

Auf die Stirn dir diesen Kuß!
und da ich nun scheiden muß,
sag' dies ich nur zum Schluß:
Ganz recht hat eure Klage,
daß ein Traum warn meine Tage;
doch ob nun die Hoffnung floh
bei Tag, bei Nacht, ob irgendwo
in Schlafgesichten, müdem Sinnen,
ist sie darum [i]nicht[/i] von hinnen?
Was wir scheinen und schauen im Raum,
ist nur ein Traum in einem Traum.

Im Brandungsbrüllen steh'
ich an küstenquälender See,
und ich halte in der Hand
Körner vom goldenen Sand -
wie wenige! doch sie rinnen
durch die Finger mir von hinnen,
und ich weine - wie von Sinnen!
Kann ich nicht dichter falten
die Hände, sie zu halten?
O Gott! wie rette ich schier
nur [i]eins[/i] vor der Welle Gier?
Ist, was wir scheinen und schauen im Raum,
nur ein Traum in einem Traum?[/color]

(Edgar Allan Poe)
CaligoCavus[CENTER]
[B]Stimmen aus dem Massengrab[/B]
[I](Für den Totensonntag, Anstatt einer Predigt)

Da liegen wir und gingen längst in Stücken.
Ihr kommt vorbei und denkt: sie schlafen fest.
Wir aber liegen schlaflos auf den Rücken,
weil uns die Angst um Euch nicht schlafen läßt.

Wir haben Dreck im Mund. Wir müssen schweigen.
Und möchten schreien, bis das Grab zerbricht!
Und möchten schreiend aus den Gräbern steigen!
Wir haben Dreck im Mund. Ihr hört uns nicht.

Ihr hört nur auf das Plaudern der Pastoren,
wenn sie mit ihrem Chef vertraulich tun.
Ihr lieber Gott hat einen Krieg verloren
und läßt Euch sagen: Laßt die Toten ruhn!

Ihr dürft die Angestellten Gottes loben.
Sie sprachen schön am Massengrab von Pflicht.
Wir lagen unten, und sie standen oben.
»Das Leben ist der Güter höchstes nicht.«

Da liegen wir, den toten Mund voll Dreck.
Und es kam anders, als wir sterbend dachten.
Wir starben. Doch wir starben ohne Zweck.
Ihr laßt Euch morgen, wie wir gestern, schlachten.

Vier Jahre Mord, und dann ein schön Geläute!
Ihr geht vorbei und denkt: sie schlafen fest.
Vier Jahre Mord, und ein paar Kränze heute!
Verlaßt Euch nie auf Gott und seine Leute!

Verdammt, wenn Ihr das je vergeßt![/I]

Erich Kästner[/CENTER]
Pelloquin[size=1]@ CaligoCavus

Ein beeindruckender Text. Ich... ziehe meinen Hut vor Kästner und jenen, für die er sprach...[/size]



[size=4]DANN GIBT ES NUR EINS![/size]


Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen - sondern Stahlhelme und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins :
Sag NEIN!
Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, dann gibt es nur eins :
Sag NEIN !
Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst statt Puder und Kakao Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins :
Sag NEIN!
Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN !
Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder, du sollst Haßlieder singen, dann gibt es nur eins :
Sag NEIN!
Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst
die Männer kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins :
Sag NEIN!
Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins :
Sag NEIN !
Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keinen Weizen mehr fahren - sondern Kanonen und Panzer, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst
Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins :
Sag NEIN !
Du. Schneider auf deinem Brett. Wenn sie dir morgen befehlen, du
sollst Uniformen zuschneiden, dann gibt es nur eins :
Sag NEIN !
Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst zum
Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins :
Sag NEIN !
Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt geben für den Munitionszug und für den Truppentransporter, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie morgen
kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!


Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter
in Frisko und London, du, am Hoangho und am Mississippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo - Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins:
Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!


Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann:


dann:


In den lärmenden dampfdunstigen Hafenstädten werden die großen Schiffe stöhnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver wasserleichig träge gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, algen-, tang- und muschelüberwest, den früher so schimmernden dröh-
nenden Leib, friedhöflich fischfaulig duftend, mürbe, siech, gestorben - die Straßenbahnen werden wie sinnlose glanzlose glasäugige Käfige blöde verbeult und abgeblättert neben den verwirrten Stahlskeletten der Drähte und Gleise liegen, hinter morschen dachdurchlöcherten Schuppen,
in verlorenen kraterzerrissenen Straßen-


eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranwälzen, gefräßig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universitäten und Schauspielhäusern, auf Sport- und Kinderspielplätzen, grausig und gierig, unaufhaltsam -


der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen Hängen verfaulen, der Reis wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den brachliegenden Äckern erfrieren und die Kühe werden ihre totsteifen Beine wie umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken -


in den Instituten werden die genialen Erfindungen der großen Ärzte sauer werden, verrotten, pilzig verschimmeln -


in den Küchen, Kammern und Kellern, in den Kühlhäusern und Speichern werden die letzten Säcke Mehl, die letzten Gläser Erdbeeren, Kürbis und Kirschsaft verkommen - das Brot unter den umgestürzten Tischen und auf zersplitterten Tellern wird grün werden und die ausgelaufene Butter wird stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten Pflügen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der
stampfenden Fabriken werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbröckeln
-zerbröckeln -zerbröckeln -


dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend -und seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern
im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch -



all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn -- wenn -- wenn ihr nicht

[i]NEIN[/i] sagt...

(Wolfgang Borchert)
Pelloquin"Gehen wir also flußaufwärts... Und haltet eines fest: Ihr seid nicht wichtig. Ihr seid überhaupt nichts. Vielleicht wird das, was wir mit uns herumschleppen, eines Tages jemand etwas nützen. Aber auch damals, als wir die Bücher noch zur Hand hatten, machten wir keinen Gebrauch von dem, was wir darin fanden. Wir fuhren fort, die Toten zu beleidigen. Wir fuhren fort, all den Bedauernswerten, die vor uns gestorben waren, ins Grab zu spucken. Im Verlauf der kommenden Woche werden wir eine Menge einsamer Menschen treffen, und den ganzen nächsten Monat und das ganze nächste Jahr. Und wenn man uns fragt, was wir eigentlich tun, könnt ihr sagen: "Wir erinnern uns." Damit werden wir uns auf die Dauer durchsetzen. Und eines Tages erinnert sich der Mensch an so viel, daß er den größten Bagger aller Zeiten herstellt und das größte Grab aller Zeiten aushebt und den Krieg hineinbefördert und das Ganze zuschüttet. Auf jetzt, zuerst gehen wir und bauen eine Spiegelfabrik und stellen ein Jahr lang nichts als Spiegel her, um uns ausgiebig darin zu betrachten."

(aus: Ray Bradbury: [i]"Fahrenheit 451"[/i])
Lordressdeine mondende stimme
verblutet im irrsinn
spiegelscherben zerklirren
deinen lautlosen schrei
langsam rieselt die angst
kriecht grinsendes zittern durch die geöffnete tür
du siehst ein schwarzes licht im dunkeln
und weinst im wahn
was bleibt sind wortruinen
im chaos deiner gedanken

...und dann hörst du mein LACHEN!



soweit ich weiß von eve...
Pelloquin[size=4]Ænema[/size]

Some say the end is near
Some say we'll see armageddon soon
I certainly hope we will
I sure could use a vacation from this
Bullshit three ring circus sideshow...
Of freaks here in this hopeless fucking hole we call LA
The only way to fix it is to flush it all away
Any fucking time, any fucking day
Learn to swim, I'll see you down in Arizona bay
Fret for your figure and
Fret for your latte and
Fret for your hairpiece and
Fret for your lawsuit and
Fret for your prozac and
Fret for your pilot and
Fret for your contract and
Fret for your car
It's a Bullshit three ring circus sideshow...
Of freaks here in this hopeless fucking hole we call LA
The only way to fix it is to flush it all away
Any fucking time, any fucking day
Learn to swim, I'll see you down in Arizona bay
Some say a comet will fall from the sky
Followed by meteor showers and tidal waves
Followed by faultlines that cannot sit still
Followed by millions of dumbfounded dipshits.
Some say the end is near
Some say we'll see armageddon soon
I certainly hope we will cuz
I sure could use a vacation from this
Silly shit, stupid shit...
One great big festering neon distraction,
I've a suggestion to keep you all occupied
Learn to swim
Mom's gonna fix it all soon
Mom's comin' round to put it back the way it ought to be
Learn to swim
Fuck L Ron Hubbard and
Fuck all his clones
Fuck all those gun-toting
Hip gangster wannabes
Learn to swim
Fuck retro anything
Fuck your tattoos
Fuck all you junkies and
Fuck your short memory
Learn to swim
Fuck smiley glad-hands
With hidden agendas
Fuck these dysfunctional,
Insecure actresses
Learn to swim
Cuz I'm praying for rain
And I'm praying for tidal waves
I wanna see the ground give way
I wanna watch it all go down
Mom please flush it all away
I wanna watch it go right in and down
I wanna watch it go right in
Watch you flush it all away
Time to bring it down again
Don't just call me pessimist
Try and read between the lines
I can't imagine why you wouldn't
Welcome any change, my friend
I wanna see it all come down
Suck it down
Flush it down

([i]Tool[/i])
NimueTief in den Himmel verklingt
Traurig der letzte Stern.
Noch eine Nachtigall singt
fern-fern.
Geh schlafen mein Herz, es ist Zeit.
Kühl weht die Ewigkeit.

Matt im Schoß liegt die Hand,
einst so tapfer am Schwert.
War, wofür du entbrannt,
Kampfes wert?
Geh schlafen mein Herz, es ist Zeit.
Kühl weht die Ewigkeit.



Ricard Huch
Pelloquin[font=times new roman][size=3,5]"Was ist es nur? Welcher Dämon, welches unerforschliche Wesen treibt und drängt mich wider alle Sehnsucht und Liebe unaufhaltsam und ohne Unterlass weiter und zwingt mich zu Taten, die mein eigentliches inneres Wesen verabscheuen würde? Ist Ahab Ahab? Bin ich es, ist es Gott, oder wer sonst, der diesen Arm bewegt? Doch wenn selbst der Gestirne Lauf und Bahn nur durch des Allmächtigen Kraft gelenkt wird, wie kann mein winziges Herz da pochen, mein armes Hirn denken, wenn nicht Gott dieses Herz pochen lässt, diese Gedanken denkt und mein ganzes Leben lenkt - und nicht ich. Bei Gott im Himmel... Wir werden um und um gedreht auf dieser Welt, wie diese Spill dort, und das Schicksal führt die Handelsbarke. Zu alledem ein Himmel, der heiter lächelt, und die unergründliche endlose See... Schauen Sie! Schauen Sie hinab in die Tiefe! [i]Sehen[/i] Sie das ewige Morden da unten? Wer hat es diesen Geschöpfen eingegeben einander zu jagen und zu töten? Was geschieht mit diesen [i]Mördern[/i]? Wer sollte sie wohl verurteilen, wenn der Richter selbst vor die Schranken muß? Aber wozu solch Grübeln an diesem friedlich schönen Tag..."[/size][/font]

(Käpt'n Ahab in Herman Melvilles [i]"Moby Dick"[/i])
PelloquinIn the next world war
In a jackknifed juggernaut
I am born again

In the neon sign
Scrolling up and down
I am born again

In an interstellar burst
I am back to save the universe

In a deep deep sleep of the innocent
I am born again

In a fast german car
I'm amazed that I survived
An airbag saved my life

In an interstellar burst
I am back to save the universe

In an interstellar burst
I am back to save the universe

(Radiohead, [i]"Airbag"[/i])
Pelloquin[i][b]Exemplarische Herbstnacht[/b][/i]

Nachts sind die Straßen so leer.
Nur ganz mitunter
markiert ein Auto Verkehr.
Ein Rudel bunter
raschelnder Blätter jagt hinterher.

Die Blätter haschen und hetzen.
Und doch weht kein Wind.
Sie rascheln wie Fetzen und hetzen
und folgen geheimen Gesetzen,
obwohl sie gestorben sind.

Nachts sind die Straßen so leer.
Die Lampen brennen nicht mehr.
Man geht und möchte nicht stören.
Man könnte das Gras wachsen hören,
wenn Gras auf den Straßen wär.

Der Himmel ist kalt und weit.
Auf der Milchstraße hat's geschneit.
Man hört seine Schritte wandern,
als wären es Schritte von andern,
und geht mit sich selber zu zweit.

Nachts sind die Straßen so leer.
Die Menschen legen sich nieder.
Nun schlafen sie, treu und bieder.
Und morgen fallen sie wieder
übereinander her.

[Erich Kästner (1899-1974)]
SneakyMein Bruder war ein Flieger

Mein Bruder war ein Flieger,
Eines Tags bekam er eine Kart,
Er hat seine Kiste eingepackt,
Und südwärts ging die Fahrt.

Mein Bruder ist ein Eroberer,
Unserm Volke fehlt's an Raum,
Und Grund und Boden zu kriegen, ist
Bei uns ein alter Traum.

Der Raum, den mein Bruder eroberte,
Liegt im Quadaramamassiv,
Er ist lang ein Meter achtzig
Und einen Meter fünfzig tief.

Berthold Brecht
Pelloquin[size=5]T[/size][size=4]hird[/size] [size=5]E[/size][size=4]ye[/size]

Dreaming of that face again.
It's bright and blue and shimmering.
Grinning wide
And comforting me with it's three warm and wild eyes.
On my back and tumbling
Down that hole and back again
Rising up
And wiping the webs and the dew from my withered eye.
In... Out... In... Out... In... Out...
A child's rhyme stuck in my head.
It said that life is but a dream.
I've spent so many years in question
to find I've known this all along.
"So good to see you.
I've missed you so much.
So glad it's over.
I've missed you so much
Came out to watch you play.
Why are you running?"
Shroud-ing all the ground around me
Is this holy crow above me.
Black as holes within a memory
And blue as our new second sun.
I stick my hand into his shadow
To pull the pieces from the sand.
Which I attempt to reassemble
To see just who I might have been.
I do not recognize the vessel,
But the eyes seem so familiar.
Like phosphorescent desert buttons
Singing one familiar song...
"So good to see you.
I've missed you so much.
So glad it's over.
I've missed you so much.
Came out to watch you play.
Why are you running away?"
Prying open my third eye.
So good to see you once again.
I thought that you were hiding.
And you thought that I had run away.
Chasing the tail of dogma.
I opened my eye and there we were.
So good to see you once again
I thought that you were hiding from me.
And you thought that I had run away.
Chasing a trail of smoke and reason.
Prying open my third eye


([i]Tool[/i])
FotographDem Revolutionär Jesus zum Geburtstag

Zweitausend Jahre sind es fast,
seit du die Welt verlassen hast,
du Opferlamm des Lebens!
Du gabst den Armen ihren Gott.
Du littest durch der Reichen Spott.
Du tatest es vergebens!

Du sahst Gewalt und Polizei.
Du wolltest alle Menschen frei
und Frieden auf der Erde.
Du wußtest, wie das Elend tut
und wolltest alle Menschen gut,
damit es schöner werde!

Du warst ein Revolutionär
und machtest dir das Leben schwer
mit Schiebern und Gelehrten.
Du hast die Freiheit stets beschützt
und doch den Menschen nichts genützt.
Du kamst an die Verkehrten!

Du kämpftest tapfer gegen sie
und gegen Staat und Industrie
und die gesamte Meute.
Bis man an dir, weil nichts verfing,
Justizmord, kurzerhand, beging.
Es war genau wie heute.

Die Menschen werden nicht gescheit.
Am wenigsten die Christenheit,
trotz allem Händefalten.
Du hattest sie vergeblich lieb.
Du starbst umsonst.
Und alles blieb beim alten.

(Erich Kästner)
Pelloquin[font=times new roman][size=4]Ansprache an Millionäre[/size]

[size=3]Warum wollt ihr solange warten,
bis sie euren geschminkten Frauen
und euch und den Marmorpuppen im Garten
eins über den Schädel hauen?

Warum wollt ihr euch denn nicht bessern?
Bald werden Sie über die Freitreppen drängen
und euch erstechen mit Küchenmessern
und an die Fenster hängen.

Sie werden Euch in die Flüsse jagen.
Sinnlos werden dann Schrei und Gebet sein.
Sie werden euch die Köpfe abschlagen.
Dann wird es zu spät sein.

Dann wird sich der Strahl der Springbrunnen röten.
Dann stellen sie euch an die Gartenmauern.
Sie werden kommen und schweigen und töten.
Niemand wird über euch trauern.

Wie lange wollt ihr euch weiter bereichern?
Wie lange wollt ihr aus Gold und Papieren
Rollen und Bündel und Barren speichern?
Ihr werdet alles verlieren.

Ihr seid die Herren von Maschinen und Ländern.
Ihr habt das Geld und die Macht genommen.
Warum wollt ihr die Welt nicht ändern,
[i]bevor[/i] sie kommen?

Ihr sollt ja gar nicht aus Güte handeln!
Ihr seid nicht gut. Und auch sie sind´s nicht.
Nicht euch, aber die Welt zu verwandeln,
ist eure Pflicht!

Der Mensch ist schlecht. Er bleibt es künftig.
Ihr sollt euch keine Flügel anheften.
Ihr sollt nicht gut sein, sondern vernünftig.
Wir sprechen von Geschäften.

Ihr helft, wenn ihr halft, nicht etwa nur ihnen.
Man kann sich, auch wenn man gibt, beschenken.
Die Welt verbessern und dran verdienen-
das lohnt, drüber nachzudenken.

Macht Steppen fruchtbar.Befehlt. Legt Gleise.
Organisiert den Umbau der Welt!
Ach, gäbe es nur ein Dutzend Weise
mit sehr viel Geld...

Ihr seid nicht klug. Ihr wollt noch warten.
Uns tut es leid. Ihr werdet´s bereuen.
Schickt aus dem Himmel paar Ansichtskarten!
Es wird uns freuen.[/size][/font]

(Erich Kästner)
Pelloquin[font=times new roman][size=3]Wurzelaufwärts, zweigeabwärts, so steht der ew'ge Feigenbaum,
Dessen Blätter Veda-Lieder; den Veda kennt, wer diesen kennt.

Abwärts und aufwärts gehen dessen Zweige,
Qualitäterwachsen, Sinnendinge sprossend;
Nach unten auch die Wurzeln sich verbreiten,
Die durch der Taten Band die Menschen fesseln.

Seine Gestalt erfaßt man nicht auf Erden,
Nicht End' noch Anfang, noch des Baumes Dauer;
Wenn dieser Baum mit seinen mächt'gen Wurzeln
Durch der Entsagung hartes Schwert gefällt ist,

Dann muß man suchen jene höchste Stätte,
Von der die Wandrer nimmer wiederkehren,
Denkend: Ich geh' Zu jenem ersten Urgeist,
Von dem seit alters alles Werden ausgeht.

Von Stolz und Torheit frei, Welthangbesieger,
Im höchsten Selbst nur lebend, ohn' Begehren,
Befreit von Lust und Leid der Gegensätze,
Geht unbeirrt man so zur ew'gen Stätte.

Den Ort erhellt die Sonne nicht, der Mond nicht und das Feuer nicht;
Von wo man nimmer wiederkehrt, ja, meine höchste Wohnstatt ist.

Ein Teil von mir in dieser Welt als Einzelseele lang schon lebt,
Die Sinne samt dem innern Sinn zieht er an sich aus der Natur.

Wenn er als Herr den Leib erlangt und wenn er wieder tritt hinaus,
Die Sinne fassend geht er hin, gleichwie der Wind die Düfte faßt.

Gehör, Gesicht, Gefühl, Geschmack, Geruch, sowie den innern Sinn,
Als Herr bemeisternd steht er da und genießet die Sinnenwelt.

Ob er hinaus geht oder bleibt und genießt, qualitätbegabt,
Törichte Menschen sehn ihn nicht, des Wissens Aug' nur läßt ihn schaun.

Andächt'ge, die sich drum bemühn, die schaun ihn in dem eignen Selbst,
Doch Toren, Unbereitete, ob sie sich mühn auch, sehn ihn nicht.

Der Glanz, der in der Sonne ist und diese ganze Welt erhellt,
Der in dem Mond, im Feuer ist, das, wisse, ist mein eigner Glanz.

Eindringend in die Erde trag' die Wesen ich mit meiner Kraft,
Die Pflanzen all laß ich gedeihn als Soma, der im Saft besteht.

Zum Feuer werdend dring' ich ein in der belebten Wesen Leib,
Mit Hauch und Aushauch fest vereint koch' ich vierfache Speise dort.

In eines jeden Herz bin ich gedrungen,
Erinnrung, Wissen und Bestreiten wirk' ich,
Durch alle Veden bin ich zu erkennen,
Bin Vedenkenner, schaffe den Vedânta.

Zwei Arten Geist gibt's in der Welt, - einer vergeht, der andre nicht;
Der erste sind die Wesen all, den andern nennt man »Gipfelhoch«.

Der höchste Geist ein andrer ist, er wird das höchste Selbst genannt,
Er dringet in die Dreiwelt ein und trägt sie als der ew'ge Herr.

Weit mehr als der vergängliche, mehr als der unvergängliche
Bin ich - drum heiß' ich in der Welt und in der Schrift der höchste Geist.

Wer von Betörung frei mich so erkennet als den höchsten Geist,
Der weiß alles und ehret mich von ganzem Herzen, Bhârata!

Geheimnisvollste Wissenschaft ist so von mir verkündet dir;
Wer sie erfaßt, ist weisheitsvoll und hat, fürwahr, das Ziel erreicht

(Bhagavad Ghita: [i]Purushottama-Yoga - der Yoga der höchsten Person[/i])[/size][/font]
PelloquinI jumped in the river and what did I see?
Black-eyed angels swam with me
A moon full of stars and astral cars
All the things I used to see
All my lovers were there with me
All my past and futures
And we all went to heaven in a little row boat
There was nothing to fear and nothing to doubt

I jumped into the river
Black-eyed angels swam with me
A moon full of stars and astral cars
And all the things I used to see
All my lovers were there with me
All my past and futures
And we all went to heaven in a little row boat
There was nothing to fear and nothing to doubt

There was nothing to fear and nothing to doubt
There was nothing to fear and nothing to doubt

[i](Radiohead, "Pyramid Song")[/i]
BrrruNoEnfant d'une génération ratée
Qui pensait qu'à rêver
De drapeaux blancs
Moi j' veux du nucléaire
J' veux du sexe et du sang
Des bombes dans le RER
Même si je ne suis qu'un enfant

Enfant d'une génération ratée
Vautré devant la TV
On se branle devant les bombardement
Mon dieu que c excitant
Moi j' veux du nucléaire
J' veux du sexe et du sang
Des bombes dans le RER
Même si je ne suis qu'un enfant

Sous les ruines d'un monde
On se souvient Masoud
Que les rêves qu'on a fait
D'amour et de paix

God blesse america

Sous les ruines d'un dieu
On se souvient Masoud
Et les rêves de liberté
d'amour et de paix

God blesse america

Ouvrir les yeux sous le capitalisme
Le bonheur idéal et le sang versé!
Des milliards de pauvres
Des milliards d'humain
Mais des milliards d'humain
Ca vaut pas un dollars

Ouvrir les yeux
Sur ce pauvre bon dieu
Qui a rien demandé
Et qui c plus son nom
Tellement qu'il est perdu
Au milieu des horreurs
Que commettent ces fils
Au nom de l'ignorance

Ouvrir les yeux sur l'univers entier
Ouvrir les yeux et les fermer enfin
Ouvrir les yeux et puis quitter ce monde
Pour un meilleur demain

Moi j' veux du nucléaire
Du sexe et du sang
Des bombes dans le RER
Même si je ne suis qu'un enfant

God blesse america


by Damien Saez



;)
SneakyLewis Turco

This is the moment when shadows gather
under the elms, the cornices and eaves.
This is the center of thunderweather.

The birds are quiet among these white leaves
where wind stutters, starts, then moves steadily
under the elms, the cornices, and eaves--

these are our voices speaking guardedly
about the sky, of the sheets of lightning
where wind stutters, starts, then moves steadily

into our lungs, across our lips, tightening
our throats. Our eyes are speaking in the dark
about the sky, of the sheets of lightening

that illuminate moments. In the stark
shades we inhibit, there are no words for
our throats. Our eyes are speaking in the dark

of things we cannot say, cannot ignore.
This is the moment when shadows gather,
shades we inhibit. There are no words, for
this is the center of thunderweather.
Any Body[center]Man verliebt sich oft nur in einen Zustand des anderen,
in seine Heiterkeit oder in seine Schwermut.
Schwindet dieser Zustand dann,
so ist damit auch der feine,
besondere Reiz jenes Menschen geschwunden.
Daher die vielen Enttäuschungen

[i]Christian Morgenstern[/i][/center]
Any Body[center] Wer niemanden liebt,
mache sich darauf gefasst,
von niemandem geliebt zu werden

[i]Epiktet[/i][/center]
Pelloquin[size=1]It's alright
There comes a time
Got no patience to search
For peace of mind
Layin' low
Want to take it slow
No more hiding or
Disguising truths I've sold

Everyday it's something
Hits me all so cold
Find me sittin' by myself
No excuses, then I know

It's okay
Had a bad day
Hands are bruised from
Breaking rocks all day
Drained and blue
I bleed for you
You think it's funny, well
You're drowning in it too

Yeah, it's fine
We'll walk down the line
Leave our rain, a cold
Trade for warm sunshine

[i]You my friend
I will defend
And if we change, well
[b]I love you anyway[/b][/i][/size]



[size=1][Alice In Chains, [i]no excuses[/i]][/size]
SneakyDie Jagd / StS

Du gehst mir nach, ich folge dir
ein Kopfgeld gibt es für dein Haar
ich kenne deine Spur
du lockst mich weiter weg von hier
du bist so jung wie ich's nie war
hier gibt es keine Uhr

du gehst zu weit für mich allein
jetzt jagt man alle Hunde los
und läßt die Falken fliegen
du kommst nicht weit, das Land ist klein
und deine Augen sind so groß
nur ich kann dich noch kriegen

bleib
bleib stehn oder ich schiess auf mich

ich fang die Doppelgänger ein
dein Name steht an jedem Haus
du bist schon lang verraten
du kannst nicht immer schneller sein
bald wirst du müd, dann ist es aus
dann kommen die Soldaten
du bist schon lang verraten

bleib
bleib stehn oder ich schiess auf mich
wesenMorphine

Groß ist die Ähnlichkeit der beiden schönen
Jünglingsgestalten, ob der eine gleich
Viel blässer als der andre, auch viel strenger,
Fast möcht ich sagen: viel vornehmer aussieht
Als jener andre, welcher mich vertraulich
In seine Arme schloß - Wie lieblich sanft
War dann sein Lächeln, und sein Blick war selig!
Dann mocht es wohl geschehn, daß seines Hauptes
Mohnblumenkranz auch meine Stirn berührte
Und seltsam duftend allen Schmerz verscheuchte
Aus meiner Seel - Doch solche Linderung,
Sie dauert kurze Zeit; genesen gänzlich
Kann ich nur dann, wenn seine Fackel senkt
Der andre Bruder, der so ernst und bleich. -
Gut ist der Schlaf, der Tod ist besser - freilich
Das beste wäre, nie geboren zu sein.

Heinrich Heine
wesenTotschlagen

Erst die Zeit
dann eine Fliege
vielleicht eine Maus
dann möglichst viele Menschen
dann wieder die Zeit

Erich Fried
Engelchen666Ich bräuchte für eine Deutscharbeit Gedichte über Außenseiter/Fremde/Andersartige (aller Art)... es dürfen keine selbsterfundenen Sachen sein, der Autor sollte schon Rang und Namen haben... Vielleicht hat irgendwer von euch sowas ja mal in der Schule durchgenommen und kann mir weiterhelfen? Ich wäre sehr dankbar...
Ich weiß nich, wo ich den Beitrag hätte einstellen sollen, wenn nicht hier!?
BlackTristaniaEine Rose Für Den Abschied
Erben Der Schöpfung



Ich versinke im Staub getrockneter Tränen
Und den Schleiern von schweren Gedanken.
Erinnerung lastet auf meiner Brust.
Seit dem Tag, als die schwarze Rose ihr letztes Blatt verlor.

Trübe Regentropfen bedecken mein Haar
Und bodenlose Höhlen öffnen sich vor mir.
Dorniger Schmerz sticht in meinem Herz,
Seit dem Tag, als die schwarze Rose ihr letztes Blatt verlor.

Eine schwarze Rose für den Abschied
Doch nun ist auch sie verdorrt.
Ich bin verloren in der Ewigkeit
Und die Hölle bricht über mich herein.

Die blutrote Sonne stürzt heulend in das Meer
Und hinterlässt eine graue Einöde.
Feuchter Dampf treibt mir den Schweiss auf die Stirn
Seit dem Tag, als die schwarze Rose ihr letztes Blatt verlor.

Gezackte Feuerblitze zereissen den Horizont
Und Donner bringt die Erde zum Zittern.
Ein grausamer Wind peitscht mir den Sand ins Gesicht
Seit dem Tag, als die schwarze Rose ihre letztes Blatt verlor.

Eine schwarze Rose für den Abschied
Doch nun ist auch sie verdorrt.
Ich bin verloren in der Ewigkeit
Und die Hölle bricht über mich herein.

Eine schwarze Rose für den Abschied
Doch nun ist auch sie verdorrt.
Ich bin verloren in der Ewigkeit
Und die Hölle bricht über mich herein.
MidirSchwarz,
wie die Erinnerungswunde,
wühlen die Augen nach dir,
in dem von Herzzähnen hell-
gebissenen Kronland.
das unser Bett bleibt:

durch diesen Schacht mußt du kommen -
du kommst.

Im Samen-
sinn
sternt dich das Meer aus, zuinnerst, für immer.

Das Namengeben hat ein Ende,
über dich werf ich mein Schicksal,

Paul Celan
MidirDer Mond und der Eibenbaum

Das ist das Licht des Geistes, kalt und planetenhaft.
Die Bäume des Geistes sind schwarz. Das Licht ist blau.
Die Gräser entladen ihr Leid auf meine Füße, als wäre
ich Gott,
Sticheln an meinen Knöcheln und murmeln von ihrer
Demut,
Rauchig gespenstige Nebel bewohnen diesen Ort,
Der getrennt ist von meinem Haus durch eine
Grabsteinreihe.
Ich kann einfach nicht sehen, wo man da hinkann.

Der Mond ist keine Türe. Er ist ein Gesicht, sein eignes,
Weiß wie ein Knochen und ganz und gar aus der Fassung.
Er zieht das Meer nach wie ein dunkles Verbrechen; er
schweigt
Mit dem O des offenen Mundes der tiefsten
Verzweiflung. Hier wohn ich.
Zweimal jeden Sonntag erschrecken die Glocken den
Himmel -
Acht riesige Zungen, die die Auferstehung bezeugen.
Nüchtern am Ende dröhnen sie noch ihre Namen.

Der Eibenbaum zeigt nach oben, er hat eine gotische Form.
Die Augen folgen ihm aufwärts und finden den Mond.
Der Mond ist meine Mutter, die ist nicht süß wie Maria.
Ihre blauen Kleider entlassen kleine Fledermäuse und Eulen.
Wie gerne würde ich an Zärtlichkeit glauben -
An des Gnadenbildes Gesicht, besänftigt von Kerzen.
Das gerade mir seine milden Augen zuwendet.
Ich bin gefallen, tief. Es blühen Wolken
Blau und mystisch vor dem Gesicht der Sterne.
In der Kirche der Heiligen, die werden alle blau sein
Und schweben auf zarten Füßen über das kalte Gestühl,
Ihre Hände und Gesichter starrend vor Heiligkeit.
Der Mond, kalt und wild, sieht davon gar nichts.
Und die Botschaft des Eibenbaumes ist Schwärze -
Schwärze und Schweigen.

Sylvia Plath
Midirla belle dame sans merci

ach, was kann dich quälen, ritter im harnisch,
das du allein und bleich umherschweifst ? das
schilf ist niedergewelkt am see, und kein vogel
singt.

ach, was kann dich quälen, ritter im harnisch,
so abgehärmt und leiderfüllt ? des eichhorns
kornhaus ist voll, die erntezeit vorbei.

ich sehe eine lilie auf deiner stirn, die von qual
und fiebertau feucht ist, und eine verblühende
rose welkt rasch auf deiner wange.

ich traf eine sehr schöne fraue auf dem anger,
ein feenkind; ihr haar war lang, ihr fuß war
leicht, und ihre augen waren wild.

ich machte einen kranz für ihr haupt, und auch
armspangen und einen duftenden gürtel ; sie sah
mich an, als liebte sie, und klagte süß.

ich setzte sie auf mein schreitend roß und sah
nichts anderes den ganzen tag, denn seitlich
lehnte sie sich hin und sang ein feenlied.

sie fand für mich wurzeln von süßem geschmack
und wildem honig und manna-tau, und wahrlich
in fremder sprache sagte sie : "ich liebe dich treu."

sie nahm mich mit in ihre elfengrotte und weinte
dort undseufzte gar sehr, und dort schloß ich ihr
die wilden wilden augen mit vier küssen.

und dort sang sie mich in schlaf, und dort träumte
ich, wehe mir, den letzten traum , den je ich
träumte am kalten hügelhang.

ich sahbleiche könige und auch fürsten, bleiche
krieger, totenbleich waren sie alle, sie riefen: " la
belle dame sans merci hält dich in bann."

im zwielicht sah ich ihre verschmachteten lippen
die sich in grausiger warnung weit öffneten, und
ich erwachte und fand mich hier am kalten hü-
gelhang.

und darum bleibe ich ier allein und schweife
bleich umher, obgleich das schilf am see nieder-
welkte und kein vogel sang.

John Keats
Midirim schlangenwagen, an
der weißen zypresse vorbei,
durch die flut
fuhren sie dich.

doch in dir, von
geburt,
schäumte die andre quelle.
am schwarzen
strahl gedächtnis
kilommst du zutag.
MidirHEUTE:
nächtliches wieder, feuergepeitscht,
glosender
nacktpflanzenreigen.

(gestern:
über den rudernden namen
schwebte die treue;
kreide gingschreibend umher;
offen lag es und grüßte:
das wassergewordenen buch.)

den eulenkiesel erlost -
vom schlafsims
blickt er herunter
aus fünfaug dem du verfielst.

sonst ?
halb- und viertel-
verbündete auf
der geschlagenen-seite.reichtümer an
verloren-vergällter
sprache.

wenn sie den letzten
schatten pfählen,
brennst du die schwörende hand frei.
Midirdie beiden gedichte sind von Paul Celan,
Midirsabbath

ein hauch von fiebernd giftigen gewächsen
macht träumen mich in mondnen dämmerungen,
und leise fühl´ich mich umrankt, umschlungen,
und seh´gleich einem sabbath toller hexen

blutfarbne blüten in der spiegel hellen
aus meinem herzen keltern flammenbrünste,
und ihre lippen kundig aller künste
an meiner trunkenen kehle wütemd schwellen.

pestfarbne blumen tropischer gestade,
die reichen meinen lippen ihre schulen,
die trüben geiferbrunnen ekler qualen.

und eine schlingt - o rasende mänade -
mein fleisch, ermattet von den schwülen dünsten,
und schmerzvezückt von fürchterlichen brünsten.

Georg Trakl
blutseele[I] Annabel Lee

It was many and many a year ago,
In a kingdom by the sea,
That a maiden there lived whom you may know
By the name of Annabel Lee;
And this maiden she lived with no other thought
Than to love and be loved by me.

I was a child and she was a child,
In this kingdom by the sea;
But we loved with a love that was more than love-
I and my Annabel Lee;
With a love that the winged seraphs of heaven
Coveted her and me.

And this was the reason that, long ago,
In this kingdom by the sea,
A wind blew out of a cloud, chilling
My beautiful Annabel Lee;
So that her highborn kinsman came
And bore her away from me,
To shut her up in a sepulchre
In this kingdom by the sea.

The angels, not half so happy in heaven,
Went envying her and me-
Yes!- that was the reason (as all men know,
In this kingdom by the sea)
That the wind came out of the cloud by night,
Chilling and killing my Annabel Lee.

But our love it was stronger by far than the love
Of those who were older than we-
Of many far wiser than we-
And neither the angels in Heaven above,
Nor the demons down under the sea,
Can ever dissever my soul from the soul
Of the beautiful Annabel Lee.

For the moon never beams without bringing me dreams
Of the beautiful Annabel Lee;
And the stars never rise but I feel the bright eyes
Of the beautiful Annabel Lee;
And so, all the night-tide, I lie down by the side
Of my darling- my darling- my life and my bride,
In the sepulchre there by the sea,
In her tomb by the side of the sea.

(Edgar Allen Poe) [/I]
blutseele[I] Die weiße Blume

In Vaters Garten heimlich steht
ein Blümchen traurig und bleich;
Der Winter zieht fort, der Frühling weht,
bleich Blümchen bleibt immer so bleich.
Die bleiche Blume schaut
wie eine kranke Braut.

Zu mir bleich Blümchen leise spricht:
Lieb Brüderchen, pflücke mich!
Zu Blümchen sprech ich: Das tu ich nicht,
Ich pflücke nimmermehr dich;
Ich such mit Müh und Not,
Die Blume purpurrot.

Bleich Blümchen spricht: Such hin, such her,
Bis an deinen kühlen Tod,
Du suchst umsonst, findst nimmermehr
die Blume purpurrot;
Mich aber pflücken tu,
ich bin so krank wie du.

So lispelt bleich Blümchen, und bittet sehr -
Da zag ich, und pflück es schnell.
Und plötzlich blutet mein Herz nicht mehr,
Mein innres Auge wird hell.
In meine wunde Brust
Kommt stille Engellust.

(Heinrich Heine) [/I]
Pelloquin[font=papyrus][color=white][size=5]Ansprache an Millionäre[/size][/font][/color]

Warum wollt ihr so lange warten,
bis sie euren geschminkten Frauen
und euch und den Marmorpuppen im Garten
eins über den Schädel hauen?

Warum wollt ihr euch denn nicht bessern?
bald werden sie über die Freitreppen drängen
und euch erstechen mit Küchenmessern
und an die Fenster hängen.

Sie werden euch in die Flüsse jagen.
Sinnlos werden dann Schrei und Gebet sein.
Sie werden euch die Köpfe abschlagen.
Dann wird es zu spät sein.

Dann wird sich der Strahl der Springbrunnen röten.
Dann stellen sie euch an die Gartenmauern.
Sie werden kommen und schweigen und töten.
Niemand wird über euch trauern.

Wie lange wollt ihr euch weiter bereichern?
wie lange wollt ihr aus Gold und Papieren
Rollen und Bündel und Barren speichern?
Ihr werdet alles verlieren.

Ihr seid die Herren von Maschinen und Ländern.
Ihr habt das Geld und die Macht genommen.
Warum wollt ihr die Welt nicht ändern,
[i]bevor[/i] sie kommen?

Ihr sollt ja gar nicht aus Güte handeln!
Ihr seid nicht gut. Und auch sie sind's nicht.
Nicht euch, aber die Welt zu verwandeln,
ist eure Pflicht!

Der Mensch ist schlecht. Er bleibt es künftig.
Ihr sollt euch keine Flügel anheften.
Ihr sollt nicht gut sein, sondern vernünftig.
Wir sprechen von Geschäften.

Ihr helft, wenn ihr halft, nicht etwa nur ihnen.
Man kann sich, auch wenn man gibt, beschenken.
Die Welt verbessern [i]und[/i] dran verdienen -
das lohnt, darüber nachzudenken.
macht Steppen fruchtbar. Befehlt. Legt Gleise.
Organisiert den Umbau der Welt!
Ach, gäbe es nur ein Dutzend Weise mit sehr viel Geld...

Ihr seid nicht klug. Ihr wollt noch warten.
Und tut es leid. Ihr werdet's bereuen.
Schickt aus dem Himmel paar Ansichtskarten!
Es wird uns freuen.


(Erich Kästner)
PelloquinExemplarische Herbstnacht

[size=1]Nachts sind die Straßen so leer.
Nur ganz mitunter
markiert ein Auto Verkehr.
Ein Rudel bunter,
raschelnder Blätter jagt hinterher.

Die Blätter jagen und hetzen.
Und doch weht kein Wind.
Sie rascheln wie Fetzen und hetzen
und folgen geheimen Gesetzen.
obwohl sie gestorben sind.

Nachts sind die Straßen so leer.
Die Lampen brennen nicht mehr.
Man geht und möchte nicht stören.
Man könnte das Gras wachsen hören,
wenn Gras auf den Straßen wär.

Der Himmel ist kalt und weit.
Auf der Milchstraße hat's geschneit.
Man hört seine Schritte wandern,
als wären es Schritte von andern,
und geht mit sich selbst zu zweit.

Nachts sind die Straßen so leer.
Die Menschen legten sich nieder.
Nun schlafen sie, treu und bieder.
und morgen fallen sie wieder
übereinander her.[/size]


(Erich Kästner)
SneakyHerbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.


Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.


Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rilke
Sternenstaub[I][SIZE=1]Das berühmte Gefühl

Als ich zum ersten Male starb,
- Ich weiß noch, wie es war.
Ich starb so ganz für mich und still,
Das war zu Hamburg, im April,
Und ich war achtzehn Jahr.

Und als ich starb zum zweiten Mal,
Das Sterben tat so weh.
Gar wenig hinterließ ich dir:
Mein klopfend Herz vor deiner Tür,
Die Fußspur rot im Schnee.

Doch als ich starb zum dritten Mal,
Da schmerzte es nicht sehr.
So altvertraut wie Bett und Brot
Und Kleid und Schuh war mir der Tod.
Nun sterbe ich nicht mehr.

Mascha Kaleko[/I][/SIZE]
NihilxThis
Charles Bukowski

self-congratulatory nonsense as the

famous gather to applaud their seeming

greatness

you

wonder where

the real ones are

what

giant cave

hides them

as

the deathly talentless

bow to

accolades

as

the fools are

fooled

again

you

wonder where

the real ones are

if there are

real ones.

this self-congratulatory nonsense

has lasted

decades

and

with some exceptions

centuries.

this

is so dreary

is so absolutely pitiless

it

churns the gut to

powder

shackles hope

it

makes little things

like

pulling up a shade

or

putting on your shoes

or

walking out on the street

more difficult

near

damnable

as

the famous gather to

applaud their

seeming

greatness

as

the fools are

fooled

again

humanity

you sick

motherfucker.
Kobold[SIZE=1]Georg Trakl[/SIZE]


Den Schlafenden erscheinen Engel mit weißen, zerfetzten Flügeln.
Im schwarzen Moorland schweigen vergangene Vegetationen.
Es ist ein Flüsterwind, Gott, der traurige Stätten verläßt.
Die Kirchen sind verstorben. Würmer nisten sich in den Nischen ein.
Der Sommer hat das Korn verbrannt. Die Hirten sind fortgezogen.
Wo immer man geht, rührt man leise ein früheres Leben.
Die Mühlen und Bäume gehen leer im Abendwind.
In der zerstörten Stadt richtet die Nacht schwarze Zelte auf.

Wie eitel ist alles.
Tolkien"Was aus Schmerzen kam
war Vorübergang.
Und mein Ohr vernahm
nichts als Lobgesang."

Werner Bergengruen, 1942
starsnostarsjau, hier mal ein paar meiner lieblingsgedichte:


Kennst du das auch?

Kennst du das auch, daß manches mal
Inmitten einer lauten Lust,
Bei einem Fest, in einem frohen Saal,
Du plötzlich schweigen und hinweggehen mußt?

Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf
Wie Einer, den plötzlich Heimweh traf;
Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch,
Du weinst, ohne Halt - Kennst du das auch?

(Hermann Hesse)



ich bin nicht gern wo ich herkomme
ich bin nicht gern wo ich hinfahre

warum sehe ich den radwechsel
mit ungeduld?

(Bertolt Brecht)




Wohin?

Zur Liebe
Aber die Liebe
führt zum Grübeln

Zum Grübeln?
Aber das Grübeln
führt zur Trauer

Zur Trauer?
Aber die Trauer
führt zum Mitleid

Zum Mitleid?
Aber das Mitleid
führt zur Verzweiflung

Zur Verzweiflung?
Aber die Verzweiflung
führt zu den Fragen

Zu den Fragen?
Aber die Fragen
führen Antworten

Zu Antworten?
Aber die Antworten
führen zur Auflehnung

Zur Auflehnung?
Aber die Auflehnungf
führt zum Tod

Also zum Tod?
Aber ohne die Auflehnung
ohne das Mitleid
ohne die Liebe
was wäre das Leben?

(n.a.)




>Die Beiden<

Sie trug den Becher in der Hand -
Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand -,
So leicht und sicher war ihr Gang,
Kein Tropfen aus dem Becher sprang.
So leicht und fest war seine Hand:
Er ritt auf einem jungen Pferde,
Und mit nachlässiger Gebärde
Erzwang er, daß es zitternd stand.

Jedoch, wenn er aus ihrer Hand
Den leichten Becher nehmen sollte,
So war es beiden allzu schwer:
Denn beide bebten sie so sehr,
Daß keine Hand die andre fand
Und dunkler Wein am Boden rollte.

(- H. v. Hofmannsthal)




Sommerbild

Ich sah des Sommers letzte Rose stehn
Sie war, als ob sie bluten könne rot,
Da sprach ich schaudernd im Vorübergehn:
So weit im Leben ist zu nah am Tod!
Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein Schmetterling,
Doch ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
Bewegte, sie empfand es,
Und verging.

(Friedrich Hebbel)




"Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre
Der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein, sei'n Sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück."

(Heinricht Heine)

:)
Dark LuziferHier ein paar meiner Favoriten:

[FONT=courier new]Roman Ritter[/FONT]
[SIZE=2]Zeilenbruch und Wortsalat (1982)[/SIZE]

Es gab Zeiten,
in denen man meinte,
ein Gedicht sei das, was sich reimt.

Es gab Zeiten,
in denen man meinte,
ein Gedicht sei das,
was unverstanden bleiben muss.

Heute
Weiß man:
Ein Gedicht ist das,
was die Zeilen bricht.



[FONT=courier new] Reiner Maria Rilke[/FONT]
[SIZE=2] Herbst (1902)[/SIZE]

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
Aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an, es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
Unendlich sanft in seinen Händen hält.



[FONT=courier new] Rolf Dieter Brinkmann (1975)[/FONT]

[SIZE=2] Einen jener klassischen[/SIZE]

Schwarzen Tangos in Köln, Ende des
Monats August, da der Sommer schon

ganz verstaubt ist, kurz nach Laden
Schluss aus der offenen Tür einer

dunklen Wirtschaft, die einem
Griechen gehört, hören, ist beinahe

Ein Wunder: für einen Moment
eine Pause in dieser Straße,

die niemand liebt und atemlos
macht, beim hindurchgehen. Ich

schrieb das schnell auf, bevor
der Moment in der verfluchten

dunstigen Abgeschiedenheit Kölns
wieder erlosch.
RegentagRolf Haufs: [i]Ein Augenblick im Juni[/i]

Sie gab mir eine rote Tomate
Ich aß sie statt sie zu werfen
Ich sagte jetzt schießen sie
Aber sie lachte weil sie nicht wußte
Wie leise Pistolenschüsse sind
In einem Hof

Ich ging mit und zündete eine
Zeitung an und drohte
Den Leuten in den Fenstern
Weil sie mit Blumentöpfen warfen
Jetzt hat sich etwas geändert
Dachte ich die Wohnung und
Die Musik im Radio

Später als ich das Bild sah mit
Dem Mädchen das den Kopf hielt
Des toten Studenten
Dachte ich die kennst du
Die hast du
Schon mal gesehen.
IshvaraCharles Baudelaire

Das Skellet als Ackermann (XCIV)

I

Auf Tafeln anatomischer Gestalten,
Am Ufer mitten in dem Staubgeruch,
Wo noch so manches moderige Buch
Hinschlummert wie die Mumien der Alten,

-Zeichnungen, die durch Ernst, der ihnen eigen,
Und Können einer greisen Künstlerhand,
Obwohl er traurig ist, der Gegenstand
In seiner eigenartigen Schönheit zeigen-

Sieht man, wodurch sie noch gesteigert haben
Das Unbegreifliche, davor uns graut,
Gerippe Muskelmänner ohne Haut,
wie Knechte in den Ackerboden graben

II

Von diesen Feldern, die ihr so durchwühlt,
Ergeben euerm schauerlichen Sein,
Mit aller Kraft, die ihr in dem Gebein
Und in den bloßgelegten Muskeln fühlt,

Sagt welches ist der seltsa,e Ertrag,
Ihr Sträflinge, dem Beinhaus abgerungen,
Und welcher Bauer hat euch wohl gedungen,
Der seine Scheuer derart füllen mag?

Wollt ihr (des allzu harten Schicksals List
Ein Sinnbild, wahrlich grauenhaft und klar!)
Uns zeigen, dass uns in der Grube gar
Der uns verheißene Schlaf nicht sicher ist;

Dass wir vom Nichts uns auch verraten finden;
Dass alles, selbst der Tod, uns noch belügt,
Und er vielleicht zu guter Letzt verfügt
Dass wir uns ach! In Ewigkeiten schinden

Und irgendwo in unbekannten Weiten
Den Spaten in die Erde stoßen müssen,
Um mit den blutigen und nackten Füßen
Den widerspenstigen Boden zu bereiten?

(Übersetzung von Monika Fahrenbach-Wachendorff)
IshvaraGottfried Benn
Morgue

I Kleine Aster

Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt.
Irgendeiner hatte ihm eine dunkelhelllila Aster
zwischen die Zähne geklemmt.
Als ich von der Brust aus
unter der Haut
mit einem langen Messer
Zunge und Gaumen herausschnitt,
muss ich sie angestoßen haben, denn sie glitt
in das nebenliegende Gehirn.
Ich packte sie ihm in die Brusthöhle
zwischen die Holzwolle,
als man zunähte.
Trinke dich satt in der Vase!
Ruhe sanft,
kleine Aster!
iks.igrecSonnet 130
My mistress' eyes are nothing like the sun;
Coral is far more red than her lips' red;
If snow be white, why then her breasts are dun;
If hairs be wires, black wires grow on her head.
I have seen roses damasked, red and white,
But no such roses see I in her cheeks,
And in some perfumes is there more delight
Than in the breath that from my mistress reeks.
I love to hear her speak, yet well I know
That music has a far more pleasing sound.
I grant I never saw a goddess go;
My mistress when she walks treads on the graound.
And yet, by heaven, I think my love as rare
As anything she belied with false compare.

William Shakespeare
Dark Angel IINähe des Geliebten

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meer erstrahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt;
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!

Johann Wolfgang von Goethe
IshvaraElse Lasker-Schüler (1869-1945)

WELTENDE

Es ist ein Weinen in der Welt,
Als ob der liebe Gott gestorben wär,
Und der bleierne Schatten, der niederfällt,
Lastet grabesschwer.

Komm, wir wollen uns näher verbergen...
Das Leben liegt in aller Herzen
Wie in Särgen.

Du! wir wollen uns tief küssen -
Es pocht eine Sehnsucht an die Welt,
An der wir sterben müssen.

---------------------------------------------------------------------------

August Stramm

Abend

Müde webt
Stumpfen dämmert
Beten lastet
Sonne wundet
Schmeichelt
Du.
IshvaraDie Dämonen der Stadt

Sie wandern durch die Nacht der Städte hin,
Die schwarz sich ducken unter ihrem Fuß.
Wie Schifferbärte stehen um ihr Kinn
Die Wolken schwarz vom Rauch und Kohlenruß.

Ihr langer Schatten schwankt im Häusermeer
Und löscht der Straßen Lichterreihen aus.
Er kriecht wie Nebel auf dem Pflaster schwer
Und tastet langsam vorwärts Haus für Haus.

Den einen Fuß auf einen Platz gestellt,
Den anderen gekniet auf einen Turm,
Ragen sie auf, wo schwarz der Regen fällt,
Panspfeifen blasend in den Wolkensturm.

Um ihre Füße kreist das Ritornell
Des Städtemeers mit trauriger Musik,
Ein großes Sterbelied. Bald dumpf, bald grell
Wechselt der Ton, der in das Dunkel stieg.

Sie wandern an dem Strom, der schwarz und breit
Wie ein Reptil, den Rücken gelb gefleckt
Von den Laternen, in die Dunkelheit
Sich traurig wälzt, die schwarz den Himmel deckt.

Sie lehnen schwer auf einer Brückenwand
Und stecken ihre Hände in den Schwarm
Der Menschen aus, wie Faune, die am Rand
Der Sümpfe bohren in den Schlamm den Arm.

Einer steht auf. Dem weißen Monde hängt
Er eine schwarze Larve vor. Die Nacht,
Die sich wie Blei vom finstern Himmel senkt,
Drückt tief die Häuser in des Dunkels Schacht.

Der Städte Schultern knacken. Und es birst
Ein Dach, daraus ein rotes Feuer schwemmt.
Breitbeinig sitzen sie auf seinem First
Und schrein wie Katzen auf zum Firmament.

In einer Stube voll von Finsternissen
Schreit eine Wöchnerin in ihren Wehn.
Ihr starker Leib ragt riesig aus den Kissen,
Um den herum die großen Teufel stehn.

Sie hält sich zitternd an der Wehebank.
Das Zimmer schwankt um sie von ihrem Schrei,
Da kommt die Frucht. Ihr Schoß klafft rot und lang
Und blutend reißt er von der Frucht entzwei.

Der Teufel Hälse wachsen wie Giraffen.
Das Kind hat keinen Kopf. Die Mutter hält
Es vor sich hin. In ihrem Rücken klaffen
Des Schrecks Froschfinger, wenn sie rückwärts fällt.

Doch die Dämonen wachsen riesengroß.
Ihr Schläfenhorn zerreißt den Himmel rot.
Erdbeben donnert durch der Städte Schoß
Um ihren Huf, den Feuer überloht.
RiSiNgMooNAutor: cHaOs_aRcOmAgE

zu erklären es nicht ist ?

das wissen nehme seinen lauf...
noch keiner kam von selber drauf...
doch lauschet mir, es schadet nicht...
erwartungen die zukunft bricht...

vor hundert jahren es einst war...
so vieles war noch niemals da...
doch siehe da, der pc wirkt....
und alter glaube heimlich stirbt...

das gleiche den gefühlen blüht...
die zeit sich darum sehr bemüht...
gelöst die fragen werden bald...
exact und äusserst logisch kalt...

die meinung welche ihr verkündet...
dem hier und jetzt sich stets verbündet...
verdenken nicht, ich euch dies werde...
falsch zu glauben liebt die erde...
ScherbenKöniginHans Arp
1887-1966
Die Schwalbenhode
1.
weh unser guter kaspar ist tot
wer verbirgt nun die brennende fahne im zopf und wer dreht die kaffeemühle
wer lockt nun das idyllische reh
auf dem meer verwirrte er die schiffe mit dem wörtchen parapluie und die winde nannte er bienenvater
weh weh weh unser guter kaspar ist tot heiliger bimbam kaspar ist tot
die heufische klappern in den glocken wenn man seinen vornamen ausspricht darum seufze ich weiter kaspar kaspar kaspar
warum bist du ein stern geworden oder eine kette aus wasser an einem heißen wirbelwind oder ein euter aus schwarzem licht oder ein durchsichtiger ziegel an der stöhnenden trommel des felsigen wesens
jetzt vertrocknen unsere scheitel und sohlen und die feen liegen halbverkohlt auf den scheiterhaufen
2.
jetzt donnert hinter der sonne
die schwarze kegelbahn und keiner zieht mehr die kompasse und die räder der schiebkarren auf
wer ißt nun mit der ratte am einsamen tisch wer verjagt den teufel wenn er die pferde verführen will wer erklärt uns die monogramme in den sternen
seine büste wird die kamine aller wahrhaft edlen menschen zieren doch das ist kein trost und schnupftabak für einen totenkopf
3.
auf den wasserkanzeln bewegen die kaskadeure ihre fähnchen wie figura 5 zeigt
die abenteuer mit falschen bärten und diamantenen hufen bestiegen vermittels aufgeblasener walfischhäute schneidend das podium
der große geisterlöwe harun el raschid sprich harun al radi gähnte dreimal und zeigte seine vom rauchen schwarz gewordenen zähne
die merzerisierten klapperschlangen wickelten sich von ihren spulen mähten ihr getreide und verschlossen es in steine
aus dem saum des todes traten die augen der jungen sterne
nach der geißelung auf der sonnenbacke tanzten die hufe des esels auf flaschenköpfen
die toten fielen wie flocken von ledernen türmen
wieviel totengerippe drehten die räder der tore
als der wasserfall dreimal gekräht hatte erblich seine tapete bis auf das blut und die matrosenmatritze zersprang
aus der tiefe stiegen die schränke und breiteten ihre anker aus
endlich wagte das meer die ohnmacht der bittern kompasse
die glitzernden engel drehten sich in ihren angeln
die gläsernen eulen reichten sich den tod von schnabel zu schnabel
die vögel hingen ihre glasschweife wie wasserfälle aus den felsen
die bäuerinnen trugen ausgebrannte ausgestopfte sonnen in ihrem haar den bäuerinnen nur in ihren kröpfen nur in ihren nickhäuten nur in ihrer lieben kleinen stadt jerusalem wachspuppen auszusetzen erlaubt war
4.
die edelfrau pumpt feierlich wolken in säcke aus leder und stein
lautlos winden riesenkräne trillernde lerchen in den himmel
die sandtürme sind mit wattepuppen verstopft
in den schleusen stauen sich ammonshörner diskusse und mühlsteine
die schiffe heißen hans und grete und fahren ahnungslos weiter
der drache trägt die inschrift kunigundula und wird an der leine geführt
den städten sind die füße abgesägt
den kirchtürmen nur volle bewegungsfreiheit in den kellern gegeben
darum sind wir auch nicht verpflichtet die krallen hörner und wetterfahnen zu putzen
5.
obwohl der mond mir wie ein spiegel gegenüberhängt schmerzt mich der engel im auge
auf den tischen laufen die sämereien auf und pochst du an die pflanzen so springen ihre blumen hervor
die löwen verenden vor ihren schilderhäusern mit gießkannen voll diamanten zwischen den krallen
die führer tragen schürzen aus holz
die vögel tragen schuhe aus holz
die vögel sind voll widerhall
unaufhörlich rollen ihnen die eier aus ihren kleinen herzen
ihre sohlen stehen auf schreitenden flammen
reißt die schneekette so rufen sie den herrgott an
senkt sich das himmelsrad so treten ihre hufe auf schwarze körner
im januar schneit es graphit in das ziegenfell
im februar zeigt sich der strauß aus kreideweißem licht und weißen sternen
im märz balzt der würgeengel und die ziegel und falter flattern fort
und die sterne schaukeln in ihren ringen
und die windfangblumen rasseln in ihren ketten
und die prinzessinnen singen in ihren nebeltöpfen
wer eilt auf kleinen fingern und flügeln den morgenwinden nach
iluminaIn einem recht alten Thread entdeckte ich dieses wunderbare Kleinod von "Eisdrache" (26.08.2004) - viel zu schön, um unterzugehen!!!*zwinker*

1.

Ich bin ein kleiner Gothic,
und Leichen find ich gut,
am morgen fress ich Kinder,
am abend trink ich Blut


2.

*frei nach den Ärzten*

Ich hatte heute Nacht einen Traum,
da sprach zu mir, man glaubt es kaum,
Satanas selbst, in finstrer Nacht,
und hat zum glauben mich gebracht.

Ab heute bin ich Satanist,
weil Satan, wirklich klasse ist,
nun bin ich böse jeden Tag,
mein Nachttisch ist ein Kindersarg.

Als ich am morgen aufgewacht,
hab ich erst Mickey umgebracht,
mein Hamster war das Opfertier,
sein Blut es stillt meine Gier.

Ab heute bin ich Satanist,
weil Du mein Freund noch keiner bist,
am Anfang ist es nur Protest,
ach..mit der Zeit kommt auch der Rest.

Ich schneide mir die Arme auf,
die Narben nehm ich gern in kauf,
den auch wen mich die Schmerzen stören,
so will ich doch...dazu gehören.

Ab heute bin ich Satanist,
weil es doch wirklich Mode ist,
ich schlafe auf den Friedhof ein,
den so..ja so...muss Satan sein.

Ich lese Crowley und Lafey,
doch da ich kaum ein Wort versteh,
seh ich viel lieber Schwer-Metall,
den dies...dies ist ein Sündenfall.

Ab heute bin ich Satanist,
doch morgen endet seine Frist,
dann bin ich nicht mehr Satans Fan,
es bleibt für mich...der Wutang-Clan

Yooo Man-Westcoast....for life ....Peace
AlienSexFiend[B][u]Herzstück[/u][/B]
[size=1](Heiner Müller, 1929-1995)[/size]


[b]EINS[/b]
[i]Darf ich Ihnen mein Herz zu Füßen legen.[/i]
[b]ZWEI[/b]
[i]Wenn Sie mir meinen Fußboden nicht schmutzig machen.[/i]
[b]EINS[/b]
[i]Mein Herz ist rein.[/i]
[b]ZWEI[/b]
[i]Das werden wir ja sehn.[/i]
[b]EINS[/b]
[i]Ich kriege es nicht heraus.[/i]
[b]ZWEI[/b]
[i]Wollen Sie, daß ich Ihnen helfe.[/i]
[b]EINS[/b]
[i]Wenn es Ihnen nichts ausmacht.[/i]
[b]ZWEI[/b]
[i]Es ist mir ein Vergnügen. Ich kriege es auch nicht heraus.[/i]
[b]EINS[/b]
[i]heult[/i]
[b]ZWEI[/b]
[i]Ich werde es Ihnen herausoperieren. Wozu habe ich ein Taschenmesser. Das werden wir gleich haben. Arbeiten und nicht verzweifeln. So, das hätten wir. Aber das ist ja ein Ziegelstein. Ihr Herz ist ein Ziegelstein.[/i]
[b]EINS[/b]
[i]Aber es schlägt nur für Sie.[/i]
TjorvenAnnabel Lee
by Edgar Allan Poe


It was many and many a year ago,
In a kingdom by the sea,
That a maiden there lived whom you may know
By the name of ANNABEL LEE;
And this maiden she lived with no other thought
Than to love and be loved by me.

I was a child and she was a child,
In this kingdom by the sea;
But we loved with a love that was more than love-
I and my Annabel Lee;
With a love that the winged seraphs of heaven
Coveted her and me.

And this was the reason that, long ago,
In this kingdom by the sea,
A wind blew out of a cloud, chilling
My beautiful Annabel Lee;
So that her highborn kinsman came
And bore her away from me,
To shut her up in a sepulchre
In this kingdom by the sea.

The angels, not half so happy in heaven,
Went envying her and me-
Yes!- that was the reason (as all men know,
In this kingdom by the sea)
That the wind came out of the cloud by night,
Chilling and killing my Annabel Lee.

But our love it was stronger by far than the love
Of those who were older than we-
Of many far wiser than we-
And neither the angels in heaven above,
Nor the demons down under the sea,
Can ever dissever my soul from the soul
Of the beautiful Annabel Lee.

For the moon never beams without bringing me dreams
Of the beautiful Annabel Lee;
And the stars never rise but I feel the bright eyes
Of the beautiful Annabel Lee;
And so, all the night-tide, I lie down by the side
Of my darling- my darling- my life and my bride,
In the sepulchre there by the sea,
In her tomb by the sounding sea.
TjorvenTwilight (Liedtext von [URL=http://www.larcsix.de]L'Arc Six[/URL] )

Wake up my dear, the sky has two eyes
Let's step outside and wander in twilight
Under white sails of haze, our feet wet with morning dew

In the dying of the night we watch the full moon setting
Like a bird that tries to fly again after hours of forgetting
How to move his wings, how to do the things
He used to do before the night
We take steps on maiden land

Wake up my dear, let's praise the neew light
Our shadows graced with colour seems in the first flash of the day
Under white sails of haze, our feet wet with morning dew
TheTurningPointFriedrich Hölderlin
[b]Die Liebe[/b]

Wenn ihr Freunde vergeßt, wenn ihr die Euern all
O ihr Dankbaren, sie, euere Dichter schmäht,
Gott vergeb' es, doch ehret
Nur die Seele der Liebenden.

Denn o saget, wo lebt menschliches Leben sonst
Da die knechtische jetzt alles, die Sorge zwingt?
Darum wandelt der Gott auch
Sorglos über dem Haupt uns längst.

Doch, wie immer das Jahr kalt und gesanglos ist
Zur beschiedenen Zeit, aber aus weißem Feld
Grüne Halme doch sprossen
Und ein einsamer Vogel singt,

Und sich mählich der Wald dehnet, der Strom sich regt,
Schon die mildere Luft leise von Mittag weht
Zur erlesenen Stunde,
So ein Zeichen der schönern Zeit,

Die wir glauben, erwächst einziggenügsam noch,
Einzig edel und fromm über dem ehernen,
Wilden Boden die Liebe,
Gottes Tochter, von ihm allein.

Sei gesegnet, o sei, himmlische Pflanze, mir
Mit Gesange gepflegt, wenn des ätherischen
Nektars Kräfte dich nähren,
Und der schöpfrische Strahl dich reift.

Wachs und werde zum Wald! eine beseeltere,
Vollentblühende Welt! Sprache der Liebenden
Sei die Sprache des Landes,
Ihre Seele der Laut des Volks!
TheTurningPointFriedrich Hölderlin
[b]Der Mensch[/b]

Kaum sproßten aus den Wassern, o Erde, dir
Der jungen Berge Gipfel und dufteten
Lustatmend, immergrüner Haine
Voll, in des Ozeans grauer Wildnis

Die ersten holden Inseln; und freudig sah
Des Sonnengottes Auge die Neulinge,
Die Pflanzen, seiner ewgen Jugend
Lächelnde Kinder, aus dir geboren.

Da auf der Inseln schönster, wo immerhin
Den Hain in zarter Ruhe die Luft umfloß,
Lag unter Trauben einst, nach lauer
Nacht, in der dämmernden Morgenstunde

Geboren, Mutter Erde ! dein schönstes Kind;-
Und auf zum Vater Helios sieht bekannt
Der Knab, und wacht und wählt, die süßen
Beere versuchend, die heilge Rebe

Zur Amme sich; und bald ist er groß; ihn scheun
Die Tiere, denn ein anderer ist, wie sie,
Der Mensch; nicht dir und nicht dem Vater
Gleicht er, denn kühn ist in ihm und einzig

Des Vaters hohe Seele mit deiner Lust,
O Erd ! und deiner Trauer von je vereint;
Der Göttermutter, der Natur, der
Allesumfassenden möchte er gleichen !

Ach ! darum treibt ihn, Erde ! vom Herzen dir
Sein Übermut, und deine Geschenke sind
Umsonst und deine zarten Bande;
Sucht er ein Besseres doch, der Wilde !

Von seines Ufers duftender Wiese muß
Ins blütenlose Wasser hinaus der Mensch,
Und glänzt auch, wie die Sternenacht, von
Goldenen Früchten sein Hain, doch gräbt er

Sich Höhlen in den Bergen und späht im Schacht,
Von seines Vaters heiterem Lichte fern,
Dem Sonnengott auch ungetreu, der
Knechte nicht liebt und der Sorge spottet.

Denn freier atmen Vögel des Walds, wenn schon
Des Menschen Brust sich herrlicher hebt, und der
Die dunkle Zukunft sieht, er muß auch
Sehen den Tod, und allein ihn fürchten.

[b]Und Waffen wider alle, die atmen trägt
In ewigbangem Stolze der Mensch; im Zwist
Verzehrt er sich und seines Friedens
Blume, die zärtliche, blüht nicht lange.[/b]

Ist er von allen Lebensgenossen nicht
Der seligste ? Doch tiefer und reißender
Ergreift das Schicksal, allausgleichend,
Auch die entzündbare Brust dem Starken.
TheTurningPointFriedrich Hölderlin
[b]Der Zeitgeist[/b]

Zu lang schon waltest über dem Haupt mir
Du in der dunkeln Wolke, du Gott der Zeit!
Zu wild, zu bang ists ringsum, und es
Trümmert und wankt ja, wohin ich blicke.

Ach! wie ein Knabe, seh ich zu Boden oft,
Such in der Höhle Rettung von dir, und möcht',
Ich Blöder, eine Stelle finden,
Alleserschüttrer! wo du nicht wärest.

Laß endlich, Vater! offenen Augs mich dir
Begegnen! hast denn du nicht zuerst den Geist
Mit deinem Strahl aus mir geweckt? mich
Herrlich ans Leben gebracht, o Vater! -

Wohl keimt aus jungen Reben uns heilge Kraft;
In milder Luft begegnet den Sterblichen,
Und wenn sie still im Haine wandeln,
Heiternd ein Gott; doch allmächtiger weckst du

Die reine Seele Jünglingen auf, und lehrst
Die Alten weise Künste; der Schlimme nur
Wird schlimmer, daß er bälder ende,
Wenn du, Erschütterer! ihn ergreifest.
TheTurningPointFriedrich Hölderlin
[b]Lebenslauf[/b]

Größeres wolltest auch du, aber die Liebe zwingt
All uns nieder, das Leid beugt gewaltiger,
Doch es kehret umsonst nicht
Unser Bogen, woher er kommt.

Aufwärts oder hinab ! herrschet in heiliger Nacht,
Wo die stumme Natur werdende Tage sinnt,
Herrscht im schiefesten Orkus
Nicht ein Grades, ein Recht noch auch ?

Dies erfuhr ich. Denn nie, sterblichen Meistern gleich,
Habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden,
Daß ich wüßte, mit Vorsicht
Mich des ebenen Pfads geführt.

[b]Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
Daß er, kräftig genährt, danken für alles lern,
Und verstehe die Freiheit,
Aufzubrechen, wohin er will.[/b]
TheTurningPointUnd hier noch einige kurze Schnipsel
von Hölderlin:

[b]Menschenbeifall[/b]

Ist nicht heilig mein Herz, schöneren Lebens voll,
Seit ich liebe? Warum achtetet ihr mich mehr,
Da ich stolzer und wilder,
Wortereicher und leerer war?

Ach! Der Menge gefällt, was auf dem Marktplatz taugt,
Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen;
An das Göttliche glauben
Die allein, die es selber sind.


[b]Der zürnende Dichter[/b]

Fürchtet den Dichter nicht, wenn er edel zürnet, sein Buchstab
Tötet, aber es macht Geister lebendig der Geist.


[b]Guter Rat[/b]
Hast du Verstand und ein Herz, so zeige nur eines von beiden,
Beides verdammen sie dir, zeigest du beides zugleich.


[b]Wurzel alles Übels[/b]

Einig zu sein, ist göttlich und gut; woher ist die Sucht denn
Unter den Menschen, daß nur einer und eines nur sei?


[b]Gebet für die Unheilbaren[/b]

Eil, o zaudernde Zeit, sie ans Ungereimte zu führen,
Anders belehrest du sie nie, wie verständig sie sind.
Eile, verderbe sie ganz, und führ ans furchtbare Nichts sie,
Anders glauben sie dir nie, wie verdorben sie sind.
Diese Toren bekehren sich nie, wenn ihnen nicht schwindelt,
Diese . . . sich nie, wenn sie Verwesung nicht sehn.
Demon17Georg Heym 1910

[B]Der Gott der Stadt[/B]

Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit
Die letzten Häuser in das Land verirrn.
Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal,
Die großen Städte knieen um ihn her.
Der Kirchenglocken ungeheure Zahl
Wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer.

Wie Korybanten-Tanz dröhnt die Musik
Der Millionen durch die Straßen laut.
Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik
Ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut.

Das Wetter schwelt in seinen Augenbrauen.
Der dunkle Abend wird in Nacht betäubt.
Die Stürme flattern, die wie Geier schauen
Von seinem Haupthaar, das im Zorne sträubt.

Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust.
Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt
Durch eine Straße. Und der Glutqualm braust
Und frißt sie auf, bis spät der Morgen tagt.
Demon17Friedrich Nietzsche

[B]Ecce homo[/B]

Ja ! Ich weiß woher ich stamme !
Ungesättigt gleich der Flamme
Glühe und verzehr ich mich.
Licht wird alles, was ich fasse,
Kohle alles was ich lasse:
Flamme bin ich sicherlich !
Demon17Mit der Einführung der industriellen Webstühle verhungerte in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts die Zunft der Weber. Heinrich Heine schrieb ein Gedicht darüber:

[b]Die Schlesischen Weber.[/b]

Im düstern Auge keine Thräne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Altdeutschland wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreyfachen Fluch –

Wir weben, wir weben!


Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten,
In Winterskälte und Hungersnöthen;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt –

Wir weben, wir weben!


Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt,
Und uns wie Hunde erschießen läßt –

Wir weben, wir weben!


Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulniß und Moder den Wurm erquickt –

Wir weben, wir weben!


Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht –
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreyfachen Fluch,

Wir weben, wir weben!
atras|X liliumVielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemand gehen zu lassen, wissen, wann es Abschiednehmen heißt.
Nicht zulassen, daß unsere Gefühle dem im Weg stehen, was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.

Aus dem Buch "Der träumende Delphin" von Sergio Bambaren

Vielleicht sehr schlicht aber als ich es gelesen habe hat es mich sehr berührt... und ich habs bis heute nicht vergessen.
wannadiePaul Zech:


[COLOR=indigo] [U]Das Grubenpferd[/U] [/COLOR]



So schwarz weint keine Nacht am schwarzen Gitter,
wie in dem schwarzen Schacht das blinde Pferd.
Ihm ist, als ob die Wiese, die es bitter
in jedem Heuhalm schmeckt, nie wiederkehrt.

Es wittert durch das schwarze Fleisch der Steine
den Tod und sieht ihn mit den toten Augen an,
und ist mit ihm die ganze Nacht alleine
und geht nur widerwillig ins Gespann.

Der Knabe, der es durch die Gänge treibt,
will es mit Brot und Zucker fröhlich machen.
…Es kann nicht mehr wie andere Pferde lachen.
In seinen Augen wurmt die Nacht und bleibt.

Nur manchmal, wenn mit dem Geruch von Laub
waldfrisches Holz nach unten wird gefahren –:
hebt es den Kopf und beißt sich in den Haaren
des Knaben fest und stampft ihn in den Staub.

Und rast durch schwarzer Schächte Labyrinth
und stürzt im Fliehn die steile Felsentreppe
herab und wiehert durch die grüne Steppe,
auf der die toten Pferde mächtig sind.
wannadieFriedrich Nietzsche:

[U]Der Freigeist[/U]

Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n –
Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist du, Narr,
Vor Winters in die Welt – entflohn?

Die Welt – ein Thor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer Das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg', Vogel, schnarr'
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! –
Versteck' du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n –
Weh dem, der keine Heimat hat!


II. Antwort
Daß Gott erbarm'!
Der meint, ich sehnte mich zurück
In's deutsche Warm.
In's dumpfe deutsche Stuben-Glück!

Mein Freund, was hier
Mich hemmt und und hält, ist dein Verstand,
Mitleid mit dir!
Mitleid mit deutschem Quer-Verstand!
wannadieBerthold Brecht:

[U]Von der Freundlichkeit der Welt[/U]

Auf die Erde voller kaltem Wind
Kamt ihr alle als ein nacktes Kind.
Frierend lagt ihr ohne alle Hab
Als ein Weib euch eine Windel gab.

Keiner schrie euch, ihr wart nicht begehrt
Und man holte euch nicht im Gefährt.
Hier auf Erden wart ihr unbekannt
Als ein Mann euch einst nahm an der Hand.

Von der Erde voller kaltem Wind
Geht ihr all bedeckt mit Schorf und Grind.
Fast ein jeder hat die Welt geliebt,
Wenn man ihm zwei Hände Erde gibt.
Demon17Das Gedicht vom Zech gefällt mir.

Ich hab hier noch eines von Ludwig Uhland von 1815. Die meisten kennen es wohl als Spielmannsfluch von In Extremo.

Des Sängers Fluch
Es stand in alten Zeiten ein Schloß so hoch und hehr,
Weit glänzt' es über die Lande bis an das blaue Meer,
Und rings von duft'gen Gärten ein blütenreicher Kranz,
D'rin sprangen frische Brunnen in Regenbogenglanz.

Dort saß ein stolzer König, an Land und Siegen reich.
Er saß auf seinem Throne so finster und so bleich;
Denn was er sinnt, ist Schrecken, und was er blickt, ist Wut,
Und was er spricht, ist Geißel, und was er schreibt, ist Blut.

Einst zog nach diesem Schlosse ein edles Sängerpaar:
Der ein' in goldnen Locken, der andre grau von Haar;
Der Alte mit der Harfe, der saß auf schmucken Roß,
Es schritt ihm frisch zur Seite der blühende Genoß.

Der Alte sprach zum Jungen: "Nun sei bereit, mein Sohn!
Denk' unsrer tiefsten Lieder, stimm' an den vollsten Ton,
Nimm alle Kraft zusammen, die Lust und auch den Schmerz;
Es gilt uns heut' zu rühren des Königs steinern Herz."

Schon stehn die beiden Sänger im hohen Säulensaal,
Und auf dem Throne sitzen der König und sein Gemahl;
Der König furchtbar prächtig, wie blut'ger Nordlichtschein,
Die Königin süß und milde, als blickte Vollmond drein.

Da schlug der Greis die Seiten, er schlug sie wundervoll,
Daß reicher, immer reicher der Klang zum Ohre schwoll.
Dann strömte himmlisch helle des Jünglings Stimme vor,
Des Alten Sang dazwischen wie dumpfer Geisterchor.

Sie singen von Lenz und Liebe, von sel'ger, goldner Zeit,
Von Freiheit, Männerwürde, von Treu' und Heiligkeit;
Sie singen von allem Süßen, was Menschenbrust durchbebt,
Sie singen von allem Hohen, was Menschenherz erhebt.

Die Höflingsschar im Kreise verlernet jeden Spott,
Des Königs trotz'ge Krieger, sie beugen sich vor Gott,
Die Königin, zerflossen in Wehmut und in Lust,
Sie wirft den Sängern nieder die Rose von ihrer Brust.

"Ihr habt mein Volk verführet, verlockt ihr nun mein Weib?"
Der König schreit es wütend, er bebt am ganzen Leib.
Er wirft sein Schwert, das blitzend des Jünglings Brust durchdringt,
Draus, statt der goldnen Lieder, ein Blutstrahl hoch aufspringt.

Und wie vom Sturm zerstoben ist all' der Hörer Schwarm;
Der Jüngling hat verröchelt in seines Meisters Arm,
Der schlägt um ihn den Mantel und setzt ihn auf das Roß,
Er bind't ihn aufrecht feste, verläßt mit ihm das Schloß.

Doch vor dem hohen Tore, da hält der Sängergreis,
Da faßt er seine Harfe, sie, aller Harfen Preis,
An einer Marmorsäule, da hat er sie zerschellt,
Dann ruft er, daß es schaurig durch Schloß und Gärten gellt:

"Weh' euch, ihr stolzen Hallen! Nie töne süßer Klang
Durch eure Räume wieder, nie Saite noch Gesang,
Nein, Seufzer nur und Stöhnen und scheuer Sklavenschritt,
Bis euch zu Schutt und Moder der Rachegeist zertritt!

"Weh' euch, ihr duft'gen Gärten im holden Maienlicht!
Euch zeig' ich dieses Toten entstelltes Angesicht,
Daß ihr darob verdorret, daß jeder Quell versiecht,
Daß ihr in künft'gen Tagen versteint, verödet liegt.

"Weh' dir, verruchter Mörder! du Fluch des Sängertums!
Umsonst sei all' dein Ringen nach Kränzen blut'gen Ruhms;
Dein Name sei vergessen, in ew'ge Nacht getaucht,
Sei, wie ein letztes Röcheln, in leere Luft verhaucht!"

Der Alte hat's gerufen, der Himmel hat's gehört;
Die Mauern liegen nieder, die Hallen sind zerstört,
Noch eine hohe Säule zeugt von verschwund'ner Pracht,
Auch diese, schon geborsten, kann stürzen über Nacht.

Und rings, statt duft'ger Gärten, ein ödes Heideland:
Kein Baum verstreuet Schatten, kein Quell durchdringt den Sand;
Des Königs Namen meldet kein Lied, kein Heldenbuch:
Versunken und vergessen! - das ist des Sängers Fluch.
KildareEine Sybille

~ Reiner Maria Rilke

Einst, vor Zeiten, nannte man sie alt.
Doch sie blieb und kam dieselbe Straße
täglich. Und man änderte die Maße,
und man zählte sie wie einen Wald

nach Jahrhunderten. Sie aber stand
jeden Abend auf derselben Stelle,
schwarz wie eine alte Citadelle
hoch und hohl und ausgebrannt;

von den Worten, die sich unbewacht
wider ihren Willen in ihr mehrten,
immerfort umschrieen und umflogen,
während die schon wieder heimgekehrten
dunkel unter ihren Augenbogen
saßen, fertig für die Nacht.
Demon17Klabund 1890-1928

[B]Ahasver[/B]
Ewig bist du Meer und rinnst ins Meer,
Quelle, Wolke, Regen – Ahasver...
Tor, wer um vertane Stunden träumt,
Weiser, wer die Jahre weit versäumt.
Trage so die ewige Last der Erde
Und den Dornenkranz mit Frohgebärde.
Schlägst du deine Welt und dich zusammen,
Aus den Trümmern brechen neue Flammen...
Tod ist nur ein Wort, damit man sich vergißt...
Weh, Sterblicher, daß du unsterblich bist!
Nahimana-AmarGesagtes Wort
Stirbt sofort,
Sagt man.
Ich sag, an jenem Tag
Fängt erst
Sein Leben an.

Emily Dickinson
VI. Gesagtes Wort
ScheolMatthias Claudius

[I]Der Tod und das Mädchen[/I]


Das Mädchen
Vorüber! Ach, vorüber!
Geh, wilder Knochenmann!
Ich bin noch jung, geh Lieber!
Und rühre mich nicht an.

Der Tod
Gib deine Hand, du schön und zart Gebild!
Bin Freund, und komme nicht, zu strafen.
Sei gutes Muts! ich bin nicht wild,
sollst sanft in meinen Armen schlafen!

-------------------------------------------------------

Joseph von Eichendorff

[I]Der Kehraus[/I]


Es fiedeln die Geigen,
da tritt in den Reigen
ein seltsamer Gast,
kennt einer den Dürren,
galant aus dem Schwirren
die Braut er sich faßt.

Hebt an, sich zu schwenken
in allen Gelenken.
Das Fräulein im Kranz:
>>Euch knacken die Beine-<<
>>Bald rasseln auch deine,
frisch auf, spielt zum Tanz!<<

Die Spröde hinterm Fächer,
der Zecher vom Becher,
der Dichter so lind
muß auch mit zum Tanze,
daß die Lorbeern vom Kranze
fliegen im Wind.

So schnurret der Reigen
zum Saal raus ins Schweigen
der prächtigen Nacht,
die Klänge verwehen,
die Hähne schon krähen,
da verstieben sie sacht. -

So ging's schon vorzeiten
und geht es noch heute,
und hörest du hell
aufspielen zum Reigen,
wer weiß, wem sie geigen -
hüt dich, Gesell!

-------------------------------------------------------

Eduard Mörike

[I]Die Tochter der Heide[/I]


Wasch dich, mein Schwesterchen, wasch dich!
Zu Robins Hochzeit gehn wir heut:
Er hat die stolze Ruth gefreit.
Wir kommen ungebeten;
Wir schmausen nicht, wir tanzen nicht
Und nicht mit lachendem Gesicht
Komm ich vor ihn zu treten.

Strähl dich, mein Schwesterchen, strähl dich
Wir wollen ihm singen ein Rätsel-Lied,
Wir wollen ihm klingen ein böses Lied;
Die Ohren sollen ihm gellen.
Ich will ihr schenken einen Kranz
Von Nesseln und von Dornen ganz.
Damit fährt sie zur Höllen!

Schick dich, mein Schwesterchen, schmück dich!
Derweil sie alle sind am Schmaus,
Soll rot in Flammen stehn das Haus,
Die Gäste schreien und rennen.
Zwei sollen sitzen unverwandt,
Zwei hat ein Sprüchlein festgebannt;
Zu Kohle müssen sie brennen.

Lustig, mein Schwesterchen, lustig!
Das war ein alter Ammensang.
Den falschen Rob vergaß ich lang.
Er soll mich sehen lachen!
Hab ich doch einen andern Schatz,
Der mit mir tanzet auf dem Platz —
Sie werden Augen machen! :D
Lagartija NickSo, nun möchte auch ich hier einige, wie ich finde, sehr schöne respektive gute Gedichte beitragen; und zwar von Erich Fried, den ich in gewisser Hinsicht sogar mehr schätze als den guten alten Johann Wolfgang...

[b]Status quo[/b]

Wer will
dass die Welt
so bleibt
wie sie ist
der will nicht
dass sie bleibt


[b]Die Störung[/b]

Sie sprachen
von ihrem Kampf
um Freiheit
und Liebe
und Menschenwürde

Da kam ihr Kind
ins Zimmer
und wollte sie
etwas fragen

Sie winkten ab:
„Lass uns jetzt
und geh schön spielen!“
Das Kind sah den Vater an
und die Mutter
und ging

Ich konnte
dann nicht mehr
gut hören
Da fragten die beiden
geduldig
und freundlich:
„Hat dich das Kind
gestört?“


[b]Ablösung[/b]

Der Wald kommt!
(Schenk mir ein leeres Baumbuch!)
Auf das erste Blatt schreibe ich
ein Wort nur:
GRÜN
Auf das zweite Blatt
schreibe ich:
DUNKELGRÜN
auf das dritte Blatt
DUNKEL
Jetzt kommt die Nacht:
Auf das vierte
und fünfte
und zehnte Blatt
schreibt schon der Wald


[b]Die Warner[/b]

Wenn Leute dir sagen:
»Kümmere dich nicht
soviel
um dich selbst«
dann sieh dir
die Leute an
die dir das sagen:
An ihnen kannst du erkennen
wie das ist
wenn einer
sich nicht genug
um sich selbst
gekümmert hat


[b]Fügungen[/b]

Es heißt
ein Dichter
ist einer
der Worte
zusammenfügt
Das stimmt nicht
Ein Dichter
ist einer
den Worte
noch halbwegs
zusammenfügen
wenn er Glück hat
Wenn er Unglück hat
reißen die Worte
ihn auseinander


[b]Liebe auf den ersten Blick[/b]

Natürlich denke ich
auch schon an deinen Schoß
wie ich ihn küssen will
daß er naß wird
und wieder trocken
und was mir
oder meinen Fingern
einfallen wird bei dir
Du findest das ungehörig?
Gut: wenn es dir lieber ist
will ich deine Haare
nahe an deinem Ohr
nur fast, doch nicht wirklich küssen
und an deine Augen denken
und mir ein für alle mal sagen
daß dein Schoß für mich
nicht existiert.
So fügsam bin ich -
Warum bist du jetzt beleidigt?
Wahrscheinlich glaubst du
wenn zwei Menschen einander sehr bald
ihre Namen sagen
und miteinander essen
und fragen was sie arbeiten
und was sie denken
daß daraus dann nie mehr
eine wirkliche Freundschaft wird


[b]Wintergarten[/b]

Deinen Briefumschlag
mit den zwei gelben und roten Marken
habe ich eingepflanzt
in den Blumentopf
Ich will ihn
täglich begießen
dann wachsen mir
deine Briefe
Schöne
und traurige Briefe
und Briefe
die nach Dir riechen
Ich hätte das
früher tun sollen
nicht erst
so spät im Jahr
GabrieIIe[color=purple]
The Definition of Love
MY Love is of a birth as rare
As 'tis for object strange and high
It was begotten by Despair
Upon Impossibility.

Magnanimous Despair alone
Could show me so divine a thing
Where feeble Hope could ne'r have flown
But vainly flapt its tinsel wing.

And yet I quickly might arrive
Where my extended soul is fixt
But Fate does iron wedges drive,
And always crowds it self betwixt.

For Fate with jealous eye does see
Two perfect Loves; nor lets them close:
Their union would her ruin be,
And her Tyrannic pow'r depose.

And therefore her Decrees of Steel
Us as the distant Poles have plac'd,
(Though Love's whole World on us doth wheel)
Not by themselves to be embrac'd.

Unless the giddy Heaven fall,
And Earth some new Convulsion tear;
And, us to join, the World should all
Be cramp'd into a Planisphere.

As Lines so Loves oblique may well
Themselves in every Angle greet:
But ours so truly Parallel,
Though infinite can never meet.

Therefore the Love which us doth bind
But Fate so enviously debars,
Is the Conjunction of the Mind,
And Opposition of the Stars.

(Andrew Marvell)[/color]
Wüsti[I]Keine Person verdient Deine Tränen, und die, die sie verdienen, werden Dich nie zum Weinen bringen.[/I]

Autor oder Poet unbekannt. Aus einem Profil.
Katzenschatten"Lichtgestalt, in deren Schatten ich mich drehe" miau miau.

Danke Thilo.
Katzenschatten"Die letze Version vom Paradies,
wenn Du auch dabei lügst:
Zeig mir noch einmal den Heiligenschein.
Küss mich; und lass mich allein."

[SIZE=1]Herbie halt....[/SIZE]
Katzenschattenerstellt am 07-02-2002 um 14:57 von Hoffnung:

~~Hoffnung~~

Schließ die Augen rieche mich
Sei taub und schmecke mich
ohne Zunge fühle mich
kriech in mich
Hüter werde ich sein
über unser beider Seele
bis das der Tod uns quäle
und der Hoffnung letzter Schein
war vor Liebesschmerzen schrein

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