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  Forum: Text-Kritik
    Thema: Warten auf ihn... Kritik
Xan RobinsHier ist jetzt der Platz für Kritik...bitte nutzt ihn^^
angel's suicideIch hatte dir ja versprochen, was dazu zu schreiben

Um ehrlich zu sein, ich mag die Geschichte nicht all zu sehr, da sie von der Art der Beschreibung her ziemlich Oberflächlich ist...Für meinen Geschmack ist die Geschichte auch zu einfach, selbst für eine Kurzgeschichte...Du hättest die Frau sich mehr bewegen lassen können, damit mehr Handlung entsteht.
"Erschöpft fuhr sie mit zitternden Händen durch ihr rotes Haar, war er es denn wirklich wert? Sie berührte gedankenverloren das eisige Geländer, war es denn wirklich so kalt oder kam es ihr nur so vor weil sie alleine war?"
Naja nur so als Beispiel, all zu gut ist das auch nicht...
Was ich damit meine, dass du Bewegungen mit Gedanken vermischt, so dass das ganze etwas festes bekommt und nicht das schwammige einer Gedankensuppe...

...naja und ich hatte gesagt, dass ich ehrlich bin...

suicide
Xan RobinsHi
Was soll an einer ehrlichen Antwort denn schon schlimm sein? Glaubst du die würde ich nicht verkraften?^^
Was du da geschrieben hast kann ich gut nachvollziehen und du gewiss nicht unrecht. Natürlich könnte man Bewegungen und so weiter einfügen und stärker ausschmücken, jedoch bin ich von sowas nicht gerade ein Fan. Bei solchen Dingen vedarf es ein Mittelmaß. Was du als Verbesserungsvorschlag gebracht hast...wirkt auf mich unnötig hinzugefügt oder unnötig gefaselt. Wenn man sowas schreibt wie: "Sie vergrub zitternd ihre eiskalten Hände in ihren nassen, zotteligen Haaren, die im kühlen Nachtwind whrten, als seien sie große, rote Fahnen der Trauer, die ihren unendlichen Schmerz der gesamten, noch unwissenden, Bevölkerung vor ihre Augen führte!", finde ich das unnatürlich. Die Formulierungen wirken steif, unecht, zu sehr geplant und triefen förmlich vor aufgesetzter Dramatik. Natürlich braucht man hin und wieder emotionsgeladene Sätze, gefüttert mit Metaphern und Alligurien, oder klassische Thomas Mann Konstellationen. In meinen Augen würde zuviel davon, dem ganzen wieder Seriösität nehmen. Gerade weil es unecht ist. Ich will nicht verschweigen, dass meine Formulierungen vielleicht deshalb so krag sind, da ich selbst keine großen Erfahrungen mit Suizidgedanken oder ähnlichem hatte, was mich allerdings mehr stolz als betoffen macht.
Natrülich kann man da mehr machen, aber ich finde nun mal, dass diese Geschichte eher einem Monolog gleicht. Dass diese Dinge gerade in ihrem Kopf sind und sie wirklich das erste Mal daran denkt, dass sich das Warten nicht lohnt. Zudem steht sie auf ihrem Balkon und das jede Nacht. Ich stell mir eine vereinsamte Frau vor, die den ganzen Abend in die Ferne blickt und sich nicht ständig durchs Haar fährt und auf und ab geht oder so^^

Nun ja...so das war meine ehrliche Antwort auf eine ehrliche Meinung^^ Echt mal, ich gehört wirklich nicht zu den Leuten die sich gleich das Messer ansetzten, nur wegen ner kleinen Kritik. Is doch lächerlich.

Gruß Xan
moreIch würde dir auch raten, dir für deine Geschichte mehr Zeit zu nehmen. Eine Kurzgeschichte sollte schon mindestens drei Seiten umfassen. Der Leser hat das Bedürfniss etwas über den Hintergrund zu erfahren, die Umgebung in der sich die Frau aufhält in seiner Fantasie nachzubilden.
Du weißt ja ganz genau wie dieser Balkon in deinen Gedanken aussieht, der Leser hat aber Mühe sich das vorzustellen. Auch die Gefühle der Frau kann sich der Leser nicht vorstellen, so bleibt die Geschichte oberflächlich und der Leser ist davon nicht berührt.

Ich hoffe ich konnte mich verständlich ausdrücken?
angel's suicideSo dramatisch hab ich das doch gar nicht gemeint...nur minimale Handlung einbauen...das was ich als Beispiel geschrieben habe war extra ins Extreme gezogen...

Und was du mit dem Messer meintest, weiß ich wie du auf Kritik reagierst, da ist man doch erstmal vorsichtig ^^
Xan Robins[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]Ich würde dir auch raten, dir für deine Geschichte mehr Zeit zu nehmen. Eine Kurzgeschichte sollte schon mindestens drei Seiten umfassen. Der Leser hat das Bedürfniss etwas über den Hintergrund zu erfahren, [/B][/QUOTE]

@more: Ich gebe ja zu, überarbeiten könnte man die Sache natürlich, aber was du da über Kurzgeschichten schreibst...sorry, aber ne Kurzgeschichte muss definitiv NICHT mindestens drei Seiten lang sein, von wem hast du den Blödsinn? Kurzgeschichten können offene Enden haben, offene Anfänge, Hintergründe sind egal. Es zählt viel mehr die Aussage des Ganzen. Du denkst eher an Kurzromane. Klar die Aussage hätte ich klarer setzten können (tu ich vielleicht auch), aber das der Leser was über den Hintergrund erfahren möchte ist...nunja nicht meine Aufgabe. Nehme einfach mal die moderne Kunst. Es geht da um eigen Interpretation. Der Leser kann sich bei einer Kurzgeschichte selber denken, wie wohl die Beziehung der beiden gewesen ist und darauf könnte man die Frau auch einschätzen. Vielleicht war es nicht mehr wie ein One-night-stand oder haben sich nur wenige Male getroffen und sie hat viel mehr darin gesehen als eher, das Ganze anders wahr genommen. Kurzgeschichten sind kein Roman, der uns in eine Welt Eintritt gewährt, mit seinen Regeln und Normen. Sie sollen den Geist anregen.
So würde ich das ganze sehen. Ich gebe selber zu, dass die Sache mit dem Geist anregen...gut das trifft bei mir bei meiner eigenen Geschichte zumindest nicht zu. Ich hoffe man versteht mein Gefasel, dass man in Kurzgeschichten einfach mal was Neues auch finden kann. Andere Ansichten, neue Wege zu denken.

Nun ja soviel dazu

Gruß Xan
moreDarüber gibts Definitionen, aber es gibt auch Ultrakurzgeschichten. Da würde ich jetzt deine Geschichte einordnen. Sorry, wollte dir nicht auf den Schlips treten... :rolleyes:
Xan RobinsDann wäre es dennoch eine Kurzgeschichte;)
Ich glaub niemand würde sagen: "Ich hab eine Ultrakurzeschichte geschrieben!"
Klingt dämlich und nicht sonderlich eloquent, wenn du mich fragst.

Gruß Xan
moreEine Ultrakurzgeschichte ist die beste Art, eine Liebesgeschichte zu erzählen, es gibt Ultrakurzgeschichten. Meist gehen diese höchstens über eine Seite, meist kürzer. Die Regeln sind in etwa die selben wie bei der Kurzgeschichte. Eine Kurzgeschichte soll per Definition "in einem Zug" gelesen werden, die Länger der Kurzgeschichte ist jedoch wesentlich länger als eine Seite. Meist geht die Kurzgeschichte über einen Verlauf von 3 - 20 Seiten.

Das habe ich jetzt mal frei aus einem Literaturfachbuch abgeschrieben. Käuflich erwerbar unter dem Titel: Theorie der Kurzgeschichte bei Amazon.
IshvaraUm dem Streit der Dichter mal etwas aufzufrischen, melde ich mich mal zu Wort.
Länge ist kein Kriterium für irgendetwas, schon gar nicht für Kurzgeschichten.
Was eine gute Geschichte auszeichnet ist nicht die länge sondern die Intensität die sie transportiert.
Hier würde meine Kritik ansetzen, es ist nicht intensiv und dafür das es so wenig intensiv ist zu kurz.
Remarque transportiert auf nicht mal 200 Seiten die ganze Schrecklichkeit des ersten Weltkrieges, andere in zehn Seiten ein ganzes Leben.
Umfang ist nichtig, interessanter ist aber die Dichte, die Emotion, das evocierende eines Textes und da muss ich dem Selbstmord des Engels Recht geben, daran mangelt es ein wenig. Man muss sich nicht in Wortgewalt ergehen, aber man kann seine Metaphern passend wählen.
Ich weiss ich bin im Expressionismus verhaftet aber ich hätte da andere Ideen:
Hier stand sie nun, wartende. Die Nacht kristallend. Der Himmel verworfen mit Sternen und der Wind zerrte, kalt, an den Häusern und wirbelte Rotlaub mit sich [.... ] Manche peitschten ihre Stimme zu ihr hinauf, andere flüsterten, auf einer Bank den Mond an. [...] Ihn verdrängen, liegen lassen, anderes Glück finden? Was wusste sie? Wäre ein neues fühlen nicht ein neues Band knüpfen, wieder nur ein Kreis? Ein erneutes Schauen in schweren Abend, suchend nach dem fühlen einer anderen Sehnsucht. [...]

Nun das wäre meins, was deins ist kann ich nicht sagen, aber ich denke bei kritischen Worten immer an Johannes R. Becher.
Ich lerne. Ich bereite vor. Ich übe mich.
Wie arbeite ich – hah leidenschaftlich! –
Gegen mein noch unplastisches Gesicht – :
Falten spanne ich.

Ich verbleibe also mit best gemeintesten Grüßen.
Xan RobinsEndlich hat mal jemand wirklich Ahnung!

Ich hab ja selber zugegeben. Kurzgeschichten, da hab ich noch nicht so die Übung und ich muss sagen einige deiner Formulierungen sind interessant, wobei ich annehme "Hier stand sie nun, wartende." war ein einfacher Schreibfehler^^, aber in einem Forum ist das ja eh null und nichtig.

Gruß Xan
Ishvara*Verneig* ob ich Ahnung habe oder nicht sei anderen überlassen.

Was den 'Schreibfehler' angeht bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Ich finde sowohl: "...hier stand sie nun, wartend" als auch "... hier stand sie nun; Wartende." sehr gut. Gut das ich das nicht schreiben muss ;).
Ansonsten finde ich das was du schriebst ganz gut.
Wie gesagt es mangelt an Emontion und Dichte, aber ich denke das ist änderbar.

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