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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: "Planen Sie ihr Glück!"
FallingTearsAls ich gestern nach ewiglanger Zeit mal wieder den Fernseher einschaltete, sprang mir bei einer dieser vielen sinnlosen Werbungen dieser Satz ins Auge: "Planen Sie ihr Glück". Zuerst musste ich mich tierisch darüber amüsieren, denn mein erster Gedanke war - so etwas kann man nicht planen. Aber nach längerem Überlegen ...

Ich weiß es nicht. Auf der einen Seite sind wir extrem abhängig von Einflüssen aller Art aus unserer Umgebung und oft auch geprägt durch Vergangenheit, auf der anderen Seite heißt es ja immer, dass jeder für sein Leben selbst verantwortlich ist und es liegt an einem Selbst, was man daraus macht. Was denkt ihr darüber?

FallingTears
TobeMentalDas Glück kann man nicht planen! Wie du schon sagtest, werden wir von unserer Umgebung in fast jedem Detail beeinflusst.

Wenn jemand doch sein Glück "plant", und sein Schicksal meint es positiv, so wird er seinen zukünftigen Baustein auch platzieren können. Doch nur der Zufall bestimmt das Leben...
WaTcHmEGlück als solches lässt sich nciht planen...

Allerdings ist ein gewisser Optimismus SEHR angebracht :)
Menedemos"Ducunt fata volentem, nolentem trahunt."

Den Bereitwilligen führt das Schicksal, den Widerspenstigen zerrt es.

Will wohl heißen, daß man sich vom Schicksal leiten lassen soll, ohne sich ihm ganz zu übergeben.
Any BodyPlanen Sie Ihr Glück -- ein einfacher Satz, der eine positive Aussage haben soll und irgendwie aufgrund des Wortes Glückes, diesen Einfluss der positiven Gedanken auch geltend macht.

Ich denke ebenfalls nicht, dass Glück planbar ist und es dem Zufall zu überlassen ist, ob man zufriedener werden kann, als man es mehr oder weniger bereits ist. Dieser Werbespruch beinhaltet eine Menge Hoffnung bzw. appelliert an diese, insofern mein Urteil: leicht überzogen, dennoch hat er mehr oder weniger gewirkt. Wenn die Werbung nicht wäre, würde uns es bewußt werden, was wir für Bedürfnisse haben?

Gruß in die Nacht
Astarion[QUOTE]Wenn die Werbung nicht wäre, würde uns es bewußt werden, was wir für Bedürfnisse haben?[/QUOTE]

Naja, also ich denke wir würden uns auf jeden Fall den wichtigsten Bedürfnisse auch ohne Werbung bewusst werden. Beispielsweise die Grundbedürfnisse nach Nahrung oder Kleidung… wenn es uns nicht auch ohne Werbung bewusst werden würde, dann wären sie auch nicht zwingen notwenig.
Das wir aber das Rasierwasser X benutzen oder das Auto Y fahren sollen, das haben wir schon der Werbung zu verdanken… wobei die Werbung da ja auch so gut wie gar nicht sagt, was wirklich das „beste“ wäre… ich habe noch in kaum einer Werbung wirklich sinnvolle Informationen zu einen Produkt gesehen… immer nur das eigene Produkt ist gut, alle anderen sind schlecht (und wenn es nur die berühmten „herkömmlichen“ Waschmittel oder ähnliches sind… wer kann damit schon was anfangen?)

Eine viel interessantere Frage finde ich, auch wenn sie etwas vom Thema abweicht, wie viele Bedürfnisse uns die Werbung glauben machen will, dass wir sie hätten. Und natürlich sofort mit dem angepriesenen Produkt befriedigen sollen.


Zum Thema… ich glaube auch nicht, dass man sein Glück planen kann, denn Glück zeichnet sich für mich dadurch aus, dass es eben nicht planbar oder vorhersehbar ist… sich ohne das eigene Zutun einstellt (und gerade deshalb auch meist sehr erfreulich)
Natürlich kann man bei gewissen Sachen „seinem Glück nachhelfen“, aber das ist dann für mich kein Glück mehr, sondern Manipulation.
herbstliebePLANEN wir nicht alle in gewisser weise unser glück bzw. glücklich(er) zu werden?

planen bedeutet für mich ein ergebnis vor augen zu haben und den weg dorthin zu entwickeln. was unterm strich verwirklicht werden konnte, ob es dann das glück ist, was von mir geplant wurde, stellt sich erst bei erreichung des zieles heraus.

herbstliebe
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Astarion [/i]
[B]Naja, also ich denke wir würden uns auf jeden Fall den wichtigsten Bedürfnisse auch ohne Werbung bewusst werden. Beispielsweise die Grundbedürfnisse nach Nahrung oder Kleidung… wenn es uns nicht auch ohne Werbung bewusst werden würde, dann wären sie auch nicht zwingen notwenig.[/B][/QUOTE]Sehe ich genauso. Es wäre mal interessant, herauszuarbeiten, was alles zu diesen wichtigsten Bedürfnissen zählt. Neben "essen, wohnen und sich kleiden" zähle ich noch die Kommunikation zu anderen Menschen (Lebewesen) hinzu.[QUOTE][B]…immer nur das eigene Produkt ist gut, alle anderen sind schlecht[/B][/QUOTE]In einem Buch von [URL=http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442215609]Osho[/URL], das mir zufällig in die Hände gefallen ist, habe ich gelesen, daß unser Unglück vor allem daher rührt, daß uns von der Gesellschaft bereits ab der Geburt eingetrichtert wird, daß wir uns mit anderen vergleichen sollen - daraus entstehen Gier, Neid, Eifersucht, Mißgunst usw. Irgenwie hat er recht. Man lebt viel ruhiger (glücklicher?), wenn man sich nicht ständig mit anderen vergleicht.[QUOTE][B]Eine viel interessantere Frage finde ich, auch wenn sie etwas vom Thema abweicht, wie viele Bedürfnisse uns die Werbung glauben machen will, dass wir sie hätten. Und natürlich sofort mit dem angepriesenen Produkt befriedigen sollen.[/B][/QUOTE]Dazu gibt es ein sehr interessantes Buch von [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=6563]Vercors[/URL] [QUOTE][B]Zum Thema… ich glaube auch nicht, dass man sein Glück planen kann, denn Glück zeichnet sich für mich dadurch aus, dass es eben nicht planbar oder vorhersehbar ist… sich ohne das eigene Zutun einstellt (und gerade deshalb auch meist sehr erfreulich)
Natürlich kann man bei gewissen Sachen „seinem Glück nachhelfen“, aber das ist dann für mich kein Glück mehr, sondern Manipulation. [/B][/QUOTE]Wenn man sich dem Vergleichsdruck nicht all zu sehr aussetzt und sich klarmacht, welche Bedürfnisse erfüllt sein müssen, um Glück zu empfinden, kann man den "notwendigen Aufwand" einigermaßen abschätzen und sich mehr Zeit für das Leben selbst nehmen. Es gibt auch dann noch genug Überraschungen. Aber man kann "der Menschen kalte Welt" in seiner Umgebung etwas wohliger machen, wenn man selbst Wärme hineinstrahlt.
MondsuchtPlanen Sie ihr Glück- Ich denke schon, dass man an diesem Ausspruch etwas Wahres finden kann. Denn jeder definiert Glück anders und man setzt sich gewisse Ziele um glücklich zu werden.
Z.B. bei mir ist Glück: Eine Frau zu haben, die mich liebt und die ich lieben kann und etwas Anspruchvolleres als meine jetzige Lehre anzustreben. Deswegen denk ich das Glück schon planbar ist, weil ich alles tun werde um mein Ziele zum Glück zu erreichen.

Mondsucht
E|odiaEs heisst doch auch "Jeder ist seines Glückes Schmied"

Ich denke, das "planbare" Glück und das "zufällige" Glück halten sich die Waage. Man kann einiges selbst dazu beitragen, dass etwas bestimmtes eintritt, man Glück hat. Ob es dann tatsächlich geschieht, hängt von... ja von was hängt es ab? Vom Zufall? Schicksal? Oder gar von einer höheren Macht?

Naja, wie dem auch sei - richtig planbar ist das Glück nicht.

E|odia
FelyDoch, ich glaube, daß Glück in gewisser Weise "planbar" ist. Denn Glück ist nichts materielles, sondern ein Gefühl, das in einem steckt und das jeder nur für sich selbst definieren kann.
Jeder hat eine persönliche Vorstellung von dem, was einen glücklich macht und arbeitet darauf hin bzw. setzt alles daran, dieses Glück zu erlangen.
Nur sind wir dabei meist zu anspruchsvoll. Wir streben meist nach dem ganz besonderen, das ultimative Glück, das möglichst immer oder extrem lange währt.
Hinzu kommt, daß wir Momente des Glücks die wir erlebt haben oftmals wieder vergessen oder uns nicht mehr bewußt machen. Oder sie von negativen Dingen die aus dem ursprünglichen Glück gewachsen sind, überschatten lassen. Und auch denken wir sehr viel öfter und mehr über das nach, was uns schmerzt und verletzt hat.
Ich kann bestimmte Momente des Glücks planen. Ich weiß z.B. daß ich bei schönem, sonnigen Herbstwetter, wenn alles bunt ist und der Wind weht raus in die Natur muß. Ich gehe an bestimmte Orte und lasse einfach die Schönheit der Natur auf mich wirken und spüre den Wind auf meiner Haut. Ich schalte einfach alle anderen Gedanken ab und lasse das alles einfach nur auf mich wirken. Ich dreh mich im Kreis und bin eins mit der Natur. Und irgendwann habe ich ein Gefühl der inneren Ruhe und vollkommenen Zufriedenheit. Selbst wenn dieses Gefühl wieder verschwindet, sobald ich zum Auto gehe, so habe ich doch einen Moment des Glücks erlebt. Und der war geplant.
Curzon[QUOTE][i]Original geschrieben von E|odia [/i]
[B]Es heisst doch auch "Jeder ist seines Glückes Schmied"
[/B][/QUOTE]

Aber schmieden will erstmal gelernt sein ;)

Was das "Lebensglück" angeht, so kann man das nicht rational planen! Am glücklichsten kann man werden, wenn man nicht darüber nachdenkt, sich keine Sorgen macht und sich durch nichts beeinflussen läßt in seinen Entscheidungen.

Das andere Glück, das "Zufallsglück", das ist ohne Betrug nicht planbar, aber durchaus beeinflußbar durch Gedanken allein. (Es gibt wissenschaftliche Indizien dafür, aber noch keine detaillierte Theorie oder unangreifbare Beweise)
Mondsucht[QUOTE]Was das "Lebensglück" angeht, so kann man das nicht rational planen! Am glücklichsten kann man werden, wenn man nicht darüber nachdenkt, sich keine Sorgen macht und sich durch nichts beeinflussen läßt in seinen Entscheidungen. [/QUOTE]
Es fällt aber leider besonders über das Lebensglück nicht nachzudenken. Und wenn du es nicht bewußt machst, irgendwie denkt man immer darüber nach.
Egal ob durch irgendwelche Leute oder unvorhersehbarer Situationen, du wirst immer in deiner Entscheidung beeinflusst!!

Mondsucht
Curzon[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsucht [/i]
[B]
Es fällt aber leider besonders über das Lebensglück nicht nachzudenken. Und wenn du es nicht bewußt machst, irgendwie denkt man immer darüber nach.
Egal ob durch irgendwelche Leute oder unvorhersehbarer Situationen, du wirst immer in deiner Entscheidung beeinflusst!!

Mondsucht [/B][/QUOTE]

Ich gehe mal davon aus, daß das Wort, das du vergessen hast "schwer" heißen soll :)

Sagen wir so: Bewußt machen muß man es sich einmal, dann denkt man darüber nach, dann merkt man, daß das ganze darüber nachdenken nxi bringt, dann läßt man es, hat aber eine neue Stufe erreicht, wo es einem bewußt ist, man aber nicht mehr darüber nachzudenken braucht.
Und es kommt ganz darauf an, ob man sich beeinflussen läßt, ob man stark genug ist, auf seinen eigenen Willen zu hören oder nicht.
MondsuchtGut dieses Wort habe ich vergessen, es ist aber nicht die feine Art jemanden zu korigieren.
Ich will mal ein konkretes Beispiel bringen: Du bist arbeitslos, hast eine Frau und Kinder. Deine ganze Familie ist in deiner Heimat! Und du bekommst ein Jobangebot in einer weiter entfernten Stadt. So nun sagt deine Frau, die du über alles liebst, entweder mich und deine Kinder oder dieser Job! Was machst du dann? Fängst du diesen Job an und verlierst deine Familie oder lehnst du ihn deiner Familie zuliebe ab? Bestimmt diese Situation nicht deine Entscheidung? Überleg mal!!

Mondsucht
CurzonVerzeih, wird nicht wieder vorkommen.

Natürlich bestimmt diese Situation deine Entscheidung, doch die Entscheidung liegt immer noch bei dir.
Meine Antwort auf dein Beispiel:
Ich würde meine Familie nicht allein lassen.
MondsuchtIch habe ja nie beschritten, das die Entscheidung nicht bei dir selbst liegt. Habe nur gemeint, dass Sie von der Umwelt trotzdem stark beeinflusst wird.
Ja ich hätte mich auch für die Familie entschieden, weil Karriere allein nicht glücklich macht und besonders wenn man darfür etwas verliert, dass man liebt!!

Mondsucht
selanajeder versucht wohl seine Zukunft und somit sein Glück zu planen, aber was im Endeffekt passiert ist von so vielen Faktoren abhängig...

Wenn man Pech hat kann man noch so sorgfältig planen, aber es kommt im Endeffekt doch alles ganz anders.... obwohl, ist das immer Pech???
MondsuchtAlso ich muss sagen, dass ich eigentlich in meinem Leben nichts plane. Deswegen kann ich nicht sagen, ob es Pech ist. Manchmal ist es aber nun einfach besser, wenn man alles auf sich zukommen lässt. Obwohl man sagen muss, das man eigentlich nicht sagen kann, dass man nicht plant, weil ich gewissen sinne tut man dies schon. Es fängt ja schon an, wenn man sich den Wecker am Morgen stellt, denn man plant, wann man aufstehen will. Es ist schon alles eine komplizierte Sache!!!:(

Mondsucht

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