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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Der Feind...
Sensus Moriendi[QUOTE]Ohne einen Feind ist der Mensch ein elendes Geschöpf. Sein Leben ist ein hartes Los, voll Nichtigkeit und Langeweile.
Der Feind ist der Messias.
Sein Dasein genügt allein schon, um den Menschen einen Elan zu geben.
Dem Feinde ist es zu danken, wenn das Leben aus dem dummen Zufall, der es sonst wäre, zu einem Epos wird.

Und mit Recht hat Christus darum gesagt: "Liebet eure Feinde."
Aber er zog daraus abwegige Folgerungen: Man müsse sich mit seinem Feind versöhnen, die linke Wange hinhalten und dergleichen.
Das wäre fatal! Versöhnt man sich mit sienem Feind, so ist er ja kein Feind mehr.
Und wenn er kein Feind mehr ist, muß man wieder einen neuen finden, und schon fängt alles von vorn an.
Und so kommen wir ja nicht weiter.

Also müssen wir unseren Feind lieben, ohne es ihm zu sagen. Versöhnung kommt überhaupt nicht in Frage.

(aus: Amelie Nothomb 'Liebessabotage')[/QUOTE]


was sagt ihr dazu?

braucht der mensch einen feind um sein leben gut leben zu können?

grüße

Sensus Moriendi
TheTurningPoint[B][URL=http://www.nazis.de]Gegenthesen[/URL][/B]

Wer sagt:
"Man kann mit denen nicht reden",
der sagt:
"Man kann mit Menschen nicht reden."
Hätte er gesagt:
"Ich weiß nichts zu reden!"
Dann hätte er wenigstens recht gehabt.

Hass ist ... Gift für den Verstand

Wer im Feind den Menschen ignoriert,
der ist des Menschen Feind.
Wer für den Frieden kämpft,
nicht aber für des Feindes Frieden,
der ist des Friedens Feind.
Sensus Moriendi[QUOTE]Wer im Feind den Menschen ignoriert, der ist des Menschen Feind.
[/QUOTE]

nun ja... in dem text geht es ja nicht darum, dem feind das menschsein abzusprechen....

es geht darum ob der mensch einen feind braucht...

das wort 'feind' sollte man in diesem fall vielleicht nicht unbedingt nur im zusammenhang mit dem krieg sehen....

es fängt doch schon im kindergarten an, dass man sich 'feinde' sucht, gegen die man vorgehen kann...

und hört auch im erwachsenenalter nicht auf, nur die methoden ändern sich (nicht immer)

der mensch braucht anscheinend irgendwie immer feindbilder, gegen die er sich mit anderen verbünden kann....

Sensus Moriendi
CurzonFeinde:

Derzeit laufende und noch unentschiedene Kämpfe zwischen erklärten Feinden:

Amerika vs islamischer Fundamentalismus
Israel vs Palästinenser
Neonazis vs diverse Minderheiten
Rußland vs Tschetschenien
China vs Falung Gong

Bereits entschiedene frühere Kämpfe:

Deutsches Reich + Verbündete vs Rest der Welt (auch bekannt als 2. Weltkrieg)
Kapitalismus vs Kommunismus (im Großen und Ganzen entschieden)
...

Gemeinsame Resultate aller Kämpfe:
-Hunderte bis viele Millionen Tote (davon viele KEINE erklärten Feinde, sondern Zuschauer)
-Zerstörung ganzer Länder und Zivilisationen
-Leid, Trauer und Haß, der neue Feindschaft gebiert.

Brauchen wir also Feinde?

NEIN!!!!
GothtigmaDie Frage die sich stellen sollte ist nicht ob wir Feinde brauchen sonderen aus welchen Gründen wir sie überhaupt haben??

Jeder wil bessere sein wie der andere...und wenn dem nicht so ist entstehen feidschaften !..
warum sich ein Mensch mit dem nicht zufrieden gibt was er hat liegt wohl in unserer Natur....immer das zu wollen was man nicht hat immer mehr zu wollen als man schon hat!...
der Neid und Eifersucht und Misgunst sind die häufigsen sachen aus denen feindschaften entstehen!....
und diese eigenschaften komen bei jedem von uns zum vorscheine des wegen hat jeder einen Feind egal in welcher Form auch immer!....


*gruß.goth*
Sensus Moriendi[QUOTE][i]Original geschrieben von Curzon [/i]
[B]Feinde:

Derzeit laufende und noch unentschiedene Kämpfe zwischen erklärten Feinden:

Amerika vs islamischer Fundamentalismus
Israel vs Palästinenser
Neonazis vs diverse Minderheiten
Rußland vs Tschetschenien
China vs Falung Gong

Bereits entschiedene frühere Kämpfe:

Deutsches Reich + Verbündete vs Rest der Welt (auch bekannt als 2. Weltkrieg)
Kapitalismus vs Kommunismus (im Großen und Ganzen entschieden)
...

Gemeinsame Resultate aller Kämpfe:
-Hunderte bis viele Millionen Tote (davon viele KEINE erklärten Feinde, sondern Zuschauer)
-Zerstörung ganzer Länder und Zivilisationen
-Leid, Trauer und Haß, der neue Feindschaft gebiert.

Brauchen wir also Feinde?

NEIN!!!! [/B][/QUOTE]


und warum sucht sich der mensch dann ohne unterlass immer wieder neue feinde?

und wie gesagt: bitte seht das wort 'feind' nicht alleine im zusammenhang mit dem krieg... auch die nachbarin die man nicht ausstehen kann, oder der klassenkamerad der einem ständig auf die nerven geht, ist doch im grunde schon ein feindbild...

Sensus Moriendi
Alyanderist ein feind das gleiche wie ein feindbild?
Sensus Moriendihmmm... okay, im grunde nicht unbedingt....

dann erweitere ich meine frage halt um 'feind und feindbild'.... mich würde beides interessieren.....

und.... ich möchte hier auch nicht auf moralische werte eingehen a la 'die ganze menschheit sollte sich lieben und deshalb brauchen wir keine feinde'... dies ist leider eine utopie (meiner meinung nach.).... hier geht es mir persönlich nur um die frage 'sucht sich der mensch wirklich immer feinde (feindbilder)? warum?'


Sensus Moriendi
Gothtigma[QUOTE][i]Original geschrieben von Sensus Moriendi [/i]
[B]. hier geht es mir persönlich nur um die frage 'sucht sich der mensch wirklich immer feinde (feindbilder)? warum?'
[/B][/QUOTE]


Wie ich schon sagte ja..aus den grunden die auch schon erwähnt habe......der Neid und Eifersucht und Misgunst sind die häufigsen sachen aus denen feindschaften entstehen!....
und diese eigenschaften kommen bei jedem durch also sucht sich jeder einen fein feindbild!!!,.........wie auch immer ob bewust oder unbewust das ist relativ egal !!!

gruß*gothtigma*
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Sensus Moriendi [/i]
[B] nun ja... in dem text geht es ja nicht darum, dem feind das menschsein abzusprechen....
es geht darum ob der mensch einen feind braucht...
das wort 'feind' sollte man in diesem fall vielleicht nicht unbedingt nur im zusammenhang mit dem krieg sehen....
es fängt doch schon im kindergarten an, dass man sich 'feinde' sucht, gegen die man vorgehen kann...
und hört auch im erwachsenenalter nicht auf, nur die methoden ändern sich (nicht immer)
der mensch braucht anscheinend irgendwie immer feindbilder, gegen die er sich mit anderen verbünden kann....[/B][/QUOTE]Das Wort "Feind" habe ich auch nicht nur im Zusammenhang mit Krieg gesehen. Unter "Frieden" verstehe ich in meinem Posting, daß man in Ruhe seinen eigenen Interessen nachgehen und sich selbst verwirklichen kann, ohne dabei von anderen gestört zu werden - und ohne andere zu stören. Um sich mit anderen zu verbünden, braucht man keinen Feind, jedenfalls keinen personifizierten. Als Herausforderung gibt es genügend sachliche Umstände, und die sollte man sich zum Ziel suchen, gegen das man vorgehen kann.
Als Beispiel: Um eine Diktatur in einem Land zu beseitigen, reicht es nicht, den Diktator umzubringen. So lange die sachlichen Umstände seiner Macht nicht angetastet werden, kann (und wird) sich jederzeit ein neuer Diktator finden, der seine Stelle einnimmt.
GruadAm Anfang war das Feuer.
Und am nächsten Tag brannte die Höhle des Nachbarn.

Vielleicht ein wenig weit her geholt, aber im Prinzip richtig.
Es gab immer Krieg, und wird auch noch ziemlich lange Krieg geben.

So ziemlich jeder Mensch hat einen Feind, selbst wenn er es selbst nicht wahrhaben will.
Man müsste schon die Toleranz in Person sein um keine Feinde zu haben. Und selbst dann würde das irgendjemanden nicht passen.

Bis die Menschheit reif genug für Frieden ist werden wohl noch ein paar Jahrhunderte oder Jahrtausende ins Land ziehen.


Hail Eris, all hail Discordia!
TheTurningPointIch bestreite nicht, daß (leider) jeder Mensch Feinde hat.

Die Ausgangsfrage von Sensus Moriendi war aber:
[b]"Braucht der Mensch einen Feind um sein Leben gut leben zu können?"[/b]

Und meine Antwort auf diese Frage ist [b]Nein.[/b]
Meiner Meinung nach sind Feinde ein Hindernis auf dem Weg, sein Leben gut leben zu können.

TheTurningPoint
GruadBei offener Feindschaft auf jeden Fall.
Aber ein Feind motiviert einen besser zu sein und sich selbst immer auf Schwachstellen zu untersuchen.

Ein Leben ohne Feinde wäre natürlich wunderschön. Aber was ist wenn jemand anders besser ist, wirst du dann nicht in gewisser Weise sein Feind?



Der Feind meines Feindes ist mein Freund.
WarlordFreunde sagen sie sind ehrlich, Feinde sind es.

Wer ist also der wirkliche Feind oder haben wir nur Feinde und keine Freunde?
Vorallem wie deffinieren wir Feind?
Jemand der mich belügt?
Wenn ja,
kennt ihr jemanden der euch noch nie die Unwahrheit gesagt hat auch wenn es nur war, damit du nicht gekrängt warst?

Es stimmt ein Feind zeigt dir wie du nicht sein willst und wie du besser sein kannst. Doch wenn du nur Feinde als Vorbild nimmst dann machst du dich selber kaputt.

Ein Mensch brauch keine Feinde er brauch nur Freunde die ehrlich sind. Doch diese Menschen mag man meistens nicht, da sie nicht das sagen was man hören will.
NiemandNun, es gibt doch da eine These... wer keine Feinde hat, der hat keinen Charakter.... für mich entspricht in dem Fall Charakter wohl auch Persönlichkeit.

Und dann wäre da natürlich auch noch der Begriff "Feind" zu definieren (wie bereits erwähnt)... für manche ist ein "Feind" schon jemand, den man nicht mag, oder der einen nicht mag.

Ich denke, Feinde sind relativ.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von OrcaDesign [/i]
[B]... an sich bin ich wie TTP der Auffassung, als Mensch braucht man nicht wirklich einen Feind. Wozu auch? Allerdings - und da macht einem eben das Erbe in uns einen Strich durch die Rechnung... lässt uns unser Instinkt nach Macht und Anerkennung streben - und diese Ziele erreicht man eben nur mit Feinddenken (und der dazugehörigen Skrupellosigkeit)...
... nunja, wieviel Feind braucht der Mensch, wäre da vielleich die Frage...[/B][/QUOTE]Gibt es irgendwelche Indizien dafür, daß das Streben nach Macht instinktiv ist? Meiner Meinung nach ist es nicht angeboren, sondern [b]anerzogen.[/b] Und was Anerkennung betrifft, die kann man vor allem durch Kreativität erreichen. Dazu gehören aber Rahmenbedingungen, die die Entfaltung von Kreativität und die Anerkennung von Kreativität ermöglichen. Dort, wo alles, was anders ist und nicht der Norm entspricht als abartig, krank und bedrohlich angesehen wird, ist kein Platz für die Entfaltung und Anerkennung von Kreativität. Abgesehen davon, daß Aktivität, selbst dann wenn sie eigentlich der Norm entspricht, heute oft unterdrückt wird einzig und allein aus dem Grund, weil sie [b]momentan kein Geld einbringt[/b] oder schlimmer noch, unter den heutigen Wirtschaftsbedingungen sogar Geld dafür nötig ist. :(
TheTurningPoint@Orca:
Ich kenne mich mit Evolutionspsychologie nicht sonderlich aus, und das mit der Gen-Weitergabe usw. sind für mich erst einmal nur Theorien, die richtig sein können oder eben auch nicht.

Und was menschliche Geschichte angeht... nenn mir auch nur einen einzigen Zeitraum, wo es keine Erziehung gegeben hat. Auch das gegenseitige Einwirken von Tieren aufeinander in einer Gemeinschaft (Rudel, Herde, ...) ist eine Art Erziehung. Und das hat meiner Meinung nach weniger mit vernünftig, kopfgesteuert und bewußt zu tun, sondern mehr mit Ausübung von Macht. Auch in der menschlichen Gesellschaft hat die Erziehung mit dem Knüppel und anderen Formen von Gewalt eine lange Tradition. Aber dadurch wird zwar Angst und Unterordnung erreicht, aber keine wirkliche Anerkennung.

Ich bin bei meinen Betrachtungen mehr von kleinen Kindern ausgegangen. Sie sind der Erziehung noch nicht so lange unterworfen wie Erwachsene. Deshalb gehe ich davon aus, daß ihre Handlungen viel mehr instinktiv sind als die Handlungen von Erwachsenen. Bei Kindern finden vor allem die Menschen Anerkennung, die etwas können, was sie selbst (noch) nicht können, und von denen sie etwas lernen können. Dabei findet natürlich auch der Anerkennung, der im Zweikampf oder irgendwelchen sportlichen Wettbewerben der Stärkere ist. Aber die Anerkennung schlägt schnell in Verachtung um, wenn der Stärkere sich nur noch die ganz Schwachen vorknöpft, statt sich mit Ebenbürtigen zu messen. Die kleinen Kinder haben auch noch keine Angst vor Spinnen, Schlangen oder Mäusen. Kleine Kinder haben auch kaum Probleme mit Sprachbarrieren. Es dauert nicht lange und sie können mit Kindern völlig anderer Sprachkreise kommunizieren.
LarmedesuicideIm Grunde hat doch jeder Mensch einen Feind...irgendwann tut irgendjemand etwas einfach unverzeihliches, man kann nicht sein ganzes Leben mit jedem einen auf harmonie machen....
Feinde gehören ins Leben....finde ich nun mal.
Grüße, lea

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