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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Ruhe in Frieden ?!
SilberspinneHej ihr da,
da bin ich schon wieder! Nerv...:D Tu ich ja gerne.
Also, dieses Thema ist vielleicht was reisserisch, aber ich würde gerne Eure Meinungen dazu sehen. Auch wenn dieses Thema vielleicht schon mal früher angesprochen wurde... Vielleicht interessierts ja doch den ein oder anderen...

Nun, ich will ganz einfach wissen:
Ist das Christentum gerade dabei in nächster Zeit mehr oder weniger abzudanken, oder wird es nochmal 2000 Jahre überdauern ?
SphaeriaSpinnie, also wenns nach mir ginge, könnte es abdanken. aber die menschen sind dumm. und dumme menschen glauben, was man ihnen auftischt. der glaube an gott wird ihnen von klein an ins hirn geimpft. und wer dumm ist, der macht sich keine gedanken ob das stimmen könnte oder nicht, ob da noch mehr sein könnte, oder nicht. wozu auch? wer weiß auf was für dimensionen man stoßen könnte. dann müsste man sich nachher noch eigene gedanken machen. und es ist doch viel schöner und bequemer alles in leicht verdaulichen häppchen vorgekaut serviert zu bekommen.
see you in hell ihr mitläufer und schwachmaten!
SelianAlso ich denke schon das die Luft für die Kirche immer dünner wird. Aber letzlich wird die Menschheit noch vor dem Christentum abdanken.

@Sphaeria
Auch wenn du net an einen Gott oder sonstwas glaubst, solltest du Gläubige Menschen net einfach als dumm abstempeln...
drfausthmm... ich denke die menschheit wird gerade AN christentum bzw. allgemein an religionen zugrundegehen...
Julya[QUOTE][i]Original geschrieben von Sphaeria [/i]
[B][...]und wer dumm ist, der macht sich keine gedanken ob das stimmen könnte oder nicht, ob da noch mehr sein könnte, oder nicht. wozu auch?
[...]
see you in hell ihr mitläufer und schwachmaten! [/B][/QUOTE]



ich halte zwar auch nichts von der kirche und dem christlichen glauben, aber so abfällig darüber zu reden, wie du das tust, zeugt auch nicht grade von intelligenz.
ich hatte mal ein langes und intensives gespräch mit einem pfarrer und ich muß sagen, daß es wirklich sehr interessant war. er ist sehr gebildeter und intelligenter mann.
natürlich gibt es bei den christen auch deppen, aber wenn du dich mal in der sogenannten "schwarzen szene" umschaust, wirst du garantiert genauso viele idioten finden...





-julya-
Senecawenn, man auf den Busch klopft, fliegen immer ein paar besonders schwarze Vögel auf...!
ich denke es gibt genug Argumente gegen das Christentum, das ohnehin nur einen kleinen Teil gemessen an der Weltbevölkerung stellt.
Ich glaube eher, das es irgenwann so eine Art "Weltreligion" gibt, auf bestem Wege sind wir ja schon, denn auch das Christentum ist nur ein bunter Mix aus vielem was schon vorher da war.
MenedemosDie römische Religion hat sich auch noch erstaunlich lang gehalten, obwohl sie schon jahrhundertelang unzeitgemäß war und kaum einer mehr so richtig daran geglaubt hat.

Ich denke, es wird wieder eine religiösere, mystischere, irrationalere Phase der Menschheitsentwicklung kommen, wenn die Menschen in zunehmenden Maße von der Profanität ernüchtert und gelangweilt sind. Ansatzweise kann man diese Entwicklung in den letzten Jahrzehnten schon beobachten (Esoterikwelle). Am stärksten dürften solche Entwicklungen in unfreien Ländern wie China zum Tragen kommen, wo man wohl am ehesten dazu neigt, sich eine Gegenwelt aufzubauen (z.B. Falun Gong). Von dort dürfte die Welle dann überschwappen.

Das ist meine Prognose.

Daß eine Form des Christentums der Träger dieser religiösen Erneuerung sein wird, halte ich für zweifelhaft.

Es ist, wie alle Religionen, die ihren Ursprung im nahe Osten haben, zu starr, zu wenig integrativ. Das war sicherlich früher ein Teil seines Erfolgs, aber heute ist es eher von Nachteil.
Das Christentum ist unfähig, andere Glaubensüberzeugungen zu integrieren bzw. sich überhaupt weiterzuentwickeln und sich neuen Fragen anzupassen. Denn was in der Bibel steht, steht jenseits jeglicher Kritik, was im krassen Widerspruch zu den vielen Unzulänglichkeiten dieses Buches erscheint. Dies ist seit langem bekannt, aber der Glaube an die unbedingte und vollkommene Richtigkeit der Heiligen Schrift ist ein so integraler Bestandteil des Christentums, daß selbst die Veränderung des kleinsten Buchstabens kein Christentum mehr wäre. Man kann an das Christentum also entweder ganz glauben, oder gar nicht. Doch mit diesem Ausschließlichkeitsanspruch hat es auf Dauer einen schweren Stand. Was eigentlich schade ist, denn manche Aspekte des Christentums sind durchaus bemerkenswert.

(Im Grunde spüren das auch die Moslems, deren Religion [i]noch[/i]exklusiver ist, daß ihr Glauben durch den Gang der Entwicklung immer mehr in Frage steht. Deshalb sind sie oft so aggressiv...)

Was jedoch genau kommen wird, weiß ich auch nicht genau. Daß die neue Religion logischer sein wird als das Christentum, glaube ich eigentlich nicht.
Wenn sie aus dem fernen Osten kommt (Indien z.B.) wird sie offener, toleranter sein, wenn sie ihren Ursprung im Westen nimmt (obwohl das unwahrscheinlich ist, Religionen sind immer aus dem Osten gekommen), wird sie sich stärker am Christentum orientieren im Sinne einer "heiligen Schrift", die absolute Gültigkeit beansprucht oder durch die absolut verbindlichen Worte eines Führers.

Meine Idealvorstellung wäre etwa die Mystik der keltischen Religion (oder was man sich darunter vorstellt) mit einigen (insbesondere ethischen und auch eschatologischen Aspekten) des Christentums und mit der Toleranz des Hinduismus. (Letztere braucht man ohnehin, um die ersten beiden miteinander fusionieren zu können).

Wie stellt ihr euch eure "Wunschreligion" vor???

(Möglicherweise ist das sogar ein Thema für einen neuen Thread).
SenecaIch reite nun aucxh schon seit Jahren auf der paganistischen Welle herum, aber eines sehe ich dabei ganz klar...man ist damit meist allein...!

Man kriegt ja kaum ein paar Seelen für ein Sonnenwendfest zusammen, daß mag allerdings auch daran liegen, das dieses Thema von den sogenannten "Schwarzen" meist nur vorgeschoben wird, eine tatsächliche Beschäftigung damit findet selten statt...

Dabei fallen so viel der Feste auf Feiertage...

Wie auch immer... abseits von meinen Grufti-Bekannten habe ich noch weniger gefunden, oder gleich schon fast kirchlich anmutende Strukturen...

Allerdigs frage ich mich was eine Religion, die in ihren Grundzügen eine Naturreligion ist, in diese Welt aus Stahl und "Plaste" verloren hat...
Auch unzeitgemäß...!
Was kümmert uns der Jahreskreis, wie haben Supermärkte und künstliches Licht.

Alles Folkore...vielleicht sollte man sich an Marx oder La Vey halten, das sind die weltlichsten aller Religionen...praktisch und im Taschenbuchformat...

Und vielleicht erinnert sich noch jemand an meine Behauptung, das der Satanismus schleichend längst Weltreligion geworden ist...!
Vielleicht noch nicht in den Herzen, aber in den Köpfen...
Hrefnadis@Seneca ... Öhm, wir kriegen so ein dutzend Leute für die Feiern zusammen .... und es gibt in München sogar mehrere heidnische Gruppierungen, die ihre Festtage nach eigenem Gutdünken begehen .... und das in der katholischen Hochburg Bayern. *lächels* Wobei nur ein Bruchteil jener Heiden zur "Schwerzen Szene" gehört.

Ein Freund von mir schrieb mal: Religion ist zu einer Privatsache geworden, bastelt Euch jeder seine eigene, abgucken gilt nicht! (frei zitiert) So in etwa sehe ich das auch. Deshalb fallen dogmatische Religionen, wie es das Christentum nun mal ist, vielleicht irgendwann wirklich einmal der Bedeutungslosigkeit anheim. Sie sind zu weit vom Leben der Menschen entfernt, die sich damit einfach nicht mehr identifizieren können ... Religion muss mal leben können ... meine Meinung. Und den Katechismus kann ich nicht leben .. aber wer kann das schon? Außer Greisen, meine ich?

Hrefnadis
Seneca@Hrefnadis

Hier ist nicht Bayern, ich glaube hier ist schlimmer...
Es mag wohl auch daran liegen, das ich einfach so schlecht im Kontakte knüpfen bin...

Wie auch immer...die Leute die ich fand waren alle irgendwie...hmm...
Du weißt schon, die tragen meist so strenge schwarze Klamotten, einige einen Stil der sehr altmodisch anmutetet...und so seltsame Symbole, als Amulett oder Ring.

Aber keine Gothics, das ist nur eine Musikszene...
Menedemos@Hrefnadis

Das wäre wirklich schön, wenn die Religion jenseits allen Dogmatismus Privatsache würde. Ich bin mir nicht sicher, ob das so kommen wird. Ich habe einerseits die BEfürchtung, daß sich die meisten Menschen nach Dogmen sehnen, so war es auch im römischen Reich mit dem Christentum. Andererseits war das röm. Imperium auch keine demokratische Gesellschaft sondern eine Autoritäre (was den Wunsch nach einer gleichfalls autoritären Religion bestärkt haben könnte), und zweitens ist auch das Christentum aus politischen Gründen zur alleinigen Staatsreligion erklärt worden. Wäre das nicht geschehen, sähe heute noch vieles anders aus.

@ Seneca

Deine paganen Vorstellungen finde ich sehr interessant, und es ist schade, daß du so wenig Gleichgesinnte findest.
Hrefnadis@Menedemos

Es ist leichter, sich bestehender Dogmen zu bedienen, als selber zu denken. *lächelt*

@Seneca

Ja, die Heidenszene ist schon ein Merkwürden für sich. Rest per PN.

Hrefnadis
Selian@Menedemos
Du fragst wie die Leute sich ihre "Wunschreligion" vorstellen. Aber so funktioniert das doch net, oder? Das wäre ja das Prinzip, wir stricken uns einen Gott...

Ich selber gehöre zu den ganz ungläubigen. Damit is das Thema Religion für mich persönlich vom Tisch. Das heißt, ich könnte mir nicht vorstellen mich zu einer Religion einzuordnen, weil mir vielleicht ihre Rituale gefallen, oder weil sie besonders freizügig (in ihrer Gedankenfreiheit) wäre. Umgekehrt, würde ich an eine Religion glauben, so wäre das letzte was ich wollte eine Anpassung an zeitliche trends. Das führt doch letzlich dazu das die Religion immer weniger ernst genommen wird. Wenn die Kirche mir 2000 Jahre erzählt Sex vor der Ehe ist eine Sünde und auf einmal das ganze lockerer sieht und davon abweicht nur weil es zeitgemäß wäre, so käme ich mir als wirklich gläubiger Mensch verarscht vor.
Big AzraelMeine Zukunftsdiagnose der Christenheit ist:

Die Leute fallen vom Glauben ab und treten reihenweise aus der Kirche aus.
Die Kirche ist immer noch ein verdammt mächtiger Konzern, der finanziell auf verdammt mächtigen Beinen steht.
Es wird sie zwar geben, aber in ihrer Bedeutung im Alltag wird sie nach und nach verschwinden. Es sei denn einem von denen fällt etwas sehr gute Werbung ein. Und selbst dann wäre sie zu konservativ um sich zu ändern.
Das Christentum an sich, also das Wort Christi mit Nächstenliebe und so geht wohl so nach und nach verschütt.
Die Frage ist ob dadurch eine Lücke entsteht, die durch etwas geschlossen weden muß.
EdmundDie christlichen Kirchen werden wohl nicht so schnell völlig verschwinden. Viele brauchen die Kirche noch zum heiraten (auch wenn sie sonst nie in die Kirche gehen) und für die Beerdigung. Ausserdem hat das Christentum schon starke Spuren in der Esoterikszene hinterlassen. Die New Ager glauben zwar nicht, was das Christentum sagt, aber erstaunlich viele halten Jesus für eine spezielle Person, einen "erleuchteten Meister" quasi und sie glauben, Jesus sei ein Esoteriker wie sie gewesen, dessen ursprüngliche Lehre von der (bösen, dogmatischen usw.) Kirche verfälscht worden sei, so dass man sie heute nicht mehr in der Kirche erkennen kann. So denken sie etwa, Jesus habe an die Wiedergeburt geglaubt, oder habe mystische Einheitserfahrungen gemacht. Das ist natürlich völliger Unsinn, aber dass Jesus ein besonders heiliger Mensch war, das wird sich wohl nicht so schnell aus den Köpfen der Leute verdrängen lassen.
SilberspinneIch finde es ausserdem sehr interessant, dass zum Grossteil nur ältere bis alte Menschen in die Kirche gehen. Wahrscheinlich um kurz vor ihrem weltlichen Ableben noch schnell ihre Seele reinzuwaschen ? Das kann doch nicht wirklich das Klientel der Kirche sein?! Dem Tod nahe Menschen, die einen Glauben mehr heucheln als ihn zu leben?!
Oder kann man dieses hohe Alter auch als Metapher für die jetztige Kirchensituation ansehe ?!
Aber es gibt ja auch nochmal ein grossen Unterschied zwischen der Kirche und den Christen.
Ich kenne sehr viele Christen, welche sich nicht um die Kirche scheren, sie eher verdammen (wenn man das als Christ überhaupt darf?! Verdammen... :) ) aber dennoch an Gott glauben und sich auch selbst als Christen sehen...
Edmund[QUOTE][i]Original geschrieben von Silberspinne [/i]
[B]
Ich kenne sehr viele Christen, welche sich nicht um die Kirche scheren, sie eher verdammen (wenn man das als Christ überhaupt darf?! Verdammen... :) ) aber dennoch an Gott glauben und sich auch selbst als Christen sehen... [/B][/QUOTE]Da wird es sich dann wohl eher um Katholiken handeln, oder? Den Katholiken wird ja vom Papst vorgeschrieben, wie die Bibel zu verstehen ist und was sie zu glauben haben; die Protestanten sind da meines Wissens viel freier in ihrem Glauben, solange er auf der Bibel, v.a. dem Neuen Testament beruht.
Silberspinne@ Edmund
nö, eine Bekannte ist Protestantin. Und kann auch nix mit der Kirche anfangen...
Und ich kenne auch Protestanten, welche sehr dogmatisch sind. Zum Beispiel mit der Partei "Bibeltreue Christen" sympathisieren...
Ich finde man wird sowieso irgendwo reingezwungen, ich meine jetzt speziell die zwei christlichen Ausrichtung:
Katholizismus
Protestantismus
Vielleicht würden einige Protestanten sich bei den Katholiken wohlfühlen und umgehkehrt. Und manche Christen vielleicht ganz woanders...
Edmund@ Silberspinne

Dann ist diese Protestantin wohl am ehesten von der Esoterilk beeinflusst. Sie glauben, Christus sei ein New Ager gewesen und die Bibel sei mehr oder weniger gefälscht.

Und klar können Protestanten konservativ und fundamentalistisch sein! Das habe ich gar nie bestritten. Protestantisch heisst nicht "weniger gläubig", da sind die USA das beste Beispiel dazu. Auf der anderen Seite sind etwa die Franzosen vom Papier her rein katholisch, aber sie gehören zu den atheistischsten Ländern der Welt.

Ich meinte nur, den Protestanten wird nicht vorgeschrieben, was sie zu glauben haben, solange es auf der Bibel beruht und deine Bekannte hat wohl auch ein Problem mit der Bibel. Dann ist sie aber genau genommen nicht mehr als Christin zu betrachten, auch wenn sie das selber glaubt.

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