German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Nur Akteure?
SilberspinneIch denke, viele werden das Buch "Sophies Welt" kennen. Darin bemerken die beiden Hauptakteure, dass sie nur die Phantasie eines Mannes sind, der ein Lehrbuch für seine Tochter schreibt. Letzlich ist aber auch dieser Mann nur eine Phantasie des "wirklichen" weltlichen Autors Jostein Gaarder.
Meine Frage ist:
Sind wir wirklich nur Akteure in einem Buch, dass sich vielleicht Leben nennt ?! Um andere zu amüsieren oder zu belehren?! Sind wir nur die Phantasie eines höheren Wesens?
Und wenn dem so ist, können wir, wenn wir selber Geschichten schreiben, nicht auch Wesen erschaffen und sie in eine bestimmte Welt/Umgebung setzen?

O.k. das waren mehrere Fragen als eine... :D
Lacrima86ave silberspinne!

hauptakteure in einem buch? spielfiguren eines höheren wesens? warum nicht? es muss noch nciht einmal ein höheres wesen sein, wie man in truman show sieht......es ist ein hollywood film oaky! aber was wenn wir in der tat nur phantasien sind oder spielfiguren in einem spiel namens leben......könnte durchaus sein.....vielleicht sind all unsere handlugnen und gedanken vorprogrammiert......
wenn es eine geformte, künstliche welt ist, .....höhere wesen....dein gedanke gefällt mir........dann auch von ihnen erschaffen......ein experiment eventuell? beängstigend, aber interessant......!
vielelciht kommen auch daher die ideen von anderen wesen udn übernatürlichen phänomenen, die eventuell manl jemand durch zufall gesehn hat.....konnte irgendwie hinter die 'kulissen' des spiels namens leben schauen.......für uns einfach unbekannte dinge, um dieses spiel ungehindert fortzuführen,......


sehr interessante frage von dir, silberspinne.

carpe noctem, Lacrima
NamayahJa, interessant sind solche Gedanken schon. Auch ich frag mich so was manchmal.

Aber gibt es BEWEISE?
SelianKenne das Buch jetzt net, aber läuft wohl auf das "Matrix" Prinzip hinaus.

Was mir an so einem Szenario fehlt is der Sinn.
Wer würde denn ein Buch schreiben wollen in dem er über 6 Mrd Menschen schreibt? Und jeden Menschen müßte er ja so minutiös beschreiben, daß jeder Mensch alleine Stoff für 10+X Bücher geben würde. Und angenommen, jemand könnte ein derart umfangreiches Werk schreiben. Wozu würde er dann soviele unnütze Charaktere entwerfen, die nur so vor sich hin leben?
Statistisch gesehen wächst die Weltbevölkerung jede Sekunde um 2,5 Menschen an. Man überlege einmal wieviele Handlungen, Geburten, Tode usw in jeder Sekunde auf der Welt geschehen. Jede dieser Geschehnisse müßte jemand vorher aufschreiben oder auf eine andere Art festlegen.
Und nach all den "Wie's" bleibt immer noch die Frage, Warum sollte es so sein?
Im Film Matrix sind es intelligente Maschinen die aus den Menschen Energie ziehen. Wäre es so würden diese Maschinen aber allen Menschen eine schöne und heile Welt vorgaukeln. Wieso sollten sie Zerstörung und Haß illusionieren, der ja eine weit höhere Gefahr birgt das Menschen "erwachen".

Das sind zwar immer schöne und interessante Szenarios aber wirklich ernst kann ich sie net nehmen.
Lacrima86[QUOTE][i]Original geschrieben von Selian [/i]
[B]


Wer würde denn ein Buch schreiben wollen in dem er über 6 Mrd Menschen schreibt? Und jeden Menschen müßte er ja so minutiös beschreiben, daß jeder Mensch alleine Stoff für 10+X Bücher geben würde. Und angenommen, jemand könnte ein derart umfangreiches Werk schreiben. Wozu würde er dann soviele unnütze Charaktere entwerfen, die nur so vor sich hin leben?
[/B][/QUOTE]


kalr, für uns erscheint so was unrealistisch, wenn jemand ein buch schreibt, und darin so viele charaktere beschreiben müsste......aber es erscheint für uns vielleicht nur so, weil wir menschen nicht vorstellen können, dass wir so etwas tun könnten.....aber man weiß ja nie.......es gibt viele dinge die unergründet sind! ....außerdem gibts genug verrückte leute, ....vielleicht kam ja doch mal einer auf die idee.......

carpe noctem, Lacrima
SelianGibt es denn auch nur einen einzigen noch so kleinen Anhaltspunkt, dafür das so etwas sein könnte?
Ich meine das is immer wieder das gleiche, natürlich kann man alles was einem in den Sinn kommt für möglich erachten und so gut wie nichts ausschließen. Aber wo führt uns das hin? Bringt uns das wirklich weiter?
bonerWeiter bringt es uns wohl nicht - wir könnten ja doch nichts ändern.

Es zu beweisen ist unmöglich, da der Vorgang des Beweisens ja wiederum Teil der Geschichte wäre.
Selbst, daß jemand darüber nachdenkt stünde ja schon in diesem Buch.

Am besten zitiere ich hier Paul Watzlawick:

"Denn seit Gödel sein Unentscheidbarkeitstheorem veröffentlichte, wissen wir, daß sich kein System selbst voll erklären oder beweisen kann, ohne dazu Begriffe heranziehen zu müssen, die es nicht aus sich selbst abzuleiten imstande ist, sondern für die es sozusagen Anleihen bei einem umfassenderen Erklärungs- und Beweissystem machen ud damit auf seine eigene Geschlossenheit und Beweisbarkeitverzichten muss. Dem umfassenderen System ergeht es aber genauso mit seiner Konsistenz und Beweisbarkeit; es ist selbst in seiner Reihe über Erklärung, Erklärung der Erklärung usw. ad infinitum fort."

[I]aus "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?" von Paul Watzlawick[/I]


Aber es ist eine interessante Vorstellung und es macht in der Tat Spaß darüber nachzudenken. Leider bin ich genau wie bei Zeitreisen noch nie auf einen grünen Ast gekommen.

Wenn es sich wirklich bewisen lassen würde - die Sache mit dem Buch und den Akteuren - es wäre wohl der Beweis, daß es Gott [B]nicht[/B] gibt.
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von boner [/i]
[B]Wenn es sich wirklich bewisen lassen würde - die Sache mit dem Buch und den Akteuren - es wäre wohl der Beweis, daß es Gott [B]nicht[/B] gibt. [/B][/QUOTE]

Würden die Gläubigen es nicht als Beweis nehmen, das es einen Gott gibt und er das Buch schreibt?
glanzlosBitte um Korrektur, falls ich falsch liege - aber sehen die Gläubigen ihren Gott (vom Christentum ausgehend) nicht als ein Wesen, dass den Menschen ihren freien Willen gegeben hat? Wäre dies falsch, so wäre dieser Gott ein durch und durch grausamer Gott. Man sagt, Kriege gibt es, weil er uns unsere Freiheit lässt. Würde er sich Kriege ausdenken, was würde mit dem Glauben der Menschen geschehen, die auf seine Gnade hoffen?
bonerMich kümmerts nicht, was Gläubige sagen. Gläubige glauben nur an eines, sind also allem anderen gegenüber ungläubig. Daher sind Gläubige die Ungläubigsten überhaupt.


@Selian:
Könnte bewiesen werden, dass die Wirklichkeit ein Buch ist, das jemand schreibt, und dieser jemand wiederum die Figur in einer Geschichte ist, so müsste sich diese Sequenz fortsetzen, d.h. Gott wäre auch nur ein Akteur in einem Buch.
Demnach gibt es Gott zwar, jedoch sind seine "Person", seine Taten, seine Worte von einem anderen, höheren "Gott" festgelegt. Somit gibt es eventuell einen Ur-Gott, der am Anfang dieser Kette steht, nicht aber den christlichen Gott, der [U]unsere[/U] Welt geschaffen hat.


@glanzlos:
bin kein Experte in Christemtum und Bibel usw., aber ich glaube es war nicht so, dass Gott dem Menschen den freien Willen gegeben hat weil er grausam ist, sondern als Strafe, weil sie Sünde begingen (Adam und Eva, Apfel, Paradies, ....)
Julya[QUOTE][i]Original geschrieben von boner [/i]
[B]aber ich glaube es war nicht so, dass Gott dem Menschen den freien Willen gegeben hat weil er grausam ist, sondern als Strafe, weil sie Sünde begingen (Adam und Eva, Apfel, Paradies, ....) [/B][/QUOTE]

gott sagte adam und eva, daß sie von allen früchten im garten eden essen durften, nur nicht von diesem einen baum.
als sie es dann doch taten, merkten sie, daß sie nackt waren. es waren die früchte er erkenntnis, früchte, die die menschen gottgleich machten, weil sie ja jetzt wissen besaßen.
die strafe war, daß sie aus dem paradies vertrieben wurden und daß alle kinder nur noch durch schmerzen geboren werden sollen und daß sie hart arbeiten müssen für ihren lebensunterhalt...
Selian@Glanzlos
Wenn du da speziell vom christlichen Gott ausgehst, so denke ich man würde den Gläubigen erzählen, das diejenigen, die er in den Krieg schickt bestraft würden ...für was auch immer...Sind schon so viele Kriege im Namen der Kirche ausgetragen worde, das hat bisher noch immer funktioniert.

@Boner
Ich bin ja von einem Buch ausgegangen, wenn es da eine Kette von Buchschreibern gäbe, wäre halt der letzte der Gott...das würde auch net mehr als die heute so oft gestellte Frage "Wer erschuf Gott" aufwerfen. Die anderen würden dann vermutlich von sämtlichen Heiligen geschrieben werden...
Was für ein Gott dann da am Anfang steht, wäre egal, ich habe ja net von einem christlichen geschrieben, aber auch das wäre den Menschen zu verkaufen.
SilberspinneVielleicht sind es ja auch viele Bücher, vielleicht jeder sein eigenes Buch...
Und wenn wir eine Geschichte schreiben, erfinden wir ja auch Charatere, sind die dann vielleicht auch existent? In der Welt, in die wir sie reingesetzt haben...
Wenn ja, wären wir ja sozusagen kleine Götter.
glanzlosAber ich denke, die Sache mit dem strafenden Gott hat die Kirche / das Christentum abgehakt. Es wurde zu einem Gott der Liebe, der Vergebung, dazu haben ihn seine Anhänger gemacht. Würde nun herauskommen, wir seien alle teil einer Geschichte, die "er" erfindet, würde das, denke ich, eine kleine (?) Katastrophe auslösen. Das gesamte Weltbild der meisten wäre völlig auf den Kopf gestellt. Worin liegt denn noch der Sinn zu leben? Wenn man sich dann noch eine Klippe herunterstürzt, ist das ja gewollt. Warum würde dieser Gott das tun? etc.

Silberspinne: Hm... solange wir ein Bewusstsein haben, existieren wir auch irgendwie, oder? Ob nun in der Phantasie eines höheren Wesens oder sonstwo... existieren auch unsere Phantasiegestalten damit? Haben sie denn ein Bewusstsein?
Und wenn, wieso sind wir kleine Götter? Immerhin haben wir sie dann geschaffen und ihre gesamte Welt auch. Vielleicht ist diese nicht im Ansatz so komplex wie unsere, aber wir haben eine WELT geschaffen.
Silberspinnedann sind wir also grosse Götter ?! :eek:
glanzlosGibt es einen Unterschied zwischen großem Gott und kleinen Gott? Gibt es, wenn jeder einer sein könnte, überhaupt Götter?

Wenn wir Teil eines Buches wären, wenn wir ein Buch schreiben würden, die Figuren in diesem Buch ein Buch schreiben würden, usw. - kann man dann wirklich noch von "Gott" reden?
Silberspinnevielleicht sehen nur unsere phantasiefiguren uns als Götter.
aber wenn dem so wäre, dann wäre das vielen Autoren gar nicht bewusst. SIe sehen die Figuren nur als Amusement, oder als Weg damit Geld zu verdienen. Stellen wir uns mal vor das würden auch die/der Autor(en) vom Buch "Leben" machen...
nicht grade eine beruhigende Vorstellung...
glanzlosHm ja. Die "Figuren" sehen den "Schöpfer" vermutlich tatsächlich als "Gott" - das tun viele hier ja auch, was, wenn er tatsächlich nur ein "Autor" ist? Hm, genau wie wir gedankenlos mit unseren Figuren umgehen, vielleicht geht er genauso mit uns um?
Ich wurde viel zu christlich erzogen, um sagen zu können "Ich glaube an nichts, was mit dem Christentum zu tun hat", auch wenn ich weiterhin sage, dass er meiner Ansicht nach eben nur ein Produkt UNSERER Phantasie ist. Aber wer weiß das schon genau? Wer weiß, ob wir nicht Träume sind? Oder ob die Traumwelt Realität und die Realität Traumwelt ist? Oh... ich schweife ab... :rolleyes:
Menedemos[QUOTE][i]Original geschrieben von Selian [/i]
[B]Gibt es denn auch nur einen einzigen noch so kleinen Anhaltspunkt, dafür das so etwas sein könnte?
Ich meine das is immer wieder das gleiche, natürlich kann man alles was einem in den Sinn kommt für möglich erachten und so gut wie nichts ausschließen. Aber wo führt uns das hin? Bringt uns das wirklich weiter? [/B][/QUOTE]

Der Anhaltspunkt, den es gibt, ist meines Erachtens der, daß unsere Welt und unsere Existenz nicht wirklich erklärbar ist.

Beweisen können wir diese Annahme natürlich nicht. Aber ich denke, daß es uns dementsprechend weiterbringt, daß wir auf die Unerklärbarkeit unseres Daseins einmal mehr hingewiesen werden. Eine andere Erklärung ist nämlich auch nicht wahrscheinlicher.

Und was die Frage mit den "kleinen und großen" Göttern betrifft: Wir könnten in 200 Jahren, wenn sich die Menschheit bis dahin nicht selbst vernichtet hat, durchaus selber fähig sein, eigenständige virtuelle Welten zu schaffen. In ersten Ansätzen ist dies ja bereits in Computerspielen etc. zu beobachten. Allerdings besitzen die Akteure dort noch kein eigenes, bewußtes Erleben. Vielleicht ist ja irgendwann auch das Scannen des menschlichen Gehirns möglich und man kann es in eine virtuelle Welt integrieren (ob damit allerdings auch die "Seele" übertragen werden kann, ist eine weitere Frage). Vielleicht sind wir ja sogar Wesen, die in eine "virtuelle" Welt hineingescannt worden sind...
Spekulationen.
Im übrigen verliert das Wort "virtuell" irgendwo seinen Sinn für denjenigen, der in dieser Welt leben muß. Für ihn ist es die eigentliche, reale und sie bleibt es - selbst wenn er ihren übergeodneten virtuellen Charakter irgendwie philosophisch erkennen sollte.

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur