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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Altruismus – purer Eigennutz?
SlayedDreamer...warum tun manche Leute überhaupt „Gutes“, sind freigiebig, versuchen anderen zu helfen, obwohl sie dass Schicksal jener nichts angeht, sie jene nicht einmal kennen, ja nie kennenlernen werden...?

Eine Frage, die ich für mich schon beantwortet habe: Selbst wenn man dafür nichts als Gegenleistung erwartet, selbst wenn man nicht mal annimmt auch nur einer von jenen würde dasselbe tun, wäre die Situation umgekehrt, irgendwo ist es eben ein schönes, ja fast befriedigendes, Gefühl einer Person geholfen zu haben. „ICH habe ein Leben lebenswerter gemacht, ICH habe uneigennützig gehandelt, ICH bin ein besserer Mensch.“ ...

...hmm, ... aber ist das nun gut, oder gleich schon wieder schlecht?

Sind nun alle Philanthropen irgendwo nur Personen, die zuvor Schuld auf sich geladen haben und mit ihren „guten Taten“ ihr Gewissen bereinigen bzw. ausbalancieren wollen?

Wie denken die Misanthropen? Sind jene ausnahmslos Menschen, denen – wie sagt man doch so schön – „die Welt den Rücken gekehrt hat“ und die sich nun ihrerseits von ihr abwenden?
SenecaIch bin heute etwas zu faul zum Schreiben, daher lasse ich mal die Worte anderer für mich sprechen
[url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=9642[/url]
glanzlosIch habe mir den Thread, dessen url Seneca gepostet hat, nicht ganz angesehen, soviel zu meiner Entschuldigung, sollte einiges doppelt auftauchen.

Soweit ich weiß, ist Altruismus eben doch die pure Selbstlosigkeit. Nicht Handeln aus Mitleid - pflück das Wort auseinander, man leidet mit einer anderen Person mit, versetzt sich in ihre Lage, wenn man ihr Leid lindert, lindert man somit auch das eigene... was eigentlich wieder zum Egoismus führt.
Aber Selbstlosigkeit... ist wohl doch etwas anderes. Ich greife kurz das Beispiel auf, das in dem ersten Post des anderen Threads genannt wurde - ein Mann riskiert einiges um das Kind zu retten (Warum tut er das? Weil er die Frau beeindrucken will? => radikaler Egoismus, würde ich sagen) wenn aber keine Frau da ist, er das Kind ertrinken lassen könnte...
... würde ihn später sein Gewissen quälen, also rein ins Wasser => aufgeklärter Egoismus?

Bitte um Korrektur, falls ich falsch liege.

Hm... ich kann mich momentan nicht direkt in eine Lage hineinversetzen...
Ach Gott das arme Kind, es strampelt so, es kann bestimmt nicht schwimmen, Himmel muss es Angst haben => Mitleid... ?

Man verzeihe mir den reichlich konfusen Post...
daleth....die hilfeleistung und dessen folge,nähmlich (wie schon gennant wurde)befriedigende,befreiende gefühl...nützlich zu sein,etwas/jmd. zu sein,dessen existenz gebracuht wird/wurde--->ist eigentlcih nur eine bestätigung des eigenen und so oft bezweifelten wert des seins....doch zugleich bewirkt man bei der geholfenen person dieses eine strahlen,dieses zufrieden sein,das einen wiederrum erfüllt....man ist so quasi süchtig nach diesen aufleuchtenden,erlösenden funkeln in deren augen,die einen(sei es auch nur für kurze zeit) zur harmonie mit sich selbst verhelfen....INSBESONDERE bei den menschen die einen tief berühren,bzw. NUR bei dene die einen berühren...man teilt sich mit diesen gefühl mit und wird in gewisser weise zu einem stück vom anderen(und umgekehrt)...man teilt sich mit und schließt dann auch die jeweiligen personen in sich ein...nimmt dadurch jede freude,jedes leid für das eigene....ob das an egoismus grenzt..hm...darüber lässts sich in diesem sinne wirkich streiten....

....."do ut des":"ich gebe damit du gibst".....diese formel wird in der heutigen gesellschafts des öfteren verwendet,da man keine besonderen innigen verbindung zu allen pflegt(was auch unmöglcih wäre)...es ist unmögklich jeden in dieses eine undefinierte gefühl enzubetten..(leider)...also versucht man trotzdem etwas für sich zu erhaschen,wenn die eigene moral zur verweigerung der jeweiligen hilfeleistung ihr veto gibt...
greetz
daleth
Tangerineich verstehe nciht ganz warum sich diese frage stellt. betrachtet man das ergebnis ist beiden hälften hinterher geholfen ( im besten fall).
ausser genau dieses , also das man das nur aus eigennutz tun würde , als vorwurf gebraucht schafft probleme. so fände ich ich desen vorwurf gegenüber jemandem der einem wirklich von herzen helfen will unfair.
ich kenne ein beispiel eines pfarrer der mit ins konzentrationslager ging mit einigen juden sie freiwillig dort begleitete , ihnen beistand leistete und schlussendlich mit ihnen starb. also der pure altruismus. nun könnte man sagen er war vorher schon lebensmüde oder ähnliches aber das fällt mir sehr schwer zu glauben. an diesem extremfall sieht man meiner meinung nach das wirklich ernst gemeinte gesten der hilfe nicht bewußt egoistisch eingesetzt werden. käme mir zumindest bei dieser geschichte paradox vor. und aus meinen eigen erfahrungen würde ich einfach mal dreist behaupten das ich dies auch nicht getan hab um mich besser zu fühlen sondern weil ich mich eben in die lage der leute rienversetzt habe und mir diese auch sehr nahe standen.
nciht zu leugnen ist das dies hinterher ein gutes gefühl gitb aber dieses gefühl allein auf sich selbst und seine tat zurückzuführen und dabei außer acht zu lassen das man sich auch einfach für den anderen freuen kann dem es nun wieder besser geht finde ich schlichtweg falsch.
mein wort zum sonntag ;)
SlayedDreamerDer Gedanke kam mir als ich dieses Gedicht gelesen habe:

[QUOTE]im Original gepostet von Ulo im WoHo-Forum:
Eigentlich nix Besonderes

Du wachst auf, und dir ist speiübel.

Eigentlich nix Besonderes
nach einer Vollnarkose.

Du liegst auf dem Rücken, die Hüfte gebettet auf einem mit Sand gefüllten Kissen. Dir tut alles weh, und du würdest dich am liebsten nie mehr bewegen müssen.

Eigentlich nix Besonderes
nach einer Operation am Beckenkochen, bei der man mehrfach die Gesäßmuskeln durchbohrt hat. Der Arzt sagt, man habe max. 3ml pro Punktierung raus ziehen können, insgesamt 1100ml entnommen.
Hab ich jetzt wirklich über 300 Löcher im Knochen? Diese Antwort bekommst du nicht.

Die erste Nacht ist ziemlich anstrengend.

Eigentlich nix Besonderes
wenn du normalerweise nicht auf dem Rücken schläfst und üblicherweise keine Schmerzen hast.
Das erste Mal aufstehen birgt ein AHA-Erlebnis: tut weniger weh als drauf liegen, die Beine sind etwas lahm. Bücken geht gar nicht.

Eigentlich nix Besonderes
bei einer Verletzung der Beinmuskulatur und des Beckens.
Am nächsten Morgen bereits die Entlassung, verbunden mit den besten Wünschen.
In der übernächsten Nacht ist an Schlaf nicht zu denken. Aber nicht wegen der Schmerzen, sondern weil dir bewusst zu werden beginnt, was du da getan hast.

Eigentlich nix Besonderes
mal abgesehen von der seltenen Gelegenheit, durch ein wenig eigenen und persönlichen Einsatz einem Menschen die Möglichkeit zu schenken, eventuell weiter - oder besser – wieder leben zu können
Das erfüllt dich mit einem gewissen Stolz. DU konntest WIRKLICH helfen.

In drei bis vier Monaten erfahr ich dann, ob es funktioniert hat und wie es ihm geht.
In zwei Jahren lernen wir uns dann eventuell auch kennen.

Das ist eigentlich nix Besonderes.
Man lernt ja dauernd irgend jemanden kennen.

Aber halt nur eigentlich.


vielen dank für eure aufmerksamkeit und ein paar worte des kommentars

ulo

das war vor drei wochen, mittlerweile klappts mit dem bücken wieder


[/QUOTE]

...was niocht bedeuten soll, dass ich ihm/ihr diesen Vorwurf machen würde, im Gegenteil, ich könnte mich nicht ohne weiteres zu einer Knochenmarksspende durchringen..., hab nur wieder mal lange darüber nachgedacht...
NightmareQueenwenn man anderen menschen gutes tut, dann wird man im leben auch dafür belohnt. ähnlich wie beim wicca-kult: wenn man mit hilfe von magie anderen menschen hilft, kommt es dreifach gut auf einen zurück, wenn man ihnen mit magie schaden zufügt, kommt es dreifach schlecht auf einen selbst zurück. ähnlich ist es aber auch im "richtigen leben": wenn man menschen "normal" hilft, wird man es auch irgendwann zurückbekommen, zB in der form, dass dieser mensch, dem man half, einem selbst in einer notsituation oder ähnlichem hilft. wenn man nur jenes tut, um etwas zurückzubekommen, ist es sehr eigennützig, es gibt aber auch situationen und menschen, die anderen menschen helfen, weil es sie glücklich macht zu sehen, dass man ihnen half glücklich zu sein. tut man jemandem böses, hat dies auch auswirkungen auf sich selbst, irgendwann bekommt man auch dies zurück. darüber denkt man am anfang auch nicht nach, wenn man es tut.
nietzsche dachte auch über dieses thema nach und sprach an, dass die gesellschaft oft unverständnis für den "edlen" (um es mal in nietzsches worten auszurdücken) zeigt, der ohne eigennutz handelt und anderen menschen hilft, vielleicht selbst dafür aber nichts bekommt. wenn jemand beispielsweise einen job bekommt, den man nicht bekommen hat und sich für ihn freut. dann denkt die gesellschaft "wo ist der haken? es muss doch etwas für ihn rausspringen" und sie trauen dem "edlen" nicht. manchmal zu recht, dann ist er nur ein schein-edler, manchmal zu unrecht, dann ist seine natur wahrlich edel.
WandererAltruismus, ein großes Wort:
Ich denke, das wirklich nur eigennutz dahintersteckt!
Oh ja, ich habe gespendet, ich bin viel besser als ihr egoistischen ******!
So versuchen die Leute sich vorzumachen, sie wären so großzügig!
In wirklichkeit ist jeder auf seinen eigenen Vorteil aus!
Frage:
Was wäre euch lieber, 10.000.000 tote in Indien, oder du stirbst selber!
Ich glaube keinem der sagt, er würde seinen eigenen Tod vorziehen, da er wenn es echt drauf ankommen würde, mit derm Messer am Hals immer gegen die Inder sprechen würde.
Ich habe mir deshalb abgewöhnt so zu tuen als ob ich so ein großer Woihltäter wäre!
Ich sage frei heraus das ich egoistisch bin und habe auch keine Probleme damit!

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