| deadProphet | Wir denken alle, über was sei mal dahin gestellt Wie und über was würden wir eigentlich denken, wenn es die Sprache mit den abertausenden Wörtern nicht gäbe die die ganze Zeit in meinen Kopf herumschwirren wie im jetzigen Augenblick? Würden wir nur fühlen, wäre das unser denken? Ein „nein“ kommt jetzt bei mir – warum? Würden wir über komplexe Dinge wie z.B. hier wieder mal aktuell den „Sinn des Lebens“ überhaupt nachdenken oder würde das alles wegfallen und wir würden nur fühlen Liebe, Schmerz, Hass, Freude... Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, wie es wäre wenn... eigentlich beweise ich mir wieder mal selber über welchen Schwachsinn ich nachdenke... naja.. meine Gedankenflut, ob sie nachvollziehbar ist... PROPHET |
| lostheart | Hey! Die gleiche Frage habe ich mir neulich auch schon gestellt und bin zu keiner vernünftigen Lösung gekommen. Ich denke aber schon, dass wir in einer gewissen Weise denken könnten. Tiere denken auch - aber ich glaube kaum, dass sie in ihrer Sprache denken. Sie denken einfach anders. Nur wie? Tja, das kann ich dir auch nicht beantworten. Vielleicht denken sie in Bildern. Das könnte ich mir durchaus vorstellen. Wenn ich zum Beispiel einen Affen mit einem Stöckchen im Fernsehen gesehen habe, der versucht, damit an Termiten zu kommen, dann frage ich mich auch immer - wie kam er darauf? Wie hat er sich das jetzt ausgedacht - so ganz ohne Sprache? Man kann nur Vermutungen anstellen. Aber genau wissen können wir es nicht. Vielleicht werden es irgendwann einmal Wissenschaftler herausfinden, die uns dann die Antwort geben können! |
| LaChatte | Ohne Sprache würden wir vielleicht unsere Umgebung genauer und besser wahrnehmen: Da spazieren wir vielleicht so durch die Welt und sehen einen Baum und denken "Baum", und damit ist die Sache abgehakt. Und dann sehen wir einen anderen Baum, und denken wieder "Baum", obwohl das vielleicht zwei ganz verschiedene Bäume sind. Ohne Sprache würden wir vielleicht viel besser spüren, riechen, sehen, und generell wahrnehmen, weil wir keine Möglichkeit haben, unserer Umgebung solche "Etiketten" anzuhängen, sondern weil jeder Eindruck wieder neu für uns wäre. Sprache hat eine Tendenz, die Dinge zu vereinfachen, vor allem für Sprachfaule, wo dann alles nur noch "ey mann voll krass" ist... Andererseits, wie könnten wir dann miteinander kommunizieren? Vermutlich telepathisch oder so. Interessante Frage! |
| DasNichts | Ich denke auch, dass wir ohne die Sprache unsere Umgebung intensiver warnehmen würden. Wenn ich genau überlege und man die Tiere beobachtet, dann haben sie ja auch eine bestimmte Art der Kommunikation. Manche verständigen sich durch Duftstoffe, bestimmte Bewegungsabläufe, Geräusche, usw.,... Vielleicht würden die Menschen diese Alternativen hingegen der Formen der derzeitigen Sprache für sich annehmen. Möglicherweise würden wir dann eben in Bildern denken und meiner Empfindung nach, können diese ebenso verwirrend wirken, wie der derzeitige Sprachgebrauch. Jemand erwähnte mir gegenüber einmal, dass er glaube, die menschliche Sprache, wäre ohnehin bloss ein Werkzeug um sich selbst nach aussen hin darzustellen. Doch ganz gleich wie ist diese Fragestellung ein interessantes Thema, welches wahrscheinlich jeder individuell für sich beantworten sollte. Meiner Meinung nach, wäre es sicher mal ganz gut, wenn manche Menschen nicht allem was ihnen begegnet gleich einen Namen geben zu müssen. Dies könnte einschränkend wirken, wie LaChatte schon bemerkt hat. Mit einigen Worten, DasNichts |
| deadProphet | wenn wir in bildern denken würden... wären es dann nicht erinnerungen.. ach.. ICH HAB KEIN PLAN! und die Frage bleibt... würden wir über bestimmte Themen wie den Sinn des Lebens nachdenken?? Ich glaube es nicht! [QUOTE]die menschliche Sprache, wäre ohnehin bloss ein Werkzeug um sich selbst nach aussen hin darzustellen[/QUOTE] ^^ agree Rhetorik ist doch etwas wunderbares.. oder doch nicht?!?! Wer weiß das schon |
| Menedemos | Genau diese Diskussion hatte ich vor einiger Zeit mit einem Bekannten. Er stand auf dem Standpunkt, daß wir ohne Sprache nicht denken können. Ich habe dagegenargumentiert. Ich weiß nicht, ich denke oft ohne Sprache. Meistens sogar. Vielleicht weil ich auch ansonsten nicht so viel rede? Im übrigen widerspräche eine solche Theorie, daß er Mensch nur in Sprache denkt, auch meinem Weltbild: Das Denken ist das Einzige, was den einzelnen Menschen ausmacht, was ihm bleibt, wohin er sich zurückziehen kann, die Gedanken sind frei! Ich lasse mir nicht einreden, daß meine Gedanken im Kollektiv gefangen sind - denn Sprache ist ja eindeutig eine Erscheinungsform des Kollektivs, nicht des einzelnen Menschen. (oder gibt es jemanden, der seine ganz eigene, persönliche Sprache entwickelt hat, die kein anderer versteht? interessante Idee eigentlich... der Dichter Paul Celan vielleicht...) Um noch mal darauf zurückzukommen: Vorhin habe ich Schach gespielt. Meine Güte, da formuliere ich doch im Denken nicht aus: "Wenn ich den Turm von a1 nach a2 ziehe, dann könnte mein Gegner vielleicht..." Nein, dieses Denken funktioniert ohne Sprache - quod erat demonstrandum. Eines muß man aber schon zugeben: Wenn die Menschheit keine Sprache entwickelt hätte, sähe die Welt heute ganz anders aus. Denn nur mit der Sprache ist es möglich, komplexe Gedanken anderen mitzuteilen. Vielleicht schöpfen Tiere auch manch klugen Gedanken, aber der Gedanke stirbt mit ihnen und kann nicht an andere Generationen weitergegeben werden. Ohne Sprache gäbe es keine Zivilisation. Was LaChatte angesprochen hat, finde ich sehr bemerkenswert: Würden wir andere Dinge, die Natur nicht viel intensiver wahrnehmen, wenn wir die Sprache nicht hätten? Vielleicht sogar, wenn wir nicht lesen könnten? (denn Schrift ist ja auch eine Form der Sprache). Ich kann mich erinnern, daß ich als kleines Kind, als ich noch nicht lesen konnte (und vielleicht auch noch nicht richtig sprechen), Gegenstände viel genauer und intensiver beobachtet habe, ihr Farbe, ihre Form... Naja, soviel meine Gedanken dazu |
| Solfark | Ich denk schon auch, dass wir ohne Sprache denken würden, es sogar tun. Der Traum ist ja z.b. zum Teil eine Verarbeitung von Gedanken, zeigt sich in Bildern, bzw. man "denkt" dort auch, eben in bildern, mehr sogar noch, auch in gefühlen. denkt denn das unterbewußtsein? oder nimmt es einfach wahr? ich glaub aber schon, dass auch tiere nachdenken und diese gedanken weitergeben können, zum teil als laut, zum teil zeigen sie es. wie dieses nachdenken aber genau ausschaut? hm. schwierig. vielleicht wirklich in bildern, gerüchen, gefühlen. der mensch kann sich auch ohne sprache verständigen, mit manchen leuten klappt das ganz gut, allerdings kennen wir uns dann auch, der eine weiß halt was der andere denkt, eben weil man sich auch durch sprache vereinfacht verständigen kann. ihr wißt ja selber wie das ist, einem einzigen wort kann soviel unterschiedliches beigemessen werden, dass es jeder ganz anders versteht als es eigentlich gemeint ist. die verständigung durch blicke ist oft einfacher, aussagekräftiger. hätten wir die sprache nicht, würden wir unsere umwelt sicher intensiver beobachten, wahrnehmen, untersuchen. |
| decay73 | Zunächst einmal glaube ich [I]nicht[/I], dass man ohne Sprache denken kann. Ich werde versuchen, meine Gedanken kurz darzulegen. Zunächst einmal würde ich den Begriff Sprache etwas weiter fassen, denn Sprache ist doch nicht nur das, was wir aus dem tagtäglichen Gebrauch kennen. Die Sprache, die wir heute kennen, ist letztlich doch nur eine Abstraktion, die im Laufe der Entwicklung des Menschen entstanden ist, um sich untereinander verständigen zu können und um Dingen eine Bezeichnung zu geben, damit sie auch einer anderer versteht, auch der es nicht gesehen hat. Aber die heutige Sprache ist aus einer anderen Sprache entstanden, nämlich der Bildsprache. Also ist Sprache doch lediglich eine abstakte Darstellung der gedachten Bilder. Und genau so funtioniert doch auch heute noch das Denken. Wenn ich „Auto“ denke, meine ich damit nicht eine abstrakte Lautfolge, sonder ich verbinde damit eben das [I]Bild[/I] eines Autos. Oder um bei dem Beispiel des Schachspiels zu bleiben: Ich versuche ja erst einmal nicht, den Schachzug zu beschreiben, sondern ich habe das [I]Bild[/I] des Zuges vor Augen. Erst wenn jemand, der es nicht gesehen hat, fragt was ich getan habe, versuche ich es in Sprache zu fassen. Aber gedacht habe ich doch auch schon, als ich nur das Bild des Zuges „vor Augen“ hatte. Ich habe also eine anderen Sprache, nämlich die Bildsprache, genutzt, um über den Zug nachzudenken. [B]Von daher denke ich, dass man ohne Sprache (welche auch immer) nicht denken kann.[/B] Natürlich, und da gebe ich euch recht, ist die Bildsprache intensiver, weil sie nicht abstrakt ist und man seine Sinne einsetzen muss, um etwas erkennen zu können. Man kann sich aber auch nicht ohne weiteres mit anderen über das austauschen, was man gesehen und erlebt hat, weil einem die Möglichkeit dazu fehlt (es sei denn, man malt ein mehr oder weniger realistisches Abbild dessen). Da man also immer noch in Bildern denkt, z.B. wenn man durch den Wald geht (man geht ja nicht durch den Wald und denkt unablässig: „Das ist ein Baum, das ist ein Vogel, das ist ein Bach...“), ist uns doch durch die Entwicklung der abstrakten Sprache nichts verloren gegangen. Man hat sogar dazu gewonnen, denn man kann nun das, was man denkt, ohne weiteres weitergeben, und man ist zusätzlich in der Lage, auch über abstrakte Dinge (wie z.B. über den Sinn des Lebens) nachzudenken. Aber man muss sich vielleicht gelegentlich die Ruhe nehmen, die Bilder, die eh schon im Kopf umherschwirren, auch bewußt wahrzunehmen. Genauso, wie man auch etwas gefühltes viel öfter [I]bewußt[/I] wahrnehmen sollte. ~decay~ |
| TheTurningPoint | decay73 hat den Sachverhalt meiner Meinung nach recht gut beschrieben. Sprache ist nicht an bestimmte Organe wie Mund und Ohren gebunden, sondern basiert wie das Denken auf Abbildern von Erscheinungen, die in unserem Gehirn gespeichert sind. Es gibt ja z.B. auch die Gebärdensprache. Ich glaube, Denken und Sprache bedingen sich gegenseitig. Je besser die Kommunikation mit anderen Lebewesen funktioniert, um so besser kann man die Abbilder in seinem Gehirn ordnen (miteinander in Beziehung setzen), und umgekehrt. Ich denke, die Kommunikation zwischen Tieren (und ihr Denken) erfolgt auf ähnliche Art und Weise, und sie können auch lernen, eine recht große Anzahl von Worten der menschlichen Sprache zu erkennen, wenn sie viel Kontakt mit Menschen haben. Leider können sie nicht so gut antworten, bzw. die Menschen geben sich zu wenig Mühe, die Sprache der Tiere verstehen zu wollen. In "Dunkelheit & Licht" [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=9017](*hier*) gibt es unter dem Titel "Polarität" einen interessanten Thread, [/URL]der sich unter anderem damit befaßt, wie wohl Sprache, Schrift und Denken funktionieren. Eigentlich würde er gut hier ins Philosophen-Forum passen. |
| LaChatte | Die Sprache (akustisch, schriftlich, in Bildern, in Gebärden, und und und) ist wohl doch ein zweischneidiges Ding, denn einerseits erlaubt sie den Menschen, sich sehr präzise und differenziert und sogar abstrakt auszudrücken - so denn jemand will - aber andererseits auch, sich in eine sehr beschränkte, kleine Welt einzusperren. Aber ich denke auch, dass uns Menschen ein grosser Teil unserer Menschlichkeit abgehen würde, wenn wir keine Sprache hätten, denn Mensch-Sein hat doch sehr viel mit Erkennen und Kommunizieren zu tun, und da braucht es ein Werkzeug dafür, dass diese Aufgabe erfüllen kann, also eine Sprache in welcher Form auch immer. |
| decay73 | [QUOTE] Die Sprache (akustisch, schriftlich, in Bildern, in Gebärden, und und und) ist wohl doch ein zweischneidiges Ding, denn einerseits erlaubt sie den Menschen, sich sehr präzise und differenziert und sogar abstrakt auszudrücken - so denn jemand will - aber andererseits auch, sich in eine sehr beschränkte, kleine Welt einzusperren.[/QUOTE] Sehe ich auch so. Und von daher ist es doch eigentlich extrem wichtig, eine Sprache möglichst umfassend zu erlernen und zu pflegen. Nicht umsonst kommen die meisten Streitigkeiten auch aufgrund unzulänglicher, unüberlegter Äusserungen und Mißverständnisse zustande. ~decay~ |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i] [B]Zunächst einmal glaube ich [I]nicht[/I], dass man ohne Sprache denken kann. [/B][/QUOTE] Tatsächlich ist es möglich. Ich bin mir zwar nicht sicher, woran es exakt (habe eine Vermutung, siehe weiter unten) liegt, aber ich denke nicht selten ausschliesslich in einer Mischung aus Bildern und Emotionen. Zumeinst bin ich jedoch dann nicht in der Lage das Gedachte in Wörtern wiederzugeben. Ich schätze mal, es dürfte daran liegen, dass ich (*seufz* wirklich nicht der Hit!) ein fotografisches Gedächtnis habe und mir Gegebenheiten, Orte, Wegbeschreibungen (als eine Art "Film") Dinge etc. in Form von Bildern und emotionaler Verknüpfung merke. Wenn es nun ein Text ist, so "speichere" ich den Text als Bild ab und dieser wird in Form seines Bildes, das ich ablese, reproduziert. Das "kostete" mich im Übrigen den Erstversuch in einem meiner Fächer in der Zwischenprüfung an der Uni.... *grrr* Eine solche Denkweise erfordert mich extremste Anstrengung, wenn ich versuche jemanden etwas zu erklären, was gerade in meinem Kopf vor sich geht... |
| decay73 | @Kaiki Antei Genau das meinte ich aber doch mit meinem Posting. Es ist nicht die "konventionelle" Sprache, die Du dann nutzt, sonder die Bilder- (und eventuell auch Gefühls-)sprache. In meinen Augen ist aber auch dies eine Art Sprache, weshalb ich gesagt habe, dass denken ohne Sprache prinzipiell nicht möglich ist. Nur ist es sicherlich nicht immer einfach, in dieser Sprache mit anderen zu kommunizieren... (ich finde übrigens erstaunlich, dass manche Menschen so eine Art photografisches Gedächtnis haben...machmal wünsche ich mir soetwas auch *g*) ~decay~ |
| gin'iro | @decay73: Dann hatte ich Dich falsch verstanden. In diesem Sinne ist dann alles eine Art Sprache. Nur eben nicht die, die die meisten Menschen nutzen. Und so erstaunlich ist es nicht mit dem fotografischen Gedächtnis. Es ist manchmal sogar recht schwierig damit zurechtzukommen. Zumindest glaube ich, dass es andere einfach haben müssen. Ich kann z.B. wenigen einen Weg erklären, wenn ich ihn auf diese Weise schildern würde, wie ich ihn mir einpräge. Ich sehe mich dann gehend/fahrend etc. in diesem "Film" den zu beschreibenden Weg nehmen. Ich sehe die Fassaden, Strassenbestandteile, evtl. andere Menschen in ihren Details, so wie ich sie mir in einer (tatsächlichen) Augenblick gemerkt habe. Nun müsste ich das in Worte umsetzen und da kommt nicht selten eine total bescheuerte Beschreibung raus ;) *lach* |
| Menedemos | Es ist halt die Frage, wie man Sprache definiert bzw. welche Definition Sinn ergibt. Ich verstehe unter Sprache schon etwas mit Worten, oder zumindest mit Zeichen. Also etwas Symbolisches, nicht die Gegenstände an sich. Aber gut, in Symbolen denkt man vielleicht wirklich die ganze Zeit... „Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort. Sie sprechen alles so deutlich aus.“ Angeblich von Xavier Naidoo, aber gar nicht so dumm der Spruch, finde ich... |
| lingdark | denken ohne sprache ist nicht möglich, da die gedanken die wir denken nur assoziationen von wörtern miteinander sind und neue gedanken nur die neue verknüpfung von verschiedenen wörtern sind... sagt mein philo lehrer und ich glaube er hat recht:) warum denken meist sprachbegabte menschen die interessantesten gedanken? |
| EinerVonVielen | Brockhaus Definition, Denken: Prozess, bei dem Wahrnehmungen, Erinnerungen und Vorstellungen so miteinander in Beziehung gebracht werden, dass u.a. Gegenstände erfasst und erkannt, verstanden, eingeordnet und beurteilt sowie Probleme gelöst werden können. Was wäre denn da mit Taubstummen? Dürften die dann gar nicht denken und wären dann einfach weg? Auch ein Philo-Lehrer kann sich Irren...*g* Um zu handeln braucht man keine Worte, das handeln ist das Wort eines Gedankens. Das Denken ist eine Summe verschiedener Sprachen, wie Bildersprache,Gefühlssprache,Impulssprache...zumal denken auch z.b. aus lernen besteht. |
| lingdark | [QUOTE][i]Original geschrieben von EinerVonVielen [/i] [B] Was wäre denn da mit Taubstummen? Dürften die dann gar nicht denken und wären dann einfach weg? Auch ein Philo-Lehrer kann sich Irren...*g* [/B][/QUOTE] taubstumme können nicht lesen? nicht sprechen lernen? sprechen eher im geistigen sinne *g* seh ich grad das das etwas dämlich aussieht *edit* hm...können sie doch oder? is ne ernstgemeinte frage |
| lingdark | zumindest passt diese idee gut in die theorie der maschine mensch... lässt sich eigentlich ganz gut mit dem andern topic verknüpfen was das handeln bestimmt alles kommt von wo anders her von außen..naja warn alles nur gedanken keine sinnvolle gegenargumentation :) |
| EinerVonVielen | [QUOTE][i]lingdark[/i] taubstumme können nicht lesen? nicht sprechen lernen? sprechen eher im geistigen sinne *g* seh ich grad das das etwas dämlich aussieht *edit*[/QUOTE] Bin mir nicht sicher, ob man das verallgemeinern kann. Gibt bestimmt welche die können das, aber auch welche die es nicht können. (Analphabeten, usw..) Aber eine Rolle spielt das Handeln schon, mit der Sprache ansich, kann man seine Gedanken manchmal nicht richtig wiedergeben, weil einem einfach die Worte fehlen. Analogie dazu: Das Gedachte auszusprechen, es in Worte zu fassen ist schwierig. So versuchen wir doch manchmal mit den Händen ein imaginäres Bild oder eine Szenerie gleichzeitig mit den Worten und Händen zu beschreiben, um es zu verdeutlichen. grüsse EVV |
| Selian | Ich würde sagen, denken [B]muß[/B] zwingend (auch) ohne Sprache möglich sein. Egal wie man Sprache nun definiert, ob als Worte/Text, Bilder oder Emotionen so sind es doch alles Erinnerungen. Erinnerungen die im laufe der Zeit alle in Worte gefaßt wurden. Mittlerweile gibt es wohl kaum etwas für das es keine Worte gibt. Trotzdem schaffen wir es manchmal nicht die richtigen Worte zu finden, das kennt wohl jeder. Aber Denken erlaubt es uns, uns in eine Richtung zu bewegen weg von Erinnerungen hin zu unbekanntem. Wir können an Sachen denken die es nicht wirklich gibt, für die es (noch) keine Worte gibt. Könnten wir ohne Sprache nicht denken, so wären viele Erfindungen nicht denkbar. Wie hätte jemand das Rad erfinden können, wäre sein denken auf seinem vorhanden Sprach/Bilder Vorrat reduziert gewesen. |
| SchlafenderMond | ...Sehr interessanter Thread *g* Ich kann mich Selians letztem Posting nur anhängen. Bewusstes Denken, ohne den Gebrauch einer Sprache (Also z.B. Deutsch, Englisch, Zeichensprache usw. ) ist doch überhaupt kein Problem. Ich hab mir grad eine Szene vor Augen gehalten, wie ich in einer Wiese sitze und die "Beobachter-Kamera" immer weiter weg-zoomt, bis ins Weltall hinaus... Ein ganz einfacher Gedankengank, der ohne ein einziges Wort in Gedanken zu benutzen, möglich ist. Diesen Gedankenzug könnte man erweitern und daraus könnten elemntare Existenzfragen entstehen, die sich genauso ohne Worte bilden lassen. (Das andere Problem: ohne Sprache wäre das Wissen nicht allgemein vorhanden, dass die Erde eine Kugel ist und sich irgendwo am Rand der Milchstrasse befindet..., obwohl, Zeichnen konnte der Mensch schon immer...) |
| weiße Krähe | Ich glaube auch, dass es davon abhängt, wie man "Sprache" definiert, ob man auch ohne Sprache denken kann. Zählt man Bilder und Gefühle nicht zu einer Sprache, dann ist es durchaus möglich, auch ohne eine solche zu denken. Allerdings würde dann meiner Meinung ein wichtiger Teil des Denkens wegfallen: Denn Sprache bezieht sich nicht nur auf das Sprechen im eigentlichen Sinn. Wenn man beispielsweise draußen in der Natur spazieren geht und sich dabei denkt [I]"Es ist wunderschön hier draußen."[/I], dann denkt man "in der Sprache", man formuliert einen Satz, den man zwar nicht ausspricht, aber dennoch im eigenen Kopf hört. Kein Mensch denkt nur in Gefühlen und Bildern, sondern auch in Sätzen, und Sätze sind bekanntlich Teil einer Sprache. Folglich würde dem Menschen, wenn sich nie eine Sprache oder etwas ähnliches entwickelt hätte, gar nicht in der Weise denken können, wie wir es heute tun, sondern wäre wohl den Tieren von der Denkweise her ähnlicher. Selbst ein Stummer denkt in seiner Sprache, er kann die Sätze lediglich nicht sprechen, aber sie existieren trotz allem in seinem Kopf. Die Fähigkeit zur Sprache stellt daher einen elementaren Teil des menschlichen Verstandes dar. Nicht alles lässt sich nur in Bildern und Gefühlen denken, es ist einfach nicht möglich. Der Mensch hätte ohne die Sprache nie auf dem heutigen Entwicklungsstand ankommen können, weil er sich nicht auf die Weise hätte mitteilen können, die für zweckmäßige Kommunikation erforderlich ist. Sprechen zu können ist etwas, dass den Menschen vom Tier unterscheidet. Zwar haben Tiere ebenfalls (durchaus komplexe) Möglichkeiten zur Kommunikation, aber kein Tier hat beispielsweise Interesse an Literatur, Wissenschaft usw. - ein Tier kann zweifelsohne denken, aber lange nicht in den Bahnen, in denen es der Mensch tut. Wer weiß, wie sich einige Tierarten entwickelt hätten, wenn sie von der Natur ebenfalls mit den Vorraussetzungen für eine "richtige Sprache" ausgestattet worden wären, und wer weiß, was aus dem Menschen geworden wäre, wenn er die Anlagen zur Sprache nicht von der Natur bekommen hätte... |
| Menedemos | [QUOTE][i]Original geschrieben von lingdark [/i] [B]denken ohne sprache ist nicht möglich, da die gedanken die wir denken nur assoziationen von wörtern miteinander sind und neue gedanken nur die neue verknüpfung von verschiedenen wörtern sind... sagt mein philo lehrer und ich glaube er hat recht:) warum denken meist sprachbegabte menschen die interessantesten gedanken? [/B][/QUOTE] Ich glaube auch, daß dein Philolehrer Unrecht hat. Es gibt so Menschen, die die Sprache über alles heben wollen, auch gewisse Philosophen. Weder ihre Logik, mit der sie das begründen wollen, ist mit letztlich einsichtig, noch die Motivation, die dahintersteht. Ich finde den Gedanken jedenfalls bedrückend, daß die Sprache über uns herrschen sollte. Letztlich ist es doch die Frage, ob die Sprache über den Menschen herrscht, oder ob der Mensch über die Sprache herrscht. Ich neige zu letzterem, aber ich gebe zumindest zu, daß die Sprache gelegentlich auch über den Menschen herrscht, während Leute wie dein Philo-Lehrer in ihrer Engstirnigkeit wahrscheinlich zu keinerlei abwägender Aussage bereit wären. Ich glaube auch, daß die Theorie, daß das menschliche Denken und damit der Mensch selbst der Sprache unterworfen sei, ihre Wurzeln in einer dogmatischen, totalitären, individualitätsfeinlichen Weltsicht hat. In der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts waren - auch in der Philosophie - oft Ansichten vorherrschend, die die Bedeutung des Individuums negieren wollten. Auch im Kommunismus. Aber auch: "Du bist nichts, dein Volk ist alles!" Und letztlich ist auch "die" Sprache ein kollektives Element, wie ich oben schon gesagt habe, und kein individuelles. So weit jedenfalls meine Überlegungen dazu. Mit deinem Philolehrer würde ich mich jedenfalls einmal gerne unterhalten... Auch über die These, daß sprachlich begabte Menschen die größten Gedanken schöpfen. Wenn das so wäre, müßten Schriftsteller ja gleichzeitig auch die größten Physiker, Mathematiker, Philosophen etc. sein. Aber frag mal Günther Grass nach der Relativitätstheorie... Oder lies dir andererseits mal Kant durch, wie umständlich der schreibt... |
| LaChatte | Ich denke auch, dass es andere mögliche Kommunikationsformen als Sprache gibt - Körpersprache z.B ist ja nur im weitesten Sinn eine Sprache, und funktioniert ohne Worte. Und dass sprachlich begabte Menschen die interessantesten Gedanken haben, liegt wohl daran, dass sprachlich unbegabte ihre Ideen, und seien sie auch noch so genial, nicht ausdrücken können - denn Sprache (mit Wörtern) ist einfach das einzige Medium, um abstrakte, komplizierte Gedanken zu kommunizieren. |