| paganeyes | Ich mache mir schon länger Gedanken über diese Aussage, dieses Lebensmotto: Lebe jeden Tag, als wenn es dein letzter wäre. Kann man das überhaupt? Ich meine, sind nicht manchmal die Umstände unseres Lebens dagegen? Wenn man mehrere Tage krank ist, wenn man keine Energie dazu findet, es umzusetzen? Ist ein Tag verloren, vergeudet, wenn man nicht so lebt, als wenn es der letzte wäre? Und was bedeutet das für euch? Kostet ihr jeden Tag bis auf die letzte Möglichkeit aus? Lebt ihr wirklich jeden Tag, als gäbe es kein morgen? Bedeutet das, ihr lebt "exzessiv" den Tag aus oder genießt ihr ihn? Ich versuche, manchmal geht es einfach nicht, jeden Tag zu genießen, mal in stressiger, ruhiger oder erfüllter Hinsicht. Es ist ein schönes Lebensmotto, man sollte auch versuchen es zu befolgen, in der Art, in der es einem selber entspricht, aber ist es nicht manchmal einfach unmöglich? nachdenkliche Grüße, eure paganeyes |
| winter solstice | Es kommt wirklich ganz drauf an, was man an "seinem letzten Tag" machen würde... Hetzt man herum, um noch so viel wie möglich von seiner sterbenden Welt zu erhaschen? Ist man noch einmal zusammen mit den besten Freunden und hat einfach Spaß? Oder setzt man sich in die Ecke und lässt es einfach geschehen? Wie du schon gesagt hast, viele Umstände beeinträchtigen zusätzlich das "den-Tag-genießen": Krankheit auf der einen Seite, aber auch Trauer. Sollte man einen Tag genießen, der einem einfach Menschen nimmt? Oder wenn man im Stress ist: Kann man da überhaupt die Tage genießen? Ich kann es nicht. Dark greetings, winter solstice |
| paganeyes | Ja, das denk ich auch. Jeder hat eine andere Vorstellung davon, das hatten wir hier auch schon einmal in einem Thread, wo gefragt wurde, wie man seine letzten Wochen verbringen will, da gabs sehr unterschiedliche Antworten. Jeder lebt und ist halt anders. Was mich nur beschäftigt, wie verbringt ihr eure Tage um diesem Motto gerecht zu werden, in irgendeiner Weise. Schließlich weiß man ja nicht was morgen ist... Daß dies nicht immer geht, ja, das stimmt, und es gibt soviele Gründe dafür. Stress, hm, ich meinte positiven Stress, negativen kann ich auch nicht genießen...wer kann das schon? |
| lizard | hmmm... ich soll also jeden tag meine eltern anrufen und sagen, dass ich sie hasse, passanten ins gesicht lachen, einen wagen klauen und den tank leerfahren, eine bank ausrauben, eine kirche anzünden und george bush jr erschießen? ich weiß ja nicht.... :rolleyes: |
| paganeyes | @lizard Ich weiß ja nicht, wie du das siehst, aber ich versuche eigentlich jeden Tag so zufrieden wie möglich zu verbringen. Macht dich das zufrieden? |
| lizard | [QUOTE][i]Original geschrieben von paganeyes [/i] [B]@lizard Ich weiß ja nicht, wie du das siehst, aber ich versuche eigentlich jeden Tag so zufrieden wie möglich zu verbringen. Macht dich das zufrieden? [/B][/QUOTE] würde es |
| angel of sorrow | Die Überlegung dieses Motto ist ansich eine gute, jedoch wirklich wörtlich aufgefasst kann es zu einer Dauerdepri Stimmung führen. Wenn ich mir jeden Tag denken würde, es wäre mein letzer und ich könnte durch gewisse Umstände des jeweiligen Tages, der jeweiligen Situation mir nicht meine letzen kleinen, für mich wichtigen Träume erfüllen, würde ich unausgeglichen zu Bett gehen, unzufrieden mich auf den Tod, der ja am Nächsten Tag kommen könnte, vorbereiten.... Mir gefällt das Motto schon, denn ich habe gesehen, wie schnell das Leben vorbei sein kann... aber es wäre besser seine Einstellung zum Tod so zu haben, dass man sich nicht davor fürchtet, sondern darauf 'freut'. Dann braucht man sich keine Gedanken mehr machen, ob der heutige Tag der letze war. Angel |
| jade | Hm, wenn alle so leben würden, als wäre es ihr letzter Tag, alle denken in erster Linie an sich... Ich hab immer noch das Bild von ner Gruppe total besoffener Typen im Kopf, die mir letzten Sommer grölend entgegen gekommen sind, mit T-Shirts die die Aufschrift trugen „Nutze den Tag“ „Leb heute“ oder so ähnlich... Genau so stell ich mir das vor. Die Menschen werden noch egoistischer, nehmen nix mehr wirklich ernst, wieso auch... Ich mag solche Mottos irgendwie nicht. |
| atrum | Salve. Ich bin nicht Jades Meinung, man kann das Motto auch so verstehen, daß man sich mehr Zeit für die Lieben, Freunde nehmen sollte, bevor es zu spät ist. Für mich ist das Motto auch eine Aufforderung, nicht alles auf später verschieben, sondern sich jetzt und heute auch was gutes gönnen, z.B. ein gutes Essen zusammen mit der Freundin, u.s.w. Gruß, atrum. |
| paganeyes | @atrum So denke ich auch, und ich versuche danach zu leben, wobei ich sagen muß, da ich weiß wie schnell es vorbei sein kann(ichdenke, damit sind wir alle schon in Berührung gekommen) versuche ich auch mir meine Zeit zu nehmen, die ich für mich brauche, wenn ich denke, ich brauche sie. Ich versuche, so zu leben, daß ich nichts bereue. @Jade Vielleicht hast du recht, aber ich glaube es nicht. Jedenfalls habe ich die Hoffnung, daß es so nicht ist. Wir haben doch schließlich Gefühle, die wir nicht abstellen können/wollen und diese 'erinnern' uns doch an unsere Lieben und unsere Verantwortung anderen gegenüber. |
| Daydreamer | ich würde das motto gerne erweitern: lebe jeden tag,als ob es dein letzter wäre,aber vergiß nicht,dass er es (wahrscheinlich) nicht ist. würde man sich nur am "lebe jeden tag wie deinen letzten" festhalten,so würde der egoismus vermutlich zunehmen und man kann,wie lizard es so shcön formulierte,auch nicht seine "träume" erfüllen.denn wenn es ein morgen geben würde,müsste man für seine taten die verantwortung übernehmen. deshalb sollte man das motto lieber nicht zu seinem lebensinhalt machen,sondern es eher gemäßigt betrachten,denke ich. für mich bedeutet dies eigentlich ähnliches wie für atrum.man sollte sich zeit nehmen für die leute,die einem wichtig sind.und für sich selbst.man sollte sich etwas gönnen,wenn einem danach ist. und irgendwie versuchen in jedem tag etwas schönes zu sehen,auch wenn es manchmal nicht einfach ist... aber leider klingt das immer leichter,als es im nachhinein ist... viele grüße daydreamer |
| jade | [QUOTE][i]Original geschrieben von Daydreamer [/i] [B]ich würde das motto gerne erweitern: lebe jeden tag,als ob es dein letzter wäre,aber vergiß nicht,dass er es (wahrscheinlich) nicht ist. [/B][/QUOTE] Ja genau. Oder „Auch wenn es dein letzter Tag ist, vergiss nicht, dass [I]andere[/I] aber weiter leben und an die solltest du auch ein bisschen denken“ oder so in der Art. |
| lenchen | Lebe jeden Tag, als wenn es dein letzter wäre. Aber warum? Ich finde, die Frage sollte man sich zuerst beantworten, bevor man fragt, was man an seinem letzten Tag dann wirklich machen würde. Zumal ja nur die wenigsten Menschen wissen, wann ihr letzter Tag gekommen ist, bzw. sie dann nicht mehr in der Lage sind, das zu machen, was sie sich gerne wünschen, z.B. kranke Menschen, aber diese Menschen haben wahrscheinlich auch nicht mehr so hochtrabende Vorstellungen vom letzten Tag wie wir, sondern eher kleine, realistische Wünsche. Wenn ich wüsste, wann ich sterbe würde, kann ich noch all die Dinge erledigen, die mir wichtig sind, so dass ich mir, wenn ich wirklich im Sterben liebe, nicht vorwerfen muss, was ich alles noch hätte machen müssen. Wenn ich den Tag wirklich wüsste, würde ich all die unangenehmen Dinge, die ich noch erledigen muss, weil auch die mir wichtig sind, nicht mehr verschieben. Ich würde ruhig sterben können, wenn ich wüsste, dass ich auf dieser Erde keine Fragen mehr hinterlasse, wenn ich meinen Freunden und meiner Familie die Möglichkeit gegeben habe, mich all dass zu fragen, was sie bewegt. Wie oft wirft man sich nach dem Tod eines Menschen vor, warum man ihn dieses oder jenes nicht gefragt oder gesagt hat. Wie schon gesagt, wissen aber die meisten Menschen nicht, wann sie sterben, also bin ich bemüht, alle dies Fragen nicht im letzten Monat, in der letzen Woche, am letzten Tag oder in meiner letzten Stunde zu klären, sondern ständig, damit ich, wenn es mich unerwartet treffen sollte, trotzdem ruhig sterben kann. Dass heißt für mich nicht, dass ich jetzt zu jedem Menschen scheißfreundlich sein muss, damit ich mich an meinem Letzten nicht mehr bei ihm entschuldigen muss, denn nicht jeder Mensch ist mir gleich wichtig. Dass heißt für mich auch nicht, dass ich jeden Streit vermeide, nur damit ich nicht mit diesem Mensch im Streit auseinander gehe, wenn ich sterbe. Aber es heißt für mich, dass ich dieses Streit kläre, wenn ich dazu bereit bin, und es nicht noch auf die lange Bank schiebe, dass ich mich entschuldige, wenn ich es für angebracht halte, dass ich jemanden sage, wie sehr ich ihn mag, und es nicht aus falscher Verlegenheit für mich behalten würde. Im übrigen würde ich mich an meinem Letzten von allen Menschen verabschieden, die mir wichtig sind und mich bei ihnen bedanken, dass sie mir in meinem Leben zu Seite standen, mich begleitet haben. Gruß Lena |
| Manley | ich versuche, jeden tag so bewußt wie möglich zu erleben, da ich im letzten sommer einen bösen unfall hatte, bei dem ich locker auch hätte sterben können, wenn ich nicht so viel glück gehabt hätte. ich will einfach jeden abend sagen können "das war ein schöner tag", daß das natürlich nicht immer geht, weil man arbeitstechnisch oder in der familie / beziehung streß hat, ist auch klar. aber ich finde, man sollte es unbedingt versuchen, denn morgen kann man schon tot sein, ohne es vorher zu wissen. |
| DemonOfLove | ich glaube dieses Lebensmotto soll die Menschen dazu ermutigen nicht alles immer so ernst zu sehen... ich kann zumindest versuchen jeden Tag zumindest einmal das Gefühl zu haben das ich etwas erreicht habe... oder einfach mit Hilfe aller Sinne das Leben wahrzunehmen... |
| Kerith | Hier heißt es immer, man solle den 'letzten Tag' soundso leben. Sich Zeit für Personen nehmen die einem wichtig sind, Dinge tuen die einem Spaß machen. Was, wenn einem niemand wichtig ist? Was, wenn einem nichts Freude bereitet? |
| roddy | Ich denke, hier gilt es - wie so oft - einen Kompromiss zu treffen. Wenn ich heute leben würde, als wäre es mein letzter Tag, würde ich wahrscheinlich morgen im Abitur versagen :), würde ich jemanden ein letztes Mal sehen wollen, von dem ich einfach Abstand brauche um mich nicht selbst unglücklich machen zu müssen - das sind Dinge, bei denen ich es für sinnvoller halte, nicht jeden Tag zu leben, als wäre es der letzte. Auf der anderen Seite würde ich wohl vielen Menschen, die mir wichtig sind, sagen, dass sie mir so wichtig sind - was ich nicht für falsch halte, auch in Anbetracht dessen, dass morgen (wahrscheinlich) doch noch ein Tag ist. Ich halte ein Mittelmaß zwischen "nur im jetzt und für jetzt leben" und "nur an morgen denken, nur planen" ist angebracht. |
| angel of sorrow | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kerith [/i] [B] Was, wenn einem nichts Freude bereitet? [/B][/QUOTE] Gibt es das überhaupt?? Ich denke nicht, denn irgendwetwas bereitet jedem Freude, und das soll man versuchen in den Tag einzubringen |
| Kerith | [QUOTE][B]Gibt es das überhaupt??[/B][/QUOTE] Warum nicht? |
| Manley | ich kann mir nicht vorstellen, daß es für manche menschen wirklich nichts, so absolut gar nichts gibt, das ihnen freude macht. sollte es aber doch so sein, ist das wirklich, wirklich traurig. |
| NyoMic | [QUOTE][i]Original geschrieben von angel of sorrow [/i] [B]Gibt es das überhaupt?? Ich denke nicht, denn irgendwetwas bereitet jedem Freude, und das soll man versuchen in den Tag einzubringen [/B][/QUOTE] ich denke auf dauer gibt es soetwas nicht da so eine person auf keinen fall auf längere zeit lebensfähig wäre. was natürlich jeder mal hat sind momente der absoluten freudlosigkeit, aber wie gesagt das sind nur momente, abschnitte, zeitspannen. |
| Manley | ja, das kenn ich auch. hatte im august/september nach meinem unfall so eine phase, und ab und zu kommt es wieder, aber nie für längere zeit. |
| paganeyes | Erst einmal danke für eure Antworten. @Kerith Ich hoffe, daß das nur eine schlimme 'Phase' ist die du durchmachst, ich kann mir gar nicht vorstellen, daß man nur so fühlt. Ich hoffe, du schaffst das. Solche Tage/Wochen und auch Monate kenne ich gut, deshalb nochmal die Frage seht ihr das als verlorene Zeit an oder denkt ihr im Endeffekt hat es euch weiter gebracht, auch in eurer persönlichen entwicklung. Ich für mich glaube, daß ich dadurch mich auch positiv verändert habe und wenn ich vor der entscheidung stehen würde, ich würde es nciht ändern. |
| LaChatte | Mein Vater hat mir mal von den Ferien eine Karte geschrieben: "Ich sitze in Venedig, fühle mich wie in einem anderen Jahrhundert und versuche, mit meinem Vater die Gespräche zu führen, die ich nie mit ihm geführt habe, als er noch am Leben war..." Ich denke, es geht darum, den Mut zu finden "alle Rechnungen zu begleichen", den Mut zu finden, Dinge auszusprechen, von denen man später bereut, sie nie ausgesprochen zu haben, als noch Zeit dazu war. Ich hab schon oft Leute sagen hören "ich hätte gern meinem Grossvater noch gesagt, dass ich ihn gern hab, dass ich ihm verziehen hab, aber nun ist er tot...", solche Dinge. Dass wir, sobald wir nicht mehr auf der Erde sind, alles geregelt haben. Und wenn man diese Einstellung hat, jeden Tag wie den letzten zu leben, dass man vielleicht aufrichtiger und wahrhaftiger lebt. |
| Manley | ich weiß nicht, ob ich diese tage und wochen als verlorene zeit ansehen soll. ich hab diese zeit gebraucht, um wieder auf die füße zu kommen und den schock zu überwinden. die bilder sind zwar immer noch in meinem kopf, aber wenigstens habe ich dadurch gelernt, daß ich nie, nie wieder im ausland auto fahre... nein, verschwendet war die zeit nicht. auch nicht ideal genutzt, aber sie hatte durchaus ihren sinn. |
| roddy | [QUOTE][i]Original geschrieben von paganeyes [/i] [B]Solche Tage/Wochen und auch Monate kenne ich gut, deshalb nochmal die Frage seht ihr das als verlorene Zeit an oder denkt ihr im Endeffekt hat es euch weiter gebracht, auch in eurer persönlichen entwicklung. Ich für mich glaube, daß ich dadurch mich auch positiv verändert habe und wenn ich vor der entscheidung stehen würde, ich würde es nciht ändern. [/B][/QUOTE] Ich persönlich stehe gerade am Ende einer solchen Zeit bzw. bin gerade darüber hinweg ? (ich weiss es selbst nicht genau) Ich merke genau, wie mich diese Zeit verändert hat und bin sehr froh darüber, wer ich durch diese Zeit geworden bin. Dennoch weiss ich nicht, ob ich diese Zeit freiwillig noch einmal durchleben wollen würde, wenn ich die Wahl hätte. |
| Manley | nein, noch mal erleben müßte ich diese wochen nicht. wirklich nicht. wenn man morgens schon aufwacht mit der angst vor dem tag und der zukunft danach... nein, das muß ich nicht wieder haben. |
| paganeyes | @Manley Ich kann mir das nur vorstellen und selbst dass mag ich nicht tun. Ich hoffe mittlerweile geht es dir besser!! Ich weiß nur für mich, daß ich heute mit so vielem anders umgehen würde, wenn ich es nochmal durchleben müßte/würde und mich wehren würde, ich würde nie wieder mich so verhalten wie ich es damals getan habe, aber ich weiß, daß es mich dahin gebracht hat wo ich heute bin und um mein Heute bin ich dankbar. Ich glaube, wenn mein Leben anders verlaufen wäre, würde mir sehr viel (unbewußt) fehlen, das trifft natürlich nicht auf jeden und alles zu. Wobei ich auch sagen muß, wenn ich es nochmal durchmachen müßte und mich anders verhalte, ist es wohl auch nicht dasselbe... |
| Manley | paganeyes, danke für die lieben worte. inzwischen (das ganze ist im juli letzten jahres passiert) geht es mir in der tat sehr viel besser, um nicht zu sagen, es geht mir wieder richtig gut. ich blicke optimistisch in die zukunft und kümmere mich auch darum, mache ein praktikum in einer werbe- und pressestelle. ich hab wieder richtig spaß am leben, könnte man sagen. |
| paganeyes | OT @Manley Das freut mich wirklich und ich wünsche dir alles Gute dabei und hoffe, dass nie wieder etwas ähnliches passiert. |
| Manley | danke dir! |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]Ich denke, es geht darum, den Mut zu finden "alle Rechnungen zu begleichen", den Mut zu finden, Dinge auszusprechen, von denen man später bereut, sie nie ausgesprochen zu haben, als noch Zeit dazu war. Ich hab schon oft Leute sagen hören "ich hätte gern meinem Grossvater noch gesagt, dass ich ihn gern hab, dass ich ihm verziehen hab, aber nun ist er tot...", solche Dinge. Dass wir, sobald wir nicht mehr auf der Erde sind, alles geregelt haben. Und wenn man diese Einstellung hat, jeden Tag wie den letzten zu leben, dass man vielleicht aufrichtiger und wahrhaftiger lebt. [/B][/QUOTE]So verstehe ich dieses Motto auch. Es geht nicht darum, keine Pläne für die Zukunft zu haben. Im Gegenteil denke ich, daß Pläne für die Zukunft einen am Leben erhalten, weil man "erst dies und das noch fertig machen" will, bevor der letzte Tag kommen kann. Aber wenn man weiß, daß man Mißverständnisse ausgeräumt hat, anderen eine Freude bereitet hat, lebt man nicht nur aufrichtiger, sondern auch ruhiger und gelassener. Man hat zunehmend weniger Angst vorm Tod (auch wenn er in jedem Falle ein trauriges Ereignis bleibt), und man kann sich mehr auf das Leben freuen. Mir geht es jedenfalls so, daß ich an Tagen, an denen ich es geschafft habe, Mißverständnisse auszuräumen oder (mir oder anderen) etwas "Gutes" zu tun, nachts ruhig und tief schlafe, und am nächsten Tag ziemlich ausgeglichen bin, auch wenn ich nur kurze Zeit schlafen konnte. Oder anders gesagt: abends etwas länger zu machen und dadurch noch einige Dinge zu Ende bringen, hat bei mir eine viel bessere Wirkung als eher zu Bett zu gehen und dann wegen der unerledigten Dinge schlecht zu schlafen. |
| angel of sorrow | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]Mein Vater hat mir mal von den Ferien eine Karte geschrieben: "Ich sitze in Venedig, fühle mich wie in einem anderen Jahrhundert und versuche, mit meinem Vater die Gespräche zu führen, die ich nie mit ihm geführt habe, als er noch am Leben war..." Ich denke, es geht darum, den Mut zu finden "alle Rechnungen zu begleichen", den Mut zu finden, Dinge auszusprechen, von denen man später bereut, sie nie ausgesprochen zu haben, als noch Zeit dazu war. Ich hab schon oft Leute sagen hören "ich hätte gern meinem Grossvater noch gesagt, dass ich ihn gern hab, dass ich ihm verziehen hab, aber nun ist er tot...", solche Dinge. Dass wir, sobald wir nicht mehr auf der Erde sind, alles geregelt haben. Und wenn man diese Einstellung hat, jeden Tag wie den letzten zu leben, dass man vielleicht aufrichtiger und wahrhaftiger lebt. [/B][/QUOTE] LaChatte, du hast das wirklich schön in Worte gefasst... danke |
| Manley | ihr beide sprecht mir wirklich aus der seele. früher habe ich versucht, es allen recht zu machen und niemandem ein böses wort zu sagen, aber das funktioniert so nicht. man muß lernen, echte freunde von falschen zu unterscheiden, um wirklich zufrieden sein zu können. einem echten freund kann ich auch mal sagen "hey, was du machst, finde ich sch***", der nimmt mir das nicht übel. und wenn man die leute selektiert hat, die einen nur ausnutzen wollen, dann hat man eindeutig ein besseres leben und endlich reinen tisch gemacht. wenn ich morgen sterben müßte, könnte ich immerhin sagen, daß ich allen das gesagt habe, was nötig war. denen, die ich nicht leiden kann, hab ich es auch gesagt, und die, die ich lieb hab, wissen das auch. |