| Menedemos | Ich hatte unlängst eine heiße Diskussion. Neulich ist im "Stern" ein Artikel erschienen, der von einer Initiative berichtet, die darauf abzielt, daß Eltern für ihre Kinder wählen können sollten. Der Grundgedanke: Obwohl Kinder Staatsbürger sind und Menschen mit natürlichen Rechten, sind ihre Interessen in unserer Demokratie überhaupt nicht vertreten. Deshalb soll jedes Elternteil pro Kind eine halbe Stimme bei Wahlen bekommen, bis das Kind die Volljährigkeit erreicht und selber wählen darf. Damit sollen - neben grundsätzlichen staatsphilosophischen Motiven - auch die Intessen der Familien, die bisher demokratisch unterrepräsentiert sind, gestärkt werden. Meinungen dazu? |
| Selian | Dazu geb ich mal ein klares Nein ab. Das die Interessen der Kinder in der Demokratie nicht vertreten sind ist nicht korrekt. Das fällt in den Bereich des Familienministeriums. Das Kinder Staatsbürger sind und ihre Rechte haben steht ausser Frage, diese spricht ihnen ja auch niemand ab. Aber das Recht zu Wählen hat man eben erst mit 18 Jahren. Das ist meiner Meinung nach sinnvoll weil Kinder kaum in der Lage sind eine bewußte politische Entscheidung zu treffen. Nun könnte man vielleicht noch über die Altersgrenze diskutieren, ob 18 oder 16 damit könnte ich besser leben als mit dieser in der das Wahlrecht auf die Eltern übertragen werden soll. Das läuft daraus hinaus, das die Eltern wählen was SIE wollen nur halt in doppelter bis 10facher Ausführung (Abhängig davon wieviele Kinder sie haben). Am Ende ists dann so das die Partei eine Wahl gewinnt, welche den Eltern gerade das höhere Kindergeld verspricht, da diese dann von allen Eltern gewählt wird mit doppelten und dreifachen Stimmen. Wer vertritt dann bitteschön die Interessen der Kinderlosen? Die sind dann arg benachteiligt würde ich sagen. |
| decay73 | NEIN. Im wesentlichen schließe ich mich Selian an. Wählen sollte nur der, der selbsändig in der Lage ist, sich einigermaßen ein Urteil zu bilden und seine Meinung frei und unabhängig kund zu tun. Wer garantiert denn, dass die Eltern wirklich das tun, was ihre Kinder tatsächlich wollen würden? Wo muß man weiter machen? Bei den geistig behinderten Menschen? Bei den alten, senilen Menschen? Für diese Gruppen muß die Gesellschaft Interessensgruppen parat halten, die sie unterstützen und die für ihre Rechte eintreten, aber sie für Meinungsäußerungen anderer "zu mißbrauchen", halte ich für falsch. ~decay~ |
| Julya | auch von mir ein deutliches nein! und ich sage nur einen satz dazu: auch nazis haben kinder.... |
| Distroia | Jo, ihr habt mich überzeugt, hab auch für "nein" gestimmt... |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i] [B]Wählen sollte nur der, der selbsändig in der Lage ist, sich einigermaßen ein Urteil zu bilden und seine Meinung frei und unabhängig kund zu tun. [/B][/QUOTE]Wer ist denn heute schon in der Lage, sich selbst ein Urteil zu bilden? Wenn man sich die heutigen Wahlgesetze anschaut, dann gewinnen schon rein formal die Parteien, die das meiste Geld zusammentragen können. [QUOTE][B]Wer garantiert denn, dass die Eltern wirklich das tun, was ihre Kinder tatsächlich wollen würden?[/B][/QUOTE]Wer garantiert heute, daß die "Volksvertreter" das tun, wofür sie gewählt wurden? Ich sage grundsätzlich [B]JA[/B] zu einer eigenen Stimme für jeden Menschen, Kinder eingeschlossen. Man müßte dann nur überlegen, ob die Wahlgesetze dann dahingehend geändert werden müßten, daß die Kinder (später) nachvollziehen können, wie die Eltern für sie entschieden haben. Damit würde man das Verantwortungsgefühl der Eltern stärken. Überdies bin ich sowieso der Meinung, daß nicht Personen und Parteien gewählt, sondern per Wahl Sachfragen entschieden werden sollten, so ähnlich wie in der Schweiz. [QUOTE][B]Wo muß man weiter machen? Bei den geistig behinderten Menschen? Bei den alten, senilen Menschen?[/B][/QUOTE] |
| Teire | Unabhängig davon was Kinder wollen wäre ich auch für ein striktes"Nein" und nicht weil ich denen das nicht gönne sondern wegen dem das die keine oder selten richtige eindrücke vom Leben haben,woher sollten diese wissen was gut und was nicht gut wäre wenn sie selbst nichts damit am Hut haben...und sogesehen wäre das nur einzig und allein vorteilhaft für die Elternteile mit der entsprechenden Kinderzahl..... Im allgemeinen dennoch empfinde ich diese Idee als völliger Schwachsinn! Also Nein! |
| Asmodyrian | NEIN, und das obwohl ich selber noch nicht wählen kann aber gerne würde, allerdings aus den schon bereits genannten Gründen wie Ausnutzung durch die Eltern. |
| LaChatte | Ich denke, es gäbe intelligentere Möglichkeiten, die Jungen für die Demokratie zu begeistern, wie zum Beispiel Jugendparlamente mit einer gewissen Entscheidungsbefugnis. Denn sie sollen doch wirklich ihre eigene Position vertreten können, und die Weltanschauung von Eltern und ihren Kindern ist ja manchmal meilenweit voneinander entfernt. |
| Taryk | Ich halte dieses 'Treuhänderische Wahlrecht' für gar nicht gut. Es ist zwar ein nobler Gedanke, die interessen von Kindern in einer Demokratie einfliessen zu lassen, doch halte ich es für schlehct, es über dieses System zu machen, da ich befürchte, dass viele Eltern 'ihre' Partei für 'ihre' Interessen wählen, selbst wenn sie damit glauben, die Interessen ihres Kindes vertreten zu haben. Eher würde ich ein weiteres Herabsenken des Wahl-Alters unterstützen. |
| David v. Weber | Ich habe mit Nein gestimmt, da ich denke, dass sowas gegen das grundbild unserer Demokratie spricht. Es wäre ein Rückschritt. Da die Eltern wohl kaum in der Lage wären, ihren Wahlwunsch von dem ihrer Kinder zu trennen, wäre es de facto so, dass einige Bevölkerungsgruppen (Eltern) beim Wählen mehr Stimmen haben als andere. Ein Mehrklassen Wahlrecht widerspricht aber zumindest meiner Vorstellung von Demokratie und da ist es mir egal, ob die Stimmenanzahl von Adel, Steueraufkommen, Bildung, Kindern oder sonstwas abhängt. Es widerspricht einfach dem Gleichheitsgedanken, deshalb von mir ein klares Nein. Sinnvoller wäre es, über die Herabsetzung des Wahlalters zu diskutieren oder über Jugendparlamente (mit Befugnissen) oder einer "JugendlichenQuote" in den Regierungsorganen. |
| farehty | bin auch dagegen, da ich denke, dass sich die meisten kinder nicht so wirklich mit der politik auseinander setzen. außerdem ist mir noch kein 6jähriges kind untergekommen, welches die grünen o.ä. toll fand und der meinung ist, diese oder jene partei sollte gewählt werden. es würde höchstwahrscheinlich darauf hinaus laufen, dass sie der gleichen meinung sind wie ihre eltern. sie haben wenig ahnung vom geschehen und zweifeln die politische einstellung ihrer eltern nicht an, da bis zu einem gewissen alter die eltern als unfehlbar gelten und und diese würden ihre vorbildfunktion - ohne es zu wissen oder "böse" zu meinen - für ihre politische gesinnung ausnutzen. |
| mjb | Ein Nein auch von mir. Wenn schon, sollten die betroffenen auch selbst wâhlen dürfen. Ihc bin dafür, das Wahlrecht auf 16 jahre zu setzen. das system mit der halben stimme ist schon nicht schlecht. und auch irgendwie schwachsinn. Wahlrecht ab 18, das sollte so bleiben. |
| BlackSpawn | Ebenfalls Nein! Ausnutzung durch Eltern etc. Kinder sind weder politisch genug informiert und nicht in der Lage politisch zu überlegen, begriffe etc... zumindest die meisten daher auch keine halben stimmen oder wahl ab 16 Schau dir doch mal die 16 jährigen heute an, da wäre ich eher dafür das wahlrecht auf 20 zu verlegen... |
| Demon17 | Auf jedenfall für das treuhänderische Wahlrecht. Kinder haben keine Lobby. Es gibt immer noch keine flächendeckende Versorgung mit ausreichend Kindergartenplätzen. Städte werden nach wie vor nach den Bedürfnissen von Erwachsenen konzipiert und die Schuldenpolitik der Regierungen zeigt das die herrschende Generation die Lösung ihrer Probleme bedenkenlos auf die kommenden Generationen verschiebt. think twice its magic demon17 |