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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: die heutige Einsamkeit
StadtphilosophIn der heutigen zeit strebt der mensch nach zweisamkeit, weil das faktum der einsamkeit einen immer größeren bestandteil unserer heutigen gesellschaft bildet. auf der überholspur bleibt kein platz mehr für andere sache, die tiefer gehen und die oberflächlichkeit zu zerschneiden vermögen. es ist jeder in sich selbst gefangen und dadurch, dass er nicht dagegen ankämpfen kann, wird er vom strom mitgerissen und verschlimmert so seinen eigenen zustand permanent zusammen mit anderen. für den normalen menschen in seiner kleinen scheinwelt, wird dieser zustand an sich kein problem darstellen, da er zum einen nicht über oberflächliches denken hinausgelangt, zum anderen dadurch kein problem damit hat, im strom mitzuschwimmen. bleibt ihnen also nur das letzte problem, nämlich die vorherschende einsamkeit. diese wird durch sexuelle triebbefriedigung auhc oberflächlich gelöst. für alle anderen tiefersitzenden komplexe hält die heutige gesellschaft genug ablenkung bereit, um dem einfachen menschen linderung zu verschaffen. selig sind die geistig schwachen, denn ihrer ist das himmelsreich und was bleibt dem Rest?..... Der Fluch....


ich ende mit adorno:
"Es gibt kein richtiges Leben, im falschen."

greetz Staphi
NoctuaIch verstehe nicht, was Zweisamkeit mit Oberflächlichkeit zu tun haben soll. Wenn ich in einer Beziehung lebe, die voller Liebe steckt, tue ich das deiner Meinung nach nur deshalb, weil ich nicht allein sein kann, weil ich jemanden brauche, der mich mitschwimmen läßt, weil ich mich ablenken muss und selbst nicht klar komme? Kann ich, wenn ich jemanden an meiner Seite habe, nicht erst recht aus mir herausgehen und individuell genug sein?

Menschen können niemals glücklich sein, wenn sie allein sind. Auch Probleme und Krisen kann man allein selten lösen, denn man sieht ja nicht, wie man sich helfen kann. Man braucht nun einmal jemandem, der einem ab und zu hilft, der einem einen Denksntoß verpasst.

Deinem Standpunkt kann ich mich nicht anschließen bzw. deine Sicht der Dinge kann ich wirklich nicht teilen. Wahrscheinlich hast du nur ein falsches Bild von einer Beziehung. Denn es gibt Beziehungen, die wirklich tiefsinnig sein können, auch ohne dabei seine Identität bzw. Individualität verlieren zu müssen.

Vielleicht interpretiere ich deine Gedanken auch nur falsch. Ich weiss es nicht.
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Stadtphilosoph [/i]
[B]ich ende mit adorno:
"Es gibt kein richtiges Leben, im falschen."

greetz Staphi [/B][/QUOTE]

Darüber würde ich mich mit Adorno mal gerne unterhalten ;)
Wenn man das falsche erstmal als gegeben akzeptiert, kann auch dort ein Richtig existieren.
Anders ausgedrückt, man kann auch aus etwas schlechtem noch das beste herrausholen.
Ansonsten, was ist schon richtig oder falsch?
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Noctua [/i]
[B]Menschen können niemals glücklich sein, wenn sie allein sind. [/B][/QUOTE]
Warum nicht?

[QUOTE][B]Auch Probleme und Krisen kann man allein selten lösen, denn man sieht ja nicht, wie man sich helfen kann. Man braucht nun einmal jemandem, der einem ab und zu hilft, der einem einen Denksntoß verpasst.
[/B][/QUOTE]
Würde ich so auch nicht akzeptieren. Auch wenn man alleine ist muß man Probleme und Krisen zwangsläufig irgendwie meistern. Abgesehen davon hat man viele Probleme der Zweisamkeit in der Einsamkeit nicht. Man hat möglicherweise andere, aber meiner Meinung nach wesentlich weniger.
TeireEigentlich ist das total verschieden bei den jeweiligen Individuen....aber im allgemeinen würde ich das gleiche sagen

Menschen brauchen Menschen um sich selbst zu bereichern....oder sich selbst zu sehen und zu ändern...
Noctua[QUOTE]Menschen brauchen Menschen um sich selbst zu bereichern....oder sich selbst zu sehen und zu ändern... [/QUOTE]

Genau so sehe ich das.

Wahrscheinlich ist es wirklich von Mensch zu Mensch verschieden. Manche werden in Beziehungen auch nicht glücklicher, aber bei mir war es jedenfalls so, dass ich erst durch diesen einen Menschen gesehen hab, wie ich mir selbst helfen kann.
anima nata lacrimansIch glaube nicht, dass es menschen gibt, die wirklich glücklich sind in ihrer Einsamkeit...man kann sich vieles selbst erzählen, z.B. , dass ja alle so oberflächlich sind, das man nicht verstanden wird und es da besser ist, man bleibt für sich...
Aber auch dann ist man ja nicht gern einsam, man sieht es nur als das geringere Übel an...

Sich im gegensatz dazu mit möglichst vielen "freunden" zu umgeben und den eigentlichen Wunsch nach einem menschen mit Bedürfnisbefriedigung gleichzusetzen ist die andere Lösung...aber so richtig zufreiden wird man dami wohl auch nicht, amn kann allenfalls spaß daran haben...

Der Mensch ist ein soziales Wesen, in jedem Lebensabschnitt kommen neue beziehungen hinzu, werden alte abgebrochen oder weniger intensiv wahrgenommen...erfolgt dies nicht, hat es Einfluss auf die Entwicklung...
Außerdem ist der häufigste grund für Selbstmorde an den Feiertagen Einsamkeit...
MenedemosNun, ich glaube zwar, daß es schon unterschiedliche Menschentypen gibt, die einen brauchen mehr menschliche Kontakte, die anderen nicht ganz so viele, aber insgesamt stimmt das natürlich schon, was anima schreibt.

Ich z.B. brauche schon manchmal meine Ruhe und meine Einsamkeit, aber bei weitem nicht immer. Und wie es der Teufel so will, scheint immer genau dann niemand da zu sein, wenn man am dringendsten einen Menschen bräuchte.

Neulich habe ich bei Tacitus etwas sehr Interessantes über Einsamkeit gelesen:

"Der Kaiser war von solchen neidischen Sorgen umgetrieben, aber er hielt es für das Beste, seinen Haß für den Augenblick verborgen zu halten, [b]indem er - was ja immer ein Zeichen grausamer Pläne war - dem Genuß der Einsamkeit frönte.[/b]"

([i] talibus curis exercitus, quodque saevae cogitationis indicium erat, secreto suo satiatus, optimum in praesentia statuit reponere odium.[/i])
SenecaEs ist nicht immer so einfach, wie es geschrieben steht.
Natürlich streben alle Menschen mehr oder weniger nach Zweisamkeit, doch auch die Motive müssen dabei bedacht werden.
Zu viele wollen einen Partner, der sie ihre Problem mit sich selbst vergessen lässt, auch nur eine Art der Verdrängung.
Dazu kommt einer der seltsamsten Streiche den unser Anspruchsdenken uns spielt:

Wir schätzen jene Personen zu gering, die uns ihre Zuneigung gestehen... anstatt mit ihnen unserer Einsamkeit zu beenden, stürzen wir sie in die missliche Lage des Abgewiesenseins, während wir unsere Aufmerksamkeit und unser Verlangen einer Person zuwenden, die uns mit Sicherheit abweisen wird, sobald wir ihr Avancen machen, die über das rein bekanntschaftliche hinausgehen...!

Zumindest mich verfolgt diesem Muster schon mein Leben lang...
ilumina@ Seneca

....manchmal gibt es tatsächlich kleine Wunder, die uns aus unseren sonderbaren Mustern heraus führen.

Ich kenne was Du beschrieben hast nur all zu gut auch aus eigener Erfahrung.

...und ich muß Dir sagen:

Ja! Es gibt den Weg heraus aus diesem Muster!

Ja!!! Es gibt Wunder!!!

[OT]: ...schade Seni, wir hatten gestern noch gaaanz läääckaaare Hackfleischbällchen im Schlepp....! *smile*

Wann beehrst Du uns mal wieder??? [/OT]
alcedoverloren in der Zeit
deren Werte
dem Herzen verschlossen bleiben

verführt durch die Sinne
dem folgend
die Sehnsucht erwacht

gezwungen zum Schein
dessen Unsicherheit
ein Scheitern erzwingt

die Suche scheint entlos
wann mag
das Verständnis begegnen

----

Ja so ist es, es existiert leider nur das Bestreben zu lieben, jedoch nicht geliebt zu werden.

Man möchte den Patner immerfort bewundern. Doch leider kippt die Verbindung leicht zu einer Seite. Dem Erlebnishunger verführt bleibt man ausgesetzt dem Urteil des Partners, dessen kühle Grausamkeit gilt es zu ertragen.

Schlimmer noch die dann folgende Einsamkeit, die einerseits zu einer gewaltigen Kraft an Kreativität befähigt, dessen Früchte jedoch leicht den fauligen Geschmack des Leidens tragen. Mir fällt es schwer eine freudige Fasade zu halten, um einen Ausweg zu finden. Die Hoffnung bleibt, wieder eine Phase des Glücks zu finden.

@ilumina, schön Dein Licht der Leichtigkeit
ilumina@ alcedo

Danke für Deine Worte - Dein Gedicht hat mich sehr berührt.


[QUOTE]bleibt man ausgesetzt dem Urteil des Partners, dessen kühle Grausamkeit gilt es zu ertragen[/QUOTE]

Es kann Dich niemand dazu zwingen, etwas dieser Art zu ertragen. Leider zwingen wir uns immer selbst zu solchen Leiden.

Ja, wir wählen unsere Leiden selbst.

Fällt dann mal etwas aus diesem gewohnten Rahmen heraus, schmerzt es mal nicht, kommt man damit dann eigentlich auch nicht klar. Es ist dann so anders, als man es eigentlich kennt - es ist so unheimlich und so bedrohlich! Man muß sich ja dann auf etwas neues, unbekanntes einlassen...

...und wenn man es tatsächlich zulassen würde, könnt es einem ja tatsächlich gut tun!

Oh, welch ein Schock! Oh, welch Grausamkeit!

Ich mache gerade meine ersten Schritte in diese Richtung - Liebe, Vertrauen und vielleicht sogar sowas wie "Bewunderung" zulassen. Es ist so ungewohnt! Es ist so fremd! Da man sich selbst immer als "unwürdig", "nicht liebenswert" oder wer weiß was noch alles erachtete...

[CENTER][B]Aber es tut so wahnsinnig gut und eigentlich ist es überhaupt nicht schwer ...man muß es nur geschehen lassen - sich einfach fallen lassen...[/B][/CENTER]
alcedoDie Grausamkeit habe ich nur auf das Urteil der Einsamkeit bezogen. Ich bin unfähig zu negativen Gefühlen gegenüber meiner verlorenen Liebe. Zu viele schöne Jahre sind nicht vergessen.
Der Fall in die Melancholie ist natürlich immer selbst verschuldet. Die Fähigkeit zur selbst Selbstbeobachtung hilft, die Folgen wahrzunehmen und die Trauer in einen zeitlich begrenzten Rahmen zu verweisen.
Mir bleibt die Wahrnemung der vielen kleinen schönen Dingen, die eine große Veränderung mit sich bringt. Das Fehlen eines vertauten Panterns der Ruhe und Geborgenheit gibt, schmerzt halt einfach ziemlich. Nur leider mußte ich auch die Erfahung machen, Liebe geben findet wenig Anerkennung und das Seltene zu finden baucht Zeit.

Nach einem langen schönen Fall, schlägt man leider meißt hart auf. Will nicht lernen aus den Schmerzen und lasse mich wieder fallen ...
Any BodyDer Rückzug in diese

[list]
[*]aus Angst wieder den Schmerzen ausgesetzt zu sein
[*]um Kräfte zu sammeln und sich des Schönen zu besinnen
[*]um die Zeit verstreichen zu lassen
[*]um vergessen oder verdrängen zu können
[*]um sich in Traumwelten zu verlieren
[*]um die Dinge auszusprechen, die sich nicht getraut werden jemanden wahrhaftig mitzuteilen
[*]zum Schutz seiner selbst und andere
[*]ersehnt und verflucht...[/list]
sutekhNun ich würde sagen es gibt sowohl dies als auch das.
Es gibt duchaus auch die Möglichkeit eine Beziehung oder besser gesagt eine Liebe zwischen zwei Menschen zu leben die voller Liebe und Verstädnis und dem Erkennen des anderen ist.
Demzufolge sind meiner Meinung nach nicht alle Beziehung auf Verdrängung der Einsamkeit oder auf die Verdrängung von Inneren Problemen aus. Natürlich kann es soetwas auch geben doch auch hier sind die tieferen Gründe zu hinterfragen. Sicherlich richtig ist das die Menschheit generell immer oberflächlicher wird und weniger nachdenket sondern mehr vor sich hin lebt das kann natürlich auch in "Beziehungen" der Fall sein - Oft sind diese Beziehungen dann auch genau das nämlich "Beziehungen" aber haben nichts mit tieferer Liebe oder tieferen Verständnis zu tun. Leider gibt es soetwas auch ja. Aber auch hier sind explizit die Gründe zu hinterfragen - auch hier kann es sein das es nicht so ist wie es scheint was heist nicht jeder der eine Beziehung mit jemanden führt den er nicht liebt ist per se oberflächlich es kann sehr viele verschiedene Gründe haben warum ein Mensch soetwas tut und nicht alle sind oberflächlich. Das heist nicht das ich es gut finde aber trotzdem sollte man erst die wahren Gründe hinterfragen denke ich. So denke ich gibt es auch Menschen di verletzt worden sind und die sich nicht mehr wirklich öffnen wollen bzw. sich nach außen hin verschließen usw. .Wie gesagt das ist ein weitreichendes Thema... .Am Ende bleibt denke ich die Gewissheit das es auch "Beziehungen" oder besser Lieben gibt die aus tiefer Inneren Liebe geführt werden und nicht aus irgendwelchen anderen Gründen... .
Ob ein Mensch alleine Glücklich werden kann liegt in seinem selbst verborgen. Wenn ein Mensch das so sieht dann kann es wohl auch so sein. In der Vorstellung des Menschen liegt seine Sichtweise der Realität. Ich denke nicht das es dafür eine allgemeingültige Antwort gibt. Ich persönlich würde sagen
das die "Liebe" sowie die "Freundschaft" teil meiner Weltanschauung ist so strebe ich nach der Wahrheit die ich sehe sei es in Freundschaft oder Liebe demzufolge macht mich Freundschaft und Liebe auch glücklich sowie viele anderen Dinge
auch demzufolge glaube ich das ich glücklich bin wen ich Liebe und wenn ein wahrer "Freund" an meiner Seite steht. Aber das ist nur meine Sichtweise. Es kann soviele Sichtweisen geben wie es Menschen gibt.
Kehlendir"es gibt kein richtiges leben, im falschen"

ist das also so.... hm, dann frage ich mich wo wir gerade leben.... dies alles ist falsch und aber millionen menschen leben darin.. sie leben und akzeptieren... scheinbar gibt es doch ein leben im falschen...

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