| White_Fang | Obligatorisches Hallo erst mal., Ich bin hier aktiv seit ungefähr einem Jahr, und aus meinem Erfahrungen kann ich wohl schließen, dass die große Masse hier sich eher als nonkonformistische bezeichnen würde. Deshalb denke ich, dass mir viele wohl nicht zustimmen werden. Aber ich erwarte sowieso weder Antworten noch Resonanz hier. Folgendes Phänomen nötig mich schon seit einiger Zeit zum Nachdenken: Vor nunmehr drei Monaten wurde ich eingezogen und diene seit dem 01.04 in der Bundeswehr. Das Leben in der Bundeswehr unterscheidet sich in jeder Beziehung von meinem vorherigem Leben. Ich bin vollkommen abgeschnitten, von meinem zivilen Leben. Es gibt keinen Fernseher, keine Zeitung etc. Und alle meine Leistungen und Erfahrungen die ich zuvor erbrachte, die auch einen großen Teil meiner Selbst ausmachen, zählen nichts. Das Leben dort ist eine Art Konklave einer Pseudogesellschaft, mit ihrem eigenem sozialem Gefüge, Regeln und Gesetzen. Anfänglich waren einem die Spielregeln dieser Gesellschaft fremd, undurchschaubar und, nicht nur in meinem Fall, abstoßend. Ich hasste einfach alles daran. Die Selbstverständlichkeit der Ausbilder mit der sie Macht über einem ausüben, die täglich Kontrolle von Anzug und Rasur, dass zum Essen geführt werden, die Millimetergenaue Anordnung des Spindes kurzum die gesamte Autorität dieser hierarchischen Struktur. Unbewusst aber, Tag für Tag ein klein wenig mehr, akzeptiert man eben diese Spielregeln. Sie werden einem so vertraut wie der morgendliche Gang zur Toilette. Vor drei Wochen erst ist mir aufgefallen wie fortgeschritten diese Assimilation ist, ohne dass auch nur einem wirklich aufgefallen ist. Wir adaptieren das Verhalten und die Eigenarten unsere Ausbilder, als wären es unsere Eltern. Die Figuren die wir eigentlich hassen haben eine unglaubliche Vorbildfunktion. Ihre Wertvorstellungen werden zu unseren. Während man anfänglich nur wiederwillig ihren Willen befolgte, und z.B. den Spindaufbau nur unter Zwang korrekte aufbaute, ist das jetzt eine Selbstverständlichkeit die man aus sich heraus fast freiwillig tut. Dinge wie Schuhputz, Marschleistung, oder Bettenbau werden beinahe zu sozialen Statussymbolen emporgehoben, etwas das rational betrachten vollkommen absurd ist. Es wird selbstverständlich das sich der Wert eines Menschen über seine Schulterklappen definiert. Mit anderen Worten: Die extrinsich Motivation erzeugt durch den Druck der Ausbilder wird langsam zu einer intrinsichen Motivation. Aber was folgt daraus? Dass das was ich bisher für meine Persönlichkeit gehalten habe nur eine Paraphrasierung meiner Wechselbeziehung zu meinem Umfeld ist? Das ein Mensch der sich als Individualist betrachtet, der aber in einer Gesellschaft lebt die den Individualismus als zu erreichendes Ziel postuliert nicht genauso konformistisch wie jeder Mitläufer eines Totalitären Staates? Was mich beunruhigt ist die Erkenntnis, dass ein Mensch mit einer relativ arretierten Persönlichkeit, in nur Drei Monaten durch genügend Zwang in völlig neue Verhaltensweisen verfallen kann. Die Persönlichkeit ist nur eine Utopie, und wir haben diese Illusion nur, weil sie uns noch nicht genommen wurde. Und ich komme mir immer mehr vor wie eine domestizierte Ratte. |
| poisonLipsticks | Also lassen wir die Floskeln und mich zunächst mit einem Dir vor allem gebührenden Kompliment hinsichtlich Deiner ausgeprägten selbstkritischen Wahrnehmung beginnen: Meine Hochachtung! Diese ist es auch, was ich an der, sich mir sonst durch wenig mehr darstellenden, Gothikszene immer schon bewundert hatte. Zu oft mußte ich, auf diese besondere Charaktereigenschaft der 'Mitglieder' achtend, bemerken, wie tief die Beweggründe zur Pflege dieser, sonst so seltenen, Eigenschaften, und jener ganz besonderen, in vielen schwarzen Herzen verwurzelt waren. Wie oft saß ich am Fenster schon und weinte ob der Frage um die Persönlichkeit der Selbstmörder, von denen man von Zeit zu Zeit, hier und dort erfährt. Es sind nicht Nietzsches, doch immernoch die "großen Liebenden" und "großen Verachtenden". Denn was sie lieben ist einander, die Wahrheit ineinander. Denn was sie verachten ist die Häßlichkeit, die Lüge, die selbst noch in der Schönheit steckt. Wie müssen es doch großartige Seelen sein, die ihr Ende selbst beschließen und vor ihrem Inneren Richter zu verantworten vermögen! - Dennoch, sie sind auf Ewigkeit für unseren Sinn verloren, werden niemals diese Welt verändern, auf daß sie den Sterbenden lebenswerter wird und diese Flucht von "den Übeln die wir haben" zu den unbekannten hin überflüssig macht. Es ist eine großartige Fähigkeit, sich selbst gegenüber auf Distanz zu gehen, um sich besser betrachten zu können, muß man doch vorsichtiger im Umgang mit Erkenntnis werden, daß sie nicht zum Selbsthaß wird, und das nur aufgrund von - fremden Werten. Daher vorneweg: Du bist nicht häßlich oder gar falsch, wenn Du Dich 'in nur drei Monaten' Verändert hast, nur weil die Gesellschaft Dir 'angeboren' hat, daß der Charakter eines Menschen zählt, Individualismus möglich und gut und allem vorzuziehen ist. Du hast vielmehr noch nicht verstanden, was das wirklich Schöne an Dir und das wahre am Menschsein ist. Dazu muß man jedoch noch mehr erkennen und sich nicht an sich selbst und seiner vermeintlichen Unzulänglichkeit aufhängen, jedesmal sie Offensichtlich scheint. Der Begriff des Individualismus muß zunächst einmal besser definiert sein, als daß wir ihn für weitere Schlüsse benutzen dürften. Dazu empfiehlt sich uns vorallem die Lektüre der Psychologie, genauer noch die der "Gewohnheit". Ich persönlich bin noch nicht so weit Dir etwas genaueres dazu zu sagen, doch der Mensch erscheint mir auf meinem derzeitigen Wissensstand als bloßes Bündel von Gewohnheiten, als Gewohnheitsmuster, das sich zu allen anderen Gewohnheitsbündeln in ständiger Korrelation befindet. Der ideale Individualismus hört uns so betrachtet auf, auch nur entfernteste Option zu sein. Alleine zu seyn, autark, in einer kleinstmöglichen Gesellschaft auch, ist ausgesprochene Unmöglichkeit. Man ist dauerhaft gezwungen, immer wieder auf ein Neues, ein Equilibrium mit seiner Umwelt einzugehen, sich harmonisch einzustellen aufeinander. Um sich selbst zu schützen, sein Überleben sichern zu können, ist man gewungen zu kommunizieren. Die Grundlage hierfür wiederum ist die Übernahme der jeweils vorhandenen gesellschaftlichen Werte. Um ferner jedoch überhaupt angehört zu werden, bedarf es überdies noch eines gewissen Ansehens innerhalb der Versammlung, welches man sich selbst, durch aus der Masse herausragende Anwendung und Präsentation der eigenen, mit den jeweiligen Werten in Einklang stehenden, charakterlichen Eigenschaften, erschaffen muß. In der zivilen Gesellschaft ist dies unter anderem die Präsentation eines ausreichenden Grades an Bildung, Eleganz des Ausdrucks und wo nicht der körperlichen Gepflegtheit, dann doch des Einklanges von Erscheinung und ausgedrückter Überzeugung. Innerhalb des militärischen Zirkels stellt sich uns dies schon völlig verwandelt vor. Hier ist der gesellschaftlichen Bildung die fachliche Expertise zusätzlich maßgebend, ferner der Maß der Zweckbestimmtheit des Ausgesprochenen in zeitkritischen Situationen, funktionskörperliche Makellosigkeit und ständige psychophysische Einsatzfähigkeit nur einige hier zu nennenden Werte, von denen Du durch Deinen einzigartigen Beobachtungsstandpunkt wohl mehr noch aufzuzählen fähig bist und meinerseits herzlichst eingeladen bist, da der Vergleich der verschiedenen Werte, meiner Meinung nach versteht sich nachwievor, ein gutes Fundament für die noch ausstehenden Betrachtungen hergeben wird. Um es an dieser Stelle jedoch kurz zu machen, würde ich behaupten, daß Dein Problem darin begründet liegt, daß du Dir vom Militär in gewisser Weise erzogen vorkommst. Dies Gefühl rührt sicherlich davon her, daß Du keine Kontrolle über Dein eigenes Leben und Handeln mehr besitzt - inwiefern Du dies hier hast sei, ob der Mannigfaltigkeit der zivil-gesellschaftlichen Zwänge, mal dahingestellt. Doch die Erziehung, die Konditionierung, die 'Gehirnwäsche' die Du Dich durchzumachen denkst, ist im Grunde die instinktive Gewohnheit der Anpassung an die Umgebung ("Survival of the fittest" siehe Darwin) und in diesem Sinne blühende Natürlichkeit. Du adaptierst die Verhaltensmuster der Mächtigen, bemühst Dich um Akzeptanz und Anerkennung und baust Dir dadurch einen gewissen Spielraum, eine persönliche Freiheit auf, die Du im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, für den Erhalt Deiner geistigen Gesundheit nuneinmal benötigst. Du benutzt also die gegebenen Stoffe Deiner Umwelt, um die von Dir verlangten Ziele zu erreichen. Der Umstand, daß das Militär auf genau diesem natürlichen Prinzip aufbaut, sich jenen, vor allem menschlichen, Trieb zunutze macht, ändert nichts daran, daß du nachwievor als individueller Teil der Natur existierst, auch wenn dies 'Individuelle' begrifflich womöglich nur die Fähigkeit der Kritik umfaßt, der empirisch-rationalen Perzeption der Umwelt und seiner selbst, die uns vor dem Tiere offensichtlich am deutlichsten auszeichnet. Da ich selbst keinen Dienst zu leisten vorhabe, zumal ich noch nichteinmal von bundesdeutscher Abstammung, beneide ich Dich umsomehr um die Möglichkeit, genau dieses Problem aufs ausgiebigste analysieren zu können. Hoffentlich machst Du davon und von Deiner ausgebildeten Kritik und Widerkritik gebrauch. Kuß und Gruß, Genosse! ;) ,lipsticks |
| Menedemos | Uff, ein schwieriges Thema. Ich habe mir jetzt wirklich stundenlang den Kopf darüber zerbrochen (obwohl ich eigentlich anderes zu tun hätte, aber wo es um Freiheit - Unfreiheit geht, muß das zurücktreten). Also erstens: Ich kann mit dir bestens mitfühlen, ich war nämlich auch bei der Bundeswehr. Ich habe dasselbe beobachtet, mich über dasselbe empört. Und ich schäme mich heute, bei der Bundeswehr gewesen zu sein. Nicht einmal wegen den (sog.) Pazifisten, die einem ein schlechtes Gewissen einreden wollen, damit sie selbst ein gutes haben können. Moralisch kann ich meine Entscheidung nämlich rechtfertigen. Wofür ich mich aber schäme, sind die Demütigungen, die man sich dort gefallen lassen muß und für die ich die Bundeswehr bis zum Tag hasse wie die Pest. Es gibt wohl wenig, wogegen ich wirklich echte Haßgefühle entwickelt und bewahrt habe, aber die Bundeswehr gehört dazu. Wenn man nur ein klein wenig Stolz hat, ein wenig Würde, eine wenig Selbstachtung, wie kann man es dort gut finden??? Soll ja gelegentlich vorkommen. Mir hat sich bisher noch keine wirkungsvolle Möglichkeit aufgetan, mich an dem Verein zu rächen, aber sollte sie einst kommen, werde ich sie aufgreifen. So jetzt hab ich mich ein bißchen ausgekotzt, jetzt wird's wieder sachlich. Wie du schon siehst, teile ich deine Beobachtungen. Allerdings glaube ich, daß du im Grunde ein Pseudo-Problem hast, wenn wir ehrlich sind: Denn in Wirklichkeit hast du das Wertesystem der Bundeswehr ja gerade NICHT internalisiert. Du weißt doch ganz genau, daß es keine akzeptable moralische Wertigkeit hat, ob der Spind richtig eingeräumt ist. Denn du reflektierst darüber, stellst alte, bessere Wertesysteme dem entgegen. Ich habe es übrigens auch niemals internalisiert, wie du dir denken kannst. Ich bin mir aber sicher, daß es bei vielen "Kameraden" anders ist. Sie reflektieren nicht darüber und irgendwann glauben sie selbst, daß sich ihr Wert als Mensch dadurch bestimmt, ob sie die Schuhe sauber geputzt haben. Bewußtmachen ist das Wichtigste. Das, was einem bewußt wird, ist harmlos. Aber das andere: Ein sehr häufiger Effekt ist z.B., daß man durch die Bundeswehr "hierarchischer" denkt und es nicht merkt. Das heißt, man hängt irgendwann auch Zivilisten, auch nach der Bundeswehrzeit, fiktive Schulterklappen an, mit Dienstzeichen... Aber dein Problem geht ja noch tiefer: Könnte es sein, daß die (moralischen) Wertvorstellungen, die man "außen" erworben hat, nicht genauso fremdbestimmt sein könnten? Gewiß. Es ist ja glaub ich sogar eine ziemlich alte Lehre, daß die moralischen Wertvorstellungen nur Regeln von außen sind, die man irgendwann internalisiert hat. Ein Philosoph vielleicht schöpft auch neue moralische Regeln durch Nachdenken, aber allein schon das Verpflichtetfühlen zum Nachdenken könnte man auch als eine moralische Regel deuten. Und ein freien Willen im allerengsten Sinn gibt es nicht, weil man alles, was man tut, aus gewissen Gründen (Ursachen) tut. Aber der springende Punkt ist meines Erachtens ganz ein anderer. Daß nämlich die Wertvorstellungen nicht gleichwertig sind. Die Wertvorstellungen außerhalb sind wertvoller als die in der Kaserne oder in einem totalitärem System. Vielleicht hilft ein Vergleich weiter: Du wirst bemerkt haben, daß sich in der Grundausbildung nicht nur deine Wertvorstellungen in schwachen Momenten, sondern auch deine Sprache geändert hat. Ein wenig wirst du dich auch der dortigen [i]Sprache[/i] angepaßt haben, genau wie du dich den dortigen Wertvorstellungen angepaßt hast. Vielleicht sagst du manchmal sogar "voll geil, Alter" oder wie die Hefe der Gesellschaft halt redet. Da könntest du analog auch in tiefe Selbstzweifel stürzen: "Ich war doch früher auf meine vornehme, gebildete Sprache so stolz - aber sollte sie nur das Ergebnis meines gesellschaftlichen Umfeldes sein, genau wie die Prol-Sprache jetzt???" Sicher, aber wesentlich ist doch, daß sie BESSER ist als die im Mannschaftsheim. Ich würde es nicht so wichtig nehmen, WOHER etwas kommt, sondern daß ich es besitze. Und außerdem kann man sowohl an seiner eigenen Sprache als auch an seinem Wertesystem selber arbeiten und es weiterentwickeln, wie du wohl zugeben wirst. Wie gesagt, den [i]absolut[/i] freien Willen gibt es wohl nicht, aber solange ich jederzeit die Möglichkeit habe, über alle meine Wertvorstellungen nachzureflektieren (was ich auch tue), stellt sich das Problem mit dem "freien Willen" doch gar nicht in der Schärfe, ist doch eher theoretisch. Wir haben das ja andernorts schon öfter diskutiert, also irgendwie finde ich das Problem ein bißchen pathologisch. Weil es in der Praxis nie ein Problem ist. Wenn ich in der Eisdiele etwa zwischen Schoko- und Himbeereis zu wählen habe und mich für Himbeer entscheide, könnte ich freilich mir hinterher auch denken: "Hmm, vielleicht KONNTEST du gar nicht anders als Himbeer zu nehmen?" Mag ja sein, ich hab aber trotzdem, was ich haben wollte... Mehr freien Willen brauch ich nicht. Was wollte ich jetzt damit eigentlich sagen?? Ach ja. 1. Natürlich hast du deine Wertvorstellungen auch in einer freien Gesellschaft von außen übernommen. 2. Sie sind aber objektiv höherwertiger als die im totalitären System (Kaserne) und deshalb nicht miteinander gleichzusetzen. 3. Du hast hier wie dort die Möglichkeit, zumindest in Gedanken die Wertvorstellungen, die du übernommen hast, zu hinterfragen. Das ist die (relative) Freiheit des Willens. Exkurs 1: Objektive Maßstäbe für moralische Wertesysteme. Ich weiß nicht, ob ihr schon mal was von Laurence Kohlbergs moralischem Stufenmodell gehört habt. Kohlberg war der Meinung, es gäbe 6 verschiedene moralische Stufen, die ein Mensch im Laufe des Lebens durchläuft und immer höher steigt. (Auf Stufe 6 schaffen es allerdings die wenigsten Menschen). Ich skizziere sie kurz, wie Menschen, die auf der jeweilige Stufe stehen, argumentieren würden: Stufe 1: Ich darf nicht kiffen, weil es verboten ist und ich bestraft werden würde. Und ich will nicht bestraft werden. Stufe 2: Ich darf nicht kiffen, weil ich mich damit mit anderen Lueten schlecht stellen würde, von denen ich auch mal was brauche (das Bsp. "kiffen" paßt für Stufe 2 nicht so gut) Stufe 3: Ich darf nicht kiffen, weil ich dann getadelt werden würde und die Leute sagen würden, ich sei böse. Stufe 4: Ich darf nicht kiffen, weil es gesetzlich verboten ist, und ich war schon immer ein gesetztreuer Mensch. Man darf nicht gegen das Gesetz verstoßen. Stufe 5: Ich darf nicht kiffen, weil die Gemeinschaft, der ich angehöre und deren Regeln ich akzeptiere, es mehrheitlich so beschlossen hat, daß Kiffen verboten ist. Stufe 6: Ich darf nicht kiffen, weil ich aufgrund meiner eigenen Überlegungen und Überzeugungen zum Schluß gekommen bin, daß Kiffen Unrecht ist. Ich würde es selbst dann moralisch ablehnen, wenn es gesetzlich erlaubt wäre. Das "kiffen" ist natürlich nur ein beliebiges Beispiel. Man kann alles einsetzen. Es geht um die Argumentations- und Begründungsart, warum sich einer so oder so entscheidet. Ja, und Kohlberg hat empirisch festgestellt, daß in totalitären Staatswesen wesentlich weniger Menschen 5 oder 6 erreichen als in demokratischen. Übrigens durchläuft jeder Mensch in einer Phase des Lebens JEDE Stufe, man kann keine überspringen. Allerdings kann man auch NIEMALS zurückfallen, sagt Kohlberg, (außer bei schweren Hirnerkrankungen). Also White_Fang, du brauchst dir deshalb keine Sorgen machen, daß du bei der Bundeswehr moralisch runterpurzelst. ;) Allerdings ist es durchaus vorübergehend so, daß Menschen die moralische Stufe, die sie an sich schon erreicht haben, nicht anwenden. Das räumt Kohlberg zumindest ansatzweise ein, und ich würde das ganz besonders betonen. Exkurs 2 Irgendwie beneide ich dich... Tja, klingt wie Hohn, aber ich würde gerne noch mal für vorübergehende Zeit in die BW zurück. Habe noch einige Rechnungen offen. Jedenfalls würde ich gerne einen Vorgesetzten in den Wahnsinn treiben. Gerade die besonders unangenehmen sind ja meistens nicht die festesten Persönlichkeiten, ich denke, das könnte man schaffen. Man darf nie vergessen: Sie können einen zwar schickanieren, aber ihre STURZHÖHE ist unvergleichbar größer. Es wäre zumindest ein reizvolles Experiment, die Daten würde ich mir notieren. Falls du also Tips brauchst... Nun ja, ich bin schon ein ganz schöner Aufrührer. Übrigens, eines müßt ihr wissen: Ein autoritäres System - seine mächstigste Stütze sind keinesfalls die Herrschenden. Es sind auch nicht die Denunzianten. Es sind nicht einmal die vielen kleinen Werkzeuge und Mitmacher. Es sind diejenigen, die zu dir sagen: "Komm, reg dich nicht auf, die sind stärker als du, die sitzen am längeren Hebel..." Ohne diese würde jedes autoritäre System relativ rasch zusammenbrechen. Daß die Herschenden weiter herrschen wollen, wer will es ihnen verübeln. Aber sie tragen sich nicht selbst. Die massivste Stütze einer jeden Diktatur sind immer diejenigen, die zu dir sagen: "Die sitzen am längeren Hebel." Sie tun so, als ob sie gut meinten mit einem, als ob sie einem vor Schaden bewahren wollten. Fuck it! IHRE Ziele sind rein egoistische: Aus Neidgefühlen ertragen sie es nicht, wenn jemand etwas wagt, was sie nicht wagen. Durch mutige Taten fühlten sie sich beschämt, sie haben sich an ihren Untertanenstatus gewöhnt und können es keinem der ihren, von diesem aufzusteigen. Sie reden einem ein, daß man keine Chance hätte, daß man sich nur lächerlich machen würde u.s.w. Teilweise haben sie auch Angst, in Mitleidenschaft gezogen zu werden, aber das ist nicht mal das Wesentliche. Wer aufbegehrt, ist erstmal sehr allein. Die Träger einer Diktatur sind immer diejenigen, die sagen: "Die sitzen am längeren Hebel." So, das wollte ich mal loswerden. Weiß nicht, ob das mit dem ursprünglichen Thema noch viel zu tun hat... |
| Seneca | Eure Gedankengänge haben mich gerade gedanklich an den Tag gebracht, als ich selbst zum erstenmal als Vorgersetzter vor einem Haufen "Koffer" stand. Nach 15 Monaten hatte ich das Regelwerk derart internalisiert, das ich automatisch die gleichen "Sprüche" verwendete, wie damals der Hilfsausbilder der "uns" unter der Fuchtel hatte...! Aber gerade daß macht dieses System so erfolgreich... Der Zivilist in Dir muss erst komplett abgeschliffen werden, um daraus einen "guten" Soldaten zu formen...! Nebenbei, die Zeit der Grundausbildung ist mittlerweile allerdings viel zu kurz, um so etwas noch zu bewerkstelligen...! Vor 10 Jahren sah das noch anders aus...! Frage an White Fang: Gibt es immernoch die Ausgangsperre in den ersten 6 Wochen...? |
| Menedemos | Ach ja, was ich vergessen habe: Dieses blödsinnige Gefasel von "Bürger in Uniform"! Das gehört gestrichen, denn das ist reine Lügenpropaganda. |
| LaChatte | Diese Phänomene gibts ja nicht nur beim Militär, sondern auch in der Zivilgesellschaft, nur sind sie dort etwas feiner, hinterlistiger, weniger direkt... Doch wir alle sind vom Zeitgeist geprägt, und es ist sehr schwer, sich dem zu entziehen und zu versuchen, eine mehr oder weniger objektive Anschauung gegenüber dem tief sitzenden Allgemeingut an Gedanken zu vertreten. Man macht sich auch nicht unbedingt beliebt damit. Einige Beispiele? - Aids wird nicht durch den HIV-Virus verursacht, sondern in erster Linie durch die hochgiftigen Medikamente, die die typischen AIDS-Symptome erzeugen - Zins und Grundbesitz sind im höchsten Masse ungerecht und sollten abgeschafft werden, da durch diese zwei Werkzeuge die Besitzenden reicher werden, ohne etwas dafür tun zu müssen. Das verstösst gegen das Prinzip der Chancengleichheit. - Die gesamte Erde befindet sich momentan in einem Aufstiegsprozess in die nächsthöhere Dimension. Wer solche Ideen laut verkündet, wird in der Regel als Spinner bezeichnet... und interessanterweise reagieren die meisten Leute einfach nur aggressiv, aber ohne Argumente zu liefern. Das häufigste ist meist "aber man weiss doch genau, dass..." Ah ja? Weiss man? In einer militärischen Organisation ist diese Gehirnwäsche bestimmt auffälliger als im zivilen Leben, aber sie ist dennoch überall gleichermassen vorhanden. Ich finde es auch sehr positiv, wenn jemand das Militär zum Anlass nimmt, solche Fragen zu stellen... |
| Mahsheed | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]- Aids wird nicht durch den HIV-Virus verursacht, sondern in erster Linie durch die hochgiftigen Medikamente, die die typischen AIDS-Symptome erzeugen [/B][/QUOTE] Und ich war bisher immer der Auffassung, sie seien lebensverlängernd, stärkten die Immunabwehr des körpereigenen Abwehrsystems, unterdrückten die Symptome des Krankheitsbildes. Hast du eine zuverlässige, glaubhafte Quelle? |
| LaChatte | Zum Thema AIDS: diese hier, zum Beispiel: [url]http://aids-info.net/micha/hiv/aids/rootstein.htm[/url] [url]http://www.rethinkingaids.de/inhalt.htm[/url] |
| Mahsheed | Danke sehr. Wobei ich es für [I]eine[/I] Interpretation der Sachlage halte. Es gibt sicherlich wieder Gegendarstellungen. Ich kann leider nur so wenig abschätzen, wo die Wahrheit liegt. |
| LaChatte | Ich bin auch keine Expertin, habe mich aber mit beiden Seiten etwas beschäftigt. Was mir in der konventionellen Literatur auffiel: viele Drohungen, Angstmacherei, wie gefährlich AIDS sei, dass es eine Seuche sei, etc etc., und wenig wirkliche Information. Ziemlich irrational, das Ganze. Die Schulmeinungs-kritische Literatur empfand ich als viel sachlicher und informativer, und sie kommt ohne Drohungen aus, und sie bietet Lösungen an, und Therapievorschläge. Ich als Nicht-Ärztin und Nicht-Wissenschaftlerin bin bei der Beurteilung solcher Dinge in erster Linie auf mein Bauchgefühl angewiesen, und da halte ich mich an die Quellen, die mir glaubwürdiger scheinen... Was noch dazu kommt: Wenn die AIDS wirklich so funktionieren würde, wie es seit fünfzehn Jahren gepredigt wird, müsste es viel mehr Kranke ausserhalb der typischen Risikogruppen geben. Schliesslich gibt es genug Männer, die mal einen kleinen Ausflug nach Thailand machen oder auch nur ins nächste Bordell, und da ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, und später Geschlechtsverkehr mit ihrer Frau (die sich in der Zwischenzeit vielleicht einen Liebhaber genommen hat usw) Doch mir ist weder aus der Literatur noch persönlich ein einziger solcher Fall bekannt, die Sache stinkt doch zum Himmel... Zurück zum Thema: ich gehe davon aus, dass es bestimmte Gruppen gibt, zum Beispiel die Pharmaindustrie, die keinerlei Interesse an der wirklichen Natur der Krankheit AIDS haben, solange sie gut daran verdienen... Jeder Test bringt ihnen Geld, und die Therapien sind horrend teuer. Und sie fördern ihre Darstellung, wo sie nur können... man muss nur mal die Anzeigen einer Zeitung etwas studieren, um zu sehen, welche Interessen da vertreten werden könnten. Es wird sich kaum eine Zeitung leisten, sich Werbung gut bezahlen zu lassen, und im redaktionellen Teil die eigenen Kunden anzugreifen... Eben Gehirnwäsche, wie in der Bundeswehr, nur etwas feiner... |
| Menedemos | Der AIDS-Exkurs ist ein interessanter Vergleich und war durchaus eine Bereicherung des Themas, meine ich. Aber ihr habt bestimmt Verständnis, wenn ich glaube, daß eine weitere Diskussion darüber das Thema auf andere Geleise bringen und vom Ausgangsposting zu weit wegführen würde. Deshalb würde ich euch bitten, wenn ihr [i]das[/i] weiterdiskutieren wollt, einen eigenen Thread aufzumachen. Menedemos :) |
| LaChatte | Kein Problem, Menedemos:) Nur als Frau, ohne Militär-Erfahrung, kann ich mich eben nicht detailliert über dieses Thema auslassen... Und meine Erfahrung, dass die Gesellschaft uns nicht nur im Militär, sondern eigentlich überall auf ähnliche Weise prägt, hab ich wohl herübergebracht, und lass nun die Herren der Schöpfung weiter diskutieren..;) |
| Mahsheed | Sorry, ich war die Übeltätigerin ;-) So ... ---> Ende ot. |
| TheDark | BundesWehr, ja da war ich auch. den sinn der wehrdienstes oder meine nachträgliche persönlich meinung zu bundeswehr allgemein lass ich mal weg. Thema grundausbildung: Betten bauen, reinschifhalten: Der hintergrund ist schlicht weg der reibereinen zwischen den Stuben bewohnen klein zu halten. Spint einräumen und Alarmstuhl bauen: habe Ihr mal versucht eure klammotten aus eine un-aufgeräumten spind herauszu suchen und anschlissend auch nach anzuziehen das ganz in einer volkommenen dunkelheit ???? ( ich schon: zur seegefahern und geankert: strom gernerator war ausgefallen und obendrein hat sich der akner gelöst schiff auf kurs küste. das ganze im winter, Danach räumst du friwillig dein spind auf um nicht ohne Paker an deck zu stehen ) Thema Befehl und gehorsam das militär ist nunmal ( mittlerweile auch die Bundes wehr ) für den kampf einsatz da ( In unseren schönen ruhgen welt brauchen wir das ja nicht mehr) Mann kann vielleicht in der schule über den sinn un zweck diskutieren, oder wenn man zuhause ist. ab doch nicht im einsatz. es häng nicht nur deinleben davon ab sondern auch das deiner kammeraden. Thema Exerzieren und immer wiederkehrende routienen: Routine hiflt numal Wichtige sachen zu verinerlich, das man ohne zu " denken " handel kann. Genauso wird es auch bei der feuerwehr gemacht Es werden schlicht weg immer wieder situationen geübt, damit sich das gehafren ptential verringert. Thema Eingener kopf und denken das ist in der bundes wehr meines erachtens nicht verboten. auch verlangt nimand, das du die kasserne verlässt und weiterhin dich wie ein soldat zu benehmen hast. (es sei den du bist in uniform unterwegs). So nun das große thema induvidialität. jeder ist ein induvidium das sich mit jeder interaktion mit anderen menschen defenieren bestätigen und ändern kann. jeder ist induvidiell, was nicht heißt, das nur wenn man eine uniform träge dieses nicht mehr ist. Wichtiger als individuell zu sein ist in meinen augen die persönlichkeit, dieses ist der punkt über den mann sich am meisten als person und individium defenierst. |