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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: my home is my castle
Any Body[list]
[*]wann ist ein zuhause ein zuhause?
[*] worin besteht für euch der unterschied zwischen wohnen, hausen und zuhause?
[*]wie könnten mögliche definitionen aussehen?
[*]wo sind die abgrenzungen?
[*]gibt es zwischen diesen 3 begriffen überhaupt irgendwelche unterschiede?[/list]

es galt mal die erklärung, dass ein zuhause dort ist, wo man aufgewachsen ist oder lange zeit gewohnt hat, doch diese erläuterung ist mir zu dünn.

bezogen auf meine eigenen erfahrungen ziehe ich rückschlüsse, dass es zwischen zuhause und wohnen differenzierungen gibt, die sich durch die zeit abzugrenzen scheinen, je kürzer der aufenthalt oder verbleib an einem ort, desto weniger ist ein zuhause ein zuhause.

je kürzer also ein aufenthalt, desto eher gilt die definition des wohnens oder gar hausens, wobei letzteres eher der gleichung entspricht in einer kleinen hütte oder wohnung mehr oder weniger gelebt zu haben, in der es überwiegend chaos gegeben hat, also unordnung herrschte, die ebenfalls unterschiedliche ursachen gehabt haben kann oder auch hat.

kann eine behausung ein zuhause sein? kann man einen ort als sein zuhause nennen, wenn man niemals dort gewohnt hat?

wie denkt ihr darüber?

gruß
Any B.
smerleszuhause... da, wo ich mich wohl fühle. ich nenne einige orte, an dennen ich nicht wohne mein zuhause...
SchwarzbärIch finde die zeitliche Deffinition von zu Hause hinfällig. Vielmehr hat es bei mir etwas mit dem gefühl zu tun, daß ich mit einem Ort verbinde. Teilweise fühle ich mich spontan woanders zu Hause. Es hat nicht unbedingt etwas mit der Zeit zu tun, die ich an einem Ort verbringe, sondern vielmehr mit den Emotionen, die ich damit verbinde. So habe ich in meiner Anfangszeit in Kassel immer gesagt ich fahre Heim, wenn ich meine Eltern in Königstein besuche. Ich hatte hier anfangs eine sehr kleine Buzze und fühlte mich nicht wirklich wohl. Nach einem Umzug und dem Aufbau eines Freundeskreises, war es gefühlsabhängig wo ich mich gerade zu hause fühlte. Manchmal sprach ich noch von Königstein als meinem zu hause manchmal von Kassel. Mittlerweile, beschleicht mich das Gefühl von Heimat an der Haustür und an der Wohnungstür kommt die Gewissheit: Ich bin daheim!

Ob ich hause oder wohne ist bei mir ebenfalls emotionsabhängig. Bekanntlich ist das Umfeld der Spiegel der Seele oder wie draußen, so drinnen (Hermetik). Bin ich antriebslos und hänge rum, gleicht meine Wohnung eher einem Saustall. geht es mir aber gut und ich habe viel Energie, so sieht meine Hütte aus wie gelegt. Beides hat aber keinen Einfluß darauf, daß ich mich nach wie vor darin zu Hause fühle. Ich identifiziere mich sehr mit meiner Buzze. Viele Erinnerungen an Freunde, Familie und Ereignisse haben sich hier angesammelt. Da viele Möbel eine Geschichte haben, und mich teilweise seit dem Auszug aus meinem Elternahus begleiten, verknüpfe ich mit ihnen ein Stück Freiheit.
jadeDarüber habe ich mir in letzter Zeit viele Gedanken gemacht. Ich habe im Moment das Gefühl, irgendwie keinen Ort zu haben, der einfach mein „Zuhause“ ist.

Dass mein Zuhause dort ist, wo ich aufgewachsen bin, kann ich so nicht (mehr) bestätigen... Ich habe zwar seit meinem 4. Lebensjahr im selben Haus gelebt, fühl(t)e mich dort auch wirklich sehr wohl, aber die Zeit, dass dort mein Zuhause ist, ist vorbei. Es war das Zuhause meiner Kindheit, aber jetzt... es ist das Zuhause meiner Eltern, aber nicht mehr meines.

Für mich kommt es auch nicht auf die Länge des Aufenthalts an einem Ort an.
Es kann sich schon in den ersten Augenblicken entscheiden, ob mir der Ort gefällt... ob es ein Zuhause werden könnte.

Für mich ist ein Zuhause ein Zuhause, wenn sich direkt das Gefühl einstellt, heimisch zu sein. Wenn ich mich dort sofort wohlfühle, ich weiß, dass ich dort „sicher“ bin, mich zurückziehen kann, aufgehoben bin... Wenn ich etwas habe, wohin ich „zurückkehren“ kann.

Wohnen und hausen kann ich so gut wie überall... ein Zuhause dagegen hat man in der Regel nur eines. Ich wohne, oder hause eher, wenn ich mich dem Ort nicht verbunden fühle...
Zur Zeit wohne ich in meiner kleinen Wohnung, fühl mich nicht sehr wohl dort, und obwohl ich schon länger da lebe, ist es keinesfalls mein Zuhause. Ich würde es zwar nicht als hausen bezeichnen, aber mehr als "wohnen" tu ich da nicht... weil ich keine Lust habe, es dort besonders schön einzurichten, oder besonders heimisch zu gestalten... weil ich weiß, dass ich dort nur auf „Durchreise“ bin.


>> kann man einen ort als sein zuhause nennen, wenn man niemals dort gewohnt hat?

Ich habe schon verschieden Orten verweilt, wo ich gedacht habe, hier könnte dein Zuhause werden. Aber wenn man niemals dort gewohnt hat... vielleicht. Vielleicht ein Ort aus der Vergangenheit. Wenn man einfach nicht die Möglichkeit hat, dort hinzuziehen, oder dorthin zurückzukehren...

Jedenfalls finde ich ein „Zuhause“ nicht selbstverständlich, ich persönlich habe Angst, vielleicht nie ein Zuhause zu finden.
DyingAngel84ich habe mehrere "zu hause".
bei meinen eltern... hier wo ich jetzt wohne.. überall dort wo ich mich wohl fühle.. selbst wenn ich nicht dort wohne ist es mein zu hause.

mein geburtsort ist meine "heimat"...

mehr kann ich dazu nicht sagen...
Any Bodydanke für eure erklärungen und persönlichen erzählungen zu diesem thema.. zuhause, vielleicht auch eine art gewohnheit, einen ort so zu nennen, obwohl es kein richtiges zuhause euren beschreibungen nach ist.. ???
EvilwarriorFür mich ist mein Elternhaus immer noch mein Zuhause, obwohl ich schon zehn Jahre nicht mehr dort wohne. Ich kann jederzeit dort ein und aus gehen, mit meine Eltern reden, nach Rat fragen oder einfach mal unangemeldet zum essen auftauchen.

Mein "zweites Zuhause" war die Wohnung, die ich mit meiner Frau und meinem Kind bewohnte, da fühlte ich mich sogar wohler als in meinem Elternhaus, da sie nach unseren Vorstellungen eingerichtet war.:D

Nach der Trennung von meier Frau hatte ich ein echtes Problem, ich bin in eine recht große Wohnung gezogen, zu der ich am Anfang keinerlei Bezug hatte. Alles war fremd, sogar bedrohlich. Wenn ich doch mal da war, dann war Sentenced die lustigste Musik, die ich dort hören konnte. Eigentlich war es nur ein"Schlafplatz", ein Ort, den ich wirklich nur zum schlafen aufsuchte. Es hätte genausogut eine Brücke sein können...
Genau so sah es auch dort aus, man kann durchaus sagen, ich habe da "gehaust".

Irgendwann, ich kann nicht mal einen besonderen Anlass nennen, so nach einem guten Jahr, habe ich die Sache glücklicherweise in den Griff bekommen. Ich habe die Wohnung einigermaßen "artgerecht" eingerichtet, mich dabei finnaziell ruiniert, aber was solls, ich habe ein neues ZUHAUSE...
EdEnS-fAlLjarg. hier antwortet die richtige.

zuhause.. ein freund sagte mal: mein zuhause trage ich im herzen.

dazu kann ich mal ne stelle aus einer geschichte posten, die passt ganz gut.

>„Warum bist du hier, und nicht in der sicheren Stadt?“
Lunaris sah ihn fragend an.
„Ich suche mein zuhause, mein Eden.“
Joêl atmete langsam den Dunst seiner Zigarette aus.
" Man hat sein Eden im Herzen, aber ich suche auch Ort, der meinem Ideal eines Zuhauses entspricht. Dort, wo ich Eden real werden lassen kann. Ein Ort, an dem ich keinen unsinnigen Regeln unterworfen bin, an dem ich Ich sein kann, keine Angst haben muss. an dem, auch wenn es pathetisch klingt, die Leute auf mich warten, die ich liebe und ehre, und die das selbe auch für mich empfinden. Eine Art kleines Glück."
Er atmete tief ein, zerdrückte dann seine Zigarette und lehnte sich an den Eckpfeiler.
„Ein beneidenswertes Ziel..<
(edens-fall)
l'ange obscurzuhause ist der ort / der mensch an dem man sich sicher, geborgen und wohl fühlt...an dem man keine masken braucht und auch mal sagen kann " ich kann nicht mehr"...ein rückzugspunkt,...

wohnen und hausen kann man überall.

l'ange
Any Bodyein zuhause => ein ort, eine wohnung, ein zimmer, eine behausung die unweit von denen möglicher freunde und/ oder familie entfernt liegt.

sind sie oder man selbst gegangen dann trifft der wohlfühlfaktor nicht mehr zu => hausen.. ( unordnung, chaos, dreck, müll im zimmer, haus oder wohnung)

wohnen.. kurzzeitig auf der durchreise und nicht kontinuierlich verharrend

spiegelbilder des seelenlebens.. eine wohnung, ein zimmer, ein haus oder eine behausung.. - wer zutritt zu ihnen hat, der ist wahrlich ein enger vertrauter...

danke nochmals für die rückmeldungen zu diesem thema..

Any B.
Any Bodykurzes OT:

Celtvis,

es sollte auch kein Angriff gegen Dich sein.. - wenn alles in Ordnung ist, es gemütlich ist, alles seinen rechten Platz hat oder es Kleinigkeiten gibt, die es einen von Zeit zu Zeit behaglicher machen, dann stimmt der Wohlfühlfaktor..

Zustände, die anderes aufzeigen, stellen dar, dass es nicht mehr gegegeben ist und es Zeit wird, aufzuräumen oder andere Lösungen anzustreben um dieses Gleichgewicht wieder herzustellen... nur gerade in Bezug auf das Wohnen und damit verbundene Wohlfühlen gibt es auch Einschränkungen, derartige Zustände zu verändern erfordern Zeit und einiges an Vorarbeiten..

Jobwechsel bedingen manchmal eine erneute Wohnungssuche. Will man nicht von zuhause weg, weil dort alles stimmt, ist es schwieriger ein neues Zuhause zu finden und anders herum...

Der Wohlfühlfaktor in einer Wohnung, die aufgrund der Jobsuche gefunden ist, stellt sich meines Erachtens wesentlich langsamer ein, als ein Wohlfühlfaktor, der sich aufgrund eines Wohnorts- und Wohnungswechsels der Liebe wegen einstellt..

Gruß
Any B.
LaChatteSchöner als die Römer hats noch niemand gesagt - kürzer vor allem nicht:

UBI BENE IBI PATRIA
:)
suamézu hause,

das ist für mich überall dort, wo ich mich völlig frei; zeitgleich auch absolut sicher fühlen kann und verbinde mit dem begriff eher menschen und begebenheiten.
an bestimmte orte binde ich mich nicht und bin bisher sehr häufig umgezogen. irgendwann zieht es mich wieder weiter, doch solange ich meine wohnungseinrichtung mitnehmen und alles so einrichten kann, wie ich es ´brauche´, fühle ich mich wohl.


suamé
Any Body[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
Schöner als die Römer hats noch niemand gesagt - kürzer vor allem nicht:

UBI BENE IBI PATRIA
:)[/QUOTE]

LaChatte,

bene verstehe ich ja noch - doch ich würde es gern genau wissen, was diese 4 italienischen worte bedeuten.. wieso italien?

denkst du dabei an venedig?

gruß
Any B.
LaChatteDas ist nicht italienisch, das ist Latein und heisst wörtlich:

WO GUT DA HEIMAT

und ist mir als stehende Wendung aus dem Lateinunterricht bekannt... äh und warum Venedig? nicht speziell, nein...
Any Body... Latein kann ich schon gar nicht.. - danke der aufklärung..

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