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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Soziales Engagement???
crying_silenceWas meint ihr dazu?
Ich frage mich in letzter Zeit immer wieder, ob es sich in dieser Gesellschaft noch lohnt sich sozial zu engagieren, oder überhaupt, ob der Wille nicht utopisch ist.
Soll ich mich für diese Gesellschaft, die eh nicht lernt, aufopfern?
Oder soll ich gleichgültig meinen Weg gehen?
Julyaja! es lohnt sich auf jeden fall!
wenn es niemanden geben würde, der sich um sozial schwächere kümmern würde, würde es immer weiter bergab gehen.
alleine die tatsache, daß es immer mehr sozialfälle gibt, zeigt, daß man sich nur noch mehr um diese menschen kümmern muß.
ich habe mein landschaftsarchitekturstudium abgebrochen, weil ich das bedürfnis habe, etwas soziales zu machen. nun werde ich ab oktober sozialwesen studieren. ich finde das wichtiger denn je!

ein bißchen utopie und euphorie [b]muß[/b] wohl dabei sein, denn wenn man schon desillusioniert an die arbeit geht, [b]kann[/b] es ja nichts werden....
neben einer klaren weltsicht muß dennoch bei der arbeit mit menschen eine große portion herzblut dabei sein!


~Julya~
draconiateils teils. für die gesellschaft an für sich würde ich mich nicht aufopfern. meiner meinung nach lohnt da die müh einfach nciht, und ich würde beim anblick der grenzenlosen dummheit und ignoranz nur kaputt gehen... anders sieht es da bei freunden aus.
-oder bei menschen, die meine hilfe brauchen, wie z.b. verletzten, oder frauen die auf der straße belästigt werden.
decay73Sich für Menschen einzusetzen, die Hilfe benötigen, hat nichts mit der Gesellschaft zu tun, in der sie leben.

'Soziales' Engagement bezieht sich immer auf einzelne Menschen oder vielleicht noch auf eine kleine Gruppe von Menschen, nicht aber auf die gesamte Gesellschaft.

Es bleibt wichtig. Und es wird in einer Gesellschaft, die immer weniger funktioniert, immer wichtiger.

Wenn man sich der selben Gleichgültigkeit hingibt, die Du beklagst, ist man sebst keinen Deut besser.

~decay~
draconiammh....
vielleicht haben wir andere vorstellungen von aufopfern?
die zeugen jehovas opfern sich irgendwo auf um die menschen zur erleuchtung zu führen. so was halte ich für schwachsinnig.

was würdest du denn tun?
decay73Wenn ich crying_angel richtig verstanden habe, meinte er soziales Engagement.
Ich denke, da gibt es genug Möglichkeiten.

Was die Zeugen Jehovas machen, zähle ich nicht dazu.

~decay~
Der_PhilosophErstmal muss ich decay73 zustimmen, jetzt kommt noch meine Meinung dazu. (Ich hoffe, ich wiederhole hier nicht zu sehr das bereits gesagte;))

[quote] Ich frage mich in letzter Zeit immer wieder, ob es sich in dieser Gesellschaft noch lohnt sich sozial zu engagieren, oder überhaupt, ob der Wille nicht utopisch ist.[/quote]
Nun, ich würde sagen, es lohnt sich sehr! In dem Sinne, dass es sicher dem persönlichen Leben einen Sinn und Mehrwert gibt, da man einfach etwas positives getan hat, die Welt ein Stück verbessert hat, ist das nicht sehr wertvoll? Da verzichte ich gerne auf alles andere, aber sieh, die meisten Menschen denken nicht im geringsten daran, dem Nächsten zu helfen und soziales Engagement entgegenkommen zu lassen, wobei sie am Ende auch irgendwann dran sind, wenn sie in der schlechten Position sitzen! Folge: Wir richten uns somit selbst zugrunde, wenn wir nichts tun, wer tut denn dann was? Wenn du nichts tust, kannst du niemals erwarten oder auch nur die Hoffnung haben, dass dir geholfen wird!!! Also, meine Aufruf;): Handle sozial engagiert, dann wirst du auch erwarten können, dass dir geholfen wird! Laufe nicht vorbei und schließe die Augen, wenn jemand deine Hilfe braucht! Drehe nicht den Kopf weg, wenn jemand Opfer einer Gewalttat wird oder als der Schwächste als Aggressionsopfer für den Hass der anderen herhalten muss! Klar, du wirst unbeliebt! Ja, du machst dich verdammt unbeliebt, kriegst vielleicht sogar auch mal eine drauf, wenn jemand gewalttätig ist, aber ist dir ein Lächeln, ein dankbarer Blick aus den Augen eines anderen Menschen, der immer nur „die Vorbeigehenden“ kennen gelernt hat, ist es das dir nicht wert? Das du weist, dass du etwas tun konntest, dass diese Welt vielleicht doch nicht den Bach runter geht, dass du ein Lächeln auf das Gesicht eines Menschen zaubern kannst, ist das nicht wunderbar?!! Da lohnt es sich hundertmal sich zu engagieren! Ich meine, schwer ist es vielleicht, aber wenn einmal geschafft, so wird die Belohnung umso größer sein! Und dann brauchst du wenigstens nicht dein Gewissen im Konsum ersticken und weiter auf Drogen zu sein, weil du ja weist, ich habe mein möglichstes getan! Nun, ich denke, man muss sich nur überwinden, du schaffst es, ja zeig Selbststolz und Ehre, Willenskraft und stehe auf, wenn andere in die Knie gezwungen werden! Lass es nicht zu, dass andere misshandelt werden, sei ein Mensch und Nächstenliebender, handle aus Liebe.:)

[quote]Soll ich mich für diese Gesellschaft, die eh nicht lernt, aufopfern?
Oder soll ich gleichgültig meinen Weg gehen?[/quote]
Nicht für die Gesellschaft, sondern, wie schon die anderen sagten, für einzelne Personen, die in Not sind, oder bestimmte Gruppierungen oder (gegen) bestimmte andere Missstände, nun, notfalls tu es für die Liebe, dafür, dass das Leben auf diesem Planet einfach ein Stück besser wird! Gleichgültigkeit hat hier nichts zu suchen, dass ist wie Kopf in den Sand stecken, Feigheit wäre das…

@draconia: Die Zeugen Jehovas sind ja wohl ein Extrembeispiel und in unserem Sinne eine Sekte, auch wenn eigentlich nur christlich alternativ. Ich würde solche als einfach krasse Vertreter ihrer Religion werten, nicht mehr, nicht weniger. Inwiefern sie in ihrem Privatleben soziales Engagement zeigen, kann ich nicht beurteilen und ist mir auch egal.
Jeder muss seinen Weg gehen…
draconiawas soziales eangagement ist weiß ich auch. mein problem ist der begriff aufopfern. ab welchem beitrag an sozialem eangagemant opfert man sich auf?
Der_PhilosophDas Verständnis das man sich "aufopfert" ist ein egoistischer Begriff, ich meine, ist es schlimm, wenn man sich sozial engagiert?! Wenn man wahrhaft ehrenhaft und wirklich sozial engagiert wäre, würde man auch dort nicht zurückschrecken, wo die Gefahr für einen Selbst sehr groß ist! Das ist wahre Nächstenliebe und Mut, Feigheit wäre alles andere!
Ich meine, ganz oder gar nicht!! Sonst grabe ich mich lieber gleich unter meinem Konsumtempel ein und dröhne mich mit den Drogen der Verblendung zu! Dann habe ich solche Probleme auch nicht. Und wenn ich mit solchen "Problemen" nicht zurechtkomme, dann gibt's ja noch den Alkohol.;) (Was bei vielen die traurige Realität ist, um Probleme zu bewältigen:()
decay73Die Frage ist schwer zu beantworten und es kann wohl nur jeder für sich selbst sagen.

Vielleicht ist es dann, wenn es anfängt, einen selbst in gewisser Weise zu belasten; dann wenn man vielleicht selbst mehr gibt, als man dafür an Dank, Anerkennung, eigener 'Genugtuung' etc. zurückbekommt.

~decay~
Der_Philosoph[QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i]
[B]Die Frage ist schwer zu beantworten und es kann wohl nur jeder für sich selbst sagen.

Vielleicht ist es dann, wenn es anfängt, einen selbst in gewisser Weise zu belasten; dann wenn man vielleicht selbst mehr gibt, als man dafür an Dank, Anerkennung, eigener 'Genugtuung' etc. zurückbekommt.

~decay~ [/B][/QUOTE]


Nun, natürlich ist es immer schwierig, da den Grad zu finden, aber ich denke man sollte da ja nicht immer gleich auf Lob, Dank und Anerkennung aus sein! Sonst kann man sich gleich einen künstlich tollen Freundeskreis schaffen, alles gut und sich den ganzen Tag belächeln und sich selbst einreden, das man ja, hach so gut ist. Und Genugtuung? Egoismus, ist das, Genugtuung wird man doch erfahren, wenn man sieht, dass man einem Menschen eben WIRKLICH geholfen hat und ihm ein besseres Leben, oder einfach ein besseres Auskommen mit einer Situation ermöglicht, die sonst unter Umständen katastophal ausgegangen wäre!

Ich meine, wenn man immer nur auf Dank usw. WARTET, dann wird dieser nie zu einem kommen. Man muss sich alles verdienen und wenn man es sich verdient hat, bekommt man auch oft weit mehr als man erwartet hat!:)
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Der_Philosoph [/i]
[B]Nun, natürlich ist es immer schwierig, da den Grad zu finden, aber ich denke man sollte da ja nicht immer gleich auf Lob, Dank und Anerkennung aus sein![/B][/QUOTE]
Da gebe ich Dir Recht.
Ich habe ja lediglich versucht eine einigermaßen brauchbare Abgrenzung zu finden - ohne Wertung.

Daß man nicht immer gleich auf (unmittelbare) Anerkennung aus sein sollte, steht auch für mich außer Frage.

Oft geht es nicht ohne Aufopferung, und man macht es dann auch oft gerne...

~decay~
Der_PhilosophNun du hast Recht, im Grunde geht es nicht ohne Aufopferung. Ob man es gerne macht oder nicht, hm, es kommt auf den Menschen und seine Einstellung an! Wenn man es gerne macht, wird man etwas besseres, dh. positiveres erreichen (können).

Und sonst, ja eine Abgrenzung für Aufopferung? Wer weis, alles ist relativ und da denke ich auch, dass man subjektiv und von Fall zu Fall entscheidet, und das einem da wohl einfach die Situation durch den Kopf geht und nicht, inwiefern man sich aufopfert, oder nicht! Im übrigen spielt dies keine Rolle, oder? Außer vielleicht vor Gericht, bei unserer tollen Gesetzgebung*seufz*...
crying_silenceStimmt auf jeden Fall mit dem einzelnen Menschen, den jeder von uns bei seiner Hilfeleistung sehen sollte, denn wenn ich mir immer nur vorstelle wie das Allgemeinbild der Gesellschaft aussieht, komme ich nie vom theoretischen ins praktische Fallbeispiel.

-Soziales Engagement-

Ich meine damit vor allem das bewußte einmischen mit dem Willen etwas zu verändern, auch wenn es nur eine scheinbar kleine Handlung, ein Augenblick ist,
meine Meinung ist nur teilweise negativ gefärbt davon,wenn ich sehe wie schnell so etwas wieder kaputt gemacht werden kann.Ich weiß das hört sich sehr hoffnungslos an, und weiß auch das ich mich, wenn ich nichts tue mit anderen auf die selbe Stufe stelle, nur mittlerweile hat sich in mir so eine Ohnmacht eingestellt,das Gefühl als kleine Person nicht mehr gegen die Masse anzukommen, schließlich ist die Kraft (und die Hoffnung!) von einem auch einmal aufgebraucht.
Ich weiß, alles ziemlich negativ gesehen.
LakrimarAufopferung. Darunter würd ich verstehen, dass ich meine eigenen Sorgen, Ängste und Probleme zurückstelle und erstmal mich um die Belange der anderen Menschen kümmere. So etwas zu finden ist in der heutigen Zeit gar nicht mehr so einfach, aber auch nicht hoffnungslos. Diese ganze Welt ist verdammt Egoistisch geworden und wenn jeder einzelne durch sein Soziales Engagement dagegenkämpft, kann man vielleicht was ändern. Wenn nicht, na und, hauptsache, Du fühlst Dich in Deiner Aktivität, anderen Menschen zu helfen, wohl (ganz schön Egoistisch...).....
Patsoziales engagement ist auf jeden fall wichtig.
vor allem gegenüber gefühlskalten oder ignoranten menschen. es ist für jeden wichtig, zu merken, dass es noch so etwas wie menschlichkeit gibt; vor allem für die, denen menschlichkeit am meisten fremd ist!
LakrimarDie Frage ist, ob ein gefühlskalter und ignoranter Mensch die Wärme überhaupt spürt, die ihm gegeben wird. Eventuell wird er diese Wärme gar nicht haben wollen und ablehnen, weil er sich dafür zu "fein" ist...
zeckenterrorHandle, wie du in deinem Innersten fühlst.
Dann hat sich die Frage erledigt.

Bedenke jedoch, dass Dinge wie Hass, Selbstsucht, etc. keien Gefühle im eigentlichen Sinn darstellen, sondern lediglich Versuche, Wunden im Herzen aufzufüllen, die durch Unterdrückung der eigenen Seele (= Gefühl) verursacht werden.
crying_silencezeckenterror,
das hört sich interessant an,
woher hast du das/kann man das irgendwo nachlesen?
crying silence

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