| NightmareQueen | Was empfindet ihr als schön bzw. hässlich? Und warum? Kann man nicht dem Hässlichsten noch etwas Schönes oder dem Schönsten noch etwas Hässliches abzugewinnen? Was veranlasst uns dazu, zu sagen "Das finde ich schön" oder "Das ist so abgrundtief hässlich"? Und vorallendingen: Was berechtigt uns dazu diese Aussagen zu treffen? Wir sagen "es IST so", aber es ist im Grunde nur unsere subjektive Meinung... |
| Garry | Wie du selbst schon sagtest: Es ist Subjektiv. Du hast deinen (hoffentlich) Individuellen Geschmack und du kannst, dann Äusserungen, wie "Das finde ich schön/hässlich" treffen. Natürlich hast du nicht das Recht zu sagen "Das IST schön", denn für deinen Nachbarn könnte es wiederum hässlich sein. |
| Carndael | subjektiv, ... aber nicht beliebig! Schönheit ist quasi berechenbar, auf dem Zeichenbrett nachvollziehbar (Stichwort: Proportionen, regelmäßige symetrische Gesichtszüge, glatte Haut und und und, ist durch zahlreiche Sexualpsychologen "ausermittelt". |
| Rattenkind | Klar, gibt es bestimmte Eigenschaften die allgemein als schön empfunden werden, aber letztendlich entscheidet das doch jeder selbst. Weiterhin glaube ich schon, daß man dem Hässlichen was schönes abgewinnen kann. Bei genauerer Betrachtung findet man bestimmt auch einen Punkt der bei etwas Hässlichen schön ist. Etwas nur hässliches gibt es meiner Meinung nach nicht! Das Rattenkind |
| Penelope | Wenn Schönheit berechenbar wäre, dann gäbe es jedoch allgemein gültige Ideale. Schönheitsideale existieren zwar, werden aber nie von ALLEN Menschen akzeptiert werden. So ist es doch so, dass sich jeder sein eigenes Idealbild von Schönheit zusammen"spinnt" und die meisten eben dem mainstream-Idealbild folgen. Im alten römischen Reich beispielsweise galten dickere/füllige Frauen als besonders schön. Im mittelalter waren es kleine blasse Frauen mit großen Glubbschaugen. Und jetzt... naja... Für viele gilt der Spruch: "Schönheit kommt von innen!" für andere: "Kleider machen Leute!" Definiert ihr als schön das Äußerliche, oder eher die inneren Werte. Und wer eine Mischung sieht, wo liegt der Schwerpunkt? EDIT: Boaf, mein erster Beitrag... |
| monday | ich finde abstraktes schön... oder etwas außergewöhnliches, menschen, die aus der reihe fallen, oder welche, die einfach auf dem zweiten blick schön wirken... hässlich finde ich eigentlich nur den alltag, mit seinen macken!! |
| Ianus | schönheit oder nicht, für mich muss ein mensch sympathisch sein. da hilft ihm kein noch so gutes aussehen, wenn er ein absolutes arschloch ist. leider hilft einem äußerlich hässlichen (achtung, definitionssache) nicht ganz so häufig seine persönlichkeit in dieser oberflächlichen welt. sehr schade eigentlich, denn gerade diese leute können einem sicher viel erzählen über die missstände unserer gesellschaft. wer einen menschen allein nach seinem äußeren verurteilt, ... verdammt, eigentlich ist es ja scheiße, aber gebt es doch zu, was denkt ihr euch, und jetzt mal hand aufs herz, wenn ihr ne gruppe hip hopper mit dem schritt der hose in den knien seht, wie sie in einer sprache miteinander reden, die für den hochdeutsch sprechenden bürger eine beleidigung darstellen könnte? verurteilen wir sie nicht auch? ich bin ehrlich, ich gebs zu, ich habe dann meine gewissen vorurteile. sicher lassen die sich auch wieder durch gespräche mit diesen abbauen, wenn es denn möglich ist. hauptsache, man globalisiert nicht und denkt, nur weil mich der türke wegen meines aussehens angemacht hat, dass alle türken scheiße sind, aber wem sag ich das? fazit ist: schönheit ist individuell mit sympathie gleichzusetzen. und die kann von außen kommen, und von innen, aber nie von einem der beiden extreme alleine. ianus |
| monday | @ianus sehr schön gesagt. ich stimme dir auch zu, aber wenn du jemanden siehst, der nun wirklich schlecht aussieht (fettige haare, bierbauch, unangenehmer geruch etc) würdest du denjenigen ansprechen? interessiert sein? ich glaube nicht. ich versuche auch, mir keine vorurteile zu bilden aber irgendwie passiert das doch automatisch oder? das hat jetzt nichts damit zu tun, wann wer sympathisch ist, aber ich mein nur mal so. |
| GrauerWolf | Schönheit ist, wenn uns in der Seele warm wird. Wenn wir etwas Erhabenes verspüren. Etwas liegt vor uns und jedes mehr oder weniger würde ihm etwas nehmen. Das ist schön: - Goethes Gartenhaus - Meine sechs Wochen alte Katze, die sich mit ihrer perfekten Fellzeichnung und ihren blauen Augen neben der Tastatur zusammengerollt hat. - Die Platanen im Stadtpark. - Die Gesichter der Madonnen von Raffael. - Der Nebel am Fluß im Morgenspaziergang. - Der leichtfüßige, unbeschwerte Gang eines jungen Mädchens. - Das Gefühl am Abend, bei der Arbeit etwas erreicht zu haben. - Ein zufriedener alter Mann auf einer Dorfbank. Das wäre schön: - Wenn Beton brennen würde. - Wenn die jungen rauchendenFrauen auf der Straße sooo lange Nasen bekämen, bis sie damit aufhören. - Wenn es lautlose Autos gäbe. :q |
| Fisherman | Für mich ist eine Sache immer dann besonders schön wenn sie mich überrascht, aus dem Rahmen fällt, oder aber mich zum nachdenken anregt. Allerdings muss das nicht immer positiv schön sein, wie z.B. eine kleine süßs Katze, ein schöner Sonnenaufgang über einer nebeligen Landschaft, etc. Es gibt auch faszinierend schöne Dinge , die ich eher als erschreckend schön bezeichnen würde. Eine vertrocknete Rose, hat ihren ganz besonderen Charm. Manche Menschen würden sie schlichtweg als häßlich bezeichnen, weil sie nicht mehr die kräftigen Farben, die elastizität und die schwungvollen Linien einer frisch erblühten Rose hat. Ihr Reiz liegt eher in ihrer Fragilität, ihrer Vergänglichkeit und in der Erinnerung an ihre einstige Form. Eine frische Rose kann man anfassen und ihre Lebendigkeit noch förmlich spüren, wenn man sie an einem Morgen frisch gepflückt hat und sie, vielleicht noch mit ein paar eiskalten Tautropfen an Stengel, in der Hand hält, wärend sie sich gegen jegliche Versuche wehrt, in eine andere Form gebracht zu werden. Die Schönheit einer vertrockneten Rose, liegt eher darin, das man ihr nicht mehr so nahe kommen kann, ohne sie für immer zu verändern. Ihre Schönheit liegt insbesondere in ihrer Einmaligkeit, die man nicht zu Erfassen vermag. Keine vertrocknete Rose sieht so aus wie die nächste und hat man sie einmal berührt, hat sie sich schon wieder verändert. Die zarten Blätter einer frischen Rose kann man zwischen den Fingern spüren ohne sie zu verletzen. Eine vertrocknete Rose würde sie u.U. sofort verlieren. Sie büßt damit aber nicht unbedingt ihre Schönheit ein, sondern der Aspekt ihrer Vergänglichkeit, würde nur weiter unterstrichen und damit auch gleichzeitig ihre Schönheit. Mit der Vergänglichkeit, geht wiederum die Möglichkeit der Erneuerung einher, da alles was vergeht Grundlage für neues schönes sein kann. (Rose->Vertrocknete Rose-> frische Erde-> Rose etc.) Der langen Rede kurzer Sinn ist also, das es nicht nur auf die oberflächliche Schönheit ankommt. Auch aus etwas häßlichem kann etwas schönes werden und deshalb kann auch etwas hässliches, als schön betrachtet werden. Hoffentlich habe ich jetzt nicht so lange an meiner Antwort rumgeschrieben, das sie nicht mehr in den Threadverlauf passt ... das wäre ja unesthetisch und hässlich. Wer will kann ja noch eine Analogie zur menschlichen Persönlichkeit und Schönheit daraus basteln. Ein müder Fisherman |
| Unnamed | "@ianus sehr schön gesagt. ich stimme dir auch zu, aber wenn du jemanden siehst, der nun wirklich schlecht aussieht (fettige haare, bierbauch, unangenehmer geruch etc) würdest du denjenigen ansprechen? interessiert sein? ich glaube nicht. ich versuche auch, mir keine vorurteile zu bilden aber irgendwie passiert das doch automatisch oder? das hat jetzt nichts damit zu tun, wann wer sympathisch ist, aber ich mein nur mal so. " (sry weiß net genau wie man richtig zitiert hier im forum) fettige haare und unangenehmer geruch, das hat nichts mit dem aussehen zu tun, eher was mit hygiene. wenn jemand ein haar im essen findet, dann ekelt das einen an, und wird es nichtmehr essen, obwohl man davon weder krank wird, noch schmeckt das essen schlechter...genauso wenig will man diesen menschen dann nicht ansprechen. und es gibt menschen die finden en "kleinen" bierbauch total süß =) |
| monday | wie süß, ich glaub du meinst mich... das was ich meine hat schon was mit hygiene zu tun aber ich meinte eigentlich mehr den ersten eindruck den man hat und nach dem man sich entscheidet, ob man diese person schön findet. und ich glaube immer noch das man auf den 1.blick eben anderes sieht als auf dem zweiten, dass man zuerst nach dem aussehen beurteilt und ob es ästhetisch wirkt. und das mit nem kleenen bierbauch.... da stimm ich dir zu, aber stell dir mal ne schwabbeltonne vor..... ;) |
| Amaya | Vielleicht sollte man erstmal definieren, worauf man Schönheit jetzt bezieht... Auf Personen ? Auf Charaktereigenschaften ? Auf Kunst ? Auf Lyrik ? Bei Menschen, rein optisch gesehen, soll es wohl sowas wie eine Formel geben, anhand derer man Schönheit "messen" kann. Michelle Pfeiffer und Liz Hurley sollen dabei sowas wie das Nonplusultra sein, quasi das perfekte Gesicht haben. Nun, mir persönlich fallen gerade spontan, ohne lange zu überlegen, mindestens 20 weitere Frauen ein, die ich um Weiten attraktiver finde. Also kann das mit der Formel und der "Perfektion" irgendwie nicht aufgehen. Zumal es ja auch keine Objektivität gibt (laut Einstein... glaube ich). Natürlich gibt es Menschen, die man als schön oder weniger schön, von mir aus auch häßlich einstuft, aber das ist alles subjektiv. Laut meinem Umfeld hab ich z.B. angeblich einen abartigen Männergeschmack, dabei finde ich die Typen wirklich sehr attraktiv. Das Selbe mit Kunst, Fotografie etc., die empfindet auch jeder anders und somit könnte man hier ewig im Kreis diskutieren. Das lasse ich jetzt mal, ist wie gesagt eh alles subjektiv. Ich für mich kann nur sagen, dass für mich jemand dann wirklich schön ist, wenn ich mich nicht entcheiden kann, ob mich das Aussehen oder der Charakter mehr fasziniert :) . Und zum Thema schön/häßlich gleichzeitig: Da schließe ich mich mal demjenigen mit der vertrockneten Rose an (sorry, hab den Namen vergessen :confused: ). Sehe ich genauso. Sher schönes Beispiel übrigens. Ich hab da z.B. so einen Hang zu traurigen Songs und Bildern. Oder Melancholie allgemein. Ich finde, es ist durchaus etwas Schönes, während mir da viele wiedersprechen würden. |
| Fisherman | @Amaya In deinem ersten Satz hast du schon ein Problem genannt, das man sofort hat, wenn es um den Versuch geht Schönheit mit Hilfe einer Formel zu berechnen. Es gibt Formeln um die optische Schönheit eines Bildes zu berechnen. Dabei werden Kriterien wie Symmetrie (in den Formen und der Anordnung der Objekte, Farbwahl [schwer, leicht, nah, fern] ), goldener Schnitt, Auswahl der Farbpalette (Kontraste, Harmonie), Farbübergänge, Anordnung und Wirkung der Objekte (optische Wechselwirkung zwischen Objekten), etc. gewertet. Allerdings ist das bei weitem nicht alles was Schönheit ausmacht. Manche Bilder können den Betrachter alleine durch ihre Blickführung minuten- , oder sogar stundenlang fesseln. Allerdings ist diese Eigenschaft von Mensch zu Mensch verschieden, weil sie auf individuellen Erfahrungen und Vorlieben beruht. Der Anblick eines Sonnenunterganges über einer Felderlandschaft, kann auf einen Menschen beruhigend, oder sogar erhebend wirken und in ihm einen, von Vorfreudige und Gelöstheit geprägten, Gefühlszustand auslösen. ( Sonnenuntergang -> Feierabend + Nacht -> Entspannung, Spaß + Abkühlung) Hat der Betrachter allerdings jemals eine schlechte Erfahrung gemacht, die er mit diesem Bild verbindet (Unfall am Abend, u.U. der Verlust einer nahestehenden Person), dann wird es in ihm wahrscheinlich schmerzhafte Erinnerungen hervorrufen, oder ihn sogar zu Tränen rühren. Eine Formel die versucht die Schönheit eines Bildes zu beurteilen, kann den Sinn hinter den Formen und ihr individuelle Bedeutung nicht erfassen und ist damit nur eine sehr grobe Annäherung. Aus dem selben Grund sind dir wahrscheinlich manche Menschen sympathischer als andere. Eine Formel kann zwar bestimmen das Michelle Pfeiffer den optischen Erfordernissen für Schönheit fast exakt entspricht, für dich persönlich heißt das aber noch lange nicht das sie dir auch Sympathisch sein muss. Wenn du mit Menschen aufgewachsen bist, an die dich diese, angeblich "abartigen", Männer erinnern und du mit diesen Personen unterschiedliche Charakterzüge in Verbindung bringst, ( bei mir ist das fast immer der Fall ) dann werden sie dir auf jeden Fall vertrauter und damit angenehmer erscheinen. Allerdings ist das jetzt nur ein Beispiel und das Gegenteil kann genauso der Fall sein. Eine Michelle Pfeiffer entspricht vielleicht keiner der Personen im Aussehen und Verhalten die du kennst , oder gut leiden kannst, also ist sie dir nicht so sympathisch und erscheint dir nicht so schön. Im Prinzip könnte man sie mit einem schönen Bild vergleichen, das für dich keinen persönlichen Bezug hat. (Ich nenne so was immer Teflonschönheit, schön aber unnahbar) So, ich schreibe später weiter, sonst wird der Text zu lang und keiner ließt ihn mehr. Außerdem hab ich heute noch was anders vor ... Mit einem Blick auf seine vertrockneten gelben Rosen, verlässt Fisherman seinen PC .... |
| Any Body | Ästhetik ist für mich der bildhafte Ausdruck des Einklangs, der Harmonie, unabhängig ob Person oder Stillleben dargestellt wird, eine Unterteilung in schön oder hässlich hat mit Ästhetik weniger zu tun... |
| Rabenfeder | Grüße! Zwei Gedanken entrinnen meinem Geiste: 1) Der Fisher nimmt meine Meinung vorweg... Ich glaube, Herr Freud hat bezüglich der Schönheit schon insofern recht, als dass wi von Kindesbeinen geprägt werden und Dinge, die wir mit angenehmem verbinden, für schön befinden. Wenn man mal darauf achtet, wird man auch feststellen, dass Menschen, und wenn sie auch noch so sehr beteuern, das ungewöhnliche zu lieben, Dinge, die sich ihrem Erfahrungshorizont entziehen, auf anhieb erst einmal hässlich zu finden neigen. Was wird die erste Reaktion der meisten Leute auf eine an sich niedliche Katze sein, die auf ihrer Stirn ein drittes, verquollenes Auge trägt? (ohne hier jemandem den Appetit verderben zu wollen... :) ) "Hässlich", würde ich vermuten. Ein ähnliches Beispiel ist fremdländische Musik, die teils mit sehr fremdartigen Tonabständen arbeitet. Ob man es zugeben will oder nicht, viele Dinge, die wir abnorm finden, vielleicht mit negativen Eigenschaften oder Krankheiten verbinden, erscheinen uns hässlich. Die Schönheit analog zu begründen spare ich mir mal, es wäre fast das selbe... 2) Was ich nicht glaube, ist, dass es Dinge gibt, die eine einzelne Person gleichzeitig schön und hässlich zu finden vermag. Schön ist, was anspricht, wie Gordon aufzeigte. "Hässlich" bedeutet nunmal "nicht schön". Ich kann einen Gegenstand/Menschen/etc also nur entweder schön, hässlich, oder *egal* finden. Im Falle der Rose ist es wohl der Fall, dass der Betrachter weiß, dass er sie hässlich finden sollte, es aber nicht tut. Ansonsten kann man eine Sache lediglich und schöne und hässliche Attribute teilen, beispielsweise bei der Rose die Form, aber nicht die Symbolik mögen. So zumindest erscheint es mir. ~Rabenfeder |
| GrauerWolf | @Rabenfeder Ein wirklich interessanter Gedanke, so könnte das "Häßliche" eine Art Selbstschutzfunktion bei uns auslösen. Was ich allerdings interessant finde, ist, wie die Menschen es fertigbringen, mit den Nachkriegsbauten zu leben ohne daß es wegen kollektiver Depression längst zu einem Volksaufstand gekommen ist oder die Erzeugisse der modernen "Kunst" anzubeten. Sind wir degeneriert, abgestumpft oder was ist mit uns los? |
| Demon17 | Meines Erachtens ist schön/häßlich nicht das richtige Begriffspaar um der Ästhetik gerecht zu werden. Nicht alles was ästhetisch ist muß auch schön sein. Gerade in der Häßlichkeit kann auch sehr viel Ästhetik liegen. Ich hatte lange Jahre einen LieblingsDJ der sich als einen Apologeten des schlechten Geschmacks bezeichnete. Er flog regelmäßig nach London um im PUNK_WAVE- Gemisch der 80er die Perlen des Lärms zu finden. Ästhetik ist für mich vielmehr eine Frage der kultivierten Wahrnehmung. Wir entwickeln unser ästhetisches Empfinden in der Auseinandersetzung, der intensiven Beschäftigung mit einer Form der Kunst. Vieles was uns vorher gefiel erscheint nach einer Weile grob und flach, während anderes, das wir ursprünglich nur als abstoßend und häßlich empfunden hatten, auf einmal den Inbegriff des ästhetischen Genusses darstellt. (In der Musik nennt man es auch "sich einhören"). Insofern gibt die Ästhetik eines Kunstgegenstandes eher Auskunft über den Fortschritt des Künstlers bei der Reflexion seines Themas, des Entwicklunsstandes seines Stilempfindens. Das gleiche gilt dann auch für den Rezipienten. Aber natürlich auch über den Gemütszustand beider Seiten. Wir können alles ästhetisieren, selbst ein Schlachthof mit blutigen Pfützen, heruntergekommenen Gemäuern und verrosteten Anlagen wie in "Tango", kann eine eigentümliche Form romantischer Ästhetik verbreiten. Ich möchte hier an den Film Stalker erinnern, dessen mysthische, romantische Ausstrahlung aus den Ruinen gigantischer industrieller Komplexer in der SU resultierte. Die Ästhetik des Verfalls z.B. läßt sich nicht mit einer simplen schön/häßlich Differenz beschreiben, sie verleitet eher zur unsachgemäßen Erörterung des Themas. Unsere Ästhetik ist Ausdruck der Entwicklung unserer individuellen Empfindung, ja der Kultivierung unserer Persönlichkeit. Nicht mehr und nicht weniger. [COLOR=darkblue]think twice its magic[/COLOR] demon17 |