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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Der Klügere gibt nach?
decay73[QUOTE]"Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie
begründet die Weltherrschaft der Dummheit."

[I]Marie von Ebner-Eschenbach (öst. Schriftst. 1830-1916)[/I]
[/QUOTE]

Ist es so, und wenn ja, kann es gut sein, wenn der Klügere nachgibt, oder führt das langfristig ins Verderben?

Oder sollte er trotzdem weiterhin nachgeben, damit es nicht zwangsläufig zu noch mehr zerstörerischen Konflikten mir "den Dummen" kommt?

~decay~
LaChatte"Der Klügere gibt solange nach, bis er der Dümmere ist"

und

"Gibst du den kleinen Finger, wollen sie die ganze Hand"

um mit weiteren Sinnsprüchen zu antworten...

Es gibt wohl genug Situationen, wo man ganz unbeschadet dem "Dümmeren" seinen Willen lassen kann - wenn es aber um einen selbst geht, um ausgenutzt werden oder nicht, um Fairness, Ehrlichkeit und solche Dinge, finde ich Nachgeben schädlich - denn da kommt eins zum andern. Die heutige Pädagogik ist ja auch wieder drauf gekommen, wie wichtig "Grenzen setzen" ist...
TheDarkHi LaChatte; decay73
schön euch wieder zu lesen :)


Und ein kurzes jep so ist es.
wolf moonwie wär's mit der diktatur der klugen damit nix dummes zu stande kommt...
invsiblediktatur der klugen hört sich zwar gut an, aber das führt sicher zu nichts.... das wird für eine gewisse zeit gut laufen, doch wird später irgendwas herauskommen, wie die dummen müssen klüger werden, und wenn das nicht geht, müssen die dummen ausgesondert werden....
die klugen würden dann wahrscheinlich wiederum bei den klugen aussortieren, wer ist klüger, wer hat den höhesten iq.... usw...
aber nun zum eigentlichen thema...
ja, meistens ist es so, dass der klügere nach gibt...
Warum sollte es ins verderben führen? wenn man bei sinnlosen diskussion als nachgibt, kann es nicht wirkich zu schaden führen...
in anderen sachen dann schon...
sanguisich finde da kann man nicht pauschal urteilen, sicherlich ist es manchmal einfach sinnvoller nachzugeben, denn bestimmte menschen sind einfach aus selbstüberzeugung (welche sicherlich nicht immer begründet ist) nicht von ihrem standpunkt wegzubewegen,...

dennoch aber wie marie ebner-eschenbach erwähnt,wenn auch etwas überspitzt meiner meinung nach, führt das ständige nachgeben, vorallem in bedeutenden situationen, von denen vielleicht sogar andere mit-abhängig sind, auch auf keinen grünen zweig, ganz im gegenteil...

eine gesund überdachte mischung ist wohl das richtige...
TheDarkWo steht bitte , das ein kluger mensch ein hohen IQ haben muß ??
Es Gibt och intiligentn menschen, die zu dumm zum schuhe zumachen sind.

und dumme leute erfindungen machen, die welt ver änderen.
decay73@LaChatte: Die Schwierigkeit dabei ist aber zu entscheiden, wann es sinnvoll ist (bzw. der richtige Zeitpunkt) nachzugeben oder sich zurück zu ziehen. Letztendlich immer eine Gratwanderung...eine Entscheidung, die 'der Dumme' nicht fällen braucht, und man selbst womöglich auch noch für ihn.

@wolf moon: Diktaturen führen doch meist z.B. zu Mißbrauch und Unterdrückung, und auch ein 'Kluger' ist nicht automatisch davor gefeit.

Also kann ein 'Kluger' eine Diktatur doch gar nicht wollen, oder?
Selbst wenn jemand meint dafür klug genug zu sein, ist es schon ein überhebliches (also auch unkluges) Verhalten.

@invisible:
[QUOTE]wenn man bei sinnlosen diskussion als nachgibt, kann es nicht wirkich zu schaden führen...[/QUOTE]
Schön, wenn es so einfach wäre, denn wer weiß, zu was für einem Ergebnis sie kommen, wenn man sich an der Diskussion nicht mehr beteiligt?
Eine Diskussion kann man ja für sinnlos halten, was aber nicht ein destruktives Ergebnis ausschließt.
Also stellt sich auch hier die Frage: Wann nachgeben und wann besser (evtl. beschwichtigend) weiterdiskutieren, auch wenn es möglichweise zum eigenen Schaden ist?

@TheDark: :)

~decay~


edit @TheDark: Das wäre natürlich die nächste Frage: Wann ist man klug? ;)
LaChatteWann ist nachgeben sinnvoll?

Wenn jemand mich dazu bewegen will, etwas zu tun, das ich doof oder unklug finde, oder das sogar illegal ist, dann nicht - ausser, es ist der Chef;) Aber sogar dann nicht immer. Gerade hier finde ich es äusserst wichtig für meinen Seelenfrieden, so früh wie möglich meine Position klar darzustellen.

Gerade als Sekretärin ist man in grosser Gefahr, als Mädchen zum WCrollenersetzen Kaffeemaschinereinigen Altpapierzusammenbinden DreckigesGeschirrindieMaschinestellen und solche Spässe als alleinig verantwortlich von den Bürokollegen gemacht zu werden (vor allem, wenns lauter Männer sind...) Hier ist Nachgeben tödlich. Schliesslich benutzen alle das WC, trinken alle Kaffee etc. Da soll auch jeder einen Beitrag zur allgemeinen Ordnung leisten, genauso wie jeder einen Beitrag zur allgemeinen Unordnung tut..

Wenn jemand etwas tun will oder denkt, dass mich nicht direkt betrifft, nun, dann sag ich "tu, was du willst" - und gehe weiter.

Und wenns ganz schlimme, menschenverachtende Dinge sind, die ich absolut nicht akzeptieren kann, dann gibts eben nur entweder kämpfen oder gehen - aber sicher nicht nur um des lieben Friedens willen nachzugeben....

Das obige Zitat empfinde ich als einen klassischen "Dressurspruch" für junge Mädchen, die das Bravsein lernen müssten.

Zu sagen "ich geb nach, nur damit der andere endlich ruhig ist" ist wohl einer der schnellsten Wege, ein solides Magengeschwür zu züchten.. und langfristig äusserst ungesund.

edit @ the dark: ebenfalls:)
Montrose@LaChatte: mit Sprichwörtern gut gekontert. Stimme Dir zu, daß man nicht nachgeben sollte, wenn man nicht von einer Sache überzeugt ist. Ein Patt ist der gesündere Weg.
Menedemos"Der Klügere gibt nach" - ich meine, das kann man nicht so pauschal beurteilen.

In der Tat, der Klügere gibt nach, wenn ein starres Beharren auf der eigenen Position wenig Nutzen verspräche.
Manchmal, wenn es wirklich nötig ist, bleibt er auch standhaft.

Ich glaube vielmehr, daß der Kluge eben abzuwägen weiß, wann ein Nachgeben und wann ein Beharren sinnvoll ist und daß der Kluge hier eben keinen starren Prinzipien folgt.
wolf moon[QUOTE][i]Original geschrieben von wolf moon [/i]
[B]wie wär's mit der diktatur der klugen damit nix dummes zu stande kommt... [/B][/QUOTE]

wollt das nur als gegenpol zum immer nachgeben bemerken
eine diktatur wird's zwangsläufig...
jeder hat das recht auf dummheit
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von wolf moon [/i]
[B]jeder hat das recht auf dummheit [/B][/QUOTE]
Natürlich. Die Frage ist nur, was der jeweils Klügere damit anfängt, wenn der 'Dümmere' sein Recht wahrnimmt :)

Menedemos hat wohl recht. Der Klügere wägt ab, was in der jeweiligen Situation besser ist: Nachgeben, oder Beharren - einfacher ist das aber nicht immer, und wie auch immer man sich entscheidet, oft ist man dann doch derjenige, der zurücksteckt...

Sprüche wie "der Klügere gibt nach" sind ja auch immer etwas zu platt, aber etwas wahres steckt auch darin - nur nicht die daraus resultierenden Konsequenzen...

~decay~
Hirogenist so ein ähnlicher müllermilcheutermädchenspruch wie :

"wenn jeder nur an sich denkt, kommt keiner zu kurz..."


ich versuche das folgendermassen zu handhaben:


"versuche dich möglichst nicht mit dummen abzugeben, dann musst du auch nicht voll nachgeben"

mfG

Hirohito

PS: ich flehe um gnade, macht aus dem statement kein gekeifeklagemäuerchenthread....
TheDarkBedennk bitte folgendes bei der geschichte mit "die Klügsten regieren"
A: irgend fangen sie an zu glauben sie seien etwas besseres
B. sammelt sich die macht in den händen weniger
C: wer ersmal macht hat will mehr davon.
D: wer am meisten macht hat diktiert wasn die anderen zu machen haben

eine gute führung kann nur auf schultern vieler getragen werden
Egal ob interlent oder nisch
wolf moonmir scheint die wortwahl bei "Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit" ist etwas ungeschickt

klugheit wird mit gerechtigkeit und gut gleichgesetz...dummheit mit ungerechtigkeit und bösem...


kenn da noch würde jeder an sich denken, wär an jeden gedacht...

*hirogenandasklagemäuerchenstellundmitwattebälchenbewerf*:D
MenedemosObwohl ich Hiro so gerne mit Wattebällchen bewerfen würde ;) muß ich sagen, daß er gar ned so Unrecht hat... vielleicht ... *räzel*

ob es zwischen klugen Menschen weniger Konflikte gibt, diese Diskussion würde allerdings einen ganz neuen, interessanten Thread ergeben...
wolf moon[QUOTE][i]Original geschrieben von Menedemos [/i]
[B]ob es zwischen klugen Menschen weniger Konflikte gibt, diese Diskussion würde allerdings einen ganz neuen, interessanten Thread ergeben... [/B][/QUOTE]
warum sollte es das,kluge bösewichte gibts allemal...
MontroseDie Diktatur der Klügsten war ja mal die Idee der Monarchie und Aristokratie. Funktioniert hat's nicht, und zwar aus mehreren Gründen:

1. Wer soll bestimmen, wer der Klügste ist? Da schreit ja jeder: hier. Oft hat dann doch nicht der Klügste gewonnen, sondern man hat denjenigen , der sich durchsetzte, im Nachhinein für besonders befähigt erklärt, um seine Herrschaft zu legitimieren.

2. Selbst wenn tatsächlich der Klügste regiert, so wird er sich nicht nur von seiner Klugheit, sondern auch von anderen Faktoren leiten lassen, welche schaden können. Solche Faktoren sind Machterhalt, Fehlinformationen durch Interessengruppen, etc.

3. Selbst der Klügste ist alleine damit überfordert, alle Probleme optimal zu lösen.

4. Bestimmte Werte wie Freiheit des Einzelnen werden durch eine Diktatur der Klugen zerstört.

Die Frage nach der Herrschaft der Klügsten ist eine aktuelle Frage. Man braucht sich ja nur die Zusammensetzung des Parlaments anzuschauen: viele Studierte, Lehrer und Professoren, aber nix geht mehr in diesem Land. Kann man deshalb sagen: Demokratie, Gewaltenteilung und gegenseitige Kontrolle der Institutionen und hin und wieder ein Regierungswechsel halten den Staat besser auf Kurs als "Klugheit". Nein, denn genau damit mogeln sich die Politiker ja aus ihrer Verantwortung., daß sie alles, was schiefgeht, auf äußere Ursachen anstatt auf ihre eigenen Mängel zurückführen. Die derzeitigen Verantwortungsträger sind - trotz ihrer hohen Dekoration - nicht klug. Erst wenn beides vorhanden ist - demokratische Strukturen und kluge Köpfe - hat ein Land Zukunft.

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