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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Entscheidungen?!
Hades TochterWas bedeuten die Worte,eigener Wille?!
Wann weiß, dass ich frei entschieden habe?
Sind unsere Gedanken nicht längst durch und durch beeinflusst?!
Woher weiß ich, wo die Beeinflussung anfängt und mein eigener Wille endet?! Wann beginnt die Verschmelzung beider?!
Ich bin verwirrt... Bombadiert mich mit Kommantare (beeinflusst oder nicht) !!!

Herzlichst Hades Tochter
AnshaEigener Wille... Hat meiner Meinung nach jeder, der die Fähigkeit hat zu denken. Sobald man selbständig denkt kann man überhaupt nicht in die Gefahr kommen, kontrolliert zu werden.

Beeinflusst wird man immer. Sei es von Freunden, Medien, usw. Du kannst davor nicht fliehen.

Du denkst im Prinzip über Dinge nach, die keine eindeutigen Antworten besitzen und die es eigentlich nicht "Wert" sind darüber nachzudenken, da man es eh nicht ändern kann.

Ansha
ScheolEine richtig eigene Meinung hat man nie.
Denn sie ist nicht dein Eigen sondern wird auch von anderen Menschen geteilt.
Ein Gedanke wird nie frei sein weil man immer und ständig von außen beeinflusst wird.
Wenn du z.B. denkst das du eine eigene Meinung hast willst du sie auch vertreten...das heißt in Diskussionen.
Du wirst Argumente bringen und die Gegenseite auch...einige Argumente wirst du als Schwachsinn hinstellen andere als gut.
Somit modifiziert man immer seine Gedankengänge die sich ja permanent verändern und korregieren.
Die Gedanken werden nie frei sein....nur muß man sich entscheiden ob man "Denken" will oder einfach nur nachlabert.
Wenn du dich für's Denken entscheidest wirst du nicht so stark beeinflusst....aber, ist das beeinflusst werden wirklich so schlimm?

Nur wenn man diskutiert und die Meinungen austauscht kann man seine Eigene Wahrheit finden, weil andere Gedanken haben auf die du nie kommen würdest und umgekehrt.
So kann man sich doch erst "perfektionieren".

bb
Scheol
Ianushaben wir menschen einen eigenen willen?
im gleichnahmigen thread, auf den ich hier gerne verweisen möchte, vertrete ich die meinung (und nicht nur da, sondern generell), dass der menschliche wille nicht frei ist.
wer sich eingehender mit diesem thema beschäftigen möchte, schaue doch dort bitte vorbei, es lohnt sich!

hoffe, euch wiederzusehen.

mit einsamen grüßen aus dem verlassenen rheingau

euer ianus
GrauerWolf@Hades Tochter
Deine Frage ist sehr allgemein gehalten.
Was verstehst Du denn unter freiem Willen?
Wenn Dein Kind Dich hungrig anschaut, wirst Du ihm doch vermutlich zu essen geben oder fühlst Du Dich dann manipuliert?
Du hast natürlich auch die Möglichkeit, stattdessen ins Kino zu gehen und das arme Panz vor dem leeren Kühlschrank sitzen zu lassen.
Manche Menschen beklagen ja auch, daß sie sich jeden Morgen zur Arbeit schleppen müssen/sollen, wie auch immer.
Wie gut, daß der Arbeitgeber seinen freien Willen dazu gebraucht, regelmäßig das Gehalt zu überweisen und die Sozialbeiträge abzuführen, er könnte ja auch beides auf sein Privatkonto nach Luxemburg bringen.
Ist es nicht von Vorteil , daß wir in ein Regelwerk von Entscheidungen eingebunden sind, zum gegenseitigen Vorteil?
Ganz frei in unserer Entscheidung sind wir niemals , nicht einmal als Robinson Crusoe. Der könnte natürlich den ganzen Tag faul am Strand liegen, aber dann wird er verhungern....
Disciple[QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i]
[B]
Ein Gedanke wird nie frei sein[/B][/QUOTE]

eine schöne phrase, zumindest bis dahin :D
aber man sollte es umformulieren:
"Nur unsere Gedanken sind wirklich frei."

@Ianus
ich hab den thread nicht gelesen, aber spielst du darauf an, das wir im grunde keinen eigenen willen haben, da wir durch die physikalischen gesätzmäßigkeiten eingeschränkt werden?
(beispiel: ich kann nicht durch eine wand gehen, auch wenn ich es WOLLTE)
zudem gab es mal im tagesspiegel einen interessanten artikel, das laut einer forschung unser gehirn schon entschieden hat, bevor wir erst handeln. da stellt sich die frage, wie frei unser wille wirklich ist.
YukikazeIch wuerde schon sagen, dass die eigenen Gedanken jedes Menschen frei sind...nicht frei von Beeinflussung durch zum Beispiel Medien oder Freunde aber die Entscheidung darueber ob man diese Einfluesse annimmt oder nicht, die trifft jeder Mensch fuer sich selbst...also wurden viele Gedanken zwar schon einmal gedacht aber man hat sie fuer sich doch zum erstenmal aufgenommen und adrueber nachgedacht...man hat selbst darueber entschieden ob man nun fuer oder gegen diese Meinung ist...meiner Ansicht nach ist das der freie Wille...die Gedanken und Wuensche existieren oft schon aber man entscheidet ob man etwas will oder nicht...hoffe ihr versteht was ich meine ^^'
Hades TochterWas ich unter freiem Willen verstehe?!
Diese Frage ist auf jeden Fall einfacher zu beantworten als die: "Sind die Gedanken frei???
Trotzdem, das "Komplizierte" zuerst:
Unter freiem Willen verstehe ich, die Erkenntnis und somit die Macht zu besitzen, frei entscheiden zu können. Dabei habe ich nicht vergessen, dass es uns dabei nicht immer leicht ,ach was sag ich, oft/ zu oft schier unmöglich gemacht wird.

Liebe/ Lieber "Zorn Gottes", darüber, dass ich mich manipuliert fühle, davon habe ich nicht gesprochen (ist auch nicht der Fall, noch nicht). Wie könnte ich meinem Kind sein Essen verwehren! Da stellt sich mir gleich die Frage, warum setzte ich ein Kind (Individuum) in die Welt, wenn ich lieber meinen Spaß (z.B. "...lieber ins Kino gehe", um bei deinem Beispiel zu bleiben) haben möchte, anstatt meiner Verpflichtung nachzugehen?! Dieser Mensch hat für mich kein Gewissen! Und wie du sicherlich erkennst, ist das wieder ein Thema für sich. Also genug davon. Darüber brauche ich mir nun wirklich nicht den Kopf zerbrechen, weil es nichts zerbrechen gibt (aus meiner Sicht), denn ich bin ein Mensch mit Gewissen und Verantwortung, von der nötigen Herzlichkeit ganz zu schweigen;)

Zurück zur angeblichen Unmöglichkeit, seinen eigenen freien Willen nicht ausleben zu dürfen/ nachzugehen.
Ich mach es kurz. Jeder setzt seine Prioritäten anders. Es soll Menschen geben, die kennen keine Prioritäten, irgendwie auch ganz interessant, he he.
ICH muss in den Spiegel schauen können und einen ehrlichen Menschen sehen! Ich muss wissen, bis hierher lässt du es über dich ergehen und keinen Schritt weiter. Und- ich muss so standfest sein, um mit den Folgen leben zu können, wenn der Weg mal nicht so gradlinig verläuft, wie "er, sie, es" gerne möchten.

Die Gedanken sind *nicht* frei.
Da bin ich anderer Meinung! Ich muss anderer Meinung sein, ansonsten würd ich nicht mehr hier so in Ruhe sitzen und meine Gedanken freien Lauf lassen. Ích weiß nicht, wo ich im Falle dessen wäre.
Ich weiß nur, dass es mir da ganz bestimmt nicht gefallen würde.

Hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich gemacht.

Bis demnächst in diesem Theater...:) :confused:
H.T.
RabenfederDie Wissenschaft ist bezüglich jeder Art von Freiheit ja recht eindeutig: jedes System, das annimmt, dass die Welt auf physikalischen oder wie auch immer gearteten Gesetzen beruht, besagt automatisch, dass die Welt in ihrem Verlauf schon seit dem Anbeginn der Existenz des Universums vorbestimmt ist, da ein bestimmtes Ausgangssystem, wenn es diesen Gesetzen unterworfen ist, immer die gleiche Fortentwicklung erfahren wird. Somit steht unser gesamtes Leben bereits fest, und wir können nichts daran ändern.
Das nur als Kuriosum am Rande... Wenn man so argumentiert, hat man die Diskussion sicher schnell erstickt, die sich ja eigentlich um was anderes drehen sollte...

Auf einer unserem Erfahrungshorizont angemesseneren Ebene sieht das Bild allerdings ähnlich aus, da wir als menschliche Wesen im Prinzip nur die Summe unserer genetischen Veranlagungen und der Einflüsse sind, die wir im Laufe unseres Lebens empfangen: das alte Freudsche Lied vom Unterbewusstsein und dessen Prägung durch unsere Erfahrungen, die wir machen. Unser Wille ist nie verursachender Faktor, sondern nur Zwischenschritt zwischen der Ursache des Willens und der Wirkung, die nach dem willensgemäßen Handeln eintritt. Er ist insofern nicht frei.
Auch diesen Sachverhalt können wir weder leicht durchschauen noch irgendwie bewusst lenken.

Die Frage ist allerdings die, ob das Ganze einen Unterschied macht. Mein menschlicher Wille ist in seinen Ursachen zwar unfrei, doch so kompliziert gestrickt, dass ich ohnehin nicht durchschauen kann, wo er im Detail seinen Ursprung hat. Folglich wirkt er auf mich, als wäre er etwas Selbstständiges, etwas Eigenes. Warum sollte ich ihn dann nicht annehmen, als sei er frei?
Schließlich hat er nie gegen meinen Willen gehandelt, dieser unfreie Wille :D
Und dafür, dass ich als wohlerzogener europäischer Durchschnittsskeptiker noch nicht mal sicher sein kann, dass jenseits meiner Schädeldecke überhaupt etwas existiert, finde ich einen nur scheinbar freien Willen durchaus ausreichend! :)

In diesem Sinne möchte ich noch einmal Oscar Wilde ins Feld führen, der einmal treffend schrieb: "Jeder Einfluß ist schädlich".
Machen wir also das Beste draus...

Schöne Nacht noch!

Ob der unnötigen Wirre seiner Ausführungen in Scham errötend,
~Rabenfeder
NephthysEin Mensch der ein Bewusstsein hat und "denken" kann, besitzt vermeintlich einen "Eigenen Willen". Der eigenen Wille wird allerdings von vielem beeinflusst, der Erziehung, der Gesellschaft, den Umständen, Zurechnungsfähigkeit, etc. Der Mensch ist geprägt von Einflüssen aller Art und bildet somit seine eigene Meinung. Aus der eigenen Meinung resultiert der Eigene Wille.
Ich habe mich das auch immer gefragt, ob ich nun die Entscheidung getroffen habe, oder mir irgendwer oder irgendwas diese abgenommen hat. Es ist alles recht verwirrend mit dem menschlichen Geiste.
Phoenix1384"Du hast dich bereits entschieden! Du musst nur noch verstehen warum!" (woher das Zitat wohl kommt... ;) ) Was ist eine Entscheidung? Du kommst auf einem bestimmten Weg an eine Weggabelung und hast die Wahl zwischen Weg A und Weg B. Weg A führt zu dem Ziel, dass du dir zu beginn deiner Reise gewählt hast. Weg B führt woanders hin. Du "endscheidest dich logischer Weise für Weg A. Nach dem Prinzip des "freien" Willens hättest du dich auch für Weg B "entscheiden" können. Aber du hast es nicht getan, warum? Weil du es nicht wolltest! Du wolltest zu dem zu beginn der Reise von dir gewähltem Ziel, dass am Ende von Weg A liegt, gehen. Zum Zeitpunkt der "Entscheidung" welchen Weg du gehst, war dein Wille demnach NICHT frei! Sonst hättest du mit der gleichen Wahrscheinlichkeit Weg B wählen können. Hast du aber nicht, weil du WUSSTEST, dass Weg B in die falsche Richtung führt. Wir treffen "Entscheidungen" aufgrund von "Wissen". Wissen -> Entscheidungen! Wo bleibt da noch Platz für den "freien Willen"??

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