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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Meine Gedanken in stiller Nacht
SadujanVorhin habe ich einen Strombrief verfasst, der mich dazu veranlasste, mich wieder mal mit dem zu beschäftigen, was ich ständig versuche, zu vergessen, aber doch stets vor Augen habe. Mir wurde schlecht, ich bin rausgegangen, ein Stück weit gegangen, mich hingesetzt und nachgedacht...

Sie töten ihre Mutter und zeigen stolz ihre Trophäe umher.
Sie töten ihre Mitmenschen und bekommen den Respekt der Verbliebenen.
Sie töten ihre Körper und nennen es "sozial".
Sie töten ihre Gedanken und lachen, weil Alles einfacher wird, wenn man nicht mehr denken muss.
Sie töten ihre Seelen und merken es nicht einmal.
Ich gehöre dazu.
Warum tun sie so etwas?
Warum tue ich es, obwohl ich es nicht will?

Das muss jetzt keinen Sinn machen, ich wollte es einfach mal festhalten, weil es mich beschäftigt.
TheTurningPoint@ Sadujan:
Du hast deine Gedanken nicht getötet, sondern sie hier aufgeschrieben. Wenn du keine Seele mehr hättest, hättest du das sicher nicht getan.
Die anderen drei Dinge hängen nicht von dir allein ab. Ich weiß nicht, ob wir stark genug sind, da etwas beeinflussen zu können.
SadujanDoch... ich glaube, Alle tun das. Das Töten geht aber nicht so schnell, sondern schleichend... Ich muss manche meiner Gedanken und Gefühle (ist für mich etwa das selbe wie die Seele) unterdrücken und abzutöten, weil für sie kein Platz ist... Ich weiss, dass mich das langsam zerstört, aber ich tue es, weil es so einfacher ist, damit ich klarkomme.
Zum Beispiel Liebe... ich töte sie langsam ab, weil ich weiss, dass ich niemals Gegenliebe erfahren werde... ich mein, ich brauch bloß in den Spiegel zu schauen, da wird mir schlecht... oder eins meiner Gespräche zu überdenken, da merke ich, dass ich eine völlig andere Gedankenwelt habe als alle Anderen, die ich kenne, so dass eine Verständigung einfach nicht möglich ist... oder ein Blick in mein Gefühlsleben zu werfen, wenn ich es offenbare, mache ich den Anderen Angst, weil es so fremd auf sie wirkt... Mit so einer Kreatur kann niemand etwas anfangen, also schotte ich mich ab und fühle mich leer.

Ahja, und das mit der Mutter war metaphorisch gemeint. Man kann es zum Beispiel auf die heimatliche Natur übertragen...

Und bei all diesem Dreck mache ich mit, obwohl ich es hasse... Und ich weiss nicht, warum ich das tue...

Die Tötung des Körpers kann man z.B. auf Arbeit beziehen, oder auf Rauchen, ein Laster, das ich nicht ablege... ich weiss auch nicht, wieso...

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