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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Wenn das Ich nicht auf mich hört...oder das Ich und meine Fehler...
SelianMir fällt es etwas schwer einen guten Einstieg in das Thema zu finden, da ich nicht zu konkret werden möchte, erstens weil es ja hier um eigene Fehler geht die niemand gerne zugibt und zum anderen weil ja nicht die eigentlichen Fehler sondern der Umgang mit ihnen im Mittelpunkt stehen soll.

Ich denke mal jeder macht sich hin und wieder Gedanken über sein Verhalten. Manchmal stelle ich dabei fest, das ich mich in dieser oder jener Situation eigentlich schlecht Verhalten habe. Da liegt es nahe sich nun vorzunehemen sich in ähnlichen Situationen entsprechend besser zu Verhalten. Bis dahin ist es recht easy, gute Vorsätze sind schnell gefaßt. Leider stelle ich dann hin und wieder fest das ich wieder genau das gesagt/getan habe was ich doch eigentlich nicht mehr sagen/tun wollte. Das müssen nicht nur Dinge sein die mit dem Umgang mit anderen Menschen zu tun haben. Es können auch Dinge sein die ich mir vornehme zu erledigen. Wenn es dann soweit ist habe ich wieder tausend und keinen Grund, das was ich erledigen wollte doch liegen zu lassen.

Irgendwo gibt es also manchmal eine Diskrepanz zwischen dem was ich mir vornehme, was ich will und dem was ich letztlich tue. Ich würde mich eher als nüchternen, sehr rationalen Menschen beschreiben, aber gerade deswegen habe ich Probleme mit dem beschriebenen umzugehen, da es ja eine gewisse Unlogik mit sich bringt. Da ich mir ja auf einer Seite bewußt bin über das was in meinen Augen falsch läuft, es aber auf der anderen Seite nicht abstellen kann läßt das eigentlich nur den Schluß einer gewissen Inkonsequenz bzw Schwäche zu. Darüber bin ich mir im klaren, allerdings hilft das auch nicht wirklich weiter. Je öfter ich den gleichen Fehler erkenne umso unglaubwürdiger und lächerlicher komme ich mir dann schon vor mich überhaupt noch darüber zu ärgern.

Ich frage mich weshalb es mir (uns?) so schwer fällt eigene Verhaltensfehler und Unzulänglichkeiten die man selber erkennt, abzustellen.
Niemand ist perfekt, das ist ganz klar, aber darum geht es ja nicht. Es geht ja eher darum das ich (man?) Dinge nicht abstellen kann, die ich (man?) selber als störend empfinde(t).
Blue LightHallo Selian,

ich kenne das von dir beschriebene Problem auch. Es ist einfacher, sich vorzunehmen, sein Handeln in der nächsten ähnlichen Situation zu ändern, als es dann tatsächlich durchzuführen. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier, dem es schwer fällt, etwas zu ändern.

Um wirklich das eigene Verhalten zu ändern, sollte man nicht alles auf einmal ändern wollen, sondern mit einzelnen, kleinen Dingen anfangen. Sich sozusagen Stück für Stück heranarbeiten. Es ist aber schon mal ein Anfang, wenn man sich seines falschen Verhaltens bewusst ist. Manche merken es ja nicht mal, wenn sie daneben liegen.

Schreib doch mal ein konkretes Beispiel einer Situation/Verhaltensweise, die du gern ändern würdest.

Bye, Blue Light
angel of sorrowIch habe ähnliche Probleme. Meinem Freund gegenüber lege ich sehr oft ein schlechtes Verhalten an den Tag, bin oft zickig und stur, mach ihn bewusst eifersüchtig und provoziere ihn mit bestimmten, von ihm gehassten Sachen.
Es ist, als wie wenn mich das überfallen würde. Im Nachhinein tut mir das immer furchtbar leid...
Ich mag ihn gern, aber manchmal hab ich mich und mein Verhalten noch nicht unter Kontrolle. Aber ich versuche mich zu bessern...
Selian@Blue Light

Darauf habe ich absichtlich, wie ja im Eingangsthread schon erwähnt, verzichtet.
Die Frage ist einfach, warum es so schwer fällt manche Dinge zu ändern.

@Angel

Tja, sieht so aus als wäre das, das einzige was uns bleibt, immer wieder Besserung zu geloben, aber manchmal kommt ich mir dabei schon selber Unglaubwürdig vor.
opacitybei mir is das weniger (schlechte) gewohnheit sondern mehr, weil ich aus aus meiner haut einfach nicht heraus kann.
es ist jedesmal ein richtiger kampf mit mir selber, dass ich etwas bei der nächsten chance/gelegenheit anders mache.

in meinem fall gehts aber auch höchstwahrscheinlich um total andere dinge; bei mir gehts meistens darum, dass ich unnötigerweise zu schüchtern und verkrampft bin :(

bei konkreteren dingen: ... erwischt :D
hab aber eine strategie entwickelt, mich in ganz besonders schlimmen fällen überwinden zu können: ich stelle mir vor, dass es etwas neues, spannendes ist, wenn ich nun mein bisheriges verhalten ändere. und meistens geht's bei mir dann leichter, meinen vorsatz auch in die tat umzusetzen :)
ich such sozusagen irgendwas, was mich daran reizt, dass ich etwas tatsächlich mache.
Selian@Opa

Aber Schüchternheit ist ja nicht unbedingt ein Fehler, so etwas zu ändern ist natürlich schon schwieriger, das fange ich erst gar nicht an ;)

Das mit dem Anreiz ist keine schlechte idee, ich Belohne mich von nun an, wenn ich der Meinung bin etwas abgelegt zu haben :)
IceflowerDragonDas Problem (und ich kenne es zur genüge aus eigener erfahrung) ist glaube ich eine Art Rollenverhalten, man defieniert sich selbst auch durch seine schlechten Angewohnheiten oder Fehler, es ist leichter sich zu ändern, wenn man in einer neuen Situation ist, oder die umstände sich ändern.
Na ja, bewust handeln, das zu tun, was richtig ist und nicht gehandelt zu werden, das zu tun was leicht ist ist glaube ich so etwas wie der sinn des Lebens.
Ein ständiger kampf gegen sich selbst um sich zu überwinden bis mann sich selbst vollständig Beherscht, den dann kann man tun und lassen, was immer man will.
Also, wir wissen alle das wir uns ändern wollen, und das ist schon der erste schritt zur Besserung oder?

-das Drachentier
opacity@selian: belohnung hatte ich zwar nicht gemeint, aber is auch ne möglichkeit (solangs keine schoko is... ;) )

@iceflowerdragon: ja, nur irgendwann muss auch der zweite schritt gemacht werden, und der is nicht minder schwierig... :(
Selian@Opa

Naja an Schoko dachte ich da auch nicht, da bin ich schon etwas Kreativer ;)

@Ice

Kann mich Opa nur anschließen, wenn man immer beim ersten Schritt hängen bleibt, dann nimmt mans irgendwann selber nicht mehr ernst, so kommts mir jedenfalls manchmal vor...
IceflowerDragonJa, opacity, Selian, ihr habt ja soo recht.
Ich sag ja nich das ich perfekt binn, im gegenteil, ich habe eigentlich nur die kraft mich anders/richtig zu verhalten wenns wirklich drauf ankommt.
Es gibt ganz wenig Menschen die von mir ein gutes Bild im gedächniss behalten sollen, der rest der Menschheit is mir egal...
aber das ist ein Ansporn sich selbst zu besiegen und was zu machen, anstatt alles geschehen zu lassen.

-doof is nur das ich den wichtigsten menschen? gerade wieder verloren habe.

nie hat jemand behauptet das es leicht sei "richtig" zu leben - aber es ist bestimmt möglich. Sagt mir bescheid wenn ihr rausgefunden habt wie.

bis denne - das Drachentier
opacity@ iceflowerdragon: mein posting war eigentlich nicht angreifend gemeint. verzeih, solltest du das als persönliche attacke aufgefasst haben


das mit dem ansporn ist das, was ich meinte :)
IceflowerDragon@Opacity:
Ui, danke, geht schon wieder. :rolleyes:
Du glaubst doch nich wirklich das ich das schon als "angriff auf meine Persönlichkeit" ansehe oder?

- ich hab ´n zimlich dickes fell, äh ich meine schuppenhaut...


bei dem Ansporn stellt sich wieder die frage aller Fragen: Wofür lebe ich, wofür will ich leben?/ was is der Sinn?
-finde ihn und du kannst dein ganzes Leben danach ausrichten!
opacity[quote]bei dem Ansporn stellt sich wieder die frage aller Fragen: Wofür lebe ich, wofür will ich leben?/ was is der Sinn?
[/quote] den hat wohl noch kein lebender gefunden :p
aber man kann versuchen, teilschritte zu machen. such nicht nach [i][b]dem[/b][/i] sinn des lebens, sondern nach einem ansporn, um in einer bestimmten [i]einzelnen[/i] situation etwas anders zu machen, so wie du dir's vorgenommen hast.

der sinn des eigenen ansporns? dass du selber das ziel, das du dir selber gesteckt hast, auch erreichst.
LaChatteOh das kenn ich auch :rolleyes: leider viel zu gut.

Bei mir funktionierts mit einfacher Selbstüberlistung, zB in den Ausgang nur gerade soviel Geld mitnehmen, wie ich ausgeben möchte, und die Bankkarte daheim lassen.

Und mir etwas hundertmal vorsagen "wenn ich nach Hause komme mache ich gleich den Abwasch" und gar nicht absitzen, das funktioniert auch ab und zu - nicht immer.

Und mir, wenns wieder mal nicht klappt, nicht böse sein - muss sagen, ich habe mich schon deutlich verbessert...:p
bradóg[QUOTE][i]Original geschrieben von Selian [/i]
[B]Die Frage ist einfach, warum es so schwer fällt manche Dinge zu ändern.[/B][/QUOTE]

@selian

die antwort darauf ist ganz einfach. entweder macht man sich das ganze nicht genug bewußt oder die notwendigkeit ist doch nicht so übermäßig groß.

wenn man wirklich will, ist vieles zu schaffen. doch das ist harte arbeit an sich selbst.
Selian@Bradog

Ja das ist sie, ich habe sie ja auch im Eröffnungsthread schon selber beantwortet...[B]"Da ich mir ja auf einer Seite bewußt bin über das was in meinen Augen falsch läuft, es aber auf der anderen Seite nicht abstellen kann läßt das eigentlich nur den Schluß einer gewissen Inkonsequenz bzw Schwäche zu. Darüber bin ich mir im klaren, allerdings hilft das auch nicht wirklich weiter. Je öfter ich den gleichen Fehler erkenne umso unglaubwürdiger und lächerlicher komme ich mir dann schon vor mich überhaupt noch darüber zu ärgern."[/B]...

Das Problem ist halt das die "Antwort" ja nicht wirklich weiterhilft, sie erklärt zwar das wieso aber nicht das warum ums mal etwas verwirrend auszudrücken...
bradógwie groß siehst du denn die notwendigkeit, bzw. wie wichtig ist es dir wirklich, an den dingen die falsch laufen etwas zu ändern? vielleicht erwartet du aber auch zuviel von dir? manche dinge lassen sich nicht von heute auf morgen ändern, alles braucht seine zeit. vielleicht ist aber auch der zeitpunkt für veränderungen nicht gut gewählt?
Selian@Bradog

Die Notwendigkeit ist offensichtlich nicht allzu groß, sonst gäbs kein Problem...
Aber manche Dinge lassen sich nicht von heute auf morgen ändern...
Alles braucht seine Zeit und Möglicherweise ist auch der Zeitpunkt schlecht gewählt...
Abgesehen davon ist es vermutlich Schwäche, bzw Inkonsequenz...
Vielleicht ist man sogar besser als man selber glaubt...

Es ist doch alles davon und nichts. Wer kann schon entscheiden was es ist? Es gibt ja hier keine absolute "Wahrheit", woran es liegt wenn wir uns im Kreis drehen. Im Endeffekt können wir uns davon etwas aussuchen, dann haben wir eine Begründung oder Entschuldigung, je nachdem.

Weiterhelfen tut es einem nicht wirklich.
Es stimmt ja, man muß nur an sich arbeiten und wenn man will kann man vieles (nicht alles) schaffen uswusw.
Und dabei mag ich doch gerade solche Sätze überhaupt nicht...:rolleyes:
CaranaldionWas ist mit "Rückfällen" ?

Du hast einen Fehler gemacht, seitdem sind Jahre vergangen. Du weisst, was Dich dieser Fehler damals gekostet hat, Du weisst, wieviel Blut du dafür gelassen hast. Es war immer da, und Du hast den Fehler kein zweites Mal gemacht.
Eindeutig eine positive Veränderung, oder ? Fehler erkannt, Ursache gesucht, beseitigt, und es hat dauerhaft gehalten.

Ohne dass Du es jedoch merkst, verblasst Dein eigener Lerneffekt wieder, bis er fast verschwunden ist. Begraben und verscharrt unter neuen Eindrücken, neuen Menschen, anderen Erfahrungen. Ohne auch nur eines der Vorzeichen wirklich zu sehen, kommst Du in dieselbe Situation wie damals, und machst denselben Fehler ein zweites Mal. Und diesesmal wird der Preis noch höher sein.

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