| Demon17 | Verachte das Leben verspotte den Tod? oder war es umgekehrt. diese zeile eines songs den ich neulich in der disko hörte machte mich nachdenklich. Ich fragte´mich ob die schwarze szene die einstellung ihrer mitglieder zum leben bzw. zum tod verändert oder ob es vielleicht umgekehrt ist. nämlich das sich menschen mit einer abweichenden einstellung zum leben bzw. tod in der schwarzen szene sammeln. wie sind eure erfahrungen in diesem Punkt? gibt es überhaupt einen unterschied in dieser beziehung zum rest der gesellschaft? think twice its magic demon17 |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]nämlich das sich menschen mit einer abweichenden einstellung zum leben bzw. tod in der schwarzen szene sammeln. wie sind eure erfahrungen in diesem Punkt?[/B][/QUOTE] Ich denke, dies trifft es am ehesten. Man hat eine gewisse Einstellung, und macht sich auf die Suche nach etwas, wo man sie wiederfindet oder nach jemanden, der sie teilt. ~decay~ |
| lizard | "gothic" sein/werden, IST die veränderung der einstellung zum leben/tod. |
| Demon17 | @decay du bist dir also sicher das sprüche wie das sterben beginnt mit der geburt oder der tod ist ein wahres versprechen kein normativer einfluss auf die leute ausgeübt wird. versteh mich nicht falsch es wär mir egal wenn es so wäre. mir sind viele verhaltensweisen in der szene noch viel zu normal. weshalb ich sie auch schon mal mit einem gesellschaftlichen mikrokosmos verglichen habe, der meiner meinung nach in vielen dingen den werten und normen der übrigen gesellschaft entspricht. weshalb ich eher zu der these neige das gothic keinen oder kaum einfluss auf die einstellung der teilnehmer hat sondern es sich eher um romantische verbalradikalismen handelt. never surrender demon17 |
| Demon17 | @lizard warum? kannst du das ausführen? ich hatte eine gothictypische einstellung wie eingangs beschrieben durch die zugehörigkeit zu einer anderen szene erworben (mit einer hohen mortalität) und verfüge deshalb nicht über die entsprechende erfahrung. think twice its magic demon17 |
| decay73 | @Demon17: [QUOTE]weshalb ich eher zu der these neige das gothic keinen oder kaum einfluss auf die einstellung der teilnehmer hat...[/QUOTE] Das sehe ich doch eigentlich ähnlich. Die Einstellung dazu ist schon da, bevor man sich die entsprechende Gruppierung dazu sucht. Wenn man dann dort angekommen ist, dürfte solch ein Einfluß doch gar nicht mehr notwendig sein. [QUOTE]...sondern es sich eher um romantische verbalradikalismen handelt.[/QUOTE] Da gebe ich Dir allerdings recht. Vielleicht bin ich ja nur wieder viel zu optimistisch, was die [I]heutige[/I] Szene (und wer alles meint, tatsächlich Gothic zu sein) angeht. Aber diese Diskussion möchte ich jetzt verständlicherweise nur ungern führen ;) ~decay~ (übrigens, mit "Verachte das Leben" muß dies -wie ich finde- nichts zu tun haben...aber das liegt ja vielleicht auch daran, daß ich nicht behaupten kann (und will), ein Gothic zu sein :)) |
| Any Body | wenn gothic sein wirklich bedeutet, dass die einstellung zum leben und zum tod sich verändert, dann dahingehend, dass man mehr mit dem tod in berührung kommt. auf einmal sieht man, wie viele leute sich mit dem wunsch herumschlagen, nicht mehr am leben sein zu wollen, weil alles sinnlos erscheint, menschen mit hohem iq , die hohe ziele erreicht haben, den nächsten schritt in das leben gemacht haben, lassen sich zu kurzschlusshandlungen verführen, weil die auseinandersetzung mit dem gedanken an den tod zu heftig wird/wurde. bin zuvor kaum so vielen seelen begegnet, die so laut geschriehen haben.. und dabei ist es nur eine kopfsache.. wie lange hält der gedanke noch stand, dass das leben lebenswert ist.. wann wird die gleichgültigkeit bei dem einen oder anderen so gross sein, dass es irgendwann nicht mehr lohnenswert erscheint, weiter zu machen? was ist denn los? ich verstehe es nicht, dabei lacht draussen die sonne und die temperaturen erreichen sommerliche 30° wohin führt der weg? |
| Demon17 | @decay schön das du mir recht gibst, aber ich fühle mich irgendwie missverstanden. wenn man die zitate so aus dem kontext reißt... ich habe eher den eindruck das es auf vielen gebieten so gut wie keinen unterschied zum rest der gesellschaft gibt was das sozialverhalten betrifft. lediglich das schwarz und der hang zur trauer scheint mir anders zu sein. ich hatte früher ein dying hero feeling in der gothic scene scheint es eher ein fallen angel feeling zu sein aber bis auf diese grundhaltung einiger sind die leute irgendwie total normal wenn man mal von der kleidung und em hang zur romantik absieht. (ob ich gothic bin oder nicht ist mir auch egal, spätestens wenn das definiert wird ist es zeit sich zu verabschieden.) never surrender demon17 |
| Demon17 | @any body hm... ich beschränke meine verbalen kontakte mit gothics eigentlich auf das internet und gehe ansonsten zwei-dreimal die woche tanzen. aber du hast mich überzeugt wenn ich an die vielen dichterinnen denke die ihren seelenschmerz so kunstvoll formulieren, das hebt sich doch angenehm vom gebalze in den diskos ab. sensible und intelligente beiträge (ich neige sonst nicht zum schleimen) wie deiner lassen mich doch zu dem schluss kommen das an gothic doch mehr dran sein muss. es gibt also einen signifikanten unterschied in der einstellung zu leben und tod im vergleich zum rest der gesellschaft. bleibt der erste teil der fragestellung fördert die beschäftigung mit gothic diesen unterschied oder waren die leute schon vorher so. ganz so eindeutig wie decay das sieht sehe ich das nicht. think twice its magic demon17 |
| decay73 | @Demon17: Entschuldige bitte, wenn ich die Zitate aus dem Kontext gerissen hab, aber ich glaube, ich habe Dich schon verstanden, und gebe Dir sogar recht. Ist nur die Frage, wie weit man [I]in[/I] einer Gesellschaft für seine Ideale gehen kann und will, bzw. wie konsequent und öffentlich man seine Einstellung auslebt, und was man bereit ist dafür zu geben. Ich gebe zu, mir wäre es zu anstrengend und der Preis eventuell zu hoch, würde ich es völlig konsequent tun. Aber unterscheidbar sollte es schon bleiben... ~decay~ |
| decay73 | @Any Body: Es ist mir [I]zu heiß[/I] draußen! ;) ~decay~ |
| Demon17 | @decay in dieser beziehung finde ich gothic sehr clever. die leute sind nach wie vor kompatibel mit der arbeitswelt und doch anders. das stört mich nicht im geringsten denn sonst blieben ja nur schlecht bezahlte hiwi jobs und kriminalität. mir ging es jetzt darum das ich mir nicht sicher bin ob gothic eine positive einstellung zum tod nicht doch verstärkt. wahrscheinlich habe ich mich nicht klar genug ausgedrükt. ps: mir ist es auch zu heiß und zwar drinnen wie draußen und dann noch sommergrippe echt ätzend. never surrender demon17 |
| Voodoo Dolly | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]@decay schön das du mir recht gibst, aber ich fühle mich irgendwie missverstanden. wenn man die zitate so aus dem kontext reißt... ich habe eher den eindruck das es auf vielen gebieten so gut wie keinen unterschied zum rest der gesellschaft gibt was das sozialverhalten betrifft. lediglich das schwarz und der hang zur trauer scheint mir anders zu sein. ich hatte früher ein dying hero feeling in der gothic scene scheint es eher ein fallen angel feeling zu sein aber bis auf diese grundhaltung einiger sind die leute irgendwie total normal wenn man mal von der kleidung und em hang zur romantik absieht. (ob ich gothic bin oder nicht ist mir auch egal, spätestens wenn das definiert wird ist es zeit sich zu verabschieden.) never surrender demon17 [/B][/QUOTE] Es schimpft sich ja auch Subkultur (und nicht Antikultur o.ä.) weil es ja trotzdem nicht allzu anders ist. Und wenn du von einem allgemeinen 'feeling' redest, welcher Art auch immer (ich muss zugeben ich verstehe nicht ganz was die beiden ausdrücken sollen) denke ich dass du dich täuscht. Es gibt genauso kein allgemeines 'feeling' wie in dem 'Rest '. Es sind halt nur gemeinsamme Interessen und teilweise Ideen, kein Kollektiv und keine Gegenbewegung zu irgendetwas. Womit wir auch fast bei einer Definition angelangt sind. Ich selbst lasse mich auch nicht gerne in eine Schublade stecken aber gerade durch fehlende Definitionen wird es halt oft missverstanden. Achja, was meinst du mit 'hang zur trauer'? Voodoo Dolly - Auch nur ein Mensch, aber trotzdem GAF ;) |
| Voodoo Dolly | @Topic: Ich glaube nicht dass es was ändert, zumindest nicht an meiner Einstellung. Vieleicht verstehe ich meine Einstellung besser und sehe sie mehr als 'normal' an weil ich halt nicht allein bin mit ihr. Aber da war sie schon 'vorher' |
| Demon17 | @voodoo dolly, meine liebe dein vorwurf trifft mich nicht ich spreche von der grundhaltung einiger leute und die scene jedenfalls im lyrischen bereich ist vol davon. dafür das du mit begriffen wie dying hero-feeling und fallen angel nichts anfangen kannst kann ich auch nichts es ist halt schwierig gefühle zu beschreiben die nicht zur standardisierten gesellschaftlich akzeptierten emotionalen konvention gehören. der begriff subkultur ist mir selbst suspekt. einerseits mein habermas damit eher autochthonien wie die bayrische volkskultur. b) ist subkultur in wissenschaftlich-politischen kontexten als gegenkultur definiert worden, die die werte der gesellschaft auf den kopf stellt. ich finde diese definition völlig unzutreffend und viel zu politisch. weil es die autonomie des phänomens unterschätzt. der hang zur trauer liebe voodo dolly? schau doch mal in den gärten der poeten nach...dann können wir ja noch mal darüber reden. think twice its magic demon17 |
| Voodoo Dolly | Kann es sein dass du dich etwas herablassend verhältst? Mir scheint es so. Auf jeden Fall ist es klar dass sich im poetischen bereich vieles Traurige findet, da das Schreibe auch oft therapiartig geschiet. Man versucht die negativen Gefühle niederzuschreiben, festzuhalten und so zu besiegen. Das hat wohl kaum damit zu tun dass alle immer nur traurig sind. Sicherlich ist ein Teil den man mit 'goth' verbindet auch mehr die Beschäftigung mit _allen_ Gefühlen, weder nur mit den Fröhlichen, wie es halt im 'Mainstream' angestrebt ist, noch nur mit den Traurigen, wie es halt verurteilsvoll immer heißt. Sowieso handelt sich um Individuen, 'hier' wahrscheinlich mehr als an anderen Stellen von daher empfinde ich vieles was du schreibst als sehr stereotypisierend. Naja, allgemein hab ich halt das Gefühl dass du viel zu viel darin zu sehen scheinst, als wären es halt nicht auch nur Menschen über die wir hier reden, die ja auch in dieser Gesellschaft (über-)leben müssen, sondern irgendetwas besseres .. btw: Schon liebe[b]r[/b] Voodoo Dolly ;) |
| Demon17 | @voodoo dolly ich bin wirklich der letzte der sich um den begriff gothic streitet. aber ich höre den kram sit anfang an und joy division bauhaus und cure sind freudlos. genauso wie chrome, laibach asf und andere fundamentale bands wie feindflug, cancer barraks, hocico oder andere nennenswerte apologeten des ebm und industrial sowieso. du scheinst einen vom ebm-electropop also mainstream geprägten begriff von gothic zu haben. das ´sei dir unbenommen doch bedenke das die kommerzialisierung durch die industrie normalerweise der anfang vom ende ist (siehe bauhaus). wenn gothic für dich das tragen schwarzer kleidung ist und sonst gar nichts dann haben wir sicher wenig gemeinsam. für mich ist eine schöne zynisch-depressive diskothek ein mystisches ereignis. aber lass uns nicht um worte streiten. es selektiert sich nach der musik und ich finde mehr als genug gleichgesinnte. ich denke du auch. schließlich geht es nicht um eine definition von gothic sondern um die frage ob gothic ein spezifisches verhältnis zu leben und tod vermittelt oder nicht und da sind die meisten mit mir einer meinung das im gothic bereich ein wesentlich positiveres verhältnis zum tod besteht als im rest der gesellschaft aus welchen gründen auch immer. wenn du das herablassend nennst sei es dir unbenommen. vergiss bitte nicht: sonne macht albern und no tears for the creatures of the night. undead demon17 |
| Voodoo Dolly | Wenn du dich so gut mit der Musik auskennst wirst du auch wissen dass mein Nick von einem Lied von Siouxsie and the Banshees stammt und daher auch klar meine Prägung erkennen. Ich kann nicht behaupten das Alles von Anfang an gehört zu haben, ganz einfach weil ich zu der Zeit noch nicht gelebt habe. Aber Musik ist (faktisch und für mich persönlich) ein sehr wichtiger Teil von dem was als Gothic bezeichnet wird. Überhaupt, wenn du meinen vorigen Post gründlich gelesen hast weißt du auch schon dass es für mich mehr ist als schwarze Kleidung nämlich u.A. das Beschäftigen mit allen Gefühlen die das Leben zu bieten hat. Womit wir auch schon wieder beim Thema wären. Die Einstellung die das Ausmacht bringt jeder selbst mit, aber dadurch das sie nicht 'unterdrückt' wird kann sie sich halt offener zeigen. Fazit: Einstellung wird nicht verändert. Den letzten Satz musst du mir aber nochmal erklären .. |
| Demon17 | @voodoo dolly ich muß gestehen suzie and the b. waren mir damals ein bischen zu lasch bis auf einige songs natürlich als creatures mag ich sie lieber. ich möcht dir wirklich nichts absprechen. aber deine ausführungen sind ein bischen zu allgemein als das mir dazu was einfiele. ach ja: wir müssen alle in dieser gesellschaft überleben. den letzten satz verstehen die, denen es so geht wie mir. bleib ruhig wie du bist das macht es einfacher für dich. ich wollte dich übrigens gar nicht überzeugen. ob ich gothic bin oder nicht oder du es bist oder nicht ist völlig nebensächlich für mich entscheidet nun mal die farbe des herzens und schwarze herzen lachen aus anderen gründen....und genießen die dunkelheit, trauer, verzweiflung den hass, den schmerz und die verachtung andere gefühle tangieren sie periphär machs gut demon17 |
| Voodoo Dolly | Als wenn mich jemand der elitär und von oben herab auf mich einredet mich von irgendetwas überzeugen [b]könnte[/b].. Naja, dann bleib mal schön in deinem dunklen, traurigen und verzweifelten Phantasieland. >>den letzten satz verstehen die, denen es so geht wie mir.<< Zum Glück gibt es nicht allzu viele die sich so für etwas besseres halten. Man kann das alles auch zu ernst sehen .. |
| Demon17 | @voodoo dolly zum letzten mal ich will dich nicht überzeugen, ich empfinde meine einstellung nicht als elitarismus sondern erhalte vielmehr den eindruck das du mir vorschreiben willst wie ich zu sein habe und damit läufts du bei mir vor die wand. die leute die meine einstellung nachvollziehen können haben sich nicht bewußt so entwickelt sondern sind erst durch ihre erfahrungen in und mit der gesellschaft so geworden. sei froh das du anders bist und wirf mir bitte keine arroganz oder sonstwas vor. aber du wirst hoffentlich verstehen das ich mich deinetwegen nicht ändern werde. und nun gebe ich es auf far out demon17 |
| Kissoon | Ich glaube nicht, dass Gothic die Einstellung ändert. Nur wer schon eine gesunde Einstellung zum Tod hat hört sich ja erst Gothic an. Meine Einstellung war schon immer, dass der Tod eine Art Erlösung ist. Da ich schon immer ziemlich "düster" eingestellt war bin auch automatisch in Szene gekommen und nicht umgekehrt. |
| Demon17 | @Kissoon, bisher sind die meinungen relativ ausgewogen. ungefähr 40% meint sie hätte diese einstellung schon vorher gehabt, die anderen haben erst durch die beschäftigung mit gothic mit einem intensiveren nachdenken über den tod begonnen. dann gibt es noch leute, die trotz todeserfahrungen nicht weiter darüber nachdenken und voodo dolly deren einmalige ignoranz bisher einzigartig ist. Ich diskutiere dieses thema übrigens auch auf gothic&art. think twice its magic demon17 |
| Seneca | Ich denke es gibt gewisse Tätigkeiten, die die Einstellung zum Tod definitv mehr beeinflussen, als sich der Stilrichtung "gothic" anzuschließen. Wie sollte durch einfaches Anziehen schwarzer Klamotten und durch Behängen mit Silberschmuck die Einstellung zu irgendwas verändert werden. Ich behaupte daher, daß wenn überhaupt, die Einstellung schon vorher verändert wurde, durch ein Erlebniss das eben dazu geignet war...! |
| Demon17 | @seneca wenn man es daruf reduziert hast du sicher recht, deswegen bin ich mir auch nicht sicher was gothic ist...besser isses=) ich bin ja nun eher ein schwarzer aus der vorgothic zeit nannte sich wave glaub ich und das die leute reihenweise ihren abgang machen war man ja gewohnt es wurde nur nicht so viel aufhebens davon gemacht. aber das muß ich sagen die romantisierung des todes gefällt mir besonders im ebm-industrial bereich aber auch bei den gothic sachen wirklich nett. never surrender demon17 |
| Any Body | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] ....Wie sollte durch einfaches Anziehen schwarzer Klamotten und durch Behängen mit Silberschmuck die Einstellung zu irgendwas verändert werden. Ich behaupte daher, daß wenn überhaupt, die Einstellung schon vorher verändert wurde, durch ein Erlebniss das eben dazu geignet war...! [/QUOTE] warum werden die gothics verallgemeinernd abgeurteilt, dass sie nur schwarze klamotten tragen oder silberschmuck tragen oder eben nicht die im nachsatz zitierten erlebnisse noch dazu kamen? machst du es dir da nicht etwas zu einfach? |
| Demon17 | @ Any Body schau dir mal die beiträge von voodoo dolly an dann weißt du warum bei manchen dieser eindruck entsteht. stay dark demon17 |
| Seneca | Nein, weil der Fakt bestehen bleibt, das bloßes Überziehen einer Attitüde nicht die Wahrnehmung verändert, sonder nur die Oberfläche...! Und bitte versuch mir jetzt nicht einzureden, daß derartiges ach so selten vorkommt, denn dann fange ich an, an meiner eigenen Wahrnehmung der letzten Dekade zu zweifeln...! |
| Any Body | zweifelst du sonst nie, Seneca? ;) |
| Demon17 | Ob es nun an senecas veränderter wahrnemung liegt, wir werden ja alle nicht jünger oder an der gothic szene sei dahingestellt. grundsätzlich gibt es zwei bis drei meinungen zu diesem thema: die einen meinen die leute würden gothics wegen ihrer abweichenden einstellung zu leben und tod im vergleich zum rest der gesellschaft. die anderen sind der meinung erst durch die beschäftigung mit gothic zu dieser einstellung gelangt zu sein. dann gibt es noch leute, die darüber nicht nachdenken und sich in dieser frage eher gesellschaftskonform verhalten. rein quantitativ liegen wir jetzt etwa bei 30% zu 50% zu 20% rechnet man die beiträge auf gothic & art hinzu. never surrender demon17 |
| DemonOfLove | ich glaube man setzt sich nur mehr damit auseinander... zB in diesem Forum: wieviele beiträge gibt es hier die sich mit dem thema sterben, selbstmord, sinn des lebens usw auseinander setzen? sicher gibt es diese Fragen in anderen "szenen" auch, aber im Gothic wird damit viel offener umgegangen... |
| Demon17 | @DemonOfLove hast Du dich schon mal gefragt warum das so ist? think twice its magic demon17 |
| DemonOfLove | @demon17 vielleicht weil es hier einfach ein größeres thema ist... weil man großteils gothic "wird" weil man Probleme hat und Leben/Tod etwas ist das einen beschäftigt was ist deine erklärung? bzw hast du eine erklärung |
| Demon17 | @DemonOfLove ich suche die antwort. deshalb hab ich diesen thread und einen anderen zu diesem thema auf gothic & art geöffnet. einfach weil mich interessiert ob die leute schon vorher so waren oder erst durch gothic so geworden sind. die meisten scheinen bereits schwarz gewesen zu sein bevor sie gothics wurden...(siehe oben). Ich selbst komme aus der praegothic aera (siehe hierzu Nachtmensch in orayersonfire in den gärtender poeten) und kann die frage deshalb nicht selbst beantworten. wie steht es denn mit dir kategorie a) berits vorher schwarz oder b) erst durch gothic mit dem thema konfrontiert oder c) trotz gothic keine veränderte einstellung zu leben und tod als die übrige gesellschaft? stay dark demon17 |
| Cyberpunk | Demon, Sei mir nicht böse, aber es wirkt teilweise tatsächlich so, als ob du hier einen bestimmten Codex herunterbetest, in dem alle möglichen Klischees enthalten sind. Ob dies nun elitär ist, oder auch nicht, oder einfach nur nicht angebracht, das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Zum Thema: Ein wichtiger Aspekt ist, dass es sich auch hier um eine Jugendkultur handelt. Das bedeutet jedoch nicht, dass nur Jugendliche dieser "Szene" angehören, aber sehr wohl, dass der Einstieg - in den meisten Fällen zumindest - im jugendlichen Alter von Statten geht. Viele Springen wieder ab, wenige bleiben dabei. Ich selbst bin vor nunmehr acht Jahren, im zarten Alter von 16 auf die Szene aufmerksam geworden. Ich bin sozusagen ein "Quereinsteiger", da ich vom Metal komme, dem ich auch immer noch treu ergeben bin. :) Was hat mich damals also an der Szene fasziniert? Es waren eher oberflächliche Auffälligkeiten, die mich motiviert haben, mich intensiver damit auseinanderzusetzen. Ich mochte das Styling, ich fande weibliche Gothics extrem sexy, und ich wollte einfach diese mir unbekannte Subkultur näher ergründen. Man könnte also sagen, dass ich ein absoluter Pseudo war, aber diesen Schuh ziehe ich mir gern an. Von morbider Melancholie wusste ich seinerzeit nichts, sondern hatte nur die netten Klischees parat, die man unter Schwarzmetallern so über die "Grufties" auszutauschen pflegte. Ich war ein postpubertierender Bengel, wie jeder andere in diesem Alter auch, und meine Gedankenwelt war ein Konstrukt aus Vorurteilen. Nachdem ich die "Szene" dann in ihren Grundzügen erkundet habe, fühlte ich mich dort sehr wohl. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte ich wohl ganz schnell wieder auf dem Absatz kehrt gemacht, und mich mit meinen Kollegen darüber amüsiert, wie dämlich doch die "Grufties" sind. :D Ich sah jedoch, dass mir viele Menschen dort sehr ähnlich sind, und jenes leben, bzw. zu leben versuchen, was auch ich in mir trug, aber bisher nicht nach außen darstellen wollte, da es keine Gelegenheit dazu gab. Das unterstützt also jene schon zuvor genannte These, dass man auf etwas stößt, das man eigentlich schon immer war. Plötzlich hat man eine Plattform, das zu leben, was man eigentlich immer wollte, von dem man aber dachte, dass es absurd wäre, dies offen leben zu wollen. So fand der "kleene Seiberpunk" also Menschen, die ihm ähnlich sind, aber nicht genauso wie er. Und genau das ist auch der Schlüßel: Wir dunkles Volk sind uns sicherlich auf gewisse Weise ähnlich, aber wir sind kein Kollektiv, wie weiter oben auch schon einmal erwähnt. Von daher ist es auch unsinnig, von codexähnlichen Konstrukten innerhalb der Szene auszugehen. Das gilt für alle Bereiche, aber insbesondere für elementare Dinge, wie den Umgang mit dem Tod. Warum sollte ich plötzlich ein verändertes Bild vom Tod und seinem "Gefolge" haben? Die Szene kann mich nicht neu erschaffen, sondern ich als Individuum bringe meine Anlagen in die Szene ein. Ich habe einen Grundtenor entdeckt, der mir gefällt, und füge mich in diesen ein. Dieser kann mir jedoch nichts geben, was ich noch nicht habe, sondern lediglich mein Selbst erweitern. Es wäre das gleiche, als würde man davon ausgehen, dass sich jeder Goth für Mystik, Naturmagie und Paganismus interessiert, nur da dies anscheinend oftmals der Fall ist. Mit diesen Dingen habe ich persönlich z.B. gar nichts zu schaffen. Meiner Meinung nach kann man sich nur das Herauspicken, was man auch zuvor schon war. Dass man beim Bewegen in der Szene natürlich mit neuen Ideen und Ansichten konfrontiert wird, und sich gegebenenfalls auch etwas davon annimmt, das bleibt doch gar nicht aus. Das geschieht aber auch in anderen Bereichen des Lebens, wenn man sich nicht in einer Subkultur bewegt. Schließlich entwickeln wir uns stetig weiter. Ich habe nun sehr weit ausgeholt, um mich dieser Thematik zu nähern, daher noch ein kleines Fazit: Meine Einstellung zum Leben und zum Tod hat "Gothic" nicht verändert, und wird es auch nicht. Ich teile diesbezüglich nicht den Grundtenor der "Szene", da diese Glorifizierung des Todes nichts für mich ist. Ich bin zwar arg morbid, aber das war ich auch schon zuvor. Mich interessieren eher andere Aspekte, wie dunkle Romantik, Melancholie, und die Ästhetik des Morbiden. |
| Demon17 | @Cyberpunk es ist dir wirklich gelungen dich nicht festzulegen und das auf eine sehr gekonnte art und weise. natürlich läuft man immer gefahr stereotypen zu bilden wenn man eine gruppe von menschen auf irgendeine art und weise charakterisiert. aber ich finde die doppelte "binäre Codierung" keine abweichende einstellung zu leben und tod / abweichende einstellung zu leben und tod sowie durch gothic erworben / bereits vorhanden nicht besonders stereotyp. schließlich bleibt jedem die möglichkeit sich selbst in die eine richtung oder in das jeweilige gegenteil einzuordnen. interessant wäre für mich ob du deine vorliebe für die ästhetik des morbiden für "normal" also konform im bezug auf die einstellung der übrigen gesellschaft zu diesemthema hältst. immerhin konstatierst du der szene ja einen grundtenor was die romantisierung oder "glorifizierung" des todes betrifft. ich muß dir ehrlich sagen ich finde es manchmal ganz schön stereotyp wie manche leute auch den vorsichtigsten charakterisierungen von grundtendenzen oder trends in einzelnen gruppen vorwerfen klischees zu sein. "fast alle gothics tragen schwarz" wirklich ein klischee ? oder doch eher eine zutreffende beobachtung? ich vermute es ist eine folge der erziehung gegen vorurteile im erziehungssystem, die grundsätzlich auch die vorsichtigste beschreibung von eigenschaften spezifischer gruppen mit dem risiko behaftet als klischee bezeichnet zu werden. leg dich nur nicht fest....=) aber ich werde gegebenenfalls im fragebogen noch ein paar merkmalsausprägungen für unentschlossene einfügen. in diesem sinne... carpe noctem demon17 |
| Nanatsusaya | mh... ob sich die Einstellung ändert ist abhängik von der Person... Aber das man mehr drüber nachdenkt, finde ich, ist sicher! Wer die texte von so mancher band hört, in der der Tod etwas schönes oder esthetische ist, der ändert vieleich seine einstellung dazu, und wer einfach eine band hört (die auch goth ist) wo nur von liebe und ähnliches singt, der ändert vieleicht seine einstellung nicht. das ganze kann aber auch umgetret sein. bei mir war es so, dass ich zuerst den tod lieben lernte, und dann die passende musik hörte... Nanatsusaya Mitama to Nutsurugi |
| Demon17 | @Nanatsusaya, du hast völlig recht etwa 20% der antwortenden beschäftigen sich nicht anders oder mehr mit dem tode als "normal", können also keine differenz im vergleich zu anderen teilen der bevölkerung in ihrer einstellung zu leben und tod erkennen. generell hatten etwa die hälfte der antwortenden eine intensivere beziehung zum tod bevor sie sich mit gothic beschäftigten. doch nun zur liebe. mir fallen zu diesem thema nur textstellen ein wie "eiskalter engel, verflucht sei der tag an dem ich dich traf", "...deine liebe..., die sich an meinem blut betrank" sowie etliche die sexualität betreffende texte. ob es eine signifikante korrelation von gothics zu bestimmten einstellungen der liebe gegenüber gibt wäre sicher eine interessante fragestellung. kennst du gothic-liebeslieder, die sich mit dem glück beschäftigen? mir fällt keines ein. stay dark demon17 |
| Demon17 | @Nanatsusaya natürlich ist subkultur im soziologischen sinne immer als gegenkultur definiert (SIEHT MAN MAL VON HABERMAS AB). jedoch entwickeln diese subkulturen ihre eigendynamik. im gegensatz zu andren kurzlebigeren subkulturen wie hippies, punks, in einschränkungen auch techno, gibt es im falle gothic das phänomen, das aus einer jugendkultur allmählich eine etwas von dauer wird. nemen wir 1978 als geburtsstunde wegen bauhaus mit ihrem "bela lugosi`s dead" so ist gothic bereits 25 jahre alt und nach wie vor vital. insofern bin ich geneigt gothic als eigenständiges phänomen zu betrachten. im gegensatz zu anderen subkulturen ist gothic z.B. weitgehend apolitisch. politische ideale unterliegen bekanntlicherweise einem verfallsdatum (siehe punks und alternative) und hatte nie die absicht die herrschende gesellschaftsform zu bekämpfen. die musiker von bauhaus waren z.B. architekturstudenten und brauchte nur ein jacket anzuziehen um im management einer x-beliebigen firma sozial kompatibel zu sein. auch deviante ausprägungen von goths sind häufig durch abschminken und kleidungswechsel jederzeit in die berufswelt zu integrieren. das gilt natürlich auch für die "inneren werte". ein gewisser hang zum zynismus und eine desillusionierte weltsicht bereiten eher auf die realität der berufswelt vor als irgendein idealismus. weiterhin wird gothic von drei zentralen themen getragen: dem leiden am leben und lieben mit all seinen ausprägungen wie depression, suizid, svv, bulemie etc. hier ist eine nie versiegende rekrutierungsquelle für neue mitglieder entstanden. der (zu-)strom wird nie versiegen. religiösität/okkultismus bei der mangelhaften funktionserfüllung von kirchen und anderen religiösen institutionen wird die esoterik einen immer breiteren raum im denken und fühlen vieler menschen einnehmen. auch hier liegt gothic voll im trend. was wär gothic ohne satanisten/vampiristen z.B. und last but not least die schwarze romantik in einer gefühlsarmen welt, die viele emotionale ausprägungen als kitsch unterdrückt und wenn überhaupt ein diktat des frohsinns oktruiert, ist romantische trauer auf die gothic quasi das kulturelle monopol hat wohl der mächtigste faktor, der gothic noch ein langes leben bescheren wird....solange dieses monopol existiert. zum sexismus sexismus ist natürlich nur in seiner schwarzen, unterdrückten form dem sadomasochismus bestandteil von gothic und wird durch ebm/industrial den viele s/mler mögen in die szene getragen. (bitte keinen umkehrschluss ziehen) ob sm nun charakzerisiierend für gothic ist oder gar notwendiger bestandteil möchte ich mal dahingestellt lassen. auf jeden fall hat es mit leiden zu tun und läßt sich romantisieren und ist somit gothic-kompatibel. wie du bereits richtig erkannt hast ist schwarze kleidung momentan im trend. auch ist teilweise zu beobachten wie gothic ansatzweise zum mainstream degeneriert. ich nehme an das die zunehmende popularität von gothic mit dem phänomenzusammenhängt, das es den jüngeren generationen schlechter gehen wird als ihren eltern. falls gothic je zum mainstream verkommen sollte wäre dies eine ernsthafte gefahr für die existenz dieser bewegung. andererseits kann es auch eine renessaince sein. wir hatten diese entwicklung ja bereits in den 80ern. nach einer zehnjährigen dursstrecke hat sich gothic ja ganz gut erholt. die weitere entwicklung bleibt also abzuwarten. never surrender demon17 |
| Demon17 | @Nanatsusaya da nicht für. Mir scheint es hat sich langsam eine Mehrheit abzuzeichnen, die durch erfahrungen, die mit dem Tod zusammenhängen oder sie an den Tod denken lassen erst eine andere einstellung zu leben und tod den weg zu Gothic gefunden. andererseits gibt es auch minderheiten, die meinen gothic sei mehr musik, mode und gesellschaftliche kontakte zu anderen gothics. ob die themen, die auf dem websites, in den texten und gedichten dominieren wirklich repräsentativ für die einstellung der meisten gothics sind möchte ich mal dahingestellt lassen, wenn ich dieses board so sehe sind die tiefgründigen problemorientierten themen ja in der minderheit. andererseits schreiben leute, die im Foyer oder im Freundeskreis rumalbern teilweise sehr depressive gedichte. Vielleicht müsste man mal eine richtige umfrage machen. doch dazu müßte ich diesen und andere threads erst auswerten um die richtige fragestellung zu finden. es gibt übrigens ein gozhic-kompendium auf nachtwelten, falls dich mal irgendwas zum thema interessiert. ob gothic irgendwann wieder (fast) mainstream wird hängt sicher von den bands ab. gruppen wie cure, bauhaus, joy division und andere wave bands wachsen sicher nicht auf bäumen. mainstream im sinne von blue system oder ähnlichen sachen wird es sicher nie. (hoffentlich) es hängt natürlich auch stark von sendern wie mtv, viva und dem radio ab. never surrender demon17 |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]...ob gothic irgendwann wieder (fast) mainstream wird hängt sicher von den bands ab. gruppen wie cure, bauhaus, joy division und andere wave bands wachsen sicher nicht auf bäumen. mainstream im sinne von blue system oder ähnlichen sachen wird es sicher nie. (hoffentlich) es hängt natürlich auch stark von sendern wie mtv, viva und dem radio ab. [/B][/QUOTE] Ich würde sagen daß der Zenit dieser Szene, die nebenbei das küstliche Produkt einer Marketingkampange ist, die sich nicht zuletzt sehr stark des Internets bedient, längst wieder überschritten ist. Was ich derzeit erleben gleicht etwas dem Bild der frühen 90er, es findet eine Entmischung statt. Die doch stark unterschiedlichen Stilrichtungen die sich in der vermeintlich gemeinsamen "Szene" entwickelt haben, sind inkompatibel geworden, der Altersunterschied spielt dabei eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Die Subkultur zieht sich für's erste wieder zurück in den "Untergrund", was sichbar übrig bleibt, ist die Partykultur der Clubszene...! Ich habe gerade in den letzten zwei Jahren wieder zunehmend geschlossene "Zirkel" entstehen sehen, die sich mehr und mehr von der reinen "Clubszene" abgrenzen...! |
| Kehlendir | gothic... ich mag diesen begriff nicht.... als gothic sehe ich den neuen trennt sich schwarz zu kleiden... die musik zu hören um andere abzuweisen, und das alles im prinzip doch nur wieder um andere anzulocken... ein "gothic" ist in meinen augen ein mensch (kein toter) der seinen gedanken nachgeht, der viel kreative energie in sich besitzt, die leider dadurch das er in manchen lebenssituationen abgestoßen wird, da er eben anders denkt, sich in einem negativen ventil sammelt.. sprich tod die entsprechende musik und alles was so dazu gehört. ein gothic, ist ein mensch der sich in gewisser weise sorgen um die welt macht, weil er sieht wie sie berg ab geht... doch kann er alleine wenig dagegen machen. deswegen zieht er sich zurück und lebt im stillen, wartet auf bessere zeiten oder auf was auch immer... die nacht hat es ihm angetan nicht weil es dunkel ist und das böse immer der nacht kommt, sondern einfach weil er da alleine sein kann... er kann einen gewissen bereich der welt, sei es ein ortsteil, ein gebiet im wald usw. für sich beanspruchen und sich in der nacht wo keiner dort ist herr über diesen bereich nennen... gothic sein ist wahrlich eine lebenseinstellung... doch muss ich für meinen teil sagen werden zu wenige damit fertig. man sehe sich die extremen fälle an... gothics die auf partys nur depri in der ecke sitzen und sich verloren vorkommen... wie auch immer... in diesem sinne verabschiede ich mich mal wieder... kehlendir |
| Demon17 | @seneca ich gehöre sicher zur clubscene wie du es nennst und bedaure das allmähliche verschwinden der klassichen gothics. es gibt sicherlich eine gewisse trennung nach musikrichtungen in verschiedenen clubs und parties. andererseits ist diese "clubscene" relativ erfolgreich was die ausweitung der schwarzen szene anbetrifft. auch sind kommerzialisierungsversuche in richtung futurepop relativ erfolglos. sonst wärs bereits total verässert. aber das mag regional unterschiedlich sein. das mit dem alter betrifft mich persönlich nicht der real stuff ist auch im ebm-industrial sektor genießbar und für bat-cave, wave und underground-sachen gibt es parties. ich sehe vielmehr marktlücken entstehen, die sich aus der differenzierung der szene ergeben. in owl läßt jedenfalls gar nichts nach im gegenteil und dem ruhrgebiet scheint es auch ganz gut zu gehen. ich sehe keinen anlass zur besorgnis. aber es ist wirklich schwierig aus der persönlichen lebenswelt heraus aussagen zu treffen. ein kumpel von mir hat einen plattenladen und meint das der elektronische teil auf jedenfall expandiert. @kehendir kann ich dich dahingehend interpretieren das du zwar ein differente einstellung zu leben/tod hast mir aber verschweigst ob du sie duch gothic erworben hast oder erst durch diese zum goth geworden bist? never surrender demon17 |
| Kehlendir | hm... ich würde sagen das ich schon immer einen anderen bezug zum tod hatte.... mein leben war nicht gerade glücklich... ich habe mir viel gedanken über den tod gemacht als kind... hab oft an ein leben danach gedacht... ich wechelte zum schwarz obwohl ich noch nicht mal wusste was ein goth ist... es war einfach eine farbe die ausdruckslos, zeitlos und einfach stylisch ist. ich bin keiner der sagt tot und verderben über die welt oder der glücklich ist wenn er blut sieht, sei es das eigene oder das eines anderen... ich sehe mich nicht als gothic in dem sinne.. sicherlich habe ich einige sachen übernommen, alleine schon durch meinen freundeskreis, dennoch ich sehe mich nur als einen kreativen mesnchen, der sein ventil eben auf eine etwas andere art und weise mit sich führt... aber ich liebe mein leben und möchte es gegen nichts eintauschen... ich weis nicht recht ob ich jetzt deine frage genau beantwortet habe, irgendwie drifte ich immer leicht vom thema ab... aber wenn noch fragen da sind... :) Ein gleichmäßiges Atmen erfüllt die Stille Klagend schabt die Klinge am Stein So ruhig Und ungeduldig In den Träumen weit davon getragen Spiegelt sich Gier im verzerrten Antlitz Warm umhüllt, süss gebadet Ungeduldiges Sehnen treibt den Augenschimmer Ins weiche Nest gebettet, unschuldiges Geschöpf Krallen schlagen um den Messergriff Ein zufriedenes Lächeln umspielt sacht die Lippen Lächle, oh Lächle süss, bittres Täublein Der Welt ungeahnt entrissen Schmiegt sich ein sanfter Silberschauer an die Kehle Rot wie Blut, weiß wie Schnee Vom Glück getränkter Wahn So tot Und entzückt Im Schlaf weit davon getragen Flehend schabt die Klinge am Stein Ein gleichmäßiges Sickern erfüllt die Stille |
| Demon17 | @kehlendir, vielen dank für deine antwort, die übermacht die bereits eine zum rest der gesellschaft differierende einstellung zu leben und tod hatten wird langsam immer deutlicher. insofern könnte der vorwurf gothic fördert eine positive einstellung oder intensive beziehung zum tod enträftet/relativiert werden. das gedicht find ich klasse, ist es von dir? never surrender demon17 |
| Kehlendir | danke für das lob... ich werde es weiter reichen;) ... das gedicht ist von einer guten freundin von mir. ich schreibe nur kurzgeschichten. eine ist momentan auch im forum... kannst sie dir ja mal durchlesen wenn du willst. in diesem sinne.. auf bald kehlendir |
| Demon17 | Gedichte wie diese sind der Grund warum ich Gothic für einzigartig halte. Es gibt nirgendwo sonst diese Hemmungslose schwarze Romantik, das Sehnen des Todes als melancholischer Genuß...schwarzes Herz was willst Du mehr?:) never surrender demon17 |
| Black_Unicorn | hmm... kein leben ohne tod und kein tod ohne leben.. ich liebe mein leben, so grausam es auch sein kann...und ja, ich hab mir schon oft gedanken über den tod gemacht, schon als kind... in sehr schlimmen situationen kam mir sicherlich schon oft der gedanke daran mich umzubringen, der grausamen, ungerechten, materiellen welt zu entfliehen... so ein gedanke wie ihn sicherlich jeder mensch einmal hat oder haben wird, egal ob schwarz oder nicht...aber letzendlich finde ich es feige sich umzubringen, das leben ist da um überwunden zu werden, so sehe ich das... wer weiß was danach kommt?! ich glaube an ein leben danach, das es immer weitergeht, niemals aufhört...und trotz allem würde ich mich als schwarzromantiker bezeichnen, es gibt kaum schönere gedichte die von tod und liebe oder liebe und hass handeln... denn schließlich sind liebe, trauer und hass sehr starke emotionen...mag sein das ich etwas vom thema abgewichen bin, wenn ja, dann entschuldigt bitte. und ich mag es sowieso nicht so gerne (auch wenn ich selbst gerne zu solchen bezeichungen neige) wenn man alles so verallgemeinert... denn goth ist nicht gleich goth... jeder ist ein individium für sich und dann sollte man soetwas nicht so über einen kamm scheren....ich möchte damit jetzt niemand spezielles ansprechen, nur mal so allgemein. |
| Demon17 | @Black_Unicorn, ich finde auch, Gothic hält einen eher vom Selbstmord ab, als einen auf diesen Gedanken zu bringen. Wo kann man sonst so schön seine Trauer geniessen? Irgendwie fehlt einem ja was ohne die Melancholie. Ausserdem gibt es nicht diesen Leistungsdruck, der Härteste, Abgefuckteste oder Coolste zu sein. Das ist ja auf Dauer auch sehr anstrengend. Mit den Klischees hast Du schon recht. Jeder Goth ist anders aber sobald man über Gothic oder Gothics spricht landet man irgendwie beim Klischee, ich nehme an das ist fast immer der Fall wenn man über Gruppen spricht, die etwas gemeinsam haben, bzw. in denen viele etwas gemeinsam haben. Die positive Bewertung von Emotionalität ist, neben der offenen Thematisierung persönlicher Probleme, sicher eine der wichtigsten Charakteristika der Szene. Gerade wenn es um Gefühle geht, die in der Öffentlichkeit häufig verdrängt werden (smile!). Die Instant-Emotion-Mix der Erfolgs-und Mediengesellschaft läßt halt noch einiges zu Wünschen übrig. Aber die Fertigwaren-Industrie arbeitet ja schon fleissig daran auch Gothic keimfrei zu verpacken never surrender demon17 ;) |
| herz23 | @Demon17 Die Einstellung ändert sich dadurch eigentlich nicht, denn was wir als Gothic oder etwas anderes bezeichnet, hat bereits schon ihre Meinung über Leben und tod. Dadurch das man tod und Schwarz oft verbindet gibt es mehr Gothic und Schwarzdenkende die eine sehr schwer zu verstehende Ansicht von tod und von Leben haben. Konnte ich deine Frage beantworten?;) |
| Demon17 | @herz23, ja und nein. Ja weil inzwischen mehr als zwei Drittel der Meinung ist, schon vorher eine abweichende Meinung zum Thema Leben und Tod gehabt zu haben. Nein, weil das ja nicht unbedingt auschließt, dass durch die Beschäftigung mit diesem Thema eine differenziertere Sicht der Dinge entsteht. Vor allem interessiert mich was Du unter einer "sehr schwer zu verstehenden Ansicht zu Leben und Tod" verstehst und vor allem, wie stehst Du selbst dazu? never surrender demon17 |
| Dorniel | Ich finde es eigentlich interessant, dass jeder hier der Meinung ist Gothic über die Einstellung eines Menschen zum Tod definieren zu müssen. Sicherlich werden viele von den Usern dieses Forums (nicht nur die Gothics) eine andere Einstellung zum Leben und zum Tod haben als die breite Masse. Kann man aber sagen, dass dieser Punkt für Gothic charakteristisch ist? Ich denke eigentlich nicht. Es gibt sicherlich viele hier, die den Tod verherrlichen würden, genauso viele jedoch die den Tod umso mehr fürchten. Anders ist bei Gothic denke ich nur, dass er durch sein Melancholikerdarsein (und das sind viele in dieser Szene) mehr über sein Leben und Tod nachdenkt als gewöhnliche Menschen.(Ist vielleicht etwas unglücklich formuliert:o ) Wenn man die Essenz von Gothic herausfinden will sollte man in die Wurzeln(zu dem Ursprung) gehen, meiner Meinung nach. |
| Demon17 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Dorniel [/i] [B]Ich finde es eigentlich interessant, dass jeder hier der Meinung ist Gothic über die Einstellung eines Menschen zum Tod definieren zu müssen. ... Wenn man die Essenz von Gothic herausfinden will sollte man in die Wurzeln(zu dem Ursprung) gehen, meiner Meinung nach. [/B][/QUOTE] Zu 1 Wer vertritt in diesem Thread die Meinung Gothic über die Einstellung zum Tode definieren zu müssen? Die Einstellung zum Tode ist lediglich ein Aspekt unter vielen. Ich habe da keinen einzigen Beitrag in Erinnerung, der Versucht Gothic dermaßen zu reduzieren. Es geht vielmehr um den Einfluss von Gothic auf die Einstellung zum Tode. Das Gothic eine gewisse Affinität zum Todesgedanken hat ist offenbar. Denn Zu 2 wenn wir uns mal die Wurzeln von Gothic anschauen, fällt uns geradezu zwangsläufig ein alter Bauhaus Titel ein:" Bela Lugosi´s Dead" UNDEAD,UNDEAD,UNDEAD von 1979 ein. Das Erscheinugsdatum dieses Songs wird allgemein als das "Geburtsdatum" von Gothic angesehen. Auch die anderen großen Bands der Anfangszeit waren eindeutig auf Tod, Trauer und Untergang festgelegt, Joy Division, Cure, Christian Death usw.usw. Es ist vielmehr ein Zeichen der zunehmenden Trivialisierung bzw. Kommerzialisierung, dass dieses Thema in manchen Mainstreamalben nicht mehr im Vordergrund steht, obwohl Gothic natürlich viel mehr ist als die ROMANTISIERUNG DES Todes ist die Marginalisierung dieses Themas eigentlich ein sicheres Zeichen des emotionalen, ethischen und kulturellen Niedergangs, womit wir wieder beim Thema wären...;) never surrender demon17 |
| Montrose | Hm, ohne die Begegnung mit Schwarzen wäre ich letzte Woche wohl kaum auf die Idee gekommen, den Weg zu einem bestimmten Institut über den alten Friedhof statt an der Straße entlang zu nehmen. Mir fiel da ein Grabstein mit einem eingemeiselten Blumenkranz auf. Dieser Grabstein wie der Umbau des Körper -> Skelett= Kalk ist eine Umwandlung von lebendigem, leichten Vergänglichen in etwas totes, schweres, aber lange Unvergängliches. Nur mal so ein Gedanke, der sich irgendwie merkwürdig anfühlt. |
| Peacefulltomy | das bewußtwerden gegenüber der vergänglichkeit. das thema schwarz ist zwar auch in diesem punkt in gewisser weise individuell zu handhaben, doch kann ich aus meiner sicht wohl eher sagen- es war wohl gänzlich umgekehrt. die einstellung zu leben und tod änderte sich und schwarz kam ganz von selbst, wie ein natürlicher prozess. fast schon unbewußt... |
| Demon17 | Schön das zwei so gegensäzliche erfahrungen wie von peacefulltomy und Montrose so direkt hintereinanderstehen. In diesem Thread sind die Meineungen ca. zwei drittel hatten diese abweichende Einstellung zu Leben und Tod schon vorher entwickelt etwa ein drittel ist durch die Beschäftigung mit Gozhic zu einer veränderten Einstellung gelangt. Auf einem anderen Boards ist es eher umgekehrt. Es mag manchem vielleicht ein bischen wie die Frage, "Was war zuerst da, die Henne oder das Ei?" vorkommen. Mich interessiert es vor allem unter der Perspektive, das Gothic wie vielen anderen Subkulturen auch, der Vorwurf gemacht wird, die Jugend zu verderben. Auch dieser Vorwurf ist so alt wie die Geschichte. Alles was anders war wurde gern diffamiert. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an Sokrates und den Schierlingsbecher. Wir befinden uns also in bester Gesellschaft. :D never surrender demon17 |
| Demon17 | Gehen wir einmal davon aus das sich die Frage im Eingangsthread an jeden richtet, der sich für schwarz oder gothic hält. Für die Definition dieser Begriffe gibt es vom Gothic-Kompendium bishin zum Schwarz-Thread in D&L genug Möglichkeiten zu Meinungsäußerung.:cool: never surrender demon17 |
| Demon17 | Niemand erweckt hier den Eindruck es habe schon in füheren Zeiten nachdenkliche in schwarz gekleidete Menschen gegeben. Doch die enstehung der Jugend-Subkultur die gemeinhin mit Gothic bezeichnet wird, läßt sich ziemlich genau auf das Ende der 70er datieren. Bauhaus hin oder her. Im übrigen habe ich bereits mehrmals auf die Threads hingewiesen, die zur Diskussion der Fragen, die Du stellst vorgesehen sind.:rolleyes: Hier geht es lediglich um die Einstellung zu Leben und Tod. never surrender demon17 |
| Demon17 | deswegen stell ich ja die Frage Verändert die Beschäftigung mit Gothic die Einstellung zu Leben und Tod. Die Gruppe, die lediglich aus modischen Gründen schwarz trägt oder meint es sei in gothic zu sein, versuchen regelmäßig Gothic auf Mode zu reduzieren. Ich seh Dein Problem nicht. Es gibt da individuelle Unterschiede, das wird in diesem Thread eigentlich deutlich. Mich interessiert die Meinung jedes Einzelnen zu dieser Frage. never surrender demon17 |
| LaChatte | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]deswegen stell ich ja die Frage Verändert die Beschäftigung mit Gothic die Einstellung zu Leben und Tod. [/B][/QUOTE] Gothic ist anziehend für Leute, die sich mit dem Thema Leben/Tod schon aus Neigung auseinandersetzen - Gothic verändert diese Einstellung nur insofern, als man hier Gleichgesinnte treffen kann, das Thema diskutieren kann und wohl auch den eigenen Horizont erweitert. Aber ein grundlegendes Interesse an diesen Fragen wird wohl bei den meisten schon vorhanden sein, damit sie sich in der Szene überhaupt wohlfühlen. |
| Frozen Hell | Wir ham wohl einiges gemeinsam neptunia! Mir nämlich auch:D ! |
| magus666 | gothix machen sich auf jeden fall gedanken was um sie passiert ... so würde ich doch meinen sind wir denkende menschen ... nehmen nicht alles so hin wie es scheint ... und denken macht uns doch zu einer zivilisation oder nicht? wenn ich mir menschen in meinem umfeld ansehe frage ich mich oft was sie von tieren unterscheidet ... |
| LaChatte | [QUOTE][i]Original geschrieben von magus666 [/i] [B]wenn ich mir menschen in meinem umfeld ansehe frage ich mich oft was sie von tieren unterscheidet ... [/B][/QUOTE] Die Kleidung? Die Sprache? Der aufrechte Gang? Es gibt sicher noch andere Menschen als Goths, die sich um sowas Gedanken machen...;) |
| Rosenfeuer | es ist doch meist so, dass eine bestimme einstellung zum gothic führt. dies ist die frage nach dem huhn und dem ei und hier ist die antwort meist parat. es ist das leben das einem zum dunklen treibt und selten das dunkle das betrübt... |
| magus666 | mit menschen in meinem umfeld meinte ich natürlich nicht alle menschen die ich kenne ... kleidung und aufrechter gang machen jemanden noch lange nicht zum menschen ... mehr oder weniger wollte ich mit meiner aussage nur darauf hinweisen daz gothix denken ... natürlich gibt es noch viele viele leute die sich auch gedanken machen ... wenn wir über so ein thema diskutieren wollen ist es klar daz wir alles allgemein betrachten müssen ... außnahmen gibt es doch immer ... jetzt mal im klartext: [QUOTE]Verändert Gothic die Einstellung zum Leben/Tod?[/QUOTE] ich meine ja ... denn leute die gothic leben denken auch gothic und fragen sich warum ... andere menschen (allgemein) nehmen die dinge hin wie sie sind ... |
| magus666 | klingt verdammt einladend ... |
| feverish dream | ich bin noch ziemlich jung und hab vielleicht auch nicht das Recht etwas dazu zu sagen, aber ich finde die Einstellung ist von Anfang an da!Sie wird bestimmt noch beinflusst oder vertieft, aber eine gewisse Grundeinstellung muss da sein, warum sonst kommen die Menschen zu dem Schluss sich der schwarzen Szene zugehörig zu fühlen?Man merkt dass man anders denkt, aber nur wenige machen sich die Mühe nach gleichgesinnten zu suchen...und noch wenigere finden sie vielleicht, aber bei mir war es so, dass ich mich gefragt hab ob es Menschen mit ähnlicher Einstellung gibt, sich andere Gedanken machen...und bin hier fündig geworden. hört sich verplant an, is aber so:( |
| Montrose | [COLOR=red]Kleine Richtigstellung:[/COLOR] Zwischen der Auffassung von peacefulltommy und mir gibt es keinen Gegensatz. Ich bin auch der Meinung, daß eine bestimmte Einstellung oder zumindest ein Interesse zu bestimmten Themen schon im Voraus besteht, die einen in Gothic heimisch fühlen läßt. In diesem Sinne sind auch diverse "Streitgespräche" zwischen peacefulltommy und mir gegenstandslos, weil es ja für uns beide einen Grund gibt, hier zu sein. Keiner von uns sieht Gothic als Jux an. Diese Äußerung, daß ich über den Friedhof gegangen bin, war eine Momentaufnahme, die eher von diesen steinernen Blumen inspiriert war. Das ist schon sehr widersprüchlich: steinerne Blumen ... das muß man sich mal vorstellen. |
| Demon17 | Ich weiß gar nicht mehr genau, es war Anfang der 80er und ich hatte zwar ein dying hero feeling, hatte mich bis zu dem Zeitpunkt aber nie ernsthaft mit dem Thema befasst. Es ging einfach darum, dass die Woodstock-Hippie euphorie verflogen war und die traurigen Sachen von Cure, Bauhaus oder joy division das Lebendgefühl einfach besser ausdrückten als alle anderen Formen der Musik. Aber ich hätte mich auch nie als gothic bezeichnet, zumal es das eigentlich bei uns in der Gegend noch gar nicht gab. Als die ersten Gothics auftauchten war ich noch viel zu sehr auf dem Hardcore-Trip, obwohl ich auch zu der Zeit viele Sachen gehört habe, die heute als Gothic bezeichnet werden. Aber ich hatte noch viel zu viel Aggression. Für mich begann die Auseinandersetzung mit dieser Subkultur erst vor ein paar Jahren, als einige Freunde gestorben waren und die Trauer und der frust im Job zu einer Melancholie und einer düster-zynischen Stimmung führten, die in dieser Musikrichtung ihren Ausdruck fand. es war wie eine Befreiung, eine unheimliche Steigerung der Lebensqualität und hat mir viel Lebensfreude zurückgegeben. Insofern hat Gothic eigentlich einen positiven, eher lebensbejahenden Einfluss auf mich.:) never surrender demon17 |